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zonebattler's homezone 2.1 - Merkwürdiges aus Fürth und der Welt


Samstag, 3. April 2010

Richtigstellung

Wer ein schönes Haus vor die Linse bekommt und kurzerhand ablichtet, ist vom Ergebnis oft enttäuscht: Ein niedriger Standort auf Straßenniveau zwingt zur schräg nach oben angewinkelten Kamerahaltung, was dann zwangsläufig die gefürchteten »stürzenden Linien« nach sich zieht. Der komplexe menschliche Sehapparat vermag weitgehend unbewußt zu korrigieren, was das unbestechliche Kameraauge -den Gesetzen der Physik folgend- gnadenlos aufzeichnet:

Das Jugendstilhaus in der Fürther Theaterstraße Nr. 3

So schepps kann man so ein stattliches Stadthaus natürlich nicht stehen lassen, wie sähe denn das aus? Also gleich nach dem Stadtrundgang daheim den Rechner angeworfen und flugs FixFoto gestartet, meine bevorzugte virtuelle Dunkelkammer für jegliches Rohmaterial aus bildgebenden Gerätschaften.

Als erstes habe ich die Perspektive »geradegezupft«, also das Rechteck des Bildes oben beidseitig in die Breite und damit zum Trapez gezogen, bis die senkrechten Linien (Mauerkante links, Regenrinne rechts) auch wirklich wieder senkrecht und parallel zueinander verliefen. Sodann ein Rechteck herausgeschnitten und das darin nunmehr wieder lotrecht erscheinende Gebäude per Kontrast- und Farboptimierung etwas in Frühlingsstimmung versetzt. Abschließend noch einen passenden Rahmen drumherum gebastelt (FixFoto hat für derlei Zwecke ein mächtiges Modul namens »Master Framer Deluxe« an Bord) und fertig ist die Laube:

Das Jugendstilhaus in der Fürther Theaterstraße Nr. 3

Mit etwas mehr Aufwand und Hingabe hätte man noch den Gesamteindruck störende Elemente wie Werbetafel, Verkehrsschild und sogar die geparkten Motorroller aus dem Foto herausretouchieren sowie den dröge unstrukturierten Nachmittagshimmel durch einen blauen mit pittoresken Wolken drin ersetzen können: auch dafür bringt FixFoto die geeigneten Werkzeuge mit. Unsereiner freilich sähe da die Grenze zur Bildmanipulation in unzulässiger Weise überschritten und läßt schon aus Gründen der Faulheit Authentizität gerne drin, was im vor Ort gewählten Bildausschnitt in realiter vorhanden war: Fürth ist schließlich auch ungeschminkt liebenswert

Montag, 9. November 2009

Lachen ist die beste Medizin

Andrea Diener schreibt in der F.A.Z. über die bizarre Welt der EsoterikerInnen, und wer sich nach der Lektüre nicht scheckig gesund gelacht hat, ist mit herkömmlichen Mitteln nicht mehr zu kurieren…

Dienstag, 3. November 2009

Federlesens

Der Don macht ein Schnäppchen und schlägt dem Globalisierungswahn solcherart ein Schnippchen. Und recht hat er!

Samstag, 31. Oktober 2009

Weggezappt

Heute ist der letzte Sendetag des ZDFdokukanals, der dem morgen startenden zdf_neo (mit neckischem Unterstrich, der wohl dem dynamischen Zeitgeist der imaginären Online-Generation geschuldet ist) weichen muß. Knappe zwei Monate hätte der zonebattler dann Zeit, sich das neue, grandiose und sicher so noch nie dagewesene Programm anzugucken, bis er endlich gnadenlos aus der Zielgruppe der 25- bis 49-jährigen Zuschauer herausfällt und sich hernach einen seniorengerechten Sender suchen müßte. Vermutlich aber wird er es vorziehen, weiterhin selbst aktiv auf Sendung zu gehen und das Abhängen vor der Glotze jenen zu überlassen, die von Mitte zwanzig bis Ende vierzig lieber passiv zappelnde Bilder konsumieren als selbst aktiv zu kommunizieren. Suum cuique.

Mittwoch, 6. Mai 2009

Gehirnwäsche

»Das TV ist am Ende seiner Möglichkeiten« meint der Hirnforscher Gerald Hüther in einem lesenswerten Interview in der Süddeutschen Zeitung.

Freitag, 1. Mai 2009

Notbremse

»Blogs sind abgetriebene Gedanken« meint Else Buschheuer im Interview mit dem SPIEGEL und kündigt an, das in ihren Augen kreativitätskillende, häppchenweise Bloggen zugunsten der Anfertigung längerer literarischer Texte gänzlich einzustellen. Ihre Argumentation ist schlüssig und stimmt mich einigermaßen nachdenklich…

Mein Dank an Herrn inachtzigweltenumdentag für den unverhofften Lesetipp!

Samstag, 28. März 2009

Mobilitätswahn

Der Don spricht mir aus der Seele.

Montag, 16. März 2009

Kauffrust oder Kauflust?

Ganz unabhängig von der brodelnden Diskussion über die »Neue Mitte« frage ich mich zuweilen, warum Sonntagsverkäufe [1] immer Menschenmassen in die Stadt zu locken imstande sind. Ich meine, angeblich kann man doch in Fürth nicht wirklich gut einkaufen? Sind das wirklich alles nur tumbe Tröpfe, die nichts mit sich und ihrer Freizeit anzufangen wissen und daher froh sind, auch an Sonntagen durch Konsum Divertimento und Zerstreuung zu finden? Oder hat die offenbare Attraktivität solcher sonntäglichen Shopping-Exzesse nicht auch etwas mit der Originalität des Gebotenen und des bunten Begleitprogramms zu tun? Wäre nicht eine lebendige Vielfalt aus inhabergeführten Fachgeschäften mit eigenständigem Charakter auf Dauer viel attraktiver als ein protziger Mega-Klotz mit den gleichen langweiligen Läden, die mit identischer Ausstattung und Produktauswahl in jeder x-beliebigen Stadt zu finden sind? Ich bin der festen Überzeugung, daß individuelle Kreativität und gemeinsame Aktivitäten von pfiffigen EinzelhändlerInnen die Fürther Innenstadt weit nachhaltiger aufwerten könnten als ein gesichtloser Betonbunker mit dem gleichen 08/15-Zeugs drin wie überall!

 
[1] die ein lustfeindlich-grimmer Konsumasket wie der nervige zonebattler natürlich regelmäßig meidet, schon der eventüblichen Drängelei und Schieberei wegen…

Montag, 9. März 2009

Virtueller Frühjahrsputz

Eine liebe Stammleserin hat sich neulich ziemlich verwundert darüber gezeigt, daß ich mich nach dem Neustart zum letzten Jahreswechsel der Mühe des Umziehens der alten Inhalte unterzogen habe. Warum ich denn nicht einfach ohne Rücksicht auf den antiken Krempel frisch angefangen hätte?

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Nun, tatsächlich sind mir die ollen Kamellen mitunter sogar so wichtig, daß ich sie erneut anfasse und frisch aufpoliere: Immerhin handelt es sich ja um meine Erinnerungen in meinem Tagebuch! Momentan bin ich z.B. dabei, bei manchen meiner bereits vorgestellten »Funde im Fundus« zusätzliche kleine Fotoreihen mit Detailansichten einzuflicken, eine Arbeit, die mir ganz unbändigen Spaß macht und die überdies schnell von der Hand geht. Zumal jetzt, wo es nach dem Heimkommen von der Arbeit schon wieder hell genug für derlei ambulante Knipsereien ist…

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Wenn’s jemandem auffällt: umso besser. Wenn nicht, ist es mir auch egal: Der Lohn der Mühe liegt im Gelingen des Vorhabens und im Erreichen der selbstgesteckten Ziele, auch wenn diese anderen als läppisch und banal erscheinen mögen!

Dienstag, 17. Februar 2009

Alles in Butter?

In der F.A.Z. findet sich heute ein sehr lesens- und bedenkenswerter Artikel über die heutzutage weitverbreitete Geringschätzung von Lebensmitteln. Wie (fast) immer lohnt auch die Lektüre der dazugehörigen Kommentare…

Montag, 17. November 2008

Rauchzeichen

Auch wenn es den zonebattler einen Teil der Verwandschaft und vielleicht ein Viertel seines Freundeskreises kosten würde: Käme er am roten Knopf vorbei, der den tabakrauchenden Teil der Menschheit subito verschwinden ließe, so würde er ihn ohne langes Nachdenken sofort niederdrücken [1] und gleich noch ein zweites und ein drittes Mal, um wirklich sicherzugehen…

Weit liberaler ist da -sozusagen von Amts wegen- ein Berufs-Liberaler aus N., mit dem seine Schulfreundin Beatrix C. aus K. neulich eine erhellende Korrespondenz hatte. Zum Zwecke der politischen Meinungsbildung dokumentiert er nachfolgend den Schriftwechsel -selbstverständlich mit dem Einverständnis der Beteiligten- in vollem Wortlaut [2]. Der optischen Abgrenzung und besseren Lesbarkeit halber sind die Einlassungen des Politprofis in den Farben seiner Verbindung handkoloriert:

 

Sehr geehrter Herr K.,
 
Wie sehr habe ich mich über die Einführung des Rauchverbots gefreut! Endlich konnte ich auch ich als Nichtraucherin einen Abend in der Kneipe oder Disco verbringen ohne die rauchgeschwängerte Luft atmen zu müssen! Endlich haben die Brötchen aus der Bäckerei mit Cafe nicht mehr schal geschmeckt! Endlich konnte ich ohne Rauchbeimischung essen gehen!
 
Natürlich stimmt es mich da ziemlich traurig, dass es damit jetzt wieder vorbei sein soll.
 
Es ist also so, dass Menschen, die süchtig sind andere belästigen und gefährden dürfen. Warum? Wird damit so viel Geld verdient, Ist der Protest der Raucher so massiv weil sie eben rauchen müssen und das am besten überall ohne Einschränkung und Rücksichtnahme?
 
Schade, schade, schade!
 
Mit empörten Grüßen,
Beatrix C.

 

Sehr geehrter Frau C.,
 
niemand wird gezwungen zu rauchen. Wählen Sie einfach Lokale und Geschäfte in den nicht geraucht wird. Im Fall der von Ihnen angesprochen Disko sollten Sie um einen Gehörschaden zu vermeiden unbedingt auch auf Zimmerlautstärke bestehen.
 
Mit liberalen Grüßen
A. K.
Kreisvorsitzender FDP-N.

 

Sehr geehrter Herr K.,
 
sollte mir die Lautstärke in einer Diskothek zu hoch sein, nehme ich Ohrenstöpsel und behellige damit niemand anderen – entscheide ich mich aber dort zu rauchen zwinge ich alle Anwesenden das auch zu tun.
Merken Sie den Unterschied?
 
Mit freundlichen Grüßen,
Beatrix C.

 

Sehr geehrte Frau C.,
 
Dann nehmen Sie doch zu den Ohrenstöpsel auch noch eine Gasmaske dazu und verzichten Sie doch bitte aus Protest auf alkoholische Getränke.
Warum gehen Sie eigentlich überhaupt rein?
Zeigen Sie dem Betreiber doch Ihre Empörung über sein Angebot in dem Sie als Kunde von Ihrem Recht gebrauch machen dort nicht hinzugehen.
 
Mit liberalen Grüßen
A. K.
Kreisvorsitzender FDP-N.

 

Sehr geehrter Herr K.,
 
Sie haben natürlich völlig recht!
Vielen Dank für Ihre überzeugenden Argumente! Ich werde einfach zu Hause bleiben nicht rauchen und meinen Mund halten.
 
Mit freundlichen Grüßen,
Beatrix C.

 

Sehr geehrte Frau C.,
 
Sie werden sich nun wundern, aber im Grundsatz gebe ich Ihnen vollkommen Recht, dass wir in unserer zunehmend gebildeten Gesellschaft Mechanismen einrichten sollten, die den verschieden gesundheitsschädlichen Verhalten und Süchten, das sind nicht nur Nikotin-, Alkohol- und Spielsucht, entgegen wirken.
 
Das Kernproblem liegt darin, dass es bei allen diesen Verhalten auf die Dosis ankommt. Verbote bringen da nichts als Widerstand.
 
In unseren Innenstädten haben wir wegen des Feinstaubes ja auch kein Fahrverbot sondern eine nachvollziehbare Regelung.
 
Ideales Beispiele ist das rauchen. Mein Vorschlag wäre hier, dass man in Gastronomien ein "Nikotin-Barometer" aufhängt. Sobald ein per Verordnung festgelegter Grenzwert erreicht ist, müssen die Kippen ausgemacht werden.
 
Entweder werden dann die Raucher sich die Qualmproduktion einteilen oder die Wirte werden für entsprechende Belüftung sorgen.
 
Kreativität ist gefragt – draufhauen funktioniert heute nicht mehr.
 
Im Fernsehen sah ich Vorgestern einen Spot – ich bin mir nicht 100 % sicher, aber ich glaube gesehen zu haben, dass der von "pro-rauchfrei" war. Auch das ist ein Ansatz, der bei entsprechender Seriosität sogar von ALLEN Parteien – auch der FDP- unterstützt würde.
 
