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zonebattler's homezone 2.1 - Merkwürdiges aus Fürth und der Welt


Dienstag, 20. März 2018

Bun­tes Bil­bao (2)

Impressionen aus Bilbao

Impressionen aus Bilbao

Impressionen aus Bilbao

Impressionen aus Bilbao

Impressionen aus Bilbao

Impressionen aus Bilbao

Impressionen aus Bilbao

Impressionen aus Bilbao

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Samstag, 17. März 2018

Bun­tes Bil­bao (1)

Impressionen aus Bilbao

Impressionen aus Bilbao

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Impressionen aus Bilbao

Impressionen aus Bilbao

Impressionen aus Bilbao

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Impressionen aus Bilbao

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Donnerstag, 6. Juli 2017

La Bi­en­na­le (3)

Impressionen aus Venedig und der Kunst-Biennale 2017
 
Impressionen aus Venedig und der Kunst-Biennale 2017
 
Impressionen aus Venedig und der Kunst-Biennale 2017
 
Impressionen aus Venedig und der Kunst-Biennale 2017
 
Impressionen aus Venedig und der Kunst-Biennale 2017
 
Impressionen aus Venedig und der Kunst-Biennale 2017
 
Impressionen aus Venedig und der Kunst-Biennale 2017
 
Impressionen aus Venedig und der Kunst-Biennale 2017
 
Impressionen aus Venedig und der Kunst-Biennale 2017
 
Impressionen aus Venedig und der Kunst-Biennale 2017
 
Impressionen aus Venedig und der Kunst-Biennale 2017
 
Impressionen aus Venedig und der Kunst-Biennale 2017
 
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Impressionen aus Venedig und der Kunst-Biennale 2017
 
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Impressionen aus Venedig und der Kunst-Biennale 2017
 
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Montag, 3. Juli 2017

Zeit­ge­mä­ße Zeit­rei­se

Am letz­ten Sams­tag war der zo­ne­batt­ler als re­gio­na­ler Blog­ger zum so­ge­nann­ten #Ho­hen­zol­lern­Walk ein­ge­la­den, ei­ner ex­klu­si­ven Füh­rung für netz­af­fi­ne Mul­ti­pli­ka­to­ren durch die frisch wie­der­eröff­ne­te Burg Ca­dolz­burg. Die sieht ja nun schon seit ei­ni­ger Zeit wie­der ganz ma­nier­lich aus:

Die Burg Cadolzburg zu Cadolzburg

Nach ge­müt­li­cher An­fahrt mit der Re­gio­nal­bahn (dau­ert von Fürth Hbf aus kei­ne hal­be Stun­de) trab­te ich vom Ca­dolz­bur­ger Bahn­hof aus zur Burg hoch und misch­te mich un­ters über­wie­gend jun­ge Volk der Netz­ak­ti­vi­sten. In zwei Grup­pen (In­sta­gra­mer da, ge­mei­ne Blog­ger und Twit­te­rer hier) auf­ge­teilt, be­ka­men die Gä­ste gut zwei Stun­den lang ei­ni­ges zu se­hen, zu hö­ren und zu rie­chen (wenn­gleich durch­aus nicht al­les, da­zu war die Zeit zu knapp und das ver­schach­tel­te Ge­mäu­er zu weit­läu­fig, von den auf­merk­sam­keits­hei­schen­den Ex­po­na­ten gar nicht zu re­den).

Einführung durch Dr. Karnatz (links)

Sehr in­ter­es­sant wa­ren die Aus­füh­run­gen von Dr. Se­ba­sti­an Kar­natz (links im Bild) und Dr. Uta Piereth (Mit­te) von der Baye­ri­schen Ver­wal­tung der staat­li­chen Schlös­ser, Gär­ten und Se­en. Wäh­rend die bei­den über­aus be­schla­ge­nen Hi­sto­ri­ker re­fe­rier­ten, me­mo­rier­ten und di­gi­ta­li­sier­ten die agi­len Gä­ste aus der So­ci­al-Me­dia-Sze­ne das Ge­hör­te und Ge­se­he­ne qua­si in Echt­zeit:

Social-Media-Akteure beim Social-Media-Agieren

Nur der En­des­un­ter­fer­tig­te konn­te (und woll­te) da nicht mit­hal­ten, der sperr­te erst­mal nur die Oh­ren auf und mach­te hier und da ein Fo­to zur spä­te­ren Ver­wur­stung.

moderne Kunst am alten Bau

Vor­bei an zwei ro­sti­gen Kämp­fern (Fe­der ge­gen Schwert, al­so Wort ge­gen Ge­walt) ging es dann zu­nächst ein­mal über die (ein­sti­ge Zug-)Brücke in den Burg­hof, in dem mo­der­ne Me­di­en-Recken so­gleich ih­re neu­zeit­li­chen Ka­no­nen in Stel­lung brach­ten:

Kameramann beim Filmen aus der Froschperspektive

Be­mer­kens­wert fand ich so man­che ver­we­ge­ne Theo­rie­bil­dung bei den ju­gend­li­chen Leu­ten, de­ren Di­gi­tal­kom­pe­tenz das bo­den­stän­di­ge All­ge­mein­wis­sen teils merk­lich über­traf: Ei­ni­ge hiel­ten die mit­ti­gen Lö­cher in den Stein­qua­dern für Ein­schuß­spu­ren (sind sie na­tür­lich nicht, die Ein­greif­punk­te für die im fol­gen­den Fo­to zu se­hen­de Steinzan­ge), an­de­re wun­der­ten sich über die mut­maß­li­che Ver­wen­dung des (nach­ge­bau­ten) Kra­nes mit Kraft­er­zeu­gung durch ei­ne Art »Ham­ster­rad« für Men­schen.

Teilansicht eines rekonstruierten Steinkranes

Die Vor­stel­lung, daß man so ei­nen Kran samt Steinzan­ge wäh­rend der Bau­pha­se braucht, um die dann noch nicht vor­han­de­nen Mau­ern zu er­rich­ten (gro­ße Sand­stein­qua­der sind ja doch von an­de­rem Ka­li­ber als hand­li­che Zie­gel­stei­ne), war für manch eine(n) wohl zu­viel der Ab­strak­ti­on... Aber das wa­ren Ein­zel­fäl­le, an­son­sten war ich er­staunt über das Tem­po, in de­nen die Jungs und Mä­dels en pas­sant Tex­te und Fo­tos von for­mi­da­bler Qua­li­tät er­schu­fen und vir­tu­ell über die Welt ver­streu­ten. Cha­peau!

Gewölbesaal mit rekonstruiertem Kamin

Apro­pos Ab­strak­ti­on: Be­kann­ter­ma­ßen gin­gen ja gro­ße Tei­le des hi­sto­ri­schen Bau­be­stan­des und des In­te­ri­eurs in den letz­ten Ta­gen des 2. Welt­krie­ges durch sinn­lo­se Ge­gen­wehr und fol­gen­den Feind­be­schuß im Feu­er ver­lo­ren. Man hat glück­li­cher­wei­se kei­ne Re­kon­struk­tio­nen vor­ge­nom­men, die letz­lich nur auf un­red­li­che Wei­se vor­gau­keln könn­ten, was im Ori­gi­nal un­wie­der­bring­lich da­hin ist. Hier und da hat man aber durch be­hut­sa­me und farb­neu­tra­le Nach­bau­ten (wie den Ka­min im obi­gen Bild) der Fan­ta­sie ei­nen An­halts­punkt ge­ge­ben für das, was hier einst­mals vor­han­den war.

Im Kriege vernichtet, als Hülle neu errichtet

Lei­der nur über­be­lich­tet zu se­hen sind die Mul­ti­me­dia-Sta­tio­nen, an de­nen Ge­schich­te er­fahr- und (fast) er­leb­bar wird. Der Be­richt­erstat­ter freut sich über den ho­hen in­halt­li­chen wie äs­the­ti­schen Stan­dard des zeit­ge­mä­ßen Me­di­en­ein­sat­zes: Man hat da wirk­lich auf­ge­schlos­sen zu den Kol­le­gen aus dem an­gel­säch­si­schen Raum, die in Sa­chen po­pu­lä­re Wis­sens­ver­mitt­lung lan­ge Zeit vor­ne dran wa­ren...

Sakralkunst

Bei ei­nem klei­nen Im­biß (mit al­ler­lei hi­sto­risch an­ge­hauch­ten Schman­kerln) klang der Abend mit an­ge­reg­ten Ge­sprä­chen aus. Ich flitz­te und spitz­te noch hier und da ein we­nig her­um in den fast men­schen­lee­ren Fluch­ten, be­vor ich mich wie­der in Rich­tung Bahn­hof auf dem Heim­weg mach­te. Der Wis­sens­durst ist ge­weckt, aber noch lan­ge nicht ge­stillt: Für die aus­gie­bi­ge Be­sich­ti­gung der neu­en al­ten Ca­dolz­burg wer­de ich mir dem­nächst ei­nen Tag frei­neh­men müs­sen!

Sonntag, 14. August 2016

Land der Lu­pi­nen und La­krit­zen (4)

Zu ih­rer Ge­schich­te und dem Be­wah­ren hi­sto­ri­scher Zeug­nis­se ha­ben die Schwe­den ein un­ver­krampf­tes Ver­hält­nis. Da sie schon seit län­ge­rem kei­ne kriegs­be­ding­ten Ver­hee­run­gen im ei­ge­nen Land zu be­kla­gen ha­ben und in­fol­ge­des­sen kei­ne zer­bomb­ten Städ­te wie­der­auf­zu­bau­en wa­ren, muß­ten sie in den 1960er Jah­ren und spä­ter schon die sprich­wört­li­che Ab­riß­bir­ne schwin­gen, um in ih­ren al­ten Stadt­ker­nen groß­flä­chig Platz für Neu­es zu schaf­fen. Im Rück­blick mö­gen vie­le das be­dau­ern, denn was dann an Be­ton-Bru­ta­lo-Ar­chi­tek­tur nach­folg­te, er­scheint sen­si­ble­ren Ge­mü­tern oft als bö­se Bau­sün­de, das ist in Schwe­den nicht an­ders als in Deutsch­land.

Im­mer­hin ha­ben die Schwe­den vie­les durch Trans­lo­zie­rung ge­ret­tet, bei­spiel­haf­te Alt­bau­ten al­so zu Mu­se­ums­dör­fern zu­sam­men­ge­faßt. Auch so­was kennt man aus hie­si­gen Lan­den, aber in Schwe­den gibt’s das deut­lich öf­ters. Zum Bei­spiel in Gam­la Lin­kö­ping, wo man die Es­senz des al­ten Orts­ker­nes von Lin­kö­ping in ei­ner Zeit­bla­se be­wahrt hat:

Szenerie in Gamla Linköping

Die in al­ten Lä­den und Kon­to­ren un­ter­ge­brach­ten Ge­schäf­te, Werk­stät­ten und Be­trie­be sind na­tür­lich schon auf Tou­ri­sten und Fe­ri­en­gä­ste ab­ge­stimmt und aus­ge­rich­tet, den­noch hat man nie den Ein­druck, in ei­ner künst­li­chen Dis­ney-Land-Ku­lis­se her­um­zu­lau­fen: Das Ge­bo­te­ne hat Be­zug zur Re­gi­on, die An­la­ge ist gut ge­plant und die mei­sten Häu­ser sind von »rich­ti­gen« Ein­woh­nern dau­er­haft be­wohnt. Zu­dem lie­gen Mu­se­ums­dör­fer wie Gam­la Lin­kö­ping nicht ir­gend­wo ganz weit drau­ßen, son­dern an der Pe­ri­phe­rie der In­nen­stadt, un­ein­ge­zäunt und mit meh­re­ren of­fe­nen Zu­gän­gen.

Wa­gen wir mal ei­nen grö­ße­ren Sprung (in der vir­tu­el­len Re­tro­spek­ti­ve kann man ja um­stand­los ma­chen, was in rea­li­ter ei­ne Ta­ges­rei­se be­deu­tet) nach Es­kilst­u­na, der Part­ner­stadt Er­lan­gens. Von der jahr­hun­der­te­al­ten Tra­di­ti­on der Me­tall­ver­ar­bei­tung und Ka­no­nen­her­stel­lung sieht und hört man dort heut­zu­ta­ge nicht mehr viel:

Blumenmeer in Eskilstuna

Ein­mal mehr be­gei­ster­te uns in die­sem schmucken Städt­chen (wie schon Ta­ge zu­vor in Norr­kö­ping) das Fla­nie­ren am Fluß ent­lang (hier Es­kilst­u­n­aån ge­hei­ßen). We­nig Au­tos, viel Grün, reich­lich Kul­tur und Krea­tiv­wirt­schaft in al­ten Back­stein­fa­bri­ken, da ist ein hal­ber Tag rum wie nix und man hat noch im­mer längst nicht al­les ge­se­hen, was ei­nen in­ter­es­sie­ren könn­te: Hier ei­ne Kir­che, da ei­ne Pro­me­na­de, dort ein Kunst­mu­se­um...

Apro­pos Mu­se­um: in mei­nem Stock­hol­mer Bil­der­bo­gen ha­be ich ja schon vor ei­ni­ger Zeit die kon­ser­vier­te Va­sa ge­zeigt, je­ne be­rühm­te kö­nig­li­che Ga­leo­ne, die auf ih­rer Jung­fern­fahrt im Jah­re 1628 schon nach et­wa 1300 Me­tern Fahr­strecke ken­ter­te und ab­soff. Nach mehr als 330 Jah­ren un­ter Was­ser hat man das be­stens er­hal­te­ne Schiff 1961 ge­ho­ben und ge­bor­gen und in ein na­hes Trocken­dock ge­schleppt. An Ort und Stel­le hat man dem wun­der­ba­ren Wrack spä­ter so­zu­sa­gen das Va­sa-Mu­se­um über­ge­stülpt und zeigt dort heu­te an­hand von viel­fäl­ti­gen Ex­po­na­ten rund um das ori­gi­na­le Schiff des­sen eben­so tra­gi­sche wie fas­zi­nie­ren­de Ge­schich­te:

Querschnitt durch die »Vasa« (Modell)

Der Be­such im Va­sa-Mu­se­um ist frag­los ein »Muß« für je­den Stock­holm-Be­su­cher: Die Au­ra des ech­ten Schif­fes ist be­ein­druckend, die di­dak­ti­sche Kon­zep­ti­on der um das gi­gan­ti­sche Ge­fährt her­um er­rich­te­ten Aus­stel­lung bei­spiel­haft. Ein Glücks­fall, daß der Schiffs­bohr­wurm in dem land­na­hen Brack­was­ser kei­ne Über­le­bens­chan­ce hat­te: Der lo­ka­len Ab­we­sen­heit die­ses an­son­sten weit­ver­brei­te­ten Holz­fres­sers ver­dankt die Mensch­heit die Über­lie­fe­rung des weit­ge­hend kom­plet­ten Schif­fes als aus­sa­ge­star­ke »Zeit­kap­sel«!

Nicht ganz so alt, aber gleich­wohl nett an­zu­schau­en sind an­de­re hi­sto­ri­sche Fahr­zeu­ge, die man auf Stock­holms Stra­ßen im Ein­satz sieht. Ne­ben au­to­mo­bi­len Old­ti­mern sind das zum Bei­spiel hi­sto­ri­sche Stra­ßen­bah­nen wie die­ses fast fa­brik­frisch wir­ken­de Ex­em­plar:

Straßenbahn in Stockholm

Ich hat­te ja schon in der er­sten Fol­ge mei­nes Rei­se-Rap­ports er­wähnt, daß in Schwe­den ver­gleichs­wei­se we­nig Men­schen auf ver­gleichs­wei­se viel Flä­che le­ben. Ent­spre­chend leer sind die Stra­ßen, ent­spre­chend groß sind die Au­tos. Lo­gisch, daß ei­nem aus­ge­wie­se­ne Klein­wa­gen eher sel­ten be­geg­nen. So­gar in der Me­tro­po­le Stock­holm ha­be ich nur ei­nen ein­zi­gen Smart ge­se­hen, und der kam aus­weis­lich sei­nes Kenn­zei­chens aus ... Co­burg!

An die­ser Stel­le mei­ner Re­mi­nes­zen­zen tropft mir nun un­ver­se­hens der Sab­ber von der Un­ter­lip­pe auf die Ta­sta­tur, her­vor­ge­ru­fen durch al­li­te­ra­ti­ons­in­du­zier­te (Co­burg -> Cor­net­to) Trig­ge­rung mul­ti­sen­so­ri­scher Er­in­ne­run­gen an das ach so gött­li­che La­kritz-Eis:

Lakritz-Cornetto

Ne­ben die­ser in deut­schen Lan­den un­be­kann­ten Eis­hörn­chen-Va­ri­an­te gab es na­tür­lich im Su­per­markt auch or­dent­li­che »An­stalts­packun­gen« zu kau­fen, mit de­nen wir den Ge­frier­schrank un­se­res gast­ge­ben­den Freun­des voll­ge­schlich­tet ha­ben zwecks ku­li­na­ri­scher Ab­run­dung der lan­gen Aben­de. Je mehr frän­ki­schen Freun­den und Be­kann­ten ich da­von er­zäh­le, de­sto mehr muß ich frei­lich ein­se­hen, daß La­krit­ze ein sehr po­la­ri­sie­ren­des Ge­nuß­mit­tel ist: Den ei­nen läuft – gleich mir – so­gleich das Was­ser im Mun­de zu­sam­men, die an­de­ren schüt­teln sich hef­tig ob der blo­ßen Vor­stel­lung, so­was in den Mund zu neh­men. Zwi­schen­drin scheint’s nix zu ge­ben...

Aber egal. Wenn wir nun schon mal in Stock­holm sind, ma­chen wir noch ei­nen Aus­flug in die/den Skan­sen, ein wei­te­res, in die­sem Fall weit­hin be­kann­tes und be­rühm­tes Mu­se­ums­dorf. Das exi­stiert schon seit 1891 und be­wahrt im Wort­sinn groß­flä­chig die schwe­di­sche Volks­kul­tur:

altes Schwedenhaus im Skansen

Auch die­se At­trak­ti­on ist ein für je­den Haupt­stadt-Be­su­cher ob­li­ga­to­ri­scher Pro­gramm­punkt, für den man sich (min­de­stens) ei­nen hal­ben Tag Zeit neh­men soll­te. Wir wa­ren üb­ri­gens sehr po­si­tiv über­rascht von der fach­li­chen Qua­li­fi­ka­ti­on der in hi­sto­ri­sche Ko­stü­me ge­klei­de­ten »Be­woh­ner­schaft« des Mu­se­ums­dor­fes. Das pro­fun­de Wis­sen der Hand­wer­ker, Bäue­rin­nen und Mäg­de ging weit über das hin­aus, was von »ty­pi­schen« Be­su­cher­fa­mi­li­en ge­mein­hin nach­ge­fragt wird. Auch in kom­ple­xen hi­sto­ri­schen und wirt­schaft­li­chen Zu­sam­men­hän­gen er­wie­sen sich die Da­men und Her­ren als über­aus be­schla­gen und sat­tel­fest, wir gin­gen letzt­lich er­heb­lich klü­ger wie­der her­aus, als wir hin­ein­ge­gan­gen wa­ren. So soll es sein!

Den bis hier­her ge­folg­ten Le­se­rin­nen und Le­sern ge­gen­über sei nun­mehr ein­ge­stan­den, daß des zonebattler’s höchst sprung­haf­te Er­zähl­dra­ma­tur­gie kein be­wußt ge­wähl­tes Stil­mit­tel ist, son­dern doch nur Aus­druck von Plan­lo­sig­keit und Faul­heit: Tat­säch­lich hat sich der Blub­ber-Blog­ger im Vor­aus 5 x 8 sei­ner schön­sten Ur­laubs-Fo­tos nach rein äs­the­ti­schen Kri­te­ri­en her­aus­ge­sucht und ver­sucht die­se im Nach­gang ei­ni­ger­ma­ßen stim­mig ver­bal zu ver­bin­den. Dank die­ses ent­waff­nen­den Be­kennt­nis­ses braucht es jetzt für ein wei­te­res »See-Stück« wohl kei­ne wei­te­ren Ver­ren­kun­gen:

Rettung ist nahe!

»Swe­den in a nuts­hell« wür­de ich die­ses pro­to­ty­pi­sche Mo­tiv wohl be­nen­nen, wenn ich denn für ein eng­lisch­spra­chi­ges Pu­bli­kum schrü­be: Was­ser, Wald, Wol­ken, Ro­man­tik so­wie all­ge­gen­wär­ti­ge Um­sicht, Vor­kehr und Si­cher­heit, all das und mehr fin­det sich hier in ei­nem ein­zi­gen Aus­schnitt kom­pakt zu­sam­men­ge­faßt wie­der.

Was­ser und Si­cher­heit sind auch die idea­len Stich­wor­te für et­was, was ich bis­lang we­der er­wähnt noch ge­zeigt hat­te: Bur­gen und Schlös­ser näm­lich, die lan­des­ty­pisch gern et­was ge­drun­ge­ner ge­baut wer­den resp. wur­den als wir re­la­ti­ven Süd­län­der das so ge­wohnt sind. Das hier ist Öre­bro slott in Öre­bro, man be­ach­te den ei­gens in­sze­nier­ten Kon­trast zu den neu­zeit­li­chen Sitz­ge­le­gen­hei­ten im Vor­der­grund:

Örebro slott

Auch die­se se­hens­wer­te Stadt »er­ober­ten« wir uns üb­ri­gens im Rah­men ei­nes Ta­ges­aus­flu­ges. Im Ver­gleich zu un­se­ren her­kömm­li­chen Rund­rei­sen er­wies sich der sta­tio­nä­re Auf­ent­halt an ei­nem Ort – eben Gryt­g­öl – als pla­ne­ri­sche Her­aus­for­de­rung: Ei­ner­seits woll­ten wir na­tür­lich mög­lichst vie­le Fa­cet­ten des uns bis­lang un­be­kann­ten Lan­des ken­nen­ler­nen, an­de­rer­seits moch­ten wir nicht ei­nen Gut­teil des Ta­ges im Au­to ver­brin­gen, nur um stun­den­lang streng tem­po­li­mi­tiert durch im­mer­wäh­ren­de Wald­schnei­sen zu glei­ten...

Na ja, es fan­den sich in den knapp drei Wo­chen un­se­res Ur­lau­bes ge­nü­gend Zie­le im 100-Ki­lo­me­ter-Ra­di­us, die des Aus­rückens wert wa­ren. Man­ches ließ sich auch ganz gut mit­ein­an­der ver­bin­den. Den ei­nen oder an­de­ren Tag blie­ben die Rä­der un­se­res wei­ßen Vol­vos so­gar gänz­lich un­be­wegt und wir da­heim bzw. in fuß­läu­fi­ger Nä­he, was durch­aus zur gründ­li­chen Er­ho­lung und Ent­schleu­ni­gung bei­trug. Der Ef­fekt ist er­freu­li­cher­wei­se der­ma­ßen nach­hal­tig, daß mit der fünf­ten und letz­ten Fol­ge die­ser Rei­se-Re­pri­se auch erst wie­der in ei­ner Wo­che zu rech­nen ist!

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Dienstag, 28. Juni 2016

Som­mer­li­ches Stock­holm

Impressionen aus Stockholm
 
Impressionen aus Stockholm
 
Impressionen aus Stockholm
 
Impressionen aus Stockholm
 
Impressionen aus Stockholm
 
Impressionen aus Stockholm
 
Impressionen aus Stockholm
 
Impressionen aus Stockholm
 
Impressionen aus Stockholm
 
Freitag, 17. Juli 2015

La Bi­en­na­le (2)

Impressionen aus Venedig und der Kunst-Biennale 2015
 
Impressionen aus Venedig und der Kunst-Biennale 2015
 
Impressionen aus Venedig und der Kunst-Biennale 2015
 
Impressionen aus Venedig und der Kunst-Biennale 2015
 
Impressionen aus Venedig und der Kunst-Biennale 2015
 
Impressionen aus Venedig und der Kunst-Biennale 2015
 
Impressionen aus Venedig und der Kunst-Biennale 2015
 
Impressionen aus Venedig und der Kunst-Biennale 2015
 
Impressionen aus Venedig und der Kunst-Biennale 2015
 
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Impressionen aus Venedig und der Kunst-Biennale 2015
 
Impressionen aus Venedig und der Kunst-Biennale 2015
 
Impressionen aus Venedig und der Kunst-Biennale 2015
 
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Impressionen aus Venedig und der Kunst-Biennale 2015
 
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Impressionen aus Venedig und der Kunst-Biennale 2015
 
Impressionen aus Venedig und der Kunst-Biennale 2015
 
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Impressionen aus Venedig und der Kunst-Biennale 2015
 
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Sonntag, 8. März 2015

Bon­jour, Pa­ris!

Letz­tes Jahr an der Them­se, heu­er an der Sei­ne: Der zo­ne­batt­ler hat Ge­fal­len dar­an ge­fun­den, die er­ste März­wo­che in ei­ner eu­ro­päi­schen Me­tro­po­le au­ßer­halb des ei­ge­nen Lan­des zu ver­brin­gen. Zu­sam­men mit sei­ner bes­se­ren Hälf­te und ei­ner lie­ben Freun­din be­rei­ste er in den letz­ten Ta­gen selb­dritt die Haupt­stadt Frank­reichs und hat (au­ßer ki­lo­wei­se Kä­se) von der Tour ein paar bun­te Bil­der mit­ge­bracht:

Impressionen aus Paris
 
Impressionen aus Paris
 
Impressionen aus Paris
 
Impressionen aus Paris
 
Impressionen aus Paris
 
Impressionen aus Paris
 
Impressionen aus Paris
 
Impressionen aus Paris
 
Impressionen aus Paris
 
Impressionen aus Paris
 
Impressionen aus Paris
 
Impressionen aus Paris
 
Impressionen aus Paris
 
Impressionen aus Paris
 
Impressionen aus Paris

Den ur­sprüng­lich an­ge­dach­ten Ver­gleich zwi­schen Lon­don und Pa­ris ver­knei­fe ich mir, zu un­ter­schied­lich sind die Städ­te und die Men­ta­li­tä­ten ih­rer Be­woh­ner, zu we­nig ver­gleich­bar wa­ren aber auch un­se­re je­wei­li­gen Un­ter­neh­mun­gen: Wäh­rend wir vor Jah­res­frist er­heb­lich öf­ter (und län­ger) in Kunst­mu­se­en her­um­lun­ger­ten, strolch­ten wir dies­mal fünf Ta­ge lang über­wie­gend durch die Stra­ßen, über die Plät­ze und durch das pral­le Le­ben. Das Ho­tel­zim­mer ru­hig, das Früh­stück üp­pig, das Wet­ter früh­lings­haft und kei­ner­lei Ver­pflich­tun­gen im Nacken: Bes­ser kann man’s doch gar nicht ha­ben!

Freitag, 10. Oktober 2014

Die Über­ra­schungs­in­sel (5)

Die letz­te Fol­ge mit ei­nem span­nungs­stei­gern­den Aus­blick auf ein schein­bar schö­nes Schiff be­en­det ha­bend, wen­den wir uns heu­te zum Ein­stieg eben je­nem »Seg­ler« nä­her zu und be­trach­ten ihn von ei­ner nä­her ge­le­ge­nen Klip­pe am nord­west­li­chen Zip­fel von Port de Sól­ler aus. Und was se­hen wir da Merk­wür­di­ges? Ge­nau, am Heck ei­nen dicken, mut­maß­lich An­ten­nen be­her­ber­gen­den Rie­sen-Bo­vi­sten und am zwei­ten Mast von vorn ei­nen senk­rech­ten Stahl-Stum­mel mit rie­si­gen Aus­puff­roh­ren dran, der den Wind­jam­mer letzt­lich als schnö­des, wenn­gleich na­tür­lich hy­per­mo­der­nes Mo­tor­fahr­zeug ent­larvt:

»Wind Spirit« oder »Wind Star« im Einsatz vor Port de Sóller

Abends konn­te ich her­aus­goo­geln, daß es sich bei die­sem of­fen­kun­di­gen Lu­xus-Ve­hi­kel ent­we­der um die »Wind Spi­rit« oder um de­ren Schwe­ster­schiff »Wind Star« han­deln muß­te. Die Ree­de­rei Wind­star Crui­ses kann ih­re bei­den Re­tro-Pöt­te of­fen­bar selbst nicht wirk­lich un­ter­schei­den, die bei­den ver­link­ten Schiffs-Sei­ten und die dort ge­zeig­ten Fo­tos sind je­den­falls bis auf den je­wei­li­gen Na­men iden­tisch!

Klar ist, daß der­lei No­bel-Ge­fähr­te ein­satz­mä­ßig rund ums Jahr ver­plant sein müs­sen, um ih­re ex­or­bi­tan­ten Ko­sten wie­der ein­zu­spie­len. Da kann man sich nicht auf die Zu­fäl­lig­kei­ten des Wet­ters und der Win­de ver­las­sen, im Zwei­fels- bzw. Flau­ten­fall muß ei­ne star­ke Mo­tor­an­la­ge da­für sor­gen, daß der Kahn pünkt­lich an der näch­sten fahr­plan­mä­ßig vor­ge­se­he­nen Mo­le zu lie­gen kommt.

Na ja, wer’s mag. Mei­ner ei­ner wür­de kei­nen um Zeh­ner­po­ten­zen kost­spie­li­ge­ren Ur­laub an­tre­ten, auf dem es mehr Meer als Land zu se­hen gibt und in des­sen Ver­lauf die von den Wel­len ge­schwenk­ten und ge­schüt­tel­ten In­ne­rei­en wo­mög­lich zu re­bel­lie­ren be­gin­nen. Und so ma­chen wir uns da­her mit dem (zu­ge­ge­ben strecken­wei­se auch recht schau­keln­den) Om­ni­bus auf in die gar nicht so fer­ne Haupt­stadt Pal­ma de Mal­lor­ca, um uns für die letz­te Ur­laubs­wo­che mit ei­nem Miet­wa­gen zu ver­sor­gen und zu mo­bi­li­sie­ren. Den frisch über­nom­me­nen Flit­zer las­sen wir aber erst­mal vor dem Eu­rop­car-Bü­ro ste­hen und be­ge­ben uns zu Fuß auf ei­ne klei­ne Stadt­be­sich­ti­gung...

Palacio Real de La Almudaina

Den in­ner­städ­ti­schen Rum­mel mit Tou­ri­sten­strö­men, Gauk­lern und Ta­schen­spie­lern, Bou­ti­quen und Nip­pes­lä­den spa­re ich hier be­wußt aus, und auch das in ei­ner teu­ren Pseu­do­kunst-Ga­le­rie live mit­er­leb­te Ver­kaufs­ge­spräch, in dem ei­ne auf­ge­bre­zel­te Blub­ber­phra­sen­dre­scherin oh­ne je­de Sach­kun­de ei­nem nicht min­der ah­nungs­lo­sen (aber im­mer­hin wohl­ha­ben­den) Kun­den­paar teu­ren Edel­kitsch auf­zu­schwat­zen trach­te­te, ist glück­li­cher­wei­se schon so tief im Sumpf des zonebattler’schen Syn­ap­sen­rau­schens ver­sun­ken, daß er die De­tails gar nim­mer her­aus­zie­hen kann und mag. Viel lie­ber lenkt er den Blick und die Auf­merk­sam­keit sei­nes ver­ehr­ten Pu­bli­kums auf wür­de­vol­le al­te Ar­chi­tek­tur-De­tails, wie bei­spiels­wei­se die über die­sem Ab­satz ab­ge­bil­de­ten Zin­nen des al­ten Kö­nigs­pa­la­stes »Pa­la­cio Re­al de La Al­mu­da­i­na«.

Ge­mein­hin ist ja die Mit­tags­zeit nicht eben ide­al zum Knip­sen, da grell die De­tails über­strah­lend und un­gün­sti­ge Schat­ten­wür­fe be­din­gend. Den wuch­ti­gen Pa­last­mau­ern ge­reich­te der Höchst­stand des be­leuch­ten­den Ge­stirns in­des eher zum Vor­teil. Nicht ganz so kon­trast­reich ge­riet mir die Auf­nah­me ei­ner al­ten Wind­müh­le in Ha­fen­nä­he, die – im Ge­gen­satz zu vie­len an­de­ren ge­se­hen Ex­em­pla­ren – nicht weit­ge­hend ver­fal­len, son­dern recht an­sehn­lich re­stau­riert wor­den war:

traditionelle Windmühle in Palma de Mallorca

Heut­zu­ta­ge wird na­tür­lich al­lent­hal­ben mit Strom ge­mah­len statt mit un­zu­ver­läs­si­ger Wind­ener­gie, aber wer weiß, viel­leicht er­lebt die Wind­kraft­nut­zung auch auf den Ba­lea­ren ei­ne Re­nais­sance. Die Son­ne scheint auch häu­fi­ger als bei uns da­heim im Nor­den, da könn­ten die In­seln doch glatt auch in Sa­chen So­lar­ener­gie­nut­zung ei­ne Vor­rei­ter­rol­le spie­len...

Doch zu­rück zu bo­den­stän­di­gen Be­trach­tun­gen. Pal­men gibt es ja reich­lich in und um Pal­ma, no­men es omen. Aber wel­che Bäu­me wach­sen in Ufer­nä­he in dich­ten Wäl­dern und ha­ben ei­nen wei­ßen Stamm? Nein, kei­ne Bir­ken. Es sind viel­mehr die Ma­sten der Se­gel­boo­te, die dort son­der Zahl vor sich hin­düm­peln und über­wie­gend der Wie­der­kehr ih­rer ab­sen­ten Herr­schaft har­ren:

Boote, Boote, Boote im Hafen von Palma de Mallorca

Wir guck­ten uns die an­ge­ket­te­ten Nuß­scha­len und auch die grö­ße­ren Boo­te ger­ne an, so­was sieht man im hei­mi­schen Bin­nen­land ja nicht al­le Ta­ge. Im­mer wie­der er­staun­lich, was Leu­te in ein schnit­ti­ges Schiff­chen zu in­ve­stie­ren be­reit sind, des­sen All­tags­nut­zen ver­mut­lich deut­lich un­ter dem re­prä­sen­ta­ti­ven Nut­zen ran­giert. Aber das gilt ja für mon­strös auf­ge­la­de­ne Au­tos an Land ge­nau­so. Wir wen­den uns jetzt vom Re­prä­sen­ta­ti­ons­be­dürf­nis des Geld­adels ab und dem frü­he­rer Kir­chen­für­sten zu, de­ren Drang zu Hö­he­rem, Grö­ße­ren, Wei­te­ren zu­min­dest vor­geb­lich der Eh­re Got­tes dien­te. Hier se­hen wir die go­thi­sche Ka­the­dra­le der Hei­li­gen Ma­ria (»La Seu«) aus un­ge­wohn­ter Per­spek­ti­ve:

Kathedrale La Seu im Süden der Altstadt von Palma

Das Fo­to schoß ich tat­säch­lich aus ei­ni­gen hun­dert Me­tern Ent­fer­nung vom Dach des »Es Ba­luard« aus, ei­nem wun­der­ba­ren Mu­se­um für mo­der­ne und zeit­ge­nös­si­sche Kunst, des­sen ge­lun­ge­ne Ar­chi­tek­tur sich her­vor­ra­gend in ei­ne Eck­ba­sti­on der al­ten Re­nais­sance-Stadt­mau­er ein­fügt. Ei­nen Be­such in die­sem Mu­sen­tem­pel kann man kul­tu­rell in­ter­es­sier­ten Pal­ma-Be­su­chern nur wärm­stens ans Herz le­gen, Bau und In­halt ha­ben in­ter­na­tio­na­les For­mat! Wir ha­ben meh­re­re Stun­den stau­nend drin­nen ver­bracht, her­nach auf dem Vor­platz er­neut un­ver­hofft den Miet­Mi­chel ge­trof­fen (wir er­in­nern uns an die Fol­ge 3) und uns dann ei­nen Be­such in der Kir­che ge­schenkt, da uns der als in je­der Hin­sicht zu kost­spie­lig er­schien (vom Ein­tritts­geld her be­trach­tet eben­so wie be­treffs der an- bzw. ab­zu­ste­hen­den War­te­zeit).

Aber man muß ja auch nicht al­les und je­des se­hen, zu­mal die un­be­kann­te­ren Ecken oft mehr Über­ra­schun­gen be­reit­hal­ten als die of­fi­zi­el­len »Se­hens­wür­dig­kei­ten«. Hier hält sich zum Ex­em­pel ei­ne pit­to­res­ke Tou­ri­sten­grup­pe di­rekt un­ter­halb der Ka­the­dra­le ein­an­der fest die Treue (und sich ge­gen­sei­tig beim Wickel resp. am Kit­tel):

Touristen beim gegenseitigen Haltsuchen

Ob die mir un­be­kann­ten Herr- und Da­men­schaf­ten nun halt­su­chend von der Pracht der Ka­the­dra­le über ih­nen über­wäl­tigt oder nach kol­lek­ti­vem Ge­nuß von al­ko­ho­li­scher Ei­mer­wa­re ins Wan­ken ge­kom­men wa­ren oder schlicht ver­such­ten, zwecks Er­stel­lung ei­nes ge­mein­sa­men Sel­fies kom­pakt zu­sam­men­zu­rücken – wer weiß? In je­dem Fall ga­ben sie ein schö­nes Mo­tiv für den Be­richt­erstat­ter ab, der sich ein­mal mehr dar­über freu­te, auf­grund der spä­te­ren Unin­den­ti­fi­zier­bar­keit der Ge­zeig­ten nie­man­den um Pu­bli­ka­ti­ons­ge­neh­mi­gung fra­gend an­ge­hen zu müs­sen...

Nur we­ni­ge Me­ter wei­ter er­gab sich die näch­ste Ge­le­gen­heit zur licht­bild­ne­ri­schen Be­tä­ti­gung. Im Schat­ten des gro­ßen Got­tes­hau­ses – viel­leicht schon zum Parc de La Mar ge­hö­rig – gibt es ei­ne Art Frei­licht-Thea­ter, wel­ches mit ei­nem Dach aus rau­ten­för­mi­gen Ele­men­ten über­spannt ist. Die Schat­ten­spie­le die­ses ein biß­chen an das Baye­ri­sche Staats­wap­pen er­in­nern­den Waf­fel­mu­sters sind wahr­lich spek­ta­ku­lär an­zu­schau­en:

Schattenspiele unter einem Sonnendach aus rautenförmigen Segmenten

Es gibt al­so auch ab­seits des quir­li­gen Le­bens im Stadt­zen­trum ei­ni­ges zu se­hen in Pal­ma de Mal­lor­ca, und wer Ru­he sucht, der fin­det sie auch. Klar, ein Gang durch die La­den­stra­ßen ge­hört eben­so da­zu wie die Ein­kehr in ei­nem der zahl­lo­sen klei­nen Lo­ka­le, aber der zo­ne­batt­ler und sei­ne bes­se­re Hälf­te fin­den Stein­mas­sen ge­mein­hin at­trak­ti­ver (und we­ni­ger schwatz­haft) als Men­schen­mas­sen...

So, zum Ab­schluß ge­hen wir ein paar hun­dert Me­ter wei­ter nord­öst­lich vor dem Hei­li­gen Fran­zis­kus auf die Knie, um die hin­ter ihm im Abend­licht gül­den strah­len­de Ba­si­li­ca de San Fran­ces­co noch an­ge­mes­sen ein­zu­fan­gen:

Basilica de San Francesco im Palma de Mallorca

Es ist Abend ge­wor­den, schnell krie­chen die Schat­ten hö­her an des Hei­li­gen Kut­te und dar­über hin­aus. Wir ma­chen uns da­her auf und schlän­geln uns ziel­stre­big wie­der süd­west­wärts durch das La­by­rint der Alt­stadt, um an der Ufer­pro­me­na­de zu­rück zum Stell­platz un­se­res bis da­hin noch kei­nen Me­ter be­weg­ten Wa­gens zu ge­lan­gen.

Die­sen in Be­trieb zu neh­men war gar nicht so ein­fach: Statt des ge­buch­ten und er­be­te­nen Klein­wa­gens wa­ren wir man­gels Ver­füg­bar­keit ei­nes sol­chen zur nächst­hö­he­ren Klas­se up­ge­gra­det wor­den, und der zo­ne­batt­ler muß­te zu­nächst ein­mal kon­sta­tie­ren, daß so ein mo­der­ner Mit­tel­klas­se­wa­gen mehr He­bel, Knöp­fe und Lämp­chen hat als sei­ne spar­ta­ni­sche Renn­gur­ke Mo­le­kü­le. Schließ­lich ge­lang es ihm aber doch, den Wa­gen zu star­ten, den rech­ten Gang zu fin­den und den Flit­zer un­fall­frei durch die Stadt zu ma­nö­vrie­ren so­wie nach Port de Sól­ler zu über­füh­ren. In der näch­sten Fol­ge star­ten wir mit der schnit­ti­gen Kar­re dann von dort aus zu er­sten Aus­flü­gen in die wei­te­re Um­ge­bung un­se­res Do­mi­zils...

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Samstag, 15. März 2014

Mind the gap!

Mit die­ser in der Lon­do­ner U-Bahn im­mer wie­der und al­ler­or­ten zu hö­ren­den Durch­sa­ge soll die Auf­merk­sam­keit der Rei­sen­den auf den la­tent le­bens­ge­fähr­li­chen Spalt zwi­schen Zug und Bahn­steig ge­lenkt wer­den. Die Ge­dan­ken des zonebattler’s in­des wur­den da­mit noch auf ei­ne klaf­fen­de Lücke zeit­li­cher Art ge­rich­tet: Vor et­wa 25 Jah­ren war er zum letz­ten Mal in der Haupt­stadt des Bri­ti­schen Em­pi­res, und wäh­rend die Er­in­ne­rung an da­mals nur noch bruch­stück­haft in sei­nen Syn­ap­sen flackert, hat er dies­mal mit wa­chen Sin­nen ge­nos­sen, in sein Hirn ge­brannt und auf sei­nen Spei­cher­chip ab­ge­lich­tet, was die Stadt, das Wet­ter und die zahl­lo­sen Kul­tur­tem­pel her­ga­ben:

Impressionen aus London
 
Impressionen aus London
 
Impressionen aus London
 
Impressionen aus London
 
Impressionen aus London
 
Impressionen aus London
 
Impressionen aus London
 
Impressionen aus London
 
Impressionen aus London
 
Impressionen aus London
 
Impressionen aus London
 
Impressionen aus London

Das Wet­ter präch­tig, die Mu­se­en mäch­tig: Was woll­te man mehr? Für den trun­ke­nen zo­ne­batt­ler steht fest: Bis zum näch­sten Lon­don-Trip läßt er kein Vier­tel­jahr­hun­dert mehr ver­strei­chen!

Sonntag, 4. August 2013

La Bi­en­na­le (1)

Impressionen aus Venedig und der Kunst-Biennale 2013
 
Impressionen aus Venedig und der Kunst-Biennale 2013
 
Impressionen aus Venedig und der Kunst-Biennale 2013
 
Impressionen aus Venedig und der Kunst-Biennale 2013
 
Impressionen aus Venedig und der Kunst-Biennale 2013
 
Impressionen aus Venedig und der Kunst-Biennale 2013
 
Impressionen aus Venedig und der Kunst-Biennale 2013
 
Impressionen aus Venedig und der Kunst-Biennale 2013
 
Impressionen aus Venedig und der Kunst-Biennale 2013
 
Impressionen aus Venedig und der Kunst-Biennale 2013
 
Impressionen aus Venedig und der Kunst-Biennale 2013
 
Impressionen aus Venedig und der Kunst-Biennale 2013
 
Impressionen aus Venedig und der Kunst-Biennale 2013
 
Impressionen aus Venedig und der Kunst-Biennale 2013
 
Impressionen aus Venedig und der Kunst-Biennale 2013
 
Impressionen aus Venedig und der Kunst-Biennale 2013
 
Impressionen aus Venedig und der Kunst-Biennale 2013
 
Impressionen aus Venedig und der Kunst-Biennale 2013
 
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Mittwoch, 3. Juli 2013

Die Ver­kehrs­in­sel (13)

Nach zehn im Wort­sin­ne ein­drucks­vol­len Ta­gen auf Go­zo freu­ten wir uns auf die uns ver­blei­ben­de Ur­laubs­wo­che auf der Haupt­in­sel Mal­tas. Wir setz­ten mit der Fäh­re über und wur­den am Ter­mi­nal be­reits von ei­nem per­sön­li­chen Chauf­feur er­war­tet [1], der uns schnur­stracks nach Val­let­ta brach­te und uns da­bei auf­grund bau­be­ding­ter Ein­bahn­stra­ßen-Re­ge­lun­gen ei­ne un­frei­wil­lig-aus­ge­dehn­te Stadt­rund­fahrt durch das arg ver­win­kel­te La­by­rinth der en­gen Stra­ßen und Gas­sen Val­let­tas zu­teil wer­den ließ...

Wir bo­ten dem ge­streß­ten Fah­rer schließ­lich an, die letz­ten paar Me­ter zu un­se­rer neu­en Her­ber­ge mit Sack und Pack zu Fuß zu­rück­zu­le­gen, aber ei­ne der­ar­ti­ge Ka­pi­tu­la­ti­on vor den Ver­hält­nis­sen kam für ihn schon aus Grün­den der Eh­re nicht in Fra­ge. Ir­gend­wann schaff­te er es dann schließ­lich doch, uns di­rekt vor dem Os­bor­ne Ho­tel ab­zu­lie­fern.

Un­ser Zim­mer dort war deut­lich klei­ner als das im Grand Ho­tel auf Go­zo, da­für um­so prak­ti­scher ein­ge­rich­tet mit ei­ner Viel­zahl an Ver­s­tau­mög­lich­kei­ten. Es fehl­te uns an nichts Re­le­van­tem. Al­so erst mal al­les wie­der aus­ge­packt und ein­sor­tiert, den klei­nen Ta­ges­ruck­sack ge­schul­tert und raus auf die Stra­ße. Wo uns als er­stes die Ele­ganz der Städ­te­rin­nen auf­fiel, die sich sty­li­stisch deut­lich von der der Tou­ri­stin­nen ab­hebt:

in den Feierabend enteilende Malteserin

Val­let­ta ist im Grun­de wie Fürth: ei­ner­seits groß ge­nug, um ur­ba­nes Le­ben zu be­her­ber­gen, an­de­rer­seits klein ge­nug, um ein über­schau­ba­res Kaff zu blei­ben. Und über­all hi­sto­ri­sche Bau­sub­stanz, wo­mit sie al­ler­dings auf Mal­ta min­de­stens so sorg­los um­zu­ge­hen schei­nen wie bei uns in Fürth. Aber die von den Groß­mei­stern des Mal­te­ser­or­dens zur ein­drucks­vol­len Fe­stung aus­ge­bau­te Haupt­stadt Mal­tas bie­tet noch mehr: ita­lie­ni­sche Ein­flüs­se sind eben­so zu spü­ren wie ara­bi­sche und afri­ka­ni­sche, wo­bei das me­di­ter­ra­ne Flair noch mit ei­ner or­dent­li­chen Pri­se bri­ti­scher Ko­lo­ni­al-Ära ge­würzt ist. Die­se Mi­schung ist ei­ni­ger­ma­ßen ori­gi­nell und an­ders­wo nicht an­zu­tref­fen.

Fin­den tut man in so ei­ner Me­lan­ge Fo­to-Mo­ti­ve oh­ne En­de, die mei­sten Tou­ri­sten se­hen fol­ge­rich­ti­ger­wei­se die Stadt nicht pri­mär mit ei­ge­nen Au­gen, son­dern als Su­cher-Ab­bild auf dem Dis­play ih­res un­ab­läs­sig vor die Au­gen ge­hal­te­nen Smart­pho­nes! Auch der zo­ne­batt­ler hat na­tür­lich oft sei­ne Ka­me­ra in An­schlag ge­bracht, wo­bei es ihm wie meist we­ni­ger um die aus den Rei­se­füh­rern be­kann­ten »Se­hens­wür­dig­kei­ten« ging, son­dern um Licht­spie­le, De­tails und Struk­tu­ren. Wie zum Bei­spiel um die Strei­fen­mu­ster von Well­bläch­dä­chern, die ih­re zu­fäl­li­ge Fort­set­zung in den vor ih­nen ge­la­ger­ten Ru­der­boo­ten fan­den:

graue Dächer, blaue Boote

Der­lei Mo­ti­ve mag ich gern, wo­zu soll­te ich auch ab­lich­ten, was in je­dem Bild­band schö­ner zu se­hen ist, weil de­ren Fo­to­gra­fen im Ge­gen­satz zu mir bei Son­nen­auf- oder -un­ter­gang zur Stel­le wa­ren, mit­hin die spek­ta­ku­lä­re­ren Licht­ver­hält­nis­se vor­teil­haft zu nut­zen wuß­ten? Eben. Un­ser­ei­ner guckt da lie­ber un­ter­tags in die we­ni­ger re­prä­sen­ta­ti­ven Ecken. Und was sieht man da? Ge­nau, die glei­chen Ni­schen­be­woh­ner wie in Fürth:

von ihrer fotografischen Festhaltung befremdete Taube

Wei­te­re Mo­ti­ve ver­dan­ken sich dem Um­stand, daß man im Früh­ling, der Vor­sai­son al­so, noch nicht so­vie­le Tou­ri­sten an­trifft, die durch ih­re schie­re Prä­senz den Blick auf das struk­tu­rell Fest­hal­tens­wer­te ver­stel­len. So ein Bild wie das fol­gen­de wä­re an ei­nem hoch­sai­so­na­len Som­mer­abend si­cher­lich nicht so ein­fach und oh­ne län­ge­re War­te­zeit ein­zu­fan­gen:

