Dienstag, 2. April 2013
Kurz vor Weihnachten starb mein 19-zölliger Büro-Monitor im siebten Jahr (!) seiner irdischen Existenz eines unspektakulären Todes: Eines Montagmorgens ließ er sich nicht mehr einschalten, er blieb einfach dunkel und verweigerte fortan stumm schmollend den Dienst. Eine Zeitlang guckte ich dann zwar nicht in die Röhre, sondern in einen alten 15-Zoll-LCD aus der eingelagerten Keller-Reserve, bis ich dann vor einigen Wochen einen modernen 24-Zoll-Panorama-Bildschirm der Luxus-Klasse hingestellt bekommen habe. Der taugt mir auf Arbeit zwar vortrefflich, da ich dort mit ausladenden Planungstabellen hantieren muß, daheim aber ziehe ich das klassische, wenngleich selten gewordene 5:4-Panel (mit einer Auflösung von 1280 x 1024 Pixeln) dem neumodischen Handtuch-Format allemal vor. Weshalb ich die Monitorleiche vor der Beerdigung resp. fachgerechten Entsorgung als Elektroschrott bewahrte und als offiziell ausgemusterten Sondermüll wehmütig mit nach Hause nahm…
Im Netz konnte ich später eruieren, daß die Schaltnetzteile von Flachbildschirmen zum spontanen Exitus neigen, hervorgerufen durch defekte Elektrolytkondensatoren im Primärkreis. Die Übeltäter zu entlarven erfordert noch nicht einmal Messungen, man erkennt kaputte Elkos auf einen Blick an ihren gewölbten Kappen oder gar an ausgetretener Elektrolyt-Flüssigkeit an deren Sollbruchstelle. Das Ausbauen alter und das Einsetzen neuer Elkos ist für einen zonebattler mit der Lizenz zum Löten eine seiner leichteren Übungen (der freundliche Russe im YouTube-Video braucht erheblich länger dazu). Das Schwierigste freilich war das Öffnen des Gehäuses, denn wie bei den meisten anderen Fabrikaten auch ist das meines neuen/alten LG Flatron L1953TR nicht etwa verschraubt, sondern allseitig verschnappt! Der zerstörungsfreie Ausbau des latent bruchempfindlichen Displays aus seinem Kunststoffrahmen hat mich denn auch unter Flüchen viel Schweiß gekostet und mir als Kollateralschaden einige temporär schmerzhafte Fingerquetschungen eingetragen. Aber egal, schlußendlich kriegte ich das fragile Ding doch weitgehend mackenfrei auseinander, konnte nach dem Abziehen aller Steckverbinder zielsicher in das abgeschirmte Innere vordringen und auf Anhieb zwei defekte Kondensatoren im Netzteil erspähen. Ich ging indes auf Nummer sicher, lötete drei möglicherweise noch intakte Kameraden in unmittelbarer Nachbarschaft mit aus und vermerkte mir Lage und Polung der fünf kapazitiven Freunde auf einem Notizzettel:
Heute nun tappte ich nach der Arbeit zu unserem kleinen Fürther Elektronik-Laden, erstand eine Handvoll neuer Low-ESR-Elkos mit höherer Spannungsfestigkeit als die originalen und trug sie frohgemut nach Hause. Glücklicherweise paßten die Teile trotz etwas größerer Durchmesser noch nebeneinander auf die Platine, und auch die paar zusätzlichen Höhen-Millimeter waren im blechernen Abschirmkäfig noch ohne weiteres unterzubringen. Die Stunde der Wahrheit nahte nach dem provisorischen Zusammenbau und dem Zusammenstecken aller Kabelverbindungen: Strom dran, Power On und auf die schwarze Glasfläche gestarrt.
Und was sehe ich darin?
»SIGNALKABEL PRÜFEN«
Bingo! Wer sich leuchtstark über ein mangelndes Eingangssignal beschweren kann, kann unverzüglich als geheilt entlassen und in die Gesellschaft resozialisiert werden. Nach fünfminütigem »Burn in«-Test habe ich das Gehäuse wieder kühn zusammengeschnappt und den Bildschirm auf den Schreibtisch gestellt. Wo er jetzt, fünf Stunden später, immer noch klaglos arbeitet. Und das mutmaßlich noch weitere fünf Jahre tun wird, wenn nicht gar viel länger…
Jedenfalls ist es eine Schande, wenn an der Dimensionierung kritischer Bauteile so offenkundig gespart wird. Es liegt auf der Hand, daß weltweit -zigtausende von Monitoren (und anderen Gerätschaften) ausgemustert und weggeworfen werden, obwohl in den meisten Fällen ein banaler Fehler vorliegt, der mit geringem Aufwand zu lokalisieren und nachhaltig zu beheben wäre.
Mich selbst hat der Kundensatorentausch nur ein wenig Zeit und ein paar Cent an Material gekostet. Der schnelle Reparaturerfolg schmeichelt dem Ego und ist mit Geld nicht aufzuwiegen. Der Gewinn für unseren Planeten wäre gleichfalls kaum zu beziffern, wenn unser technischer Fortschritt nicht darin bestünde, mit konstruktiven Schwachstellen den vorzeitigen Ausfall (und die darauf folgende Ersatzbeschaffung) bewußt zu planen. Auf Kosten unserer Umwelt und ihrer endlichen Ressourcen. So kann das nicht weitergehen: Reparateure aller Länder, vereinigt Euch! Wobei: In der virtuellen Welt tun sie das ja schon…
Samstag, 16. März 2013
Der Lehm-Leser alias Adobe Reader ™ ist bis vor kurzem das meistgehaßte Stück Software auf meinem betagten PC-gewesen: Einerseits ist dieses elende Ding riesig groß, überladen und träge, andererseits braucht man sowas ja, um PDF-Dokumente überhaupt öffnen und lesen zu können.
Als ich nun neulich meines Rechners nahezu rappelvolle Festplatte auf der Suche nach Einspar-Potentialen nach größeren, fürderhin entbehrlichen Dateien durchforstete, fiel mir zu meinem Befremden auf, daß des aktuellen Adobe Readers Installations-Datei (von etwa 50 MB Größe) gleich dreimal (in verschiedenen Ordnern meiner Windows-Systempartition) vorhanden war. Zusätzlich zur lauffähigen Programm-Installation erdreistet sich der Hersteller also, die Erbmasse seines Utilities zu nicht ersichtlichen Zwecken gleich mehrfach über meinen schwindenden Speicherplatz zu verteilen. Wer programmiert denn bitteschön sowas?!
Immerhin brachte mich die Wut über diese dämlich-depperte Dreistigkeit endlich dazu, mir eine Alternative zu suchen, die ich nach kurzer Recherche auch fand in Form des PDF-XChange Viewers: Die kostenlose Version dieses leistungsfähigen Tools ist ein schlanker und schneller Ersatz für das fette Original, welches ich in keiner Weise mehr vermisse. Etwas gewöhnungsbedürftig ist einzig das neue Icon für PDF-Dateien, da ist das Auge halt seit vielen Jahren auf die rote Mehrfachschleife konditioniert…
Egal: Sowohl als Stand-alone-Programm als auch als Browser-Plugin erfüllt der PDF-XChange Viewer alle meine Ansprüche an einen unkomplizierten PDF-Betrachter. Die Fülle seiner Funktionen ist beachtlich, wer mehr mag oder braucht, kann sich die Pro-Version kaufen. Ausprobieren kostet nichts, und ich habe eine dreistellige Megabyte-Zahl an Plattenplatz wieder hinzugewonnnen!
Mittwoch, 28. November 2012
In den letzten Tagen hat das allgemeine Spam-Aufkommen ganz erheblich zugenommen, die populärsten der zwölf von mir betriebenen und/oder betreuten Blogs liegen sozusagen unter Trommelfeuer und Dauerbeschuß. Kaum eine Spam-Granate kann allerdings den Schutzschirm durchschlagen, den das WordPress-Plugin »Antispam Bee« über allen meinen Frontabschnitten aufgespannt hat.
Bisher hatte ich die fleißige Biene so eingestellt, daß erkannte Müll-Mails kaltgestellt und drei Tage lang in Quarantäne gehalten wurden, bevor sie der automatischen Entsorgung anheim fielen. Das allerdings führte hier in meinem privaten Blog dazu, daß in der jüngeren Vergangenheit binnen 3 x 24 Stunden mehrere Tausend Spams aufliefen, an deren persönliche Sichtung aus Kontrollgründen absolut nicht mehr zu denken war:
Ab sofort lasse ich meinen virtuellen Türsteher den Dreck nicht nur auffegen, sondern auch sofort entsorgen. Das bewährte Plugin fängt die penetranten Werbe-Botschaften nicht nur zuverlässig ab, es führt nebenher auch noch eine Statistik über das Spam-Aufkommen der letzten Tage. Die graphische Visualisierung der letzten 30 Tage zeigt eindeutig den unheilvollen Trend nach oben:
Was da – global gerechnet – an Ressourcen verpulvert wird, mag man sich gar nicht vorstellen: Etliche Kraftwerke müßten die Luft nicht verschmutzen (bzw. strahlende Reste hinterlassen), wenn dieser ganze unsägliche Mist nicht die Leitungen, Server und sonstige Infrastruktur des Netzes immer mehr beanspruchen würde! Und das bei denkbar geringer Trefferquote, denn wer mag den diesen ganzen Scheiß wirklich lesen, wer klickt auf die verschleuderten Links, wer kauft den dahinterstehenden Hallodris was ab? Stehen denn tatsächlich jeden Tag soviel Dumme auf, daß man mit so primitiven Maschen Geld verdienen kann?
Es scheint so zu sein. So lange das Verschicken von Mails und und Kommentaren nix kostet, werden Geschäftemacher aller Dubiositätsgrade weiterhin das Netz mit ihren schrägen Offerten überfluten. Foren und Blogs, deren Betreiber aus Unkenntnis oder Überfordertheit keine Gegenmaßnahmen ergreifen (können), werden faktisch unlesbar. Zumindest WordPress-BloggerInnen können aber aufatmen, wenn sie die von mir schon hier und da empfohlene »Antispam Bee« auch bei sich summen lassen!
Montag, 3. September 2012
Egal, wofür sich einer (oder eine) interessiert, es gibt heutzutage für alles und jedes ein Fachforum (oder sogar deren mehrere). Stunden kann man damit verbringen, online der idealen Kaffeebohne (und deren adäquater Verarbeitung zum heißen Genußgetränk) nachzustellen. Tage (und Nächte) kann man darauf verwenden, die fachgerechte Konzeption einer Modellbahnanlage im Kreise gleichgesinnter Freaks auszudiskutieren. Für jedes Steckenpferd findet sich eine Koppel: Schöne neue Welt!
Das Stöbern in Foren per Webbrowser am heimischen PC-Bildschirm kennt vermutlich jede(r) aus eigener Erfahrung, das mobile Bespielen der liebgewonnenen Plattformen ist dagegen noch nicht ganz so verbreitet: Wer sich in des Onkel Doktors wohlig warmen Wartezimmer oder auf einem zugigen Bahnsteig die Zeit mit virtuellen Fachsimpeleien vertreiben will, kommt mit dem Smartphone-Bildschirmchen als Ausgabe- und dem dicken Daumen als Eingabe-Medium nicht wirklich gut voran. Diese Lücke in der Benutzerfreundlichkeit füllt nun die von mir hier und heute wärmstens empfohlene App namens »Tapatalk«. [1]
Tapatalk ist das mobile Kontollzentrum für alle Foren der eigenen Wahl, sofern diese mittels eines kostenlosen Plugins die Tapatalk-Unterstützung anbieten. [2] Wenn man so will, kann man die App als einen speziell auf die Foren-Lektüre abgestimmten Mobilbrowser betrachten. Und so sieht das nun in der Praxis aus (links die Übersicht der von mir regelmäßig besuchten Foren, rechts die seit meinem letzen Besuch im Forum von WordPress Deutschland eingegangenen, neuen Beiträge):
Tapatalk kann problemlos mit einer Hand bedient werden: Ein Fingertappser auf einen Beitrag öffnet denselben zur Lektüre und ggf. Beantwortung (linker Screenshot), ebenso fix hangelt man sich tipp-tapp-tipp von einem Unter-Forum in das nächste (rechtes Bild):
Mit EUR 2,49 EUR gehört die Android-Version von Tapatalk nicht zu den billigsten Apps, aber ich habe die Ausgabe keine Sekunde lang bereut: Tatsächlich bin ich sogar daheim dazu übergegangen, den »großen« PC links liegen zu lassen und meine oft besuchten Lieblings-Foren lieber auf dem Sofa liegend per Handy zu bestreifen. Das mag zunächst kurios klingen, aber wer es ausprobiert, wird mich nach wenigen Minuten verstehen! Mein Urteil fällt daher in jeder Hinsicht eindeutig aus:
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Tapatalk gehört für mich ganz klar in die Reihe der (sehr wenigen) Smartphone-Apps, die ich wirklich intensiv nutze und für einigermaßen unverzichtbar halte: Das Bedienkonzept ist ebenso intuitiv erfaßbar wie durchdacht, der geistige »Nährwert« der Applikation für mich kaum angemessen zu würdigen: Früher habe ich viele mich eigentlich interessierende Threads und Diskussionen schon aus Zeitgründen nicht weiter verfolgt, jetzt kann ich das während unvermeidlicher Wartezeiten auf meinen täglichen Wegen problemlos machen, mich dabei weiterbilden und gelegentlich auch anderen weiterhelfen. Eine große Errungenschaft für den kleinen Schirm!
[1] Mein aktuelles Smartphone habe ich in diesem meinem Blog tatsächlich noch gar nicht vorgestellt, und ich habe auch weiterhin nicht die Absicht, es zu tun, schon weil ich mich nicht in irgendwelche ermüdenden Diskussionen oder gar Glaubenskriege in Sachen Apple/iOS vs. Google/Android hineinziehen lassen möchte. Und es ist letztlich für diesen Beitrag auch einerlei, denn Tapatalk gibt es selbstredend für beide Welten! Meine Ausführungen und die Screenshots basieren indes auf der Android-Version.
[2] Wer ein Forum in der Online-Aufzählung der von Tapatalk unterstützten Plattformen vermißt, richtet eine freundliche Bitte an den zuständigen Admin, der sich (auch im Interesse der zukünftigen Entwicklung seiner Spielwiese) in der Regel kooperativ zeigen wird. Der Aufwand dafür ist minimal und kostet den Foren-Betreiber nix.
Mittwoch, 1. August 2012
Soeben habe ich aus meiner dienstlichen Schreibtisch-Schublade entnommen und der hoffentlich ordnungsgemäßen Entsorgung zugeführt:
Weiterhin nicht duchringen kann ich mich derzeit jedoch zum Abstoßen von
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Microsoft MS-DOS, Version 6.22 (4 Disketten)
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Microsoft Windows 95 mit USB-Unterstützung (1 CD)
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Microsoft Windows 98 zweite Ausgabe (1 CD)
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2x Microsoft Office 97 Professional (je 1 CD)
Schon allein wegen des Aufdrucks »Sie sind nicht berechtigt, unrechtmäßige Kopien dieses Datenträgers zu erstellen« verdienen die CDs einen Ehrenplatz in meinem Kuriositäten-Kabinett. Und mit den DOS-Disketten kann ich ja vielleicht irgendwann mal einen Azubi befremden…
Samstag, 16. Juni 2012
Heute morgen bin ich mal schnell in der blechernen Weißwurst nach München runtergerauscht, um meiner besseren Hälfte ein frisch herausgekommenes und ergo noch nicht flächendeckend verfügbares Zubehörteil aus dem dortigen Apple Store zu besorgen. Kann man ja mal machen, ich wollte eh an meiner aktuellen Reiseberichterstattung weiterschreiben, und ob ich das nun am ruhenden heimischen Schreibtisch tue oder im rasenden ICE, ist mir letztlich einerlei. Hat auch alles bestens funktioniert, leicht gestreßt war ich nur vom unverhofften Anruf der sich hinsichtlich der gewünschten Farbe umentschieden habenden besseren Hälfte, die mich just zu dem Zeitpunkt anbimmelte, als ich den Kaufakt per Geldübergabe besiegelte. Aber egal, der Umtausch gegen ein andersfarbiges Teil war keine große Sache.
Groß hingegen ist die Landeshauptstadt, und an einem Samstag mit Festmusik vor dem Rathaus ist sie zudem mit noch mehr Menschen angefüllt als ansonsten schon da sind. Der lautstarke Trubel wurde mir ollem Langeweiler schnell zu viel, darum bin ich alsbald wieder zum Hbf zurückgefahren und in den nächsten ICE in Richtung Heimat gestiegen. Ganz vorne hinter dem Lokführer Platz genommen, Netbook aufgeklappt, Textentwurf geladen, Abfahrt.
Sanft singend setzte sich der Zug in Bewegung und schlängelte sich durch das Gleisvorfeld des Bahnhofes. Kaum hatte er die Stadt hinter sich gelassen und seine Reisegeschwindigkeit erreicht – ich grübelte über die Malteken und ihre zu beschreibenden Eigenheiten nach – kam auf einmal von hinten Kollege Schaffner dienstbeflissen herbeigesprungen und hielt mir ein Tablett mit vier Eisen am Stiel darauf unter die Nase: »Grüß Gott der Herr, darf ich Ihnen ein Magnum anbieten, es gibt ‘Mandel’ oder ‘Classic!’«
Im Grunde stand mir der Sinn gar nicht so sehr nach Eiscreme, da ich kurz vor der Abfahrt noch einen ambulant erstandenen Milchshake in mich hineingestrohhalmt hatte. Aber ausschlagen wollte ich das nette Angebot auch nicht, und so entschied ich mich kurzerhand und lauthals bestätigend für die Variante »Classic«.
Da ließ der schlaue Schaffner die Maske fallen: »Gerne, das macht dann EUR 2,20!«, schnarrte er. Meiner einer hingegen hatte die Offerte als Geschenk (miß-)verstanden, weil derlei in der ersten Klasse üblich ist und ich für einen Augeblick ganz vergessen hatte, heute privat und damit auf den billigeren Plätzen in der zwoten unterwegs zu sein! Da saß ich nun in der Freundlichkeitsfalle und es half nix, ein Rückzieher wäre kleinlich und peinlich erschienen. Also heraus mit der Börse und das Lehrgeld gezahlt!
Am meisten ärgerte ich mich darüber, daß ich solche leicht manipulativen Methoden (Päsentation einer kleinen Zahl fertig vorgegebener Alternativen statt dem Stellen einer ergebnisoffenen Frage mit folgen- und kostenlosem Hintertürchen) in früheren Zeiten persönlich geschult habe. Nun war ich selbst ein Opfer des längst durchschauten, uralten Verkäufer-Tricks geworden. Geschieht mir recht. Aber recht lecker war das Schoko-Magnum dennoch!
Donnerstag, 24. Mai 2012
Über den letzten Newsletter auf perun.net bin ich auf einen Artikel gestoßen, dessen Lektüre mir die Vorfreude auf die in Kürze erscheinende WordPress-Version 3.4 doch etwas getrübt hat: Falls nach dem Einspielen des Updates hier und im visuell weitgehend baugleichen Medien PRAXIS-Blog nix mehr zu sehen sein sollte, habe ich die Wahl zwischen dem Einfrieren des Softwarestandes (nicht wirklich gut) und dem Anpassen der für das Aussehen zuständigen Theme-Dateien (nicht wirklich einfach für einen multipel Halbgebildeten wie mich).
Das Nachziehen und Aktuellhalten der Blogsoftware bedeutet einen Pflegeaufwand, der bei mittlerweile zehn von mir betriebenen oder betreuten Baustellen längst nicht mehr im allgemeinen Grundrauschen untergeht. Bei gegen Bezahlung gewarteten Websites ist es zudem nicht immer ganz einfach, der geschätzten Kundschaft die Notwendigkeit dieses geheimnisvollen Tuns zu erklären, denn rein äußerlich ist ja nix zu bemerken von dem kontinuierlichen Geschraube, Geöle und Geputze im Maschinenraum!
Also dann: Abwarten, Milch trinken und hoffen, daß eigene Anpassungen vielleicht am Ende gar nicht nötig sein werden…
Montag, 21. Mai 2012
Zwei Jahre nach seinem Urlaub auf der »Schatzinsel« zog es den zonebattler und seine bessere Hälfte heuer erneut auf ein sagenumwobenes Eiland: Malta war diesmal unser meeresumspültes Expeditionsziel. Zweieinhalb Wochen lang erforschten wir den mediterranen Inselstaat zwischen Sizilien und Afrika, und wie die übereinandergelegten GPS-Tracker-Daten zeigen, machten wir dabei auch einen kleinen Abstecher nach Gozo, der zweiten, deutlich kleineren (und ruhigeren) Hauptinsel des Archipels. Warum ich die mehrteilige Berichterstattung mit »Die Verkehrsinsel« überschreibe, wird später deutlich werden, wenn ich unsere schier unglaublichen Erfahrungen mit dem öffentlichen Nahverkehr dort in epischer Breite auswalze…
Nach knapp drei Wochen Urlaub da drunten gibt es ziemlich viel zu erzählen und auch manches im Bilde vorzuzeigen, allein wie Struktur hineinbringen und am besten anfangen? Starten wir doch einfach mal mit ein paar Spezialitäten und Wunderlichkeiten, die uns mehrfach und immer wieder, ja nachgerade ständig unter die Augen und vor die Füße gekommen sind. Zuvörderst ist das das bauliche Erbe der über 150-jährigen britischen Kolonialherrschaft: Die maltesiche Stadtarchitektur im georgianischen Stil ist trotz aller neuzeitlichen Kahlschläge zugunsten dubioser Appartement-Häuser oder gesichtsloser Hotel-Türme immer noch flächig präsent, und mit ihr die aus England bekannte Vielfalt an bunten Türen mit (mehr oder weniger) noblen Knäufen und Klopfern dran:
Nicht immer halten übrigens die um den polierten Türknauf herum gebauten Häuser, was die gepflegten Beschläge versprechen: So manches der nicht immer in Würde gealterten Gebäude wäre mit dem englischen Euphemismus »has seen better days« nur unzureichend beschrieben. Drum eben nicht die ganze Hütte gezeigt, sondern voll fett auf die Mitte der Haustür gezoomt, und schon ist die Welt – zumindest bildlich gesprochen – wieder in Ordnung…
Ohnehin unsichtbar ist dagegen die moderne Kommunikations-Infrastruktur in Form kostenloser und frei zugänglicher WLAN-Hotspots, im englischen Sprachraum Wi-Fi geheißen. In den touristisch geprägten Gegenden Maltas findet man alle paar Meter ein Lokal, eine Bar oder einen der global omnipräsenten Buletten-Brater, bei dem man sich zur gleichzeitigen Stillung von Kalorien- und Nachrichtenhunger temporär niederlassen kann. Die hierzulande gefürchtete und stets als Damoklesschwert über dem leichtsinnigen Routerbesitzer schwebende Betreiberhaftung ist im EU-Mitgliedsstaat Malta offenbar (noch?) kein Thema:
Wir machten von dem virtuellen Komfort reichlich Gebrauch, indem wir mit dem Smartphone fast täglich die eingegangenen Mails checkten, vor allem aber, um uns für den Leseabend im Hotelbett mit aktuellem Material zu versorgen: Daheim in der Heimat warf Freund Lexikaliker täglich »calibre« an, um uns die aktuellen Newsfeeds von FAZ.NET, Süddeutsche.de, ZEIT ONLINE und noch ein paar anderen gern aufgesaugten Quellen fein formatiert über den Äther auf mein stets mitgeführtes Lesebrettchen zu beamen. Tagsüber auf den Beinen und in der Fremde Neues zu entdecken, abends aktuellen Input aus der Heimat zu studieren, diese Mischung aus Fuß- und Kopfarbeit lernten wir zu schätzen…
Schätzen tut der zonebattler bekanntlich auch seine motorisierte Rennsemmel, und so war er hocherfreut, vierrädrige Cousins seines eigenen Vehikels (außerhalb des deutschen Marktes »Subaru Sambar« genannt) an allen Ecken und Enden der Insel herumflitzen (oder herumstehen) zu sehen:
Überhaupt finden sich auf Malta viele japanische Autos, die ausweislich diverser Aufkleber mit fernöstlichen Schriftzeichen offenkundig als Gebrauchtfahrzeuge nach Europa importiert worden sind. Da eine heimische Nachfrage nach bereits benutzten Fahrzeugen in Japan aus kulturellen Gründen kaum existiert, floriert der Verkauf nach Übersee in Regionen mit Linksverkehr und Rechtslenkung (wozu aus Gründen des britischen Erbes eben auch Malta gehört). Der Libero/Sambar ist jedenfalls der ideale Kleintransporter für die zuweilen engen Gassen und holperigen Straßen Maltas!
Weniger nachvollziehbar als die Liebe zu knuffigen Töff-Töffs ist der Hang maltesischer Baller-Männer zum Schießen auf alles, was Flügel hat und flattert. Jenseits der menschlichen Siedlungen stehen in der idyllischen Landschaft alle paar Meter provisorische und ziemlich schäbige Unterstände herum, und auch außerhalb der offiziellen Jagdsaison kann man dort die Spuren des für Vögel jeder Art und Größe tödlichen Getues schwerlich übersehen:
Für den gemeinen Malteken scheint das Pulverisieren von beweglichen Luftzielen nicht minder erregend zu sein als für die Spanier der Stierkampf. Ganze Populationen zwitschernder Luftikusse werden da weitgehend ausgerottet, für Zugvögel ist das Eiland mitten im Mittelmeer ja ein kaum zu vermeidender Zwischenstopp. Verwegene Tiefflieger könnten mit schneidigem Kurven in Bodennähe sicherlich dazu beitragen, daß sich die wilde Jägerschar durch friendly fire selbst dezimiert, so viele von denen sind da zugange mit dem Finger am Abzug ihrer Flinte…
So wie der Angler seine Lieblingsgewässer hat (und dort seiner Leidenschaft zumindest lautlos, wenngleich für seine Opfer nicht minder tödlich nachgeht), so scheint auch der Schrotschütze seine bevorzugten Reviere zu haben. Die Reiseführer behaupten jedenfalls frohgemut, daß die in der freien Wildbahn allerorten anzutreffenden Warn- und Verbotsschilder nicht auf den arglosen Wanderer gemünzt seien, sondern eher auf die (mehr oder weniger waidmännisch agierende) Konkurrenz mit Schießgewehr:
Wir haben das freilich nicht verifiziert und blieben stets diesseits der typographisch kruden Drohgebärden, es gab ja schließlich auch so genügend ungefährliche Möglichkeiten, das Land per pedes zu bestreifen.
Nun gut, nach diesen etwas befremdlich anmutenden Aspekten lokaler Sitten, Riten und Gebräuche wollen wir uns dann aber doch endlich und intensiv den Schönheiten der Inselgruppe zuwenden, und derer gibt es wirklich viele: Die Landschaft ist grandios, die kulturellen Zeugnisse vergangener Epochen sind es nicht minder, die Einheimischen freundlich, nahbar und umgänglich (jedenfalls die ohne Feuerbüchse im Anschlag). In der nächsten Folge spulen wir in Kürze noch einmal zurück und setzen mit der Air Berlin zum Landeanflug an auf den Staat mit der nominell größten Bevölkerungsdichte unseres Planeten!
Samstag, 19. Mai 2012
Was macht man, wenn man unterwegs zwar ein Netbook mit Surfstick dabei hat, aber mit Smartphone und Kindle auch gerne und ohne zusätzliche Kosten online gehen möchte? Ganz einfach, man macht mittels Connectify das Netbook zum Hotspot und bindet über eine mobile WLAN-Blase seine sonstigen Gerätschaften drahtlos an (und die der mitreisenden Kumpels und Kollegen gleich mit dazu). Die solcherart geteilte Mobilfunkverbindung funktioniert absolut zuverlässig und ist für Leute wie mich, die zwar über einen Surfstick mit Tages-Pauschaltarif, nicht aber über eine Handy-Flatrate verfügen, nachgerade ideal!
Dienstag, 8. Mai 2012
Ein lesenswerter Beitrag zur Urheberrechtsdebatte: »Es gibt kein Zurück ins echte Leben« (FAZ.NET)
Freitag, 23. März 2012
Ein Bekannter aus meiner Forchheimer Periode (1993-1999), den ich noch im vergangenen Jahrtausend aus den Augen (und dem Sinn) verloren hatte, ist unlängst in Fürth unverhoffterweise (beim Jahresempfang der Grünen!) wieder vor mich und damit erneut in mein Leben getreten. [1] Nach ein paar miteinander verkasperten Stunden galt es für mich als erwiesen, daß wir beide Schelme gleicher Sorte sind. Und solche halten ja bekanntlich zusammen: Da der Wolfgang S. jetzt zwar in der Kleeblattstadt ansässig ist, aber beruflich viel herumkommt und mithin einiges zu erzählen hat, habe ich ihm auf die mehr oder weniger Schnelle ein eigenes Blog zusammengezimmert, in dem es demnächst allerlei Interessantes, Possierliches und vermutlich auch Bizarres aus dem Fernen Osten zu lesen (und zu sehen) geben wird. Meiner eigenen geneigten LeserInnenschaft sei diese neue Plattform jetzt schon wärmstens ans Herz gelegt, der schräge Humor seines Betreibers steht dem des zonebattler’s in keiner Weise nach! Und die Kamera gerade zu halten lernt er schon auch noch…
[1] So verwunderlich ist das aus metaphysischer Perspektive dann freilich auch wieder nicht, denn nach Fürth findet früher oder später ohnehin jede(r), der/die nach höherer Erfüllung strebt.
Mittwoch, 14. März 2012
Das von mir gern verwendete und wärmstens weiterempfohlene WordPress-Plugin Antispam Bee schützt dieses Blog wirksam vor Spam-Kommentaren und filtert täglich Dutzende davon raus. Leider ist das fleißige Bienchen zu foppen, wenn Reklamemüll nicht maschinell und automatisiert hereingekippt, sondern von gedungenen Schergen manuell ins Kommentarfeld kopiert und regulär per Mausklick abgegeben wird. Seit der Wiederinbetriebnahme meines virtuellen Welttheaters habe ich schon allerhand fremdprachigen Dreck ausfegen müssen, der mir vermutlich von mies bezahlten Spam-Sklaven aus Fernost untergeschoben wurde. Da ich ja nun nicht ständig selbst hinterherputzen kann, meinen Laden gleichwohl immer sauber und adrett halten will, habe ich mich schweren Herzens dazu entschlossen, die Schrauben etwas mehr anzuziehen: Ab sofort winkt die Biene nur noch Kommentare in deutscher Sprache durch, Äußerungen in anderen Idiomen werden gnadenlos abgestochen. Das ist einerseits schade, da es dabei durchaus zum Aussondern wertvollen, echten Feedbacks kommen kann, anderseits erscheint mir das Risiko doch vertretbar angesichts der Ruhe, die ich ab sofort wieder vor englischsprachigem und russischem Mist habe: In meinem Alter braucht man weder Schwanzverlängerer noch todsichere Geldversenkungstipps. Mit dem deutlich gewachsenen Spam-Aufkommen in deutscher Sprache wird die Antispam-Bee auch so noch fertig, da gibt’s offenbar (noch) nicht so viele, die sich die Mühe händischen Herumtrollens machen…
Süßer und scharfer Senf: