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zonebattler's homezone 2.1 - Merkwürdiges aus Fürth und der Welt


Samstag, 23. Dezember 2006

Funde im Fundus (13):
Stürmischer Weltenbummler

Fundstück: Philips Tornado 860
Art / Typ: 4-Band Kofferradio Philips Tornado 860 (U-K-M-L)
Herkunft: Deutschland / Niederlande, ca. 1978
Zustand: sehr schöne Erhaltung, jedoch rückwärtiges Typenschild fehlend (aufgrund Klebstoff-Verhärtung abgefallen), in Gehäusesschlitzen oben arretierbarer Gewebe-Trageriemen gleichfalls nicht mehr vorhanden, ursprünglich leuchtblaue Akzentuierungen (Zierringe in den Abstimmknöpfen, Bereichswahlschalter, Antennenspitze) wohl durch Lichteinfluß vergilbt und nachgedunkelt. Schaumstoff-Streifen im Batteriefach zerfallend (Weichmacher-Ausdünstung). Funktion i.O.
Fundort: im Dezember 2006 via eBay ersteigert
Kaufpreis: EUR 3,00 (zzgl. EUR 16,00 int. Versand)
Notizen: Warum kauft sich der olle zonebattler ein fast 30 Jahre altes Kofferradio, welches UKW noch nicht einmal in Stereo empfangen und wiedergeben kann? Weil er sein eigenes Gerät dieses Typs vor 20 Jahren leichtsinnigerweise fortgegeben hat, obwohl mit dem markant gestalteten Apparat unvergessene Jugenderinnerungen verbunden sind!
 
Philips Tornado 860   Philips Tornado 860   Philips Tornado 860   Philips Tornado 860
 
Im Digitalzeitalter aufwachsende junge Menschen werden die Erregung kaum nachvollziehen können, mit der unsereins damals abends das Kurzwellen-Band nach deutschsprachigen Sendungen von Radio Madrid, Moskau oder Peking durchkämmt hat, dabei immer wieder auf wummernde Störsender des Ostblocks und verschlüsselte Geheimdienst-Ausstrahlungen (»sieben – sieben – zwo – fünnef – zwo – acht – fünnef – …«) stoßend. Zu meiner Verblüffung ist die Faszination noch unverändert vorhanden, heutzutage freilich ohne das brachiale Störfeuer seitens des weltanschaulichen Gegners:
 
Lautsprecher    100 Sekunden Kurzwelle    (mp3, 1.561 KB)
 
Toll, nicht wahr? Und lehrreich obendrein! Tatsächlich sind ja Radioprogramme weit billiger herzustellen als TV-Sendungen, außerdem sind mit verhältnismäßig geringem Aufwand riesige Sendegebiete zu versorgen. Das Medium bleibt daher interessant zur Verbreitung von staatstragender Ideologie jeglicher Couleur. Zudem ist der Quotendruck nicht so ausgeprägt wie im Fernsehen, der Rundfunk bietet also immer noch fruchtbaren Nährboden für zahllose Nischenprogramme und Informationsangebote, die nur abseits des TV-Trubels gedeihen können und ihrer Entdeckung harren…
 
Technik-Freaks mögen einwenden, daß derlei muffiger Analogkram im Zeitalter des allgegenwärtigen Internet hoffnungslos veraltet sei, die atmosphärischen Störgeräusche eine Zumutung etc. pp. Begriffen haben jene Leute rein gar nichts, denn just diese bekannten Unzulänglichkeiten und ihre Beherrschung sind absolut unverzichtbar und machen ja geradezu den großen Reiz der Materie (resp. des materielosen »Äthers«) aus.
 
So, und jetzt wende ich mich wieder vom Computer ab, meinem Tornado 860 hingegen zu und gehe auf kurzweilige (und -wellige) Sendersuche!
 
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Samstag, 16. Dezember 2006

Funde im Fundus (12):
Ein Freund, ein guter Freund…

Fundstück: Hasenpuppe 'Langohr'
Art / Typ: Hasenpuppe »Langohr« aus Stoff mit Strohfüllung,
Glasaugen und handgestricktem Kleidchen
Herkunft: Deutschland, um 1937
Zustand: Ohren wackelig, Fell räudig, Kleid mit Löchern durch Mottenfraß
Fundort: alter Familienbesitz, wurde von des zonebattler’s Großmutter mütterlicherseits für deren älteste Tochter gebastelt und später von dieser an ihren erstgeborenen Sohn (=den Autor dieser Zeilen) weitergegeben
Kaufpreis: keiner, ideeller Wert jedoch unermeßlich
Notizen: Dieser von mir seit Kindertagen innig geliebte Hase hat in meiner Jugend mehrere Kleidchen und wohl auch Augenpaare verschlissen. Ferner waren diverse orthopädische Operationen und chirurgische Eingriffe zur Wiederherstellung seiner Gesundheit nötig, sämtlich noch von des Autors Oma mit kundiger Hand ausgeführt.
 
Jahrzehnte sind seither verstrichen: Heute wird »Langohr« weniger hart rangenommen, denn er ist alt und auch etwas gebrechlich geworden. Er genießt freilich seinen wohlverdienten Ruhestand auf des sentimentalen zonebattler’s Nachtkästlein in der anregenden Gesellschaft diverser Spieß- bzw. Plüschgesellen (Eichhörnchen, Hund, Maus, Tintenfisch, Krabbe, Pterodactylus (!), Nilpferd u.a.). Eine illustre Runde staubiger Brüder guter Freunde, in der mein würdevoller »Langohr« der allseits respektierte Seniorchef ist: Lang möge er leben!
 
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Samstag, 2. Dezember 2006

Funde im Fundus (11):
The Sound of the Seventies

Fundstück: ITT Schaub Lorenz SRX 75 hifi professional
Art / Typ: Receiver ITT Schaub Lorenz SRX 75 hifi professional
Herkunft: Deutschland, um 1976
Zustand: optisch sehr gut, technisch makellos;
von zwei rückseitigen Feinsicherungshaltern einer nicht original
Fundort: 2nd-Hand-Laden in Erlangen (August 2000)
Kaufpreis: DM 20,00
Notizen: Schon auf den ersten Blick durch die Schaufensterscheibe hatte ich mich in das große und schwere Gerät verliebt! Die runden (und teilweise bunten) Schalterknöpfe, die große Frequenzskala, die abgerundeten Gehäuseecken und die soft-gestylten Drehknöpfe wiesen den Receiver als waschechtes Kind der 1970er Jahre aus:
 
ITT Schaub Lorenz SRX 75 hifi professional   ITT Schaub Lorenz SRX 75 hifi professional   ITT Schaub Lorenz SRX 75 hifi professional   ITT Schaub Lorenz SRX 75 hifi professional
 
Wegen eingeschränkter Funktionsfähigkeit beim Ausprobieren (ein Kanal blieb stumm, die Skala dunkel) konnte ich den Ladeninhaber auf läppische DM 20,00 herunterhandeln…
 
Daheim wurde das Gerät geöffnet, der durch die Lüftungsschlitze gerieselte Staub der Jahrzehnte abgesaugt, ein halbes Dutzend durchgebrannter Lämpchen ersetzt und etwas Kontaktspray in das Lautstärke-Poti gesprüht. Dann habe ich noch mit einem feuchten Lappen vorsichtig den trüben Belag von der Rückseite der Skalenscheibe gewischt, auf daß sie so klar werde wie einst im Neuzustand. Deckel drauf, Schrauben festgezogen, Strom an: Volle Kraft voraus auf beiden Kanälen!
 
Wie vorgestern angekündigt habe ich heute dem dicken Brummer nochmals unter die Haube geschaut, um dem mittlerweile wieder lästig kratzenden Lautstärke-Potentiometer mit frischem Kontakt- und Reinigungsspray erneut zu einer eigengeräuschlosen Existenz zu verhelfen. Und wenn man schon mal den Deckel drunten hat, kommt natürlich auch der Staubsauger zum Einsatz. Der Lohn der Mühe ist ein charaktervoller, frisch aufspielender HiFi-Receiver, der trotz (oder wegen) seines hohen Alters keinen Vergleich mit zeitgenössischen Plastikschachteln aus dem Elektromarkt zu scheuen braucht. Im Gegenteil! Nur eines kann er leider auch nicht, nämlich bessere Musik empfangen, als heutzutage von den ganzen unsäglichen Dudelfunk-Stationen gesendet wird…
 
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Dienstag, 24. Oktober 2006

Funde im Fundus (10):
Schlichtes Schwergewicht

Fundstück: Schale aus eingetrocknetem Betonrest
Art / Typ: Schale aus eingetrocknetem Betonrest
Herkunft: Fürth i. Bay., wohl frühes 21. Jhd.
Zustand: Unikat in perfekter Unperfektheit
Fundort: Baugelände im Fürther Südstadtpark (ehem. Kaserne)
Kaufpreis: EUR 0,00 (quasi-archäologischer Bodenfund)
Notizen: Ganz offensichtlich handelt es sich hier um einen Betonrest, der in einem (nicht mehr vor Ort befindlichen) Eimer ausgehärtet war: Unterseite und Seitenflächen der ebenso spontan wie ungeplant entstandenen »Schale« sind glatt, die unregelmäßige Kante und die Innenfläche zeigen interessante Risse und eine sehr lebhafte Oberflächenstruktur. Ein ungeachtet des modernen Materials natürlich wirkender Blickfänger, fast jedem für Geld erwerbbaren Designerstück vorzuziehen!
 
Als derzeit jüngster Fund im Fundus mag das wertgeschätzte Teil in der Rubrik Nostalgisches zunächst deplaziert erscheinen: Seine archaische Anmutung und das unzweifelhafte Potential zum zeitlosen Klassiker rechtfertigen jedoch die Einordnung.
 
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Montag, 25. September 2006

Funde im Fundus (9):
Der Erste der Vielen

Fundstück: Philips CD 100
Art / Typ: Philips CD-Spieler CD 100

Farbe silber (Alu gebürstet)
Herkunft: Niederlande, 1983
Zustand: optisch fast fabrikneu, nach einer von mir ambulant durchgeführten Operation am offenen Herzen wieder zu 100% funktionstüchtig
Fundort: im Juli 2000 via eBay ersteigert
Kaufpreis: DM 160,00
Notizen: Als kritischer Klassik-Hörer gehörte ich im März 1983, als es gerade einmal zwei verschiedene Player und (in wenigen Läden und Versandgeschäften) eine Handvoll Silberscheiben zu erwerben gab, zu den allerersten Käufern der damals revolutionär neuen CD-Technik. Schon im Jahr zuvor hatte ich auf der HiFi Video-Messe in Düsseldorf den kompakten Philips-Prototypen bewundern können: Der spielte in einer transparenten Acrylglas-Vitrine, um solcherart zu beweisen, daß sämtliche Elektronik tatsächlich im Gerät steckte und nicht etwa unter dem Tisch verborgen war!
 
Philips CD 100   Philips CD 100   Philips CD 100   Philips CD 100
 
Damals hatte ich mich für das mit ca. 2250 DM in etwa gleich teure Konkurrenz-Modell von SONY (CDP-101) entschieden, weil dieses doch erheblich luxuriöser ausgestattet war (motorische Schublade, Kopfhörerbuchse, numerisches Display mit Track- und Laufzeit-Anzeige, Fernbedienung usw.). Heute bevorzuge ich die gediegene Aura des Puristen, die der kleine, aber massive und bestens verarbeitete Philips-Toplader verbreitet.
 
Während nun auf der rechten meiner großen Grundig-Aktivboxen das passende Gespann aus Tuner und Vorverstärker steht, hat der Philips CD 100 auf der linken Box seinen Platz gefunden: Angesichts der soliden Bauweise der Lautspecher muß ich auch bei Über­schrei­ten der üblichen Zimmerlautstärke keine mechanischen Vibrations-Rückkoppelungen auf die Geräte befürchten! Zwischen meinen verehrten Hifi-Honoratioren steht übrigens ein noch älterer Me­thu­sa­lem, nämlich der prächtige Art Déco-Kleiderschrank meiner Ur­groß­mut­ter. Aber der ist mir zu gegebener Zeit einen eigenen Bei­trag wert…
 
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Samstag, 16. September 2006

Funde im Fundus (8):
Gameboys Großvater

Fundstück: MB MicroVision
Art / Typ: Handheld-Spiel MB MicroVision
Herkunft: USA, 1979
Zustand: neuwertig und komplett, in Originalverpackungen
Fundort: diverse Fürther Flohmärkte, eBay.com (4 US-Module)
Kaufpreis: DM 8,00 (deutsches Grundgerät mit 8 Spielmodulen)
Notizen: Lange vor dem Furore machenden Gameboy von Nintendo brachte MB mit dem MicroVision einen Vorläufer auf den Markt, für den die Zeit -und die Technik- um das Jahr 1979 herum freilich noch nicht reif waren: Mit einer geradezu lächerlich geringen Auflösung von gerade einmal 16 x 16 Pixeln konnte das Schwarz/Weiß-Display des eher klobigen Handhelds nur abstrakte Klötzchen-Grafiken dar­stel­len. Gleichwohl machen einige der insgesamt nur zwölf (in Deutsch­land acht) dafür erschienenen Spiele durchaus Spaß.
 
Während die in Europa veröffentlichten Spiele in leuchtend bunten Kunststoff-Gehäusen ausgeliefert wurden, waren die US-Originale durchwegs von »langweiliger«, hellbrauner Farbe. Ein weiterer Unterschied liegt in den Bedienelementen: Statt der massiven, an das Gehäuse angespritzten Drucktasten der hiesigen Spiele weisen die US-Module dünne, empfindliche Folien-Felder auf. Von den deutschen Versionen schließlich sind frühe Ausführungen mit festen (bruchgefährdeten) Einrastern und spätere mit leicht beweglichen Befestigungs-Schiebern bekannt.
 
Als derlei Preziosen der frühen Videospiel-Zeiten noch häufiger auf Flohmärkten zu finden waren (insbesondere in Fürth, wo Milton Bradley anfangs seine Deutschland-Dependance unterhielt), habe ich eine ganze Anzahl dieser urigen Apparate nebst bunten Spiel­mo­du­len für kleines Geld erstehen können: Bis auf eine Komplett-Sammlung für die eigene Kuriositäten-Kollektion habe ich den Doubletten-Überhang sehr bald an amerikanische Enthusiasten wei­ter­ge­ge­ben, für die die europäischen Modul-Varianten schon wegen der bunten Gehäuse einen exotischen Kultstatus besitzen.
Sonstiges: Interessierte Sammler dürfen mir gerne per Mail ein (lukratives) Angebot zur freundlichen Übernahme meiner absolut ultimativen MicroVision-Edition unterbreiten…
 
English speaking readers are invited to mail me a decent offer for my great vintage collection of a German edition MB MicroVision handheld video game, with the complete range of 8 German and 4 US games (near mint condition, all packaging material and original paperwork included). Additional pictures available upon request.
 
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Samstag, 26. August 2006

Funde im Fundus (7):
Hand- und Ohrenschmeichler

Fundstück: Siemens S35i
Art / Typ: Mobiltelefon Siemens S35i
Herkunft: Deutschland, 2000
Zustand: minimale Gebrauchsspuren
Fundort: beim Vertragsabschluß über den Mobilfunk-Provider erworben
Kaufpreis: DM 98,00 (subventioniert durch 2-Jahres-Vertrag)
Notizen: Seit nunmehr sechs Jahren nenne ich dieses formschöne Handy mein Eigen, und ich wüßte keinen zwingenden Grund, jemals auf ein anderes Telefon umzusteigen: Das Gerät liegt gut in der Hand, die griffigen Gummitasten lassen sich bestens (und durchaus auch mit Handschuhen) bedienen und kein Antennenstummel durchbohrt auf die Dauer das Futter der Jackentasche. Dazu kommen eine ausgezeichnete Qualität der Sprachwiedergabe, die Möglichkeit der schnellen Sprachwahl (»Mama!«) und eine recht lange Standby-Zeit (mit immer noch dem ersten Akku).
 
Den ganzen heute üblichen Multimedia-Schnickschnack brauche (und will) ich nicht: Mir reicht das eingebaute Infrarot-Modem, um damit auf Reisen in problemloser Zusammenarbeit mit meinem Palm-Organizer jederzeit richtige Mails senden und empfangen zu können. Einzig die schummerige Tastatur- und Display-Beleuchtung des S35i dürfte etwas heller ausfallen: Da hat Siemens leider erst in späten Produktionslosen mit orangefarbenen statt grünen LEDs nachgebessert…
 
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Montag, 24. April 2006

Funde im Fundus (6):
Schöner sitzen

Fundstück: Lundia-Stuhl Lundi-Sit
Art / Typ: Lundia-Stuhl »Lundi-Sit« aus verleimten Schichtholz
Herkunft: Niederlande, ca. 1990
Zustand: neuwertig
Fundort: in einem Lundia-Laden in Amsterdam erworben (April 1992)
Kaufpreis: Hfl 249,00 (entspricht ca. EUR 113,00)
Notizen: Mit diesem Stuhl verbinde ich manche Erinnerungen, die hier aber nichts zur Sache tun. Verweisen möchte ich auf das klare und sachliche Design sowie auf die herausragende Funktionalität: Die Sitzfläche wird hinter der Lehne mit einem gleichfalls hölzernen Steckbolzen gesichert und kann in Sekundenschnelle auf eine von sieben Sitzhöhen verstellt werden. Die Montageschlitze sehen nicht nur gut aus, sondern dienen auch als Tragegriffe. Der ganze Stuhl besteht somit aus nur vier zusammengesteckten Teilen! Er kam schlau zerlegt in einem flachen Tragekarton mit Eingriffschlitz durch das Rückenteil (was die drei Stunden beladenen Fußmarsches durch die holländische Hauptstadt nicht wirklich erleichterte).
 
Der Autor hat ein Faible für die warme Anmutung naturbelassenen Holzes und kann das überaus flexible Lundia-Regalsystem für Wohnzwecke sehr empfehlen. Seines Wissens war der gezeigte Stuhl allerdings nie bei deutschen Systempartnern, sondern nur im Herkunftsland Holland erhältlich.
 
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Montag, 17. April 2006

Funde im Fundus (5):
Lauschen mit Rauschen

Fundstück: Philips N2521
Art / Typ: Philips HiFi-Kassettendeck N2521
Herkunft: Deutschland / Niederlande, ca. 1978
Zustand: optisch fabrikneu, funktional einwandfrei bis auf die durch Aus­lau­fen der Ölfüllung wirkungslos gewordene Bremse des nach oben aufschwingenden Kassettenfaches
Fundort: regulär im Fachhandel gekauft (Erlangen, im März 1979)
Kaufpreis: DM 598,00
Notizen: Noch heute bin ich meiner Tante dankbar, daß sie mir vor vielen Jahren den Erwerb dieses Jugendtraumes ermöglichte: Das schon damals extravagant designte Philips N2521 ist bis zum heutigen Tag ein echter Hingucker geblieben! Im Ruhezustand lege ich gerne wie im Foto zu sehen eine alte Klarsicht-Kassette mit Metallspulen ein, um den Effekt zu verstärken. Die ungewöhnliche Hochkant-Bauweise hat es meines Wissens sonst nur noch bei einem (erheblich teureren) Gerät von Tandberg gegeben.
 
Philips N2521   Philips N2521   Philips N2521   Philips N2521
 
In unserer digitalisierten Gegenwart mag die althergebrachte Analogtechnik als hoffnungslos veraltet erscheinen, und Argumente wie Rausch- und Verschleißfreiheit sprechen natürlich zugunsten zeitgemäßer Aufnahmeverfahren. Dennoch: Die Sinnlichkeit zweier rotierender Bandspulen, sanft zappelnder Zeiger, langsam sich drehender Zählwerkswalzen ist im Zuge der technischen Evolution verloren gegangen, und wer wie ich in jungen Jahren versucht hat, Radiosendungen möglichst sekundengenau mitzuschneiden, wird das sicher gleichfalls als Verlust empfinden. Das Gros der heute verkauften Gerätschaften mag meßtechnisch in einer anderen Liga spielen, doch was in jeder Hinsicht billig konstruiert ist, wird auch nicht mehr wertgeschätzt: Immer schnellere Modellwechsel und wachsende Müllberge sprechen da eine deutliche Sprache…
 
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Mittwoch, 5. April 2006

Funde im Fundus (4):
Flexibilität ist alles

Fundstücke: Kli-Kla-Klawitterbus Animations-Figuren
Art / Typ: 4 »wilde Kerle« aus der TV-Serie »Kli-Kla-Klawitterbus«
Herkunft: Deutschland (Fa. Schleich, © TV 60 München), 1974
Zustand: tadellose Erhaltung mit unbeschädigter Detail-Bemalung
Fundort: 3 Figuren aus eigener Kindheit herübergerettet,
1 noch fehlende (der große Graue) nachträglich online ersteigert
Kaufpreis: nicht mehr ermittelbar
Notizen: Für einen kindsköpfigen Mittvierziger wie den zonebattler gehört die Fernsehserie Kli-Kla-Klawitterbus fraglos zum kollektiven Erinnerungsschatz seiner Generation. Besonders ansprechend fand der Autor damals die zwischendrin eingespielten Animations-Filmchen mit Plastilin-Figuren der oben gezeigten Charaktere. Bis heute kann er die dazugehörige Gassenhauer-Melodie pfeifen…
 
Das eher mühsame Trick-Filmen im Bild-für-Bild-Verfahren ist im Zeitalter leistungsfähiger Computer übrigens keineswegs obsolet geworden: Die Macher von Wallace & Gromit schwören aus guten Gründen noch immer auf diese arbeitsintensive Methode!
 
