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zonebattler's homezone 2.1 - Merkwürdiges aus Fürth und der Welt


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Essentielles

Des zonebattler’s Hirn und seine wasserführenden Gefäße [1] sind hin und wieder der Entkalkung bedürftig, zu welchem Behufe verdünnte Essig-Essenz preiswerte und gründliche Dienste leistet. Da die konzentrierte Säure sparsam dosiert werden kann, braucht in der Regel selbst ein altgedienter Beamter nur alle Jubeljahre zu einer neuen Pulle zu greifen. Dieser Tage war es wieder soweit, der Autor erwarb im Supermarkt eine neue Flasche und war daheim baß erstaunt über die irgendwann klammheimlich durchgeführte Modernisierung der Etiketten:

Surig Essig Essenz alt (links) und neu (rechts)
 
Großfassung 1024 x 768 Pixel

Bemerkenswert erscheint nicht nur die Umstellung auf zeitgemäß-dynamischere Schriftarten [2], sondern vor allem die detailgetreue Nachstellung des fotografierten Stilllebens: Die vitaminreiche Szenerie ist im neuen Etikettenbild exakt genauso arrangiert wie im alten! Wollte der Seniorchef der Firma Surig das genauso haben und wäre er andernfalls sauer geworden? [3] War der/die zuständige Grafiker(in) /Layouter (in) / Fotograf(in) nur zu faul zur kompletten Runderneuerung oder kann man das nach allen Regeln der Kunst ausgeklügelte Szenario schlechterdings nicht mehr verbessern? Liegt ihm gar ein altmeisterliches Vorbild zugrunde? Wir wissen es leider nicht und werden es wohl auch nie erfahren… Einem Ästheten wie dem zonebattler stößt derart ungestillte Neugier natürlich ziemlich sauer auf!

 
[1] die im Haushalt, nicht die im Leibe.

[2] wozu sich die Fachleute Burgblickfräulein und Lexikaliker hier gerne näher äußern und erschöpfend auslassen mögen…

[3] womöglich noch saurer als sein 25%iges Erfolgsprodukt!

  1. boomerang  •  4. Feb. 2008, 20:27 Uhr

    »Mit dem sanften Relaunch des Etiketten-Designs soll die Marke Surig einer neuen, augeschlosseneren Zielgruppe schmackhaft gemacht werden, ohne aber die Stammkunden zu verstören. Die Gratwanderung zwischen neuem erfrischenden Design und den traditionellen Key-Visuals ist hiermit perfekt gelungen und wird in den Regalen der Supermärkte für frischen Wind sorgen.«
    Aus der Presseaussendung der Firma Surig.

    #1 

  2. Lexikaliker  •  4. Feb. 2008, 20:34 Uhr

    Eine sehr …

    … interessante Gegenüberstellung, die eine detallierte Betrachtung verdient. Ganz spontan ist mir jedoch noch etwas anderes aufgefallen: Während man bei zahlreichen Produkten früher ortografisch korrekt mit, später jedoch (und auch nach neuer Rechtschreibung inkorrekt) ohne Bindestrich geschrieben hat, ist es hier genau umgekehrt. Mal eine Abwechslung und – wie ich finde – löblich.
    Was die Schriften angeht, so gehe ich davon aus, daß der alte Firmenname in der »Eurostile« von Aldo Novarese aus dem Jahr 1962 ausgeführt wurde.

    #2 

  3. boomerang  •  4. Feb. 2008, 20:39 Uhr

    Gut gesehen.
    Es gibt eh schon genug Wurst Aufstriche und Früchte Müslis.

    #3 

  4. Lexikaliker  •  4. Feb. 2008, 20:47 Uhr

    Mein Favorit …

    … in diesem Zusammenhang ist jedoch »Totes Meer Salz«. Mit diesem Ungetüm kann man anstellen, was man will – selbst das Durchkoppeln macht es nicht besser.

    #4 

  5. boomerang  •  4. Feb. 2008, 21:05 Uhr

    »Salz aus dem Toten Meer« ist ein wenig länger,
    aber es umschifft – wie ich meine – die Fahrwasser
    der Koppelungen recht anständig.
    Wobei ich zugeben muss, dass diese Schreibweise
    auf einem Schächtelchen – oder in dem Fall wird
    wohl ein edles Glas oder Keramikpötchen als
    Behältnis dienen – keinen schlanken Fuß macht.

    Korrekt, was die genaue Bezeichnung betrifft,
    müßte es doch »Totes Meer Meersalz« heißen,
    denn das Tote Meer wird dem Meersalz zwar
    wurscht sein, aber da es ja ein Meersalz und
    nicht irgendein verunreinigtes Natriumchlorid.
    Atlantik-Meersalz verzichtet ja auch nicht auf
    das »Meer« – obwohl´s der »Atlantik« impliziert,
    dass da ein Meer im Spiel ist. Gut, der ist wieder
    ein Ozean und wir wissen ja, das Ozeane nicht
    so ohne weiteres als Meer bezeichnet werden
    wollen.

