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zonebattler's homezone 2.1 - Merkwürdiges aus Fürth und der Welt


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Es braut sich was zusammen…

Seit vorgestern kündigen Halteverbotsschilder auf beiden Seiten der Karlstraße ein Ereignis an, dessen Art und Ursache bis dato unbekannt sind:

Temporäres Halteverbot

Vorhin habe ich allerdings von einer gegenüber wohnenden Nachbarin erfahren, daß ihr demnächst ein Mobilfunkmast auf’s Dach gesetzt werden soll. Sowas wird ja typischerweise ambulant mit einem Autokran bewerkstelligt, und das könnte auch die angekündigte Straßensperrung erklären!

Keine wirklich angenehme Perspektive, selbst wenn die Strahlungsleistung eher gering sein dürfte und man sich bei der Engmaschigkeit der heutigen Handynetze im urbanen Bereich ohnehin nie weiter als ein paar Dutzend Meter vom nächsten Wellen­erzeuger aufhält…

P.S.: Bitte lesen Sie unbedingt die Fortsetzung dieser Ent- bzw. Verhüllungsstory, und zwar in den Kommentaren zu diesem Beitrag…

  1. hjs  •  2. Apr. 2006, 20:14 Uhr

    Die Hoffnung stirbt zuletzt

    Ich hoffe sehr, dass Du damit nicht recht hast. Als ich die Schilder sah, erschien sofort ein Bild der Idylle vor meinem geistigen Auge: Die Zone 30 Schilder werden aktiviert und links und rechts der Straßenmündung werden große Pflanzkübel platziert um den Verkehrsteilnehmern in die neue Gewindigkeitsregelung zu zwingen. Allerdings hätte wohl dazu ein Spielstraßenschild montiert werden müssen. Vielleicht geht mein Traum ja doch noch in Erfüllung und Deine Informationen sind falsch. Die Hoffnung stirbt eben doch zuletzt.

    Da ich begeisterter Handy-Benutzer bin werde ich wohl auch die Sendeantennen akzeptieren müssen. Doch auch hier die Angst: meine O2 Homezone wird doch hoffentlich nicht auf die zugesicherten 500 m Radius eingegrenzt. Denn bisher ist meine Homezone in ganz Fürth.

    Liebe Grüße HJS

    #1 

  2. zonebattler  •  3. Apr. 2006, 20:03 Uhr

    Die Hoffnung ist dahin…

    Es ist leider kein Zweifel mehr möglich, da liegt das stählerne Ding nämlich schon vor dem Haus gegenüber und wartet auf den Kran:

    Handymast

    Ein Nachbar schlug vor, das ungeliebte und höchst unerwünschte Rohr nächtens davonzutragen. Ich gab jedoch zu bedenken, daß es womöglich weit mehr von diesen Teilen auf Halde gibt als wir auf Dauer verstecken könnten…

    #2 

  3. zonebattler  •  4. Apr. 2006, 18:52 Uhr

    Ruck, zuck, fertig…

    Da steht er nun, der demnächst strahlende Spargel, und mimt den Unschuldigen:

    Mobilfunkmast

    So wie es aussieht, sind drei Antennen im Drehwinkelabstand von 120 Grad montiert, um eine lückenlose Rundum-Abstrahlcharakteristik zu gewährleisten.

    Sofern die Dacheinführung bzw. deren Bleiblech-Abdeckung auf den Schieferschindeln kein Provisorium, sondern bereits die Endfassung darstellt, prophezeihe ich dem Hausherrn jetzt schon ein feuchtes Dachgebälk und mit etwas Glück mittelfristig einen neuen Hausbewohner namens serpula lacrimans. Dessen spätere Bekämpfung womöglich den Erlös für die Antennenduldung mehr als aufzehrt: So subventioniert die moderne Elektronik-Industrie lobenswerterweise auch das traditionelle Handwerk und setzt mit einiger Phasenverschiebung Zimmerleute, Dachdecker und Maurer in Brot und Arbeit…

    #3 

  4. zonebattler  •  6. Apr. 2006, 8:25 Uhr

    Sie sind wohl noch zugange…

    …denn vorhin fuhr erneut eine mobile Arbeitsbühne unter unseren vorderen Balkon:

    Mobile Arbeitsbühne

    Gestern wurden offenbar die Antennen verkabelt, vielleicht dichten sie heute das Dach doch noch halbwegs fachmännisch gegen Regenwasser ab. Oder auch nicht.

    Mobilfunkmast

    Schon fliehen die Vögel in Panik den unheilbringenden Fortschrittsboten. Ich flüchte auch, und zwar (vorübergehend) ins Büro…

    #4 

  5. zonebattler  •  6. Apr. 2006, 18:55 Uhr

    Mondäne Mimikry oder makaberer Mummenschanz?

    Kaum nach Hause gekommen, fällt mir schier die Kinnlade herunter: Sie haben den Handy-Masten doch tatsächlich als Schornstein verkleidet!

    Mobilfunkmast

    Ob aus architekturästhetischen Gründen veranlaßt, aus schlechtem Gewissen heraus betrieben oder um die Anlage vor eventuellen Gegnern zu verbergen: Das hier veranstaltete Versteckspiel entbehrt nicht einer grotesken Komponente. Einmal mehr freilich wurde die Rechnung ohne den zonebattler gemacht, der als selbsternannter Chronist der Fürther Karlstraße das Treiben hiermit dauerhaft dokumentiert hat…

    P.S.: Google findet zum Thema »Mobilfunkmasten tarnen« viel Interessantes!

    #5 

  6. zonebattler  •  7. Apr. 2006, 6:58 Uhr

    Am Morgen danach…

    …schaut das Ding auch nicht besser aus als gestern im abendlichen Gegenlicht:

    Mobilfunkmast

    Der mittig herausragende Blitzableiter und kleine Schraubenkappen oben und unten verraten die Attrappe. Vielleicht sollte ich auf meinen Stadtgängen zukünftig nicht nur nach verlorenen Zwiebeltürmen, sondern auch nach neu hinzugekommenen Schornsteinen Ausschau halten…

    #6 

  7. matze berlin  •  8. Apr. 2006, 9:51 Uhr

    ich frage mich, ob die verkleidung nicht hübscher aussöhe, wenn man ringsrum ne rolle alufolie drankleben würde… ;-)

    #7 

  8. zonebattler  •  8. Apr. 2006, 9:59 Uhr

    Hübscher sicherlich…

    …und strahlungsärmer obendrein! ;-)

    #8 

  9. zonebattler  •  8. Apr. 2006, 10:41 Uhr

    Weitere Kommentare…

    …zu diesem Thema gibt es hier.

    #9 

  10. zonebattler  •  14. Nov. 2006, 22:26 Uhr

    Der Regen bringt es an den Tag…

    Kleine Identifizierungshilfe für fragwürdige Schornstein-Attrappen:

    getarnter Handymast

    Echtes, verputztes Mauerwerk (rechts) saugt Regenwasser auf und verfärbt sich dabei vorübergehend, ein falscher Schlot aus Kunststoff (links) tut beides nicht!

    #10 

  11. RJWeb  •  12. Dez. 2006, 22:12 Uhr

    So ein Schlot !

    Dafür scheint er in diesem Deinen Bild zu rauchen ;-)

    #11 

  12. zonebattler  •  8. Apr. 2010, 20:40 Uhr

    Eine Übersicht über mobilfunktechnischen Mummenschanz in Fürth findet sich hier !

    #12 

  13. zonebattler  •  9. Apr. 2013, 21:50 Uhr

    Pressespiegel: »Versteckten Strahlenquellen auf der Spur« (FN)

    #13 

  14. Markus N.  •  9. Apr. 2013, 22:52 Uhr

    Moin,

    hier reden immer alle von »versteckten Standorten«.

    Wenn ich hier schaue

    emf2.bundesnetzagentur.de/karte.html

    dann finden sich alle »versteckten« Standort sauber dokumentiert.

    Viel Spaß.

    #14 

  15. zonebattler  •  10. Apr. 2013, 9:16 Uhr

    Na ja, auch von einbeinigen Piraten auf idyllischen Inseln versteckte Schätze sind mit­unter sauber auf Schatzkarten dokumentiert, und trotzdem findet sie nicht jeder. Weil nicht jeder die Karte hat. Und nicht jeder, der eine Wohnung mieten oder kau­fen will, wird vorher auf die Idee kommen, auf der Homepage der Bundes­netz­agentur nach verborgenen Antennenmasten zu fahnden.

    Es bleibt eine nicht wegzudiskutierende Tatsache, daß Mobilfunkmasten getarnt, kaschiert und verkleidet werden, in Fürth ebenso wie andernorts. Die Motive mögen vielschichtig sein (Denkmalschutzauflage hier, Wertverlust-Befürchtungen da), aber das ändert nix am Faktum, daß es viele Funkmasten gibt, die sich als Schlote, Bäume oder sonstwas ausgeben. Daß sich besorgte Bürger über die Hintergründe Gedanken machen, kann einen da schwerlich verwundern…

    #15 

  16. zonebattler  •  11. Mai. 2013, 8:27 Uhr

    Der Fotograf Dillon Marsh hat in und um Kapstadt Mobilfunkmasten »eingesammelt«, die als Bäume verkleidet worden sind: »Invasive Species«

    #16 

  17. zonebattler  •  4. Jun. 2013, 17:01 Uhr

    Ich hatte schon so eine Vorahnung im Bauch, als letzte Woche auf dem Gehsteig ge­gen­über plötzlich ambulante Parkverbotsschilder auftauchten, wieder in Auto­kran­länge die Straße vor dem Haus Karlstraße 14 freihaltend. Und heute morgen stand er tatsächlich da, der gelb gestrichene Riese mit dem teleskopierbaren Ausleger. Da hat mich heute nachmittag der Ausblick aus dem Wohnzimmerfenster nicht mehr über­raschen können:

    entkleideter Handymast

    Die Mimikri ist abgelegt, der strahlende Spargel nicht mehr getarnt. Aber wieso? Werfen wir einen Blick nach drunten, woselbst ein Arbeiter am Aufräumen ist:

    Arbeiter beim Aufräumen von Kabeln und Antennenelementen

    Ganz offenbar wurde die Anlage modernisiert, es wurden neue (größere, modernere, leistungsfähigere) Antennen-Elemente an den Mast geschraubt. Die alten liegen zum Abtransport bereit. Na toll. Jede Wette, daß spätestens morgen die plastikne Schorn­stein-Attrappe wieder drübergestülpt wird, um den Stengel visuell zu verharmlosen:

    bereitgelegte Schornstein-Attrappe aus GFK

    #17 

  18. zonebattler  •  6. Jun. 2013, 6:36 Uhr

    Es kam, wie es kommen mußte:

    mobile Hubbühne
     
    Monteur in luftiger Höhe
     
    der wieder verharmlosend verkleidete Funkmast (links)

    #18 

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