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zonebattler's homezone 2.1 - Merkwürdiges aus Fürth und der Welt


Sonntag, 2. Dezember 2012

Rollentausch

Der Nürnberger Blogger-Kollege Michael Fohrn ermöglichte mir unlängst eine ebenso unverhoffte wie vollständig non-virtuelle Erfahrung: Nachdem ich bei ihm von seinem generösen Angebot gelesen und daraufhin sofort »hier! hier! HIER!« geschriehen dezent Interesse daran signalisiert hatte, saß ich tatsächlich kurze Zeit später bei der GRUNDIG AKADEMIE als geladener Gast in einem Seminar zum Thema Prozeß-Optimierung.

Mir war vorher gar nicht so recht bewußt gewesen, daß Michael und ich nicht nur als passionierte Internet-Vollschreiber, sondern auch im Zivilberuf quasi Kollegen sind: Auch meiner einer ist ja seit längerem in der Erwachsenenbildung tätig, wenngleich in einer ungleich größeren Firma. Von daher war der Deal ein beidseitig befruch­tender solcher: Ich konnte was dazulernen (und das angesichts des für mich auch pro­fessionell relevanten Themas sogar mit wohlwollender Dienstbefreiung durch meinen Chef), die GRUNDIG AKADEMIE durfte wiederum mit der profunden »Manöverkritik« durch einen Mann vom Fach rechnen!

Vorangeschickt sei die Bemerkung, daß es ja für jeden Dienstleister mit Qualitäts­anspruch nicht ganz einfach ist, das erklärtermaßen angestrebte Top-Niveau dauer­haft zu halten: Erstens wird jeder im eigenen »Laden« zwangsläufig irgendwann betriebs­blind und verliert den Blick für die scheinbaren Kleinigkeiten, zweitens kann man Qualität im Service-Sektor nicht auf Halde produzieren, Exzellenz will und muß vielmehr tagtäglich aufs Neue erstellt werden, und das nach Möglichkeit unabhängig von der Tagesform der an der Leistungserbringung Beteiligten…

Mich in der ungewohnten Rolle des ehrenamtlichen Seminar-Inspektors durchaus wohl fühlend, war ich schon vom Drumherum der in der ehemaligen »Resi« am Nürnberger Nordostbahnhof residierenden Lehranstalt durchaus beeindruckt: Schon die Be­grüßung und die Betreuung der KursteilnehmerInnen fiel sehr warmherzig und stim­mungs­hebend aus. Derlei Rundum-Bemutterung gibt es bei uns nur in den Premium-Gästehäusern mit überwiegend beschlipster Kundschaft und extern eingekauften TrainerInnen, in den Niederungen des Massengeschäftes mit konzerninterner Teil­nehmerschaft und eigenen Kompetenzvermittlern ist der Alltag natürlich weniger glamourös.

Bleiben wir noch etwas bei dem Drumherum, das jede(r) kennt, der/die schon einmal eine Fortbildungsveranstaltung besucht hat: Der Dienst am Kunden geht mit der Ein­ladung los und setzt sich fort über bedruckte Namensschilder, Blöcke, Stifte, Kekse und Getränke sowie allerlei sonstige Kleinigkeiten zur Förderung des körperlichen wie seelischen Wohlbefindens. Auch hier gilt die Regel, daß bei höherwertigen (mithin kostspieligeren) Management-Seminaren andere Standards gelten als für eintägige Auffrischer-Kurse für operatives Personal. Alles ist relativ. Das alles im Hinterkopf habend und berücksichtigend, kann ich der GRUNDIG AKADEMIE nur beste Noten aus­stellen! Kleine Unzulänglichkeiten und vorhandene Optimierungs-Potentiale, die ich natürlich gleich­wohl gesehen und registriert habe, habe ich hinterher meinem Gast­geber von Angesicht zu Angesicht geschildert, diese Winzigkeiten hier öffentlich aus­zu­breiten erschiene mir als unangemessene Nörgelei.

Übrigens vermochte auch die Verköstigung durch einen hauseigenen Caterer durch­wegs zu gefallen und zu munden, wobei ich hinzufügen muß, daß die einfache und ehrliche Art der Speisen und ihrer Präsentation im hauseigenen Casino meinem boden­ständigen Naturell entsprach. Höherrangige Alpha-Tiere mit Hang zur snobis­tisch angehauchten Hofhaltung mögen sich da mitunter vielleicht pikiert zeigen, aber es allen in jeder Hinsicht recht zu machen ist ohnehin ein Ding der Unmöglichkeit!

Das zeigte sich auch im Seminar selbst, in welchem das weitgefaßte Thema »Prozeß-Optimierung« im Wesentlichen mit den beiden Werkzeugkoffern von »LEAN« und »Six Sigma« angegangen wurde. In der relativ kleinen Teilnehmergruppe (außer mir war noch eine Führungskraft aus einem Baukonzerns mit von der Partie sowie vier junge Damen aus den Branchen Verlagswesen, Druckerei und Maschinenbau) ließ es sich gut und konzentriert arbeiten. Eine qualitative Bewertung der in nur zwei Tagen vermittelten Inhalte will ich mir nicht anmaßen, ich möchte mich ausschließlich zur Methodik und zur Systematik äußern: Als (Ex-)Trainer mit langjähriger Erfahrung in der Rolle des Wissensvermittlers hat mir die Aufteilung in einen Tag Theorie-Input und einen Tag Praxis anhand einer Fallstudie doch etwas Unbehagen bereitet. Die Aufnahmefähigkeit für neuen Stoff ist auch beim motiviertesten Zuhörer begrenzt, und spätestens nach dem Mittagessen droht das »Suppenkoma« die Aufmerksamkeit zu erodieren. Ein gut choreographierter Methodenmix aus sogenannten »teilnehmer­aktivierenden Lehrformen« wie Gruppenarbeit, Partnergespräch, Einzelaufgabe beugt dem vor, erfordert freilich einen höheren Entwicklungsaufwand und droht natürlich den ohnehin schon knappen Zeitrahmen zu sprengen. Inwieweit man das konkrete Thema also hätte adäquat aufsplitten können, vermag ich aus dem Stegreif nicht zu sagen, eine gewisse Würzung des streckenweise trockenen Stoffes mit Tricks aus dem Methodenkoffer hätte mir jedenfalls gut gefallen…

Zweitens hatte ich den Eindruck, daß sich bei diesem Bildungsangebot eine ziel­gruppen­spezifische Diversifizierung lohnen könnte: Zahlen, Daten, Fakten sind das A und O jedes seriös angegangenen Optimierungs-Projektes, und da zeigt sich ziemlich schnell, daß das produzierende Gewerbe einerseits und die Dienstleistungs-Branche andererseits trotz mancher Gemeinsamkeiten letztlich doch zwei unterschiedliche Welten sind. Auch wenn hier wie da mitunter die gleichen Methoden angewendet werden können, mir scheint das mit der Meßbarkeit von Soll-Abweichungen bei Schrau­ben und Schaltkreisen einfacher, zumindest aber etwas anders geartet zu sein als die Erfassung von sytemimmanenten Störfaktoren beim Herstellen von gänzlich immateriellen Gütern und Diensten.

Interessanterweise scheinen meine beiden Anregungen aber wunderbar zusammen­zupassen: Eine seminarspezifisch verstärkte Fokussierung des Blickwinkels auf Pro­duk­tions- wie Dienstleistungsbetriebe würde das jeweilige Curriculum möglicherweise etwas entschlacken können und so zeitliche Spielräume schaffen für den Einsatz aktivierender Lehrformen, die dem nachhaltigen Wissenstransfer dienlich sind.

Was dem zonebattler selbst knapp zwei Wochen nach seinem »Rollentausch« am intensivsten in Erinnerung geblieben ist? Erstens die konkrete Empfehlung, ja gera­de­zu kategorische Vorgabe, sich auch bei der Optimierung mulitpel malader Prozesse immer auf eine erkannte Ursache einzuschießen und weder Aufmerksamkeit noch Ressourcen auf mögliche andere Sekundäraspekte zu ver(sch)wenden, zweitens, äh, das leckere Lebkuchen-Tiramsu zur Halbzeit des zweiten Trainingstages. Das war ein Gedicht, das mußte ich gleich zweimal genauestens inspizieren, analysieren und in­korporieren. In diesem Sinne: Ein herzliches Dankeschön an die GRUNDIG AKA­DEMIE für eine in jeder Hinsicht gut bekömmliche Erweiterung meines Erfahrungs­schatzes!

Samstag, 27. Oktober 2012

Nahöstliche Genüsse

Die leckerste Zufalls-Entdeckung des Monats: Der CAN Supermarkt am östlichen Zipfel des Nürnberger Stadteils St. Leonhard! Frage mich bitte keine(r), was der zonebattler heute Mittag in dieser entlegenen Ecke der Nachbarstadt zu schaffen hatte. Jedenfalls schleppten er und seine bessere Hälfte am Ende zwei große und gut gefüllte Tüten mit türkischen Leckereien heim, obwohl sie gar nicht zum Wochenend-Einkauf ausgerückt waren. Na dann: Mahlzeit!

Montag, 8. Oktober 2012

Zeichensetzung (3)

Heck einer Besucherin im Neuen Museum Nürnberg mit Eintrittskarten backbords und steuerbords
Dienstag, 25. September 2012

Zehn gegen einen

Elf kleine Hockerlein im ehemaligen Quelle-Versandhaus zu Nürnberg
Donnerstag, 6. September 2012

Programmtipp (1)

Als Vorstand von Medien PRAXIS e.V. habe ich die Ehre und das Vergnügen, unsere neueste Filmproduktion anzukündigen:

»‘Schöner kann man es nicht haben!’ – Besuch in der Gartenkolonie Baggerloch«

Medien PRAXIS e.V. hat einen festen Sendeplatz im Franken Fernsehen: Die Termine der Ausstrahlungen am Sonntag (und der zahlreichen Wiederholungen im Laufe der folgenden Woche) sind unserer Programmvorschau zu entnehmen.

[Hinweis in eigener Sache: Die Medien PRAXIS sucht Medien PRAKTIKER!]

Donnerstag, 23. August 2012

Mittagspause

mittäglicher Dösebetrieb auf der Wöhrder Wiese zu Nürnberg
Donnerstag, 5. Juli 2012

Wasserläufer (2)

nach dem großen Regenguß vom heutigen Morgen
Dienstag, 29. Mai 2012

Wasserspiele (2)

Der Nürnberger Klarissenplatz ist um eine temporäre Attraktion reicher: Der dänische Künstler Jeppe Hein, über dessen weiland famose Ausstellung im benachbarten Neuen Museum ich bereits berichtete, hat ein traumhaft schönes Stück kinetischer Kunst errichtet, dem die Bezeichnung »begehbarer Brunnen« nicht annähernd gerecht wird:

Jeppe Hein: Hexagonal Water Pavilion

Der »Hexagonal Water Pavilion« besteht aus insgesamt 16 Reihen von eng benach­barten Spritzdüsen, die – angeblich zufallsgesteuert – für kurze Zeit »Wände« aus Wasser entstehen lassen. So richtig willkürlich scheint mir die Ansteuerung indes nicht zu sein, es sieht mir eher nach einem – wenngleich komplexen – sich wieder­holenden Ablaufmuster aus.

Jeppe Hein: Hexagonal Water Pavilion

Was freilich der kreatürlichen Freude am feuchten Element keinen Abbruch tut: Alte, Junge, Große und Kleine bestaunen und bespielen die im Wortsinne »unfaßbare« Installation mit großer Anteilnahme. Und auf einmal hat der ansonsten recht ruhige, ja mitunter abweisend wirkende Platz die von Stadtplanern gern herbeizitierte »hohe Aufenthaltsqualität«!

Jeppe Hein: Hexagonal Water Pavilion

Wer sich am fröhlichen Treiben delektieren oder gar selbst zwischen den Tropfen-Vorhängen lustwandeln möchte, muß sich nicht sputen: Bis zum 28. Oktober 2012 bleibt der Kunst-Brunnen vor Ort und spendet Spaß und ein angenehmes Mikroklima. Ich hätte ihn da gerne für immer…

Mittwoch, 16. Mai 2012

Zeitensprung

Der momentan in Richtung realer homezone rasant rauschende zonebattler bringt heute das Kunststück fertig, wegen seiner galanten Hilfsbereitschaft eine halbe Stunde verspätet, letztlich aber doch drei Stunden vor der kalkulierten Ankunft quasi »in Fürth zu sitzen«… Das muß ihm erst mal einer nachmachen! Hier die Story:

Eine dienstliche Großveranstaltung in Troisdorf (bei Köln) fand tatsächlich schon vor dem Mittagsläuten ihr Ende, so daß ich wider Erwarten – versehen mit einem sehr leckeren Lunchpaket – schon eine Stunde früher als gedacht in die S-Bahn in Richtung Bonn/Siegburg hoppsen und von da aus planmäßig einen ICE zum Frankfurter Flug­hafenbahnhof nehmen konnte. Dort bewahrte ich eine beim finalen Bremsen fast zum Geschoß werdende alte Dame vor dem unkontrollierten Herumkugeln und wuchtete anschließend ihren verflucht schweren (da offenbar mit einem Muster-Amboß bela­denen) Rollator aus dem Zug auf den Bahnsteig.

Die 15 Sekunden Service am Kunden kosteten mich den Übergang in einen gegen­überstehenden ICE nach Nürnberg, der gute 20 Minuten streckenstörungs­bedingte Verspätung auf dem weißen Buckel hatte und mir bei rascher Orientierung und beherztem Hinüberhechten eine unverhofft frühe Heimkehr beschert hätte…

Knapp daneben indes ist auch vorbei, und so hockte ich mich notgedrungen auf eine zugige Bank, um darauf haltungbewahrend die halbe Stunde bis zum regulär vor­gesehenen Anschlußzug abzusitzen. Der freilich wurde dann auch als verspätet ange­kündigt, ich hatte es wegen der streckenbezogenen Probleme ja schon fast befürch­tet. Letztlich wartete ich somit also doch fast eine Stunde in diesem windigen Schlauch von Bahnhof. Dann endlich rauschte die blecherne Weißwurst freundlich summend hinein, und alles ward gut:

Der auf den Namen »Fürth« getaufte ICE 3 im Bahnhof Frankfurt (Main) Flughafen

Nun hocke ich also in dem weiland von unserer Oberbürgermeistersgattin auf den Namen »Fürth« getauften ICE 3 und donnere auf Aschaffenburg zu. Dann noch einen Katzensprung nach Würzburg absolviert und von da das knappe Stündchen nach Fürth abgesessen und schon … werde ich durch die weißgrüne Wahlheimatstadt hindurch­preschen, um erst einige Kilometer später in Nürnberg ins Freie entlassen zu werden. Na ja, der Abstecher dorthin und retour ist mir dann auch egal. Was zählt, ist das Erlebnis, mal im »stadteigenen« Schnellstzug gesessen zu sein!

Montag, 12. März 2012

Knick in der Optik (2)

So, dann wollen wir die wiedervereinigte LeserInnenschaft mal herausfordern: Als der Internet-Fuzzi der Nürnberger andersWOHNEN eG habe ich kürzlich auftragshalber eine spezielle Veranstaltungsraum-Vermietungsseite gebastelt und bunt bebildert. Wenn man auf besagter Seite das dritte Galerie-Bildchen anklickt, öffnet sich ein ein­drucksvoller Panorama-Blick über die Stadt und insbesondere über das Gleisfeld des benachbarten Nürnberger Hauptbahnhofes. Nur: Irgendwas stimmt da nicht in dem Breitwand-Foto. Wer sieht als erste(r), was da keineswegs der Realität entspricht?

Samstag, 10. März 2012

Kunst für alle Sinne

Die aktuelle Ausstellung »Kulturlandschaften – Architektur prägt Lebensräume« der Nürnberger Galerie Atzenhofer sei hiermit meiner interessierten LeserInnenschaft wärmstens ans Herz gelegt und empfohlen. Ein kleiner Einblick in das dort Gebotene findet sich in diesem Artikel, den vor Ort aufgetischten Kuchenspezialitäten aus dem Ofen der Hausherrin Lydia Schuster wird keine Beschreibung auch nur annähernd gerecht, die müssen selbst verkostet werden…

Mittwoch, 7. März 2012

Bonjour tristesse (54)

private Balkonbebuntung (Nürnberg, Weintraubengasse)
 
private Balkonbebuntung (Nürnberg, Weintraubengasse)
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