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zonebattler's homezone 2.1 - Merkwürdiges aus Fürth und der Welt


Samstag, 10. März 2012

Kunst für alle Sinne

Die aktuelle Ausstellung »Kulturlandschaften – Architektur prägt Lebensräume« der Nürnberger Galerie Atzenhofer sei hiermit meiner interessierten LeserInnenschaft wärmstens ans Herz gelegt und empfohlen. Ein kleiner Einblick in das dort Gebotene findet sich in diesem Artikel, den vor Ort aufgetischten Kuchenspezialitäten aus dem Ofen der Hausherrin Lydia Schuster wird keine Beschreibung auch nur annähernd gerecht, die müssen selbst verkostet werden…

Samstag, 3. September 2011

Rollenspiele: Wir bloggten schon vor 33 Jahren

Das Führen eines Weblogs, also abgekürzt das Bloggen, ist nach gängiger Meinung ein relativ neumodischer Hype, mittlerweile angeblich sogar ein bereits wieder abflau­ender solcher. Im Nachhinein betrachtet kann meiner einer mit Fug und Recht behaupten, bereits in den späten 1970er Jahren – zusammen mit einer Handvoll Schul­kameraden – das Bloggen in seiner heutigen Form erfunden zu haben, komplett mit chronologisch gereihten Artikeln, fortlaufend nummerierten Kommentaren, Kreuz- und Querbezügen sowie allerlei eingebundenen Bildern und Medien. Und das alles ohne Strom, ohne Computer und ohne Internet, an das ja damals noch keiner dachte. Die nachgerade visionäre Geschichte sei nachfolgend erzählt!

In den letzten Schuljahren vor dem Abitur hatten wir einen Religionslehrer, bei dem pädagogische Neigung, Motivationsfähigkeit und persönliche Autorität jeweils unter­halb der Nachweisbarkeitsschwelle lagen, also allenfalls in homöopatischer Dosierung vorhanden waren. Theologisch sattelfest mag der Mann dagegen gewesen sein, was ihn erhobenen Hauptes sein Lehramt ausüben ließ: Die Aussicht auf einen Platz im Paradies ließ ihn sein Kreuz tragen, das Abhalten von Unterricht war für einen Mann seines Schlages zweifellos das persönliche Martyrium…

Des zonebattler's »Kommunikationsrolle« (offen) und seine »Meditationsrolle« (geschlossen)

Um uns renitenten Schölern und subversiven Subjekten den Unterricht halbwegs er­träglich zu gestalten, diente uns das Fach Religion naturgemäß in besonderem Maße dem Gedankenaustausch, wenn auch auf andere Weise als vom Lehrer vorgesehen: Wir schwätzten wie schnatterhafte Erstklässler und untergruben damit die ohnehin nicht vorhandene Autorität der armen Lehrkraft auf das Schamloseste. Immerhin bewiesen wir irgendwann ein Restmaß von Erziehung und Kinderstube, indem wir den geräusch­behafteten Diskurs verschriftlichten und allerlei Notizen auf Zettel (insbeson­dere auch auf Löschpapier) schrieben, die wir uns als Kassiber weitgehend lautlos zu­schoben. Das blieb natürlich auch nicht unbemerkt, aber der Pädagoge ließ in ebenso stummer wie verzweifelter Komplizenschaft fürderhin uns in Ruhe und wir ihn.

Meine Mutter arbeitete damals im Büro eines Bauunternehmens und brachte mir von dort eines Tages ein paar unbenutzte Papierrollen mit, wie sie seinerzeit in elektro­mechanischen Tischrechnern weite Verwendung fanden: Eine neu beschaffte Rechen­maschine benötigte Protokollierpapier in einem anderen Format, wodurch der vorhan­dene Restbestand an Rollenware für die ausgemusterten Vorgängerin überflüssig geworden war. Man ahnt, wie es weiterging: Eines Tages hatte ich die gloriose Idee, das spätpubertäre Palaver der vom Religionsunterricht angeödeten Kindsköpfe von der Loseblattsammlung auf die Rolle zu bringen. Der Erfolg ließ nicht auf sich warten: Das kuriose Teil wurde sofort allgemein akzeptiert und diente fürderhin als Grundlage der außercurricularen Kommunikation im Fach der katholischen Religionslehre.

Anfang der »Kommunikationsrolle« vom Mai 1978

Den einsatztechnischen Erfordernissen folgend, implementierten wir bald allerlei Ver­besserungen: Sehr schnell wurde es beispielsweise unpraktisch, zu Beginn der Religionsstunde den bereits beschrifteten Teil der Rolle auf- und abzuwickeln, um bis zum unbeschrifteten Teil zu gelangen und dort weiterzumachen. Wir lösten das mit Wäscheklammern, die den bereits beschriebenen und zu einer neuen Wicklung geroll­ten Teil sicher zusammenhielten. Ferner erwies es sich vom Start weg als diffizil, auf zurückliegende Äußerungen zu rekurrieren und diese zu referenzieren, weswegen wir darauf verfielen, die Beiträge – rückwirkend bis zum Anfang – feinsäuberlich und gut erkennbar zu nummerieren.

Solcherart verfeinert, wurde das inzwischen auf den Namen »Kommunikationsrolle« getaufte Konstrukt nach Art indianischer Friedenspfeifen von einem Diskutanten zum anderen gereicht und nach schriftlicher Kommentarabgabe weitergegeben. Das Bild von der Friedenspfeife ist freilich insofern mißverständlich, als es Harmonie und Sitt­samkeit im Umgang miteinander suggerieren mag. Von beidem indes konnte nicht die Rede sein: Wir verfaßten infantile Schmähtiraden aufeinander, die in dreieinhalb Dekaden Abstand erneut zu entziffern mitunter nachgerade peinlich ist. Auch das muß freilich als prophetische Vorwegnahme einer fernen Zukunft gelten, wie der Ver­gleich mit vielen virtuellen Diskussionsplattformen der Neuzeit anschaulich beweist!

Ausschnitt aus dem immerwährenden Diskussionsfaden (»Thread«)

Ein eineinhalb Jahre nach dem Abitur unter dem Namen »Meditationsrolle« aufge­setztes Folgeprojekt mit teilidentischem Teilnehmerkreis konnte an den Erfolg des Vor­läufers nicht mehr anknüpfen: Zu weit auseinander lagen die Lebensentwürfe und die Wohnsitze der Schreiber, zu lange waren die Pausen und zu teuer das Porto im analogen Zeitalter. Geschadet hat uns übrigens diese sozialverträgliche Kanalisierung des juvenilen Kommu­nikationsbedürfnisses nicht: Der eine meiner regelmäßigen Co-Autoren hat später das mp3-Musikkompressionsverfahren maßgeblich (mit-)erfun­den, der andere pilotiert Jumbo-Jets um den halben Globus, ein Gast-Autor (auch das gab es damals bereits) führt heute ein innovatives HighTech-Unternehmen an vor­derster Front der Forschung. Ich selbst habe es ja immerhin bis zum zonebattler gebracht…

Wie die eingestreuten Fotos dokumentieren, habe ich die wertvollen Zeitzeugnisse bis heute aufbewahrt, möglicherweise in unterbewußter Antizipation ihrer späteren historischen Relevanz. Für eine adäquate Präsentation im Rahmen einer öffentlich zugänglichen Dauerausstellung schwebt mir ein minimalistischer Museumsbau von etwa drei Metern Breite und Höhe sowie ca. 100 Metern Länge vor: In der Mitte des Raumes würden die entrollten Papierbahnen auf einer schmalen Mauerreihe von ca. 1,20 Metern Höhe unter Glas gezeigt und dem interessierten Publikum die Gelegen­heit gegeben werden, sich vom verblaßten Anfang bis zum vergilbten Schluß durch die dadaistische Traktatensammlung zu lesen.

Im Anschluß an die Schulzeit aufgesetztes Nachfolgeprojekt: Die »Meditationsrolle«

Neben eher banalen Aktivitäten wie Standortauswahl, Grundstückserwerb, Baugeneh­migungsantrag, Trägervereinsgründung etc. bereiten mir derzeit noch die un­gleich diffizileren Fragen konservatorischer, datenschutzrechtlicher und unternehmerischer Art einiges Kopfzerbrechen: Wie muß man die fragilen Exponate lagern, belichten und belüften, um sie auf Dauer der Nachwelt erhalten zu können? Muß man zur Wahrung von Persönlichkeitsrechten eingestreute Eigennamen unkenntlich machen? Kriegt man für den gewinnorientierten Abverkauf im angegliederten Museumsshop heutzutage überhaupt noch Registrierkassen-Rollenpapier organisiert, welches eben nicht für Thermodrucker gedacht ist, sondern zur ambulanten Beschriftung mit Blei­stift oder Kuli geeignet ist? Alles nicht so einfach! Die Personalfragen immerhin sind bereits geklärt: Die Stellen von Direktor, Kurator, Museumsführer, Hausmeister und Putzmann besetze ich in Personalunion alle selbst, Betriebsrat und Gleichstellungs­beauftragte wären damit schon konzeptionellerseits obsolet.

Sobald ich auf diese Fragen befriedigende Antworten gefunden habe, werde ich mich mit ganzer Kraft diesem noblen (und überdies künstlerisch außerordentlich wert­vollen) Ausstellungsprojekt widmen und dieses Blog hier schließen. Selbstreferentielle Spielwiesen wie diese gibt es im digitalen Zeitalter mehr als genug: »Kommunika­tionsrolle« und »Meditationsrolle« als ihre analogen Vorläufer und Urahnen hingegen nur je einmal!

Dienstag, 23. August 2011

Heim-Arbeit

50er-Jahre-Fassadenkunst am Haus eines mutmaßlich früheren Spielzeugherstellers (Nürnberg, Dottenheimer Straße)
Dienstag, 9. August 2011

Kunstherz

Kunstherz von Künstlerhand
Sonntag, 31. Juli 2011

In schimmernder Wehr

Skulptur »Il Cavaliere di Dürer« von Alessandro Mendini im Neuen Museum Nürnberg
Dienstag, 19. Juli 2011

Blick in die Vergangenheit

Schön und berührend: »Schau mal, wie es damals war« (SPIEGEL ONLINE)

Dienstag, 12. April 2011

Farbtupfer

Bunte Besucherin im weitgehend farblosen Lechner Museum zu Ingolstadt
Samstag, 26. März 2011

Waldeslust, Waldesfrust?

Museumsbesucherin, sinnierend am visuellen Waldesrande sitzend
Montag, 28. Februar 2011

Wie die Tiere

Die italienische Schauspielerin Isabella Rosselini überzeugt auch als Regisseurin: In einer TV-Reportage auf arte sah ich dieser Tage zu später Stunde einige ihrer künstlerischen Kurzfilme der Reihen »Green Porno« und »Seduce Me« und kam aus dem Staunen (und Kichern) kaum noch heraus. Glücklicherweise kann ich die sexuelle Aufklärung mit meiner Leserschaft teilen, denn die wunderbaren Episoden (in denen die Macherin stets die Hauptrolle spielt) sind online abrufbar: Man beginne z.B. mit dem Paarungsverhalten der Enten und klicke sich dann durch die anderen dort angebotenen Tierfilmchen. Grandios!

Mittwoch, 2. Februar 2011

Hier gilt’s der Kunst

Ein neues Blog-Projekt ist quasi über Nacht vom Stapel gelaufen, diesmal für den »Kunstraum Rosenstraße« der Fürther Galeristin Ellen Haselmeyer. StammleserIn­nen werden sich vielleicht erinnern, daß die rührige Ellen früher das »Kleine Atelier« in der Hirschenstraße betrieben hatte. Dieses kleine Lädchen ist längst Geschichte, der neue »Kunstraum« um die Ecke bietet deutlich mehr Platz und hat auch seinen ganz eigenen Charme…

Screenshot von www.kunstraum-rosenstrasse.de

Die heimelige Atmosphäre der pittoresken Räumlichkeiten sowie die Eindrücke der dort präsentierten Ausstellungen adäquat zu virtualisieren ist nun meine Aufgabe, auch wenn sich die inhaltliche Arbeit an der Homepage dank WordPress natürlich gut auf verschiedene Schultern verteilen lassen wird. Die technische Seite beherrsche ich inzwischen im Halbschlaf, zumal ich auch bei diesem Projekt natürlich wieder große Anleihen bei mir selbst (insbesondere hier und da) nehmen konnte und kann: Faul­heit und Virtuosität sind meiner Meinung nach durchaus keine Gegensätze…

Dienstag, 14. Dezember 2010

1x täglich klicken

Man schieße jeden Tag ein Portraitfoto von sich selber und bastele sich daraus nach zehn Jahren ein virtuelles Daumenkino. Wer sich sowas einfallen läßt? Einige! Drei bemerkenswerte Zeitraffer-Videos sind auf SPIEGEL Online im Artikel: »Zehn Jahre in einer Minute und 25 Sekunden« zu sehen. Zu schade, daß meiner einer nicht rechtzeitig damit angefangen und dergestalt den schleichenden Rückzug der einst üppigen Haarpracht dokumentiert hat…

Freitag, 19. November 2010

Klaus guck aus der Luft

Wenn man fliegen kann, dann fliegen einem die Motive nur so zu. Irre.

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