Samstag, 15. November 2008
Nürnberg, Großparkplatz an der Kreuzung Witschelstraße /von-der-Tann-Straße. Der zonebattler befindet sich auf Kollisionskurs zu einer handelsüblichen Kleinfamilie aus der (mutmaßlich) lower middle class: Frau um die 30, Töchterchen 6-8 Jahre, Mann reichlich gesichtsbehaart und deshalb schwer zu taxieren. Die Frau bückt sich zu einer Krimskramskiste mit Plüschtieren und zerrt einen grimmen Gorilla heraus…
Frau
(zur Tochter) Schau’ ner hi, der Aff’ da schaut aus wie dei Vadder!
Tochter
Giggel…
Mann
(düster) -
zonebattler
(grinsend ab)
Samstag, 19. April 2008
Dienstag, 9. Oktober 2007
Im Feierabendzug -ich sitze im ansonsten verwaisten Untergeschoß des hintersten Doppelstockwagens- kommt ein mit englischem Akzent sprechender Herr auf mich zu und fragt nach dem Schaffner. Ich schicke ihn nach droben, doch als er kurz darauf mit immer noch fragendem Gesichtsausdruck wieder nach drunten kommt, sage ich ihm auf Englisch, daß der Kollege wohl im Führerstand des Steuerwagens wäre, um seine Ansage abzuspulen. Mich als seiner (mutmaßlichen) Muttersprache mächtig entpuppt habend, fragt mich der Gentleman nun seinerseits in heimischen Idiom, ob ich zwei Minuten Zeit hätte. Ich antworte flugs, daß ich deren six hätte (was der regulären Fahrzeit von Nürnberg nach Fürth entspricht). Daraufhin werde ich sofort interessiert mit Fragen bombardiert: Was Nürnberg für eine Stadt wäre, ob deren Universität größer wäre als die Erlangens, wie viele Einwohner beide Städte hätten und welcher Konfession jene überwiegend anhingen, wie hoch die Arbeitslosigkeit in der Region wäre und so weiter und so fort. Ich antwortete nach bestem Wissen, Gewissen und Vermögen, spanne den Bogen über die Metropolregion Nürnberg - Fürth - Erlangen bis zur Universitäts- und Bischofsstadt Bamberg und würde mich der hochnotpeinlichen Befragung gerne weiter stellen, wenn mein Zug nicht inzwischen in Fürth einlaufen täte. Ich muß die abschließende Frage, ob ich ein Professor wäre, der Einfach- und im Grunde auch Wahrheit halber leider verneinen und mich sodann flugs verabschieden. Immerhin reicht es noch, dem überaus wissensdurstigen Herrn eine selbstgedruckte Visitenkarte unterzuschieben. Ob er sich wohl darüber wundert, was das wohl für einer sein mag, der sich darauf als »Dienstmann« bezeichnet?
Sonntag, 17. Juni 2007
Fürth, Parkplatz am Hornbach-Baumarkt: Der zonebattler ist ohne seine bessere Hälfte auf Streife, erspechtet gleichwohl einen Stapel netter Damen-Klamottagen…
zonebattler
Sind das Bodies?
Anbieterin
(guckt überrascht) Ja, aber für Damen!
zonebattler
(ein auf den ersten Blick besonders schönes Exemplar prüfend)
Habe ich mir schon gedacht. Welche Größe hat denn das Teil?
Anbieterin
S
zonebattler
(sucht nach dem Wäsche-Etikett)
Etikett
42-44
zonebattler
Alles klar. (ab)
Dienstag, 22. Mai 2007
Herrschaften, morgen muß ich mal wieder dienstlich ausrücken, einmal Fulda und zurück im ICE. Um die Dienstfahrkarte 1. Klasse braucht mich keine(r) wirklich zu beneiden, der wahre Luxus ist es ja, Zeit, Ziel und Anlaß der eigenen Mobilität nach eigenem Gusto wählen zu können. Zudem haben derlei Reisen zu zentral gelegenen Besprechungs-Knotenpunkten keinerlei touristischen Nährwert, man spurtet halt vom Bahnsteig zu einem mehr oder weniger gesichtslosen Konferenzzimmer und Stunden später wieder retour und fragt sich zwischendrin, wieviel dringende Mails man derweilen im Büro hätte erledigen können! Aber wat mut, dat mut, wie wir Lateiner sagen…
Ich will freilich nicht maulen, sondern mir im Gegenteil schon jetzt die Abrundung des Tages vorstellen: Wie wäre es -auch ohne fällige Preisverleihung- zwischendrin mit einem spontanen Pizza-Treff beim Domenico? Wie immer nach dem Krieg um sechse? Wer wäre dabei?
P.S. Das soll definitiv kein doofes Insider-Treff werden, neue GesichterInnen sind herzlich willkommen! Und wer sich nicht outen mag, kommt halt sondierungshalber unauffällig vorbei und mimt erstmal reguläre Laufkundschaft…
Samstag, 19. Mai 2007
Bekannte waren verblüfft ob meiner Unwilligkeit, micht heute in Nürnberg durch die dortige Blaue Nacht treiben zu lassen. Wir wissen freilich aus eigener Erfahrung, daß das eher ein rechtes Geschiebe ist, und Massenauftriebe sind uns sowieso eher ein Greuel denn eine rechte Freude. Also folgten wir des Nachmittags einer alternativen Anregung des geschätzten Herrn Grabenkenner und flanierten durch den Südstadtpark zum Jubiläumsfest der Anlage 4 des Gartenbauvereins 1897 e.V. …
Nun hatten wir ursprünglich nicht wirklich vorgehabt, den halben Tag dort zuzubringen, aber dieses große Fest der kleinen Leute war reich an unerwartet intensiven Begegnungen: Ein ausgeschilderter Rundweg durch die Kolonie führte an zahlreichen offenen Gartentüren entlang, hinter denen die freundlichen PächterInnen mit selbstgemachten Spezialitäten die Neugierigen empfingen und bewirteten.
Russischer Borschtsch mit Teigtaschen, prickelnd-frische Waldmeister-Bowle, Schnapstorte, Zwiebelkuchen zu selbstgekeltertem Rotwein (rumänische Traube auf fränkischer Scholle) und allerlei weitere Leckereien mehr fanden den direkten Weg in des zonebattler’s wachsende Wampe. Am nachhaltigsten aber werden uns aber die langen Gespräche mit den gastfreundlichen Leuten dort in Erinnerung bleiben, deren Weltbild mit dem unseren überaus gut harmoniert: Freude an den einfachen Dingen, naturnah statt naturentfremdet, bescheiden statt maßlos.
Andere berichten stolz davon, wenn sie derlei kathartische Erlebnisse zufällig im Urlaub am anderen Ende der Welt hatten. Unsereins muß nur eine Viertelstunde spazieren gehen, um zu einer Gemeinschaft erdnaher Philosophen zu finden. Gut so. Vielleicht sollte ich dem Herrn Gernstl mal einen Tipp geben…
Montag, 7. Mai 2007
Nachdem sich der glückliche Gewinner meines jüngsten Monatsrätsels bislang leider immer noch nicht zu einer definitiven Terminzusage hat durchringen können, reiße ich jetzt die Initiative an mich und rufe zu einem Stehempfang auf am morgigen Dienstag, den 8. Mai. Da wird nicht kapituliert, sondern sich unter Freunden die Hände geschüttelt und kollektiv Pizza gegessen, und zwar hier und wie schon beim letzten Mal nach’ dem Krieg um sechse. Will sagen, um 18:00 Uhr. Kommen können alle, die mögen. Den zonebattler sein Zeugs zu lesen ist keine Bedingung zum Mitmachen, auch wenn es ihm natürlich schmeicheln täte. Dann also bis morgen?!
P.S.: Wenn mein Herr Preisträger dann nicht da ist, kriegt er seinen schönen Gewinn natürlich trotzdem ausgehändigt, aber halt ein andermal…
Sonntag, 21. Januar 2007
Hockt doch da heute ganz leger ein größerer Greifvogel im Nachbarhof…
…auf einem dort abgestellten Anhänger und läßt sich seine Beute schmecken:
Und das mitten in der Stadt. Nicht schlecht, Herr Specht Bussard: Wohl bekomm’s!
Mittwoch, 26. Juli 2006
Gestern spätabends im Fürther Stadtpark: Zwei türkisch dreinblickende Männer mittleren Alters sowie der zonebattler nebst besserer Hälfte streben in der Dunkelheit dem kühlenden Armbadebecken zu und erreichen dieses gleichzeitig.
Angesichts der entstehenden Konkurrenzsituation besinnt sich der Chronist auf seine rudimentären Sprachkenntnisse und betreibt deeskalierendes Konfliktmanagement:
zonebattler
Merhaba!
1. Türke
Servus.
Alle baden stumm ihre Unter- und Oberarme und entschwinden anschließend wieder in die finstere Nacht…
Dienstag, 18. Juli 2006
…habe ich zwar nicht zu bieten, wohl aber einen feschen Franzosen in Nürnberg:
Kaum hatte ich heute morgen meinen Pendlerzug in Nürnberg verlassen, fuhr dieser schnittige Triebzug am Bahnsteig gegenüber ein. StammleserInnen werden sich erinnern, daß ich dem hier nicht heimischen, silbernern Bandwurm schon einmal in Fürth begegnet bin: Auch diesmal war der schicke Schlitten offenbar zu Meßfahrten unterwegs, der Führerstand und die dem vorderen Triebkopf folgenden Wagen waren vollgestopft mit behelfsmäßig montierten elektronischen Gerätschaften.
Die Fotos entstanden in fliegender Hast und Eile, denn der Zug hielt nur kurz aus betrieblichen Gründen und hatte in Nürnberg nichts weiter zu schaffen. Als ich das letzte Bild mit dem hinteren Triebkopf knipste, fuhr der TGV schon wieder sanft summend an und in Richtung Fürth davon. Au revoir!
Samstag, 15. Juli 2006
Gerade eben sind wir nochmal zwecks Bereicherung des Speiseplanes in Richtung Marktkauf losgezogen. Als wir am Garten in die Luisen-Unterführung hinabsteigen, steht da unten ein gutes Dutzend großer Jünglinge herum, alle sehr kräftig, sehr cool, sehr schwarz. Pechschwarz. Basketballspieler oder Rapper, sowas in der Richtung. Zwei Bleichgesichter hantieren mit einem professionell aussehenden Camcorder, möchten den offenbar auf ein Stativ montieren.
Aha, denkt sich der zonebattler, sie wollen ein Harlem-Musical drehen und sind zwecks Spesendeckelung von New York nach Fürth ausgewichen. Warum auch nicht. Zu näheren Betrachtungen fehlt die indessen Zeit, der hungrige Bauch und der archaische Männergeruch [1] motivieren zum hurtigen Fortschreiten…
Weiter hinten im Tunnel steht ein älterer Mann mit seinen Einkäufen und beäugt das Treiben aus der Ferne. Sehr zuvorkommend, denke ich, er will den Jungs nicht ins Bild laufen. Aber nein, der Alte spricht uns an und fragt, ob man da nicht die Polizei rufen müsse. Warum dieses? Er habe Angst, das seien doch lauter Neger, und wir wären doch hier in Deutschland und nicht in Afrika!
Wir beruhigen den Aufgebrachten und versichern ihm, daß er die bunte Truppe unbesorgt passieren könne. Hinterher denke ich, Du bist Deutschland, der Alte ist Deutschland, und die Ebenholzfarbigen sind es nicht minder. Doch Angst vor der Mehrzahl kommt schnell auf, zumal wenn diese erstens kräftig und zweitens fremd erscheint. Von der Angst zur Ablehnung, von der Ablehnung zum Hass ist es freilich nicht weit. Ich ärgere mich im Nachhinein, dem Alten nicht noch ein paar deutlichere Worte in Sachen Toleranz mit auf den Weg gegeben zu haben…
[1] Zum Thema Sommergerüche hat der Baron unlängst Lesenswertes geschrieben.
Samstag, 1. Juli 2006
Zollhausfest Erlangen: Eine Interessentin beäugt am Stande einer Anbieterin diverse gerahmte Poster. Vor einem großen Picasso-Druck mit unübersehbar großer Signatur verweilt sie etwas länger. Der zonebattler steht zufällig daneben…
Anbieterin
Des is fei ein Picasso!
Interessentin
Was kostet denn der?
zonebattler
Ein Picasso ist unbezahlbar!
Anbieterin
Ach wo, bei mir ist der erschwinglich. Und schauen’s amol den Rahmen an, der ist noch super beieinander! (Sie schiebt den Rahmen aus dunkelgrau eloxierten Alu-Profilen schurrend über den Straßenbelag in Vorführposition)
zonebattler
Wenn Sie ihn so über den Asphalt ziehen, wird er bestimmt noch besser…
Anbieterin
? (wischt mit einem Finger irritiert über die Oberkante des Rahmens)
Interessentin
(eilt davon)
zonebattler
(schreitet von hinnen)
Pikante Würzungen:
7. Jan. 2009, 23:14 Uhr
7. Jan. 2009, 11:37 Uhr
7. Jan. 2009, 9:55 Uhr
7. Jan. 2009, 9:42 Uhr
6. Jan. 2009, 21:55 Uhr
6. Jan. 2009, 13:56 Uhr
6. Jan. 2009, 9:13 Uhr
5. Jan. 2009, 22:30 Uhr