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zonebattler's homezone 2.1 - Merkwürdiges aus Fürth und der Welt


« Aller Welt Tand geht durch Fürther Land (2) Typologie der Bedürfnisanstalten (2) »

Eine Frage der Ehre

Schön ist ein Doktorenhut wenn man ihn besitzen tut. Doch von ganz besondr’er Güte sind erschwindelt‘ Doktorhüte!

Das beste, was ich zu den aktuellen Angriffen auf den Verteidigungsminister gelesen habe, steht (wieder einmal) in der F.A.Z., und zwar in dem wirklich ausgezeichneten Artikel »Vgl. auch Guttenberg 2009«. Der zonebattler ist zwar nur ein diffuser Diplom-Verwaltungsbetriebswirt, aber wiewohl er diesen seinen akademischen Grad und rechtmäßigen Namensbestandteil in der Regel weder führt noch erwähnt, so legt er doch Wert darauf, seine Diplomarbeit weiland eigenhändig und eigengeistig ver­faßt zu haben. Was anderes wäre ihm (damals wie heute) tatsächlich gar nicht erst in den Sinn gekommen, und zwar nicht nur aus Angst vor der Entdeckung und Schiß vor der Schmach…

  1. Schwägerin  •  24. Feb. 2011, 9:27 Uhr

    Moin,

    im Grunde gebe ich Dir Recht. Aber das Ausschlachten dieses Themas in den Medien geht zu weit. Wir haben ja auch noch andere, wichtigere, Themen und Probleme zu lösen. Etz mou a mol Schluß sei damit. Doktortitel hin oder her – seine Arbeit als Verteidigungminister macht er, meiner Meinung nach, gut. Möchte garnicht wissen was die anderen Volksvertreter für Dreck am Stecken haben – die sind doch alle gleich.

    #1 

  2. Manu  •  24. Feb. 2011, 10:03 Uhr

    Da muss ich »Schwägerin« aber deutlich widersprechen. Natürlich gibt es (wie immer) wichtigere Themen und Probleme zu lösen. Die müssen aber nicht von einem Täuscher und Blender gelöst werden.

    Ich finde, die Medien können ruhig noch ein wenig weiter kratzen: Wie kann es z.B. sein, dass eine solche Arbeit mit summa cum laude bewertet wird? Wird eine Doktorarbeit nicht kontrolliert oder korrekturgelesen? Wird da nur ein Blick auf das Titelblatt geworfen?

    Heute steht in der Zeitung, dass Guttenberg qua Amt auch oberster Chef zweier Bundeswehr-Universitäten ist. Wie sollen die Professoren dort einem Studenten, der beim Abschreiben erwischt wird, die Strafe (bis hin zur Entlassung) schlüssig erklären?

    #2 

  3. zonebattler  •  24. Feb. 2011, 10:06 Uhr

    @Schwägerin:

    So einfach ist das nicht: Wer in derartigem Umfang und vorsätzlich seine Doktor­arbeit aus fremder Leute Schaffen zusammenklebt, beschädigt erstens die Wissen­schaft, ist zweitens als Vorbild in jeder Hinsicht ungeeignet und damit drittens als Minister untragbar. Wenn Du ein Auto klaust und später erwischt wirst, kannst Du dich auch nicht folgenlos herausreden mit »OK, ich habe Mist gebaut, ich sehe es ein, gebe die Karre jetzt halt wieder zurück und Schwamm drüber«…

    Nein, da gibt es keinerlei Spielraum: Der Mann ist beim Doktorspielen erwischt worden und hat nun die Konsequenzen zu ziehen. Die moralische Meßlatte für das Tun und Treiben von Politikern hat er selbst oft genug bei anderen angelegt, nun muß er sie auch auf sich selbst anwenden. Wenn er zu arrogant und abgehoben ist, um das selbst einzusehen, dann hat seine Chefin ihn ohne wenn und aber vor die Tür zu setzen, ob sie nun einen fähigen Ersatzmann in der Hinterhand hat oder nicht. Es geht nicht an, daß ein überführter Lügenbaron so weitermachen kann, als wäre nix geschehen. Was soll man so einem noch glauben? Welches Vertrauen kann man dann überhaupt noch in die Integrität von Volksvertretern setzen, wenn ein solcher Betrug zum Bagatelldelikt kleingeredet wird?

    Und schließlich: Nicht schon wieder Täter zu Opfern umdeuten. Das geht mir auf die Galle…

     
    @Manu:

    Eben. Ich kann als überführter Lügner (noch dazu als einer, der salamitaktischer­weise immer nur das zugegeben hat, was nicht mehr zu leugnen war), kein Amt mehr ausüben, in dem ich als Chef über die Integrität meiner Untergebenen zu richten habe. Schon deshalb wäre es fatal, den schneidigen Vorwärtsverteidiger im Amt zu lassen!

    #3 

  4. Middle.Bros  •  24. Feb. 2011, 13:38 Uhr

    Tach zusammen,

    das sich die Intelektuellen in diesem Land auf den Schlips getreten fühlen leuchtet mir sogar als Prolet ein, doch muß nicht zwischen einem Fehler oder Lüge aus der Ver­gangenheit (also im Vorleben) und der Gegenwart (im Amt) unterschieden werden ?

