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zonebattler's homezone 2.1 - Merkwürdiges aus Fürth und der Welt


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Werkzeugwechsel

Zur Zeit geht es hier etwas ruhiger zu, weil ich hinter den Kulissen mit meinem Handwerkszeug kämpfe. Neulich »erbte« ich von einem freundlichen Nachbarn einen angeblich toten PC, der mit einem 900 MHz-Prozessor und einer 20 GB-Festplatte meinen bisherigen Schleifer klar zu überrunden vermag. Zu meiner Verblüffung war die zum Ausschlachten angelieferte Hardware aber tadellos in Ordnung, einzig die System-Partition der Festplatte war vollständig leer…

Nach dem Neu-Partitionieren und Formatieren der Festplatte war ein Betriebssystem schnell aufgespielt, nach den (selbstverständlich verschollenen) Treibern für Mainboard, On-Board-Sound und separater Grafikkarte mußte ich dagegen eine Weile im Netz fahnden. Aber auch das war zu meistern, und gestern kaufte ich noch en passant für wenig Geld einen kugelagerten CPU-Lüfter, der aus einem blechernen Radaubruder im Handumdrehen einen flüsterleisen Wohnzimmer-PC machte. Mir unverständlich, warum selbst renommierte Hersteller da an Cent-Beträgen sparen und den Besitzer ohne Not die Ohren vollwummern.

Leider kamen dem zonebattler und seiner besseren Hälfte angesichts des neuen alten PCs Tränen nicht nur der Freude in die Augen: Der liebe Herr Vorbesitzer obliegt dem Laster des Tabakrauchens und macht auch vor aromatisierten Räucherstäbchen und ätherischen Ölen nicht halt. Meine Hoffnung, daß sich die dem Netzteil entströmende Abluft dank meiner gründlichen Geräte-Innenreinigung mit Pinsel und Staubsauger bald normalisieren würde, war rasch verflogen (im Gegensatz zur im Wortsinne reizenden Atmosphäre).

Da blieb mir heute nach Feierabend nur eine Alternative: In vierstündiger Arbeit zerlegte ich den Rechenknecht bis zur letzten Schraube und reinigte alles feucht bis triefnaß: Chassis und Gehäuseteile in der Badewanne, Mainboard, Netzteil, Laufwerke, Kabel etc. mit Lappen, Pinsel, Wattestäbchen und was es dergleichen mehr gibt. Alles übrigens nicht zur Nachahmung empfohlen, wenn eine(r) zwei linke Hände und von elektrischen Gerätschaften wenig Ahnung hat. Danach alles gut abgetrocknet und wieder zusammengebaut, vermutlich weit sorgfältiger als während der ursprünglichen Werksmontage.

Ergebnis des durchaus angenehmen Bastelspaßes: Ein geradezu klinisch reiner Rechner, der nicht mehr stinkt und nicht mehr klingt, jedenfalls nicht unangenehm scheppernd oder heulend. Und das befriedigende Gefühl, nicht nur (der Umwelt zuliebe) nachhaltig gewirtschaftet zu haben, sondern auch feinmotorisch noch absolut mithalten zu können!

Für heute war das mehr als genug. In den nächsten Tagen kommt noch die Software-Migration dran und bis zum Wochenende bin ich wohl durch…

  1. RJWeb  •  28. Feb. 2007, 0:06 Uhr

    Willkommen …

    … im Club der Alt-PC-Überholer und -WiedereInsetzer :-)

    Es grüßen Deinen neuen Wohnungsgenossen aus dem hiesig heimischen und nahezu täglich aktiven Familienbestand :

    – ein unkaputtbarer Toshiba Tecra 8000 mit 300 MHz
    – ein Compaq Deskpro 450 MHz (voll von IDE auf SCSI umgerüstet)
    – ein aus alten EInzelteilen entstandener Minitower mit 650 MHz
    – ein einstmals noch neu erstandener Minitower mit 866 MHz

    Alles treue Burschen im Alter von 5 bis 9 Jahren und noch lange nicht müde, den vier Familienmitgliedern mit PC-Bedarf stets zu Diensten zu sein !

    Das Problem mit dem Zigarettenqualm kenne ich sehr wohl. Es ist unglaublich, wie das Zeug stinken kann, wenn man die guten Stücke aus den meist per eBay erstandenen Paketen befreit. Auf die Idee einer triefnassen Reinigung bin ich bisher allerdings noch nicht verfallen … eine Behandlung mit Staubsauger, feuchtem fusselfreiem Tuch und anschließendem langen Lüften war bisher ausreichend. Aber die alternative Beschichtung mit dem Rauch der Räucherstäbchen und dem Niederschlag ätherischer Öle ist natürlich auch eine ganz besondere Herausforderung.

    Glückwunsch daher zur erfolgreichen Reinigung, und Deinem neuen Rechenknecht noch ein langes, glückliches Leben !

    #1 

  2. RJWeb  •  28. Feb. 2007, 20:53 Uhr

    Was mir dazu noch einfällt …

    … (und ich muss das ja immer gleich loswerden), in einer unserer Nachbarwohnungen lebt und werkelt ein noch nicht ganz so betagter PC, dessen Grafikkarten-Lüfter jedoch aufgrund fortschreitender Lagergicht seit Jahr und Tag ein deutliches akustisches Signal der Verzweiflung aussendet.

    Jetzt liegt bei mir schon seit Monaten ein kugelgelagerter Ersatzlüfter bereit, den ich diesen lieben Nachbarn zur Ruhestellung gerne schenken würde, allein die Dame des Hauses (bzw. der Wohnung) wünscht nicht, dass der Herr des Hauses (bzw. der Wohnung) das Computerbasteln anfängt, und nimmt lieber mit dem für meine Ohren sehr nervigen Geräusch vorlieb.

    Für meinen einen nicht ganz nachvollziehbare Prioritäten, aber suum cuique, wie der Lateiner sagt !

    #2 

  3. zonebattler  •  28. Feb. 2007, 22:46 Uhr

    Nachdem Du mir gegenüber…

    …immer als recht schwerhörig erschienst, muß es sich bei den angesprochenen Wohnungen wohl um recht hellhörige solche handeln…

    #3 

  4. RJWeb  •  28. Feb. 2007, 22:52 Uhr

    Das nicht …

    … aber man besucht sich ja auch mal gegenseitig.

    In der Tat, das tut man unter Nachbarn nicht nur in Fürth ;-)

    #4 

  5. Hory  •  1. Mrz. 2007, 0:33 Uhr

    Alles schön und gut, aber bei den Festplatten sollte man aufpassen, das ist wegen der eigenen Daten das einzige Teil was an einem Computer etwas wert ist.

    Hier werkelt übrigens ne IBM 8,4GB an einem AMD 1600+, den ganzen PC hab ich vor über zwei Jahren (!) vom Sperrmüll geholt und die defekte Platte mit meiner alten ersetzt…

    Will gar nicht wissen, wie viele gute PCs auf dem Schrott landen wegen Windoze Fister.

    #5 

  6. zonebattler  •  1. Mrz. 2007, 13:11 Uhr

    Die Festplatte…

    …würde ich auch niemals in den Spüleimer schmeißen. Obwohl deren Innerstes ja hermetisch dicht gekapselt ist! ;-)

    #6 

  7. RJWeb  •  1. Mrz. 2007, 14:03 Uhr

    Es würde trotzdem nicht gut tun …

    … wenn das Druckausgleichselement zwischen Innerstem und Außenwelt Wasser ansaugt ! Das bekäme man selbst mit Ausbacken nicht mehr raus …

    #7 

  8. waltraut  •  1. Mrz. 2007, 14:51 Uhr

    Feuchte Augen

    vor Bewunderung bekomme ich bei so viel technischer und deskriptiver Kompetenz. Ich bring nicht einmal die Brösel aus meiner Tastatur heraus.

    #8 

  9. zonebattler  •  1. Mrz. 2007, 15:14 Uhr

    Auch bei Keyboards…

    …bin ich ein kompromißloser Verfechter feuchtfröhlicher Gründlichkeit ! ;-)

    #9 

  10. Holger  •  2. Mrz. 2007, 12:41 Uhr

    Das kann ich noch unterbieten…

    denn ich habe vor ein paar Tagen ein IBM Thinkpad 380E für ganze 20 Euronen erstanden. Ausgerüstet mit einem 800×600 Display, einer 150MHz MMX CPU, 80MB RAM und 6 GB Festplatte. Ein echter Bolide. :-)
    Darauf läuft ein extrem abgespecktes Win98 (siehe www.litepc.com), daß <180MB auf der Festplatte belegt und nach dem Starten gerade einmal 20MB RAM für sich selbst beansprucht. Beide Werte lassen sich bestimmt mit etwas »Feintuning« noch weiter runter drehen…dazu hab ich im Moment aber keine Zeit. Zusammen mit einer für 5 Euro erworbenen Routenplaner/Landkarten Software (okay, ist nicht ganz aktuell, aber ausreichend, denke ich), einem Kabel von einer alten seriellen Maus, etwas Lötzinn und dem eh schon vorhandenen GPS Handgerät ergibt das den perfekten Straßenatlas fürs Auto. ;-)
    Oder man packt sich ein kleines Linux drauf…man kann mit »uralter« Hardware viel mehr machen, als die meisten sich vorstellen können. :-)

    #10 

  11. RJWeb  •  2. Mrz. 2007, 22:46 Uhr

    Zur Motivation …

    … unseres zonebattlers könnten die werten LeserInnen dieser Seiten vielleicht auch ein paar eigene Erlebnisse bei der Restauration älterer PCs beisteuern ?

    Da wäre z.B. die ca. 5 Jahre alte Maxtor 40GB Festplatte, die sich wunderbar formatieren ließ, danach keinen einzigen defekten Sektor zeigte, jedoch nach dem mühsamen Kopieren des Inhalts der Vorgänger-Festplatte (samt Ringelpiez-Umbenennen der Microsoft-Folder, damit auch die Folderkurznamen MICROS~1, MICROS~2 und MICROS~3 sowie WINDOW~1 und WINDOW~2 wieder richtig zugeordnet sind und mit der Registrierung keinen Ärger mehr machen) erst so richtig warmgelaufen war und nach dieser stundenlangen Arbeit anfing, den Inhalt eines Sektors nach dem Anderen bitweise genüsslich zu fressen … nur um nach dem Abkühlen auf den nächsten Dummen zu warten, der meint sie wäre noch verwendbar und auf ihr eine Installation aufsetzt.

    Oder das in scheinbaren Ehren ergraute CD-Rom-Laufwerk, das sich als Ureinwohner des PCs mit einem reingeschmeckten DVD-Brenner die IDE-Schnittstelle teilen sollte und einen Jux daraus machte, gegen Ende eines jeden DVD-Brennvorgangs auf die IDE-Schnittstelle zu spucken und damit die fast fertig gebrannte DVD zur Unbrauchbarkeit zu verdammen … sehr hinterhältig, das !

    So, wer hat noch eine herzerfrischende Geschichte ?

    #11 

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