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zonebattler's homezone 2.1 - Merkwürdiges aus Fürth und der Welt


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Ordnung ist das ganze Leben

Der zonebattler ist im Kopf ein bestens durchorganisierter Ordnungsfanatiker, in der Praxis freilich mitunter zu faul, seine genialen Ideen und Konzepte auch konsequent in die Praxis umzusetzen. Das verrät er natürlich nicht jedem (schon um seine einschlägige Reputation nicht zu gefährden) und bittet daher hiermit seine paar LeserInnen um vertraulich-verschwiegene Mitwisserschaft…

Guten Gewissens drückt sich ums Aufräumen und Entrümpeln der eigenen Sphäre herum, wer faul vor dem Bildschirm hockt und eifrig studiert, wie andere ihr Leben (oder das ihrer Angehörigen) in geordnete Bahnen lenken bzw. zurückführen. Manchmal gibt es ja ganz simple Optimierungs-Tricks [1], auf die man selbst nicht so ohne weiteres gekommen wäre!

Eine wahre Fundgrube für derlei pragmatische Ratschläge ist die blogmäßig aufgemachte Website unclutterer.com : Die Themenvielfalt ist bemerkenswert, nicht minder erfreulich ist das Niveau der Kommentare aus der Leserschaft. Wenn man nach der Lektüre die eine oder andere Erkenntnis [2] in den eigenen Alltag transferieren [3] kann, dann ist das doch schon etwas gewonnen!

 
[1] z.B. den, nur weißes Geschirr zu kaufen, dafür aber lauter verschiedene Gläser, was Abwechslung bei Tische schafft, jedoch im Fall der Fälle umstandlos zu ersetzen ist: Spart Geld, spart Mühe, spart Platz!

[2] z.B. die, daß es für einen Englisch-Kurs nie zu spät ist…

[3] Bitte mir das Fremdwort nachzusehen, ich wollte nicht nochmal »umsetzen« schreiben, mir ist aber en passant kein originär germanisches Synonym eingefallen.

  1. Etosha  •  4. Nov. 2007, 13:27 Uhr

    ad [3]: übernehmen?

    #1 

  2. zonebattler  •  4. Nov. 2007, 14:24 Uhr

    Ähem, ja (ans Hirn klatsch)!

    #2 

  3. Lexikaliker  •  4. Nov. 2007, 15:35 Uhr

    Auch ich …

    … zähle mich zu denen, die sowohl Ordnung zu schätzen als auch Prioritäten zu setzen wissen und sich daher durch die unaufgeräumte Wohnung nicht davon abhalten lassen, u. a. bei Unclutterer nach dem letzten Kniff zu suchen und sich anschließend ordnungsoptimierend einer der für ein ungeübtes Auge aufgeräumt wirkenden Ecken zu widmen.

    So habe ich z. B. gerade meine für Bastel- und andere Zwecke benötigten Klebstoffvorräte umorganisiert, auch wenn sie bisher schon recht gut greifbar waren und zudem so verstaut sind, daß sie ein Besucher nie zu Gesicht bekommt. Ein in diesen Dingen Unkundiger jedoch hätte die dringende Notwendigkeit für diese längst überfällige Aktion nie erkannt und sich stattdessen leicht vom Berg der zu bügelnden Wäsche und dem des schmutzigen Geschirrs ablenken lassen.

    Zu [3]: verwirklichen.

    #3 

  4. zonebattler  •  4. Nov. 2007, 21:05 Uhr

    An meine Brust…

    …o Du mein Bruder im Geiste! Der zonebattler geht sogar noch einen Schritt weiter, indem er die ohnehin schon glasklare virtuelle Ordner-Struktur auf seines Rechners Festplatte zielstrebig einer referentiellen 100%-Perfektion entgegenführt, während um ihn herum in der realen Welt noch mindestens vier papierene Geschäftsbriefe ihrer Lochung und Ablegung in leibhaftige Kladden harren! ;-)

    #4 

  5. h4lfh0nk  •  4. Nov. 2007, 22:27 Uhr

    Prokrastination

    Ich höre gerade von Max Goldt das Hörbuch QQ, darin gibt er die kurze Geschichte »Prokrastination und Prekariat« zum besten. Ich musste mich gleich fragen ob ich mich als Prokrastinierer einstufen könnte, oder doch nur als faul?
    Denn wenn ich doch mal das Aufräumen in Angriff nehme habe ich auch ein gewissen Anspruch an das Ergebnis. Ich vermute weiß das das Geheimnis einer guten Ordnung eher eine gewisse Grundorganisation ist – nur die aufzubauen ist auch eine Lebensaufgabe ?!Da hilft der ‚unclutterer‘ aber bestimmt ein wenig dabei.

    #5 

  6. zonebattler  •  5. Nov. 2007, 9:15 Uhr

    Du bringst es auf den Punkt!

    Schwierig ist wohl in der Tat nicht das Aufrechterhalten einer vorhandenen Grundordung (der Aufwand dafür ist meist marginal und geht im Grundrauschen unter), sonder die initiale Herstellung einer solchen [1]. Im Grunde gilt es, die von außen in die eigene Sphäre eindringenden »Störungen« (Briefe, Reklame, Anrufe, Mails, Funde, Käufe, Vorfälle, …) baldmöglichst und nach Möglichkeit abschließend zu behandeln, also idealerweise nur ein einziges Mal »in die Hand zu nehmen«. Also zum Exempel die leidige Geschäftspost (Arztrechnungen, Versicherungsschreiben, Anfragen) nicht erst auf den einen Haufen zu legen (und später womöglich auf einen anderen umzuschichten), sondern durch unverzügliche Abarbeitung eine Haufenbildung schon im Keime zu ersticken! Der Aufwand dafür ist ja meist kaum nennenswert, eine Überweisung ist in zwei Minuten erledigt, das Abheften der Rechnung in einer. Aber wenn erstmal 20 eigentlich »mit links« zu erledigende Aufgaben akkumuliert auf dem Schreibtisch liegen (und beim Lüften durch das Zimmer geweht und über die Stube verteilt werden), dann kann einen die Unlust an der immer größer werdenden Herausforderung bis zur völligen Handlungsunfähigkeit lähmen!

    Mein Tipp dazu: Heute damit anfangen, den Stapel des Unerledigten nicht (noch) größer werden zu lassen. Sollte im Schnitt nicht mehr als eine Viertelstunde kosten. Dann täglich zusätzlich noch ein paar überschaubare Minuten mit dem bergmännschen Abbau der Altlasten-Halde verbringen. So kommt langsam, aber sicher Ordnung in die Bude (und in die Birne)! Und zum Faulsein bleibt immer noch genug Freizeit übrig… ;-)

     
    [1] Überzogene Qualitäts-Ansprüche wirken dabei durchaus paralysierend und verschlimmern eher die Situation: Wer aber mit 20% Aufwand 80% Perfektion erreicht, ist besser dran als einer, der ewig über ein optimales Ordnungssystem nachdenkt und bis zum ultimativen Geistesblitz alles liegen und schleifen läßt…

    #6 

  7. Etosha  •  5. Nov. 2007, 14:00 Uhr

    Ich plädiere für ‚vorsortierte Stapelbildung‘, was sich konkret in einem Ablagefach mit ein paar verschiedenfarbigen Trennblättern für die am häufigsten vorkommenden Ordnergruppen verwirklichen lässt.

    Für 5 unterschiedliche Rechnungen aus verschiedenen Wochen nimmst du nach deiner Methode den Ordner
    – fünf Mal aus dem Regal,
    – schlägst ihn ebensooft an der richtigen Stelle auf,
    – lochst fünf Mal und
    – legst fünf Mal ab.

    Bei meiner vorsortierten Methode werden die 5 Rechnungen zwar
    – einzeln zwischen die Trennblätter geschoben, aber später
    – gemeinsam mit einem einzigen Handgriff gelocht, und
    – mit je einem weiteren der Ordner genommen,
    – aufgeschlagen und
    – das Zeug abgelegt.

    Bei diesem Beispiel erspare ich mir im Vergleich zu dir nach Adam Riese 11(!) Handgriffe.

    Gruß vom Buchhalterhirn aus dem wohlorganisierten NÖ. ;)

    #7 

  8. zonebattler  •  5. Nov. 2007, 15:04 Uhr

    Grundsätzlich…

    …hättest du ja durchaus recht, wenn da nicht die Sache mit dem »inneren Schweinehund« wäre: Der Zeitpunkt der von Dir vorgeschlagenen kollektiven und effizienten Weiterbearbeitung ist nämlich nicht genau definiert und damit den eigenen Launen und Grillen unterworfen! Und da besteht dann doch wieder die Gefahr, daß man so lange fünfe gerade sein läßt, bis daraus 20 geworden sind und dann wieder die Lähmung vor der schieren Menge einsetzt…

    Jeder muß da sein/ihr eigenes Patent-Rezept finden, denke ich. Mach eine(r) hat von Haus aus mehr Selbstdisziplin, andere müssen sich selbst ein bißchen austricksen! ;-)

    #8 

  9. Etosha  •  5. Nov. 2007, 19:33 Uhr

    Ok, zugegeben, auch bei mir sind es seltener fünf denn eher fünfundzwanzig Zettelwische, die ich dann auf einmal bearbeiten muss. Je Kategorie, versteht sich.

    #9 

  10. zonebattler  •  5. Nov. 2007, 20:26 Uhr

    Da haben wir’s!

    Wenn ich mit dem Bearbeiten von Rechnungen (Prüfen, Bezahlen, Abheften) warten würde, bis ihrer 25 zusammengekommen sind, hätte ich wegen der ersten 17 schon den Gerichtsvollzieher auf der Schwelle stehen! ;-)

    #10 

  11. Etosha  •  6. Nov. 2007, 8:01 Uhr

    *g* Bezahlen solltest du sie schon, bevor du sie ablegst – und das gilt für jede Ordnungsstrategie. ;)

    #11 

  12. zonebattler  •  6. Nov. 2007, 8:10 Uhr

    Siehst Du wohl!

    Na, wenn ich eine frisch hereingekommene Rechnung zum (Online-)Bezahlen schon in die Hand genommen habe, dann kann ich sie danach auch gleich in die endgültige Ablage überführen statt in einen zwischengeschalteten Temporär-Cache, oder? ;-)

    #12 

  13. zonebattler  •  6. Nov. 2007, 8:36 Uhr

    Als Service für unsere muttersprachlichen Messies…

    …schieben wir noch einen Hinweis auf www.simplify.de hinterher: Wer immer von wem zuweilen abschreibt sei mal dahingestellt, denn ein guter Rat bleibt ein guter Rat, egal welcher Quelle er originär entsprungen ist…

    #13 

  14. Lexikaliker  •  6. Nov. 2007, 9:03 Uhr

    Leider habe …

    … ich keine Zeit, die ganzen Tipps zum Zeitmanagement durchzuschauen, da ich meine ganzen gesammelten Entrümpelungstipps erst einmal entrümpeln muss. Dadurch kriege ich es auch nicht geregelt, das Buch »Wie ich die Dinge geregelt kriege« zu lesen, aber das kann ich mir ja auf die Aufgabenliste schreiben. (Wenn ich doch nur wüsste, wo die Aufgabenliste ist. Ist sie in einer der Hängemappe mit Fröschen, der Jurismappe, dem Schnellhefter oder dem Eckspanner? Nach Registern in welcher Farbe muss ich schauen? Oder habe ich vielleicht sogar mal eine separate Aufgabenliste für Bücher angelegt?). Im Moment jedoch bleibt erst einmal alles liegen, da ich klären muss, ob ich die noch nicht beglichene Rechnung vom Büromittel-Versender wirklich in die unbezahlte Kunststoffablage legen darf.

    #14 

  15. zonebattler  •  6. Nov. 2007, 9:23 Uhr

    Jede Wette…

    …daß Du alter Druckbleistiftsammler noch nicht mal verbindlich für Dich selbst geklärt hast, wie und mit welchem Griffel Du Deine zahlreichen Mappen, Hefter und Spanner letztendlich beschriften solltest: So geht ja nun erstmal noch jede Menge Zeit zum Suchen der richtigen, jedoch ungekennzeichneten Kladde drauf!

    #15 

  16. Lexikaliker  •  6. Nov. 2007, 10:18 Uhr

    Stimmt!

    Ich kann doch nicht einfach mit dem Beschriften anfangen, ohne vorher meinen Druckbleistift-, Minen- und Radierervorrat gründlich durchorganisiert, geprüft und die für die unterschiedlichen Zwecke am besten geeigneten Kombinationen gefunden zu haben ;-) Außerdem bin ich vor kurzem in die äußerst interessante Welt der Farbminen eingetaucht, und bis ich da wieder herauskomme …

    Aber Spaß beiseite und zurück zu einem der obigen Punkte: Überzogene und damit unrealistische Ansprüche an die Qualität können nicht nur lähmen, sondern auch zerstören, wie es Wolfgang Schmidtbauer in »Alles oder nichts. Über die Destruktivität von Idealen« beschreibt. Auch bei Ordnungssystemen gilt oft »Weniger ist mehr«, und so ist es nicht selten sehr ratsam, bei »Gut genug« das Ziel als erreicht zu betrachten und sich dabei vielleicht auch mal mit 60 statt 100 Prozent zufrieden zu geben. Recht interessant in diesem Zusammenhang ist der unter Haiku Productivity: The Fine Art of Limiting Yourself to the Essentials beschriebene Ansatz, bei dem man sich bei allem, was man tut, Grenzen auferlegt (und sei es auch nur mit dem Gedanken an das eine von Parkinsons Gesetzen, wonach sich Arbeit genau in dem Maß ausdehnt, wie Zeit für ihre Erledigung zur Verfügung steht). Das darin erwähnte und vom zonebattler bereits an anderer Stelle angesprochene Pareto-Prinzip kann zusätzlich helfen, Dinge zu einem befriedigenden Abschluss zu bringen.

    #16 

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