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zonebattler's homezone 2.1 - Merkwürdiges aus Fürth und der Welt


Sonntag, 7. Mai 2017

Auf neuen WEGen

Früher habe in meiner Blog-Rubrik »Kulturelles« des Öfteren über Vernissagen und Aus­stel­lun­gen berichtet, irgendwann hat mich aber angesichts des Zeitaufwandes und des latenten Problems mit Bildrechten die Lust daran verlassen. Vorgestern Abend kam mir jedoch etwas unter die Augen, was mich dermaßen intensiv beeindruckt und nachhaltig begeistert hat, daß ich nicht umhin komme, meiner geschätzten Le­ser­schaft heute davon zu berichten.

Arbeit aus dem Zyklus »WEGen« (Foto: Ralf Dieter Bischoff)

Schon dieses mit der Einladung verschickte Bild einer schemenhaften Trabantenstadt (erste Assoziation: Langwasser?) weckte meine Neugier: Ist das wirklich ein Foto und kein Gemälde oder eine kolorierte Zeichnung? Was hat es mit den Doppelkonturen auf sich? Wie mögen die pastelligen Farben abseits des leuchtenden Monitorbildes wirken? Ich war angefixt, obwohl ich den subkulturell angehauchten Ver­an­stal­tungs­ort an sich in eher unangenehmer Erinnerung hatte… [1]

Nun aber endlich zur Ausstellung mit dem kryptischen Titel »WEGen« und den groß­for­ma­ti­gen Fotografien von Ralf Dieter Bischoff. Als Architektur-Fotograf hat Bi­schoff ja gemeinhin die Aufgabe, das greifbar gewordene Ergebnis des Ge­stal­tungs­dranges anderer Leute im gegebenen räumlichen Kontext abzulichten. Das ist fraglos nicht einfach und erfordert einiges an Kreativität und Können, bleibt aber letztlich professionell aus­ge­üb­tes Handwerk im Rahmen eines klar umrissenen Auftrages. In seinen freien Ar­bei­ten kann der Fotograf aber diese Einengung hinter sich lassen, und das Resultat ist nach meinem Dafürhalten sensationell, ja nachgerade umwerfend:

Arbeit aus dem Zyklus »WEGen« (Foto: Ralf Dieter Bischoff)

Was den Blick des Betrachters hier in streng symmetrischer Fluchtpunkt-Perspektive geradezu ansaugt, ist die fotografische Abbildung einer Hoch- oder Schwebebahn, wie wir sie hierzulande aus Wuppertal kennen. Wobei uns Bischoff freilich bewußt nicht verrät, wo er seine Motive gefunden hat. Auch über den genauen Entstehungsprozeß seiner Bilder läßt sich der Künstler nicht aus: Zum einen sicherlich aus dem nach­voll­zieh­ba­ren Grunde, potentiellen Nachahmern nicht die Quintessenz seines Laborierens als fertiges Rezept an die Hand geben zu wollen, zum anderen vielleicht aber auch aus dem Wissen heraus, daß die Magie seiner bildnerischen Schöpfungen nicht re­du­ziert werden kann auf ein stupides serielles Abarbeiten definierter technischer Pro­zeß­schrit­te. Immerhin ist zu erfahren, daß die später überlagerten Teilbilder jeweils sämtlich am gleichen Ort entstanden sind, wenn auch zu unterschiedlichen Zeiten und mit abweichenden Blickwinkeln bzw. Ausschnitten.

Viel interessanter sind ohnehin die konzeptuellen Überlegungen hinter den Werken, welche man vielleicht als »sublimierte Quintessenz von Träumen« beschreiben kann. Der Meister selbst führt dazu aus: »Wenn wir einen Ort besuchen, erinnern wir uns danach an diesen durch die Summe der Momente unseres Erlebens. In meiner Arbeit will ich die fotografische Abbildung des einen solitären Moments aufbrechen, da dieser niemals ohne ein Vorher und Nachher existieren kann. So werden mehrere Bilder nicht-statischen Erlebens in nur einem Bild visualisiert. Die Verknüpfung meh­re­rer Fotografien in einem Bild liefert so ein einzelnes, nicht ganz fassbares Bild, das die von Stimmungen und Gefühlen beeinflusste Erinnerung einzufangen versucht. Einzelne Szenen die im Kopf bleiben, zeichnen so oft kein klares Bild, sondern eher eine vermischte Ahnung der Realität von gestern.«

