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zonebattler's homezone 2.1 - Merkwürdiges aus Fürth und der Welt


Samstag, 31. Dezember 2005

Zum Jah­res­wech­sel

Ich hat­te vor ein paar Wo­chen schon über ei­ne ge­wis­se be­ruf­li­che Neu­ori­en­tie­rung ge­schrie­ben, mit der es ab über­mor­gen dann so rich­tig los­geht. Macht mich schon et­was ner­vös, zu­mal mit dem Jah­res­sprung sehr um­fang­rei­che Or­ga­ni­sa­ti­ons- und Pro­zeß­än­de­run­gen grei­fen wer­den...

Ei­ne we­sent­li­che Än­de­rung für mich per­sön­lich be­trifft (durch­aus ge­wollt) den weit­ge­hen­den Weg­fall häu­fi­ger (und meist mehr­tä­gi­ger) Dienst­rei­sen. Ob­wohl auf Dau­er lä­stig, bo­ten die Aus­wärts-En­ga­ge­ments na­tür­lich auch viel Ge­le­gen­heit zur Selbst­re­fle­xi­on und zum Ar­ti­kel­schrei­ben (die­sen Bei­trag hier ha­be ich z.B. wäh­rend ei­ner Zug­fahrt von Re­gens­burg nach Hau­se durch die win­ter­lich zu­ge­schnei­te Ober­pfalz in mei­nen Palm-Or­ga­ni­zer ge­stiftelt).

Zu­künf­tig sit­ze ich werk­tags nur­mehr 2x6 Mi­nu­ten im Zug, was ge­ra­de mal aus­reicht, auf mei­nem klei­nen Hand­flä­chen-Com­pu­ter die früh­mor­gens über­spiel­ten On­line-Aus­ga­ben von Nord­baye­ri­sche Nach­rich­ten, Er­lan­ger Nach­rich­ten, Für­ther Nach­rich­ten, Nürn­ber­ger Nach­rich­ten, Spie­gel, Süd­deut­sche Zei­tung, FAZ, Die Zeit, TELEPOLIS und hei­se on­line news quer­zu­le­sen.

Die ak­ti­ve Schrei­be­rei wird al­so neu zu or­ga­ni­sie­ren und voll­stän­dig an den hei­mi­schen Schreib­tisch zu ver­la­gern sein. Da­her wer­de ich im neu­en Jahr aus Zeit­man­gel (und kei­nes­wegs aus The­men­knapp­heit) mei­nen Out­put wie an­ge­kün­digt et­was dros­seln, doch ich hof­fe, daß mei­ne Stamm-Le­se­rIn­nen mir trotz­dem treu blei­ben!

Al­len Le­se­rin­nen und Le­sern dan­ke ich für ih­re Auf­merk­sam­keit, vor al­lem je­nen, die sich mit Kom­men­ta­ren selbst ak­tiv ein­brach­ten und her­vor­ta­ten. Viel­leicht wä­re es für manch’ eine(n) ei­ne er­wä­gens­wer­te Idee, ab dem mor­gi­gen 1. Ja­nu­ar selbst mit dem Blog­gen zu be­gin­nen? Es macht Spaß (aber kei­nen Dreck) und ver­hilft zu vie­ler­lei neu­en Im­pul­sen und Be­kannt­schaf­ten...

Jetzt aber erst­mal ei­nen »Gu­ten Rutsch« und auf ein fröh­li­ches Wie­der­le­sen in 2006!

Freitag, 30. Dezember 2005

Ein Be­frei­ungs­schlag

Kurz vor dem Jah­res­wech­sel ha­be ich (mal wie­der) ver­sucht, die selbst­auf­er­leg­te Kom­ple­xi­tät des ei­ge­nen Le­bens et­was zu re­du­zie­ren. Ins­be­son­de­re ha­be ich mir lan­ge brach­lie­gen­de vir­tu­el­le Bau­stel­len an­ge­se­hen, um Ent­schei­dun­gen hin­sicht­lich der wei­te­ren Vor­ge­hens­wei­se zu tref­fen...

Als ich im Jah­re 1998 mit der ei­ge­nen Home­page www.klein-aber-fein.de on­line ging, schuf ich in mei­ner er­sten (und schier gren­zen­lo­sen) Be­gei­ste­rung so­gleich zahl­rei­che Un­ter-Ab­tei­lun­gen, in wel­chen ich mei­ne Samm­lun­gen für mich und die in­ter­es­sier­te Fach­welt do­ku­men­tier­te: Vi­deo­spie­le, Brett­spie­le, Mi­nol­ta-Ka­me­ras, Mo­dell­bah­nen und man­ches mehr. Vie­les von dem war da­mals noch nicht an­der­wei­tig im Web zu fin­den, und so hat­ten mei­ne Sei­ten bald re­gen Zu­lauf. Dies um­so mehr, als ich fast al­les von vor­ne­her­ein zwei­spra­chig in deutsch und eng­lisch an­leg­te (was nicht nur die Le­ser­zah­len, son­dern na­tür­lich auch den Auf­wand in die Hö­he trieb).

Der er­hoff­te Ef­fekt, näm­lich das ver­mehr­te Kon­takte­knüp­fen mit Gleich­ge­sinn­ten zwecks Er­fah­rungs­aus­tausch und Fach­sim­pe­lei, stell­te sich lei­der nicht im er­war­te­ten Um­fang ein. Weit zahl­rei­cher wa­ren (oft­mals in barsch-for­dern­dem Ton­fall vor­ge­tra­ge­ne) Hil­fe-Er­su­chen von Leu­ten, die in den je­wei­li­gen Ge­bie­ten we­ni­ger wuß­ten als ich: So soll­te ich Stücke iden­ti­fi­zie­ren, den mut­maß­li­chen Ver­kaufs­er­lös ab­schät­zen, Pro­spek­te ver­sen­den, Be­die­nungs­an­lei­tun­gen ko­pie­ren und, und, und... Mei­ne selbst­ver­faß­ten Tex­te zu Ka­me­ras und Spie­len er­fuh­ren da­hin­ge­hend Wert­schät­zung, daß sie von fau­len Schma­rot­zern ger­ne als Be­schrei­bun­gen in die ei­ge­nen eBay-Auk­ti­ons­tex­te hin­über­ko­piert wur­den: Auch dies ein höchst är­ger­li­cher Ne­ben­ef­fekt, mit dem ich an­fangs in mei­ner Nai­vi­tät nicht ge­rech­net hat­te.

Weil mir das struk­tu­rier­te Home­page-Ba­steln gro­ßen Spaß be­rei­te­te, wuchs das Ske­lett schnel­ler als das Fleisch: Vie­le Ein­zel-Sei­ten wa­ren zwar rasch an­ge­legt, aber vor­erst noch oh­ne die da­für vor­ge­se­he­nen Re­zen­sio­nen, Fo­tos und son­sti­gen In­hal­te, von der eng­li­schen Fas­sung gar nicht zu re­den. Als der Spaß des »Claim-Ab­steckens« vor­über war, fing die ei­gent­li­che Ar­beit an...

Ir­gend­wann saß ich dann in der spent in­vest­ment trap, der Fal­le der be­reits ge­tä­tig­ten In­ve­sti­tio­nen: Wenn man viel Auf­wand (sei es an Zeit, sei es an Geld, sei es an »Herz­blut«) in ein Pro­jekt ge­steckt hat, mag man es nicht ein­fach ab­bre­chen, weil man ja schon so viel in­ve­stiert hat. Und so läuft man schnell Ge­fahr, trotz In­ter­es­sen­wan­dels, Lust­lo­sig­keit, Un­mo­ti­viert­heit etc. den oh­ne­hin schon un­wie­der­bring­lich ver­lo­re­nen Res­sour­cen u.U. noch mehr gu­tes Geld und wert­vol­le Zeit hin­ter­her­zu­wer­fen...

Ich ha­be jetzt so­zu­sa­gen die Not­brem­se ge­zo­gen und all’ die un­fer­ti­gen Web­sites ge­schlos­sen (sprich vom Netz ge­nom­men), zu de­nen ich heu­te nim­mer ste­he oder die mich schlicht nicht mehr in­ter­es­sie­ren. Na­tür­lich he­be ich sie mir lo­kal und off­line auf, im Ma­te­ri­al-Fun­dus lei­sten sie viel­leicht ir­gend­wann mal gu­te Dien­ste. Aber ich ha­be mich der selbst­auf­er­leg­ten Ver­pflich­tung ent­le­digt, da ir­gend­wann mal (oh­ne rech­te Be­gei­ste­rung) wei­ter­ma­chen zu müs­sen. Hat mir gut­ge­tan, sich aus dem ei­ge­nen Ge­strüpp zu be­frei­en! Was üb­rig bleibt an fer­tig­zu­stel­len­den Pro­jek­ten (z.B. mei­ne Sor­gen­frei! Rat­ge­ber-Sei­te) ist gut über­schau­bar und durch­aus noch im ak­tu­el­len In­ter­es­sen­fo­kus.

Ne­ben der Pfle­ge be­zahl­ter Auf­trags­wer­ke wer­de ich mich pri­mär die­sem Web­log, zonebattler’s ho­me­zo­ne al­so, wid­men. Das ist Ar­beit ge­nug, und es scheint mir nach lan­gem Ex­pe­ri­men­tie­ren die per­fek­te Form zu sein, auch the­ma­tisch un­zu­sam­men­hän­gen­de Gei­stes­blit­ze un­ter ei­nen Hut zu brin­gen.

Nach die­sem im­ma­te­ri­el­len »Aus­mi­sten« will ich mich im neu­en Le­bens- und Ka­len­der­jahr auch ver­mehrt mei­nen »hand­greif­li­che­ren« Hab­se­lig­kei­ten zu­wen­den und al­les ab­sto­ßen, was kei­ne Freu­de mehr bringt, son­dern nur noch men­ta­le En­er­gie bin­det (und hin und wie­der ab­ge­staubt sein will): Bü­cher, Plat­ten und an­de­re lang­le­bi­ge Din­ge, die nicht zum Ver­brauch ge­dacht und da­her ir­gend­wann wo­mög­lich zum Bal­last ge­wor­den sind, oh­ne daß mir das so recht be­wußt ge­wor­den ist. Als Trai­ner und Feng-Shui-Buch-Le­ser kann man da üb­ri­gens an­de­ren vor­treff­li­che Rat­schlä­ge zur Le­bens-Ent­rüm­pe­lung ge­ben, oh­ne sie im­mer auf das ei­ge­ne Le­ben kon­se­quent an­zu­wen­den... ;-)

Ge­nug ge­la­bert phi­lo­so­phiert, es mahnt ein wei­ser Spruch von Eck­art Böh­mer:

Im Sa­gen ist es nicht ge­tan – Im Tun ist es ge­sagt!

In die­sem Sin­ne: Ans Werk!

Donnerstag, 29. Dezember 2005

Ich hab’ nicht mehr al­le Tas­sen im Schrank!

In sei­ner Re­tro-Kü­che ver­speist der zo­ne­batt­ler sein Früh­stück von fröh­lich-frech-flo­ral ver­zier­ten Tel­lern, die ihm ein glück­li­cher Zu­fall letz­tes Jahr auf ei­nem gro­ßen Floh­markt un­ter die Au­gen spiel­te:

Winterling Kaffee-Service

Da­nach ist ihm im­mer recht blü­merant zu­mu­te und der Ar­beits­tag läßt sich da­durch er­heb­lich leich­ter er­tra­gen...

Das »für ‘nen Ap­pel und ‘n Ei« er­wor­be­ne Kaf­fee-Ser­vice war lei­der schon beim Kauf nicht mehr ganz kom­plett (auch ging mir beim de­kor­scho­nen­den Wa­schen von Hand un­längst ei­ne Tas­se zu Bruch), so daß ich jetzt hier ei­ne Such­an­zei­ge lan­cie­re:

Wer Ein­zel­tei­le (ins­be­son­de­re Tas­sen und Tel­ler) die­ses ver­mut­lich aus den 1970er Jah­ren stam­men­den Ge­schirrs der Tra­di­ti­ons­mar­ke Win­ter­ling (Markt­leu­then) hat bzw. fin­det und an mich wei­ter­ver­mit­teln kann, kriegt mein hal­bes Kö­nig­reich und mei­ne Toch­ter zur Frau ne­ben der Er­stat­tung von Kauf­preis nebst Por­to­ko­sten noch ei­nen schö­nen Über­ra­schungs-Bo­nus aus mei­nem ge­pfleg­ten DVD-Fun­dus. De­tails ver­ein­ba­ren An­bie­te­rIn­nen bit­te per Mail mit mir!

 
Nach­trag vom 21. Feb. 2006:

Die­ser Ta­ge sorg­te ein Schutz­en­gel da­für, daß un­ser schö­nes Blüm­chen-Ge­schirr haar­scharf ei­ne klei­ne Ka­ta­stro­phe über­leb­te...

Mittwoch, 28. Dezember 2005

Kin­der, wie die Zeit ver­geht...

Wer den Ar­ti­kel über die Her­kunft mei­nes Pseud­onyms auf­merk­sam ge­le­sen hat, weiß, daß heu­te für mich ein be­son­de­rer Tag ist. An dem ich mir zur Fei­er des­sel­ben kur­zer­hand und oh­ne je­den Skru­pel frei­neh­me: Bis mor­gen dann!

P.S.: Gä­ste sind ab 18:00 Uhr will­kom­men, das Kon­do­lenz­buch liegt hier auf.

Dienstag, 27. Dezember 2005

Be­schal­lung für die phleg­ma­ti­sche Schwe­ster?

Preisschild

Oder wer oder was ist oder war hier tra­nig?

Montag, 26. Dezember 2005

Män­ner­freund­schaft ge­sucht!

Der zo­ne­batt­ler ist nach ei­ge­nem Ur­teil ein ge­sel­li­ger Mensch, doch sei­ne en­gen Freun­de sind -von wert­vol­len Aus­nah­men ab­ge­se­hen- mitt­ler­wei­le über die gan­ze Welt ver­streut. Dank der mo­der­nen Kom­mu­ni­ka­ti­ons-Tech­no­lo­gi­en ist das Kon­takt­hal­ten heut­zu­ta­ge zwar über al­le Gren­zen und Zeit­zo­nen hin­weg pro­blem­los mög­lich, doch fehlt es den Fern-Freund­schaf­ten na­tur­ge­mäß an ei­ner ge­wis­sen Nä­he zum klein­räu­mi­gen All­tags­ge­sche­hen... Da­her schrei­be ich hier­mit die va­kan­te Po­si­ti­on ei­nes

zu­sätz­li­chen gu­ten Freun­des vor Ort

(oh­ne je­den Ex­klu­si­vi­täts­an­spruch) aus. Der (männ­li­che) Be­wer­ber soll­te fol­gen­de Ei­gen­schaf­ten auf­wei­sen bzw. Qua­li­fi­ka­tio­nen er­fül­len:

  • wohn­haft in Fürth (Bay)

  • Nicht­rau­cher

  • brei­te All­ge­mein­bil­dung

  • In­ter­es­se am lo­ka­len Ge­sche­hen

  • Al­ter zwi­schen 35 und 50 Jah­ren

  • welt­of­fen und sprach­ge­wandt

  • Nicht­rau­cher

  • ho­hes Maß an Kinds­köp­fig­keit

  • Schnell­den­ker (mul­ti­tas­king-fä­hig)

  • so­zi­al­ver­träg­li­che Um­gangs­for­men

  • frei von Zwangs­neu­ro­sen und Pe­dan­te­rie

  • Nicht­rau­cher

  • Früh­auf­ste­her / Tag­mensch

  • kei­ner­lei ideo­lo­gi­sche Ver­blen­dung

  • Nei­gung zur klas­si­schen Mu­sik

  • Nicht­rau­cher

  • Liest so­wohl Feuil­le­ton als auch Wis­sen­schafts-Bei­la­ge

  • (weit­ge­hen­de) Gleich­gül­tig­keit ge­gen­über Fuß­ball und Au­to­mo­bil­sport

Eth­ni­sche Her­kunft, Haut­far­be, Re­li­gi­on und se­xu­el­le Vor­lie­ben sind un­er­heb­lich. Bei nach­weis­bar prag­ma­ti­scher Le­bens­ein­stel­lung in Ver­bin­dung mit ei­nem ge­sun­dem Men­schen­ver­stand so­wie hand­werk­li­cher Mi­ni­mal-Be­ga­bung wird ein ab­ge­schlos­se­nes Hoch­schul­stu­di­um nicht als Nach­teil ge­wer­tet.

Ge­bo­ten wer­den ak­ti­ve Zu­hör-Be­reit­schaft und gu­ter Wil­le, Dis­kus­si­ons­freu­dig­keit so­wie die In­te­gra­ti­on in das vor­han­de­ne so­zia­le Netz­werk. Kei­ne se­xu­el­len oder fi­nan­zi­el­len In­ter­es­sen.

Be­wer­bun­gen sen­den Sie bit­te (mit Licht­bild, je­doch oh­ne Ge­halts­vor­stel­lun­gen) an zonebattler@zonebattler.net. Sperr­ver­mer­ke wer­den ge­flis­sent­lich be­ach­tet. Vie­len Dank.

P.S.: Fast hät­te ich es ver­ges­sen: Nicht­rau­cher be­vor­zugt!

Sonntag, 25. Dezember 2005

Der Für­ther Weih­nachts­mann...

...hat das Zeug zum Sen­sa­ti­ons­dar­stel­ler. Zu­min­dest scheint er ab­so­lut schwin­del­frei und bar je­der Hö­hen­angst zu sein:

Weihnachtsmann

Nicht ge­fun­den? Hier ist ei­ne Aus­schnitts­ver­grö­ße­rung der obe­ren Stock­wer­ke:

Weihnachtsmann

Ich konn­te mit un­be­waff­ne­tem Au­ge nicht fest­stel­len, ob San­ta hier ge­ra­de auf­en­tert oder sich im Ge­gen­teil mo­men­tan ab­seilt. In je­dem Fall sieht man, daß man­ches mo­der­ne Hoch­haus nicht nur ein­ger­ma­ßen häß­lich ist, son­dern man­gels ge­eig­ne­ter In­fra­struk­tur (kein Schlot in je­de Woh­nung) dem weih­nacht­li­chen Dienst­lei­stungs-Per­so­nal die Ar­beit si­gni­fi­kant er­schwert!

Samstag, 24. Dezember 2005

Wenn die an­de­ren fei­ern...

Zum Fest der Lie­be möch­te ich an die gu­te See­le und das war­me Herz mei­ner Le­se­rIn­nen ap­pel­lie­ren, hat­te ich doch vor we­ni­gen Ta­gen ei­ne Be­geg­nung der be­son­de­ren Art. Na­ment­lich ha­be ich die­sen trau­rig-tapp­si­gen Ge­sel­len in ei­ner AL­DI-Fi­lia­le na­he Idar-Ober­stein ein­sit­zen se­hen:

Plüsch-Panda

Auch wenn die na­tur­ge­ge­be­ne Drol­lig­keit der Pan­das von Haus aus ei­nen me­lan­cho­li­schen Ein­schlag hat, je­ner hier guck­te wirk­lich be­son­ders de­pri­miert in die tri­ste Leucht­stoff­röh­ren-Welt, ob­wohl es ihm an kol­le­gia­ler Ge­sell­schaft rund­her­um kei­nes­wegs man­gel­te. Als ein­sam ins Le­ben Ge­wor­fe­ner hock­te er da, doch es fand sich nie­mand, der ihn knud­del­te! Das stimm­te ihn tief­trau­rig: Es fehl­te dem Bä­ren schlicht an... Lie­be.

Wel­che weih­nacht­li­che Leh­re soll­ten wir aus so ei­nem rüh­ren­den An­blick zie­hen? Ein(e) jede(r) mö­ge heu­te min­de­stens ei­ner Krea­tur seine/ihre Zu­nei­gung be­son­ders in­ten­siv zei­gen. Am be­sten ei­nem le­ben­den Men­schen!

Freitag, 23. Dezember 2005

An­spruch und Wirk­lich­keit

Beim Her­umhopp­sen im Web bin ich auf der Home­page ei­ner Un­ter­neh­mens­grup­pe ge­lan­det, die EDV-, Con­sul­ting- und Pro­jekt­lei­stun­gen an­bie­tet, den üb­li­chen New-Eco­no­my-Schmon­zes halt, un­ter dem sich der ah­nungs­lo­se Le­ser al­les und nix vor­stel­len kann. Aber gut, so sind halt die Zei­ten und Ge­bräu­che, und Ne­bel­ker­zen mit mehr Dampf als Licht wer­den al­ler­or­ten ger­ne ge­zün­det. Mir geht es hier wie­der mal um die Usa­bi­li­ty (sprich Be­nut­zer­freund­lich­keit) von Web­sites. Gucken wir uns al­so die Ein­gangs­sei­te je­ner Fir­men­grup­pe nä­her an (den Na­men und das mar­ki­ge Mot­to ha­be ich un­kennt­lich ge­macht, es geht ja um’s Prin­zip und nicht um Hä­me):

Screenshot

Was sagt mir das als po­ten­ti­el­len Kun­den die­ses La­dens?

Er­stens, daß dort kein Gra­fi­ker am Werk war, der die­sen Na­men auch ver­dient: Der Fir­men­na­me und das da­zu­ge­hö­ri­ge State­ment mit dem viel­sa­gen­den Wort »Com­pe­tence« dar­in sind von grau­en Müll­pi­xeln um­ge­ben: Da hat ei­ner ver­mut­lich ei­ne Pa­pier­vor­la­ge ein­ge­scannt und her­nach nicht den un­ver­meid­li­chen Schrott weg­re­tou­chiert. Oder beim Ska­lie­ren ge­schlampt, der Mög­lich­kei­ten gibt es vie­le. In je­dem Fall ist das nicht un­be­dingt gleich der schla­gen­de Be­weis für Kom­pe­tenz...

Zwei­tens le­se ich dort:

Bit­te ak­ti­vie­ren Sie Ja­va­Script, um die Sei­ten kor­rekt be­trach­ten zu kön­nen.

Was sich für mich an­hört wie:

Wenn Du pa­ra­noi­der Depp meinst, aus Si­cher­heits­grün­den Ja­va­Script in Dei­nem Brow­ser un­be­dingt de­ak­ti­vie­ren zu müs­sen, dann wol­len wir nix mit Dir zu tun ha­ben. Schau’ doch zu, ob Du an­ders­wo oh­ne rein­ge­las­sen wirst!

Drit­tens set­zen sie so­gar noch eins drauf:

Der In­ter­net-Auf­tritt wur­de für den In­ter­net­Ex­plo­rer ab Ver­si­on 5.x oder Net­scape ab Ver­si­on 6.x un­ter Win­dows op­ti­miert.

Meint im Klar­text:

Du mit Dei­nem al­ter­na­ti­ven Ope­ra-Brow­ser, so ei­nen wie Dich wol­len wir doch oh­ne­hin nicht als Kun­den ha­ben! Wir ha­ben es nicht nö­tig, ei­ne mit al­len gän­gi­gen Brow­sern funk­tio­nie­ren­de Web­site zu pro­gram­mie­ren, da­für sind wir hoch­nä­sig selbst­be­wußt ge­nug, Leu­ten gleich die Tür zu wei­sen, die sich nicht an un­se­re Be­nut­zungs-Vor­schrif­ten hal­ten!

Im »rich­ti­gen« Le­ben ent­sprä­che dies z.B. ei­nem Au­to­händ­ler, der In­ter­es­sen­ten mit Son­nen­bril­len so­gleich des Hau­ses ver­weist, erst recht, wenn die­se drei­sterwei­se mit ei­nem Wa­gen von der Kon­kur­renz vor­ge­fah­ren sind...

So ein Bei­spiel wie das obi­ge ist bei­lei­be kein Ein­zel­fall, und es hel­fen hin­ter­her we­der Recht­fer­ti­gun­gen noch Er­klä­run­gen, denn

für den er­sten Ein­druck gibt es kei­ne zwei­te Chan­ce!

Schö­ne Be­sche­rung, nicht war? Doch weil mor­gen Weih­nach­ten ist, schen­ke ich die­se Op­ti­mie­rungs­vor­schlä­ge der be­tref­fen­den Fir­men­grup­pe, oh­ne mei­ner­seits ein an­ge­mes­se­nes Be­ra­ter­ho­no­rar zu ver­lan­gen. Da könnt Ihr nicht mau­len, Jungs: Macht was draus!

Donnerstag, 22. Dezember 2005

Schreck laß’ nach!

Die vor­weih­nacht­li­che Ver­wandt­schafts-Be­suchs­tour führ­te ja wie be­rich­tet hin­wärts über Wert­heim und Frank­furt, rück­wärts flitz­ten wir der Ab­wechs­lung hal­ber über Kai­sers­lau­tern, Lud­wigs­ha­fen und an Spey­er vor­bei Rich­tung Hei­mat. Da bie­tet sich stets ein Zwi­schen­stopp im Tech­nik­mu­se­um Sins­heim an: Zwar hat man als heim­wol­len­der »Tran­sit-Rei­sen­der« oft nicht ge­nug Zeit und Ner­ven für ei­nen aus­gie­bi­gen Mu­se­ums­be­such, aber auch das an­ge­schlos­se­ne IMAX-Ki­no oder der Mu­se­ums­shop bie­ten hin­rei­chend Ab­wechs­lung für ein ge­pfleg­tes Pau­sen­stünd­chen...

Nach dem Par­ken auf dem ein­zig frei­en Stell­platz vor dem Haupt­ge­bäu­de schau­te ich un­will­kür­lich nach oben durch das Glas­dach mei­nes Mi­ni­bus­ses und zuck­te vor Schreck erst­mal or­dent­lich zu­sam­men:

Feuerlösch-Flugboot

So dicht ist ein Feu­er­lösch-Flug­boot noch nie über mich hin­weg­ge­braust! Al­ler­dings flog auch die­ses Ex­em­plar nicht, es war näm­lich sta­tisch auf­ge­stän­dert und ich hat­te es beim Ran­gie­ren mit dem Wa­gen bei Schnee­re­gen zu­nächst schlicht über­se­hen... Der plötz­li­che Ad­re­na­lin­schub war dann al­ler­dings sehr herz­er­wär­mend!

Mittwoch, 21. Dezember 2005

Was ko­stet die Welt?

Ob­zwar ich in­zwi­schen von jeg­li­chem Samm­ler­wahn weit­ge­hend ku­riert bin, juckt es mich doch hin und wie­der in den Fin­gern, wenn ich beim wö­chent­li­chen Le­bens­mit­tel-Ein­kauf über ir­gend­wel­che (eher nicht-eß­ba­ren) Schnäpp­chen­an­ge­bo­te stol­pe­re: Tat­säch­lich ha­be ich die­ser Ta­ge ei­ne (ob­jek­tiv) war­me und (sub­jek­tiv) wun­der­schö­ne Win­ter­jacke gleich zwei­fach (in zwei 350 km von­ein­an­der ent­fern­ten Fi­lia­len) er­stan­den, so preis­wert und ein­ma­lig er­schien mir der un­ver­hoff­te Fund beim Dis­coun­ter.

Beim Nach­den­ken über die Wert­schöp­fungs­ket­te (wie­viel ver­dient wohl die flei­ßi­ge Nä­he­rin in Fern­ost, wenn ei­ne or­dent­lich aus­ge­stat­te­te und ver­ar­bei­te­te Stepp­jacke dem Ver­käu­fer am an­de­ren En­de der Welt bei EUR 14,95 Ver­kaufs­preis im­mer noch Ge­winn ab­wirft!) fiel mir dann ne­ben­bei ein und auf, daß die »Ei­chung« des per­sön­li­chen Preis­emp­fin­dens wohl zu Ju­gend­zei­ten er­folgt, in der Pha­se des größ­ten Wün­schens, Wol­lens und Kon­su­mie­rens. Da er­wirbt man dann ty­pi­scher­wei­se ein Ge­spür für Qua­li­tä­ten und an­ge­mes­se­ne Prei­se, zu­min­dest bei je­nen Din­gen, für die man sich in die­ser Le­bens­pha­se ge­stei­gert in­ter­es­siert.

Dem­zu­fol­ge blin­zelt ein Mit­vier­zi­ger wie ich, der mit et­wa 25 Len­zen sei­ne er­ste (und bis­lang ein­zi­ge, da im­mer noch al­ler­be­stens er­hal­te­ne) Schlag­bohr­ma­schi­ne für 150 DM er­stan­den hat, un­gläu­big bis fas­sungs­los mit den Au­gen, wenn ein auf den er­sten Blick ver­gleich­bar wer­ti­ges Teil heu­te für 8,88 EUR im Bau­markt zu ha­ben ist! Da ko­stet es mich dann ei­ni­ges an Über­win­dung, so­li­de Stich­sä­gen und Schwing­schlei­fer-Schnäpp­chen zum ähn­li­chen Preis den­noch lie­gen­zu­las­sen: Die im Grun­de lach­haf­te »Schutz­ge­bühr« er­scheint mir als der­ma­ßen nied­rig, daß sie ei­nen zwang­haft-ani­ma­li­schen Zu­schnapp- und Kauf­re­flex aus­zu­lö­sen droht, auch wenn die Groß­hirn­rin­de mah­nend sou­fliert, daß der­lei Oc­ca­sio­nen re­gel­mä­ßig wie­der­keh­ren und ich bis da­hin ver­mut­lich we­der was zu sä­gen noch was zu schlei­fen ha­be...

Mein per­sön­li­ches Fa­zit: Ich muß wohl ver­stärkt ver­su­chen, mein Preis­ge­fühl be­wußt nach­zu­ei­chen und neu ein­zu­ju­stie­ren, was aber nicht so ein­fach zu sein scheint, wie es sich zu­nächst an­hört. Geht das je­man­dem da drau­ßen eben­so? Ich bit­te mei­ne Le­se­rIn­nen um Kom­men­ta­re!

Dienstag, 20. Dezember 2005

Shop oder Flop?

Zum Zwecke des Ver­wand­ten­be­suchs in den Tie­fen des Nord­west­pfäl­zer Berg­lan­des sind wir die­ser Ta­ge mit dem an­son­sten eher sel­ten ge­nutz­ten Ein­satz­wa­gen über die Au­to­bahn A3 Rich­tung Frank­furt (Main) ge­tuckert. Et­wa 30 km nach Würz­burg kommt man an Wert­heim vor­bei, wo­selbst ein so­ge­nann­tes Fac­to­ry Out­let Cen­ter am We­ges­rand die mar­ken­be­wuß­te Ver­brau­cher­meu­te zum hem­mungs­lo­sen Kau­fen ein­lädt. Die­ses Are­al (üb­ri­gens nicht mehr in Bay­ern und noch nicht in Hes­sen, son­dern in Ba­den Würt­tem­berg ge­le­gen, wel­ches sich da oben ir­gend­wie da­zwi­schen­stülpt) ist ei­ne Art Dis­ney-Land oh­ne Mickey Mou­se: Un­weit der ech­ten hi­sto­ri­schen Stadt hat man da ei­ne schicke Fan­ta­sy-Kon­sum­burg auf den »Al­mo­sen­berg« [sic!] hin­ge­setzt, die so aus­sieht, wie Eu­ro­pä­er glau­ben, daß sich die Amis so wohl Good Old Ger­ma­ny vor­stel­len. Oder so ähn­lich...

Das An­ge­bot im Wert­heim Vil­la­ge ist ins­ge­samt viel­leicht mit »merk­wür­dig« am be­sten um­schrie­ben: Über­wie­gend sind es Be­klei­dungs­fir­men, die ih­re Vor­jah­res-Kol­lek­tio­nen und son­sti­gen Rest­po­sten an den Mann und die Frau zu brin­gen ver­su­chen. Manch’ ku­rio­ser Kit­tel in ab­sur­der Farb­stel­lung und ex­tre­mer Mi­ni- oder Ma­xi-Grö­ße hängt da of­fen­bar schon seit der Er­öff­nung her­um und hat am Preis­schild ei­ne ein­drucks­vol­le Re­du­zie­rungs-Hi­sto­rie auf­zu­wei­sen. Aber ein häß­lich-schril­les Teil bleibt ein häß­lich schril­les Teil (und über­trägt die­se At­tri­bu­te wo­mög­lich auf die Trä­ge­rin), al­so bleibt es wei­ter­hin lie­gen (resp. hän­gen), auch wenn es mitt­ler­wei­le ei­ne Zeh­ner-Po­tenz bil­li­ger ge­wor­den ist. Ge­würzt wird die amü­san­te Tex­til-Be­schau ge­le­gent­lich durch net­te Bei­spie­le krea­ti­ver Recht­schrei­bung:

Hinweisschild

In di­ver­sen In­ter­net-Fo­ren kann man nun Kun­den­mei­nun­gen le­sen, die sich zu­min­dest dar­in ei­nig sind, daß »die Ar­chi­tek­tur« dort be­mer­kens­wert und au­ßer­ge­wöhn­lich sei. Ich kann dem nicht bei­pflich­ten: Tat­säch­lich gibt es da über­haupt kei­ne Ar­chi­tek­tur zu se­hen, son­dern ba­na­le In­du­strie-La­ger­hal­len mit play­mo­bi­loi­dem, funk­ti­ons­lo­sem Blend­werk drauf und dran. Lä­cher­lich! Ich per­sön­lich fän­de ehr­li­che Blech­schup­pen al­le­mal we­ni­ger pein­lich als die­se in je­der Hin­sicht hoh­le Ku­lis­sen­stadt. Ga­stro­no­mie ist üb­ri­gens nicht in nen­nens­wer­tem Um­fang prä­sent, schon gar kei­ne mit bo­den­stän­di­gen Prei­sen. Zu lo­ben sind in­des­sen die stets sau­be­ren Toi­let­ten-An­la­gen.

Zonebattler’s Re­sü­mee: Wir sind das Ge­gen­teil von Mar­ken-Fe­ti­schi­sten, ge­hö­ren al­so nicht der an­vi­sier­ten Ziel­grup­pe an. Mei­ne bes­se­re Hälf­te hat zwar meist das ei­ne oder an­de­re schö­ne Teil zum Schnäpp­chen­preis er­gat­tern kön­nen, aber das war eher Zu­fall. Gut ge­führ­te Se­cond-Hand-Lä­den sind in Sa­chen Mo­de al­le­mal er­gie­bi­ger (und preis­wer­ter)! Für uns ist das künst­li­che Dorf ein prak­ti­scher Zwi­schen­stopp zum Fü­ße ver­tre­ten und Ver­rich­ten mensch­li­cher Be­dürf­nis­se, ver­bun­den mit ei­nem kur­zen Schau­fen­ster­bum­mel. Ex­tra hin­fah­ren wür­den wir zu so­was je­doch nie. Aber das mö­gen an­de­re an­ders se­hen...

P.S.: Nach der et­was aus­ge­dehn­ten Pin­kel­pau­se muß man acht­ge­ben, nicht ver­se­hent­lich in ver­kehr­ter Rich­tung wie­der auf die Au­to­bahn zu fah­ren: Ein­mal nicht ganz auf­ge­paßt, und man hat rauf und run­ter schnell 2x20 un­nö­ti­ge Ki­lo­me­ter auf dem Zäh­ler!

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