Zum Inhalt springen


zonebattler's homezone 2.1 - Merkwürdiges aus Fürth und der Welt


« Die Ludwigseisenbahn Dicker Brummer brummt in Fürth »

Kaffeesucht & Arbeitsflucht

Seinen Lebensunterhalt verdient der zonebattler überwiegend in der Ostvorstadt, Auswärtigen zumeist unter dem Namen Nürnberg bekannt. Dort ist in seinem Büro letzthin eine dieser vollautomatischen Kaffee-Maschinen aufgestellt worden, die seit einiger Zeit die Regale der Elektromärkte in Legionsstärke bevölkern. Nicht etwa, daß der Schreiber dieser Zeilen selber Kaffeetrinker wäre, keineswegs. Das teuere Gerät sollte nur etwas weiter weg von Schuß und nicht in der allgemein zugänglichen Tee­küche stehen, um nicht von aller Welt und vor allem nicht »für lau« in Anspruch genommen zu werden.

Aber das mit der unterlassenen Bezahlung der gezapften Tassen ist nicht das ei­gen­tli­che Problem, soviele ruchlose Zechpreller gäbe es vielleicht gar nicht. Viel in­ter­es­san­ter ist das Sozialverhalten der dem Heißgetränk zusprechenden Kollegen und der auf Durchreise befindlichen Gäste. Manche von denen kommen erstmal un­auf­fäl­lig durch die eine Tür hereingeschlichen und gucken auf das Display des freundlichen kleinen Automaten:

Allzeit bereit?

Sofern die beruhigende Auskunft lautet: »BEREIT«, dann wird fröhlich die Tasse reingestellt und die Mahlerei (»krrkrrrkrr«) und Brüherei (»wuwuwuwuzischhhhhhh«) geht los. Wehe aber, wenn die Anzeige unerklärliche bis unerfreuliche Botschaften absondert, wie z.B. »TRESTER AUSLEEREN« oder »FILTER WECHSELN«, von »WASSER NACHFUELLEN« nicht zu reden: Dann entschwinden die nämlichen Kollegen leisen Fußes wieder aus der zweiten Bürotür in den Flur, so unauffällig, als wären sie nie dagewesen. Freilich nicht für lange: Eine Viertelstunde später trägt sie ihre Um­lauf­bahn wieder vorbei, wohl in der Hoffnung, ein(e) andere(r) möge sich inzwischen des Elends erbarmt und sich der Nöte des hilferufenden Maschinchens angenommen ha­ben. Je nach momentanem Stand der Dinge wiederholt sich der geschilderte Zyklus dann auf’s Neue.

Was wir daraus lernen? Eigeninititative und selbstlosen Elan zu zeigen wird al­lent­hal­ben gerne von jedermann und jederfrau für sich beansprucht und von sich behauptet, aber die persönliche Glaubwürdigkeit des/der derart Trommelnden zeigt sich sofort an seinem/ihrem Umgang mit gemeinsam genutzten Haushaltsgeräten!

  1. obadoba  •  9. Mrz. 2006, 15:55 Uhr

    Gut beobachtet :-)

    Jau, da würde ich sofort unterschreiben. Ich sag ja – schlechtes Gewissen wegen zu wenig Wartungs-Beitrag ;-)

    #1 

  2. zonebattler  •  26. Mai. 2009, 12:59 Uhr

    Neben den parasitären Existenzen sind unbedingt jene Idioten Hilfswilligen würdigend zu erwähnen, die bei der Fehlermeldung »TRESTER AUSLEEREN« den maschinenintern gesammelten Kaffeessatz mitsamt dem geräteeigenen Kunststoff-Sammelbehälter in den bereitgestellten Entsorgungs-Eimer überführen. Man sollte es nicht für möglich halten, aber es gibt technische Lehrkräfte, die derlei Kunststücke souverän zustande bringen. Just heute Mittag wieder einmal…

    #2 

Kommentar-RSS: RSS-Feed für Kommentare nur zu diesem Beitrag

Eigenen Senf dazugeben: