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zonebattler's homezone 2.1 - Merkwürdiges aus Fürth und der Welt


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Elchtest

Ich komme gerade vom Einkaufen in der Nachbarschaft zurück, mit einer Tasche voller Lebensmittel und einer Kamera voll weitgehend ungenießbarer Motive:

Nerz-Imitatkissen

Man möge mich berichtigen, wenn ich hier daneben liege: Ein »Nerz-Imitatkissen« ist nach meinem Dafürhalten ein aus echtem Fell bestehendes Ding, welches aussieht wie ein Kissen und frech vorgibt, auch ein solches zu sein. Der edle Pelz kaschiert also die Attrappe, über deren eigentlichen Verwendungszweck sich das Etikett leider ausschweigt. Schade, ich hätte schon ganz gerne gewußt, warum man arme Tierchen killt, um aus deren Haut funktionslose Imitationen von irgendwas anzufertigen…

Gleich nebendran hingen freilich noch rätselhaftere Teile:

Elch-Hausschuhe

Also rein sprachlich haben wir hier zwei Möglichkeiten: Entweder handelt es sich bei »Elch-Hausschuhen« um aus Elchen (bzw. deren Schwarte) gefertigte Schlappen für den braven Biedermann oder aber um Schuhwerk für den nordischen Vierbeiner selbst. Letzteres erschiene mir als verwegene Annahme, denn erstens käme ein Elch als Kunde ob seines ausladenden Geweihs ja gar nicht durch des Discounters Eingangstüre, zweitens sind pro Set nur zwei Schuhe enthalten, was dem Elch nicht genügen würde, er bräuchte logischerweise deren vier. Mal von der unwürdigen Maskerade ganz abgesehen, denn welcher Mensch würde sich Pantoffeln mit Kindergesichtern drauf anziehen? Obwohl, die Leute sind heutzutage zu allem fähig, namentlich die prekären solchen.

Also wohl doch eher Fußschoner für zweibeinige Primaten. Aber dann stimmt die Materialbezeichnung nicht, denn die Teile bestehen eindeutig keineswegs aus Elchpartikeln, sondern aus Plüsch-Wolle oder Woll-Plüsche oder wie immer das Zeugs heißen mag. Handelt es sich also am Ende um »Elch-Imitathausschuhe« oder gar um »Elchimitat-Hausschuhe«? Herrje! Geht denn seitens der Behörden niemand gegen diese verbale Verarschung der verwirrten Verbraucherschaft an?

  1. RJWeb  •  16. Dez. 2006, 9:41 Uhr

    Was mich viel mehr verwirrt …

    … sind die Untertitel : Während »Edler Webpelz in Nerzoptik« einen daran verzweifeln lässt, was ein edler Webpelz ausgerechnet in der Optik eines Nerzes zu suchen hat (Tierquälerei, das arme Tierchen sieht dann ja nichts mehr !), schlägt »Für warme Füße« dem Fass direkt den Boden ins Gesicht : SInd diese Elch-Hausschuhe denn wirklich so empfindlich, dass man sie nicht auch an kalten Füßen tragen darf ???

    #1 

  2. pathologe  •  16. Dez. 2006, 11:07 Uhr

    Spätestens an den Elch-Hausschuhen erkennt man den geschickten Marketingstrategen. Denn er weiß, dass Elche vier Schuhe benötigen und daher immer zwei Päckchen kaufen müssen.

    Allerdings muss unser Marketingstratege in seiner Abschlussklasse notenmäßig wohl eher im hinteren Fünftel angesiedelt gewesen sein, denn in unseren Breitengraden ist die Zahl der potentiellen Käufer äußerst gering. Ähnlich etwa wie die der Kühlschrankkäufer am Südpol.

    Und wer ist Imi? Tat sie wirklich küssen? Ist das kein Schnerz? Wer macht nur solch viele Rechtschreibfehler in einen Satz? Und vergisst Wortzwischenräume?

    #2 

  3. Etosha  •  17. Dez. 2006, 22:07 Uhr

    An Spitzfindigkeit stehen wir beiden einander in nichts nach. Hihi, gefällt mir!

    Seit mein Ex mal versehentlich das Wort ‚Kunstlederimitat‘ von sich gab, ist das bei mir und meinen Lieb-Lustigen der Running Gag für Imitate aller Art.

    Das Kissenimitat ist ja vielleicht zum Überziehen an den Füßen geeignet, wenn es schon nicht für den Kissenzweck herhalten kann. Und was die Leute sich sonst noch alles über die Füße ziehen, kannst du dort gucken: blog.prototype-b.net/2006/04/16/happy-easter/
    (Der mittlere Cartoon ist der von mir gemeinte.)

    #3 

  4. zonebattler  •  18. Dez. 2006, 6:49 Uhr

    Kunstlederimitat!

    Welch‘ prächtige Bereicherung meines Wortschatzes! Vielen Dank für diesen wunderschönen Terminus, der einen Ehrenplatz in meinem Gedächtnis kriegt…

    Der Cartoon mit dem Osterhasen ist ja voll krass (man sieht, der zonebattler beherrscht die Sprache der Jugend). Immerhin liefe ein Osterelch schon ob seiner lichten Höhe kaum Gefahr, versehentlich als Hausschlappen mißbraucht zu werden!

    #4 

  5. Etosha  •  18. Dez. 2006, 15:07 Uhr

    Und auch als Kissen würde er sich nicht eignen. Selbst wenn das Geweih mit Nerz bespannt wäre. So ein Elch hat’s nicht schlecht.

    #5 

  6. hierköln  •  18. Dez. 2006, 20:58 Uhr

    Hier irrt der allerwerteste zonebattler!

    Denn keinesfalls wird hier beim Nerz-Imitatkissen ein Kissen imitiert, denn dies wäre konsequenterweise ein Nerz-Kissenimitat. Es ist schon der Nerz gemeint, der hier imitiert wird. Fragt sich, wer sich für so etwas hergibt. Vielleicht ein Elch mit kalten Füßen, dem etwas abhanden gekommen ist ? Als Kissen hat man es da sicherlich wärmer denn als barfüßiger schlappenloser Elch – und elchmäßig weiß ich, wovon ich rede !!! Allerdings wird schon der Versuch, einen Nerz zu imitieren, auch dem tranigsten Lappen bzw. Samen auffallen, denn der Größenunterschied ist – nicht nur hinsichtlich der Schuhgröße – beachtlich !!!

    #6 

  7. RJWeb  •  18. Dez. 2006, 21:19 Uhr

    Der ganze Vorgang …

    … erinnert mich jetzt doch an Ulrich Roski’s Lied vom »Lazy Man« :

    Und der Elch sprach : »Gott zum Gruß !«
    Und stand dabei auf Danny’s Fuß

    Und Dan sprach :
    »Mein Vater, ist’s möglich,
    so gehe dieser Elch von mir !«

    #7 

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