    Wäre den Zonebattler sein Amt in Gefahr weil jemand auspackt daß er bei der Abi-Arbeit abgeschrieben hat ?

    Natürlich ist die Vorbildfunktion von Gesellschaftsvertretern zu waren, doch der Verfall der Werte hat doch spätestens mit solchen Lackaffen wie Schröder und Co. angefangen.

    Mir kommt dieser Guttenberg-Kindergarten so vor als wenn ein Stürmer beim Fußball in Richtung Tor rennt und im Strafraum gefault wird weil er sonst erfolgreich gewesen wäre.

    Leider ist der Guttenberg durch diese Sache unreversibel beschädigt, das sehe ich natürlich auch so.

    Abartig empfinde ich das widerliche Auftreten der »Richter« von der Opposition, ganz vorne dieser Trittin.

    Was würde der wohl sagen wenn man bei Ihm die Buback-Sohn Verhöhnung ausgraben würde ?

    www.tagesspiegel.de/zeitung/juergen-trittin-der-fremde-im-zug/196354.html

    Fischer hat in Demos mit Steinen auf Polizisten geworfen und wurde zweiter Mann im Staat.

    Ich möchte diese Sachen nicht miteinander aufwiegen oder relativieren, aber ich habe diese ganzen Wendehals – Moralapostel die mit dem Finger auf andere zeigen satt.

    Das ist Polit-Theater welches der normal denkende und arbeitende Mensch nicht mehr nachvollziehen kann.

    Guttenberg ist wegen seiner Truppenbesuche in Afghanistan kritisiert worden. O.k. der Kerner hätte nicht sei müssen aber ich habe den Eindruck dem Volk und der Opposition ist ein Verteidigungsminister der seine Mannen in den Krieg schickt und selber verliebt und halbnackt im Pool turtelt und planscht lieber gewesen.

    Die moralischen Folgen sind enorm, Menschen begehen selber Ungerechtigkeiten und deckeln diese für sich mit der Rechtfertigung die da Oben machen es doch auch nicht anders.

    So kann eine Gesellschaft nicht funktionieren.

    Es stellt sich daher die Frage wer für mehr Moralverfall gesorgt hat. Der schum­melnde Guttenberg wenn nach dem Doktor-Titel kein Hahn gekräht hätte oder der SPD Mann mit der Opposition der darin rumgestichelt hat.

    #4 

  5. Schwägerin  •  24. Feb. 2011, 13:43 Uhr

    Da bin ich ganz Deiner Meinung.

    #5 

  6. zonebattler  •  24. Feb. 2011, 14:16 Uhr

    Ich nicht. Das planmäßige Ausbeuten fremder Leute Werke zum Zwecke der eigenen Promotion hat nix mit »schummeln« zu tun und ist auch nicht mit Abschreiben in der Abi-Arbeit zu vergleichen, das ist ein ganz anderes Kaliber. Und auch der zeitliche Abstand tut nichts zur Sache (das Argument erinnert mich fatal an das »laßt doch die alten Männer in Frieden« in füheren Diskussionen über NS-Kriegsverbrechen): Der Herr von/zu Guttenberg war bei Anfertigung »seiner« Doktorarbeit kein 17-jähriger Schuljunge mehr, sondern ein erwachsener Spitzbube, noch dazu Jurist! Da bleibt als Deutung nichts anderes mehr übrig als vorsätzlicher und »kaltblütiger« Verstoß gegen alle Regeln. So einer soll seine ererbten Ländereien bestellen, aber kein Vorgesetzter von Leuten bleiben, die einen Eid auf die Verfassung abgelegt haben. Daß der Kerl auch noch trotzig von sich selbst und seiner Gefolgschaft zum Durchhalte-Heroen hoch­stilisiert wird, macht die Angelegenheit noch peinlicher und unappetitlicher: Hier verspielt nicht nur einer seine persönliche Reputation, sondern fügt auch noch dem Ansehen unseres Landes und seiner tatsächlichen Leistungselite Schaden zu.

    #6 

  7. Nobody  •  24. Feb. 2011, 14:38 Uhr

    Interessante Diskussion.

    Ich stelle mir hier eigentlich als erstes die Frage, wie moralisch ich selbst bin, bevor ich auf jemanden »draufhaue«. Im Bezug auf Guttenberg steht da erstmal die Frage im Raum, hab ich selbst nie in der Schule / Uni oder sonst einer Prüfung geschummelt. Seine Aussage, dass es nicht mit Absicht, bla, bla, bla passiert ist klammern wir da mal voll aus. Zweifelsfrei nachweisen können wir das nicht und wenn man die Passagen anschaut, so hat er viele zwar nicht wort-wörtlich übernommen, sondern vielmehr, sagen wir leicht modifiziert.

    Zumindest müssen wir ihm lassen, wenn es Absicht war, dann war die Idee gut, aber die Ausführung plump.

    Nun aber zurück. Ich wette das jeder von uns sich mal irgendwie einen kleinen Vorteil durch einen Spickzettel, etc. verschafft hat und wahrscheinlich auch clever genug war sich nicht erwischen zu lassen. Unser Glück ist hierbei nur, dass wir

    1. nicht so im Rampenlicht stehen und
    2. dies wahrscheinlich nicht in einer so bedeutsamen Arbeit gemacht haben.

