Donnerstag, 21. Juli 2011
So fragt die F.A.Z. sich selbst und ihre Leserschaft in einem Artikel über eine F.K. Waechter-Ausstellung in Frankfurt. In der zum Artikel gehörenden Bildergalerie findet sich unter der Nr. 2 das sehr hintersinnige Blatt »Adele zeigt ihren Brüsten die Männer« aus dem Jahre 1984. Aber was schreibt die ehrwürdige Zeitung unmittelbar unten drunter? Das hier:
Nun wäre der zonebattler nicht der zonebattler, wenn er derartige Steilvorlagen unbeachtet verstreichen ließe. Also hat er in einem augenzwinkernden Kommentar unter den Artikel auf den den Freud’schen Verschreiber (an dem F.K. Waechter sicher seine Freude gehabt hätte) hingewiesen, in der Hoffnung, daß man auf der anderen Seite hinreichend Humor und Mut zur Selbstironie haben und beweisen möge…
Aber das war wohl doch zuviel erwartet. Ein Herr (nicht der eigentliche Artikel-Autor, vermutlich der wachhabende Online-Redakteur) bedankte sich kurz bei mir per Mail und hat den Fehler kurzerhand und klammheimlich ausgebessert:
So hat nun zwar alles seine Richtigkeit, aber um die vertane Chance, im Sinne des Portraitierten Selbstironie und Schlagfertigkeit zu beweisen, ist es doch einigermaßen schade: Das zerknirschte Eingestehen eines solchen sprachlichen Verwirrnisses wäre doch angewandte Komik in Reinform gewesen!
Samstag, 19. März 2011
Impressionen aus einer am gestrigen Abend in der kunst galerie fürth eröffneten Ausstellung der finnischen Bildhauerin Heli Ryhänen:
Die Ausstellung »unscharf / out of the blur« ist noch bis zum 1. Mai 2011 zu sehen. Ein spektakuläres Highlight in (und für) Fürth!
Samstag, 5. März 2011
Die Frage des F.A.Z.-Autoren klingt zwar kurios, doch sie ist es nicht: »Hätte Goethe einen Facebook-Account?« Erstaunlicherweise hatte der Geheimrat schon zu seiner Zeit mit den Folgen medialer Überforderung zu kämpfen…
abgelegt in: Kulturelles • 5. Mrz. 2011, 21:45 Uhr • Kommentare deaktiviert
Sonntag, 7. November 2010
Der dänische Künstler Jeppe Hein macht derzeit im Neuen Museum Nürnberg von sich reden: Insbesondere seine Beiträge zur kinetischen Kunst können einen schwindeln machen! Sei es, daß man sich in geschickt aufgestellten Spiegelwänden nicht wiederfindet, sei es, daß man die eigene Reflexion in motorisch gedrehten Spiegelwinkeln sich drehen sieht, das Spiel mit der visuellen Wahrnehmung verfehlt trotz einfachster Grundprinzipien seine Wirkung nicht. Die großzügige Präsentation der Werke im Ausstellungsraum des NMN tut ein Übriges, die elementaren Spielereien mit Form, Licht und Bewegung zu erstaunlichen Sinneserfahrungen werden zu lassen. Eine kühle, aber keineswegs unterkühlte Präsentation!
Die Ausstellung »1xMuseum, 10xRooms, 11xWorks, Jeppe Hein« läuft noch bis zum 6. Feb. 2010.
Samstag, 10. Juli 2010
Im Neuen Museum Nürnberg gibt es derzeit eine Ausstellung mit anthropomorphen Skulpturen des Kölner Künstlers Joachim Bandau. Bei einem Künstlergespräch am vergangenen Donnerstag räumte Bandau freimütig ein, mit seinen vor über 40 Jahren (!) entstandenen Arbeiten heute gar nicht mehr soviel anfangen zu können, doch vermögen die zeitlos wirkenden, überwiegend aus Puppenbestandteilen konstruierten Plastiken den Betrachter noch immer zu begeistern. Das langsam-lautlose Ballett der sich innerhalb einer durch ein Bleiband markierten »Tanzfläche« elektromotorisch bewegenden »Grusinischen Tänzer« (zu sehen im zweiten Bild) lädt zum längeren Betrachten ein und ist nicht ohne amüsante Note (wenn eine der rollenden Skulpturen an der Begrenzung hilflos hängenbleibt oder gar zu entkommen droht und dann von einer behandschuhten Aufsichtsperson wieder mit sanfter Gewalt in das vorgesehene Areal zurückbugsiert werden muß)…
Die Ausstellung »Grusinische Tänzer« läuft noch bis zum 1. Aug. 2010.
abgelegt in: Kulturelles • 10. Jul. 2010, 8:09 Uhr • Kommentare deaktiviert
Mittwoch, 23. Juni 2010
Kaum sind die Stadt(ver)führungen absolviert, da stehen auch schon die nächsten Einsätze als Führungskraft vor der Tür: Die Ausstellung »Steam and Steel / Die letzten Dampflokomotiven der USA« mit unglaublich aufwendig inszenierten Fotos des amerikanischen Fotografen O. Winston Link wird am kommenden Freitag in der kunst galerie fürth eröffnet. An insgesamt vier Sonntagen (Termine siehe Flyer) wird der zonebattler durch die Ausstellung führen. Pufferküsser seien aber vorgewarnt: Hier geht es weniger um technisches Fachsimpeln als um die Analyse grandioser Bildästhetik!
Freitag, 16. April 2010
Das Neue Museum Nürnberg feiert an diesem Wochenende sein 10-jähriges Bestehen mit einem recht reichhaltigen Programm. Der freie Eintritt von heute bis einschließlich Sonntag sollte auch Skeptikern helfen, eventuelle Berührungsängste mit moderner Kunst zu überwinden: Kommet zuhauf!
abgelegt in: Kulturelles • 16. Apr. 2010, 16:31 Uhr • Kommentare deaktiviert
Mittwoch, 7. April 2010
Noch bis zum kommenden Sonntag zeigt das Germanische Nationalmuseum in der Sonderausstellung »Plakativ!« einen Teil der äußerst umfangreichen Nürnberger Plakatsammlung. Wie an jedem Mittwoch konnte man auch heute wieder ab 18:00 Uhr bei freiem Eintritt durch das bemerkenswerte Museum schlendern:
Wer sich für Grafik, Design, Layout, Gestaltung und Typographie auch nur einen Hauch interessiert, sollte die nächsten Tage zu einem Besuch in Nürnberg nutzen: Man muß die großen Originale sehen, um sie angemessen würdigen zu können!
abgelegt in: Kulturelles • 7. Apr. 2010, 22:47 Uhr • Kommentare deaktiviert
Sonntag, 21. März 2010
Dienstag, 1. Dezember 2009
Frech, respektlos, aberwitzig und zum Schreien komisch: »Literal Videos«!
Im Feuilleton der F.A.Z. erklärt Marcel Reich-Ranicki auf ganz wunderbare Weise den Unterschied zwischen Literatur und Journalismus.
abgelegt in: Kulturelles • 1. Dez. 2009, 6:38 Uhr • Kommentare deaktiviert
Mittwoch, 18. November 2009
Die Cie. Willi Dorner stopft u.a. Menschen in Mauerritzen. Maarten Baas baut menschliche Uhren wie die »Grandfather Clock« oder die »Sweepers clock«. Erika Iris Simmons fertigt Portraits berühmter Musiker aus dem aus alten Compact-Cassetten gezogenen Bandsalat. Liu Bolin malt Menschen passend zur umgebenden Szenerie an und läßt sie dadurch fast verschwinden. Brad Downey fordert schelmisch unsere Sehgewohnheiten heraus, und im Buchstabenmuseum schließlich kommen nicht nur eingefleischte Typographie-Fans auf Ihre Kosten. Wohl bekomm’s!
Süßer und scharfer Senf: