Sonntag, 25. März 2012
Spät, aber nicht zu spät habe ich davon erfahren, daß der 75. Geburtstag des Dokumentarfilmers Dieter Wieland im Fernsehen durchaus gebührend gewürdigt wird: Auf BR-alpha wird derzeit von Montag bis Freitag allabendlich um 23:00 Uhr einer seiner elegisch-melancholischen Architekturfilme ausgestrahlt, die den sensiblen Betrachter traurig stimmen ob des schier unermeßlichen Verlustes an Schönheit, den unser Land und unsere Gemeinden erst in den letzten Jahrzehnten erlitten haben. Hinschauen schmerzt, ist aber dennoch (oder gerade deshalb) uneingeschränkt zu empfehlen!
Samstag, 30. Juli 2011
Für den Verein Medien PRAXIS e.V. suchen wir eine(n) kontaktfreudige(n) Vorstandskollegen/-kollegin aus Fürth oder der näheren Umgebung. Spaß an der Sache ist weit wichtiger als einschlägige Vorbelastung. Näheres dazu führen wir dort drüben aus…
Samstag, 14. Mai 2011
Im neumodischerweise bindestrichlos geschriebenen Design Tagebuch habe ich heute die Erklärung gefunden, warum Panda-Bären schwarzweiß sind. Allerliebst!
Mittwoch, 4. Mai 2011
Captain Kirk in fescher Ulanen-Uniform, Mr. Spock als Erfinder der Dampfmaschine? »Victorian Star Trek« gewährt einen Blick in die Vergangenheit der Zukunft. Auch darüber hinaus hält die verlinkte Website allerlei sehr sehenswerte Curiosa bereit!
Montag, 28. März 2011
»Begegnungsstube Medina e.V. – Brückenbauer zwischen den Religionen« heißt die neueste TV-Reportage von Julia Thomas und Thomas Steigerwald vom Verein Medien PRAXIS e.V. am Fürther Stadtpark. Der – wie die vielen unmittelbar nach der Erstaustrahlung des ersten Teils eingegangenen Kommentare zeigen – brandaktuelle Film über das Thema Integration zeigt auf, daß die gängigen Vorurteile gegen Muslime meist gar nichts mit deren Religion zu tun haben, sondern auf traditionelle und kulturell bedingte Verhaltensweisen zurückzuführen sind und damit den aufgeklärt-modernen Mitbürgern muslimischen Glaubens Unrecht tun.
Die weiteren Sendetermine sind aus der Programmvorschau ersichtlich.
Montag, 28. Februar 2011
Die italienische Schauspielerin Isabella Rosselini überzeugt auch als Regisseurin: In einer TV-Reportage auf arte sah ich dieser Tage zu später Stunde einige ihrer künstlerischen Kurzfilme der Reihen »Green Porno« und »Seduce Me« und kam aus dem Staunen (und Kichern) kaum noch heraus. Glücklicherweise kann ich die sexuelle Aufklärung mit meiner Leserschaft teilen, denn die wunderbaren Episoden (in denen die Macherin stets die Hauptrolle spielt) sind online abrufbar: Man beginne z.B. mit dem Paarungsverhalten der Enten und klicke sich dann durch die anderen dort angebotenen Tierfilmchen. Grandios!
Donnerstag, 17. Februar 2011
Schon früher gab es passende Fan-Produkte zu Filmen, doch heutzutage läuft die Merchandising-Maschinerie oft andersherum und überdies unentwegt auf Hochtouren. Einen lesens- und bemerkenswerten Einblick in die Perfidie des modernen Marketings liefert der F.A.Z.-Artikel »Der große Dreh«, in dem sich alles um die kuriose Welt der kleinen Kampf-Kreisel dreht…
Sonntag, 6. Februar 2011
Zum ersten Mal seit Jahren heute abend RTL angeschaltet, um den »Hindenburg«-Zweiteiler anzuschauen. Der Zeppelin selbst ist spektakulär gut getroffen (nachgebaut im Inneren, computergeneriert außen). Die zweibeinigen Darsteller indes sind allesamt klischeehaft überzeichnet, die Zahl der konkurrierenden Verschwörungstheorien würde für ein halbes Dutzend Thriller reichen. Geschenkt, ist halt Kintopp. Was ich den Fernsehfritzen aber wirklich übelnehme, ist der Umstand, daß alle dramatis personae des Films (Hugo Eckener inklusive!) immer und immer wieder vom »Fliegen« sprechen, wo doch Luftschiffe stets und ausschließlich zu fahren pflegen. Hatte RTL bei so einer aufwendigen Produktion denn keine fachkundigen Berater mit an Bord genommen?
Donnerstag, 6. Januar 2011
Nicht genug, daß die Rundfunkgebühren demnächst zur Zwangsabgabe werden sollen (zu zahlen pro Haushalt, unabhängig vom Vorhandensein von Empfangsgeräten), nein, die Generalsekreteuse der ARD will den Zuhörer bzw. Zuschauer für von ihm bereits bezahlte Produktionen ein weiteres Mal blechen lassen. Eine angemessene Antwort darauf gibt Stefan Niggemeier in »Frau Piel, wir müssen reden«.
Dienstag, 14. Dezember 2010
Man schieße jeden Tag ein Portraitfoto von sich selber und bastele sich daraus nach zehn Jahren ein virtuelles Daumenkino. Wer sich sowas einfallen läßt? Einige! Drei bemerkenswerte Zeitraffer-Videos sind auf SPIEGEL Online im Artikel: »Zehn Jahre in einer Minute und 25 Sekunden« zu sehen. Zu schade, daß meiner einer nicht rechtzeitig damit angefangen und dergestalt den schleichenden Rückzug der einst üppigen Haarpracht dokumentiert hat…
Freitag, 1. Oktober 2010
Hier gelesen, da gesehen. Jetzt brauche ich ein Taschentuch zum Schniefen…
Sonntag, 15. August 2010
Robin Hood, Robin Hood, reitet durch die Lande,
voller Stolz und Wagemut folgt ihm seine Bande.
Es fürchten ihn die Bösen, die Guten sind ihm guuuut,
Robin Hooood, Robin Hooood, Robin Hooood… |
Wer beim Lesen vorstehender Zeilen sofort die dazugehörige Melodie mitsummen konnte, der weiß, wovon hier die Rede sein wird: Von der amerikanisch-britischen TV-Serie »Die Abenteuer von Robin Hood« natürlich, die redlich gealterte Recken meiner Generation in jungen Jahren nur zu gerne guckten, sich dabei mit dem von Richard Greene gespielten Titelhelden identifizierten und sich jedesmal diebisch (!) freuten, wenn der seinem schurkischen Gegenspieler, dem Sheriff von Nottingham, einmal mehr ordentlich eins auf die Mütze geben konnte.
Dem zu nostalgisch-wehmütigen Anwandlungen stets neigenden zonebattler kam es dieser Tage in den Sinn, sich geistig in seine lange zurückliegende Sturm- und Drangzeit zurückzuversetzen und sich im Abstand von mehreren Dezennien erneut in den Sherwood Forest zu begeben, ohne dabei seine Couch verlassen zu müssen…
Hierzulande sind weiland längst nicht alle Folgen der erfolgreichen Produktion aus den 1950er Jahren ausgestrahlt worden. Überdies sind die Silberscheiben mit den deutsch synchronisierten Episoden alles andere als ein Sonderangebot: Für eine DVD-Box mit neun Episoden (von jeweils nur ca. 25 Minuten Dauer) werden stolze EUR 22,90 aufgerufen! Sowas kommt einem Sparfuchs wie dem zonebattler natürlich nicht in die virtuelle Einkaufstüte, und darum hat er sich jetzt aus dem fernen Land der begrenzten Unmöglichkeiten fürs gleiche Geld (!) kurzerhand die Komplett-Edition mit allen 143 Folgen auf 11 DVDs kommen lassen:
Und diese US-Ausgabe ist nun wahrlich ein absolutes Schnäppchen: An jeweils 13 Episoden pro Scheibe hat man (im Vergleich zur deutschen Fassung mit läppischen drei pro Silberling) viel länger Freude, auch wenn man notgedrungendermaßen beim Ton auf die deutsche Synchronspur verzichten muß.
Was aber in des Rezensenten Augen (und insbesondere Ohren) kein allzugroßes Manko darstellt: Zum einen sind die Dialoge überwiegend klar ausgesprochen und gut verständlich, zum anderen wären viele eloquente Wendungen und Wortspiele in einer lippensynchronen Übersetzung ohnehin verloren. Wer also leidlich Englisch versteht, kann getrost zugreifen, auch wenn es hier (wie bei den meisten TV-Produktionen »vorsintflutlichen« Alters) noch nicht einmal englischsprachige Untertitel gibt.
Die Handlung ist ja meist ohnehin nicht sonderlich kompliziert: Irgendwie kommen sich die normannischen Usurpatoren und die rechtschaffenen englischen »Outlaws« unter ihrem charismatischen Führer Robin ins Gehege, nicht selten geht es um Leben oder Tod, doch spätestens nach 25 Minuten siegen List und Recht über (Heim)tücke und Unrecht und die Welt ist vorerst wieder in Ordnung. Nebenbei werden quasi spielerisch ethische Werte wie Haltung, Anstand und Moral vermittelt, und wer das nervig, überholt und altmodisch findet, ist nach des zonebattler’s Meinung Teil des Problems in der heute viel beklagten »Ellenbogengesellschaft«…
Aus technischer Sicht gibt es bei realistischer Betrachtungsweise wenig zu mäkeln: Das Schwarzweiß-Bild ist von passabler Qualität, glücklicherweise sind computergenerierte Nachcolorierungen wohl (noch) zu kostspielig, um 3480 Minuten alten Filmmaterials den nostalgischen Charme nachhaltig auszutreiben. Gut so! Das »analoge Feeling« gehört bei sowas einfach dazu: Wir Älteren wollen es nicht anders, und die Jüngeren würden sich so etwas Altbackenes auch in aufgepeppter Fassung nicht kaufen. Unter dem Strich ist mir die dicke Box aus Amerika daher eine klare Empfehlung wert:
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Film / Inhalt |
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Bild & Ton |
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Extras |
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Bei dem extrem günstigen Preis sind natürlich keine Extras zu erwarten: Man kriegt weder ein Booklet dazu noch irgendwelche digitalen Dreingaben, doch wen sollte das stören? Was es an Hintergrundinformationen zu erfahren gäbe, kann sich jede(r) selbst ergoogeln, und ansonsten will man ohnehin nur schnell auf sein abendliches Betthupferl in Form eines knapp halbstündigen Abenteuers zugreifen und sich über stets adrett gekleidete, pseudo-mittelalterliche Genrefiguren in Studiokulissen köstlich amüsieren können…
Süßer und scharfer Senf: