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zonebattler's homezone 2.1 - Merkwürdiges aus Fürth und der Welt


« Ei­ne Grenz­über­schrei­tung Ehe­krach (1) »

Vom Zie­hen und Drücken

Ich re­tour­nier­te so­eben von ei­nem drei­stün­di­gen Be­hand­lungs-Ma­ra­thon aus der eben­erdi­gen Zahn­arzt-Pra­xis in mei­ne Be­hau­sung drei Stock­wer­ke dar­über. Ge­zo­gen und letzt­lich wie­der ein­ge­setzt wur­de mir heu­te ein Brücken­pro­vi­so­ri­um, doch die zahl­rei­chen Ar­beits­schrit­te da­zwi­schen blei­ben das Ge­heim­nis von mir und der kun­di­gen Den­tal-As­si­sten­tin. Was ich aber öf­fent­lich dis­ku­tie­ren möch­te, ist et­was zum Drücken, näm­lich das hier:

Bedienungs-Display Sirona C1+

Wie un­schwer zu er­ken­nen han­delt es sich bei die­ser Ge­rät­schaft um ei­nes der Be­die­nungs-Dis­plays des Be­hand­lungs­stuh­les. Wei­land noch von Sie­mens un­ter dem Mar­ken­na­men Si­ro­na pro­du­ziert, er­mög­licht die­ses Pult die (Fern-)Steuerung sämt­li­cher elek­tri­schen und pneu­ma­ti­schen Funk­tio­nen des mo­der­nen Ar­beits­plat­zes. Be­son­de­res Au­gen­merk ver­dient dar­an ein her­stel­ler­sei­tig auf­ge­brach­ter Hin­weis-Auf­kle­ber:

Bedienungs-Display Sirona C1+

Um ein­mal mehr auf mei­nem Stecken­pferd Be­die­ner­freund­lich­keit (neu­deutsch »Usa­bi­li­ty«) her­um­zu­rei­ten ver­fech­te ich hier­mit die The­se, daß die in­no­va­ti­ve Sym­bol­steue­rung den er­sten An­wen­de­rIn­nen der­ma­ßen lo­gisch und in­tui­tiv er­schien, daß die­se kur­zer­hand auf den Bild­chen her­um­drück­ten und nicht auf den grau­en Fel­dern ne­ben­dran. Wohl mit der Fol­ge, daß Dis­plays zu Bruch gin­gen, weil es sich eben mit­nich­ten um be­rüh­rungs­emp­find­li­che sol­che (sog. »Touch­screens«) han­del­te.

Der Auf­kle­ber stört die an­son­sten ge­fäl­li­ge Op­tik er­heb­lich, er­schien aber wohl nö­tig, um Mensch (Ner­ven) und Ma­schi­ne (Dis­play) zu scho­nen. Der op­ti­ma­le An­satz frei­lich wä­re es ge­we­sen, aus den Er­fah­run­gen zu ler­nen und zur Freu­de der Be­nut­ze­rIn­nen auf ech­te Touch­screens um­zu­stel­len! Aber das hät­te ver­mut­lich zu viel ge­ko­stet: »Das tut’s auch«, mag man sich da­mals in der Kon­struk­ti­ons-Ab­tei­lung ge­dacht ha­ben...

Diskussion

  1. blue sky  •  12. Jun. 2007, 14:44 Uhr

    Auf­kle­ber oder Schil­der, die zu­sätz­lich er­klä­ren müs­sen, wie all­ge­mein be­kann­te Be­dien­ele­men­te zu be­die­nen sei­en, sind tod­si­che­res Zei­chen für schlech­tes De­sign. Ich bin si­cher, auch oh­ne Touch­screen hät­te man die Kom­bi­na­ti­on von Bild­schirm­sym­bol und zu­ge­hö­ri­ger Ta­ste so ge­stal­ten kön­nen, dass kei­ner auf die Idee ge­kom­men wä­re, auf dem Bild­schirm rum­zu­drücken. Die Sym­bo­le se­hen z. B. selbst schon viel zu sehr nach »Knopf« aus.

    #1 

  2. zonebattler  •  12. Jun. 2007, 14:57 Uhr

    Ge­nau!

    Mir geht das re­gel­mä­ßig bei Geld­au­to­ma­ten so, die ich nicht hin­rei­chend oft be­nö­ti­ge, um de­ren Be­die­nung ver­in­ner­licht zu ha­ben: Da drücke ich meist statt auf den seit­li­chen Ta­sten auch erst­mal auf den an­ge­zeig­ten Sym­bo­len her­um, weil die halt gar zu sehr nach Schalt­flä­che aus­se­hen...

    #2 

  3. Robert  •  12. Jun. 2007, 18:40 Uhr

    Ein net­ter Auf­kle­ber aus ei­ner Kan­ti­ne der sel­ben Fir­ma.
    Auf dem Ge­trän­ke­s­pen­der steht:

    Knopf drücken.
    .
    .
    .
    Vor­her Be­cher un­ter­stel­len.

    Kla­re Aus­sa­gen er­leich­tern das le­ben un­ge­mein.

    #3 

  4. zonebattler  •  12. Jun. 2007, 18:52 Uhr

    Wä­re nicht...

    ...die um­ge­kehr­te Rei­hen­fol­ge ir­gend­wie lo­gi­scher?

    Be­cher un­ter­stel­len
    .
    .
    .
    Knopf drücken

    Das sind ge­nau die Din­ge, über die mei­ner ei­ner ger­ne hirnt! ;-)

    #4 

  5. Robert  •  12. Jun. 2007, 18:56 Uhr

    Das dach­te ich mir auch.
    Und je­des Jahr spiel­ten sich ähn­li­che Sze­nen ab, als die neu­en Azu­bis das er­ste mal die hei­li­gen Hal­len be­tra­ten und es Ih­nen dür­ste­te...

    #5 

  6. nachtschwester  •  13. Jun. 2007, 15:15 Uhr

    Das De­sign mag zu op­ti­mie­ren sein, aber der Feh­ler ist hier viel­leicht auch bei der spe­zi­fi­schen Nut­zer­grup­pe zu su­chen, mei­nen Lieb­lings­fein­din­nen, bei Zahn­arz­tes litt­le hel­pers, bei den klei­nen Zucker­schnecken.
    (näch­stes mal wie­der po­li­tisch kor­rekt.)

    #6 

  7. zonebattler  •  13. Jun. 2007, 16:11 Uhr

    Da muß ich mich jetzt schüt­zend...

    ...vor die Mä­dels hier im Hau­se wer­fen: Die sind al­le­samt nicht aus Zucker, wohl aber freund­lich, zu­vor­kom­mend und fach­lich kom­pe­tent. Bis auf zu­wei­len stei­ge­rungs­fä­hi­ge Müll­tren­nungs-Men­ta­li­tät ha­be ich we­der als Kun­de noch als Mit­mensch ir­gend­was an ih­nen aus­zu­set­zen!

    #7 

  8. nachtschwester  •  13. Jun. 2007, 16:49 Uhr

    Hach, lass mich doch ;-)

    #8 

  9. Lexikaliker  •  20. Jun. 2007, 12:06 Uhr

    Der­ar­ti­ge »Be­son­der­hei­ten« ...

    ... von Mensch-Ma­schi­ne-Schnitt­stel­len ge­hen si­cher oft auf aus Ko­sten- und/oder Zeit­grün­den nicht zu En­de ge­dach­te Be­dien­kon­zep­te zu­rück, las­sen mich aber auch manch­mal mut­ma­ßen, daß sich Ent­wick­lung, De­sign und Mar­ke­ting (und viel­leicht noch an­de­re Be­tei­lig­te) nicht ei­ni­gen konn­ten. Die un­ge­lö­sten Dif­fe­ren­zen fin­den sich dann in der Hard- und Soft­ware wie­der und bei den An­wen­dern für Ver­zweif­lung; Ver­su­che, dies mit zu­sätz­li­chen Kenn­zeich­nun­gen, Soft­ware-Up­dates usw. wie­der aus­zu­bü­geln, ge­hen meist nicht tief ge­nug und blei­ben da­her Flick­werk.

    Die Si­tua­ti­on ist ver­trackt: In dem kon­kre­ten Fall wä­re ein Touch­screen si­cher die bes­se­re Lö­sung ge­we­sen, hät­te je­doch mehr ge­ko­stet und viel­leicht auch den Ent­wick­lungs­auf­wand er­höht. Letz­te­res hät­te die Markt­ein­füh­rung ver­zö­gert und den Mit­be­wer­bern er­mög­licht, mit ei­ner ähn­lich halb­ga­ren Lö­sung frü­her auf den Markt zu ge­hen.

    Wenn doch nur al­le mit­ma­chen und sich die Kun­den kon­se­quent ver­wei­gern wür­den ... ;-)

    #9 

  10. Ruppi 1979  •  25. Okt. 2007, 0:05 Uhr

    Mein Er­leb­nis...

    Das The­ma hier ist zwar schon äl­ter, aber paßt sehr gut dar­auf was ich heu­te er­lebt ha­be. Ein be­kann­ter aus Ju­go­sla­wi­en hat­te sich die Ta­ge ei­nen Mer­ce­des E‑Klasse in Kiel ge­kauft. Und heu­te kam er zu mir und sag­te « Kannst Du mir hel­fen An­dy? Ich komm mit dem Au­to nicht klar.« Da ich sel­ber so ei­nen Wa­gen noch nie be­dient ha­be, war ich na­tür­lich neu­gie­rig was die­ses Lu­xus­mo­bil wohl so zu bie­ten hat. Kurz ge­sagt: Das gan­ze Au­to ist mit Knöp­fen und Dreh­reg­lern der­ma­ßen über­frach­tet das es nicht mehr schön ist. Auch ein tol­ler Bord­com­pu­ter ist vor­han­den. Al­ler­dings ist die Me­nü­füh­rung so ver­schach­telt das es wäh­rend der Fahrt schwer ist sie zu be­die­nen. Man muß sa­gen das es sich bei dem Mo­dell noch um die Ba­sis­austat­tung han­delt und die Voll­austat­tung na­tür­lich noch ein paar Knöp­fe mehr hat. Es ist ein Grauß! Drücken, dre­hen und aus­flip­pen! Al­lein die Be­die­nungs­an­lei­tung ist un­ge­lo­gen 500 Sei­ten stark! Da blei­be ich lie­ber bei mei­nem Sub­a­ru, über­sicht­lich, ein­fach und ei­ne kla­re Be­dien­er­füh­rung......

    #10 

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