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zonebattler's homezone 2.1 - Merkwürdiges aus Fürth und der Welt


Mittwoch, 29. Oktober 2014

Altglasverwertung

Als neulich jemand im von mir fast täglich bespielten Old-Fidelity-Forum in der An- und Verkauf-Rubrik ein olles iPad der ersten Generation in neuwertigem Er­hal­tungs­zu­stand anbot, schlug ich ohne langes Überlegen zu und erstand das originäre und damit technik-historisch bedeutsame Tatsch-Tablett für einen schlanken Hunderter. Im Laufe der Abwicklung stellte sich heraus, daß der Verkäufer nicht nur ein Vor­na­mens­vetter von mir ist, sondern auch noch am gleichen Tag Geburtstag hat, was den doppelsteinböckischen Deal schon mal unter einem guten Sternbild ablaufen ließ.

Das neue alte iPad 1 auf dem Wohnzimmertisch

Wenige Tage später kam per Post ein wohlriechender Schuhkarton an, der ur­sprüng­lich lederne Damenstiefel beherbergt hatte von der gleichen Größe, wie sie auch des zonebattler’s besserer Hälfte passen würden. Was mich aber nicht zum Spinnen von abstrusen Verschwörungs-Theorien veranlaßte: Das dem Karton entnommene iPad entpuppte sich in der Tag als makellos und im Vollbesitze seines ursprünglich mit­ge­lie­fer­ten Original-Zubehörs. Für kleines Geld (sprich mit Porto immer noch für einen einstelligen Betrag) ließ ich mir noch aus England eine hauteng geschnittene Hülle aus einem silikonartigen Weichmaterial kommen, welche die Rückseite des Pads und dessen Kanten vor Beschädigungen schützt und den ganzen Apparillo überdies grif­fi­ger in der Hand liegen läßt. Perfekte Paßform, perfekter Start!

Der Auslöser für den Spontankauf war die vage Idee, das bescheiden bestückte Brett­chen (WLAN-Version, 16 GB Massenpeicher) als drahtlos angekoppeltes Inter­net­radio zur Musikbeschallung über die große HiFi-Anlage einzusetzen. Später kam die Über­legung hinzu, das iPad auch für jene Aufgaben heranzuziehen, die der Autor dieser Zeilen gemeinhin auf dem vom Arbeitgeber gesponsorten iPad neuerer Bauart seiner Lebensgefährtin ausführt, wenn diese abends noch am Hauptcomputer im großen Salon zugange ist und weder das gemeinsame Sofa noch ihr eigenes iPad in Beschlag nimmt. Verführerisch nahm also der Gedanke Konturen an, das neue/alte Pad zur Emanzipation vom gerne gegriffenen Tablett der Freundin zu benutzen und sich dann in den letzten Stunden des ausklingenden Tages nur noch um den besten Platz auf der Couch balgen zu müssen…

App-Icons im Detail

Das Ertüchtigen eines alten Gerätes für aktuelle Zwecke aber ist in der Tat nicht ganz so einfach, denn die Hardware der 1. iPad-Generation ist nach heutigen Maßstäben uralt bis prähistorisch, auch wenn die Markteinführung gerade mal vier Jahre her ist. Folgendes muß man wissen (und damit leben können), wenn man es mir nachtun und ein billig erschnapptes iPad mit Gewinn und Spaß betreiben will:

  • Das Ur-iPad hat keine Kameras eingebaut, Knipsen, Skypen und dergleichen fällt also schon mal flach. Braucht aber längst nicht jede(r), und auch aktuelle Pads saugen weder Staub noch waschen sie das Geschirr ab.

  • Die Auflösung des Bildschirms ist mit 1024 x 768 Pixeln sichtbar gröber als die heutigen »Retina«-Displays mit der vierfachen Pixelzahl (2048 × 1536) auf gleicher Fläche. Dazu sage ich gleich noch was…

  • Der nicht erweiterbare Arbeitsspeicher zur Programm-Ausführung (RAM, nicht zu verwechseln mit dem Massenspeicher zur Datei-Ablage) ist mit 256 MB grenzwertig knapp bemessen, was man sehr bald bemerkt, wenn man mit dem Safari-Webbrowser komplexe Seiten ansurft, die den Browser dann urplötzlich abstürzen lassen. Ganz klar ein Fall von failure by design!