Wir alle kennen ja die vermischten, verwischten (und oft genug auch verklärten) Er­in­ne­run­gen an Orte, die letztlich nichts mehr mit der (als beglückend, bedrohlich oder wie auch immer empfundenen) subjektiven Realität zu tun haben, sondern nur noch als eine Art »spukhafte Erscheinung« in unserem Gedächtnis herumgeistern. Ralf Dieter Bischoff bringt das erstaunliche Kunststück zustande, diese seine persönlichen »Erinnerungsfetzen« mit fotografischen Mitteln einzufangen und zu materialisieren:

Arbeit aus dem Zyklus »WEGen« (Foto: Ralf Dieter Bischoff)

Für mich (und in mir) brachten die Bilder noch ganz andere Saiten zum Schwingen: Die Farben erinnerten mich an Gemälde von William Turner, einzelne Motive und Bildkompositionen an abstrahierte Hommagen an die alten Holländer (Brueghel!), die französischen Impressionisten, Spitzweg gar! Ob das nun zuviel des laienhaften Hi­nein­in­ter­pre­tie­rens ist, sei dahingestellt, für mich waren diese Anklänge durchaus evi­dent und meine Begeisterung weiter anfachend.

Die hier gezeigten Abbildungen vermögen übrigens die Vielschichtigkeit der Werke nicht annähernd anzudeuten: Je näher man an eine der Fotografien tritt, desto mehr (erstaunlich scharf auszumachende) Details werden sichtbar und verleiten zu de­tek­ti­vi­schen Einordnungs- und Identifizerungsversuchen. Entfernt man sich dagegen, wird der Eindruck im Wortsinne nebulös und geheimnisvoll bis hin zur Abstraktion. Selten so gestaunt!

Mit einem Preis von EUR 2.200 pro Bild sind die großformatigen Arbeiten [2] nicht eben billig, aber durchaus als preiswert zu bezeichnen [3], erhält man dafür doch nicht nur ein außerordentliches Kunstwerk, sondern auch die passende Präsentation in einem per­fekt gearbeiteten Schattenfugenrahmen, dessen lebendig gemasertes Holz ei­nen unangemessenen Eindruck von zu klinischer Sachlichkeit gar nicht erst auf­kom­men läßt. Kunst und Können in perfekter Synthese, davon sähe ich gerne und häu­fi­ger mehr!

Die Ausstellung »WEGen« ist noch bis zum 3. Juni 2017 in der Knauerstraße 3 in Nürnberg zu sehen (Do. und Fr. 14-18 Uhr; Sa. 12-16 Uhr und nach Vereinbarung). Gelegenheit zum persönlichen Kontakt mit dem Künstler besteht am 25. und 26. Mai von 14-18 Uhr.

 
[1] Laurentiu Feller und seine mittlerweile als »raum für zeitgenössische kunst.« firmierende Galerie in Gostenhof seien hiermit rehabilitiert: Inzwischen raucht auch dort längst niemand mehr inhäusig und der Kunstgenuß wird nicht länger durch ver­gif­te­te Atemluft tangiert und verdorben!

[2] 130×90 bzw. 90×130 cm netto, also jeweils zuzüglich Rahmen.

[3] Ich weiß natürlich auch, daß sich die Fotografie generell schwertut, als Kunst­gat­tung anerkannt zu werden: Die technische Reproduzierbarkeit der Arbeiten ist die Achillesferse, die dem fotografischen Werk den Nimbus des Unikates nimmt. Wenn ein(e) Kunstmaler(in) für das Resultat eines Nachmittags einen vierstelligen Preis an­setzt, so geht das jederzeit in Ordnung. Wenn aber ein Fotokünstler für das Ergebnis wochenlanger Feinarbeit das gleiche haben mag, rümpft ein Teil des Publikums die Nase. Dagegen helfen auch streng limitierte Aufgaben wenig, denn »knipsen kann ja jeder«. Nun ja, malen so gesehen aber auch…

Freitag, 10. März 2017

Boomtown Barcelona (1)

Vor ziemlich genau 30 Jahren habe ich törichter Tor die Chance in den Wind ge­schla­gen, die katalanische Metropole kennen- und lieben zu lernen. Damals blieb ich dum­mer­wei­se daheim, heute reut mich das zutiefst, aus vielerlei Gründen. Drei Dekaden später ist die Stadt freilich immer noch ein Juwel (und womöglich schöner denn je).

Impressionen aus Barcelona
 
Impressionen aus Barcelona
 
Impressionen aus Barcelona
 
Impressionen aus Barcelona
 
Impressionen aus Barcelona
 
Impressionen aus Barcelona
 
Impressionen aus Barcelona
 
Impressionen aus Barcelona

Gaudís berühmte Sagrada Família war damals Baustelle und ist heute immer noch alles andere als fertiggestellt, bis 2026 soll die einzigartige Basilika aber dann doch vollendet sein. Spä­te­stens dann komme ich wieder, drei Jahrzehnte lasse ich nicht nochmals ver­strei­chen bis zum nächsten Besuch!

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Freitag, 10. Februar 2017

Wut im Bauch

Auf dem Heimweg habe ich vorhin einen Idioten angeschissen, weil er einen Riesen­sack Müll aller Art in den Altkleidercontainer gestopft hat. Beim Auto-Dampfstrahlen stand später ein Assi mit dickem Alt-Auto neben mir und hat 30 Minuten lang beim Autoputzen seinen Motor laufen lassen und dabei hinten schwarze Wolken raus­ge­bla­sen. Kachel, kachel… Dito anschließend beim Tanken & Carwash, da hockte ein junges Pärchen wartend im Auto und wollte offenbar gleichzeitig die Fenster offen haben und trotzdem nicht frieren. Brumm, brumm… Weil meiner einer max. 1x/Jahr die Renngurke wäscht (kurz vor KD und/oder TÜV), ist die hochgerechnete Dun­kel­zif­fer derartigen Verhaltens meinem Gemütszustand nicht zuträglich.

Ich würde gern eine neue Welt besiedeln und von Anfang an sorgsam mit der um­ge­hen. Wer kommt mit?

Donnerstag, 22. Dezember 2016

Kleiner Abschied

winterliche Impressionen aus Regensburg-Prüfening
 
winterliche Impressionen aus Regensburg-Prüfening
 
winterliche Impressionen aus Regensburg-Prüfening
 
winterliche Impressionen aus Regensburg-Prüfening
 
winterliche Impressionen aus Regensburg-Prüfening
Sonntag, 4. Dezember 2016

Malerisches Intermezzo (5)

So, nachdem der wunderbare Schweden-Urlaub lange genug zurückliegt, um hier nicht mehr auf der ersten Seite zu erscheinen, ist es an der Zeit, ihn noch einmal durch die virtuelle Kitsch-Mangel zu drehen und – jahreszeitlich passend – zu einer süß­li­chen Sehnsuchts-Sequenz zu verarbeiten. Also Vorhang auf für ein paar herzige Pseu­do-Aquarelle aus dem elektronischen Pinsel:

Impressionen aus Südschweden
 
Impressionen aus Südschweden
 
Impressionen aus Südschweden
 
Impressionen aus Südschweden
 
Impressionen aus Südschweden
 
Impressionen aus Südschweden
 
Impressionen aus Südschweden
 
Impressionen aus Südschweden
 
Impressionen aus Südschweden
 
Impressionen aus Südschweden
 
Impressionen aus Südschweden
 
Impressionen aus Südschweden

Das war der letzte Griff in die Trickkiste, jedenfalls für das sich neigende Jahr 2016. Ob sich die in 2017 angepeilten Urlaubsziele für derlei Experimente eignen, weiß ich noch nicht so recht. Falls nein, greife ich wieder in den vorhandenen Fundus (und dann halt weiter in die Vergangenheit zurück). So ganz ohne pastos aufgetragenes Fernweh-Schmalz lasse ich meine LeserInnen natürlich auch im nächsten Jahr nicht davonkommen!

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Freitag, 23. September 2016

Abgeliebt & ausgesetzt (3)

verstoßener Plüschhund, im Bahngleisschotter liegend
 
verstoßener Plüschhund, im Bahngleisschotter liegend
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Montag, 8. August 2016

Tüten-Trauer

Eröffnet mir doch meine Mutter gestern Abend, daß sie im Rahmen einer spontanen Entrümpelungsaktion under anderem die drei Schultüten von mir und meinen beiden Brüdern zum Sozialkaufhaus gefahren hat. 50 Jahre hat mein ritueller Papphohlkegel überlebt, ohne daß ich davon wußte! Und nun ist er auf Nimmerwiedersehen dahin, ohne daß ich eine Chance bekommen hätte, ihn nochmal in die Hand zu nehmen, zu fotografieren und hier vorzustellen. So sehr ich meiner Mama Ordnungsliebe begrüße, das hätte sie mir ersparen können (oder mir zumindest nicht zu erzählen brauchen)…

Sonntag, 8. Mai 2016

Bonjour tristesse (58)

Zugangstor eines Sportgeländes (Almada ggü. Lissabon)
 
Zugangstor eines Sportgeländes (Almada ggü. Lissabon)
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Samstag, 2. April 2016

Malerisches Intermezzo (4)

Einmal mehr mußte heute der Dynamic Auto Painter des zonebattler’s Hang zur maß­lo­sen Übertreibung in allen bilddramaturgischen Fragen unterstützen. Aus dem lässigen Lissabon hatte ich neulich über 600 Fotos mit heimgebracht. Da sollte man meinen, reichlich buntes Ausgangsmaterial für verschrobene Experimente zur Ver­fü­gung zu haben, doch merkwürdigerweise erwiesen sich insbesondere die in freier Wildbahn geschnappschußten Straßenbahnen alter Bauart als am geeignetsten für meine virtuelle Veraquarellierung. Nun denn:

Lissabons schöne Straßenbahnen
 
Lissabons schöne Straßenbahnen
 
Lissabons schöne Straßenbahnen
 
Lissabons schöne Straßenbahnen
 
Lissabons schöne Straßenbahnen
 
Lissabons schöne Straßenbahnen
 
Lissabons schöne Straßenbahnen
 
Lissabons schöne Straßenbahnen
 
Lissabons schöne Straßenbahnen
 
Lissabons schöne Straßenbahnen

Tatsächlich bin ich weder ein ferrosexueller Eisenbahn-Freak noch ein tramophiler Straßenbahn-Fan. Aber die kleinen historischen Wägelchen geben halt gar so schöne Nostalgie-Motive ab, die eine (Über-)Dosis Knopfdruck-Kitsches sehr gut ver­tra­gen kön­nen…

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Donnerstag, 4. Februar 2016

Geschichte und Geschichten

Mit einem eigens angekauften Aufnahmegerät bin ich neulich einem längst pen­sio­nier­ten Eisenbahner-Kollegen auf die Pelle gerückt und habe seine lebhaft vor­ge­tra­ge­nen Erinnerungen an seine Dienstzeit aufgezeichnet. Acht interessante (und zudem äußerst amüsante) Geschichten sind ab sofort aufruf- und anhörbar in den FürthWiki-Artikeln zum Güterbahnhof, zum Stellwerk Ottostraße und zur Kasernenbahn (jeweils im Abschnitt »Zeitzeugenberichte«). Viel Spaß beim Lauschen!

Dienstag, 29. Dezember 2015

Lustige Lötereien

Auf der Suche nach diversen elektrischen Strippen in seiner Kabelkiste sind dem zonebattler heute allerlei selbstkonstruierte und -geschaffene Artefakte aus seiner di­gi­ta­len Sturm-und-Drang-Zeit unter die Augen und in die Finger gekommen. So sahen seine handgefeilten und -gebruzelten Experimentier-Platinen mit TTL-ICs der Serie 74xx aus (Fotos sind per Mauklick vergrößerbar):

Anzeigemodule mit LEDs (0=dunkel, 1=hell):

Anzeigemodule mit LEDs (0=dunkel, 1=hell)

Stomversorgung, Taktgeber, Flip-Flops etc.:

Stomversorgung, Taktgeber, Flip-Flops etc.

1-zu-16-Dekoder:

1-zu-16-Dekoder

Dezimalzähler:

Dezimalzähler

Ist insofern etwas nostalgisch, als all‘ diese meine selbstentworfenen Basteleien nicht mehr ganz aktuell sind. Tatsächlich sind sie etwa 40 Jahre alt. Der gute Jean Pütz hat mich damals mit seiner »Hobbythek« auf den digitalen Trichter gebracht. Da ich Depp die LEDs damals unbedingt bündig auf der Platine haben wollte, habe ich etliche davon beim Einlöten gegrillt und gekillt. Tja.

Na ja, lang ist’s her. Schön war die Zeit, sie kehrt nicht wieder. Aber Lötkolben und Lötzinn (selbstredend noch »richtiges« mit Bleianteil) liegen durchaus noch griff­be­reit in der Schublade…

Dienstag, 4. August 2015

Räderwerk

Sammlung alter Wagenräder im Fürther Niemandsland
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