verwaiste Stühle und Tische in einem Café an den Festungsmauern Vallettas

Na­tür­lich zog es uns bald auch wie­der zu je­nen schö­nen Or­ten, an de­nen wir schon im Jahr zu­vor Ge­fal­len ge­fun­den hat­ten. Bei­spiels­wei­se zu den Up­per Barrak­ka Gar­dens, von de­nen schon im zwei­ten Teil die Re­de war. Der wei­te Pan­ora­ma­blick über den Ha­fen lockt Schau­lu­sti­ge in gro­ßer Zahl an, auch wenn der ei­ne oder die an­de­re die im­po­nie­ren­de Um­ge­bung lie­ber zum Ab­schwei­fen in in­ne­re oder ima­gi­nä­re Wel­ten nutzt:

ins Lesen vertiefte Besucherin der Upper Barrakka Gardens

Rich­ten wir aber die Lin­se dann doch noch über die Mau­ern und hin­un­ter ins Was­ser, wo sich vom Falt­boot bis zur aus­ge­wach­se­nen Bohr­in­sel (!) Was­ser­fahr­zeu­ge al­ler Ka­te­go­ri­en und Ge­wichts­klas­sen tum­meln und sich be­ob­ach­ten las­sen:

kleiner Kutter bei der Ausfahrt aus dem Hafen von Valletta

Ein paar Ta­ge spä­ter ent­deck­te ich dann aber doch ei­ne ganz neue At­trak­ti­on, von der ich schon auf dem Hin­flug im Kun­den­ma­ga­zin der Air Mal­ta ge­le­sen hat­te und die in nur we­ni­gen Geh­mi­nu­ten vom Ho­tel aus zu er­rei­chen war: Im »The Fort­ress Buil­ders In­ter­pre­ta­ti­on Cent­re« wird die Ge­schich­te des Fe­stungs­baus auf mul­ti­me­dia­le und di­dak­tisch mo­der­ne Art und Wei­se er­zählt und er­läu­tert. Von den An­fän­gen der Ver­tei­di­gungs­bau­ten in früh­ge­schicht­li­cher Zeit spannt sich der Bo­gen über die re­gel­rech­te Bau­wut des Mal­te­ser­or­dens bis hin zu den neu­zeit­li­chen Bun­ker­an­la­gen der Bri­ten im zwei­ten Welt­krieg.

Von den Ex­po­na­ten ver­die­nen die zahl­rei­chen Mo­del­le, die hi­sto­ri­schen Fo­tos und die groß­flä­chi­gen Bild­ta­feln be­son­de­re Er­wäh­nung. Die Bild­schirm­sta­tio­nen mit ani­mier­ten Prä­sen­ta­tio­nen sind at­trak­tiv ge­stal­tet und ver­locken zu stun­den­lan­ger Be­schäf­ti­gung da­mit: Der mensch­li­che Er­fin­der­geist war und ist in mi­li­tä­ri­schen Be­lan­gen ja seit je­her am krea­tiv­sten. Auch klas­si­sche Ar­chi­tek­tur­mo­del­le sind nach wie vor in­ter­es­san­te Stu­di­en­ob­jek­te, er­kennt man an ih­nen doch die grö­ße­ren Struk­tu­ren und Kon­zep­te, die man – als klei­ner Wicht vor den rie­si­gen Ori­gi­nal­mau­ern ste­hend – durch­aus be­ab­sich­tig­ter­wei­se nicht wahr­zu­neh­men im­stan­de ist:

Holzmodell der Befestigungsanlagen Vallettas

In die Er­rich­tung des Zen­trums sind – wie bei vie­len von uns be­sich­tig­ten In­fra­struk­tur­maß­nah­men – be­acht­li­che Men­ge an EU-För­der­mit­teln ge­flos­sen (ge­nau­er ge­sagt: stol­ze 85%), wo­mit auch un­ser­eins mit sei­nen Steu­er­gel­dern sei­nen klei­nen An­teil am Er­geb­nis ha­ben dürf­te. Die deut­sche (Mit-)Aufbauhilfe geht voll in Ord­nung an­ge­sichts des Um­stan­des, daß die teu­to­ni­sche Luft­waf­fe vor 70 Jah­ren sehr wir­kungs­voll und un­ge­be­ten­er­wei­se am Ge­gen­teil mit­ge­wirkt hat...

Lei­der ha­ben zwi­schen­zeit­li­che Wah­len und ein Re­gie­rungs­wech­sel das schicke Zen­trum schon kurz nach sei­ner Er­öff­nung in ei­ne pre­kä­re La­ge ge­bracht: Der Di­rek­tor hat Mü­he, Drucker­pa­tro­nen und an­de­re Ver­brauchs­ma­te­ria­li­en zu fi­nan­zie­ren, sei­ne we­ni­gen wis­sen­schaft­li­chen Mit­ar­bei­ter sit­zen auf von da­heim mit­ge­brach­ten Stüh­len. Ca­fe­te­ria und Mu­se­ums­shop exi­stie­ren b.a.w. nur auf dem Pa­pier, und für ei­ne be­su­cher­zah­len­för­dern­de Be­schil­de­rung im Au­ßen­be­reich hat es auch nicht ge­reicht: Wie im­mer kom­men die Mit­tel für den Bau aus an­de­ren Töp­fen als die für die Be­triebs­füh­rung und In­stand­hal­tung, wor­auf ich spä­ter noch ein­mal zu­rück­kom­men wer­de. Für heu­te wen­den wir uns kopf­schüt­telnd ab und lin­sen über die Schul­tern ei­ner auf der ober­sten Ter­ras­se an der Fe­stungs­mau­er pau­sie­ren­den Zen­trums-Mit­ar­bei­te­rin hin­über nach Slie­ma:

Blick von Valletta nach Sliema

Tja. Hü­ben Fe­stungs­wäl­le, drü­ben Bet­ten­bur­gen. So­li­der ist al­le­mal das al­te Ge­mäu­er, schon we­gen der Dicke sei­ner Wän­de. Den­noch fährt man mit dem Pa­ra­dig­men­wech­sel of­fen­bar nicht schlecht: Wäh­rend man die In­va­so­ren frü­her erst mit Boll­wer­ken drau­ßen und spä­ter mit Ka­no­nen auf Di­stanz hielt, läßt man sie heu­te als zah­len­de Gä­ste ins Land hin­ein und nimmt ih­nen das Geld ab, oh­ne sich mit ih­nen zu hau­en. Ei­ne klas­si­sche Win-Win-Si­tua­ti­on!

Mit die­sen phi­lo­so­phi­schen Be­trach­tun­gen ver­ab­schie­det sich der Au­tor für heu­te. In der näch­sten Fol­ge geht es raus aus der Haupt­stadt, die Kü­ste ent­lang. Al­ler­lei merk­wür­di­ge Din­ge gibt es näm­lich auch da...

 
[1] Mit die­sem uns kurz­fri­stig an­ge­kün­dig­ten Ser­vice un­se­res Rei­se­ver­an­stal­ters hat­ten wir gar nicht ge­rech­net: Auf­grund un­se­rer un­ge­wöhn­li­chen Rei­se­bu­chung mit Orts- und Ho­tel­wech­sel mit­ten­drin wa­ren wir da­von aus­ge­gan­gen, den »Zwi­schen­trans­fer« auf ei­ge­ne Faust un­ter­neh­men zu müs­sen. Ein Hoch auf die ört­li­che Stadt­hal­te­rin von FTI-Tou­ri­stik, Frau Borg!

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