  • Im gegenwärtig tobenden Wettbewerb zu kleinerer, leichterer, schickerer, tol­le­rer Bauform kann man mit dem bauchigen Boliden keinen Blumentopf mehr gewinnen. Anderreseits: Ein paar Zentimeter am eigenen Bauchumfang ab­ge­speckt (und ein paar Kilo Gewicht gleich mit abgeworfen) sowie im Gegenzug die Armmuskulatur gestärkt wäre das erstrebenswertere und die eigene Be­find­lich­keit deutlich mehr befördernde Ziel…

Also gut, ich hatte also ein schwachbrüstiges Ur-iPad in Händen und schickte mich an, es im Rahmen des Möglichen zu optimeren. Als sehr erfreulich erwies sich schon mal die immer noch sehr respektable Akku-Laufzeit, bei täglicher Benutzung für 1-2 Stunden muß das Pad allenfalls zweimal pro Woche an die elektronenspeisende Na­bel­schnur gehängt werden. Gemessen hab ich’s nicht, aber die Durchhaltezeit ist wirk­lich noch beeindruckend und mehr als nur OK. Wollen wir hoffen, daß das so bleibt.

Das schmucklose Auftreten der »radio.de«-App

Die Sache mit der Auflösung des Displays ist auch weit weniger dramatisch als an­fangs befürchtet: Natürlich sieht schon das unbewaffnete Auge – das kritisch-ge­schul­te des zonebattler’s zumal – den Unterschied zur vierfachen Pixelzahl und ent­spre­chend höheren -dichte sofort, wenn altes und neues Pad nebeneinanderliegen und zum Vergleich das gleiche Bild anzeigen. Nur: Wenn die Schrift so winzig wird, daß man sie auch mit Brille kaum noch lesen kann, dann zoomt man sie halt mit einer Zwei­finger-Geste auf, und dann ist sie auf dem alten Display so gut zu lesen wie auf dem neueren. Bei Fotos und Videos bemerkt man sowieso kaum einen Unterschied, das liegt in der (physikalischen) Natur der Sache.

Als schwieriger erwies sich der Umgang mit der Software, sprich das Bestücken mit An­wen­dun­gen (neudeutsch »Apps« geheißen): Da das iPad 1 als letzte be­triebs­system­seitige Ausbaustufe unter iOS 5.11 läuft (die derzeit aktuelle Version für jüngere Gerä­te ist iOS 8.1), kann man sich nur solche Apps herunterladen und installieren, die auch unter dieser alten Betriebssystemvariante lauffähig sind. Das sind bei weitem nicht alle, im Gegenteil: Viele Apps erfordern heutzutage mindestens iOS 6 oder gar iOS 7, um sich überhaupt auswählen und ausprobieren zu lassen…

Diashow mit Fotos von einer der diesjährigen Wanderungen

Aber da sich ja unsereins ausweislich des eigenen Impressums als Tüftler sieht und betrachtet, war das eher eine Herausforderung als ein Ärgernis. Nach einigen Stun­den erwartungsfrohen Experimentierens kann ich in der Tat sagen, daß man mit einem alten iPad immer noch einigermaßen vorne mitspielen kann, wenn man her­vor­ra­gen­de Verarbeitung und solide Handhabungs-Qualitäten ebenso schätzt wie intuitiv be­dien­ba­re Software. Nachfolgend empfehle ich ein paar ressourcensparende Werk­zeu­ge für die mir persönlich wichtigen Einsatz-Szenarien:

  • Internettiges Radiohören funktioniert hervorragend mit der App radio.de. In der nach Genre sortierbaren Senderliste findet jede(r) die eigenen Lieb­lings­sen­der! Meiner einer läßt sich gerne von barocken Trompetenkonzerten, ge­le­gent­lich aber auch von loungigem Smoothgejazze hintergrundbeschallen: Was draht­los per WLAN vom Router rein­kommt, wird vom iPad via Bluetooth eben­so schnurlos an ein an die große HiFi-Anlage angestöpseltes Empfängerlein wei­ter­ge­reicht. Kommode Bedienung und eine mehr als nur befriedigende Klang­qualität: Das war’s, was ich suchte und wollte. Allein dafür hat sich die An­schaf­fung (aus meiner höchst subjektiven Sicht) schon rentiert!

  • Videos gucken will man auch hin und wieder, sei es, um sich an tolpatschigen Katzenbabies zu ergötzen, sei es, um sich mit anderen infantilen Bewegt­bil­dern den Feierabend zu versüßen: Dafür taugt die mitgelieferte YouTube-App allemal! [1]

  • Um von Kanapee oder Fauteuil aus mal eben elektrische Post zu empfangen und zu versenden ist die gleichfalls zur Grundausstattung gehörende Mail-App bestens geeignet.

  • Zum Surfen in den Weiten und Tiefen erweist sich der Grazing Web Browser als zuverlässiger Partner, der aufgrund seines cleveren Speicher-Managements deutlich seltener abstürzt als der reguläre Standard-Browser Safari. Klasse!

  • Zum Bilder herumzeigen hat man mit der Standard-App Fotos schon das nötige Tool an Bord. Wie aber die vorzuführenden Schnappschüsse auf das Pad brin­gen, ohne sich und seinen Rechner mit dem unsäglichen iTunes-Programm kon­ta­mi­nie­ren zu müssen? Dafür gibt es allerlei Transfer-Apps, die alle ähnlich funktionieren: Man startet die App auf dem Pad, ruft auf dem PC (der dabei im gleichen Netzwerk angemeldet sein muß) eine bestimmte Adresse im Web­brow­ser auf und kann dann über ein Webinterface die zu übertragenden Bild­da­teien auswählen und einem Album zuordnen. Aus der Fülle ähnlicher Apps habe ich mit WiFi Album Free eine noch unter iOS 5.11 ihren Dienst tuende Variante gefunden. Deren Bedienoberfläche schaut zwar nicht so schick aus wie die an­de­rer Produkte, funzt dafür aber tadellos, und das ist ja schließ­lich das einzig relevante Kriterium…

  • Für den seltenen Fall, daß dem zonebattler zum Ferngucken zumute ist (etwa 1x alle 14 Tage), ist es schön zu wissen, was gerade läuft, denn der zeit­rau­ben­den Zapperei will unsereiner nicht mehr erliegen. Daher lautet meine Em­pfeh­lung für ein visuell schick aufbereitetes TV-Programm: Klack für Tablet. Mit wenigen Hand- bzw. Fingergriffen wählt man seine Sender aus und sortiert sie in die gewohnte Reihenfolge, und schon kann man in einer Zeitschiene mit allen Sendern untereinander sehen, was gerade wo ausgestrahlt wird.

  • Benötigt man zwecks Vor- oder Nachbereitung einer Wanderung oder Radtour geographische Orientierung, so ist das vorinstallierte Google Earth die ebenso naheliegende wie optimale Wahl.

  • Last but not least will man sich vielleicht mal Notizen machen, wenn einen der Geistesblitz trifft und Papier und Bleistift gerade nicht in Griffweite sind. In diesem Fall kriegt man UPAD Lite umstandslos was später noch Lesbares auf’s Glas gekrakelt…

Mehr brauche ich nicht, mehr nutze ich nicht, nach mehr verlangt es mich nicht, und das gilt im Großen und Ganzen auch für das neuere und softwaremäßig auf dem aktuellen Stand der Technik befindliche Pad der besseren Hälfte. [2] Insofern hat sich der Apfel-Kauf für mich gelohnt, wobei ich aber auch weiterhin Birnen und andere Früchte zu goutieren gedenke.

Die in Google Earth visualisierte Route der Steigerwald-Wanderung vom letzten Sonntag

zonebattler’s Fazit: Ein aktuelles iPad ist schön und teuer, ein älteres erheblich bil­li­ger, aber immer noch fesch und nicht nur als Briefbeschwerer nützlich!

 
[1] Bei der Gelegenheit sei erwähnt, daß mir die App-Icons des alten iOS 5.11 in ihrem nach offizieller Apple-Doktrin inzwischen geächteten Skeuomorphismus erheb­lich besser gefallen als die neuen Symbolbildchen. Namentlich ist mir beispielsweise das frühere YouTube-Icon – ein knuffig-stilisertes Abbild eines Röhrenfernsehers aus den 1940er Jahren – erheblich sympathischer als das rote »Play«-Dreieck auf weißer Tastenfläche im roten Kästchen beim aktuellen iOS. Apple fiele kein Zacken aus der Krone, wenn sie dem Benutzer die Wahl ließen zwischem einem »modernen« und einem »klassischen« Symbolsatz…

[2] Über die Tauglichkeit der hauseigenen Orga-Anwendungen (Erinnerungen, Ka­len­der, Kontakte, Nachrichten, Notizen) kann ich nicht urteilen, da mir sowohl die Apple-Cloud als auch andere wolkige und nebulöse Dienste zutiefst suspekt bis zuwider sind: Ich mag meine vertraulichen bis geheimen Daten nicht plapper­taschi­gen Apps anvertrauen, sondern speichere sie seit vielen Jahren in meinem ollen Palm-Organizer ab, den ich an und mit allen von mir benutzten PCs offline via Kabel oder Infrarot-Auge synchronisiere. Man mag mich dafür belächeln, aber es funk­tio­niert bestens: Ich habe noch nie irgendwelche für mich relevanten Daten verloren, nicht bei Bedarf zur Hand gehabt oder fahrlässig wildfremden Leuten zugänglich gemacht. Das soll auch weiterhin so bleiben.

Donnerstag, 15. August 2013

Virtuelle Flickschusterei

In diesem meinem Blog haben sich seit dem Start im September 2005 mittlerweile 2.410 Artikel und 10.242 Kommentare angesammelt. Darin befinden sich insgesamt 9.154 Links, von denen zu meinem Erschrecken mittlerweile 411 tot sind und weitere 1.135 auf unterdessen geänderte Adressen umgeleitet werden. Verraten hat mir das ein WordPress-Plugin namens »Broken Link Checker«, welches im Gegensatz zu mir eine unerschütterliche Geduld dafür aufbringt, den hiesigen (und riesigen) Text-Fun­dus akribisch genau zu durchforsten, kaputte Links zu registrieren und zu melden.

Auch wenn man den einen oder anderen Verweis wieder reparieren kann (weil sich die wei­land verlinkte Information beispielsweise an neuer Stelle ergoogeln läßt), so sind doch sehr viele Links unrettbar verloren, weil die darüber angepeilten Seiten schlicht­weg nicht mehr existieren: Private Blogs, Firmenseiten, Zeitungen, es geht in diesen schnelllebigen Zeiten vieles schneller unter, als man sich darüber wundern kann.

Was kann man machen? Wenig. Im Laufe der Zeit werde ich mal hier, mal da ein bißchen was an meinem Link-Netzwerk flicken und kunststopfen, da wo es sinnfällig erscheint. Tote kann auch der zonebattler nicht wiederbeleben, dann bleibt halt der Verweis ins Nichts bestehen als ein Zeichen, daß es da mal etwas gab. Wieviele LeserInnen in älteren Beiträgen oder Kommentaren auf funktionslos gewordene Links klicken, ist ohnehin die Frage. Gemeldet hat sich deswegen noch niemand…

Was für eine Lehre ist daraus zu ziehen? Wo immer man online eine Information findet, die einem persönlich relevant und des Aufhebens wert erscheint, sollte man sich eine lokal lauffähige Offline-Kopie der entsprechenden Website generieren. Tools dafür gibt es genügend. Sogar ein Papierausdruck mag Jahre später hilfreicher sein als ein abgespeichertes Lesezeichen, welches ins elektronische Nirwana zeigt!

Freitag, 7. Juni 2013

Arbeitserleichterung

Im von mir betreuten »Begleitschreiben« habe ich ein kleines Fußnoten-Plugin installiert, welches dem Autor eines Artikels das Anlegen indizierter Anmerkungen ebenso erleichtert wie der werten Leserschaft das Studieren: Hält man den Maus­zeiger auf eine der hochgestellten Index-Zahlen, so erscheint der dazugehörige Fußnoten-Text in einem dezenten Popup-Fensterchen. Beispiel gefällig? Dann bitte hier entlang

Dienstag, 2. April 2013

Schach der Obsoleszenz!

Kurz vor Weihnachten starb mein 19-zölliger Büro-Monitor im siebten Jahr (!) sei­ner irdischen Existenz eines unspektakulären Todes: Eines Montagmorgens ließ er sich nicht mehr einschalten, er blieb einfach dunkel und verweigerte fortan stumm schmol­lend den Dienst. Eine Zeitlang guckte ich dann zwar nicht in die Röhre, sondern in einen alten 15-Zoll-LCD aus der eingelagerten Keller-Reserve, bis ich dann vor eini­gen Wochen einen modernen 24-Zoll-Panorama-Bild­schirm der Luxus-Klasse hin­ge­stellt be­kom­men habe. Der taugt mir auf Arbeit zwar vortrefflich, da ich dort mit ausladenden Planungstabellen hantieren muß, daheim aber ziehe ich das klassische, wenngleich selten gewordene 5:4-Panel (mit einer Auflösung von 1280 x 1024 Pixeln) dem neumodischen Handtuch-Format allemal vor. Weshalb ich die Monitorleiche vor der Beerdigung resp. fachgerechten Entsorgung als Elektroschrott bewahrte und als offiziell ausgemusterten Sondermüll wehmütig mit nach Hause nahm…

Im Netz konnte ich später eruieren, daß die Schaltnetzteile von Flachbildschirmen zum spontanen Exitus neigen, hervorgerufen durch defekte Elektrolytkondensatoren im Primärkreis. Die Übeltäter zu entlarven erfordert noch nicht einmal Messungen, man erkennt kaputte Elkos auf einen Blick an ihren gewölbten Kappen oder gar an ausgetretener Elektrolyt-Flüssigkeit an deren Sollbruchstelle. Das Ausbauen alter und das Einsetzen neuer Elkos ist für einen zonebattler mit der Lizenz zum Löten eine seiner leichteren Übungen (der freundliche Russe im YouTube-Video braucht erheblich länger dazu). Das Schwierigste freilich war das Öffnen des Gehäuses, denn wie bei den meisten anderen Fabrikaten auch ist das meines neuen/alten LG Flatron L1953TR nicht etwa verschraubt, sondern allseitig verschnappt! Der zerstörungsfreie Ausbau des latent bruchempfindlichen Displays aus seinem Kunststoffrahmen hat mich denn auch unter Flüchen viel Schweiß gekostet und mir als Kollateralschaden einige temporär schmerzhafte Fingerquetschungen eingetragen. Aber egal, schluß­end­lich kriegte ich das fragile Ding doch weitgehend mackenfrei auseinander, konnte nach dem Abziehen aller Steckverbinder zielsicher in das abgeschirmte Innere vor­drin­gen und auf Anhieb zwei defekte Kondensatoren im Netzteil erspähen. Ich ging indes auf Nummer sicher, lötete drei möglicherweise noch intakte Kameraden in un­mit­tel­ba­rer Nachbarschaft mit aus und vermerkte mir Lage und Polung der fünf kapa­ziti­ven Freunde auf einem Notizzettel:

die auszutauschenden Elektrolyt-Kondensatoren

Heute nun tappte ich nach der Arbeit zu unserem kleinen Fürther Elektronik-Laden, erstand eine Handvoll neuer Low-ESR-Elkos mit höherer Spannungsfestigkeit als die originalen und trug sie frohgemut nach Hause. Glücklicherweise paßten die Teile trotz etwas größerer Durchmesser noch nebeneinander auf die Platine, und auch die paar zusätzlichen Höhen-Millimeter waren im blechernen Abschirmkäfig noch ohne weiteres unterzubringen. Die Stunde der Wahrheit nahte nach dem provisorischen Zu­sam­men­bau und dem Zusammenstecken aller Kabelverbindungen: Strom dran, Power On und auf die schwarze Glasfläche gestarrt.

Und was sehe ich darin?

»SIGNALKABEL PRÜFEN«

Bingo! Wer sich leuchtstark über ein mangelndes Eingangssignal beschweren kann, kann unverzüglich als geheilt entlassen und in die Gesellschaft resozialisiert werden. Nach fünfminütigem »Burn in«-Test habe ich das Gehäuse wieder kühn zusammen­geschnappt und den Bildschirm auf den Schreibtisch gestellt. Wo er jetzt, fünf Stun­den später, immer noch klaglos arbeitet. Und das mutmaßlich noch weitere fünf Jahre tun wird, wenn nicht gar viel länger…

Jedenfalls ist es eine Schande, wenn an der Dimensionierung kritischer Bauteile so offenkundig gespart wird. Es liegt auf der Hand, daß weltweit -zigtausende von Monitoren (und anderen Gerätschaften) ausgemustert und weggeworfen werden, obwohl in den meisten Fällen ein banaler Fehler vorliegt, der mit geringem Aufwand zu lokalisieren und nachhaltig zu beheben wäre.

Mich selbst hat der Kundensatorentausch nur ein wenig Zeit und ein paar Cent an Material gekostet. Der schnelle Reparaturerfolg schmeichelt dem Ego und ist mit Geld nicht aufzuwiegen. Der Gewinn für unseren Planeten wäre gleichfalls kaum zu be­zif­fern, wenn unser technischer Fortschritt nicht darin bestünde, mit konstruktiven Schwach­stellen den vorzeitigen Ausfall (und die darauf folgende Ersatzbeschaffung) bewußt zu planen. Auf Kosten unserer Umwelt und ihrer endlichen Ressourcen. So kann das nicht weitergehen: Reparateure aller Länder, vereinigt Euch! Wobei: In der virtuellen Welt tun sie das ja schon

Mittwoch, 28. November 2012

Viel Feind, viel Ehr?

In den letzten Tagen hat das allgemeine Spam-Aufkommen ganz erheblich zuge­nom­men, die populärsten der zwölf von mir betriebenen und/oder betreuten Blogs liegen sozusagen unter Trommelfeuer und Dauerbeschuß. Kaum eine Spam-Granate kann allerdings den Schutzschirm durchschlagen, den das WordPress-Plugin »Antispam Bee« über allen meinen Frontabschnitten aufgespannt hat.

Bisher hatte ich die fleißige Biene so eingestellt, daß erkannte Müll-Mails kaltgestellt und drei Tage lang in Quarantäne gehalten wurden, bevor sie der automatischen Entsor­gung anheim fielen. Das allerdings führte hier in meinem privaten Blog dazu, daß in der jüngeren Vergangenheit binnen 3 x 24 Stunden mehrere Tausend Spams aufliefen, an deren persönliche Sichtung aus Kontrollgründen absolut nicht mehr zu denken war:

Screenshot aus dem virtuellen Maschinenraum von »zonebattler's homezone«

Ab sofort lasse ich meinen virtuellen Türsteher den Dreck nicht nur auffegen, son­dern auch sofort entsorgen. Das bewährte Plugin fängt die penetranten Werbe-Bot­schaf­ten nicht nur zuverlässig ab, es führt nebenher auch noch eine Statistik über das Spam-Aufkommen der letzten Tage. Die graphische Visualisierung der letzten 30 Tage zeigt eindeutig den unheilvollen Trend nach oben:

Screenshot aus dem virtuellen Maschinenraum von »zonebattler's homezone«

Was da – global gerechnet – an Ressourcen verpulvert wird, mag man sich gar nicht vorstellen: Etliche Kraftwerke müßten die Luft nicht verschmutzen (bzw. strahlende Reste hinterlassen), wenn dieser ganze unsägliche Mist nicht die Leitungen, Server und sonstige Infrastruktur des Netzes immer mehr beanspruchen würde! Und das bei denkbar geringer Trefferquote, denn wer mag den diesen ganzen Scheiß wirklich lesen, wer klickt auf die verschleuderten Links, wer kauft den dahinterstehenden Hallodris was ab? Stehen denn tatsächlich jeden Tag soviel Dumme auf, daß man mit so primitiven Maschen Geld verdienen kann?

Screenshot aus dem virtuellen Maschinenraum von »zonebattler's homezone«

Es scheint so zu sein. So lange das Verschicken von Mails und und Kommentaren nix kostet, werden Geschäftemacher aller Dubiositätsgrade weiterhin das Netz mit ihren schrägen Offerten überfluten. Foren und Blogs, deren Betreiber aus Unkenntnis oder Über­fordertheit keine Gegenmaßnahmen ergreifen (können), werden faktisch unles­bar. Zumindest WordPress-BloggerInnen können aber aufatmen, wenn sie die von mir schon hier und da empfohlene »Antispam Bee« auch bei sich summen lassen!

Samstag, 17. November 2012

Kräftemessen

Drei schwere Türstopper beim Aufhalten einer schweren Ladentür in der Fürther Altstadt
Mittwoch, 24. Oktober 2012

Blaue Enttäuschung (2)

Ich gucke eher selten fern, noch seltener gehe ich ins Kino (und Popcorn mag ich schon gleich gar nicht). Aber wenn ich denn daheim doch mal in die Röhre glotze, dann ist das wirklich noch eine solche, und zwar der hochwertige Trinitron-Glaskolben eines professionellen SONY-Studiomonitors. Wie ich dieses zentnerschwere Stück weiland günstig erbeutet und im Schweiße meines Angesichts in meinen Hort geschleppt habe, wäre eine erzählenswerte Geschichte für sich; für die folgenden Aus­führungen ist indes nur erheblich, daß ich eben keinen neumodischen Flachbildschirm an der Wand hängen, sondern ein formidables Röhrenmonster auf dem dazugehö­rigen verfahrbaren Untersatz in meinem heimischen Mediensaal stehen habe. Und das hat ausnahmsweise mal nix mit dem mir innewohnendem Geiz Hang zur ressourcen­schonenden Konsum-Askese zu tun, sondern mit dem Umstand, daß das von mir präferierte Filmmaterial oft schon Jahrzehnte alt und daher in analoger Wiedergabe weit ansehnlicher ist als in künstlich hochdigitalisierter Form. Man möge mir das abnehmen, ich weiß durchaus, wovon ich rede.

Während mich die ganze neumodische Hollywood-Blockbuster-Mainstream-Scheiße (pardon) nicht im mindesten interessiert, kultiviere ich doch einen Hang zu modernen Märchen in Form schlau ausgedachter und opulent ausgeführter Animations­filme, womit ich meine juvenile Freude an den alten Disney-Klassikern in die Gegen­wart hinübergerettet habe. Bei solchen modernen Meisterwerken aus der digitalen Retorte würde sich nun eine hochauflösende Wiedergabe schon sehr gut machen, und angesichts des Umstandes, daß bei aktuellen Neuerscheinungen die Preise von DVD-Ausgabe und Blu-ray-Variante oft nur noch um einen eher symbolischen Euro aus­einanderliegen, reifte in mir unlängst der Plan zur Anschaffung eines zukunfts­sicheren Blau-Strahl-Spielers heran, der ja zur Wiedergabe normaler DVDs aus dem vorhandenen Bestand nicht minder taugt.

Denn so solide mein fetter SONY-Bolide auch ist, irgendwann wird er seinen elek­trischen Geist wohl mal aufgeben, zumal er aus den frühen (!) 1980er Jahren datiert und damit auch schon drei Dekaden auf dem kantigen Buckel hat. Das ist selbst für Profi-Technik kein Pappenstil. Daß eine in nebulöser Zukunft fällige Ersatz­beschaf­fung nur noch flach und digital sein kann, liegt auf der Hand. Von daher hielt ich es für schlau und weitblickend gedacht, mir für die Übergangszeit einen Blu-ray-Player mit analogem Videoausgang zu besorgen. (more…)

Montag, 3. September 2012

Feiner Foren-Führer

Egal, wofür sich einer (oder eine) interessiert, es gibt heutzutage für alles und jedes ein Fachforum (oder sogar deren mehrere). Stunden kann man damit verbringen, on­line der idealen Kaffeebohne (und deren adäquater Verarbeitung zum heißen Genuß­getränk) nachzustellen. Tage (und Nächte) kann man darauf verwenden, die fachge­rechte Konzeption einer Modellbahnanlage im Kreise gleichgesinnter Freaks auszudis­kutieren. Für jedes Steckenpferd findet sich eine Koppel: Schöne neue Welt!

Das Stöbern in Foren per Webbrowser am heimischen PC-Bildschirm kennt vermutlich jede(r) aus eigener Erfahrung, das mobile Bespielen der liebgewonnenen Plattformen ist dagegen noch nicht ganz so verbreitet: Wer sich in des Onkel Doktors wohlig war­men Wartezimmer oder auf einem zugigen Bahnsteig die Zeit mit virtuellen Fachsim­peleien vertreiben will, kommt mit dem Smartphone-Bildschirmchen als Ausgabe- und dem dicken Daumen als Eingabe-Medium nicht wirklich gut voran. Diese Lücke in der Benutzerfreundlichkeit füllt nun die von mir hier und heute wärmstens empfohlene App namens »Tapatalk«. [1]

Tapatalk ist das mobile Kontollzentrum für alle Foren der eigenen Wahl, sofern diese mittels eines kostenlosen Plugins die Tapatalk-Unterstützung anbieten. [2] Wenn man so will, kann man die App als einen speziell auf die Foren-Lektüre abgestimmten Mobilbrowser betrachten. Und so sieht das nun in der Praxis aus (links die Übersicht der von mir regelmäßig besuchten Foren, rechts die seit meinem letzen Besuch im Forum von WordPress Deutschland eingegangenen, neuen Beiträge):

Screenshot der »Tapatalk«-App im Einsatz Screenshot der »Tapatalk«-App im Einsatz

Tapatalk kann problemlos mit einer Hand bedient werden: Ein Fingertappser auf ei­nen Beitrag öffnet denselben zur Lektüre und ggf. Beantwortung (linker Screen­shot), ebenso fix hangelt man sich tipp-tapp-tipp von einem Unter-Forum in das nächste (rechtes Bild):

Screenshot der »Tapatalk«-App im Einsatz Screenshot der »Tapatalk«-App im Einsatz

Mit EUR 2,49 EUR gehört die Android-Version von Tapatalk nicht zu den billigsten Apps, aber ich habe die Ausgabe keine Sekunde lang bereut: Tatsächlich bin ich sogar daheim dazu übergegangen, den »großen« PC links liegen zu lassen und meine oft besuchten Lieblings-Foren lieber auf dem Sofa liegend per Handy zu bestreifen. Das mag zunächst kurios klingen, aber wer es ausprobiert, wird mich nach wenigen Minuten verstehen! Mein Urteil fällt daher in jeder Hinsicht eindeutig aus:

  Funktionalität 5 Sterne  
  Bedienbarkeit 5 Sterne  
  Nutzen 5 Sterne  
  Preis / Leistung 5 Sterne  
  Gesamturteil 5 Sterne  

Tapatalk gehört für mich ganz klar in die Reihe der (sehr wenigen) Smartphone-Apps, die ich wirklich intensiv nutze und für einigermaßen unverzichtbar halte: Das Bedien­konzept ist ebenso intuitiv erfaßbar wie durchdacht, der geistige »Nährwert« der Applikation für mich kaum angemessen zu würdigen: Früher habe ich viele mich eigent­lich interessierende Threads und Diskussionen schon aus Zeitgründen nicht weiter verfolgt, jetzt kann ich das während unvermeidlicher Wartezeiten auf meinen täglichen Wegen problemlos machen, mich dabei weiterbilden und gelegentlich auch ande­ren weiterhelfen. Eine große Errungenschaft für den kleinen Schirm!

 
[1] Mein aktuelles Smartphone habe ich in diesem meinem Blog tatsächlich noch gar nicht vorgestellt, und ich habe auch weiterhin nicht die Absicht, es zu tun, schon weil ich mich nicht in irgendwelche ermüdenden Diskussionen oder gar Glaubenskriege in Sachen Apple/iOS vs. Google/Android hineinziehen lassen möchte. Und es ist letzt­lich für diesen Beitrag auch einerlei, denn Tapatalk gibt es selbstredend für beide Welten! Meine Ausführungen und die Screenshots basieren indes auf der Android-Version.

[2] Wer ein Forum in der Online-Aufzählung der von Tapatalk unterstützten Plattfor­men vermißt, richtet eine freundliche Bitte an den zuständigen Admin, der sich (auch im Interesse der zukünftigen Entwicklung seiner Spielwiese) in der Regel koope­rativ zeigen wird. Der Aufwand dafür ist minimal und kostet den Foren-Betreiber nix.

Dienstag, 24. Juli 2012

Feuer frei

verkeilte Brandschutztür in einem Ladengeschäft im Fürther City Center
Montag, 11. Juni 2012

Standesdünkel

Über die alljährlich am letzten Juni-Wochenende stattfindenden »Architektouren« der Bayerischen Architektenkammer habe ich hier, da und dort schon geschrieben. Auch heuer wieder gibt es in und um Fürth einige interessante Bauwerke zu besich­tigen. Diesmal konnte ich mir ein wohlmeinendes Feedback an die Adresse des Aus­richters nicht verkneifen:

 

Sehr geehrte Damen und Herren,
 
ich besuche alljährlich die »Architektouren« und bestelle bei Ihnen das Booklet, informiere mich aber auch auf Ihrer Homepage über die zur Besichtigung stehen­den Objekte. Dabei fällt mir jedes Jahr aufs Neue auf, daß Ihre Website zwar sehr klar aufgebaut und strukturiert ist (was ich bei der Architektenkammer auch nicht anders erwarten würde), daß andererseits aber die technische Qualität der gezeigten Fotos sehr zu wünschen übrig läßt: Ganz offensichtlich werden die im Original einwandfreien Bilder durch Einsatz eines schlechten Programmes oder eines ungeeigneten Algorithmus’ auf denkbar ungeeignete Weise verkleinert!
 
Moiree-Linien bei strukturierten Oberflächen, »Sägezähne« bei schrägen Kanten, gestauchte Perspektiven und andere typische Bildfehler weisen ganz unzweifel­haft auf handwerkliche Fehler bei der Skalierung der Abbildungen hin, es ist mir absolut rätselhaft, daß das keinem der Verantwortlichen auffällt! Denn es sind beileibe keine Einzelfälle, von denen ich hier spreche, es geht quer durch fast alle gezeigten Abbildungen.
 
Es ist jedenfalls kein Kunststück, Fotos maßstäblich zu verkleinern, ohne die genannten Qualitätsverluste zu provozieren. Das geht mit so gut wie jedem gängigen Bildbearbeitungsprogramm, auch im automatischen Batch-Betrieb. Ich würde mir wünschen, daß Sie – nicht zuletzt auch im Interesse der eigenen Repu­tation – hier zukünftig ein kritisches Augenmerk darauf legen würden und jeman­den mit einschlägiger Erfahrung und vernünftigen Werkzeugen an Ihrer Website »basteln« lassen…
 
Danke für die Aufmerksamkeit und beste Grüße,
zonebattler

 
1x dürfen meine geschätzten LeserInnen nun raten, was ich daraufhin als Reaktion zurückbekam? Genau, nichts. Das kann natürlich daran liegen, daß meine Mail den Zu­ständigen erst über x Ecken (oder auch gar nicht) erreichte und noch ihrer Kenntnis­nahme und Beantwortung harrt. Für weit wahrscheinlicher halte ich es freilich, daß man meine Vorschläge schon deshalb keiner Antwort wert erachtet, weil ich ja nur ein kleiner zonebattler bin und kein Angehöriger der Architektenzunft. Da könnte ja jeder kommen! Im Grunde habe ich aber nichts anderes erwartet, ich habe ja schon an anderer Stelle Ähnliches erlebt.

Meiner einer weiß als Dienstleister unverlangtes Feedback dagegen sehr zu schätzen, zeigt es doch womöglich Verbesserungspotentiale, auf die man aufgrund der eigenen Betriebsblindheit selbst nimmermehr verfallen wäre! Na ja, vielleicht verkauft mal ein Unternehmensberater der Architektenkammer die gleiche Botschaft für teuer Geld, dann werden solche Vorschläge auch eher angenommen und umgesetzt. Mir bleibt die Genugtuung, daß Hochmut nicht vor Torheit schützt…

Samstag, 19. Mai 2012

Zellteilung

Was macht man, wenn man unterwegs zwar ein Netbook mit Surfstick dabei hat, aber mit Smartphone und Kindle auch gerne und ohne zusätzliche Kosten online gehen möchte? Ganz einfach, man macht mittels Connectify das Netbook zum Hotspot und bindet über eine mobile WLAN-Blase seine sonstigen Gerätschaften drahtlos an (und die der mitreisenden Kumpels und Kollegen gleich mit dazu). Die solcherart geteilte Mobilfunkverbindung funktioniert absolut zuverlässig und ist für Leute wie mich, die zwar über einen Surfstick mit Tages-Pauschaltarif, nicht aber über eine Handy-Flatrate verfügen, nachgerade ideal!

Montag, 29. August 2011

Na, dann Prost!

Das Biergartenwetter scheint zwar vorerst vorbei zu sein, dennoch lohnt der Blick in das neue Blog der fränkischen »Biergarten-Tester«: Die dortigen Rezensionen lesen sich erfrischend ehrlich und ungeschönt!

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