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zonebattler's homezone 2.1 - Merkwürdiges aus Fürth und der Welt


Dienstag, 28. Februar 2017

Mitgesessen, mitgegessen

Der zonebattler war selbdritt verreist: Neben seiner besseren Hälfte hatte er noch eine befreundete Gesellschafterin mit nach Barcelona entführt, woselbst das Fürther Trio dann eine wunderbare Woche bei frühlingshaften Temperaturen verlebte. Dazu wird es demnächst hier noch allerlei bunte Bilder zu sehen geben. Hier und heute sei aber schon vorab von jenem spektakulären Abendessen geschwärmt, welches wir im Voraus über die Internet-Plattform eatwith.com gebucht hatten.

Von dieser virtuellen »Mitesser-Vermittlung« hatten wir in einer TV-Reportage über die katalanische Metropole erfahren. Das Prinzip: Profi-Köche ohne eigenes Re­stau­rant bekochen ihre Gäste im eigenen Heim. Sie präsentieren Ihr Angebot auf der Plattform, die das ganze logistische Drumherum erledigt (Buchung, Abrechnung, Kun­den­feed­back) und durch Testesser einen gewissen Qualitätstandard garantiert.

Soweit die Theorie. Die Praxis indes übertraf alle unsere Erwartungen!

Wir waren zu Gast bei Rudi aus der Steiermark. Der geborene Österreicher und ge­lern­te Koch war in Barcelona sozusagen »hängen geblieben« und hat sich dort eine Existenz aufgebaut. Seit vier Jahren lebt er von seinen »Privat-Gästen«, und sein »incredible winter menu – all organic and local« war ein Gedicht in sieben Stro­phen (resp. Gängen). Ich zeige hier absichtlich keine verwackelten Handy-Fotos (und wollte auch die Stimmung nicht durch hemmungslose Blitzerei stören). Ich zähle auch nicht die kreativen Ideen des Meisters auf, die müssen selbst goutiert werden, um sie angemessen würdigen zu können. Nur soviel: Wer in Barcelona weilt und ein eatwith-Dinner ausprobieren will, liegt (bzw. sitzt) in Rudis guter Stube goldrichtig!

Neben dem Essen (und den passenden Weinen) gilt es noch hervorzuheben, daß so ein »Privat-Dinner« durchaus etwas von einem »Feier-Abend« mit alten Freunden hat. Natürlich hatten wir drei Fürther die anderen Gäste vorher noch nie gesehen: ein älteres Paar exilierter Hongkong-Chinesen, welches seit Jahrzehnten in Australien ansässig ist, zwei weitere ältere Herrschaften aus Hongkong, ein junges Pärchen aus Kanada. Dazu – sozusagen als special guest – die Mama des Meisters, die zum jähr­li­chen Besuch beim Sohnemann weilte. Der private Rahmen sorgte sofort für lebhafte Gespräche, wie sie in einem öffentlichen Speiselokal über die Tischgrenzen hinweg selten bis nie zustande kom­men! A bisserl Englisch muß man freilich können, um in internationaler Runde mit­hal­ten zu können und seinen Spaß am angeregten Austausch zu haben…

Natürlich war es letztlich ein klar definiertes Geschäft: Geld gegen Gaumenfreunden. Dennoch kriegten wir für den monetären Einsatz weit mehr als üblich: Fulminante Leckerbissen, lebhafte und niveauvolle Konversation und schlußendlich das Gefühl, sich »fremden Freunden« für die Dauer eines Abends sehr nah und verbunden zu fühlen. Ob Zufall, Glück oder System, für uns ist es keine Frage: Die nächsten Städte-Reisen werden nach Mög­lich­keit wieder von und mit einem »eatwith-Event« gekrönt!

Sonntag, 1. Januar 2017

Gemeinsam ins neue Jahr

Die erste Runde in 2017, gedreht mit Freundinnen um Kirchröttenbach herum
 
Die erste Runde in 2017, gedreht mit Freundinnen um Kirchröttenbach herum
 
Die erste Runde in 2017, gedreht mit Freundinnen um Kirchröttenbach herum
 
Die erste Runde in 2017, gedreht mit Freundinnen um Kirchröttenbach herum
 
Montag, 17. Oktober 2016

Damenbeine (16)

Reiterin auf Schusters Rappen in Prag
 
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Donnerstag, 18. August 2016

Damenbeine (15)

hochhackige Stiletteuse in Fürth (Bay) Hbf
 
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Mittwoch, 27. April 2016

Damenbeine (14)

Trottoir-Tapperin in München
 
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Freitag, 15. April 2016

Storchenschnabel

abendlicher Überraschungsgast
Mittwoch, 13. April 2016

Großmäuler

Dinosaurier hatten wir schon mal, aber was da dieser Tage auf dem ehemaligen Gü­ter­bahn­hofs­gelände abging (bzw. des Abtransportes harrte), hatte schon eine be­son­de­re Qualität:

mobiler Dino-Zirkus vor der Weiterreise
 
mobiler Dino-Zirkus vor der Weiterreise
 
mobiler Dino-Zirkus vor der Weiterreise
 
mobiler Dino-Zirkus vor der Weiterreise

Demnächst wird also anderswo Angst und Schrecken verbreitet, und Fürth muß wieder mit den eigenen Urviechern auskommen…

Sonntag, 31. Januar 2016

Katertag

Rauf kommen sie immer:

Kater nach erfolgreicher Strunkbesteigung

Die meisten Kater kriegen freilich die Krise, wenn sie wieder runter wollen. Dieser hier beherrscht erstaunlicherweise auch den Rückwärtsgang und fand gestern ohne Herrchens Hilfe wieder herunter auf den Boden der Tatsachen …

Donnerstag, 26. November 2015

Kollegen-Kreis

Freunde und Helfer bei interner Schulung
Mittwoch, 19. August 2015

Monster-Motte

tagtraumtrunkener Windenschwärmer

Bei Lichte besehen eher unbeweglich: tagtraumtrunkener Windenschwärmer

Montag, 10. August 2015

The Big Sleep

toter Marder auf dem Bürgersteig der Karolinenstraße
Mittwoch, 29. Juli 2015

Von Kuba nach Zirndorf: Eine Weltenreise

Mit der üblichen Zeitreserve für außergewöhnliche Unwägbarkeiten in Höhe von 90 Se­kun­den vor der planmäßigen Abfahrt seines Pendlerzuges tappte federte der zone­battler auch heute wieder die Treppe zum Gleis 6 des Fürther Hauptbahnhofes hinauf. Droben am Bahnsteig erwartete ihn die außergewöhnliche Unwägbarkeit in Form zweier Herren von südländischer Anmutung, beide im Besitz je eines Roll­köf­fer­chens, für die Jahreszeit zu warmer Jacken und keiner Deutschkenntnisse.

Der etwas extrovertiertere der beiden Männer radebrechte (-brach, -bruch?) mir ihr An­liegen vor, mit dem Zug nach Zirndorf zu gelangen, woraus ich messerscharf schluß­folgerte, daß sich das Duo auf der Reise zur Zentralen Aufnahmeeinrichtung für Asylbewerber be­fand. Von Kuba bis Fürth (Bay) Hbf waren sie wundersamerweise irgendwie gekommen, jetzt auf den letzten Metern drohten sie zu scheitern.

Da ich verdrießlicherweise des Spanischen nicht mächtig bin, ebensowenig wie die beiden Cubanos der deutschen Sprache, verständigten wir uns auf dem gemeinsamen Nenner eines substantivisch simplifizierten Englisch. Als erstes erklärte ich den bei­den, daß sie am Gleis 7 prinzipiell richtig seien: Zwar zeigt das Display dort nur Züge von und nach Cadolzburg an, aber das hat ja seine Richtigkeit, weil Zirndorf an eben dieser Strecke liegt. Auch den Umstand, daß sie noch eine Weile auf den aus Cadolz­burg/Zirndorf und später dorthin retournierenden Zug warten müßten, konnte ich den beiden Kerls verklickern. Dann aber kam der Wunsch nach einer Fahrkarte (bzw. de­ren zwei) auf, denn selbstverständlich wollten die beiden als legale Passagiere unter­wegs sein. Während die elektronische Ansagerin unerbittlich die Einfahrt mei­nes Regio­nal-Expresses verkündete, zückte der Wortführer der beiden seine rest­liche Bar­schaft in Form eines 2-EURO-Stückes und hielt sie mir vor die Nase…

Was also tun? Mein Zug nahte, das Schicksal der beiden rührte. Also den Kommu­ni­ka­tor am Schlafittchen gepackt und mit ihm die Treppe wieder runter gerannt zum Fahrkartenautomaten. Auf dem Touchscreen den Weg zur Einzelfahrkarte erfingert. Dabei gemerkt, daß ich dem staunend guckenden Kameraden bei der Gelegenheit ja auch gleich eine hilfreiche Lektion fürs Leben erteilen konnte: Also sich wieder hoch und zurück ins Hauptmenü getastet und dort auf die spanische Flagge gedrückt. Schwupps, schon sprach der bahnamtliche Automat bestes Spanisch. Das Gesicht des Kubaners erhellte sich, während sich die Stirn des zonebattler’s in fragende Falten legte. Aber als alter Lateiner kann er sich geschriebenes Spanisch einigermaßen er­schlie­ßen, und so gelang es ihm relativ zügig, dem Blechkasten den Wunsch nach einer Fahrkarte 2. Klasse für eine einfache Fahrt nach Zirndorf nahezubringen. Rein mit dem Zwickel und o Wunder, in den blinkenden Ausgabeschlitz plumpsten nach­ein­an­der Fahrkarte und Wechselgeld. Droben hörte ich meinen eigenen Zug herannahen.

Aber wir waren ja noch nicht fertig: Tipp, tipp, tapp, das Gleiche nochmal, aus der eigenen Geldbörse eine zweite Münze gefingert und rein damit. Schnarr, schnarr, blink, her mit der Karte und dem 20-Cent-Stück und zu zweit die Treppe hoch­ge­hech­tet. Den beiden Glück gewünscht und gerade so eben noch den eigenen Zug erwischt. Ich fuhr der Sicherheit des eigenen Arbeitsplatzes entgegen, die beiden Asylbewerber erwarteten den Zug in eine ungewisses Zukunft. Ob sie als Kubaner überhaupt eine Chance haben auf Anerkennung und Bleiberecht? Da habe ich meine Zweifel…

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