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zonebattler's homezone 2.1 - Merkwürdiges aus Fürth und der Welt


Donnerstag, 6. September 2012

Programmtipp (1)

Als Vorstand von Medien PRAXIS e.V. habe ich die Ehre und das Vergnügen, unsere neueste Filmproduktion anzukündigen:

»‘Schöner kann man es nicht haben!’ – Besuch in der Gartenkolonie Baggerloch«

Medien PRAXIS e.V. hat einen festen Sendeplatz im Franken Fernsehen: Die Termine der Ausstrahlungen am Sonntag (und der zahlreichen Wiederholungen im Laufe der folgenden Woche) sind unserer Programmvorschau zu entnehmen.

[Hinweis in eigener Sache: Die Medien PRAXIS sucht Medien PRAKTIKER!]

Dienstag, 2. August 2011

Dicker Brummer

Riesenkürbis in Regensburg
Samstag, 23. April 2011

Duftkanone

In einer Ecke unseres Schrebergartens wird man derzeit durch betörende Düfte schier betäubt: Der Flieder wächst und gedeiht dort ungleich üppiger als andernorts!

Flieder in voller Blüte

Die Ursache für den floralen Gigantismus liegt freilich weder in der Nachbarschaft zur Bahnstromleitung noch in der Nähe zur Loktankstelle: Des Flieders Wurzeln bedienen sich direktemang aus unserem Komposthaufen und dem, was durch diesen nach unten sickert…

Ein im Eß- und Computerzimmer stehender Strauß der lilanen Pracht benebelt mich derzeit bis an die Grenze zur Halluzination: Kostenlose Räusche ohne Langzeit­schäden und inmitten der Großstadt, das kriegt man auch nicht alle Tage beschert!

Dienstag, 19. April 2011

Ein Sonntag im April

Wanderung entlang des Pretzfelder Kirschenwegs
 
Wanderung entlang des Pretzfelder Kirschenwegs
 
Wanderung entlang des Pretzfelder Kirschenwegs
 
Wanderung entlang des Pretzfelder Kirschenwegs
 
Wanderung entlang des Pretzfelder Kirschenwegs
 
Wanderung entlang des Pretzfelder Kirschenwegs
 
Wanderung entlang des Pretzfelder Kirschenwegs
Dienstag, 1. Februar 2011

Ice Art

gefrorene Pfütze
Sonntag, 14. November 2010

Himmelstheater

Abendhimmel unweit von Kirchröttenbach
Montag, 20. September 2010

Kastagnetten

doppelte Kastanie
Donnerstag, 16. September 2010

Offline-Vergnügen

2 Stunden Waldspaziergang + 6 offene Augen = 3 Kilo Pilze
Samstag, 26. Juni 2010

Die Schatzinsel (10)

Nach schier endlos erscheinender Kurverei über steile Serpentinen erreicht man endlich die höchste Erhebung La Palmas, den Roque de los Muchachos im Norden der Insel. Der Panoramablick, der sich dort oben in gut 2.400 Metern Höhe dem wackeren Wanderer ebenso wie dem fußfaulen Automobilisten bietet, ist nichts weniger als atemberaubend spektakulär! Wer beizeiten aufgebrochen und noch vor der Mittagsstunde vor Ort ist, kann zusehen, wie die weiße Wolken-Watte über den östlichen Kesselrand der Caldera schwappt und den gewaltigen Topf nach und nach füllt, bis man nur noch den äußeren Grat aus der wässerigen Suppe ragen sieht! Hoch über den gleißend weißen Wolken ragen die vielen Kuppeln des Observatoriums aus dem kargen Vulkangestein und geben einem das Gefühl, den unendlichen Weiten des Universums so nahe zu sein wie kaum je zuvor:

Kuppel einer Sternwarte höchsten Punkt La Palmas

Man kann sich schwer lösen von dem faszinierenden Wechselspiel zwischen Wand und Wolke: schroff die Grate, weich das Wabern der Wassertröpfchen, ein Anblick, den man wahrlich nicht oft geboten bekommt. Erstaunlich, daß man die Erhabenheit des genius loci dennoch nicht mit allzuvielen anderen Touristen teilen muß, selbst da oben trifft man auf seinesgleichen nur in homöopatischer (und damit verträglicher) Verdünnung…

Spiel der wabernden Wolken am Roque de los Muchachos

Auch viel weiter unten ist das eigenartige (und nachgerade einmalige) Spiel der Wetterkräfte wunderbar zu beobachten: Immer wieder sahen wir die weiße Wolkenwalze über die Cumbre wuppen, wo sie sich aber durch die Energie des Sonnenlichtes genauso schnell in Wohlgefallen auflöst, wie von hinten neuer Wasserdampf nachgeschoben wird. Was für ein Schauspiel!

Blick vom Westen über die aus dem Osten herübergedrückte Wolkenwalze

Nicht minder faszinierend waren die abendlichen Sonnenuntergänge, die wir fast jeden Abend von der Terrasse unserer Casa aus gegen 20:50 Uhr Ortszeit genießen konnten: Auch da sorgten kondensierte Wassertröpfchen (vulgo: Wolken) für ein visuelles Sinnesspektakel, in dem sie die horizontale Grenzlinie zwischen Himmel und Ozean aufhoben zu einer fein aquarellierten Farbverlaufsstudie erlöschenden Lichtes:

Sonnenuntergang, gesehen von La Laguna aus

Aber wie der Mensch so ist, er gewöhnt sich rasch auch an das Außergewöhnliche: Irgendwann guckt man dann nur noch flüchtig hin, es ist ja eh fast jeden Abend das gleiche Feuerwerk zu sehen…

Womit wir am Ende unserer diesjährigen Expeditions-Berichterstattung angekommen wären. Der zonebattler (der dafür tatsächlich länger gebraucht hat als für die Reise selbst) gesteht freimütig, die Serie ohne rechtes Konzept angegangen zu sein in der Hoffnung, daß sich das knappe halbe Hundert zum Vorzeigen ausgewählter Fotos schon irgendwie zu einer halbwegs interessanten Geschichte zusammenfädeln lassen würde. Ob das nun aus der Sicht der geschätzten Leserschaft geklappt hat und zudem einigermaßen interessant und lesenswert ist, vermag er allenfalls zu hoffen; für das Bewahren des Erlebten in der eigenen Erinnerung genügt ihm das Ergebnis allemal.

Schließen möchte ich mit einem empfehlenden Hinweis auf die private Website La Palma Aktuell. Die »täglich frischen Nachrichten von einer kleinen grünen Insel im Atlantik« taugen nicht nur zur Urlaubsvorbereitung, sondern bieten eine Fülle von aktuellen und fundierten Insiderinformationen für alle, die sich mit ihrem Reiseziel (oder gar dem ins Auge gefaßten späteren Wohnsitz) intensiv beschäftigen möchten.

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Donnerstag, 10. Juni 2010

Die Schatzinsel (5)

Fernseh-Nostalgiker meines Alters erinnern sich sicherlich noch an die legendären Abenteuervierteiler des ZDF, die zwar nach heute herrschenden Maßstäben ziemlich bieder inszeniert waren, einem jugendlichen Leichtmatrosen vor 40 Jahren aber als ungeheuer spannend vorkamen. Der zu bizarr-theatralischen Assoziationen jederzeit neigende zonebattler fühlte sich auf La Palma schon bei der ersten Wanderung abseits der Straßen sofort an jene »Schatzinsel«-Verfilmung von 1966 erinnert, die ihn im längst vergangenen Schwarzweiß-Zeitalter in ihren Bann geschlagen hatte: Bereits nach wenigen Schritten stiegen die Bilder (diesmal in Farbe) in der Erinnerung wieder auf und mischten sich mit, nein sie wurden zur Realität…

üppiger Regenwald im Nordosten La Palmas

Du kommst Dir vor, als wärest Du der einzige Mensch auf diesem einsamen Eiland: Keine Hütte ist zu sehen, nirgends ein Zaun, ein Zeichen, ein von menschlichen Händen geformtes Artefakt. Du kletterst immer tiefer in die Schlucht hinein, rundum ist alles grün in grün, meterlange Lianen hängen von den überstehenden Felsen herunter, hie und da fällt gleißend helles Sonnenlicht durch das üppige Blätterdach und blendet Dich. Immer wieder drehst Du den Kopf alarmiert zur Seite, doch ist es stets nur das Huschen einer Eidechse, das Krächzen eines Vogels, das Ächzen eines Baumes im Wind gewesen, was Dir einen Schrecken eingejagt hat…

Einzig die kanarische Kiefer kommt hier häufiger vor als Bananen...

Du kommst nur langsam voran, denn wo kein Weg ist, mußt Du Dir selbst einen schaffen. Am einfachsten noch geht es durch das ausgetrocknete Flußbett vorwärts, wenngleich das Klettern über das Geröll und die mitunter mannshohen Felsbrocken mühsam und kräftezehrend ist. Der Blick reicht nicht weit, und wenn, dann meist nur direkt nach oben, wo dunkle Höhlen unerreichbar hoch in der Steilwand die Fantasie anregen: Bewegte sich dort nicht jemand? Wirst Du auf Schritt und Tritt verfolgt? Bist Du einem Geheimnis auf der Spur? Du würdest schier zu Tode erschrecken, wenn Du plötzlich einen aufgespießten Totenschädel vor Dir sähest, aber wirklich überraschen würde Dich eine solche unzweideutige Warnung vor dem Weitergehen kaum.

Kiefern, Kiefern und abermals Kiefern...

Stundenlang arbeitest Du Dich Schritt für Schritt durch den Barranco empor, die Beine sind längst schwer geworden, der Atem keuchend, die Kleidung klebt Dir schweißnaß am Körper. Endlich erreichst Du einen Punkt über den Wipfeln, von wo aus Du einen weiten Blick ins Land hast. Aber wohin Du Dich auch drehst und wendest, es ist in allen Richtungen dasselbe: Wald, nichts als stoischer, gleichgültiger Wald. Du allein bist der Fremdkörper hier, zum Überleben außerstande. Wirst Du jemals wieder aus der wuchernden Wildnis herausfinden?

Mit ihren üppig wuchernden zwischen Farnen und Kakteen wirkt die Landschaft geradezu prähistorisch

Na ja, herausgefunden hat der zonebattler dann letztlich doch immer wieder, nicht zuletzt dank seiner ihn begleitenden Führungskraft, die stets die Orientierung behielt und sich im Gegensatz zum pathetischen Berichterstatter keinen irrlichternden Erschöpfungs-Fantasien hingab…

Die Assoziation mit dem großen Klassiker der Abenteuer-Literatur bzw. dessen schöner Verfilmung hatte ich übrigens durchaus auch außerhalb der Regenwälder von La Palmas Nordosten: In den Kiefernwäldern an den steilen Hängen der Caldera sah ich mich ebenso auf den Spuren Long John Silvers humpeln wandeln wie vorher in den trockenheißen Lavafeldern am südlichen Zipfel der Insel. Wo immer man die Straße hinter sich läßt, ist man im Nu alleine mit sich selbst und der grandiosen Natur, eine Konfrontation, der man sich als Stadtmensch im Alltag ja nicht alle Tage stellen muß (und die man erst einmal auszuhalten hat). Die Erinnerung an die weiland durch den Fernseher beflügelte Fantasie (heute trotz rasanter technischer Fortschritte ein eher seltenes Phänomen) hat mich jedenfalls bald bewogen, meine kleine Reise-Reportage unter den (durchaus mehrschichtig gemeinten) Titel »Die Schatzinsel« zu stellen. Und wir sind noch lange nicht am Ende: In der Episode Nr. 6 nähern wir uns demnächst wieder der Zivilisation.

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Sonntag, 6. Juni 2010

Die Schatzinsel (4)

Zahlreiche Tier- und so an die 1.500 Pflanzenarten sind auf La Palma endemisch, kommen also nur dort (und nirgendwo anders) vor. Wie alle anderen Kanareninseln auch ist La Palma vulkanischen Ursprungs und einst einsam dem Meer entstiegen, war also nie durch Landbrücken mit dem benachbarten Kontinent verbunden: Was immer folglich an irdischem Leben dorthin verschlagen wurde, hat sich isoliert von den früheren Artgenossen vermehren und weiterentwickeln können. Zwei Millionen Jahre sind geologisch betrachtet nicht viel, aber in Sachen genetischer Mutation, Vererbung und natürlicher Auslese kann diesem Zeitraum schon einiges passieren…

Der zonebattler ist ein Freund von Reptilien, jedenfalls dann, wenn er nicht in deren Beuteschema paßt: Der beschauliche Lebensstil der Echsen (dösen, essen, sonnen, dösen, essen, entspannen, …) erscheint ihm als souveräner und zur Nachahmung wärmstens zu empfehlender Existenz-Entwurf. Kein Wunder daher, daß er die allerorten herumwuselnden Westkanareneidechsen schnell ins Herz geschlossen hat:

stolze männliche Westkanareneidechse

Trotz nicht vorhandener Großhirnrinde sind die geschmeidigen Gesellen übrigens keineswegs dumm: Da, wo es was Eßbares zu holen geben könnte (bei rastenden Wanderern zum Exempel), kommen sie gerne aus der Deckung und näher heran an die mutmaßlichen Gönner. Wirft man ihnen einen Crackerkrümel hin, sausen sie wieselflink herbei und stellen den Happen sicher, den unsereins zwischen all den Lavakrümeln kaum je wiederfinden würde. Respekt!

Fast noch erstaunlicher in ihrer Vielfalt präsentiert sich die Flora auf La Palma: Was auf deutschen Fensterbänken als Exot mit Hingabe im Blumentopf gepäppelt und stolz vorgezeigt wird, wuchert hier wie Unkraut und erreicht im ganzjährig milden Klima beachtliche Dimensionen. Wie zum Beispiel der (nicht endemische, sondern vor gut 200 Jahren eingeführte) Feigenkaktus:

blühender Feigenkaktus (Opuntie)

Im Mai ist auf der Insel so ziemlich alles am Blühen: An manchen Bäumen fanden sich Früchte und Blüten gleichzeitig! Der immerwährende Frühling scheint die Pflanzen zu verwirren und den aus nördlicheren Gefilden bekannten Rhythmus der Jahreszeiten zumindest teilweise außer Kraft zu setzen. Irre.

Eigenartigerweise ist der zonebattler auch ein Krabbenfreund, d.h. er verspeist sie nicht (wie andere Leute), sondern stellt ihnen mit der Kamera nach, um ihr Verhalten zu studieren. So zahlreich wie an den Gestaden des Mittelmeeres scheinen die gepanzerten Genossen in kanarischen Gewässern nicht zu sein, jedenfalls war am flachen Strand kein Krebstier auszumachen. Nur an schroffen, gischtumtosten Ufern konnte ich Krabben behende auf den nassen Lavabrocken herumturnen sehen:

Krabben beim Krabbeln

Erstaunlich ist das Sehvermögen jener meist seitwärts schreitenden Zehnfußkrebse: Gemeinhin sitzen sie allesamt regungslos auf den Felsen, sobald man sich aber auf ein paar Meter nähert, beginnt ein Massenexodus und es wuselt und kreucht an allen Ecken und Enden. Bemerkenswert erscheint ferner, wie souverän die Tiere der brachialen Gewalt der Brandung trotzen: Ein Mensch, der sich von See her näherte, würde den Versuch, abseits der flachen Strände an Land zu gehen, kaum überleben.

Wenden wir uns jetzt wieder der Pflanzenwelt La Palmas zu und schauen wir uns einen der eigenartigen »Drachenbäume« an:

Kanarischer Drachenbaum

Den Namen jenes Gewächses habe ich bewußt in Anführungszeichen gesetzt, denn wie uns der einschlägige Wikipedia-Artikel belehrt, handelt es sich dabei nicht wirklich um einen Baum im wissenschaftlichen Sinne; dem schattensuchenden Wanderer sind derlei akademische Spitzfindigkeiten natürlich einerlei. Meist stehen diese schönen Pflanzen einzeln, wir haben auf unseren Wanderungen jedoch auch ein paar kleinere Haine bewundern können.

À propos Wanderungen: Wundersame Begegungen hatten wir mit den palmerischen Hunden, die sich -im Gegensatz zu ihren Vettern im fernen Deutschland- allerorten durch große Lässigkeit und eine entspannte Auffassung hinsichtlich der Ausübung ihres Wachdienstes auszeichnen. Man kennt sich dort, man kennt sein Revier, man weiß um die Harmlosigkeit der selbst zur mittäglichen Siesta-Zeit idiotischerweise durch die Landschaft keuchenden Touristen. Was sollte man sich da mit sinnlosem Gebell selbst verausgaben?

Ein die Grenze seines Revieres verteidigender Wachhund

Im Grunde kommt man mit einer kraftsparend relaxten Haltung ohnehin am besten durch den Tag, denn die Mittagszeit beginnt gleich nach dem Frühstück und endet erst kurz vor dem Abendessen. Jedenfalls kommt es einem so vor: Die schon erwähnte südliche Lage fernab von Kontinental-Europa sorgt dafür, daß die Sonne fast immer im Zenit ihrer täglichen Laufbahn zu stehen scheint. Wann immer man eine Palme sieht, deren Schatten ist von früh bis spät direkt unter dem Blätterdach anzutreffen:

einsame Palme am Strand

Springen wir vom Strand bei Puerto Naos übergangslos auf gut 2.400 Meter Höhe: In der Nähe der zahlreichen Sternwarten am Nordrand der Caldera sitzt so mancher finsterer Geselle und wartet auf Beute: Selbst die großen Raben sind sich nicht zu stolz, Touristen um Entrichtung verdaubaren Wegezolls anzugehen! Der nachfolgend gezeigte Frechdachs ließ sich beispielsweise munter und unverdrossen auf dem Außenspiegel des nächsten Mietwagens nieder, um dessen Besatzung zur teilweisen Herausgabe ihrer Brotzeit zu animieren…

auf unschuldig machender Bettel-Rabe

Es ist übrigens nicht ganz einfach, so einen ausgewachsenen Raben halbwegs fotogen abzulichten: Die kecken Kerle sind tatsächlich in jeder Hinsicht rabenschwarz! Augen, Federn, Füße, Schnabel, was immer den Vogel ausmacht, ist von der gleichen Farbe und allenfalls von unterschiedlichem Glanzgrad. Eine echte Herausforderung für jeden Belichtungsmesser! Aber man kann sich immerhin reichlich Zeit mit der Knipserei lassen: Die bettelnden Kameraden sind nicht nur gefräßig, sondern auch eitel, sie präsentieren sich daher gerne und ausdauernd. Jedenfalls so lange, wie ihnen das Werben um Fütterung erfolgversprechend erscheint…

Wenn wir schon beim Futtern sind: Hatte ich eigentlich schon erwähnt, daß Bananen die Hauptexportartikel La Palmas sind? Unter dem gütigen Patronat diverser Heiliger gedeihen im ewigen Frühling allerorten Bananen, Bananen und nochmals Bananen:

Bananenplantage bei Los Llanos

Wir haben natürlich Bananen aus örtlicher Produktion verkostet (aus ökologischem, mutmaßlich und hoffentlich ungespritztem Anbau): Die kleinen Dinger schmecken dort anders, sprich intensiver und durchaus besser als das, was man hier in Nordeuropa kaufen kann. Das liegt in der Natur der Sache, denn wer die Stauden in Griffweite vor der Haustür hängen hat, kann die Früchte im reifen Zustand ernten und zeitnah auf dem lokalen Markt anbieten. Was hingegen in deutsche Läden kommen soll und bis dorthin tagelang unterwegs ist, muß ja schon weit vor dem Erreichen der optimalen Reife zum Versand gebracht werden, um nicht in bereits angefaultem Zustand anzukommen…

Angekommen sind auch wir, und zwar am Ende der heutigen Folge. Im nächsten Teil verlassen wir den Pfad der sachlichen Berichterstattung und wenden uns dem atmosphärischen zu. Dann verrate ich endlich auch, wie ich auf den Serientitel »Die Schatzinsel« verfallen bin!

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Freitag, 4. Juni 2010

Die Schatzinsel (3)

Wandern auf La Palma, das bedeutet nicht fünf bis zehn Minuten lang ein bißchen um das Auto herumzuspazieren, sondern nach fünf bis zehn Stunden wieder erschöpft beim Wagen anzugelangen, mit schweren Füßen, mit durchgeschwitzten Klamotten, mit geläutertem Gemüt und mit keinem anderen Gedanken mehr im Kopf als dem dringenden Wunsch, aus den staubbedeckten Wanderstiefeln endlich und sogleich wieder in die luftigen Teva™-Tappen™ wechseln zu können. Dennoch: Man wollte die beglückende Erfahrung der aus eigener Kraft bewältigten Herausforderung hinterher keinesfalls missen! [1]

Wandergruppe an der Flanke eines Vulkankegels

Zunächst einmal registrierten wir mit einiger Befriedigung, daß in der Kindheit erworbene »Schlüsselqualifikationen« wie Trittsicherheit und Schwindelfreiheit auch dann nicht verloren gehen, wenn man als berufstätige(r) Büromensch(in) über lange Zeiträume wenig Gelegenheit zu ihrer Pflege findet: Weder steilste Abstiege über Geröll- und Aschefelder noch unmarkierte Pfade in kilometerlangen Flußläufen voller glattgeschliffener Steinbrocken erschienen uns als unpassierbar. Kondition und Ausdauer wurden zwar auf eine harte Probe gestellt, doch auch in dieser Hinsicht schlugen wir uns wacker und durften durchaus mit unseren Leistungen zufrieden sein…

auf dem steinigen Weg aus der Caldera de Taburiente

Ironie des Schicksals: Nachdem der zonebattler es gemsengleich geschafft hatte, mehrere Stunden ohne Stöcke und sonstige Hilfsmittel unfallfrei durch den Barranco de las Angustias zu ächzen hüpfen und der Caldera de Taburiente wieder heil zu entrinnen, hat er es gleichwohl zuwegegebracht, kurze Zeit später beim Flanieren am betongefaßten Ausgang jenes Bachbettes in Puerto de Tazacorte vom Bürgersteig zu fallen und sich dabei Hose und Haut am Knie aufzureißen. Womit empirisch erwiesen wäre, daß das Leben in der sogenannten Zivilisation letztlich doch viel gefährlicher ist als jenes in der unberührten Natur…

betonierte Bewässerungskanäle bieten streckenweise eine bequeme Alternative zum beschwerlichen Trampelpfad

Während der zonebattler für das bizepsstärkende Lenkradkurbeln durch die elend vielen Serpentinen und die reaktionsschnelle Kollisionsvermeidung mit aus dem Nichts materialisierenden Bananenlastern zuständig war, hatte seine bessere Hälfte die Führungsrolle, sprich die Routenplanung übernommen. Das war auch gut und richtig so, denn einfach irgendwo anzuhalten und drausloslaufen wäre kein guter Rat: Erstens mag man ja zu die interessantesten Punkte und Ausblicke nicht verfehlen, zweitens will man am Ende des Tages zuverlässig sein Vehikel wiederfinden… [2]

auf dem Weg zum Rand der Caldera, hoch über den Wolken

Üppige Regenwälder auf der Ostseite der Insel, stoische Kiefernwälder am Rande der Caldera (die den Vergleich mit Nationalparks im Südwesten der USA ohne weiteres standhalten), karge Vulkankrater, liebliche Hochebenen, pechschwarze Lavafelder, wilde Schluchten: Erstaunlicherweise hatten unsere Wanderungen sämtlich einen eigenen und unverwechselbaren Charakter. Die Vielfalt der Landschaft auf dem doch relativ kleinen Eiland verblüffte uns immer wieder…

Weiße Wolken wabern über Wälder und Lavafelder

Erstaunt hat uns auch, daß La Palma (insbesondere wohl im Mai) nur von einer recht überschaubaren Zahl von Besuchern angesteuert wird: Selbst in den touristischen Zentren, den großen Hotelanlagen und den beiden Hauptstädten (der wirklichen wie der inoffiziellen) tritt man sich nirgends und niemals auf die Füße. Das mag unter anderem daran liegen, daß die halligallisuchenden Pauschalurlauber die ausgedehnten Strände der größeren Nachbarinseln Lanzarote, Fuerteventura, Teneriffa oder Gran Canaria bevorzugen, die unsereins aus dem nämlichen Grund geflissentlich meidet. Wer mit der stillen Größe der Natur (und dort der Konfrontation mit sich selbst) nichts anzufangen weiß, sollte in der Tat nicht unbedingt nach La Palma jetten…

Das Gipfelglück will für die Nachwelt festgehalten sein

Die im vorstehenden Bild festgehaltene Festhaltung eines kollektiven Gipfelglückes stellte übrigens die größte Anhäufung von Zweibeinern dar, derer wir abseits der Siedlungen ansichtig geworden sind: Oft sind wir tatsächlich über Stunden keiner Menschenseele begegnet. Wohl aber allerlei komischen Vögeln und sonstigen höchst eigenartigen Geschöpfen, womit wir elegant die Kurve zum Thema der nächsten Folge gekriegt haben: Bleiben Sie dran, es geht bald weiter!

 
[1] Insbesondere dann nicht, wenn die alltägliche Konditionierung des eigenen Bewegungsapparates außerhalb der Ferienzeiten im Wesentlichen nur aus morgens 66 Fürther Altbaustufen runter und 78 Nürnberger Neubaustufen rauf sowie aus dem gleichen Pensum am späten Nachmittag in umgekehrter Reihenfolge besteht…

[2] Eine detaillierte Beschreibung einzelner Wandertouren, eine chronolgische Tagebuchführung gar, würde den Rahmen meiner kleinen Reise-Reprise bei weitem sprengen. Wer sich im Rahmen eigener Urlaubsvorbereitungen dafür interessiert, möge die eingangs empfohlenen Druckwerke studieren. Mir geht es hier um eine verdichtete Niederschrift der eigenen Eindrücke, die ich eher thematisch als dem zeitlichen Ablauf nach strukturiert habe. Infolgedessen sind auch die gezeigten Fotos bunt gemischt und nicht in (chrono)logischer oder geographischer Folge sortiert.

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