Zum Inhalt springen


zonebattler's homezone 2.1 - Merkwürdiges aus Fürth und der Welt


Freitag, 19. Juni 2015

Die Lärm­in­sel (6)

Schon im er­sten Teil mei­nes Er­in­ne­rungs-Pro­to­kol­les hat­te ich ja über das Ho­tel Mo­no­pol ge­schwärmt und über die Auf­merk­sam­keit, die dort dem Gast ent­ge­gen­ge­bracht wird. Ein wei­te­res net­tes De­tail war die schrift­li­che Ein­la­dung zum mon­täg­li­chen San­gria-Um­trunk in der Pal­men­hal­le, der den Rah­men bil­de­te für ei­ne klei­ne Re­de des Ho­te­liers, in der die­ser kurz die Hi­sto­rie des Hau­ses skiz­zier­te und an­schlie­ßend »alt­ge­dien­te« Gä­ste mit Blu­men­sträu­ßen oder ei­ner Fla­sche Wein für Ih­re Treue ehr­te. Den Re­kord hielt ein äl­te­rer Herr aus dem gro­ßen Bri­tan­ni­en, der tat­säch­lich schon zum 15. Ma­le (!) im Mo­no­pol lo­gier­te.

Die­sen Herrn sprach ich an­dern­tags am Früh­stücks­buf­fet an, gra­tu­lier­te ihn mei­ner­seits zum un­an­ge­foch­te­nen Stamm­gast­tum und ließ mir von ihm mei­ne Ver­mu­tung be­stä­ti­gen, daß er nicht et­wa seit 15 Jah­ren un­un­ter­bro­chen in Pu­er­to de la Cruz ur­laubt, son­dern zwei Mal im Jahr (früh­lings wie herb­stens) nach Te­ne­rif­fa reist. Wir ka­men rasch ins Plau­dern, und der ge­bil­de­te, aus Wales stam­men­de Gen­tle­man (ein pen­sio­nier­ter Geo­lo­ge) er­wies sich als über­aus in­ter­es­san­ter Ge­sprächs­part­ner. Un­ser ge­mein­sa­mes Fai­ble für die In­sel Mal­ta sorg­te für ein be­son­ders wit­zi­ges Er­leb­nis: Er zeig­te mir auf sei­nem Ta­blet-Com­pu­ter ei­nen Schnapp­schuß vom dor­ti­gen Sel­mun Pa­lace, ich zück­te mein Smart­pho­ne und leg­te es fünf Se­kun­den spä­ter mit dem glei­chen Mo­tiv auf dem Dis­play (sie­he hier, un­ter­stes Fo­to) ne­ben sein Ge­rät: zwei­mal die iden­ti­sche Per­spek­ti­ve, nur mit un­ter­schied­li­cher Licht­si­tua­ti­on (be­deck­ter Him­mel bei ihm, strah­len­de Bläue bei mir)...

Na je­den­falls hat­ten wir ge­nug ge­mein­sa­me The­men für aus­ge­dehn­te Früh­stücke. An mei­nem nun zwei­ten Tag mit in­di­vi­du­el­ler Mo­to­ri­sie­rung be­spra­chen wir un­se­re je­wei­li­gen Ta­ges­plä­ne, und weil un­ser Ge­sprächs­part­ner Te­ne­rif­fa be­stens kennt (was bei 15 Auf­ent­hal­ten auf der In­sel ja nun nicht wei­ter ver­wun­der­lich ist), ha­ben wir ihm spon­tan an­ge­bo­ten, ihn kur­zer­hand mit­zu­neh­men in Rich­tung Tei­de, wo man mit dem Bus nicht wirk­lich kom­mod hin­kommt (es fährt nur ei­ner am Tag dort hin­auf, der nach stun­den­lan­ger Pau­se am End­punkt der Rou­te dann auch als ein­zi­ger in der Ge­gen­rich­tung abends wie­der her­un­ter­brum­melt). Selb­dritt star­te­ten wir al­so mit dem VW Po­lo in den Tag, schlän­gel­ten uns die TF-24 wie­der hin­auf und mach­ten ei­nen er­sten Stopp bei der be­rühm­ten La­va­ro­set­te Pie­dra de la Ro­sa:

Piedra de la Rosa

Ist es nicht fas­zi­nie­rend, wie sich hier die La­va beim Ab­küh­len ra­di­al aus­rich­tet? Man könn­te mei­nen, ei­nen ver­stei­ner­ten Bohr­wurm gi­gan­ti­schen Aus­ma­ßes vor sich zu ha­ben...

Zu­rück ins Au­to, zu­rück auf die Stra­ße. Un­ser wa­li­si­scher Tou­ren­be­glei­ter schlug als näch­stes Etap­pen­ziel das Be­su­cher­zen­trum El Por­til­lo vor, in wel­chem die vul­ka­ni­sche Geo­lo­gie Te­ne­rif­fas sehr an­schau­lich auf­be­rei­tet ist und mul­ti­me­di­al prä­sen­tiert wird. Die mo­dern ge­stal­te­te und auf­wen­dig aus­ge­stat­te­te An­la­ge lohnt ei­ne Vi­si­te, zu­mal sie sel­ten über­völ­kert ist (un­ser kun­di­ger Kum­pan wuß­te zu be­rich­ten, daß die Aus­flugs­bus­se hier man­gels kom­mer­zi­el­ler An­ge­bo­te – Tin­nef hier, Kaf­fee dort – nicht hal­ten, weil nie­mand da ist, der dem Rei­se­lei­ter und dem Fah­rer Bak­schisch zu­stecken könn­te für ei­ne ab­ge­setz­te Bus­la­dung kon­sum­freu­di­ger Tou­ri­sten).

Drum­her­um gibt es ei­nen klei­nen bo­ta­ni­schen Gar­ten, in dem sich zwi­schen den Pflan­zen auch al­ler­lei Ge­tier tum­melt. Hier macht ge­ra­de ein led­rig-schup­pi­ger Ka­me­rad blau:

schön gezeichnete Eidechse beim Besucherzentrum El Portillo

Wie sein von mir wei­land auf La Pal­ma ab­ge­lich­te­ter Vet­ter wird der Kol­le­ge wohl der Art der Ka­na­renei­dech­sen zu­ge­hö­rig sein. Den­noch be­stehen Un­ter­schie­de, und die Be­woh­ner La Pal­mas (Gal­lo­tia gal­lo­ti palmae) er­schie­nen mit in der Er­in­ne­rung als schnei­di­ger und pfif­fi­ger als die na­hen Ver­wand­ten auf Te­ne­rif­fa (Gal­lo­tia gal­lo­ti gal­lo­ti). [1]

Ja, hin und wie­der möch­te un­ser­ei­ner auch ein be­hä­bi­ges Rep­til sein und den Tag weit­ge­hend re­gungs­los ver­dö­sen. War aber nicht drin, als wiß­be­gie­ri­ge Rei­sen­de weil­ten wir ja schließ­lich nicht zum Ver­gnü­gen hier! Al­so wei­ter im Text und in der Dra­ma­tur­gie: Wir über­sprin­gen ein paar wei­te­re Fo­to-Stopps und set­zen ein mit bzw. an zu ei­ner Wan­de­rung rund um den Volcán de la Bo­ti­ja, ei­nem klei­ne­ren La­va-Spucker west­lich vom gro­ßen Tei­de (um den wir uns letzt­lich her­um­ge­drückt ha­ben, da wir uns we­der für teu­er Geld mit an­de­ren Tou­ri­sten in die Seil­bahn-Gon­del pfer­chen las­sen woll­ten noch kon­di­ti­ons­mä­ßig zum ei­gen­fü­ßi­gen Auf­stieg in der La­ge sa­hen). Schon am Aus­gangs­punkt hat­ten wir ei­nen wun­der­ba­ren Blick nach We­sten auf das un­ter uns wa­bern­de Wol­ken­meer:

grandiose Aussicht von Montaña Samara aus

So, dann aber den Blick gen Osten ge­rich­tet und los­mar­schiert. Des zonebattler’s bes­se­re Hälf­te und der links au­ßer­halb des näch­sten Bil­des hin­ter­her­hin­ken­de Wan­der­freund aus Wales be­dien­ten sich da­zu zwei­er zu­sätz­li­cher Ex­tre­mi­tä­ten aus Me­tall, der­wei­len mei­ner ei­ner in ge­büh­ren­dem Ab­stand hin­ter­her­tapp­te, um nicht all­zu­viel vom auf­ge­wir­bel­ten Fein­staub sei­ner bei­den Vor­gän­ger auf Leib und Lin­se ge­pu­dert zu be­kom­men:

Rundweg um den Vulkankrater

Se­hen die Bäu­me nicht put­zig und mo­dell­bahn­mä­ßig aus? Da wer­den Er­in­ne­run­gen an die Märk­lin-Bahn aus Kin­der­ta­gen wach, auf der die Fal­ler-Tan­nen-Bäum­chen in ähn­li­chem Ar­ran­ge­ment her­um­stan­den und in ver­gleich­bar künst­li­cher An­mu­tung! Ist aber den­noch al­les echt hier in den Hö­hen­la­gen Te­ne­rif­fas, selbst wenn der schwar­ze Aschen-Un­ter­grund aus Vul­kan­kot­ze ei­nen un­ge­wohnt au­ßer­ir­di­schen Ein­druck hin­ter­läßt und die Ein­fas­sung der Pfa­de mit La­va­brocken ge­nau­so aus­schaut wie die wei­land mit Po­nal auf die Gras­mat­te ge­kleb­ten Kalk­stein­split­ter...

Wenn man von hier aus auf die west­li­che Flan­ke des Tei­de blickt, kann man so­gar in der zwei­ten April­hälf­te noch ein paar klei­ne­re Schnee­bret­ter er­spä­hen:

Blick auf den Teide

Wie über­lebt man hier in die­ser wun­der­schö­nen, je­doch nachts emp­find­lich kal­ten und mit­tags mit­un­ter recht hei­ßen Wü­ste­nei? Man spe­zia­li­siert sich: Eher un­be­weg­li­che Krea­tu­ren wie die ka­na­ri­sche Kie­fer »mel­ken« die Wol­ken, in­dem sie mit ih­ren lan­gen Na­deln die Feuch­tig­keit aus dem Ne­bel aus­käm­men und sich da­mit so­zu­sa­gen ober­ir­disch aus der Luft ho­len, was es un­ter­ir­disch nicht im­mer in aus­rei­chen­der Men­ge gibt. Be­weg­li­che Ge­schöp­fe wie die Ei­dech­sen sind das auch gei­stig und gucken ger­ne mal keck nach, ob die vor­bei­wan­dern­den Tou­ri­sten ei­nen Hap­pen für sie üb­rig ha­ben. Auf die­se Art kam ein schup­pi­ger Vier­bei­ner am Schei­tel­punkt un­se­rer klei­nen Vul­kan-Rund­wan­de­rung zu ei­nem Stück Reis­waf­fel, das ihm au­gen­schein­lich gut ge­mun­det hat. Frech­heit siegt!

Nach er­folg­reich ab­sol­vier­ter Rund­wan­de­rung wa­ren wir al­le­samt ei­ni­ger­ma­ßen er­schöpft und fuh­ren in weit aus­ho­len­der Rou­te über den Nord­we­sten der In­sel wie­der öst­lich rü­ber nach Pu­er­to de la Cruz. Viel Aus­wahl hat man bei der an Hö­hen­me­tern rei­chen To­po­gra­phie und den we­ni­gen sie durch­mes­sen­den Stra­ßen oh­ne­hin nicht. Aber auch kei­ne Lan­ge­wei­le, denn es gibt ja im­mer was In­ter­es­san­tes zu se­hen.

So auch am drit­ten und letz­ten Tag mit dem Volks­wa­gen, an wel­chem wir – nun­mehr wie­der nur zu zweit – gen We­sten auf­bra­chen, um den ge­bir­gi­gen Nor­west­zip­fel Te­ne­rif­fas zu er­kun­den. Mit der ge­nau­en Schil­de­rung der Rou­te will ich die ge­neig­te Le­ser­schaft nicht lang­wei­len, zu­mal es von der ex­tre­men Ser­pen­ti­nen-Kur­be­lei durch die Mas­ca-Schlucht kei­ne Fo­tos gibt: Er­stens braucht man bei­de Hän­de (und die vol­le Kon­zen­tra­ti­on) zum Fah­ren, zwei­tens kön­nen auch der be­ste Fo­to­graf und die toll­ste Ka­me­ra nicht ein­fan­gen, was man dort mit al­len Sin­nen er­lebt. Ich be­schrän­ke mich da­her auf das Zei­gen ei­ni­ger gra­phisch und ge­stal­te­risch leid­lich ge­lun­ge­ner Auf­nah­men, die spä­ter an je­nem Tag ent­stan­den sind:

Detailansicht der Kirche von Santiago del Teide

Nein, das ist kei­ne grie­chi­sche Ka­pel­le, das ist ein De­tail der Kir­che von Sant­ia­go del Tei­de, die in dem ver­link­ten Wi­ki­pe­dia-Ar­ti­kel zur Gän­ze be­wun­dert wer­den kann. Als wir nach­mit­tags um vier dort an­ge­kom­men wa­ren, hat­ten wir schon et­li­che Au­to- und ei­ni­ge Wan­der-Ki­lo­me­ter ab­sol­viert.

Spä­ter in Rich­tung Hei­mat wei­ter­zuckelnd, mach­ten wir noch­mals Halt und Pau­se im be­schau­li­chen Städt­chen Icod de los Vi­nos, um der dor­ti­gen Be­rühmt­heit, ei­nem an die 400 Jah­re al­ten Dra­chen­baum, un­se­ren Be­such ab­zu­stat­ten. Ja, er ist im­po­sant, aber nein, so wahn­sin­nig an­ders als die an­dern­orts wach­sen­den Ex­em­pla­re ist er nun auch wie­der nicht. Mir ge­fie­len eher die Durch- und Fern­blicke, die sich beim Pas­sie­ren man­cher Gas­sen un­ver­hofft auf­ta­ten:

Eine Gasse in Icod

Zu­ge­ge­ben, die am­bu­lan­te Ver­ka­be­lung ist nicht un­be­dingt der äs­the­ti­schen Weis­heit letz­ter Schluß, der elek­tri­schen auch nicht, aber ir­gend­wie ge­hört der­lei letzt­lich doch zum süd­län­di­schen Lo­kal­ko­lo­rit mit da­zu.

Viel­leicht ten­diert der Mensch als sol­cher ja schon faul­heits­hal­ber zur ge­stal­te­ri­schen (Nach-)Lässigkeit, wenn die um­ge­ben­de Na­tur in ei­ge­ner Re­gie um­so üp­pi­ger um op­ti­sche Opu­lenz be­müht ist:

üppiger Mauerbewuchs

Wel­che Far­ben­pracht, was für Kon­tra­ste! So ging auch un­ser drit­ter Tag mit dem aus­ge­borg­ten Ve­hi­kel gut ge­launt zu En­de. Das Fahr­zeug ward oh­ne gro­ße For­ma­li­tä­ten wie­der ab­ge­ge­ben, man ist ver­blüfft ob der hemds­är­me­li­gen Art, mit dem der­lei dort er­le­digt wird: Ein arg­wöh­ni­scher Teu­to­nen-Dienst­lei­ster hät­te zu­min­dest den Tank­füll­stand kon­trol­liert und die Kar­re auf of­fen­sicht­lich Be­schä­di­gun­gen un­ter­sucht; in Spa­ni­en sieht man das ent­spann­ter und scheint trotz­dem nicht schlecht da­mit zu fah­ren. [2]

Wir wa­ren nun­mehr al­so wie­der un­be­reift und tapp­ten aus­rü­stungs­be­hängt zu­rück zum Ho­tel. Der Ur­laub nä­her­te sich sei­nem En­de. In der sieb­ten und letz­ten Fol­ge las­se ich es in ei­ner Wo­che aber noch ein­mal so rich­tig kra­chen auf der »Lärm­in­sel«!

 
[1] An die­ser Stel­le muß ich be­stürzt ein­räu­men, was lan­ge schon als un­be­que­mer Ver­dacht in mir her­um­gei­ster­te: Mei­ne Ur­laubs­fo­tos der letz­ten Jah­re sind sich oft­mals zum Ver­wech­seln ähn­lich! Zu­min­dest könn­te ich pro­blem­los ein Me­mo­ry-Spiel da­mit be­bil­dern: Hier ein Paar blau­hal­si­ger Ei­dech­sen (La Pal­ma dort, Te­ne­rif­fa da), ein Paar Pal­men, zwei Kärt­chen mit Fi­scher­boo­ten aus Mal­ta und Mal­lor­ca, und, und, und. Ich soll­te wirk­lich zwi­schen den In­sel-Ur­lau­ben mal ei­ne gänz­lich an­ders ge­ar­te­te De­sti­na­ti­on an­steu­ern, um wie­der auf an­de­re Ge­dan­ken (und zu neu­en Mo­ti­ven) zu kom­men...

[2] Wer wie wir ger­ne wan­dert, dem sei un­se­re pra­xis­be­währ­te Vor­ge­hens­wei­se zur Nach­ah­mung emp­foh­len: Man bu­che im Vor­feld nur Flug, Ho­tel und Trans­fer. Die Start- und Ziel­punk­te vie­ler Wan­de­run­gen sind mit dem Bus schnell und preis­wert zu er­rei­chen, man braucht da­für kein ei­ge­nes Fah­reug. Für aus­ge­dehn­te In­sel-Tou­ren oder zum Er­rei­chen ent­le­ge­ner Or­te kann man sich für ein paar Ta­ge pro­blem­los kurz­fri­stig vor Ort ei­nen Miet­wa­gen neh­men und sich da­bei auch nach dem Wet­ter rich­ten. Wür­de man schon von da­heim aus ein Au­to be­stel­len, ist man ter­min­lich schon fest­ge­legt und kommt ver­mut­lich kaum gün­sti­ger weg!

vorheriger Beitrag    Übersicht    nächster Beitrag
Samstag, 6. Dezember 2014

Neu­bet­tung

Nach ex­akt 10078 Näch­ten (gleich 27 Jah­ren, 7 Mo­na­ten und 2 Ta­gen) schickt der zonebatt­ler heu­te sei­ne ge­lieb­te Dun­lo­pil­lo-La­tex-Ma­trat­ze Mo­dell »Pre­sti­ge« in den ver­dien­ten Ru­he­stand und bet­tet sei­ne ir­di­sche Hül­le ab so­fort auf ei­ne dicke Fe­der­kern­ma­trat­ze vom Typ »Mi­ami« mit sa­ge und schrei­be 1000 Fe­dern drin­nen:

frisch gekaufte und verladende Matratzen

Lob und Preis sei hier­mit dem un­be­kann­ten Fach­be­ra­ter ge­zollt und die Gerz Ma­trat­zen GmbH aus dem na­hen Lan­gen­zenn nach­drück­lich wei­ter­emp­foh­len, in de­ren (in ei­nem drö­ge-tri­sten In­du­strie­ge­biet ge­le­ge­nen) Fa­brik­ver­kaufs­räu­men wir heu­te in al­ler Ru­he und oh­ne je­den Streß pro­be­lie­gen konn­ten. Zwei Dau­men hoch!

 
P.S.: Die Fir­ma be­lie­fert über­wie­gend Ge­schäfts­kund­schaft, al­so Ho­tels, Kli­ni­ken, Ein­zel­händ­ler usw. Der Ver­kauf an End­ver­brau­cher ist qua­si ein »Mit­läu­fer­ge­schäft« und ist nicht be­glei­tet von schril­len Son­der­ak­tio­nen und wir­rer (Des-)Information. Das freut den Au­tor, der so­li­de Be­ra­tung ger­ne mit ei­nem öf­fent­li­chen Fin­ger­zeig oh­ne Wis­sen des Emp­foh­le­nen und oh­ne da­durch er­lang­te Preis­vor­tei­le ho­no­riert.

P.P.S.: Gleich am An­fang des näm­li­chen In­du­strie­ge­biets hat auch die uns freund­schaft­lich ver­bun­de­ne we­ber und her­mann me­tall­ge­stal­tung GbR ih­ren Sitz. Wer ei­nen künst­le­risch ge­stal­te­ten Zaun, ei­ne in­di­vi­du­el­le Grab­de­ko­ra­ti­on oder ein ex­klu­si­ves Bett­ge­stell sucht, ist bei den Schmie­de­mei­stern (und Mei­ster­schmie­den) Uwe We­ber und Ro­land Her­mann und ih­ren wacke­ren Man­nen an der rich­ti­gen Adres­se und in den be­sten Hän­den!

P.P.P.S: Le­sen hier schon wie­der Ber­li­ner Re­kla­me-Fuz­zi­es mit? Hier ent­lang, bit­te!

Sonntag, 2. November 2014

Bon­jour tri­stesse (57)

Aufgelassener Lotto-Laden (Nürnberg, Allersberger Straße)
 
Auf­ge­las­se­ner Lot­to-La­den (Nürn­berg, Al­lers­ber­ger Stra­ße)
vorheriger Beitrag    Übersicht    nächster Beitrag
Mittwoch, 29. Oktober 2014

Alt­glas­ver­wer­tung

Als neu­lich je­mand im von mir fast täg­lich be­spiel­ten Old-Fi­de­li­ty-Fo­rum in der An- und Ver­kauf-Ru­brik ein ol­les iPad der er­sten Ge­nera­ti­on in neu­wer­ti­gem Er­hal­tungs­zu­stand an­bot, schlug ich oh­ne lan­ges Über­le­gen zu und er­stand das ori­gi­nä­re und da­mit tech­nik-hi­sto­risch be­deut­sa­me Tatsch-Ta­blett für ei­nen schlan­ken Hun­der­ter. Im Lau­fe der Ab­wick­lung stell­te sich her­aus, daß der Ver­käu­fer nicht nur ein Vor­na­mens­vet­ter von mir ist, son­dern auch noch am glei­chen Tag Ge­burts­tag hat, was den dop­pel­stein­böcki­schen Deal schon mal un­ter ei­nem gu­ten Stern­bild ab­lau­fen ließ.

Das neue alte iPad 1 auf dem Wohnzimmertisch

We­ni­ge Ta­ge spä­ter kam per Post ein wohl­rie­chen­der Schuh­kar­ton an, der ur­sprüng­lich le­der­ne Da­men­stie­fel be­her­bergt hat­te von der glei­chen Grö­ße, wie sie auch des zonebattler’s bes­se­rer Hälf­te pas­sen wür­den. Was mich aber nicht zum Spin­nen von ab­stru­sen Ver­schwö­rungs-Theo­rien ver­an­laß­te: Das dem Kar­ton ent­nom­me­ne iPad ent­pupp­te sich in der Tag als ma­kel­los und im Voll­be­sit­ze sei­nes ur­sprüng­lich mit­ge­lie­fer­ten Ori­gi­nal-Zu­be­hörs. Für klei­nes Geld (sprich mit Por­to im­mer noch für ei­nen ein­stel­li­gen Be­trag) ließ ich mir noch aus Eng­land ei­ne haut­eng ge­schnit­te­ne Hül­le aus ei­nem si­li­kon­ar­ti­gen Weich­ma­te­ri­al kom­men, wel­che die Rück­sei­te des Pads und des­sen Kan­ten vor Be­schä­di­gun­gen schützt und den gan­zen Ap­pa­ril­lo über­dies grif­fi­ger in der Hand lie­gen läßt. Per­fek­te Paß­form, per­fek­ter Start!

Der Aus­lö­ser für den Spon­tan­kauf war die va­ge Idee, das be­schei­den be­stück­te Brett­chen (WLAN-Ver­si­on, 16 GB Mas­senpei­cher) als draht­los an­ge­kop­pel­tes In­ter­net­ra­dio zur Mu­sik­be­schal­lung über die gro­ße Hi­Fi-An­la­ge ein­zu­set­zen. Spä­ter kam die Über­le­gung hin­zu, das iPad auch für je­ne Auf­ga­ben her­an­zu­zie­hen, die der Au­tor die­ser Zei­len ge­mein­hin auf dem vom Ar­beit­ge­ber ge­spon­sor­ten iPad neue­rer Bau­art sei­ner Le­bens­ge­fähr­tin aus­führt, wenn die­se abends noch am Haupt­com­pu­ter im gro­ßen Sa­lon zu­gan­ge ist und we­der das ge­mein­sa­me So­fa noch ihr ei­ge­nes iPad in Be­schlag nimmt. Ver­füh­re­risch nahm al­so der Ge­dan­ke Kon­tu­ren an, das neue/alte Pad zur Eman­zi­pa­ti­on vom ger­ne ge­grif­fe­nen Ta­blett der Freun­din zu be­nut­zen und sich dann in den letz­ten Stun­den des aus­klin­gen­den Ta­ges nur noch um den be­sten Platz auf der Couch bal­gen zu müs­sen...

App-Icons im Detail

Das Er­tüch­ti­gen ei­nes al­ten Ge­rä­tes für ak­tu­el­le Zwecke aber ist in der Tat nicht ganz so ein­fach, denn die Hard­ware der 1. iPad-Ge­nera­ti­on ist nach heu­ti­gen Maß­stä­ben ur­alt bis prä­hi­sto­risch, auch wenn die Markt­ein­füh­rung ge­ra­de mal vier Jah­re her ist. Fol­gen­des muß man wis­sen (und da­mit le­ben kön­nen), wenn man es mir nach­tun und ein bil­lig er­schnapp­tes iPad mit Ge­winn und Spaß be­trei­ben will:

  • Das Ur-iPad hat kei­ne Ka­me­ras ein­ge­baut, Knip­sen, Sky­pen und der­glei­chen fällt al­so schon mal flach. Braucht aber längst nicht jede(r), und auch ak­tu­el­le Pads sau­gen we­der Staub noch wa­schen sie das Ge­schirr ab.

  • Die Auf­lö­sung des Bild­schirms ist mit 1024 x 768 Pi­xeln sicht­bar grö­ber als die heu­ti­gen »Retina«-Displays mit der vier­fa­chen Pi­xel­zahl (2048 × 1536) auf glei­cher Flä­che. Da­zu sa­ge ich gleich noch was...

  • Der nicht er­wei­ter­ba­re Ar­beits­spei­cher zur Pro­gramm-Aus­füh­rung (RAM, nicht zu ver­wech­seln mit dem Mas­sen­spei­cher zur Da­tei-Ab­la­ge) ist mit 256 MB grenz­wer­tig knapp be­mes­sen, was man sehr bald be­merkt, wenn man mit dem Sa­fa­ri-Web­brow­ser kom­ple­xe Sei­ten an­surft, die den Brow­ser dann ur­plötz­lich ab­stür­zen las­sen. Ganz klar ein Fall von fail­u­re by de­sign!

  • Im ge­gen­wär­tig to­ben­den Wett­be­werb zu klei­ne­rer, leich­te­rer, schicke­rer, tol­le­rer Bau­form kann man mit dem bau­chi­gen Bo­li­den kei­nen Blu­men­topf mehr ge­win­nen. An­de­rer­seits: Ein paar Zen­ti­me­ter am ei­ge­nen Bauch­um­fang ab­ge­speckt (und ein paar Ki­lo Ge­wicht gleich mit ab­ge­wor­fen) so­wie im Ge­gen­zug die Arm­mus­ku­la­tur ge­stärkt wä­re das er­stre­bens­wer­te­re und die ei­ge­ne Be­find­lich­keit deut­lich mehr be­för­dern­de Ziel...

Al­so gut, ich hat­te al­so ein schwach­brü­sti­ges Ur-iPad in Hän­den und schick­te mich an, es im Rah­men des Mög­li­chen zu op­ti­me­ren. Als sehr er­freu­lich er­wies sich schon mal die im­mer noch sehr re­spek­ta­ble Ak­ku-Lauf­zeit, bei täg­li­cher Be­nut­zung für 1–2 Stun­den muß das Pad al­len­falls zwei­mal pro Wo­che an die elek­tro­nen­spei­sen­de Na­bel­schnur ge­hängt wer­den. Ge­mes­sen hab ich’s nicht, aber die Durch­hal­te­zeit ist wirk­lich noch be­ein­druckend und mehr als nur OK. Wol­len wir hof­fen, daß das so bleibt.

Das schmucklose Auftreten der »radio.de«-App

Die Sa­che mit der Auf­lö­sung des Dis­plays ist auch weit we­ni­ger dra­ma­tisch als an­fangs be­fürch­tet: Na­tür­lich sieht schon das un­be­waff­ne­te Au­ge – das kri­tisch-ge­schul­te des zonebattler’s zu­mal – den Un­ter­schied zur vier­fa­chen Pi­xel­zahl und ent­spre­chend hö­he­ren ‑dich­te so­fort, wenn al­tes und neu­es Pad ne­ben­ein­an­der­lie­gen und zum Ver­gleich das glei­che Bild an­zei­gen. Nur: Wenn die Schrift so win­zig wird, daß man sie auch mit Bril­le kaum noch le­sen kann, dann zoomt man sie halt mit ei­ner Zwei­fin­ger-Ge­ste auf, und dann ist sie auf dem al­ten Dis­play so gut zu le­sen wie auf dem neue­ren. Bei Fo­tos und Vi­de­os be­merkt man so­wie­so kaum ei­nen Un­ter­schied, das liegt in der (phy­si­ka­li­schen) Na­tur der Sa­che.

Als schwie­ri­ger er­wies sich der Um­gang mit der Soft­ware, sprich das Be­stücken mit An­wen­dun­gen (neu­deutsch »Apps« ge­hei­ßen): Da das iPad 1 als letz­te be­triebs­sy­stem­sei­ti­ge Aus­bau­stu­fe un­ter iOS 5.11 läuft (die der­zeit ak­tu­el­le Ver­si­on für jün­ge­re Ge­rä­te ist iOS 8.1), kann man sich nur sol­che Apps her­un­ter­la­den und in­stal­lie­ren, die auch un­ter die­ser al­ten Be­triebs­sy­stem­va­ri­an­te lauf­fä­hig sind. Das sind bei wei­tem nicht al­le, im Ge­gen­teil: Vie­le Apps er­for­dern heut­zu­ta­ge min­de­stens iOS 6 oder gar iOS 7, um sich über­haupt aus­wäh­len und aus­pro­bie­ren zu las­sen...

Diashow mit Fotos von einer der diesjährigen Wanderungen

Aber da sich ja un­ser­eins aus­weis­lich des ei­ge­nen Im­pres­s­ums als Tüft­ler sieht und be­trach­tet, war das eher ei­ne Her­aus­for­de­rung als ein Är­ger­nis. Nach ei­ni­gen Stun­den er­war­tungs­fro­hen Ex­pe­ri­men­tie­rens kann ich in der Tat sa­gen, daß man mit ei­nem al­ten iPad im­mer noch ei­ni­ger­ma­ßen vor­ne mit­spie­len kann, wenn man her­vor­ra­gen­de Ver­ar­bei­tung und so­li­de Hand­ha­bungs-Qua­li­tä­ten eben­so schätzt wie in­tui­tiv be­dien­ba­re Soft­ware. Nach­fol­gend emp­feh­le ich ein paar res­sour­cen­spa­ren­de Werk­zeu­ge für die mir per­sön­lich wich­ti­gen Ein­satz-Sze­na­ri­en:

  • In­ter­net­ti­ges Ra­dio­hö­ren funk­tio­niert her­vor­ra­gend mit der App radio.de. In der nach Gen­re sor­tier­ba­ren Sen­der­li­ste fin­det jede(r) die ei­ge­nen Lieb­lings­sen­der! Mei­ner ei­ner läßt sich ger­ne von ba­rocken Trom­pe­ten­kon­zer­ten, ge­le­gent­lich aber auch von loun­gi­gem Smooth­ge­jaz­ze hin­ter­grund­be­schal­len: Was draht­los per WLAN vom Rou­ter rein­kommt, wird vom iPad via Blue­tooth eben­so schnur­los an ein an die gro­ße Hi­Fi-An­la­ge an­ge­stöp­sel­tes Emp­fän­ger­lein wei­ter­ge­reicht. Kom­mo­de Be­die­nung und ei­ne mehr als nur be­frie­di­gen­de Klang­qua­li­tät: Das war’s, was ich such­te und woll­te. Al­lein da­für hat sich die An­schaf­fung (aus mei­ner höchst sub­jek­ti­ven Sicht) schon ren­tiert!

  • Vi­de­os gucken will man auch hin und wie­der, sei es, um sich an tol­pat­schi­gen Kat­zen­ba­bies zu er­göt­zen, sei es, um sich mit an­de­ren in­fan­ti­len Be­wegt­bil­dern den Fei­er­abend zu ver­sü­ßen: Da­für taugt die mit­ge­lie­fer­te You­Tube-App al­le­mal! [1]

  • Um von Ka­na­pee oder Fau­teuil aus mal eben elek­tri­sche Post zu emp­fan­gen und zu ver­sen­den ist die gleich­falls zur Grund­aus­stat­tung ge­hö­ren­de Mail-App be­stens ge­eig­net.

  • Zum Sur­fen in den Wei­ten und Tie­fen er­weist sich der Gra­zing Web Brow­ser als zu­ver­läs­si­ger Part­ner, der auf­grund sei­nes cle­ve­ren Spei­cher-Ma­nage­ments deut­lich sel­te­ner ab­stürzt als der re­gu­lä­re Stan­dard-Brow­ser Sa­fa­ri. Klas­se!

  • Zum Bil­der her­um­zei­gen hat man mit der Stan­dard-App Fo­tos schon das nö­ti­ge Tool an Bord. Wie aber die vor­zu­füh­ren­den Schnapp­schüs­se auf das Pad brin­gen, oh­ne sich und sei­nen Rech­ner mit dem un­säg­li­chen iTu­nes-Pro­gramm kon­ta­mi­nie­ren zu müs­sen? Da­für gibt es al­ler­lei Trans­fer-Apps, die al­le ähn­lich funk­tio­nie­ren: Man star­tet die App auf dem Pad, ruft auf dem PC (der da­bei im glei­chen Netz­werk an­ge­mel­det sein muß) ei­ne be­stimm­te Adres­se im Web­brow­ser auf und kann dann über ein Web­in­ter­face die zu über­tra­gen­den Bild­da­tei­en aus­wäh­len und ei­nem Al­bum zu­ord­nen. Aus der Fül­le ähn­li­cher Apps ha­be ich mit Wi­Fi Al­bum Free ei­ne noch un­ter iOS 5.11 ih­ren Dienst tu­en­de Va­ri­an­te ge­fun­den. De­ren Be­dien­ober­flä­che schaut zwar nicht so schick aus wie die an­de­rer Pro­duk­te, funzt da­für aber ta­del­los, und das ist ja schließ­lich das ein­zig re­le­van­te Kri­te­ri­um...

  • Für den sel­te­nen Fall, daß dem zonebatt­ler zum Fern­gucken zu­mu­te ist (et­wa 1x al­le 14 Ta­ge), ist es schön zu wis­sen, was ge­ra­de läuft, denn der zeit­rau­ben­den Zap­pe­rei will un­ser­ei­ner nicht mehr er­lie­gen. Da­her lau­tet mei­ne Emp­feh­lung für ein vi­su­ell schick auf­be­rei­te­tes TV-Pro­gramm: Klack für Ta­blet. Mit we­ni­gen Hand- bzw. Fin­ger­grif­fen wählt man sei­ne Sen­der aus und sor­tiert sie in die ge­wohn­te Rei­hen­fol­ge, und schon kann man in ei­ner Zeit­schie­ne mit al­len Sen­dern un­ter­ein­an­der se­hen, was ge­ra­de wo aus­ge­strahlt wird.

  • Be­nö­tigt man zwecks Vor- oder Nach­be­rei­tung ei­ner Wan­de­rung oder Rad­tour geo­gra­phi­sche Ori­en­tie­rung, so ist das vor­in­stal­lier­te Goog­le Earth die eben­so na­he­lie­gen­de wie op­ti­ma­le Wahl.

  • Last but not least will man sich viel­leicht mal No­ti­zen ma­chen, wenn ei­nen der Gei­stes­blitz trifft und Pa­pier und Blei­stift ge­ra­de nicht in Griff­wei­te sind. In die­sem Fall kriegt man UPAD Li­te um­stands­los was spä­ter noch Les­ba­res auf’s Glas ge­kra­kelt...

Mehr brau­che ich nicht, mehr nut­ze ich nicht, nach mehr ver­langt es mich nicht, und das gilt im Gro­ßen und Gan­zen auch für das neue­re und soft­ware­mä­ßig auf dem ak­tu­el­len Stand der Tech­nik be­find­li­che Pad der bes­se­ren Hälf­te. [2] In­so­fern hat sich der Ap­fel-Kauf für mich ge­lohnt, wo­bei ich aber auch wei­ter­hin Bir­nen und an­de­re Früch­te zu gou­tie­ren ge­den­ke.

Die in Google Earth visualisierte Route der Steigerwald-Wanderung vom letzten Sonntag

zonebattler’s Fa­zit: Ein ak­tu­el­les iPad ist schön und teu­er, ein äl­te­res er­heb­lich bil­li­ger, aber im­mer noch fesch und nicht nur als Brief­be­schwe­rer nütz­lich!

 
[1] Bei der Ge­le­gen­heit sei er­wähnt, daß mir die App-Icons des al­ten iOS 5.11 in ih­rem nach of­fi­zi­el­ler Ap­ple-Dok­trin in­zwi­schen ge­äch­te­ten Skeuo­mor­phis­mus er­heb­lich bes­ser ge­fal­len als die neu­en Sym­bol­bild­chen. Na­ment­lich ist mir bei­spiels­wei­se das frü­he­re You­Tube-Icon – ein knuf­fig-sti­li­ser­tes Ab­bild ei­nes Röh­ren­fern­se­hers aus den 1940er Jah­ren – er­heb­lich sym­pa­thi­scher als das ro­te »Play«-Dreieck auf wei­ßer Ta­sten­flä­che im ro­ten Käst­chen beim ak­tu­el­len iOS. Ap­ple fie­le kein Zacken aus der Kro­ne, wenn sie dem Be­nut­zer die Wahl lie­ßen zwi­schem ei­nem »mo­der­nen« und ei­nem »klas­si­schen« Sym­bol­satz...

[2] Über die Taug­lich­keit der haus­ei­ge­nen Or­ga-An­wen­dun­gen (Er­in­ne­run­gen, Ka­len­der, Kon­tak­te, Nach­rich­ten, No­ti­zen) kann ich nicht ur­tei­len, da mir so­wohl die Ap­ple-Cloud als auch an­de­re wol­ki­ge und ne­bu­lö­se Dien­ste zu­tiefst su­spekt bis zu­wi­der sind: Ich mag mei­ne ver­trau­li­chen bis ge­hei­men Da­ten nicht plap­per­ta­schi­gen Apps an­ver­trau­en, son­dern spei­che­re sie seit vie­len Jah­ren in mei­nem ol­len Palm-Or­ga­ni­zer ab, den ich an und mit al­len von mir be­nutz­ten PCs off­line via Ka­bel oder In­fra­rot-Au­ge syn­chro­ni­sie­re. Man mag mich da­für be­lä­cheln, aber es funk­tio­niert be­stens: Ich ha­be noch nie ir­gend­wel­che für mich re­le­van­ten Da­ten ver­lo­ren, nicht bei Be­darf zur Hand ge­habt oder fahr­läs­sig wild­frem­den Leu­ten zu­gäng­lich ge­macht. Das soll auch wei­ter­hin so blei­ben.

Sonntag, 28. September 2014

Kli­ma­wan­del

Bananenstaude in einer Plantage auf La Palma (Kanaren)
 
Abb. 1: Ba­na­nen­stau­de in ei­ner Plan­ta­ge auf La Pal­ma (Ka­na­ren)
Bananenstaude im Stadtpark von Fürth (Bayern)
 
Abb. 2: Ba­na­nen­stau­de im Stadt­park von Fürth (Bay­ern)
Als ich vor gut 15 Jah­ren nach Fürth ge­zo­gen bin, war ich sehr an­ge­tan vom Un­der­state­ment ei­ner klei­nen Groß­stadt, die – ein­ge­klemmt zwi­schen den un­ein­hol­bar rei­chen Stief­schwe­stern Er­lan­gen und Nürn­berg – ih­ren ei­ge­nen, ehr­li­chen und bo­den­stän­di­gen Weg zu su­chen schien.
 
Heu­te blicke ich ent­täuscht und er­nüch­tert auf ei­ne pro­vin­zi­el­le Kom­mu­ne, die ihr »Ta­fel­sil­ber« – na­ment­lich ihr ar­chi­tek­to­ni­sches Er­be – ver­schleu­dert, und in der längst nicht mehr die ge­wähl­ten Po­li­ti­ker, son­dern Bau­trä­ger, In­ve­sto­ren und an­de­re Ver­tre­ter von Par­ti­ku­lar­in­ter­es­sen die Marsch­rich­tung zu be­stim­men schei­nen.
 
Kein Wun­der, daß in sol­chen Ver­hält­nis­sen längst auch die Ba­na­nen ge­dei­hen...
Freitag, 20. Juni 2014

Ja? Nein!

Die Ent­wöh­nung von der Mut­ter­milch sei­ner­zeit als nar­ziß­ti­sche Krän­kung er­lebt ha­bend und dies nach­hal­tig zu kom­pen­sie­ren su­chend, ist der zonebatt­ler vor mehr als ei­nem hal­ben Jahr­hun­dert pas­sio­nier­ter (Kuh-)Milchtrinker ge­wor­den und bis auf den heu­ti­gen Tag ge­blie­ben. Und wäh­rend er ihm ver­ko­stungs­hal­ber vor­ge­setz­te Wei­ne jeg­li­cher Pro­ve­ni­enz und Gü­te­klas­se auch im rei­fen Al­ter al­les­falls in »sau­er« und »we­ni­ger sau­er« zu ka­te­go­ri­sie­ren ver­mag, so ver­fügt er in Sa­chen Milch über ei­nen sehr aus­ge­präg­ten Ge­schmacks­sinn und nimmt fein­ste Nu­an­cen war, die an­de­ren Le­bens­teil­neh­mern ver­bor­gen blei­ben. Ein­zig »Frisch­milch« kommt ihm ge­mein­hin über die Zun­ge und auf die Ge­schmacks­knos­pen, ver­pöhnt ist ins­be­son­de­re die so­ge­nann­te »H‑Milch«, de­ren Ge­schmack in­dis­ku­ta­bel ist und die al­len­falls in klei­ner Do­sis im Kaf­fee ge­dul­det wird, wenn an­dern­orts ge­ra­de nichts Bes­se­res zur Hand ist.

Seit ei­ni­gen Jah­ren nun ver­sucht der Han­del, Milch­trin­ker mit »län­ger halt­ba­rer« ESL-Milch zur sorg­lo­se­ren Vor­rats­hal­tung zu ani­mie­ren. Das Kür­zel »ESL« steht für »ex­ten­ded shelf li­fe« und be­zeich­net de fac­to ein Zwi­schen­ding zwi­schen Frisch­milch und H‑Milch, wo­bei sich das »zwi­schen« nach Mei­nung des Au­tors die­ser Zei­len so­wohl auf die Halt­bar­keits­zeit als auch den Ge­schmack be­zieht. Ech­te Frisch­milch gab es in den letz­ten Jah­ren (die teu­ren Ul­tra-Öko-Fla­schen­ab­fül­lun­gen im Bio­la­den las­sen wir jetzt mal au­ßen vor) im We­sent­li­chen nur noch bei REWE, wes­halb der zonebatt­ler sei­nen Wo­chen­be­darf von sechs Li­tern (je drei Li­ter mit 3,5% und 1,5% Fett­an­teil) re­gel­mä­ßig in der frei­täg­li­chen Mit­tags­pau­se in Nürn­berg ein­kauf­te, um ihn zum vor­wo­chen­end­li­chen Fei­er­abend dann nach Fürth zu schlep­pen. Ja, das ist un­pa­trio­tisch, aber nein, ich mag da­heim nicht noch­mals aus­rücken müs­sen für Be­sor­gungs­gän­ge, die ich in der be­rufs­hal­ber fre­quen­tier­ten Ost­vor­stadt en pas­sant er­le­di­gen kann...

Zu­rück zum The­ma. Seit letz­ter Wo­che gibt es bei REWE ver­drieß­li­cher­wei­se auch nur noch ge­fälsch­te Milch im »ja!«-gelabelten Te­tra­pack zu kau­fen:

REWE »ja!«-Milch alt (links) und neu (rechts)

Man be­ach­te die de­zen­ten Un­ter­schie­de zwi­schen der »tra­di­tio­nell her­ge­stell­ten« Frisch­milch-Packung (links) und der für die nur un­ter größ­tem Wi­der­wil­len »ge­nieß­ba­ren« ESL-Milch. Mit der Be­zeich­nung »län­ger halt­bar« sug­ge­riert ei­nem der Han­del ei­nen Vor­teil, der – zu­min­dest aus Kun­den­sicht – kei­ner ist: Län­ger halt­bar ist auf mei­ner Zun­ge pri­mär der ek­li­ge Nach­ge­schmack der ih­rer na­tür­li­chen Ei­gen­schaf­ten weit­ge­hend be­raub­ten Milch. Es ist zum Mäu­se­mel­ken! OK, bei län­ge­rem Nach­den­ken über die­se Op­ti­on dann eher doch nicht...