Mit liberalen Grüßen
A. K.
Kreisvorsitzender FDP-N.

 

Sehr geehrter Herr K.,
 
hätten Sie etwas dagegen einzuwenden, wenn ich unsere kleine Korrespondenz an einen blogenden Freund weiterleiten würde?
 
Mit freundlichen Grüßen,
Beatrix C.

 

Sehr geehrte Frau C.,
 
ich habe Ihnen den Koalitionsvertrag
[3] am Stück angehängt. Das Thema "Nichtraucherschutz" finden Sie auf Seite 49 Lit. 4.
Das sagt sicherlich mehr aus, als Diskussionen um bereits gefallene Entscheidungen.
 
Mit liberalen Grüßen
A. K.
Kreisvorsitzender FDP-N.

 

Sehr geehrter Herr K.,
 
vielen Dank für die Information. Aber sie haben doch nichts gegen die Weiterleitung auch wenn es schon Schnee von gestern ist?
 
Mit freundlichen Grüßen,
Beatrix C.

 

Sehr geehrte Frau C.,
 
kein Problem. Sie können meine Aussagen aus unserer Kommunikation insgesamt ruhig weiterleiten. Wichtig ist mir, dass nichts aus dem Zusammenhang gerissen wird.
Sinnvoll wäre es sicherlich, wenn Sie auch die diesbezüglich Vereinbarung aus dem Koalitionsvertrag mit weitergeben würden.
 
Mit liberalen Grüßen
A. K.
Kreisvorsitzender FDP-N.

 

Sehr geehrter Herr K.,
 
ich werde die Vereinbarungen mitsenden. Danke.
 
Mit freundlichen Grüßen,
Beatrix C.

 
Tja, da nenne noch einer die FDP eine »Spaßpartei«! Zum Spaßen ist indes auch dem zonebattler nicht zumute: Seit hier in Bayern striktes Rauchverbot in den Lokalen herrscht, hat er dort mehr Geld gelassen als im Jahrzehnt zuvor. Einer Lockerung der bestehenden Bestimmungen steht er daher absolut ablehnend gegenüber!

 
[1] was ja eigentlich auch im Interesse der schnell und spurlos Eliminierten läge, da ich ihnen damit womöglich späteres Siechtum ersparte…

[2] »voller Wortlaut« = inklusive etwaiger Rechtschreib- und Grammatikfehler.

[3] Der erwähnte Koalitionsvertrag CSU/FDP (2008-2013) als PDF-Dokument. Die angeführte Seite Nr. 49 der PDF-Datei trägt in der Fußzeile die Nr. 47, da Titelblatt und Inhaltsübersicht unnummeriert sind.

Samstag, 26. Juli 2008

Donnerwetter

Kurz nach 22:00 Uhr MESZ läßt eine Explosion den zonebattler vor Schreck schier vom Chefsessel Hocker fallen. Kinderschreie dringen duch die folgende Grabesstille, was ist geschehen? Vom Balkon aus sind in nördlicher Richtung die Lichtkegel dreier Flakscheinwerfer zu sehen, die suchend den Nachthimmel abtasten. Wieder eine Explosion, noch eine und noch eine und immer noch welche: Die schwere Flak feuert jetzt im Salventakt, am Himmel zuckt es abwechselnd in weiß und bedrohlichem Rot.

Feuerwerk und Flakscheinwerfer

Indes, Sirenengeheul bleibt ebenso aus wie das unheimliche und durchdringende Brummen britischer Viermots. Eine Handvoll Lancaster und Stirlings wären ja noch flugfähig erhalten, um in stilgerechtem Reenactment-Nachtangriff die Fürther City wegzubomben, auf daß schnell und unbürokratisch Platz für Fürths »Neue Mitte« geschaffen wäre. Von droben sind aber keine Motoren zu hören. Auf wen also wird dann geschossen?

Doch Entwarnung, die Stadt Fürth hat es wohl selber krachen lassen in Form eines Feuerwerkes im Stadtpark, damit die sich dortselbst heute abend amüsierende Haute Volaute was zum Staunen hat. Ich bleibe gleichwohl bei meinem harschen Urteil: Angesichts der Scheinwerfer und der enormen Lautstärke der Detonationen ist dieses »pyrotechnische Betthupferl« primär eine martialische Geschmacklosigkeit gewesen. Gerade hier in Fürth, wo die Zeichen noch an den Wänden prangen…

Gesegnete Nachtruhe.

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