    #5 

  6. Burgblickfräulein  •  4. Feb. 2008, 21:16 Uhr

    Ja, lieber Lexikaliker, stimmt! – und der Produktname aus der Stempel’schen Kabel fett von Rudolf Koch aus dem Jahre 1929…. ;-)

    Im übrigen finde ich, dass die Zutaten auf dem alten Foto weitaus frischer wirken als auf dem neuen und auch das gesamte Arrangement eher an Ausstrahlung verloren hat. Wenn das mal die Verkaufszahlen nicht negativ beeinflusst….

    #6 

  7. Lexikaliker  •  4. Feb. 2008, 21:20 Uhr

    Danke, …

    … liebes Burgblickfräulein, für die »Kabel fett« – der Font kam mir bekannt vor, doch mir wollte sein Name partout nicht einfallen.
    Es stimmt: Der zweite Blick zeigt tatsächlich, daß die neuen Zutaten nicht mehr ganz so frisch aussehen. Es wirkt fast so, als läge ein dünner grauner Schleier darüber, aber vielleicht sorgen auch der blasse Hintergrund und der ebensolche Rand für diesen Eindruck.

    #7 

  8. Burgblickfräulein  •  5. Feb. 2008, 21:25 Uhr

    Da haben wir den Salat!

    Wahrscheinlich ist dieses Gefühl einfach dem EU-genormt quadratisch gewachsenen Blätterkopf, der schnurgeraden gelblichmatten Einheitsgurke und dem zur kompakten Kugel verkümmerten Lollo Rosso zu danken! Denn in der alten Version setzt der große wuselige hellgrüne Frisee einfach einen so herrlich frischen Kontrast zu dieser sich noch lazsiv gekrümmt räkelnden, glänzend-dunkelgrünen Schlangenfrucht!

    Und da wir jetzt schon am Kniefieseln sind über die wahren Probleme des Seins, muss ich Dir auch noch beichten, dass ich mir mit der Eurostile nicht ganz sicher bin. Bei der streckt das versale R eigentlich sein rechtes Füßchen nicht so stramm und keck nach außen. Aber weil ich auch keine Alternative parat habe, tun wir einfach so, als hätten wir’s nicht bemerkt….

    #8 

  9. Lexikaliker  •  6. Feb. 2008, 14:26 Uhr

    Was die …

    … »Eurostile« angeht, so hast Du vollkommen recht, liebes Burgblickfräulein – ein zweiter Blick, diesmal mit wachem und daher etwas weiter geöffnetem Auge, zeigt mir meinen Irrtum. Das Füßchen des »R« zeigt bei der »Eurostile« nahezu senkrecht nach unten. Ich halte es übrigens auch für denkbar, dass man den Firmen-Schriftzug eigens gestaltet und sich dabei an die »Eurostile« angelehnt hat.

    #9 

  10. zonebattler  •  6. Feb. 2008, 15:27 Uhr

    Heißt der Zug

    …nicht doch eher »Eurostar« ?

    #10 

  11. Frank  •  6. Feb. 2008, 16:31 Uhr

    Da…

    … es in der zweiten Zeile klein weiter geht würde ich hier den Divis
    als einen Trennungs- und nicht als Bindestrich interpretieren.

    #11 

  12. Ruppi 1979  •  6. Feb. 2008, 21:10 Uhr

    Und hier, noch eine ältere Pulle von Surig Essig.

    www.bilder-hochladen.net/files/41rl-4y-jpg-nb.html

    Das Kind von der Kinderschokolade wurde auch heimlich gegen einen neuen Jungen ausgewechselt…. der schaut cooler aus ;-)

    #12 

  13. waltraut  •  6. Feb. 2008, 21:24 Uhr

    @ Ruppi
    Hier der dazugehörige Anti-Kevin-Blog, schon ein wenig veraltet. www.weg-mit-kevin.de/?site=Startseite War da nicht auch mal etwas mit dem Brandt-Zwieback-Kind?

    #13 

  14. waltraut  •  6. Feb. 2008, 21:40 Uhr

    Welche Flasche…

    … ist denn die in der neuen Aufmachung? Das Vergrössern des Bildes hat gezeigt, dass die rechte Flasche noch voll ist, vermutlich also die jüngere ist. Jedoch die Schreibschrift auf dieser Flasche lässt mich an Werbung der Fünfzigerjahre denken. Liege ich da ganz falsch?
    Einen Unterschied im bemerkenswert übereinstimmenden Gemüsearrangement sehe ich übrigens beim Salat. Links würde ich auf Frisée tippen und rechts auf Eichblatt.

    #14 

  15. zonebattler  •  7. Feb. 2008, 9:18 Uhr

    Flaschengeist

    Hallo Waltraut, alle meine Entchen Bildchen tragen erläuternde Titelzeilen, die Du angezeigt bekommst, wenn Du mit dem Mauszeiger (ohne zu klicken) über das jeweilige Foto fährst. Und was Du dann zu sehen kriegst, wird Deine Vermutung bestätigen. Freilich ist auch die linke Flasche nicht älter als ein paar Jahre…

    #15 

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