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zonebattler's homezone 2.1 - Merkwürdiges aus Fürth und der Welt


Sonntag, 26. März 2017

Boomtown Barcelona (5)

Anhand meiner Bildauswahl wird offenkundig, daß es in Barcelona nicht an Spe­zia­li­tä­ten aller Art mangelt, seien sie nun künstlerischer, kulinarischer oder ar­chi­tek­to­ni­scher Art. In einer guten Woche haben wir zwar sehr vieles gesehen (und genossen), schaue ich mir aber im Nachgang die gesammelten GPS-Tracks auf der virtuellen Stadtkarte an, dann sehe ich erstaunlich große Anteile der Stadt als nicht bestreift und noch unerkundet. In nur einem Anlauf ist die Stadt also nicht angemessen zu würdigen…

Impressionen aus Barcelona
 
Impressionen aus Barcelona
 
Impressionen aus Barcelona
 
Impressionen aus Barcelona
 
Impressionen aus Barcelona
 
Impressionen aus Barcelona
 
Impressionen aus Barcelona
 
Impressionen aus Barcelona

Wollte ich aber abschließend meinen letztjährigen Metropolen-Marathon in Lissabon mit dem heurigen in Barcelona vergleichen, so muß ich gestehen, daß mich persönlich der morbide Charme der portugiesischen Hauptstadt mehr berührt hat als das Flair des nicht minder brodelnden Barcelona. Gaudí hier, Straßenbahnen dort, es fehlt beiden Städten nicht an »Alleinstellungsmerkmalen«, wie die Marketing-Frit­zen sa­gen würden. Aber Lissabon hat einen exotischeren Touch, es ist sozusagen eine Filiale Cubas auf dem europäischem Festland. Bin gespannt, welche der beiden Städte ich zuerst wieder ansteuern werde…

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Mittwoch, 22. März 2017

Boomtown Barcelona (4)

Inzwischen ist es für den zonebattler schon mehrjährig praktizierte Tradition, in der letzten Februar- oder der ersten Märzwoche eine europäische Hauptstadt zu bereisen: Während es daheim dann meist noch winterlich kalt und naß ist, ist andernorts oft schon der Frühling ausgebrochen. Dieses Kalkül ging auch heuer auf, wie aufgrund der folgenden Fotos durchaus zu erahnen ist…

Impressionen aus Barcelona
 
Impressionen aus Barcelona
 
Impressionen aus Barcelona
 
Impressionen aus Barcelona
 
Impressionen aus Barcelona
 
Impressionen aus Barcelona
 
Impressionen aus Barcelona
 
Impressionen aus Barcelona

Städtereisen sind ja generell ein Fest für die Sinne und überreich an visuellen Ein­drücken: Von einem einwöchigen Metropolen-Marathon bringt unsereiner meist mehr Schnappschüsse in seiner Kamera mit nach Hause als aus einem dreiwöchigem Wan­der­ur­laub in ländlichen Gefilden. Daher wird es demnächst noch einen fünften und letzten Teil mit Bildern aus Barcelona geben!

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Freitag, 17. März 2017

Boomtown Barcelona (3)

Die Stein gewordenen Phantasien Gaudís kann man mögen oder nicht, man kommt aber so oder so nicht umhin, den Katalanischen Modernismus als gänzlich solitäre Spiel­art des Jugendstils anzuerkennen. Fraglos ein Pfund, mit dem Barcelona wuchern kann (und das auch tut). Leute mit Blick für das Detail kommen jedenfalls auf ihre Kosten…