    Nun mal die Frage im Raum, ist es verwerflich sich einen Vorteil zu verschaffen? Ich finde das nur allzu menschlich. Jeder will doch seinen eigenen Nutzen maximieren. Nicht alle Mittel sind legal. Wenn es jemand auf illegalen Weg schafft ist es sicherlich verwerflich, aber in diesem Fall würde ich moralisch gesehen Hr. Guttenberg keinen Vorwurf machen.

    An diesem Punkt muss ich mich meinem Vorredner anschließen, Vergangenheit und Gegenwart sollten nicht so stark vermischt werden.

    Die Vergangenheit soll beurteilt werden, was geschehen ist und nun heißt es eben bye bye Dr.-Titel. Aber damit ist es auch gut. Dieser Titel hat ja in keinster Weise etwas mit seinem Amt zu tun. Oder steht in irgendeinem Gesetz geschrieben, dass ein Ministerposten zwingend einen Dr. Titel benötigt? Nein.

    Nun muss man auch sagen, dass Guttenberg auch nicht vor unpopulären Entscheidungen zurückschreckt. Sicher weis er um den Rückhalt in der Bevölkerung und seine hohen Sympathiewerte, aber so manchmal würde ich mir schon öfter wünschen, dass Entscheidungen getroffen werden, die der Allgemeinheit dienen und nicht nur versucht wird Wählergruppen mit Transfers zu begünstigen.

    Noch schlimmer finde ich jetzt, dass die Opposition sich auf der Thema einschließt, welches nun wirklich kein politisches ist. Vielmehr geht es darum die Schwachstelle für sich selbst zu nutzen um sich so zu profilieren.

    Das dieses Thema eine solche Reichweite bekommt hängt sicher an Hr. Guttenberg selbst. Er hat vom ersten Tag an auf eine starke Medienpräsenz bauen können und dies geschickt genutzt. Sicher manchmal ist er damit in die Kritik gekommen, aber es war sicher nicht falsch für seine Person. Jetzt zahlt er aber auch die Rechnung für diesen offenen Umgang mit dem Medien. Wäre dies bei einem anderen Bundestags-Mitglied vorgekommen,welches nicht so stark in der Öffentlichkeit steht, so wäre das Thema mal für 2 Tage in der Bild hochgekommen und am Ende hätte es keinen Interessiert. Vorallem würde man dies nicht im Bundestag als Haupttagespunkt führen.

    Darum die Frage, warum wird mit zweierlei Maß gemessen? Ganz einfach, weil Hr. Guttenberg selbst die Öffentlichkeit so stark gesucht hat und sich klar positioniert hat. Dann kommt der Boomerang eben mal zurück.

    Ein Hr. Steinmeier hat die Nierenspende für seine Frau auch nur öffentlich gemacht um Sympathie und damit Wählerstimmen für sich und seine Partei zu gewinnen. Lasst nun mal rauskommen, dass er wegen unterlassener Hilfeleistung Mitschuld an einem Tod eines anderen Menschen hätte? Niemand kennt seine Leichen im Keller, ebenso von anderen.

    Darum sage ich vorerst abschließend.

    Bevor jemand selbst den Richter und Henker spielt, sollte er erstmal sein eigenes Verhalten in einer solchen Situation hinterfragen.

    Aus meiner Sicht ist ein Hr. Guttenberg auf diesem Posten tragbar und qualifiziert.

    Durch die Aberkennung des Titels und der damit öffentlichen Demontage ist das Thema auch durch. Wenn er eine Straftat begangen hat, dann ist es Urheberrechtsverletzung und zu verurteilen, aber nicht mehr und nicht weniger.

    #7 

  8. zonebattler  •  24. Feb. 2011, 14:54 Uhr

    Danke für die differenzierte Argumentation. Natürlich ist niemand frei von Schuld und (mehr oder weniger stark stinkenden) »Leichen im Keller«. Aber wäre die exemplarisch und hypothetisch angeführte »unterlassene Hilfeleistung« (im Affekt) wirklich vergleichbar mit einer in der ruhigen Studierstube bewußt begangenen Fälschung der vorliegenden Größenordnung? Das ist kein Bubenstück, das ist ausge­machter Betrug: Am Doktorvater, an der Universität, an der akademischen Welt, an der Wissenschaft und auch an der Allgemeinheit. Wenn einen sowas nicht für ein hohes Amt im Staate disqualifiziert, was dann? Und hat die Affäre nicht eine fatale Signalwirkung auf alle akademischen Adepten, die darin einen Präzendenzfall, wenn nicht gar eine Aufforderung zum Nachmachen sehen? Macht doch nix!

    Das Groteske an der Sache hat die Manu weiter oben angesprochen: Der Verteidi­gungs­minister ist auch der Chef zweier Universitäten und mithin die oberste Instanz bei dort anfallenden Disziplinarsachen und Verstößen gegen die Regularien. Wie kann er das jetzt noch sein?

    Ich sehe hier Fragen der Haltung und der Ehre berührt, und das gänzlich unabhängig von den vom Übeltäter selbst propagierten Maßstäben. Wenn hier etwas verteidigt werden muß, dann das Vertrauen in das gesunde Rechtsempfinden.

    #8 

  9. Nobody  •  24. Feb. 2011, 15:10 Uhr

    Diese beiden Beispiele sind sicher von Ihrer Reichweite nicht vergleichbar. Eine Unter­lassene Hilfeleistung hätte eine noch höhere Reichweite aus meiner Sicht, da es hier um Leben gehen kann.

    Was den Betrugsvorwurf angeht, so ist es sicher richtig, dass dies ein moralisches Dilemma ist. Auch im Bezug auf den Beitrag von Manu. Aber dies wurde ja durch die Uni bereits abgestraft und jede Seite hat an Reputation verloren. Man sollte aber auch sehen, dass die Uni Bayreuth ja auch zur Prüfung vor Zuerkennung des Titels verpflichtet ist. Hier wurden in der Vergangenheit Versäumnisse gemacht, die man nun korrigiert hat. Damit ist das Thema aber auch durch.

    Was die zwei Universitäten angeht, bei denen der Inhaber des Verteidigungs­minsterposten die oberste Instanz ist, so glaube ich nicht, dass dieser »Betrug« / »Fehler« (kann man sich jetzt wirklich aussuchen, wie man dies beurteilt) wirklich negativ zu bewerten ist. Vielmehr ist dies eine Chance. Wenn jemand selbst gegen Regeln verstoßen hat und die Folgen alleine »ausbaden« muss und auch dies voll auf sich nimmt, dann kann man hier wirklich einen Zwiespalt finden.

    Anders gesagt, würde jemand hier sich disziplinarisch von jemanden zurechtweisen lassen, der selbst nicht in der Lage ist auch eigene Fehler einzugestehen? Also ich für meine Person auf keinen Fall, weil dies für mich unglaubwürdig ist. Durch diesen Fall hat Hr. Guttenberg die Chance zu lernen und Dinge vielleicht noch besser zu beur­teilen.

    Disziplinarangelegenheiten bedürfen nicht nur Härte, sondern auch einem gewissen Einfühlungsvermögen und werd kann sich in eine Situation nicht besser hinein­versetzen, wie derjenige, welcher eine ähnliche Situation schon erlebt hat und die Reichweite kennt.

    Da finde ich den Volkssport unserer Politker schon verwerflicher. Wahlversprechen nicht einhalten. Dies ist im Bezug auf die Allgemeinheit der weitaus größere Betrug. Sicher gilt es auch hier wieder zu differenzieren, warum die Versprechen nicht eingehalten wurden, aber auch hier haben wir Erklärungsalternativen:

    1. Vorsetzlich falsche Versprechen um Wählerstimmen zu erhalten
    2. Eigene Ziele konnten in Koalitionsverhandlungen nicht durchgesetzt werden
    3. Das Gesetz wurde von irgendeiner Stelle blockiert, gekippt
    4. Die Umsetzung scheitert daran, dass es gut gemeint war, aber nicht mit dem Grund­gesetz in Einklang zu bringen ist.
    5. Der gewählte Politiker entzieht sich selbst der Entscheidung, wenn es um nach­teilige Punkt im Bezug auf seinen Wahlkreis geht.

    Also warum sollte jemand, der sicherlich einen sehr schweren Fehler begannen hat nicht weniger tragbar sein für ein solches Amt, wie jemand, der seine eigenen Wahl­versprechen nicht vorhat einzuhalten?

    Ich denke hier sollten wir abwarten, wie es sich in Bezug auf Hr. Guttenberg entwickelt. Welche Lehren zieht er darauf, wie ist dein zukünftiges Verhalten in der Öffentlichkeit und auch im Bezug auf sein Amt und der Verantwortung.

    #9 

  10. zonebattler  •  24. Feb. 2011, 15:28 Uhr

    Jede Tat (oder Unterlassungssünde) ist für sich selbst zu beurteilen, und zwar nach Maßgabe der geltenden Gesetze einerseits und – schwieriger – den Regeln von An­stand und Ehre andererseits. Was andere tun oder nicht tun oder vorgehabt haben zu tun und dann doch nicht taten, ist für die Beurteilung des zu bewertenden casus in keiner Weise relevant.

    #10 

  11. Grabenkenner  •  24. Feb. 2011, 15:35 Uhr

    Kann dem zonebattler in dieser Diskussion nur zustimmen: es IST unentschuldbar !

    Als Büßer aufzutreten wenn es keinen anderen Ausweg mehr gibt ist kein Zeichen von Größe. Das wäre es gewesen wenn er von selbst und ohne Enthüllungen durch andere sich hingestellt und die Sache aufgeklärt hätte. Die Sympathien im Volk, die jetzt zum Teil noch ansteigen kann ich nicht nachvollziehen. Evtl. mag das »Volk« halt den Schummler als einen der Ihren. Aber nur weil alle schummeln, lügen und betrügen, in welchem Maße auch immer, wird das nicht automatisch legal.

    Letztlich ist es halt wie immer: die Kleinen hängt man, die Großen lässt man laufen. Allerdings steht er jetzt unter strengster Beobachtung. Sollte er diese Sache tau­melnd und angezählt noch überleben, beim nächsten Fehler ist er weg.

    #11 

  12. Nobody  •  24. Feb. 2011, 15:43 Uhr

    Nach Maßgabe des Gesetzes gibt es hier nur eine Verletzung des Urheberrechts. Dies kann natürlich über Auslegungsvarianten bis zum Betrug argumentiert werden. Fakt ist jedoch, dass hier Urheberrecht missachtet wurde, bzw. Quellen nicht erkennbar gemacht wurden.

    Fakt ist auch, dass jeder Vorsatz bestritten wird. Darum bleibt es bei dem einen gesetzlichen Punkt oder Straftatbestand. Eine Strafverfolgung wird es aber vorerst nicht geben solange Hr. Guttenberg im Amt ist, da nicht davon auszugehen ist, dass der Bundestag seine Immunität zum jetzigen Zeitpunkt aufheben wird.

    Eine spätere Strafverfolgung, z. B. in der »Sommerpause« wegen Urheber­rechts­verletzung würde ich jetzt nicht ausschließen.

    Aber wie heißt es so schön, jeder ist seines Glückes Schmied und wenn Hr. Gutten­berg dies vorsätzlich gemacht hat, dann wird er sich möglicher Folgen bewusst gewesen sein.

    1. Politische Karriere ist nicht möglich, bzw. wenn es herauskommt, kann es zum Stolperstein werden.
    2. Seine Anwaltzulassung kann er verlieren
    3. Sein Ruf und der seiner Familie wird beschädigt
    4. Strafrechtlich wird er wegen Urheberrechtsverletzung belangt
    5. Ein Verfahren wegen vorsätzlichen Betruges zur Erschleichung des Titels kann eingeleitet werden.
    6. Verlust des Dr.-Titel

    War es Vorsatz, dann kannte er die Risiken. War es Nachlässigkeit, dann hat er trotz allem diesen Fehler selbst zu verantworten.

    Trotz allem neige ich dazu, den Dr. Titel und sein Amt als 2 unterschiedliche Bau­stellen zu sehen. Anders würde dieser Fall aussehen, wenn beide Punkte im kausalem Zusammenhäng stehen würden.

    Nehmen wir parallelen zum Arbeitsrecht. Gibt es hier einen relevanten Zusammen­hang zwischen seinem Dr. Titel und dem Posten des Verteidigungsministers? Nein. Dieser Titel ist keine Voraussetzung und auch seine Qualifikation als Jurist ist hierbei nicht von Relevanz, da dies bei dem Posten nicht zwingend vorausgesetzt wird. Die Ernennung zum Minister damals erfolgte ja auch nicht auf Grund seines Titels oder Jura-Abschlusses. So dass ich hier zum Urteil kommt, dass nach dem Maßstäben des Arbeitsrechtes, welche für uns normale Bürger in einem solchen Fall gelten würde, nur in dem Falle eine »Kündigung« gerechtfertigt wäre, wenn dies im kausalem Zusammenhang stehen würde oder daraus eine Haftstrafe folgen würde.

    P. S.: Zu entschuldigen ist dies natürlich in keinster Weise, aber der Maßstab sollte für alle Gleich gesetzt werden. Da stimme ich sicher mit Grabenkenner überein.

    Und was das Volk will oder wie man im alten Rom sagt, der Pöbel, ist hier sicher zu ver­nachlässigen. Jeder weis, dass hier manchmal keine logischen Beweggründe existieren um Verhalten und Sympathien zu rechtfertigen.

    #12 

  13. Manu  •  24. Feb. 2011, 18:22 Uhr

    @Grabenkenner:
    »Die Sympathien im Volk, die jetzt zum Teil noch ansteigen kann ich nicht nachvollziehen. Evtl. mag das »Volk« halt den Schummler als einen der Ihren.«

    Erinnert mich ein wenig an Italien…

    #13 

  14. Middle.Bros  •  24. Feb. 2011, 19:27 Uhr

    Nein, Italien ist viel geiler, da gibt’s wenigsten noch BUNGA BUNGA !

    Das in dieser Diskussion die Nazi – Keule ausgepackt wird überrascht mich doch sehr.

    #14 

  15. zonebattler  •  24. Feb. 2011, 20:24 Uhr

    Keiner schwingt hier die »Nazi-Keule«, also tu‘ Du es bitte auch nicht. Es geht einzig und allein darum, daß Zeitabstände nicht dazu taugen, Fehlverhalten (oder gar Verbrechen) zu relativieren… Erinnerungen mögen verblassen, Schurkereien mögen verjähren, Schuld indes bleibt Schuld.

    #15 

  16. zonebattler  •  25. Feb. 2011, 6:49 Uhr

    Pressespiegel: »‚Guttenbergs Taktik ist brandgefährlich‘« (ZEIT ONLINE)

    #16 

  17. Lexikaliker  •  25. Feb. 2011, 8:08 Uhr

    Bemerkenswert finde ich auch die in »Guttenberg und die Herrschaft des Unbe­wussten« beschriebene Reaktion der Universität. – Telepolis hat noch mehr: »Wer hoch stapelt, kommt ganz nach oben?«

    #17 

  18. zonebattler  •  25. Feb. 2011, 8:29 Uhr

    TELEPOLIS hat sogar noch mehr: »Der Fall Guttenberg als Gelegenheit zum Auf­räumen«

    #18 

  19. Nobody  •  25. Feb. 2011, 10:38 Uhr

    In der ganzen Diskussion können wir es eigentlich leicht auf den Punkt bringen. Einigkeit darüber, dass das Verhalten von Guttenberg im Bezug auf die Dr.-Arbeit nicht ok war herrscht hier sicher.

    Die Frage bleibt jedoch im Raum stehen, welche Reichweite hat dies. Genau hier liegt doch der Punkt unserer Uneinigkeit.

    Ich denke niemand würde aufschreien, wenn Guttenberg sich wegen Urheberrechts­verletzung verantworten müsste und eine entsprechende Geldstrafe erhalten würde.

    Sobald dann allerdings ein Betrugsprozess in den Raum gestellt wird beginnt schon der Aufschrei, dass kann man nicht machen. Sind wir ehrlich, jeder der illegal Filme, etc. läd bekommt bei einem ersten Verstoss nur eine empfingliche Geldbuße und wird erst bei erneuter Verfehlung mit weitergehenden Maßnahmen belangt, welche bis hin zu Haftstrafen gehen.

    Also warum unterscheiden wir 2 Arten von Urheberrechtsverletzungen? Der Dr.-Titel ist weg, also brauchen wir da nicht weiter zu reden. Eine Verfahren wegen Urheber­rechtsverletzung mit entsprechender Geldstrafe ist auch vertretbar.

    Allerdings eine Klageschrift wegen Betrug stehe ich sehr kritisch entgegen, da dies ja in keinem Verhältnis zu der Tat steht. Hat er mit dieser Arbeit wirklich jemanden geschadet außer sich selbst? Vllt. der Uni Bayreuth und diese hat ja schon reagiert und den Dr.-Titel zurückgenommen.

    Was sein Amt angeht, so bleibe ich dabei, dass dies mit gleichen Maßstäben wie im Arbeitsrecht behandelt werden soll.

    P.S.: Italien ist wirklich unterhaltsamer. Berlusconi ist einfach einer der unterhalt­samsten Politiker in Europa mit seinem Macho-Gehabe und sicher ein Kanditat für den nächsten Papst; zumindest nimmt er die Unfehlbarkeit auch für sich in Anspruch. Aber lassen wir den Scherz mal wieder beiseite, soviel Reformen hält selbst die Katholische Kirche nicht aus. :-)

    #19 

  20. zonebattler  •  25. Feb. 2011, 11:14 Uhr

    Ich habe weiter oben mehrfach versucht darzulegen, daß sich die betrügerische Aneignung eines akademischen Titels eben nicht nur auf den Missetäter und ggf. noch dessen Universität auswirkt. Die Reichweite solchen Tuns ist erheblich größer und der angerichtete Flurschaden immens. Die Argumente sind oben nachzulesen bzw. aus den verlinkten Artikeln ersichtlich.

    #20 

  21. Nobody  •  25. Feb. 2011, 11:25 Uhr

    Du hast die Uni aufgezäht, diese hat den Dr.-Titel aberkannt.
    Die Akademische Welt ist somit auch im Reinen und folglich auch die Wissenschaft.

    Was die Allgemeinheit angeht, so kann man sagen, dass dies zu vernachlässigen ist.

    Aus welchen Grund ist die Allgemeinheit geschädigt worden? Oder fragen wir anders: Wer von uns hier im Blog hat einen Schaden durch das Fehlverhalten von Guttenberg erhalten? Ich für meinen Teil nicht.

    #21 

  22. zonebattler  •  25. Feb. 2011, 11:46 Uhr

    Jeder und jede, der oder die einen rechtschaffen erworbenen akademischen Titel führt, kann und muß sich verhöhnt fühlen, wenn das unrechtmäßige Aneignen von Titeln als letztlich konsequenzenloser Alternativweg durchgeht. Aber ich beginne mich zu wiederholen und breche die Diskussion hier nun von meiner Seite mangels weiteren Erkenntnisgewinns ab.

    #22 

  23. Nobody  •  25. Feb. 2011, 11:48 Uhr

    Nachdem der Titel aberkannt wurde, ist es ja nicht durchgegangen. Das ist aber nur eine Folge. Auf der anderen Seite muss man sagen, dass seine eigene Reputation stark beschädigt wurde. Anders wäre die Lage, hätte er seinen Titel behalten dürfen.

    Aber ich denke ich steig auch erstmal aus, solange keine neuen Fakten oder Infor­mationen existieren.

    #23 

  24. zonebattler  •  25. Feb. 2011, 11:54 Uhr

    Der Diebstahl eines Autos oder eines Schabrackentapirs hat im Erwischensfall auch zur Folge, daß der Dieb die Beute wieder zurückgeben muß. Womit die Sache aber keineswegs erledigt ist und folgenlos abgehakt werden kann!

    So, und das war nun wirklich das letzte Wort von mir in dieser causa. Mahlzeit.

    #24 

  25. MM  •  25. Feb. 2011, 13:13 Uhr

    Die akademische Welt ist gar nicht im reinen! Aber zumindest wird noch untersucht, ob zu Guttenberg getäuscht hat.

    Mich erstaunt, dass er sich auf die toten Soldaten zu berufen traut, wovon seine Kritiker ablenken würden.

    Schaden für die Universität Bayreuth und die deutsche Regierung und Teile der Presse.

    #25 

  26. zonebattler  •  25. Feb. 2011, 16:57 Uhr

    Pressespiegel:

    »Täuschungsvorwurf nicht geprüft«
    »‚Wir sind einem Betrüger aufgesessen‘«

    (beide F.A.Z.)

    #26 

  27. zonebattler  •  28. Feb. 2011, 10:17 Uhr

    Pressespiegel: »Der Minister mit dem Heiligenschein« (FN)

    #27 

  28. zonebattler  •  28. Feb. 2011, 11:59 Uhr

    Tipp: »Wie man eine wissenschafftliche Abschlußarbeit schreibt« (Andrea Diener)

    #28 

  29. Nobody  •  1. Mrz. 2011, 14:01 Uhr

    Nun hat er selbst seinen Hut genommen.

    Seine Befähigung zu einem solchen Posten sollte man ihm nicht absprechen, aber unter dem Strich ist es wohl eine Entscheidung, mit welcher er für Ruhe sorgen will.

    Die Opposition, welche permanent dieses Thema zu jeder nur denkbaren Gelegenheit versucht auszuschlachten, diese sollte sich mal an den Kopf fassen.

    Ich denke gerade jetzt kann man sagen, dass die Leute von der Opposition bei der nächsten Wahl einen Denkzettel benötigen. Wenn jemand anstelle der eigentlichen Themen immer wieder versucht die Diskussion in Richtung Plagiats-Affäre zu lenken und somit erreicht, dass jede Diskussion im Keim erstickt wird verbindet Entscheidungen. Ein Herr Gabriel ist hier sicher lobend zu nennen. Er hat keine Gelegenheit unversucht gelassen um die Diskussion am Leben zu halten. Da fragt man sich als Bürger, was ist wohl wichtiger: Politische Entscheidungen zu treffen und Themen, welche die Allgemeinheit betreffen voranzubringen oder einen »Dorn« im Auge des eigenen Lagers so lange zu demontieren, bis dieser zurücktritt.

    Also wenn die SPD genauso wieder die Regierung an sich reisen will, dann glaube ich nicht, dass hier irgendetwas erreicht werden kann. Eine klare Kontra-Partei ohne eigene Argumente und Ziele.

    Sicher sind die Parteien alle mehr daran interessiert ihre Eigeninteressen in den Vordergrund zu stellen um bei der nächsten Wahl gut abzuschneiden, aber dann sollte dies bitte mit Argumenten, Entscheidungen und Zielen verbunden sein und nicht nur alleine damit, dass man versucht andere Parteien und deren Mitglieder durch den Dreck zu ziehen. Dies aber nun unabhängig vom Fehler Guttenbergs.

    Darum ein Wink an die SPD, macht lieber endlich mal wieder Politik und überlasse die Klatschpresse dem Axel-Springer-Verlag.

    #29 

  30. zonebattler  •  1. Mrz. 2011, 17:53 Uhr

    Pressespiegel: »Weder anständig noch ehrlich« (ZEIT ONLINE)

    #30 

  31. Middle.Bros  •  2. Mrz. 2011, 13:51 Uhr

    Nun werden bei einigen die Sektkorken knallen !!

    Die Jäger haben Ihre Beute erlegt und dem Land damit keinen Dienst erwiesen.

    Die Hysterie in der akademischen Welt ist mir so was egal. Was bilden die sich eigentlich ein. Wollen die ersthaft Ihren Status in Zeiten von Wikipedia, Google und Co. aufrecht erhalten ?

    Das Web hat die Welt verändert. Jegliche Informationen und Fakten sind überall und über jedes Thema für jedermann verfügbar.

    Der akademische Titel hat doch eh nicht mehr den Stellenwert wie in der Pre-PC-Zeit.

    Die Zeiten der ehrbaren Titel-Anwärter die Ihr Wissen aus der verstaubten Bibliothek gezehrt habe ist vorbei ! Leider !!

    Dennoch war der Rücktritt ein sehr traurige Konsequenz der ganzen Angelegenheit.

    Was mich an der ganzen Sache doch traurig stimmt ist, daß von den Jägern sehr viel Anstand und Würde über Bord geworfen wurde.

    Ich möchte sogar von verletzter Menschenwürde sprechen. Jeder Mensch der sich schon einmal massiver Kritik aussetzen mußte wird nachvollziehen können was es heißt solche Prügel einstecken zu müssen.

    Vielleicht hat jemand schon mal vor versammelter Manschaft seinen Anschiss bekommen und erinnert sich daran wie er sich damals fühlte und das war wahrscheinlich ein Mückenschiss dagegen.

    Wenn man in den Foren von Spiegel online, Zeit, etc. blättert, schlägt einen der blanke Hass entgegen. Persönliche unsachliche Angriffe auf den Adel, gegelte Haare und dergleichen.

    Ein Kinderschänder kommt sogar auf Bild.de besser weg.

    Die ganze Meute konzentrierte sich auf Guttenberg und tritt weiter auf ihn ein, auch wenn der schon am Boden liegt.

    Das macht für mich keinen Unterschied zu den U-Bahn Schlägern.

    So können sich nur frustrierte Menschen benehmen die aller Wahrscheinlichkeit nach selber keiner artgerechten Haltung und Lebensführung ausgesetzt sind.

    #31 

  32. Nobody  •  2. Mrz. 2011, 14:10 Uhr

    Da muss ich Middle.Bros zustimmen.

    Sicher sind die Beispiele nur im übertragenen Sinne etwas überzogen, aber ich denke dies verdeutlicht die ganze Situation schon sehr gut.

    Für die Reihen derer, welche nicht von dem Thema lassen wollte kann ich nur sagen. Gratuliere, euren gefährlichsten politischen Konkurrenten hab ihr vorerst mal beiseite geschafft.

    #32 

  33. suzomi  •  2. Mrz. 2011, 14:24 Uhr

    Der gute Mann hat seinen Parteifreunden und nicht zuletzt sich selbst von Anfang an einen schlechten Dienst erwiesen, indem er mit einer Zeitbombe von Dissertation im Hintergrund höchste Ämter angenommen hat. Das musste früher oder später auffliegen mit den entsprechenden Konsequenzen. Gut und richtig so! Seine Glaubwürdigkeit ist dahin. Hochmut kommt vor dem Fall und ehrlich währt eben doch am längsten.

    #33 

  34. zonebattler  •  2. Mrz. 2011, 14:28 Uhr

    Ich wiederum kann mich nur wundern über einen, der des fortgesetzten Lügens und des Hochstapelns überführt worden ist und sich jetzt immer noch zum Opfer stilisiert. Eine kleine Schwindelei hier, eine Notlüge dort sind etwas ganz anderes als das bewußte und skrupellose Ausbeuten der geistigen Leistung anderer (im großen Maßstab!) zum Zwecke der eigenen Karrierebeförderung. Das kaltschnäuzige Täuschen und das spätere scheibchenweise Einräumen von »Fehlern« setzte der Blenderei am Schluß noch die Krone auf. Wie soll so jemand für eine Führungs­position und als Vorbild geeignet sein?

    Im Übrigen ist es naiv und gefährlich, das Internet zum Dr. Allwissen zu erklären: »Jegliche Informationen und Fakten sind überall und über jedes Thema für jedermann verfügbar«. Das mag schon sein, aber wer garantiert für die Richtigkeit und die Qualität des Vorgefundenen? Je mehr Lügenbarone ihre abgekupferten oder gar frei erfundenen »Wahrheiten« ins Netz stellen, desto problematischer wird die Sache doch! Den Standard der Wissenschaft hochzuhalten ist kein Steckenpferd weltfremder Akademiker, sondern liegt im essentiellen (wenn nicht existentiellen) Interesse von uns allen.

    In meinem Interesse liegt es wiederum, das Thema hiermit zu beenden; ich habe nicht den Endruck, daß weiteres Argumentieren hier dazu beitrüge, verhärtete Fronten aufzuweichen und Lernprozesse anzustoßen. Die Diskussion wird nach dem nächsten Kommentar geschlossen, ich muß nicht unbedingt das letzte Wort haben…

    #34 

  35. suzomi  •  2. Mrz. 2011, 14:51 Uhr

    Es ist ja gerade die Leistung von echten Wissenschaftlern und Forschern, Neues zu erfinden oder neue Zusammenhänge herzustellen. Dies findet man eben nicht im Netz, sondern durch eigene Denkarbeit.

    #35 

  36. zonebattler  •  3. Mrz. 2011, 14:43 Uhr

    Ich habe die Kommentare nochmals aufgemacht, um das passende Schlußwort von einem Blogger-Kollegen aus Nürnberg sprechen zu lassen: »Guttbuy und seine Fratz­buchgroupies«. Das Beste ist das verlinkte Audio-Interview am Schluß!

    #36 

  37. zonebattler  •  4. Mrz. 2011, 14:08 Uhr

    Und abermals habe ich die Kommentarfunktion kurzfristig reaktiviert, um auf eine lesenswerte Quelle zu verweisen: »Das Guttenberg-Syndrom oder wieso die Masse den Plagiator liebt« (pushthebutton.de)

    #37 

  38. zonebattler  •  6. Mrz. 2011, 19:22 Uhr

    »Wie Ken den Kopf verlor – Guttenbergs verschleppter Rücktritt« (FAZ.NET)

    #38 

  39. zonebattler  •  8. Mrz. 2011, 18:00 Uhr

    »Guttenwahn: Zwei Wochen deutsches Psychodrama« (FAZ.NET)

    #39 

  40. zonebattler  •  8. Mai. 2011, 7:30 Uhr

    »Guttenberg hat ‚vorsätzlich getäuscht‘« (TELEPOLIS)

    #40 

  41. zonebattler  •  16. Mai. 2011, 20:38 Uhr

    Pressespiegel: »Jagd auf Plagiatoren – Die Scanner« (FAZ.NET)

    #41 

  42. zonebattler  •  14. Jul. 2011, 19:07 Uhr

    Pressespiegel: »Wer nur ein bisschen umschreibt, der denkt nicht« (ZEIT ONLINE)

    #42 

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