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zonebattler's homezone 2.1 - Merkwürdiges aus Fürth und der Welt


Freitag, 23. November 2012

Filigrane Fantasien

Über den neuesten Blog-Eintrag von Freund Lexikaliker bin ich auf der Website der Künstlerin Jessica Drenk gelandet und bin nachgerade hingerissen von deren wunder­baren Skulpturen und Installationen aus Bleistiften, porzellanisierten Klopapier-Rollen, Q-Tips und anderen ungewöhnlichen Ausgangsmaterialien. Anschauen lohnt (un­geduldige Naturen verschaffen sich über die Google-Bildersuche einen schnellen Über­blick über das eindrucksvolle Œuvre der amerikanischen Meisterin)!

Sonntag, 23. September 2012

Die Kunst des Faltens

In seinem Vortrag »The math and magic of origami« bringt uns Robert Lang den Zusammenhang von Mathematik und Origami auf kurzweilige Art und Weise näher. Die gezeigten Beispiele sind absolut verblüffend! Deutsche Untertitel und eine deut­sche Übersetzung sind verfügbar. Man sehe und staune!

Samstag, 1. September 2012

Betonkopf

Der Fürther Künstler Egon Junge stellt zur Zeit seine »Bilder aus Beton« in der Fürther Volksbücherei aus. Man erkennt an der Formensprache den Einfluß seines Freundes und Lehrers David Krugmann, ebenso klar ist freilich, daß Egon Junge sich mit seinen aktuellen Werken auf einen durchaus eigenen Weg begeben hat. Mir gefällt der zwischen 50er-Jahre-Abstraktheit und archaischer Volkskunst changierende Stil.

»Bilder aus Beton« von Egon Junge
 
»Bilder aus Beton« von Egon Junge
 
»Bilder aus Beton« von Egon Junge
 
»Bilder aus Beton« von Egon Junge
 

Die ambulanten Schnappschüsse habe ich neulich während der sehr gut besuchten Vernissage gemacht und hatte meine liebe Not, sie frei von mir vor die Linse laufenden Leuten zu halten. Bis Mitte Oktober ist die Ausstellung noch zu sehen, die Fürther Nachrichten würdigen die Schau unter der Überschrift »Handfeste Struktur«.

Dienstag, 29. Mai 2012

Wasserspiele (2)

Der Nürnberger Klarissenplatz ist um eine temporäre Attraktion reicher: Der dänische Künstler Jeppe Hein, über dessen weiland famose Ausstellung im benachbarten Neuen Museum ich bereits berichtete, hat ein traumhaft schönes Stück kinetischer Kunst errichtet, dem die Bezeichnung »begehbarer Brunnen« nicht annähernd gerecht wird:

Jeppe Hein: Hexagonal Water Pavilion

Der »Hexagonal Water Pavilion« besteht aus insgesamt 16 Reihen von eng benach­barten Spritzdüsen, die – angeblich zufallsgesteuert – für kurze Zeit »Wände« aus Wasser entstehen lassen. So richtig willkürlich scheint mir die Ansteuerung indes nicht zu sein, es sieht mir eher nach einem – wenngleich komplexen – sich wieder­holenden Ablaufmuster aus.

Jeppe Hein: Hexagonal Water Pavilion

Was freilich der kreatürlichen Freude am feuchten Element keinen Abbruch tut: Alte, Junge, Große und Kleine bestaunen und bespielen die im Wortsinne »unfaßbare« Installation mit großer Anteilnahme. Und auf einmal hat der ansonsten recht ruhige, ja mitunter abweisend wirkende Platz die von Stadtplanern gern herbeizitierte »hohe Aufenthaltsqualität«!

Jeppe Hein: Hexagonal Water Pavilion

Wer sich am fröhlichen Treiben delektieren oder gar selbst zwischen den Tropfen-Vorhängen lustwandeln möchte, muß sich nicht sputen: Bis zum 28. Oktober 2012 bleibt der Kunst-Brunnen vor Ort und spendet Spaß und ein angenehmes Mikroklima. Ich hätte ihn da gerne für immer…

Samstag, 10. März 2012

Kunst für alle Sinne

Die aktuelle Ausstellung »Kulturlandschaften – Architektur prägt Lebensräume« der Nürnberger Galerie Atzenhofer sei hiermit meiner interessierten LeserInnenschaft wärmstens ans Herz gelegt und empfohlen. Ein kleiner Einblick in das dort Gebotene findet sich in diesem Artikel, den vor Ort aufgetischten Kuchenspezialitäten aus dem Ofen der Hausherrin Lydia Schuster wird keine Beschreibung auch nur annähernd gerecht, die müssen selbst verkostet werden…

Samstag, 3. September 2011

Rollenspiele: Wir bloggten schon vor 33 Jahren

Das Führen eines Weblogs, also abgekürzt das Bloggen, ist nach gängiger Meinung ein relativ neumodischer Hype, mittlerweile angeblich sogar ein bereits wieder abflau­ender solcher. Im Nachhinein betrachtet kann meiner einer mit Fug und Recht behaupten, bereits in den späten 1970er Jahren – zusammen mit einer Handvoll Schul­kameraden – das Bloggen in seiner heutigen Form erfunden zu haben, komplett mit chronologisch gereihten Artikeln, fortlaufend nummerierten Kommentaren, Kreuz- und Querbezügen sowie allerlei eingebundenen Bildern und Medien. Und das alles ohne Strom, ohne Computer und ohne Internet, an das ja damals noch keiner dachte. Die nachgerade visionäre Geschichte sei nachfolgend erzählt!

In den letzten Schuljahren vor dem Abitur hatten wir einen Religionslehrer, bei dem pädagogische Neigung, Motivationsfähigkeit und persönliche Autorität jeweils unter­halb der Nachweisbarkeitsschwelle lagen, also allenfalls in homöopatischer Dosierung vorhanden waren. Theologisch sattelfest mag der Mann dagegen gewesen sein, was ihn erhobenen Hauptes sein Lehramt ausüben ließ: Die Aussicht auf einen Platz im Paradies ließ ihn sein Kreuz tragen, das Abhalten von Unterricht war für einen Mann seines Schlages zweifellos das persönliche Martyrium…

Des zonebattler's »Kommunikationsrolle« (offen) und seine »Meditationsrolle« (geschlossen)

Um uns renitenten Schölern und subversiven Subjekten den Unterricht halbwegs er­träglich zu gestalten, diente uns das Fach Religion naturgemäß in besonderem Maße dem Gedankenaustausch, wenn auch auf andere Weise als vom Lehrer vorgesehen: Wir schwätzten wie schnatterhafte Erstklässler und untergruben damit die ohnehin nicht vorhandene Autorität der armen Lehrkraft auf das Schamloseste. Immerhin bewiesen wir irgendwann ein Restmaß von Erziehung und Kinderstube, indem wir den geräusch­behafteten Diskurs verschriftlichten und allerlei Notizen auf Zettel (insbeson­dere auch auf Löschpapier) schrieben, die wir uns als Kassiber weitgehend lautlos zu­schoben. Das blieb natürlich auch nicht unbemerkt, aber der Pädagoge ließ in ebenso stummer wie verzweifelter Komplizenschaft fürderhin uns in Ruhe und wir ihn.

Meine Mutter arbeitete damals im Büro eines Bauunternehmens und brachte mir von dort eines Tages ein paar unbenutzte Papierrollen mit, wie sie seinerzeit in elektro­mechanischen Tischrechnern weite Verwendung fanden: Eine neu beschaffte Rechen­maschine benötigte Protokollierpapier in einem anderen Format, wodurch der vorhan­dene Restbestand an Rollenware für die ausgemusterten Vorgängerin überflüssig geworden war. Man ahnt, wie es weiterging: Eines Tages hatte ich die gloriose Idee, das spätpubertäre Palaver der vom Religionsunterricht angeödeten Kindsköpfe von der Loseblattsammlung auf die Rolle zu bringen. Der Erfolg ließ nicht auf sich warten: Das kuriose Teil wurde sofort allgemein akzeptiert und diente fürderhin als Grundlage der außercurricularen Kommunikation im Fach der katholischen Religionslehre.

Anfang der »Kommunikationsrolle« vom Mai 1978

Den einsatztechnischen Erfordernissen folgend, implementierten wir bald allerlei Ver­besserungen: Sehr schnell wurde es beispielsweise unpraktisch, zu Beginn der Religionsstunde den bereits beschrifteten Teil der Rolle auf- und abzuwickeln, um bis zum unbeschrifteten Teil zu gelangen und dort weiterzumachen. Wir lösten das mit Wäscheklammern, die den bereits beschriebenen und zu einer neuen Wicklung geroll­ten Teil sicher zusammenhielten. Ferner erwies es sich vom Start weg als diffizil, auf zurückliegende Äußerungen zu rekurrieren und diese zu referenzieren, weswegen wir darauf verfielen, die Beiträge – rückwirkend bis zum Anfang – feinsäuberlich und gut erkennbar zu nummerieren.

Solcherart verfeinert, wurde das inzwischen auf den Namen »Kommunikationsrolle« getaufte Konstrukt nach Art indianischer Friedenspfeifen von einem Diskutanten zum anderen gereicht und nach schriftlicher Kommentarabgabe weitergegeben. Das Bild von der Friedenspfeife ist freilich insofern mißverständlich, als es Harmonie und Sitt­samkeit im Umgang miteinander suggerieren mag. Von beidem indes konnte nicht die Rede sein: Wir verfaßten infantile Schmähtiraden aufeinander, die in dreieinhalb Dekaden Abstand erneut zu entziffern mitunter nachgerade peinlich ist. Auch das muß freilich als prophetische Vorwegnahme einer fernen Zukunft gelten, wie der Ver­gleich mit vielen virtuellen Diskussionsplattformen der Neuzeit anschaulich beweist!

Ausschnitt aus dem immerwährenden Diskussionsfaden (»Thread«)

Ein eineinhalb Jahre nach dem Abitur unter dem Namen »Meditationsrolle« aufge­setztes Folgeprojekt mit teilidentischem Teilnehmerkreis konnte an den Erfolg des Vor­läufers nicht mehr anknüpfen: Zu weit auseinander lagen die Lebensentwürfe und die Wohnsitze der Schreiber, zu lange waren die Pausen und zu teuer das Porto im analogen Zeitalter. Geschadet hat uns übrigens diese sozialverträgliche Kanalisierung des juvenilen Kommu­nikationsbedürfnisses nicht: Der eine meiner regelmäßigen Co-Autoren hat später das mp3-Musikkompressionsverfahren maßgeblich (mit-)erfun­den, der andere pilotiert Jumbo-Jets um den halben Globus, ein Gast-Autor (auch das gab es damals bereits) führt heute ein innovatives HighTech-Unternehmen an vor­derster Front der Forschung. Ich selbst habe es ja immerhin bis zum zonebattler gebracht…

Wie die eingestreuten Fotos dokumentieren, habe ich die wertvollen Zeitzeugnisse bis heute aufbewahrt, möglicherweise in unterbewußter Antizipation ihrer späteren historischen Relevanz. Für eine adäquate Präsentation im Rahmen einer öffentlich zugänglichen Dauerausstellung schwebt mir ein minimalistischer Museumsbau von etwa drei Metern Breite und Höhe sowie ca. 100 Metern Länge vor: In der Mitte des Raumes würden die entrollten Papierbahnen auf einer schmalen Mauerreihe von ca. 1,20 Metern Höhe unter Glas gezeigt und dem interessierten Publikum die Gelegen­heit gegeben werden, sich vom verblaßten Anfang bis zum vergilbten Schluß durch die dadaistische Traktatensammlung zu lesen.

Im Anschluß an die Schulzeit aufgesetztes Nachfolgeprojekt: Die »Meditationsrolle«

Neben eher banalen Aktivitäten wie Standortauswahl, Grundstückserwerb, Baugeneh­migungsantrag, Trägervereinsgründung etc. bereiten mir derzeit noch die un­gleich diffizileren Fragen konservatorischer, datenschutzrechtlicher und unternehmerischer Art einiges Kopfzerbrechen: Wie muß man die fragilen Exponate lagern, belichten und belüften, um sie auf Dauer der Nachwelt erhalten zu können? Muß man zur Wahrung von Persönlichkeitsrechten eingestreute Eigennamen unkenntlich machen? Kriegt man für den gewinnorientierten Abverkauf im angegliederten Museumsshop heutzutage überhaupt noch Registrierkassen-Rollenpapier organisiert, welches eben nicht für Thermodrucker gedacht ist, sondern zur ambulanten Beschriftung mit Blei­stift oder Kuli geeignet ist? Alles nicht so einfach! Die Personalfragen immerhin sind bereits geklärt: Die Stellen von Direktor, Kurator, Museumsführer, Hausmeister und Putzmann besetze ich in Personalunion alle selbst, Betriebsrat und Gleichstellungs­beauftragte wären damit schon konzeptionellerseits obsolet.

Sobald ich auf diese Fragen befriedigende Antworten gefunden habe, werde ich mich mit ganzer Kraft diesem noblen (und überdies künstlerisch außerordentlich wert­vollen) Ausstellungsprojekt widmen und dieses Blog hier schließen. Selbstreferentielle Spielwiesen wie diese gibt es im digitalen Zeitalter mehr als genug: »Kommunika­tionsrolle« und »Meditationsrolle« als ihre analogen Vorläufer und Urahnen hingegen nur je einmal!

Dienstag, 23. August 2011

Heim-Arbeit

50er-Jahre-Fassadenkunst am Haus eines mutmaßlich früheren Spielzeugherstellers (Nürnberg, Dottenheimer Straße)
Dienstag, 9. August 2011

Kunstherz

Kunstherz von Künstlerhand
Sonntag, 31. Juli 2011

In schimmernder Wehr

Skulptur »Il Cavaliere di Dürer« von Alessandro Mendini im Neuen Museum Nürnberg
Dienstag, 19. Juli 2011

Blick in die Vergangenheit

Schön und berührend: »Schau mal, wie es damals war« (SPIEGEL ONLINE)

Dienstag, 12. April 2011

Farbtupfer

Bunte Besucherin im weitgehend farblosen Lechner Museum zu Ingolstadt
Samstag, 26. März 2011

Waldeslust, Waldesfrust?

Museumsbesucherin, sinnierend am visuellen Waldesrande sitzend
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