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zonebattler's homezone 2.0 - Merkwürdiges aus Fürth und der Welt


Dienstag, 10. März 2009

Plumpaquatsch statt plumpen Quatsch

Früher war bekanntlich alles besser, insbesondere das Fernsehprogramm. Wer bei Namen wie »Kli-Kla-Klawitter«, »Sergeant Berry« und »Plumpaquatsch« nostalgische Anwandlungen bekommt, möge sich die toll gemachte erste Folge von retro-tv anschauen und mit mir in Erinnerungen schwelgen!

P.S.: Plumpaquatsch spricht eindeutig mit der Stimme von Hase Cäsar !

Mittwoch, 21. Januar 2009

Künstlerisches Kammerspiel

Ich schaue zuweilen dumm aus der Wäsche, aber eher selten in die Röhre. Erst recht nicht in die des Fernsehers [1]. Aber wenn, dann meistens gezielt. Gute Schützenhilfe leistet mir da der Suchdienst von tvinfo.de, den ich mit den Titeln lang gesuchter Sendungen sowie jenen meiner Lieblings-Schauspieler gefüttert habe. Wenn mal was Passendes auf den von mir empfangenen Sendern in Haus steht, dann werde ich ein paar Tage vorher per E-Mail informiert. So geschah es beispielsweise letzte Woche, als mir eine Sendung vorgemeldet wurde, in welcher der bekannte Burgschauspieler Josef Meinrad mit von der Partie war [2].

Erstaunlicherweise wurde ich auf eine zur sonntäglichen Mitternachtsstunde auf 3sat ausgestrahlte »Kommissar«-Episode hingewiesen. Jawohl, just jener von Erik Ode verkörperte Wollmantelträger ist gemeint. Ach ja, dachte ich mir, warum nicht den Videorecorder vor Rostansatz bewahren und ihn die Folge »Lagankes Verwandte« aufnehmen lassen. Gesagt, getan und den Kasten rechtzeitig vorprogrammiert (mit 49 kann man das noch, wenngleich man natürlich in diesem Alter regelmäßig schon vor der Geisterstunde die Augen zumacht)…

Heute nun habe ich mir die Stunde Mördersuche mit Meinrad angeschaut und bin in mehrfacher Hinsicht berührt: Einerseits natürlich von dem unverhofften Wiedersehen mit einem halben Dutzend bekannter Leute wie Susanne Uhlen, Volker Lechtenbrink, Hannes Kaetner und anderen (allesamt in erstaunlich jugendlichem Alter), anderseits und insbesondere aber durch die handwerkliche Machart dieses typischen deutschen Serien-Krimis aus der Feder von Herbert Reinecker: Nicht, daß die Story sonderlich erregend, fintenreich oder überraschend wäre, da ist man heutzutage ganz anderes gewohnt. Nein, die szenische und fotografische Inszenierung ist es, die mich maßlos fasziniert hat!

Tatsächlich ist dieses schwarzweiße Kriminalspiel ein visuelles Meisterwerk, und ich gehe mal davon aus, daß die meistern anderen Episoden in dieser Hinsicht nicht viel schlechter gewesen sein werden: Ungewöhnliche Perspektiven, spielerischer Wechsel der Schärfenebene, lange Gesichtsstudien, sorgsam arrangierte Bildkompositionen, Bühnenbildern gleich. Kammerspiel-Charakter eben, durch den Verzicht auf Farbe noch perfektioniert. Ja im Grunde in Farbe gar nicht denkbar: Die Tristesse der regnerischen Nacht, eines kahlen Treppenhauses, billig-schäbiger Büros. Jede Szene atmet ihr eigenes Kolorit [sic!], auch wenn es rein optisch natürlich immer nur Grauabstufungen zu sehen gibt. Zudem dominiert der Dialog und nicht die »Action«.

Als Knabe habe ich mir den »Kommissar« wohl meist nur aus Mangel an Alternativen angesehen. Heute bin ich unerwartet verblüfft ob der damals von mir natürlich überhaupt nicht bewußt wahrgenommenen Kunstfertigkeit, die im Vergleich zu den x-beliebigen Nachmittags-Soaps von heute aus einer ganz anderen Welt zu kommen scheint. Ich glaube, man sollte sich auch die weiteren Folgen nicht entgehen lassen…

 
[1] Ja, unsereins hat tatsächlich noch eine (Trinitron-)Röhre und keinen Flatscreen in der Stube stehen. Und zwar aus Qualitätsgründen!

[2] Ich weiß, der hat sein markantes Gesicht und seine unnachahmliche Stimme auch für dümmliche Schmonzetten und seichte Serienkost hergegeben, aber wer wollte darüber richten? Jeder muß seinen Lebensunterhalt irgendwie verdienen! Ich behalte den großen Mimen lieber in Erinnerung als den Don Quijote schlechthin (auch wenn er in jenem legendären Vierteiler unentschuldbarerweise von fremder Stimme nachsynchronisiert wurde) oder als den (zu) lange obrigkeitstreuen Invaliden Andreas Pumm in jener wunderbaren TV-Verfilmung der Joseph Roth’schen »Rebellion«.

Mittwoch, 8. Oktober 2008

Herbstzeitloser

ein bereits historisch zu nennender VW Variant
Mittwoch, 9. Juli 2008

Kleckern mit Klötzchen

In seinem optisch opulentem Blog präsentiert der Kulturbanause wunderschön minimalistische LEGO-Werbung. Wie wohl zeitgenössische Reklame für plasticant aussähe? Ein U-Boot-Periskop aus nur einem blauen 90-Grad-Winkel käme jedenfalls ziemlich realistisch daher!

Samstag, 21. Juni 2008

Plakative Wandbemalung

Heute haben mich die Fürther Nachrichten tatsächlich mal überholt: Der Artikel »Botschaft auf Putz« macht die immer mehr aus dem Stadtbild verschwindende Reklame-»Kunst« zum Thema, die früher im Großformat ganzen Hausfassaden (mehr oder weniger) zur Zierde gereichte. Zum Glück scheinen die Zeitungs-Fotografen nicht alle Motive gefunden zu haben, die auch der zonebattler längst in seinem Fundus liegen hat: Eine derartige Wandbemalung -soviel sei heute schon verraten- wird am 1. Juli das Motiv des dann fälligen Monatsrätsels abgeben!

Freitag, 23. Mai 2008

Blick zurück in die Moderne

Der Fotostream von modern_fred kann mich begeistern. Euch auch?

Mittwoch, 26. März 2008

Insiderwissen

Heute beehrt sich der zonebattler, hier in seinem virtuellen Schaukasten exklusiv eine nicht nur lokalhistorisch interessante Sachbuch-Neuerscheinung aus der Feder (resp. Tastatur) unseres amtierenden Stadtheimatpflegers zu präsentieren:

Grundig-Buch von Dr. Alexander Mayer

Da der Schmöker erst im Mai erscheint, kann ich hier naturgemäß noch nicht mit einer umfassenden Rezension aufwarten. Immerhin gibt es schon einen leidlich informativen Klappentext des Verlages:

Reihe Arbeitswelten
Grundig und das Wirtschaftswunder
Alexander Mayer
 
In den Fünfzigerjahren waren die Grundig-Werke der größte Rundfunkhersteller Europas. Damals fanden sich Geräte wie der Heinzelmann oder der Weltklang in fast jedem Wohnzimmer. Dank seiner innovativen Produkte entwickelte sich das Fürther Unternehmen schnell zu einem Symbol des Wirtschaftswunders.
 
Der Fürther Stadtheimatpfleger Alexander Mayer ist mit zahlreichen Publikatio­nen zur Stadtgeschichte hervorgetreten. Sein Vater arbeitete 40 Jahre bei den Grundig-Werken. Anlässlich des 100. Geburtstages des Firmengründers Max Grundig hat Alexander Mayer aus seiner Privatsammlung, dem Archiv der Max-Grundig-Stiftung und dem Rundfunkmuseum der Stadt Fürth eindrucksvolle Fotografien und Dokumente der Firmengeschichte ausgewählt. Mit 190 bislang meist unveröffentlichten historischen Bildern dokumentiert er den Arbeitsalltag in den Werkshallen und Büros in Fürth, Nürnberg, Georgensgmünd und Augsburg. Der Schwerpunkt der Darstellung liegt dabei auf den Fünfziger- und Siebzigerjahren.
 
Dieser Bildband würdigt das Engagement der Arbeiter, Angestellten und Ingeni­eure, die den Konzern zu einem der erfolgreichsten in der Unterhaltungsindustrie machten, und lädt zu einem Streifzug durch die Geschichte des Unternehmens ein.
 
