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zonebattler's homezone 2.1 - Merkwürdiges aus Fürth und der Welt


Sonntag, 9. Juni 2013

Zersetzungserscheinungen

Von ca. 1975 bis März 1983 habe ich mir eine (Klassik-)LP-Sammlung aufgebaut, seit der Einführung der CD dann nur noch silberne Scheiben zugelegt. Neulich holte ich meine Lieblingsaufnahme des Wagner’schen Parsifal aus dem Regal, die ich lange nicht mehr angefaßt hatte, da ich sie vor Jahren schon »gerippt« und unterwegs nur die platzsparende mp3-Fassung gehört habe.

Beim Aufklappen dieser 4-CD-Box der Deutschen Grammophon machte ich eine sehr unangenehme Entdeckung: Die beiden darin enthaltenen Schaumstoff-Quadrate, die zwischen jeweils 2 gegenüberliegenden CDs eingelegt waren, um dieselben gegen gegenseitiges Beschädigen zu schützen, hatten sich teilweise sehr innig mit den Scheiben verbunden. Offenbar gab es da chemische Reaktionen infolge alters­be­ding­ter Weichmacher-Ausdünstung, die teilweise zum bekannten Zerbröseln des Schaum­stoff­materials führten, mitunter aber eben auch dazu, daß sich der Schaumstoff in die Labelseite der CDs regelrecht »einbrannte«. Abspielen lassen sich die derart angegriffenen Discs immerhin (noch)…

Daraufhin habe ich alle meine CD-Boxen und auch die dicken LP-Mehrfachalben auf­gemacht (schon zu LP-Zeiten waren ja -entsprechend große- Schaumstoff-Einlagen Usus, um ein unkontrolliertes »Geklapper« in der Schachtel zu unterbinden). Das Ergebnis: Überall das Gleiche, die überwiegend jahrzehntealten Schaumstoffmatten haben ihre Elastizität verloren, zerbröseln einem unter den Fingern und in einigen Fällen haben sie sich mit den zu schützenden Silberscheiben in kaum zu trennende Beziehungen begeben.

Ich kann allen Leserinnen und Lesern nur raten, ihre Sammlungen durchzusehen und etwa vorhandene »Zeitbomben« dieser Art schnellstmöglich zu entfernen: Der Schutz­effekt geht über die Jahre sowieso flöten und kehrt sich irgendwann heim­tücki­scher­weise ins Gegenteil um!

Sonntag, 26. Mai 2013

Bocksprünge

Eine ganze Woche lang haben der zonebattler und seine bessere Hälfte abends bei urlaubenden Freunden die nicht mitgereisten Familienmitglieder versorgt, namentlich einen trägen Kater, ein anspruchsloses Meerschwein sowie Benno und Ingrid, ihres Zeichens schwarze Zwergschafe. Der abendliche Auslauf mit jenen beiden war nicht immer einfach zu bewerkstelligen, denn während die devote Ingrid stets folgsam der kleinen Truppe hinterherhoppelte, zeigte sich Benno der Bock zuweilen launisch und unterstrich seinen (Un-)Willen gern mit dem Einsatz seiner kühn gewendelten Hörner. Selbst beim scheinbar friedlichen Fressen mußte man immer ein wachsames Auge auf ihn haben, um nicht auf einmal sein knochenhartes Geweih am eigenen Schienbein zu spüren:

Benno (vorn) und Ingrid (hinten) beim Abendmahl

Einmal versuchte ich Zeit zu sparen, indem ich die beiden Zottelviecher alleine auszu­führen trachtete, derweil die bessere Hälfte parallel dazu die Rüben und Äpfel schnippeln und das Heu für die später vom Spaziergang heimkehrende Mini-Herde bereitlegen wollte. Dumm nur, daß Benno ohne Leit­tier vorneweg partout nicht weiter­gehen wollte, mir meine Ungeduld jedoch im Minutenabstand mit zwei ordentlichen Knuffen an die gleiche Stelle meines linken Beines quittierte. Blutend humpelte ich hernach weiter…

Benno (rechts) und Ingrid (links) beim Abmarsch Richtung Heimat

Die folgenden Expeditionen fanden dann nur noch mit mindestens zwei Menschen statt, einer voran, Benno und Leinenhalter(in) hinterher, Ingrid das Schlußlicht bildend. In dieser Reihung waren die Märsche entlang des Farrnbachs dann recht un­pro­blematisch zu absolvieren, wobei sich die Vierbeiner im regennassen Matsch deut­lich bessere Haltungsnoten verdient hätten. Kein Wunder, wenn man beim Trotten durch die patschige Pampa drei von vier Beinen statt nur eins von zweien am Boden haben kann!

Ab morgen kann sich meiner einer dann endlich wieder selber bockig geben…

Sonntag, 2. Dezember 2012

Rollentausch

Der Nürnberger Blogger-Kollege Michael Fohrn ermöglichte mir unlängst eine ebenso unverhoffte wie vollständig non-virtuelle Erfahrung: Nachdem ich bei ihm von seinem generösen Angebot gelesen und daraufhin sofort »hier! hier! HIER!« geschriehen dezent Interesse daran signalisiert hatte, saß ich tatsächlich kurze Zeit später bei der GRUNDIG AKADEMIE als geladener Gast in einem Seminar zum Thema Prozeß-Optimierung.

Mir war vorher gar nicht so recht bewußt gewesen, daß Michael und ich nicht nur als passionierte Internet-Vollschreiber, sondern auch im Zivilberuf quasi Kollegen sind: Auch meiner einer ist ja seit längerem in der Erwachsenenbildung tätig, wenngleich in einer ungleich größeren Firma. Von daher war der Deal ein beidseitig befruch­tender solcher: Ich konnte was dazulernen (und das angesichts des für mich auch pro­fessionell relevanten Themas sogar mit wohlwollender Dienstbefreiung durch meinen Chef), die GRUNDIG AKADEMIE durfte wiederum mit der profunden »Manöverkritik« durch einen Mann vom Fach rechnen!

Vorangeschickt sei die Bemerkung, daß es ja für jeden Dienstleister mit Qualitäts­anspruch nicht ganz einfach ist, das erklärtermaßen angestrebte Top-Niveau dauer­haft zu halten: Erstens wird jeder im eigenen »Laden« zwangsläufig irgendwann betriebs­blind und verliert den Blick für die scheinbaren Kleinigkeiten, zweitens kann man Qualität im Service-Sektor nicht auf Halde produzieren, Exzellenz will und muß vielmehr tagtäglich aufs Neue erstellt werden, und das nach Möglichkeit unabhängig von der Tagesform der an der Leistungserbringung Beteiligten…

Mich in der ungewohnten Rolle des ehrenamtlichen Seminar-Inspektors durchaus wohl fühlend, war ich schon vom Drumherum der in der ehemaligen »Resi« am Nürnberger Nordostbahnhof residierenden Lehranstalt durchaus beeindruckt: Schon die Be­grüßung und die Betreuung der KursteilnehmerInnen fiel sehr warmherzig und stim­mungs­hebend aus. Derlei Rundum-Bemutterung gibt es bei uns nur in den Premium-Gästehäusern mit überwiegend beschlipster Kundschaft und extern eingekauften TrainerInnen, in den Niederungen des Massengeschäftes mit konzerninterner Teil­nehmerschaft und eigenen Kompetenzvermittlern ist der Alltag natürlich weniger glamourös.

Bleiben wir noch etwas bei dem Drumherum, das jede(r) kennt, der/die schon einmal eine Fortbildungsveranstaltung besucht hat: Der Dienst am Kunden geht mit der Ein­ladung los und setzt sich fort über bedruckte Namensschilder, Blöcke, Stifte, Kekse und Getränke sowie allerlei sonstige Kleinigkeiten zur Förderung des körperlichen wie seelischen Wohlbefindens. Auch hier gilt die Regel, daß bei höherwertigen (mithin kostspieligeren) Management-Seminaren andere Standards gelten als für eintägige Auffrischer-Kurse für operatives Personal. Alles ist relativ. Das alles im Hinterkopf habend und berücksichtigend, kann ich der GRUNDIG AKADEMIE nur beste Noten aus­stellen! Kleine Unzulänglichkeiten und vorhandene Optimierungs-Potentiale, die ich natürlich gleich­wohl gesehen und registriert habe, habe ich hinterher meinem Gast­geber von Angesicht zu Angesicht geschildert, diese Winzigkeiten hier öffentlich aus­zu­breiten erschiene mir als unangemessene Nörgelei.

Übrigens vermochte auch die Verköstigung durch einen hauseigenen Caterer durch­wegs zu gefallen und zu munden, wobei ich hinzufügen muß, daß die einfache und ehrliche Art der Speisen und ihrer Präsentation im hauseigenen Casino meinem boden­ständigen Naturell entsprach. Höherrangige Alpha-Tiere mit Hang zur snobis­tisch angehauchten Hofhaltung mögen sich da mitunter vielleicht pikiert zeigen, aber es allen in jeder Hinsicht recht zu machen ist ohnehin ein Ding der Unmöglichkeit!

Das zeigte sich auch im Seminar selbst, in welchem das weitgefaßte Thema »Prozeß-Optimierung« im Wesentlichen mit den beiden Werkzeugkoffern von »LEAN« und »Six Sigma« angegangen wurde. In der relativ kleinen Teilnehmergruppe (außer mir war noch eine Führungskraft aus einem Baukonzerns mit von der Partie sowie vier junge Damen aus den Branchen Verlagswesen, Druckerei und Maschinenbau) ließ es sich gut und konzentriert arbeiten. Eine qualitative Bewertung der in nur zwei Tagen vermittelten Inhalte will ich mir nicht anmaßen, ich möchte mich ausschließlich zur Methodik und zur Systematik äußern: Als (Ex-)Trainer mit langjähriger Erfahrung in der Rolle des Wissensvermittlers hat mir die Aufteilung in einen Tag Theorie-Input und einen Tag Praxis anhand einer Fallstudie doch etwas Unbehagen bereitet. Die Aufnahmefähigkeit für neuen Stoff ist auch beim motiviertesten Zuhörer begrenzt, und spätestens nach dem Mittagessen droht das »Suppenkoma« die Aufmerksamkeit zu erodieren. Ein gut choreographierter Methodenmix aus sogenannten »teilnehmer­aktivierenden Lehrformen« wie Gruppenarbeit, Partnergespräch, Einzelaufgabe beugt dem vor, erfordert freilich einen höheren Entwicklungsaufwand und droht natürlich den ohnehin schon knappen Zeitrahmen zu sprengen. Inwieweit man das konkrete Thema also hätte adäquat aufsplitten können, vermag ich aus dem Stegreif nicht zu sagen, eine gewisse Würzung des streckenweise trockenen Stoffes mit Tricks aus dem Methodenkoffer hätte mir jedenfalls gut gefallen…

Zweitens hatte ich den Eindruck, daß sich bei diesem Bildungsangebot eine ziel­gruppen­spezifische Diversifizierung lohnen könnte: Zahlen, Daten, Fakten sind das A und O jedes seriös angegangenen Optimierungs-Projektes, und da zeigt sich ziemlich schnell, daß das produzierende Gewerbe einerseits und die Dienstleistungs-Branche andererseits trotz mancher Gemeinsamkeiten letztlich doch zwei unterschiedliche Welten sind. Auch wenn hier wie da mitunter die gleichen Methoden angewendet werden können, mir scheint das mit der Meßbarkeit von Soll-Abweichungen bei Schrau­ben und Schaltkreisen einfacher, zumindest aber etwas anders geartet zu sein als die Erfassung von sytemimmanenten Störfaktoren beim Herstellen von gänzlich immateriellen Gütern und Diensten.

Interessanterweise scheinen meine beiden Anregungen aber wunderbar zusammen­zupassen: Eine seminarspezifisch verstärkte Fokussierung des Blickwinkels auf Pro­duk­tions- wie Dienstleistungsbetriebe würde das jeweilige Curriculum möglicherweise etwas entschlacken können und so zeitliche Spielräume schaffen für den Einsatz aktivierender Lehrformen, die dem nachhaltigen Wissenstransfer dienlich sind.

Was dem zonebattler selbst knapp zwei Wochen nach seinem »Rollentausch« am intensivsten in Erinnerung geblieben ist? Erstens die konkrete Empfehlung, ja gera­de­zu kategorische Vorgabe, sich auch bei der Optimierung mulitpel malader Prozesse immer auf eine erkannte Ursache einzuschießen und weder Aufmerksamkeit noch Ressourcen auf mögliche andere Sekundäraspekte zu ver(sch)wenden, zweitens, äh, das leckere Lebkuchen-Tiramsu zur Halbzeit des zweiten Trainingstages. Das war ein Gedicht, das mußte ich gleich zweimal genauestens inspizieren, analysieren und in­korporieren. In diesem Sinne: Ein herzliches Dankeschön an die GRUNDIG AKA­DEMIE für eine in jeder Hinsicht gut bekömmliche Erweiterung meines Erfahrungs­schatzes!

Freitag, 14. September 2012

Bitte warten, bitte warten, bitte warten…

Wegen akuter Lustlosigkeit (resultierend aus dem Übergang von der Sommerfaulheit in die Herbstdepression) vorübergehend geschlossen!

Es gibt nichts Neues zu sehen.

Sie können Ihren Computer jetzt ausschalten.

Dienstag, 7. August 2012

Telefonbuch-Terror

Vor einigen Wochen meinte die Post, die Telekom, ein Verlag oder sonst irgend­jemand irgendwo, die Fürther Bürgerschaft mit Telefonbüchern zwangsbeglücken zu müssen: Was früher bei Bedarf in den Postagenturen selbst abgeholt werden konnte, wurde diesmal allen ungefragterweise vor die Türen und Tore gekippt:

sedimentierende Telefonbücher

Das Dumme ist nur, daß im Zeitalter von Internet und Mobilfunk der Bedarf an ge­druckten Telefonverzeichnissen stetig sinkt. Kaum einer scheint heutzutage noch Wert auf dicke Dünndruck-Schwarten unspannenden Inhalts zu legen, und so sedimen­tieren die schweren Papierbündel seit vielen Tagen mancherorts noch auf den Geh­steigen langsam vor sich hin…

sedimentierende Telefonbücher

Wer ist für solche sinnlosen Verschwendungsaktionen an den realen Bedürfnissen vor­bei wohl verantwortlich? Ein geschäftstüchtiger Verleger, der damit Werbeeinnahmen generiert? Die EU-Kommission? Der liebe Gott? Würde mich schon interessieren, der ich den Packen Papier vor meiner Haustür unverzüglich in die blaue Tonne (sowie die Folie drumherum in die gelbe) überführt habe.

Dienstag, 24. Juli 2012

Feuer frei

verkeilte Brandschutztür in einem Ladengeschäft im Fürther City Center
Samstag, 16. Juni 2012

Eiskalt erwischt

Heute morgen bin ich mal schnell in der blechernen Weißwurst nach München runter­gerauscht, um meiner besseren Hälfte ein frisch herausgekommenes und ergo noch nicht flächendeckend verfügbares Zubehörteil aus dem dortigen Apple Store zu be­sorgen. Kann man ja mal machen, ich wollte eh an meiner aktuellen Reisebericht­erstattung weiterschreiben, und ob ich das nun am ruhenden heimischen Schreib­tisch tue oder im rasenden ICE, ist mir letztlich einerlei. Hat auch alles bestens funktioniert, leicht gestreßt war ich nur vom unverhofften Anruf der sich hinsichtlich der gewünschten Farbe umentschieden habenden besseren Hälfte, die mich just zu dem Zeitpunkt anbimmelte, als ich den Kaufakt per Geldübergabe besiegelte. Aber egal, der Umtausch gegen ein andersfarbiges Teil war keine große Sache.

Groß hingegen ist die Landeshauptstadt, und an einem Samstag mit Festmusik vor dem Rathaus ist sie zudem mit noch mehr Menschen angefüllt als ansonsten schon da sind. Der lautstarke Trubel wurde mir ollem Langeweiler schnell zu viel, darum bin ich alsbald wieder zum Hbf zurückgefahren und in den nächsten ICE in Richtung Heimat gestiegen. Ganz vorne hinter dem Lokführer Platz genommen, Netbook aufgeklappt, Textentwurf geladen, Abfahrt.

Sanft singend setzte sich der Zug in Bewegung und schlängelte sich durch das Gleis­vorfeld des Bahnhofes. Kaum hatte er die Stadt hinter sich gelassen und seine Reise­geschwindigkeit erreicht – ich grübelte über die Malteken und ihre zu beschreibenden Eigenheiten nach – kam auf einmal von hinten Kollege Schaffner dienstbeflissen her­beigesprungen und hielt mir ein Tablett mit vier Eisen am Stiel darauf unter die Nase: »Grüß Gott der Herr, darf ich Ihnen ein Magnum anbieten, es gibt ‘Mandel’ oder ‘Classic!’«

Im Grunde stand mir der Sinn gar nicht so sehr nach Eiscreme, da ich kurz vor der Abfahrt noch einen ambulant erstandenen Milchshake in mich hineingestrohhalmt hatte. Aber ausschlagen wollte ich das nette Angebot auch nicht, und so entschied ich mich kurzer­hand und lauthals bestätigend für die Variante »Classic«.

Da ließ der schlaue Schaffner die Maske fallen: »Gerne, das macht dann EUR 2,20!«, schnarrte er. Meiner einer hingegen hatte die Offerte als Geschenk (miß-)ver­standen, weil derlei in der ersten Klasse üblich ist und ich für einen Augeblick ganz vergessen hatte, heute privat und damit auf den billigeren Plätzen in der zwoten unter­wegs zu sein! Da saß ich nun in der Freundlichkeitsfalle und es half nix, ein Rück­zieher wäre kleinlich und peinlich erschienen. Also heraus mit der Börse und das Lehr­geld gezahlt!

Am meisten ärgerte ich mich darüber, daß ich solche leicht manipulativen Methoden (Päsentation einer kleinen Zahl fertig vorgegebener Alternativen statt dem Stellen einer ergebnisoffenen Frage mit folgen- und kostenlosem Hintertürchen) in früheren Zeiten persönlich geschult habe. Nun war ich selbst ein Opfer des längst durch­schauten, uralten Verkäufer-Tricks geworden. Geschieht mir recht. Aber recht lecker war das Schoko-Magnum dennoch!

Samstag, 31. März 2012

Mutter-Kind-Abteil

brütende Taube in des zonebattler's Balkon-Blumenkasten

zonebattler’s Balkon-Blumenkasten mit Besatz

 

Taubenei in des zonebattler's Balkon-Blumenkasten

zonebattler’s Balkon-Blumenkasten ohne Besatz, jedoch mit Belegung

 
Der furchterregende Taubenschreck steht keine zwei Meter weiter zwischen zwei Blumenkästen eingeklemmt und erregt erschreckenderweise keinerlei Furcht. Tja.

Samstag, 18. Juni 2011

Ausgekocht und abgebrüht…

…wie er nun mal ist, hat der zonebattler heute im Rahmen einer Geräteinstand­setzung zu extremen Mitteln gegriffen: Weil ein schöner alter SONY CDP-M 50 CD-Player aufgrund eines leicht erschlafften Treibriemens zwar noch seine Klappe auf- und zumachen, dann aber nicht mehr mit hinreichend Wuppdich die Abtasteinheit unter die eingefahrene CD-Schublade schwenken konnte, habe ich mich eines alten Tricks erinnert und den betagten Riemen kurzerhand für fünf Minuten in kochendes Wasser gegeben. Die schwarze Endlosbandnudel hat nicht nur das (sowie das anschließende Abschrecken in kaltem Wasser) überlebt, sondern erfüllt nun ihre Auf­gabe erneut mit großer Bravour und ohne zu murren (oder durchzuschlupfen).

Von einer wundersamen »Regeneration« des alten Gummis wird man wohl nicht sprechen können, eher dürfte das Teil etwas eingelaufen sein nach Art zu heiß gewaschener Hosen, aber was macht’s? Der Zwerg reinigt die Kittel, wie ein altes Sprichwort weiß. Und ich kann jetzt den melancholischen Erinnerungen an meinen weiland dritten Silberscheibenspieler wieder unter passender Musikbegleitung nach­hängen…

Donnerstag, 12. Mai 2011

Bildungsmisere?

Der befreundete Gunther S. aus R. (Name der Redaktion bekannt) beschließt eine längere Mail an mich heute mit den Worten:

Ansonsten mache ich gerade oft zweimal am Tag mit L. Hausaufgaben, und es naht der Tag, an dem ich mit Feuer und Schwert in der Schule vorstellig werde.

Angesichts des ansonsten äußerst ausgeglichenen Naturells des zu lexikalischen Anwandlungen neigenden G. bin ich eigentlich geneigt anzunehmen, daß er der diensttuenden Lehrkraft im Fach »Sachkunde« mit plastischen (bis drastischen) Demonstrationen bei der Vermittllung des Stoffes unter die (schweißnassen?) Arme greifen will. In meinen eigenen Hang zu dramatischen Inszenierungen sehe ich ihn indes vor meinem geistigen Auge in seinem heiligen Furor durch die Gänge der Lehr­anstalt hasten und alles eliminieren, was da kreucht und fleucht und sich ihm in den Weg stellt. Aber derlei krude Assoziationen sind wohl bizarre Spätfolgen meiner »Doom«-Exzesse in jüngeren Jahren. Warum sollte einer Amok laufen, nur weil sein begriffsstutziger Zögling nicht auf Anhieb kapiert, was mutmaßlich hochqualifizierte Pädagogen ihm nach allen Regeln der Kunst einzutrichtern trachten? Also wirklich, mein lieber G., werde mal nicht ungerecht: In unserem Bildungssystem ist alles in bester Ordnung!

Dienstag, 5. April 2011

Radlerpech, Radlerglück

Die erste kleine Rundfahrt auf dem frisch ausgekellerten Straßen-Tretboot geriet mir am letzten Sonntag zur Beinahe-Katastrophe: Unweit des Atzenhofer Müllbergs Solarbergs ließ ich einen sich an meinem fahrenden Untersatz interessiert zeigenden Radler-Genossen und Liegerad-Aspiranten ein paar Meter probefahren. Ich fuhr der­weil auf dessen ziemlich hohen HighTech-Velo mit schmalem Rennsattel vorneweg. 100 Meter später waren erstens meine Weichteile gequetscht und zweitens an mei­nem Peer Gynt eine Hinterradspeiche hinüber…

Der daraus resultierende »Achter« war enorm: Zwar hatte ich vorher schon einen leichten »Hau« im Hinterrad gehabt, aber jetzt geriet die Felge nach jeder Um­drehung dermaßen mit der linken Backe der Magura-Hydraulikbremse in Kontakt, daß das Rad komplett blockiert wurde. Ich brach den Ausflug notgedrungen sofort ab und hoppelte mit witsch-witsch-witschenden Bremsgeräuschen ebenso lang- wie mühsam über die Vacher Straße wieder heimwärts. Von Leichtlauf konnte selbst bergab keine Rede mehr sein, ich kam mir vor wie auf einem Hometrainer auf maximaler Rei­bungsstufe.

Gestern Abend brach ich mit dem ausgebauten Hinterrad zum Fahrraddoktor auf: Die Herren Gnu1742 und Grabenkenner hatten mir schon vor längerer Zeit den Herrn H. empfohlen, der im Keller seines Hauses in der Südstadt eine kleine Reparaturwerk­statt betreibt. Zwar kann der nette Zweiradspezialist im (Un-)Ruhestand weder Tandems noch Liegeräder warten (weil er die durchs enge Treppenhaus nicht in seine Katakomben hinunterbekäme), aber mit meinem bereits demontierten Hinterrad wähnte ich mich dennoch an der richtigen Adresse.

Und so war es auch: Herr H. meinte, die Reparatur des Radreifens wäre unwirt­schaftlich, da ein Neueinspeichen recht arbeitsintensiv sei. Zudem sei es fraglich, ob man die vorhandene Felge wieder vollständig enteiern könne. Er rate daher zum Komplettwechsel des Rades. Glücklicherweise hatte er ein passendes auf Lager (was angesichts der Vielzahl der möglichen Varianten aus Material, Durchmesser und Ritzelpaket-Abmessungen ja auch keine Selbstverständlichkeit ist).

Nach kurzer Überlegung stimmte ich dem Vorschlag zu, und wenige Minuten später hatte mir Herr H. das 7-fach-Shimano-Ritzelpaket vom alten Rad ab und an das neue dranmontiert. Für das Rad berechnete er mir EUR 45, für den Felgengummi EUR 1, für die Arbeitszeit nix. Dankbar über die schnelle und unbürokratische Hilfe rundete ich den Betrag auf und zog nach einem Plausch über die Exzesse der heutigen Konsumwelt beglückt von hinnen…

Im heimischen Hofe ward das neue Hinterrad hurtig eingebaut, und das dank zahn­ärztlicher Einmalhandschuhe ohne ölige Finger. Freudig nutzte ich die Gunst der Stunde und der gutnachbarschaftlichen Latex-Spende, um die gesammelten Öl-und-Dreck-Verkrustungen von Kettenblättern und Schaltungsteilen abzukratzen, ohne mit dem ganzen Schmodder leibhaftig in Berührung zu kommen. Die Idee mit den »ge­fühlsechten« Handschuhen ist dermaßen genial, daß ich mich glatt wundere, noch nicht früher darauf verfallen zu sein: Ich werde mir eine Spenderpackung davon zulegen, um mir die schwere Instandhaltung an meiner Fahrzeugflotte weiterhin so handfreundlich wie möglich zu gestalten.

Die anschließende Werkstattfahrt führte mich die Amalienstraße hinab, unter der Siebenbogenbrücke hindurch, die Uferpromenade entlang und die Königstraße hinauf bis zum Texthaus, wo ich der omnipräsenten Chefin noch eine von mir umgerüstete Energiesparbirne vorbeibrachte zwecks stilechter Schaufensterillumination. Das Rad lief und läuft wieder wunderbar! In den nächsten Tagen werde ich das abgewirt­schaftete Hinter-Ei komplett zerlegen und dessen alte Shimano-Nabe (die mittler­weile Oldtimer-Kultstatus genießen dürfte) in meinen Auktionen feilbieten und wortreich besingen: Mit etwas Glück erlöse ich dafür am Ende noch den Preis des neuen Hinterrades… ;-)

Freitag, 25. Februar 2011

Zany Afternoons

Draußen Sonnenschein, drinnen Zelenka, damit lassen sich die letzten drei (bezahl­ten) Arbeitsstunden der Woche jetzt recht beschwingt angehen. Nur das beherzte Mit­singen muß ich mir im Interesse der noch anwesenden Kollegen leider verkneifen…

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