In­ter­es­sant sind üb­ri­gens auch De­tails wie das of­fen­bar neu an­ge­fer­tig­te Fo­to, er­kenn­bar am an­de­ren Glas und der gänz­lich un­ter­schied­li­chen Luft­bla­sen­bil­dung an der Ober­flä­che der dar­in ent­hal­te­nen Milch (oder was im­mer da im Stu­dio für das An­fer­ti­gen des Pro­dukt­bil­des ins Glas ge­kippt wur­de). Auch vom kur­si­ven Schrift­schnitt ist man aus un­er­klär­li­chem Grun­de ab­ge­kom­men: Ver­mut­lich lau­te­te die Vor­ga­be an den Gra­fi­ker: »Mach’ al­les an­ders, aber es soll so aus­se­hen wie vor­her, da­mit der Kun­de nicht ver­wirrt ist.«

REWE »ja!«-Milch alt (links) und neu (rechts)

Was al­so tun? Na ja, man­che REWE-Fi­lia­len bie­ten im­mer­hin noch »tra­di­tio­nell her­ge­stell­te« Al­ter­na­ti­ven un­ter an­de­rem Mar­ken­na­men und zu deut­lich hö­he­ren Prei­sen an. Wel­che zu ak­zep­tie­ren ich durch­aus be­reit wä­re, wenn das Geld denn auch mehr­heit­lich beim Er­zeu­ger an­kä­me. Frei­lich zeig­ten ge­le­gent­lich an­ge­stell­te Ex­pe­ri­men­te, daß manch’ an­de­re, für’s dop­pel­te Geld ein­ge­kauf­te Milch schon vor dem Er­rei­chen ih­res Min­dest­halt­bar­keits­da­tums bit­ter, flockig oder gar sau­er ge­wor­den ist, et­was, was mir mit der frü­he­ren »ja!«-Milch so gut wie nie pas­siert ist. Ja, ich weiß um die Be­deu­tung der un­un­ter­bro­che­nen Kühl­ket­te, und nein, ich bie­ge mir die Welt nicht zu­recht: Die al­te »ja!«-Milch war – bei Wür­di­gung der kon­su­mier­ten Men­gen und der ge­ge­be­nen Be­gleit­um­stän­de – für mich die be­ste er­hält­li­che Lab­sal! Die neue aber... Nein!

Glas­fla­schen beim Bio-Su­per­markt zu ho­len ist mir üb­ri­gens zu­viel der Schlep­pe­rei, zu­mal ich der Öko-Bi­lanz von Mehr­weg­fla­schen im Ver­gleich zum Te­tra-Pack eher skep­tisch ge­gen­über­ste­he. Ich bin al­so mo­men­tan rat­los, wie ich mich mit mei­nen 54 Len­zen milch­tech­nisch über die näch­sten 46 Jah­re ret­ten soll. Blei­ben Sie dran, ich wer­de in den Kom­men­ta­ren über Fort­schrit­te (und ggf. Rück­schlä­ge) in die­ser für mich le­bens­wich­ti­gen Fra­ge be­rich­ten...

Montag, 24. März 2014

Strah­le­mann

Ich be­wun­de­re mei­nen Kum­pel Jörg ali­as »Zap­po« un­ter an­de­rem we­gen sei­ner krea­ti­ven Ge­schäfts­ideen, vor al­lem aber für de­ren stets ruck­zuck­i­ge Um­set­zung: Wäh­rend mei­ner ei­ner noch das Für und Wi­der ei­nes Gei­stes­blit­zes er­wägt und mit dem Kopf be­den­ken­schwer hin und her wackelt, ver­dient der um­trie­bi­ge Freund schon gu­tes Geld mit sei­ner Ein­ge­bung...

Sein neue­ster Ge­nie­streich ist ein sen­sa­tio­nell simp­ler Bau­satz zur Reich­wei­ten­stei­ge­rung von Fritz!Box-WLAN-Routern: Je­der Laie kann da­mit sein draht­lo­ses Heim­netz im Hand­um­dre­hen »auf­bla­sen«, so daß auch auf Ter­ras­se bzw. Bal­kon oder auch im ent­le­ge­nem Kin­der­zim­mer der Da­ten­funk zu­ver­läs­sig er­mög­licht wird.

Der Trick be­steht im Stillegen der sty­lishen Stum­me­lan­ten­nen und de­ren Er­satz durch nor­mal­gro­ße Strah­ler. Das Er­geb­nis ist so über­zeu­gend, daß man sich fra­gen muß, war­um der Her­stel­ler sei­ne Ge­rä­te nicht gleich se­ri­en­mä­ßig mit »an­stän­di­gen« An­ten­nen aus­lie­fert. Wä­re man zy­nisch, wür­de man mut­ma­ßen, daß die haus­ei­ge­nen Be­triebs­wir­te ver­mit­tels ab­sicht­lich reich­wei­ten­be­schränk­ter Draht­los-Rou­ter den Um­satz der par­al­lel an­ge­bo­te­nen WLAN-Re­peater an­kur­beln wol­len...

So weit, so spe­ku­la­tiv. Nicht spe­ku­la­tiv, son­dern nach­ge­ra­de spek­ta­ku­lär ist die me­cha­ni­sche Aus­füh­rung des Um­bau­sat­zes: Die Fritz!Box-Modifikation ist kom­plett re­ver­si­bel und hin­ter­läßt nicht die ge­ring­sten Spu­ren am Ge­rät. Soll­te al­so je­mals ei­ne Ga­ran­tie-Re­pa­ra­tur fäl­lig wer­den (wo­mit frei­lich an­ge­sichts der wer­ti­gen Ver­ar­bei­tung der AVM-Ge­rä­te nicht wirk­lich ge­rech­net wer­den muß), so ist der Ori­gi­nal­zu­stand mit we­ni­gen Hand­grif­fen wie­der­her­stell­bar. Das ist der ei­gent­li­che Clou an der gan­zen Sa­che!

Fru­strie­rend an der Sa­che ist für den Schrei­ber die­ser Zei­len der Um­stand, daß sei­ne ei­ge­ne Fritz!box äl­te­ren Se­me­sters zwar ei­ne »rich­ti­ge« An­ten­ne hat, aber lei­der nur ei­ne ein­zi­ge, wes­halb der Frei­sitz auf dem ent­fern­ten Kü­chen­bal­kon letzt­lich doch für sie un­er­reich­bar bleibt. Aber ein Re­peater kommt des­we­gen trotz­dem nicht ins Haus, dann gibt’s halt drau­ßen wei­ter­hin Do­nau­wel­len statt Funk­wel­len zum Kaf­fee...

Samstag, 7. Dezember 2013

Schock am Sams­tag

Der zonebatt­ler tappt zum Brief­ka­sten run­ter, öff­net ihn, und ... ei­ne Flut an Brie­fen fällt ihm ent­ge­gen und auf den kal­ten Bo­den des Haus­flurs. 24 Stück an der Zahl, ein kaum zu über­bie­ten­der Re­kord!

20 Stück da­von kom­men er­staun­li­cher­wei­se vom glei­chen Ab­sen­der, ei­ner der von uns vor Jah­ren be­spiel­ten Di­rekt­ban­ken:

20 Biefe, 1 Absender: unverhoffter Papier-Segen

We­gen Nicht-An­schau­ung der in der elek­tri­schen Post-Box ab­ge­leg­ten Mit­tei­lun­gen und Kon­to­aus­zü­ge sieht sich die Bank ver­pflich­tet, uns al­le ver­schmäh­ten Do­ku­men­te nun­mehr in Pa­pier­form zu­zu­stel­len. Was uns theo­re­tisch je 10 x 0,58 EUR = 5,80 EUR Faul­heits-Por­to ko­sten wür­de. Prak­tisch ste­hen nach wie vor nur je 0,01 EUR auf den längst ver­wai­sten Ta­ges­geld-Kon­ten, so daß da nix zu ho­len ist.

Ob wir des­halb ir­gend­wann mit dem Be­such des Ge­richts­voll­zie­hers zu rech­nen ha­ben? Ich hof­fe nicht! Je­den­falls wer­de ich mich dem­nächst zwi­schen den Fei­er­ta­gen mal in al­le Bank-Ac­counts ein­log­gen, um die Kennt­nis­nah­me al­ler ein­ge­gan­ge­nen Be­nach­rich­ti­gun­gen per Maus­klick zu quit­tie­ren. Ei­ne abend­fül­len­de Be­schäf­ti­gung!

P.S. Da je­der Brief zu­sätz­lich zum ei­gent­li­chen Do­ku­ment je ein An­schrif­ten- und ein Er­läu­te­rungs­blatt ent­hielt, konn­te ich mir aus die­sen 20 x 2 über­zäh­li­gen DIN A4-Bö­gen so­eben ins­ge­samt 40 x 4 = 160 No­tiz­zet­tel im For­mat DIN A6 zu­recht­schnip­peln. Ist ja auch was Schö­nes...

Freitag, 22. November 2013

Mo­gel­packung

Auf dem mor­gend­li­chen Weg zum Für­ther Haupt­bahn­hof hat der zonebatt­ler heu­te am We­ges­rand ei­ne her­ren­lo­se Ein­kaufs­tü­te er­spech­tet und die­se samt In­halt aus Grün­den der Er­hal­tung der Stadt­bild­äs­the­tik selbst­ver­ständ­lich so­fort si­cher­ge­stellt. Der im Bü­ro in­spi­zier­te Bo­den­fund er­wies sich zu­nächst als er­freu­li­che Über­ra­schung, denn die neu­tral­wei­ße Pla­stik­tü­te ent­hielt ei­ne ori­gi­nal­ver­sie­gel­te Pra­li­nen­schach­tel ko­so­va­ri­scher Pro­ve­ni­enz:

geborgene Pralinenschachtel, geschlossen

Mnjammnjam, dach­te sich da der fro­he Fin­der, und er­rech­ne­te über­schlä­gig ei­nen Schna­bu­lier-Vor­rat von vier Rei­hen zu je sechs Scho­ko­gra­na­ten, mit­hin 24 Ex­em­pla­ren in to­to. Wer aber be­schreibt sein lan­ges Ge­sicht, nach­dem er er­war­tungs­froh den sie­geln­den Te­sa­film durch­trennt und den Deckel ab­ge­ho­ben hat­te? Die­se An­sicht hier prä­sen­tier­te sich dem dar­ob ver­dutz­ten wie be­frem­de­ten Scho­ko­la­den­freund:

geborgene Pralinenschachtel, geöffnet

Statt zwei Dut­zend Lecker­li ent­hält die Schach­tel ge­ra­de mal 14 Stück! Die ge­schick­te Ge­stal­tung des Schach­tel­deckels sug­ge­riert Fül­le, wo tat­säch­lich über­wie­gend Lee­re herrscht: Nur un­ter dem trans­pa­ren­ten Fo­li­en­ein­satz des Papp­deckels ist das Be­hält­nis mit Wa­re be­stückt, der Rest ist Luft und Pla­stik. Be­schiß hoch drei! Na we­nig­stens hat das Son­der­an­ge­bot vom Uni­ver­sum nix ge­ko­stet...

Montag, 3. Juni 2013

Far­be be­ken­nen (2)

Wie mei­ne Für­ther Le­se­rin­nen und Le­ser ver­mut­lich al­le­samt längst wis­sen, soll in der In­nen­stadt un­ter dem ab­ge­grif­fe­nen Ti­tel »Neue Mit­te« ein Ein­kaufs­zen­trum en­ste­hen, dem al­ler­lei al­te Ge­bäu­de, ins­be­son­de­re aber das mar­kan­te Park-Ho­tel und des­sen denk­mal­ge­schütz­ter Fest-Saal zum Op­fer fal­len sol­len. Üb­ri­gens oh­ne daß da­mit ein nen­nens­wert an­de­res (oder gar bes­se­res) Wa­ren-An­ge­bot in die Stadt kä­me als schon vor­han­den ist: Im we­sent­li­chen wer­den näm­lich die be­reits prä­sen­ten Fi­lia­li­sten in die neue Im­mo­bi­lie zie­hen (und ih­re bis­he­ri­gen Stand­or­te im Für­ther Stadt­zen­trum als ver­wai­ste Leer­stän­de hin­ter­las­sen).

Das Hin und Her um die Pla­nun­gen, die In­ve­sto­ren­aus­wahl und die mit­un­ter merk­wür­di­gen Be­gleit­um­stän­de sind an di­ver­sen Stel­len do­ku­men­tiert, bei­spiels­wei­se auf der Home­page der Bür­ger­initi­ta­ti­ve »Ei­ne bes­se­re Mit­te für Fürth«, der Web­site des Ver­eins »Wir sind Fürth«, aber auch in der Ru­brik »Häu­ser­kampf« des von mir her­aus­ge­ge­be­nen und be­trie­be­nen Bür­ger-Blogs »Für­ther Frei­heit«. Wer sich dort ein­liest und kun­dig macht, wird ein Del­ta ent­decken zwi­schen der von der Stadt ver­spro­che­nen Trans­pa­renz und Bür­ger­be­tei­li­gung ei­ner­seits und den tat­säch­li­chen Ab­läu­fen und Ent­schei­dun­gen an­de­rer­seits...

Als über­zeug­ter Wahl­bür­ger der Stadt Fürth, der vor 33 Jah­ren hier sei­ne Aus­bil­dung be­gon­nen hat und seit fast 14 Jah­ren hier lebt, bin ich der Mei­nung, daß man nicht nur den heu­te all­seits be­dau­er­ten Ab­riß­sün­den der Ver­gan­gen­heit hin­ter­her­wei­nen darf, son­dern auch ver­hin­dern muß, daß ei­ne kurz­sich­ti­ge Po­li­tik neue Sün­den be­geht und wei­te­re re­stau­ra­ti­ons­fä­hi­ge Alt­bau­sub­stanz den In­ve­sto­ren­wün­schen op­fert. ich ma­che da­her auf die von Stadt­hei­mat­pfle­ger Dr. Alex­an­der May­er in­iti­ier­te On­line-Pe­ti­ti­on »Kein Ab­bruch des hi­sto­ri­schen Fest­saals in Fürth (Bay­ern)« auf­merk­sam und ru­fe bit­te, die­se zu un­ter­zeich­nen. Es geht da­bei wohl­ge­merkt nicht um das Ver­hin­dern von längst über­fäl­li­gen in­fra­struk­tu­rel­len Ver­bes­se­run­gen, son­dern um das Er­hal­ten und Re­pa­rie­ren von Al­lein­stel­lungs­merk­ma­len, um die man uns rings­her­um be­nei­den wür­de: Ein neu­es Ein­kaufs­zen­trum in und um ei­nem im al­ten Glanz er­strah­len­den Fest­saal mit Markt­hal­len-Funk­ti­on, das ist das Pfund, mit dem Fürth wu­chern könn­te. Lang­wei­li­ge 08/15-Kom­merz­bau­ten gibt’s ne­ben­an in Er­lan­gen und Nürn­berg schon mehr als ge­nug!

Samstag, 1. Juni 2013

Bon­jour tri­stesse (55)

Obsolete Leuchtreklame eines Resteverkaufs (Fürth, Moststraße)
 
Ob­so­le­te Leucht­re­kla­me ei­nes Re­ste­ver­kaufs (Fürth, Most­stra­ße)
vorheriger Beitrag    Übersicht    nächster Beitrag
Sonntag, 24. Februar 2013

Brief­ka­sten­fir­ma

improvisierter Geschäfts-Briefkasten aus einem alten Schuhkarton
« Vorherige Seite Nächste Seite »