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Dienstag, 4. April 2006

Funde im Fundus (3):
Weniger ist mehr

Fundstück: Agfa Clack
Art / Typ: Agfa Clack Mittelformat-Rollfilmkamera (6×9)
Herkunft: Deutschland, 1954
Zustand: guter Erhaltungszustand mit gebrauchstypischen Farbbereibungen an den Kanten des lackierten Metallgehäuses und feinen Kratzern am Bakelit-Oberteil. Verschluß leichtgängig und nicht verharzt.
Fundort: Flohmärkte (recht häufig anzutreffenes Massenprodukt)
Kaufpreis: je nach Erhaltungszustand ca. EUR 2,00 bis EUR 8,00
Notizen: Dieser einfache und formschöne Apparat kann mit einiger Berechtigung als die »Volkskamera« der Nachkriegszeit bezeichnet werden. Es existieren (mindestens) zwei Versionen, die eine mit einem optionalen Gelbfilter, die andere stattdessen mit einer einschwenkbaren Nahlinse.
 
Agfa Clack   Agfa Clack   Agfa Clack   Agfa Clack
 
Der Verfasser ist stolzer Besitzer von fünf Exemplaren in vier verschiedenen Original-Bereitschaftstaschen (Weichplastik braun, dunkelgrün, weinrot sowie Leder dunkelbraun). Die Abbildung ganz oben zeigt die Kamera mit dem auch für die 6×6 Schwestermodelle Click I und Click II passenden Blitz Clibo.
 
Allein für die Vitrine ist der technisch primitive Apparat allemal zu schade, denn mit modernem Dia-Film sind brillante Ergebnisse zu erzielen. Dazu sei auf einen eigenen Beitrag in diesem Weblog sowie auf des Autors Fotogalerie »zeiTRAum« verwiesen.
 
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Sonntag, 2. April 2006

Funde im Fundus (2):
Es muß nicht immer Fernost sein

Fundstück: Grundig MT 200 und MXV 100
Art / Typ: Grundig HiFi-Tuner MT 200
Grundig HiFi-Vorverstärker MXV 100

Farbe gold-metallic (Entwickler-Jargon: »nikotin-silber«)
Herkunft: Deutschland (in Sonderheit Fürth i. Bay.), ca. 1981
Zustand: optisch fabrikneu, funktional einwandfrei
Fundort: Geschenk eines um des Autors Leidenschaft wissenden Kollegen
Kaufpreis: EUR 0,00
Notizen: Heimisches HiFi-Equipment der absoluten Spitzenklasse, tut ein Vierteljahrhundert (!) nach seiner Herstellung immer noch tadellos seinen Dienst: Über gebraucht erworbene Grundig Aktiv-Boxen größeren Kalibers (und vergleichbaren Alters) klingen Chor- und Orchesterwerke so unerhört präsent und orginalgetreu, daß sie den stolzen Besitzer zuweilen zu Tränen rühren…
 
Grundig MT 200 und MXV 100   Grundig MT 200 und MXV 100   Grundig MT 200 und MXV 100   Grundig MT 200 und MXV 100
 
Leider ist der epochal passende Zuspieler (der welterste CD-Player Philips CD 100) wegen eines lästigen thermischen Fehlers derzeit indisponiert und somit letztlich doch unpäßlich. Bis auf Weiteres leistet daher ein moderner Grundig-Taschenspieler mutmaßlich asiatischer Provenienz musikalische Zuträgerdienste.
 
Auf Veranstaltungen im nahen Rundfunkmuseum der Stadt Fürth treffe ich in der dortigen Cafeteria (dem ehemaligen Büro von Max Grundig) gelegentlich längst pensionierte Grundig-Entwickler, die so manche spannende Insider-Story aus glorreicheren Zeiten zu erzählen wissen: Wenn man die engagierten Menschen hinter seinen schönen Geräten leibhaftig kennenlernen darf, wachsen einem diese natürlich noch mehr ans Herz!
 
P.S.: Die knorrige Wurzel ist gleichfalls ein Fundstück, will sagen ein Mitbringsel und Erinnerungs-Anker aus einem naturnahen Wanderurlaub in Kappadokien (Zentral-Türkei).
 
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