Impressionen aus Barcelona
 
Impressionen aus Barcelona
 
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Impressionen aus Barcelona
 
Impressionen aus Barcelona
 
Impressionen aus Barcelona
 
Impressionen aus Barcelona
 
Impressionen aus Barcelona

Den von farbigem Licht durchfluteten Innenraum der Basilika hätte ich ob der ex­tre­men Kontrastverhältnisse nur mit HDR-Aufnahmen angemessen festhalten können, aber dazu hätte ich meine kleine Knipse jeweils für die Dauer einer Belichtungsreihe mit Hilfe eines stets mitgeführten Mini-Statives sicher fixieren müssen. Woran – man ahnt es wohl – angesichts der Menschenmengen nicht zu denken war. Egal, der ko­los­sale Eindruck bleibt auch so auf immer im Gedächtnis eingebrannt und wer ihn nach­voll­zie­hen mag, muß eh selbst hinfahren…

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Freitag, 10. März 2017

Boomtown Barcelona (1)

Vor ziemlich genau 30 Jahren habe ich törichter Tor die Chance in den Wind ge­schla­gen, die katalanische Metropole kennen- und lieben zu lernen. Damals blieb ich dum­mer­wei­se daheim, heute reut mich das zutiefst, aus vielerlei Gründen. Drei Dekaden später ist die Stadt freilich immer noch ein Juwel (und womöglich schöner denn je).

Impressionen aus Barcelona
 
Impressionen aus Barcelona
 
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Impressionen aus Barcelona
 
Impressionen aus Barcelona
 
Impressionen aus Barcelona
 
Impressionen aus Barcelona
 
Impressionen aus Barcelona

Gaudís berühmte Sagrada Família war damals Baustelle und ist heute immer noch alles andere als fertiggestellt, bis 2026 soll die einzigartige Basilika aber dann doch vollendet sein. Spä­te­stens dann komme ich wieder, drei Jahrzehnte lasse ich nicht nochmals ver­strei­chen bis zum nächsten Besuch!

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Dienstag, 31. Januar 2017

Skylinerinnen

Dachterrassenbesucherinnen beim Pausenknipsen
Freitag, 6. Januar 2017

Dreikönigsblau

Die Jägersburg bei Forchheim (Oberfr)
Dienstag, 1. November 2016

Prächtiges Prag (4)

Impressionen aus Prag
 
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Freitag, 28. Oktober 2016

Prächtiges Prag (3)

Impressionen aus Prag
 
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Montag, 24. Oktober 2016

Prächtiges Prag (2)

Impressionen aus Prag
 
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Donnerstag, 20. Oktober 2016

Prächtiges Prag (1)

Impressionen aus Prag
 
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Sonntag, 14. August 2016

Land der Lupinen und Lakritzen (4)

Zu ihrer Geschichte und dem Bewahren historischer Zeugnisse haben die Schweden ein unverkrampftes Verhältnis. Da sie schon seit längerem keine kriegsbedingten Ver­hee­run­gen im eigenen Land zu beklagen haben und infolgedessen keine zerbombten Städte wiederaufzubauen waren, mußten sie in den 1960er Jahren und später schon die sprichwörtliche Abrißbirne schwingen, um in ihren alten Stadtkernen großflächig Platz für Neues zu schaffen. Im Rückblick mögen viele das bedauern, denn was dann an Beton-Brutalo-Architektur nachfolgte, erscheint sensibleren Gemütern oft als böse Bausünde, das ist in Schweden nicht anders als in Deutschland.

Immerhin haben die Schweden vieles durch Translozierung gerettet, beispielhafte Alt­bau­ten also zu Museumsdörfern zusammengefaßt. Auch sowas kennt man aus hiesigen Landen, aber in Schweden gibt’s das deutlich öfters. Zum Beispiel in Gamla Linköping, wo man die Essenz des alten Ortskernes von Linköping in einer Zeitblase bewahrt hat:

Szenerie in Gamla Linköping

Die in alten Läden und Kontoren untergebrachten Geschäfte, Werkstätten und Be­trie­be sind natürlich schon auf Touristen und Feriengäste abgestimmt und aus­ge­rich­tet, dennoch hat man nie den Eindruck, in einer künstlichen Disney-Land-Kulisse herum­zu­lau­fen: Das Gebotene hat Bezug zur Region, die Anlage ist gut geplant und die meisten Häuser sind von »richtigen« Einwohnern dauerhaft bewohnt. Zudem liegen Museumsdörfer wie Gamla Linköping nicht irgendwo ganz weit draußen, sondern an der Peripherie der Innenstadt, uneingezäunt und mit mehreren offenen Zugängen.

