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zonebattler's homezone 2.1 - Merkwürdiges aus Fürth und der Welt


« Kampf dem Müll! Eine Gastarbeiterin »

Ein Bett am Rapsfeld

Hiermit melde ich mich von einem sechstägigen Camping-Urlaub zurück, den ich mit meiner besseren Hälfte im benachbarten Freistaat Thüringen verbrachte. Von den in Eisenach, Gotha, Erfurt, Weimar und zwischendrin gewonnenen Eindrücken und Erkenntnissen wird noch zu berichten sein, wenn die Wäsche gewaschen, die Ausrüstung verstaut und die allgemeine Grundstellung im Haushalt wiederhergestellt ist. Es sei aber jetzt schon verraten, daß wir (bei bestem Wetter) einmal mehr nicht nur die bereisten Städte und Landstriche, sondern auch unsere fünf Übernachtungen im »Hotel Natur« [1] sehr genossen haben…

Abendstimmung

Nach einem überwiegend auf den eigenen Füßen (im Wortsinne) durchlaufenen Tag suchen wir uns auf unseren Camping-Touren allabendlich einen Schlafplatz in freier Natur. Dank des zuschaltbaren Allrad-Antriebes klettert unsere treue Renngurke gemsengleich in schwindelnde Höhen, die ansonsten nur noch Traktoren und Luftlandetruppen zugänglich sind. Die exklusiven Panorama-Rundumblicke dort oben schlagen jegliches TV-Programm (das wir mangels mitgeführten Fernsehers freilich ohnehin nicht empfangen könnten). [2]

Sonnenuntergang bei Erfurt

Während unserer naturnahen Urlaube verzichten wir ganz bewußt auf das, was gemeinhin als selbstverständlich empfunden wird. So haben wir z.B. kein Autoradio und auch ansonsten nur das Allernötigste an Bord: Eine Kunststoffbox mit diversen Küchenutensilien, eine weitere mit Waschzeug, eine Nylon-Tasche mit Wäsche und einigen wenigen Wechsel-Klamotten. Und natürlich die heimischen Federbetten, die die zur Liegefläche umgelegten Hinterbänke zum kommoden »Feldbett« umwandeln (unter dem dann noch zwei Kanister mit je zehn Litern Brauchwasser und eine Kühltasche stehen). Mehr braucht es nicht, tatsächlich vermissen wir auch nichts.

Morgens am Rapsfeld

Unser »rollendes Ei« ist ein wahres Raumwunder, zwei Erwachsene können bequem darin wohnen und schlafen. Gründlich gewaschen wird sich am Abend, wenn die untertags an sonnenbeschienener Stelle plazierte Flasche mit dem Waschwasser noch angenehm warm ist. Dann wird noch ein bißchen gelesen und bei Sternenblick durch das Glasdach der Tag beschlossen. Am nächsten Morgen wachen wir zuweilen in der Gesellschaft von Hase und Igel auf (die wir der von Hinz und Kunz jederzeit vorziehen). Nach dem Bettenmachen gibt’s dann erstmal Frühstück!

Das rollende Hotel

Selbstredend achten wir darauf, mit unserem Vehikel weder die vorhandenen Wirtschaftswege zu verlassen noch einem eventuellen Forstverkehr im nämlichen zu stehen. Es bedarf ferner keiner besonderen Erwähnung, daß wir außer organisch abbaubaren Stoffen keinerlei Abfälle in der Landschaft zurücklassen…

Ein solcher Urlaub mag vielen als (zu) spartanisch erscheinen, aber uns gefällt das ungebundene Herumvagabundieren auf Zeit. Zur Nachahmung wärmstens empfohlen!

 
[1] Der zonebattler hat aus beruflichen Gründen schon unzählige Nächte in Hotels (fast) aller Kategorien verbracht und weiß daher, daß der wahre Luxus nicht aus fünf Sternen im Reiseführer, sondern aus fünfzigtausend sichtbaren Gestirnen am Himmelsrund besteht…

[2] Die einzige jederzeit mitgeführte »HiTech-Ausrüstung« besteht (neben der unverzichtbaren Digitalkamera) im handlichen Duo aus Handy und Palm-Organizer, mit dem ich alle paar Tage meine Mails abrufe. Den Abwesenheitsvermerk habe ich nach dem Aufwachen in blühender Landschaft mit jenem Geräte-Gespann abgesetzt.

  1. llork  •  15. Mai. 2006, 9:46 Uhr

    … seufz …

    Welcome back.

    Ich kenne das Gefühl der vollkommenen Freiheit und alles hinter sich zu lassen. Allerdings bisschen umfangreicher ausgestattet. Wir, meine Frau, meine Kinder (6 und 2) und ich haben ein altes aber gemütliches Womo.

    Auch wir bevorzugen es uns, an schönen – meist einsamen – Plätzen nieder zu lassen, den Allteag ab zu streifen und das Leben und uns zu geniesen.

    Fernsehen muss daheim schon nicht sein und somit haben wir auch mobil keinen Fernseher dabei der uns auch noch den letzten Unfall am Ende der Welt in farbigen Bildern schickt.

    Das mit den 5-Sternen kann ich nur bestätigen. Die Kinder geniesen jede Minute und bevorzugen das Herumtollen mit dem Papa, der sonst viiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiel zu wenig Zeit hat.

    Warum der Titel »Seufz«? Weil wir im Moment bauen und uns einfach die Zeit fehlt unser Womo zu geniesen.

    #1 

  2. anette  •  7. Mrz. 2015, 3:50 Uhr

    sehr sehr, sehrsehr sehr, sehr, sehr schön!

    am allerschönsten die gestirne anstatt der wieviel auch immer sterne…

    ich hoffe, bei uns rollt auch bald wieder der t3

    lg anette

    #2 

  3. zonebattler  •  7. Mrz. 2015, 7:16 Uhr

    Vielen, vielen Dank!

    Gruß aus der Südstadt,
    Ralph

    #3 

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