Sutton Verlag, ISBN: 978-3-86680-305-3
 
128 Seiten, 18,90 € [D]

Das Cover zeigt übrigens den Vater des Autors bei Einstellarbeiten am damals ersten Fernsehsender Süddeutschlands, welchselbiger im Turm des heutigen Fürther Rundfunkmuseums untergebracht war…

Interessierte Stammtisch-TeilnehmerInnen sollten sich mit der Bitte um die Reservierung signierter Exemplare direkt per Mail an den Verfasser wenden: Da der rührige Heimatpfleger immer wieder mal gerne auf einen Schwatz bei unserer Runde vorbeischaut, sollte sich eine persönliche Lieferung frei Lokal zu gegebener Zeit sicherlich einrichten lassen!

Donnerstag, 11. Oktober 2007

Der Mann mit dem Mantel

Auf dem Weg ins Büro hat sich der zonebattler heute morgen tatsächlich in die Warteschlange vor dem ALDI am Nürnberger Hauptbahnhof eingereiht, um Punkt acht im Verein mit Hausfrauen und smarten Schlipsen den Laden stürmen zu können. Das war auch gut so, denn nur dank dieses von langer Hand vorbereiteten Coups hat er das letzte Exemplar der DVD-Box von Columbo (1. Staffel, 6 DVDs, EUR 19,99) ergattern können.

Der knautschige Kult-Kommissar gehöt zu den Heroen meiner Jugend, und wenn ich auch heutzutage kaum noch fernsehe (ja die Glotzerei an sich zusehends als Zeitverschwendung empfinde), das lang erwartete Wiedersehen mit Peter Falk (und das Wiederhören mit Klaus Schwarzkopf) lasse ich mir denn doch nicht entgehen!

Und nun freue ich mich auf den (leider noch recht fernen) Feierabend, den ich mit der wunderbaren Columbo-Episode »Tödliche Trennung« zu beschließen gedenke. Weil mich aber akute nostalgische Wallungen heftigst umtreiben, habe ich extatisch aufgewühlt schon mal die anderen fünf DVD-Boxen mit den Staffeln 2-7 auf meinen amazon-Wunschzettel gesetzt. Weihnachten ist ja nicht mehr allzu fern…

Montag, 13. August 2007

Gedankliche Hangelei

Am Haus gegenüber stand dieser Tage ein Baugerüst. Zuweilen warf dieses nette Schatten auf die neu zu streichende Fassade:

Baugerüst mit Schatten

Des zonebattler’s fühlte sich beim Anblick der Leitern unwillkürlich an eines der frühen Videospiele erinnert. Wer weiß, an welches?

P.S.: Nein, Pac-Man ist es nicht!

Freitag, 27. Juli 2007

Flashback

Heute früh ist mir eine Synapse im Stammhirn durchgebrannt und seither tönt das Schulhof-Pausenlied von der Maria Humpelbein in krächzender Endlos-Schleife durch meinen dicken Schädel. Mit ordentlich Hall natürlich dank der vorherrschenden Leere dadrinnen…

Die Mädchen in meiner Volksschule sangen diesen Ohrwurm so um die Mitte der 1960er Jahre. Doch obwohl ich mich noch an diverse Texfragmente erinnern kann (»… viel lieber wollt’ sie sterben, mit ihrem Humpelbein … und als das Kind dann tot war, die Mutter weinte sehr, der Lehrer in der Schule, der weinte noch viel mehr …«) geben Google und das Netz darüber nicht viel her. Liest da draußen jemand aus meiner Generation mit, der/die sich noch genauer erinnern kann? Wir wollen dieses Stück versunkene Alltagskultur dann halt an dieser Stelle bewahren!

Samstag, 21. Juli 2007

Ein Männlein steht im Walde…

…oder vielmehr unweit des Regensburger Hauptbahnhofes, wo es zudem gemeinhin weder still noch stumm zugeht:

Pilzkiosk

Ganz links am hutförmigen Dach ist noch einer jener weißen Punkte zu sehen, die einst für diesen netten Pilzkiosk charakteristisch waren. Heute waltet und brutzelt in dessen Inneren ein türkischer Döner-Brater, der (bisher zumindest) der Versuchung widerstanden hat, weiße Halbmonde auf seine blecherne Haube zu malen…

Zu des zonebattler’s Jugendzeiten bevölkerten derlei Dinger (im Kleinformat) vor allem Modellbahn-Landschaften, und auch heute noch gibt es den entsprechenden Faller-Bausatz zu kaufen. Dies und noch viel mehr kann man auf der wunderschönen Nostalgie-Seite www.pilzkiosk.de nachlesen, für die ich hier gerne etwas Reklame mache!

Sonntag, 8. Juli 2007

Heile Welt

Schon in den Anfangstagen meiner Bloggerei hatte ich hier von meiner Leidenschaft für Feldbahn-Miniaturmodelle einer bestimmten Marke berichtet. Heute habe ich meine umfassende Homepage über die EGGER-BAHN nach langer Zeit wieder einmal überarbeitet, da mir einer meiner Leser dort wunderschönes Bildmaterial von der eigenen Anlage zur Verfügung gestellt hat:

EGGER-BAHN Lorenzug von Horst Eising

Es macht mich schon ein bißchen stolz, mit dem frühen Aufgreifen des Themas schon vor Jahren eine Art Anlaufstelle für Gleichgesinnte geschaffen zu haben: Die Beiträge der Fans dort mögen rein zahlenmäßig nicht sonderlich beeindruckend sein, qualitativ sind sie es allemal!

Sonntag, 3. Juni 2007

Aus ferner Zeit

Vom Herrn Grabenkenner, der sich in Fürth noch viel besser auskennt als der zonebattler und der daher meine Preisrätsel schneller zu lösen imstande ist als ich mir neue ausdenken kann, von jenem Beinahe-Nachbar also habe ich mir das Buch »Fürth – Wiederaufbau eines Gemeinwesens / Entwicklung zur Großstadt« aus dem Jahre 1956 ausgeliehen. Schon seit längerem halte ich selbst (bis dato leider vergeblich) nach jenem Werk Ausschau, welches mir schon der grafisch sehr interessanten Einbandgestaltung wegen recht begehrenswert erscheint:

Fürth - Wiederaufbau eines Gemeinwesens

Drinnen geht es weniger bunt zu, ja trotz eingestreuter Fotos, Diagramme und Pläne sogar eher akademisch trocken. Gleichwohl erfährt der persistent reader (wie würde man den im Deutschen nennen?) sehr viel über die Alltagskultur und den Zustand unseres Gemeinwesens in der Zeitspanne von 1946 bis 1955.

In der Rückschau aus heutiger Perspektive mutet manches rührend, ja nachgerade kurios an. Als Beispiel möchte ich eine kleine Passage aus dem Abschnitt über die Stadtsparkasse im Kapitel »Finanzen und Steuern« zitieren:

Für den Teilzahlungskredit wurden seit Aufnahme dieses Geschäftszweiges im Jahre 1952 bis Ende des Berichtszeitraumes in 19 294 Einzelverträgen 11 190 262.- DM zur Verfügung gestellt. Per Ende November 1955 sind rund 2,7 Mill. DM in Anspruch genommen, denen 5850 Kauf- und Darlehensverträge gegenüberstehen. Wenn die Stadtsparkasse diese Kreditart im Hinblick auf die veränderten Lebensverhältnisse zugunsten der wirtschaftlich Schwachen betreibt, so wird sie doch bestrebt sein, durch entsprechende Gestaltung der Bedingungen den »Borgkauf« im Interesse des Einzelnen und der Gesamtheit nicht zu leicht zu machen. Die Stadtsparkasse wird im Interesse der Freiheit des arbeitenden Menschen dieser Erscheinungsart mit den mahnenden Worten: »Erst sparen – dann kaufen« begegnen.

Tja. Den Vergleich zu heutigen Gepflogenheiten im Privatkredit-Geschäft mag ein(e) jede(r) selbst herstellen. Sic transit gloria mundi, wie wir mittelalterlichen Knacker bei solchen Gelegenheiten mahnend einzuwerfen pflegen. Na jedenfalls findet unsereins derlei Lektüre lehrreich und spannend: Falls da draußen jemand ein Exemplar dieses Buches übrig hat, fände er in mir einen dankbaren Abnehmer!

Sonntag, 22. April 2007

Perle im Ozean des Seichten

Ältere Herrrschaften meines Semesters erinnern sich vielleicht ebenfalls noch an die wunderbare Verfilmung von »Des Christoffel von Grimmelshausen abenteuerlichen Simplizissimus«. Wer wie ich drei Jahrzehnte lang vergeblich auf eine Wiederholung des spannenden Fernseh-Vierteilers mit Matthias Habich gewartet hat, kann sich jetzt mit mir freuen: Im Mai geht die legendäre Mini-Serie im ZDFtheaterkanal mehrere Male über den Äther! Ein Grund mehr, sich -so noch nicht vorhanden- eine Satellitenschüssel an das Balkongeländer zu schrauben…

Sonntag, 31. Dezember 2006

Zeitreise

Im Rahmen der Sichtung meines Betamax-Videoarchives habe ich mir gestern nach vielen Jahren wieder einmal Dark Star angesehen, das kultige, trashige, grandiose Regie-Debut John Carpenters. Seit den 1970er Jahren unvergeßbar in mein Hirn gebrannt ist neben der sprechenden Bombe und dem Aufblasball-Alien die sanfte Frauenstimme des Bordcomputers (Danke für die Beachtung aller Sicherheits-maßnahmen) sowie ein ohrwurmiger Country-Song, den ich bislang akustisch freilich nie so recht entziffern konnte. Diesmal habe ich dessen Titel im Abspann gelesen (versucht das mal mit 25 Jahre alten VHS-Bändern, Betamax rules forever!) und dann war es nur noch eine Sache von Sekunden, bis ich dank Tante Google den Text und einen mp3-Soundtrack aus dem weltumspannenden Netz gefischt hatte.

Damen und Herren SciFi-Fans, please appreciate Benson, Arizona !

Samstag, 23. Dezember 2006

Funde im Fundus (13):
Stürmischer Weltenbummler

Fundstück: Philips Tornado 860
Art / Typ: 4-Band Kofferradio Philips Tornado 860 (U-K-M-L)
Herkunft: Deutschland / Niederlande, ca. 1978
Zustand: sehr schöne Erhaltung, jedoch rückwärtiges Typenschild fehlend (aufgrund Klebstoff-Verhärtung abgefallen), in Gehäusesschlitzen oben arretierbarer Gewebe-Trageriemen gleichfalls nicht mehr vorhanden, ursprünglich leuchtblaue Akzentuierungen (Zierringe in den Abstimmknöpfen, Bereichswahlschalter, Antennenspitze) wohl durch Lichteinfluß vergilbt und nachgedunkelt. Schaumstoff-Streifen im Batteriefach zerfallend (Weichmacher-Ausdünstung). Funktion i.O.
Fundort: im Dezember 2006 via eBay ersteigert
Kaufpreis: EUR 3,00 (zzgl. EUR 16,00 int. Versand)
Notizen: Warum kauft sich der olle zonebattler ein fast 30 Jahre altes Kofferradio, welches UKW noch nicht einmal in Stereo empfangen und wiedergeben kann? Weil er sein eigenes Gerät dieses Typs vor 20 Jahren leichtsinnigerweise fortgegeben hat, obwohl mit dem markant gestalteten Apparat unvergessene Jugenderinnerungen verbunden sind!
 
Philips Tornado 860   Philips Tornado 860   Philips Tornado 860   Philips Tornado 860
 
Im Digitalzeitalter aufwachsende junge Menschen werden die Erregung kaum nachvollziehen können, mit der unsereins damals abends das Kurzwellen-Band nach deutschsprachigen Sendungen von Radio Madrid, Moskau oder Peking durchkämmt hat, dabei immer wieder auf wummernde Störsender des Ostblocks und verschlüsselte Geheimdienst-Ausstrahlungen (»sieben – sieben – zwo – fünnef – zwo – acht – fünnef – …«) stoßend. Zu meiner Verblüffung ist die Faszination noch unverändert vorhanden, heutzutage freilich ohne das brachiale Störfeuer seitens des weltanschaulichen Gegners:
 
Lautsprecher    100 Sekunden Kurzwelle    (mp3, 1.561 KB)
 
Toll, nicht wahr? Und lehrreich obendrein! Tatsächlich sind ja Radioprogramme weit billiger herzustellen als TV-Sendungen, außerdem sind mit verhältnismäßig geringem Aufwand riesige Sendegebiete zu versorgen. Das Medium bleibt daher interessant zur Verbreitung von staatstragender Ideologie jeglicher Couleur. Zudem ist der Quotendruck nicht so ausgeprägt wie im Fernsehen, der Rundfunk bietet also immer noch fruchtbaren Nährboden für zahllose Nischenprogramme und Informationsangebote, die nur abseits des TV-Trubels gedeihen können und ihrer Entdeckung harren…
 
Technik-Freaks mögen einwenden, daß derlei muffiger Analogkram im Zeitalter des allgegenwärtigen Internet hoffnungslos veraltet sei, die atmosphärischen Störgeräusche eine Zumutung etc. pp. Begriffen haben jene Leute rein gar nichts, denn just diese bekannten Unzulänglichkeiten und ihre Beherrschung sind absolut unverzichtbar und machen ja geradezu den großen Reiz der Materie (resp. des materielosen »Äthers«) aus.
 
So, und jetzt wende ich mich wieder vom Computer ab, meinem Tornado 860 hingegen zu und gehe auf kurzweilige (und -wellige) Sendersuche!
 
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