Wagen wir mal einen größeren Sprung (in der virtuellen Retrospektive kann man ja umstandlos machen, was in realiter eine Tagesreise bedeutet) nach Eskilstuna, der Partnerstadt Erlangens. Von der jahrhundertealten Tradition der Metall­ver­ar­bei­tung und Kanonenherstellung sieht und hört man dort heutzutage nicht mehr viel:

Blumenmeer in Eskilstuna

Einmal mehr begeisterte uns in diesem schmucken Städtchen (wie schon Tage zuvor in Norrköping) das Flanieren am Fluß entlang (hier Eskilstunaån geheißen). Wenig Autos, viel Grün, reichlich Kultur und Kreativwirtschaft in alten Backsteinfabriken, da ist ein halber Tag rum wie nix und man hat noch immer längst nicht alles gesehen, was einen interessieren könnte: Hier eine Kirche, da eine Promenade, dort ein Kunst­museum…

Apropos Museum: in meinem Stockholmer Bilderbogen habe ich ja schon vor einiger Zeit die konservierte Vasa gezeigt, jene berühmte königliche Galeone, die auf ihrer Jungfernfahrt im Jahre 1628 schon nach etwa 1300 Metern Fahrstrecke kenterte und absoff. Nach mehr als 330 Jahren unter Wasser hat man das bestens erhaltene Schiff 1961 gehoben und geborgen und in ein nahes Trockendock geschleppt. An Ort und Stel­le hat man dem wunderbaren Wrack später sozusagen das Vasa-Museum über­ge­stülpt und zeigt dort heute anhand von vielfältigen Exponaten rund um das originale Schiff dessen ebenso tragische wie faszinierende Geschichte:

Querschnitt durch die »Vasa« (Modell)

Der Besuch im Vasa-Museum ist fraglos ein »Muß« für jeden Stockholm-Besucher: Die Aura des echten Schiffes ist beeindruckend, die didaktische Konzeption der um das gigantische Gefährt herum errichteten Ausstellung beispielhaft. Ein Glücksfall, daß der Schiffsbohrwurm in dem landnahen Brackwasser keine Über­le­bens­chance hatte: Der lokalen Abwesenheit dieses ansonsten weitverbreiteten Holzfressers verdankt die Menschheit die Überlieferung des weitgehend kompletten Schiffes als aussagestarke »Zeitkapsel«!

Nicht ganz so alt, aber gleichwohl nett anzuschauen sind andere historische Fahr­zeu­ge, die man auf Stockholms Straßen im Einsatz sieht. Neben automobilen Oldtimern sind das zum Beispiel historische Straßenbahnen wie dieses fast fabrikfrisch wirkende Exemplar:

Straßenbahn in Stockholm

Ich hatte ja schon in der ersten Folge meines Reise-Rapports erwähnt, daß in Schwe­den vergleichsweise wenig Menschen auf vergleichsweise viel Fläche leben. Ent­spre­chend leer sind die Straßen, entsprechend groß sind die Autos. Logisch, daß einem ausgewiesene Kleinwagen eher selten begegnen. Sogar in der Metropole Stockholm habe ich nur einen einzigen Smart gesehen, und der kam ausweislich seines Kenn­zei­chens aus … Coburg!

An dieser Stelle meiner Remineszenzen tropft mir nun unversehens der Sabber von der Unterlippe auf die Tastatur, hervorgerufen durch alliterationsinduzierte (Coburg -> Cor­net­to) Triggerung multisensorischer Erinnerungen an das ach so göttliche Lakritz-Eis:

Lakritz-Cornetto

Neben dieser in deutschen Landen unbekannten Eishörnchen-Variante gab es natürlich im Supermarkt auch ordentliche »Anstaltspackungen« zu kaufen, mit denen wir den Gefrierschrank unseres gastgebenden Freundes vollgeschlichtet haben zwecks kuli­na­ri­scher Abrundung der langen Abende. Je mehr fränkischen Freunden und Bekannten ich davon erzähle, desto mehr muß ich freilich einsehen, daß Lakritze ein sehr polarisierendes Genußmittel ist: Den einen läuft – gleich mir – sogleich das Wasser im Munde zusammen, die anderen schütteln sich heftig ob der bloßen Vorstellung, so­was in den Mund zu nehmen. Zwischendrin scheint’s nix zu geben…

Aber egal. Wenn wir nun schon mal in Stockholm sind, machen wir noch einen Aus­flug in die/den Skansen, ein weiteres, in diesem Fall weithin bekanntes und be­rühm­tes Museumsdorf. Das existiert schon seit 1891 und bewahrt im Wortsinn groß­flä­chig die schwedische Volkskultur:

altes Schwedenhaus im Skansen

Auch diese Attraktion ist ein für jeden Hauptstadt-Besucher obligatorischer Pro­gramm­punkt, für den man sich (mindestens) einen halben Tag Zeit nehmen sollte. Wir waren übrigens sehr positiv überrascht von der fachlichen Qualifikation der in historische Kostüme gekleideten »Bewohnerschaft« des Museumsdorfes. Das profunde Wissen der Handwerker, Bäuerinnen und Mägde ging weit über das hinaus, was von »typischen« Besucherfamilien gemeinhin nachgefragt wird. Auch in komplexen hi­sto­ri­schen und wirtschaftlichen Zusammenhängen erwiesen sich die Damen und Herren als überaus beschlagen und sattelfest, wir gingen letztlich erheblich klüger wieder heraus, als wir hineingegangen waren. So soll es sein!

Den bis hierher gefolgten Leserinnen und Lesern gegenüber sei nunmehr ein­ge­stan­den, daß des zonebattler’s höchst sprunghafte Erzähldramaturgie kein bewußt gewähltes Stilmittel ist, sondern doch nur Ausdruck von Planlosigkeit und Faulheit: Tatsächlich hat sich der Blubber-Blogger im Voraus 5 x 8 seiner schönsten Urlaubs-Fotos nach rein ästhetischen Kriterien herausgesucht und versucht diese im Nachgang einigermaßen stimmig verbal zu verbinden. Dank dieses entwaffnenden Bekenntnisses braucht es jetzt für ein weiteres »See-Stück« wohl keine weiteren Verrenkungen:

Rettung ist nahe!

»Sweden in a nutshell« würde ich dieses prototypische Motiv wohl benennen, wenn ich denn für ein englischsprachiges Publikum schrübe: Wasser, Wald, Wolken, Ro­man­tik sowie allgegenwärtige Umsicht, Vorkehr und Sicherheit, all das und mehr findet sich hier in einem einzigen Ausschnitt kompakt zusammengefaßt wieder.

Wasser und Sicherheit sind auch die idealen Stichworte für etwas, was ich bislang weder erwähnt noch gezeigt hatte: Burgen und Schlösser nämlich, die landestypisch gern etwas gedrungener gebaut werden resp. wurden als wir relativen Südländer das so gewohnt sind. Das hier ist Örebro slott in Örebro, man beachte den eigens ins­ze­nier­ten Kontrast zu den neuzeitlichen Sitzgelegenheiten im Vordergrund:

Örebro slott

Auch diese sehenswerte Stadt »eroberten« wir uns übrigens im Rahmen eines Ta­ges­aus­flu­ges. Im Vergleich zu unseren herkömmlichen Rundreisen erwies sich der sta­tio­nä­re Aufenthalt an einem Ort – eben Grytgöl – als planerische Herausforderung: Ei­ner­seits wollten wir natürlich möglichst viele Facetten des uns bislang unbekannten Landes kennenlernen, andererseits mochten wir nicht einen Gutteil des Tages im Auto verbringen, nur um stundenlang streng tempolimitiert durch immerwährende Wald­schnei­sen zu gleiten…

Na ja, es fanden sich in den knapp drei Wochen unseres Urlaubes genügend Ziele im 100-Kilometer-Radius, die des Ausrückens wert waren. Manches ließ sich auch ganz gut miteinander verbinden. Den einen oder anderen Tag blieben die Räder unseres weißen Volvos sogar gänzlich unbewegt und wir daheim bzw. in fußläufiger Nähe, was durchaus zur gründlichen Erholung und Entschleunigung beitrug. Der Effekt ist erfreulicherweise dermaßen nachhaltig, daß mit der fünften und letzten Folge dieser Reise-Reprise auch erst wieder in einer Woche zu rechnen ist!

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Samstag, 6. August 2016

Land der Lupinen und Lakritzen (3)

Nach einigen Tagen des erholsamen Aufenthalts kristallisierten sich für uns ein paar offenbar spezifische Merkmale des Schwedentums heraus. Der Schwede als solcher ist zunächst einmal noch ein richtiger Mann, von dem die paarungswilligen Weibchen zu Recht erwarten, daß er alle anfallenden Arbeiten am und rund ums Haus beherrscht und selbst leisten kann. Für die Errichtung und Instandhaltung der eigenen vier Wände wird externe Hilfe nur dann in Anspruch genommen, wenn’s gar nicht anders geht. Ansonsten greift der Schwede beherzt eigenhändig zu Säge, Axt und Hammer: Große Volvo-Kombis und riesige Baumärkte sind landauf, landab gang und gäbe und belegen des Schweden Hang und Drang zur Autarkie.

Traditionellerweise streicht der Schwede sein hölzernes Heim nach Fertigstellung in rostrot an; diese Tradition hat nicht nur ästhetische, sondern primär konservierende Wirkung gegen die Unbilden von Wind und Wetter, wie wir uns sagen ließen. Was immer in der Farbe an chemischen Keulen (weiland Abfallprodukte des Berg- und Hüt­ten­wesens) versteckt sein mag, vorzeigbar ist das Ergebnis jedenfalls allemal:

typisches Schwedenhaus der größeren Sorte

Vom Herrn des Hauses wird ferner erwartet, daß er den Rasen rundherum kurz und gepflegt hält, weshalb es mit der idyllischen Ruhe auf dem Land eine relative Sache ist: Irgendeiner knattert immer mit (oder gar auf) seinem Benzin-Rasenmäher um seine Datsche herum, was bei den landesüblichen Parzellengrößen schon eine gute Weile dauern kann…

Große Grundstücke, große Abstände zum Nachbarn: Die splendid isolation bringt eine gewisse Zersiedelung der Landschaft mit sich. Damit die Postbotin nicht in bis zum Ende jeder Schotterstraße preschen muß, um ein Brieflein oder eine Gazette zu­zu­stel­len, geht sie mit ihrem rechtsgelenkten gelben Postauto an einer Batterie von Brief­kä­sten lässig längsseits, um dann – ohne ihr Vehikel verlassen zu müssen – vom Lie­bes­brief bis zur amtlichen Vorladung alles in die schlüssellos aufzuklappenden Brief­boxen zu stopfen:

Briefkästen in Reih' und Glied

Ja, postzustelltechnisch herrschen im Schwedenland Usuancen wie in den US of A. Die Briefkästen stehen weit vor der eigenen Haustür irgendwo an der nächsten Straßen­ab­zwei­gung oder -kreuzung. Böse Buben mit sinistren Absichten scheint es auf dem wei­ten Land kaum zu geben. Vermutlich gäb’s eh nix Wertvolles zu stibitzen, Pakete wer­den ja wohl doch bis zum Empfänger gefahren oder beim Nachbarn abgegeben…

Was aber macht der gemeine Schwede, wenn die Post gelesen, der Rasen gemäht und die Frau – sofern vorhanden – unleidlich ist? Genau, er wirft Angel und Köder in den Kofferraum seines (Volvo-)Kombis und macht sich auf zum Wasser, genau gesagt zu jenem Gewässer, an welchem er sein Boot liegen hat. Dieses macht er mit wenigen Handgriffen seeklar und sticht in denselben, um die Seele und die hakenbeschwerte Angelschnur baumeln zu lassen. Der Korrespondent und seine bessere Hälfte waren eines Abends teilnehmende Beobachter einer solchen Veranstaltung:

abendliche Angel-Kreuzfahrt

Des Freundes Nußschale aus GFK bot Platz für uns drei, das angeltechnische Zu­be­hör und natürlich auch für die beiden mitgeschleppten Blei-Akkus im Autobatterien-Format, die dem elektrischen Außenborder die nötige Energie zum lautlosen Gleiten über die abendliche Glitzeroberfläche des still ruhenden Sees lieferten. Glück­li­cher­wei­se »fingen« wir letztlich nur ein paar Felsen und Schlingpflanzen, so daß sich die Frage zum ordnungsgemäßen Umgang mit lebendem Beutegut gar nicht erst stellte.

Wir springen wieder an Land und weiter zum nächsten Thema. Unser Freund und Gast­ge­ber ist nicht nur zum Vergnügen in Schweden ansässig, er ist tatsächlich aus beruflichen Gründen dorthin gezogen.[1] Nachdem er vorher drei Jahre für seinen in Erlangen beheimateten Arbeitgeber in Shanghai und sonstwo auf der anderen Seite der Erdkugel tätig war, hat ihn das darauf folgende Engagement vom brodelnden Hexen­kes­sel der asiatischen Großstadt ins so­zu­sa­gen skandinavische Gegenteil ver­schla­gen. Immerhin unterhält die SIEMENS AG in Finspång das einzige konzerneigene Schloß:

Schloß Finspång

Die vor dem Gemäuer sorgsam in Stellung gebrachten Kanonen sollen die Firma wohl eher nicht vor einer feindlichen Übernahme bewahren, sie müssen als Remineszenz an die Produktpalette der Finspång’schen Eisen-Industrie vergangener Jahrzehnte und Jahr­hun­der­te gelten. Wobei: In diesen turbulenten Zeiten von »Industrie 4.0« kann es nicht schaden, ein paar nicht-virtualisierte, handfeste Argumente mit Knalleffekt in der Hinterhand zu haben…

Herstellen tun sie heutzutage in dem großen, vor ein paar Jahren von ALSTOM über­nom­me­nen SIEMENS-Werk keine Knallbüchsen mehr, sondern Gasturbinen mittleren Kalibers. Selbstredend herrscht im von uns ausgiebigst besichtigten Pro­duk­tions­be­reich strengstes Fotografierverbot, aber immerhin darf ich hier auf eine offizielle Animation verweisen, die sehr schön zeigt, was Sache ist. Statt mit einem Fotos aus der Turbinenbau-Werkstatt kann ich selbst nur mit der (nicht minder repräsentativen) Kehrseite des siemensianischens Schlößleins dienen:

Schloß Finspång von hinten

Das SIEMENS-Werk grenzt unmittelbar an den Schloßpark und ist überhaupt sehr un­auf­fäl­lig in die Landschaft eingebettet. Der zonebattler bekennt freimütig, derlei vorher noch nie gesehen zu haben: Schwerindustrie findet gemeinhin in trister bis desolater Umgebung statt. In Finspång sieht es eher nach Freizeitpark aus als nach dem Sitz eines Weltmarktführers im Anlagenbau. Der uns dort zuteilgewordene Blick hin­ter die Kulissen und das Erleben von cutting edge technology war für uns fraglos einer der Höhepunkte dieser Reise!

Zurück zur Natur: Zu gerne hätte ich ja mal einen mürrisch dreinblickenden Elch mit ausladendem Schaufelgeweih vor meine Linse bekommen, aber derlei Foto­gra­fen­glück ist mir leider nicht zuteil geworden. Wie schon mal erwähnt, sind die offiziell als tagaktive Einzelgänger geltenden Paarhufer in der Praxis eher in der Dämmerung unterwegs, und da lag der zonebattler halt noch (oder schon wieder) im Bett res­pek­ti­ve auf dem Sofa. Dafür gab es allerorten den höchst agilen Nachwuchs von Enten oder Schwä­nen zu sehen und zu knipsen:

Schwanenmama mit Nachwuchs

Ein Dutzend Fotos habe ich allein von dieser Schwanenmama und ihrer sechsköpfigen Kinderschar geschossen, die munter paddelnd gemeinsam im Hafenbecken vor dem Schloß von Vadstena unterwegs waren. Mensch und Tier gehen hier und andernorts geschäftig, aber stets unaufgeregt ihrer Arbeit nach. Man kann sich sehr schnell an den beschaulichen Lebensstil gewöhnen…

Überhaupt scheint ganz Schweden – oder zumindest der Teil der Landes, den wir be­reist haben – eine einzige Idylle zu sein. In der von üppigem Grün geprägten Gegend nehmen sich sogar latente Umwelt-Freveleien lieblich aus, wie der in Folge 1 ge­zeig­te Traktor und dieser vor sich hin sedimentierende PKW demonstrieren:

abgestellter und eingewachsener PKW

Man beachte, daß nicht etwa die abgestellte Karre Gegenstand von und Anlaß zu so­zia­ler Ächtung des Besitzers ist. Nein, verwerflich wäre es, den Rasen nicht or­dent­lich kurz zu halten, weswegen fein säuberlich um den Blechhaufen herum gemäht wird. Dies mutwillig zu unterlassen wäre hierorts wohl die eigentliche Schande…

Wiesen, Wälder, Wasser: Dem natürlich überall erreichbaren World Wide Web steht in Schweden gleichfalls flächendeckend ein wunderbares »WWW« im Realen gegenüber, an dem man sich nicht sattsehen kann. Zum Abschluß der heutigen Episode seien diese drei Elemente in einem Bild vereint gezeigt, sogar noch ergänzt um ein viertes »W« wie »Wolken»:

Bucht am Campingplatz Fiskeboda

Wie gestrandete Delphine liegen sie da, die umgekippten Boote, und wirken an­ge­sichts ihrer elegant-schnittigen Form keineswegs wie Fremdkörper in der ansonsten unberührt erscheinenden Landschaft. Szenen wie diese finden sich an jedem größeren Gewässer, und da die allgegenwärtigen Kajaks und Kähne geduldige Modelle dar­stel­len und durchaus länger als nur 1/125 Sekunde stillhalten, kann man sie auch gut in Ruhe malen statt sie nur en passant abzulichten…[2]

Das war es dann auch schon wieder für heute. Demnächst mehr!

 
[1] Mit dem Betreiben eines Bootes, eines Rasenmähers von Husqvarna, dem Hissen schwedischer Fähnchen am Haus sowie dem zügigen Erlernen der Sprache muß unser fränkischer Freund in Östergötland als mustergültig integrationswillig, ja geradezu als Assimilant gelten. Leider trifft das nur auf eine Minderheit von Expats zu: Die meisten von ihren Firmen ins Ausland entsandten Fachkräfte lassen sich von den Sitten und Gebräuchen ihres Gastlandes nur wenig benetzen und bleiben überwiegend unter sich. Selbst schuld!

[2} Was ich beispielhaft auch getan habe bzw. habe tun lassen, siehe dazu den ersten Kommentar unter diesem Beitrag.

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