Dienstag, 27. September 2005
In einem Nürnberger Kaufhaus habe ich unlängst in der Damenoberbekleidungs-Etage einen Sonderverkauf von »Anlasshüten« gesehen. Welch’ interessantes Wort! War mir bisher noch nicht untergekommen. Sofort versuchte ich zu ergründen, um welche Art von Kopfbedeckungen es sich dabei wohl handelte... Auf Anhieb fielen mir drei mögliche Bedeutungen ein, was denn ein »Anlasshut« sein könnte:
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Ein Hut, den man (frau) nach dem Aufsetzen nicht mehr absetzt, sondern immer anlässt, also auch beispielsweise beim Beischlaf, beim Tauchen, beim Rasenmähen. Ein Hut für alle Fälle, sozusagen...
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Ein Hut mit Anlasser zum Anlassen, sprich mit integriertem Motor, womöglich mit Butangas oder gar mit Rapsöl betrieben. Ein gut dämmender Damen-Filzhut läßt sicherlich kaum mehr als ein leises Tuckern nach außen dringen.
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Ein Hut für besondere Anlässe (Bälle, Hochzeiten, Empfänge etc.). Erschiene mir aber als zu banal, um wahr zu sein...
Noch irgendwelche Assoziationen in der Leserschaft da draußen? Dann bitte ich um geistreiche Kommentare!
P.S. Ja, ich hätte natürlich eine Verkäuferin fragen können, aber ich war zu feige und habe mich nicht getraut... ;-)
Mittwoch, 14. September 2005
Die Fürther Südstadt ist reich an Wundern und Mirakeln, und ein Rätsel ganz besonderer Art gibt mir ein Laden in ein paar Fußminuten Entfernung auf: In ansprechender Präsentation werden dort in einer alten Halle Gebrauchtwagen der besonderen Art (vorwiegend Luxuskarossen, Sportwagen und gelegentlich Oldtimer) feilgeboten, wobei das Angebot Abrundung erfährt durch allerlei Kunstwerke, Tinnef und hin und wieder auch ein schönes Gründerzeit-Möbel. Das skurrilste Exponat ist zweifellos der an der Decke aufgehängte Nachbau eines deutschen Weltkrieg-Eins-Doppeldeckers in Originalgröße, der allerdings im Detail arge Schnitzer aufweist (z.B. den unterdimensionierten Sternmotor, den Fantasie-Tarnanstrich sowie an Ösen (!) aufgehängte Raketen-Attrappen (!) an den Flügelunterseiten). Egal, das bizarre Sammelsurium ist originell und der Showroom gepflegt. Was mich aber bei jedem Vorbeigehen erneut beschäftigt, ist der Name jenes ungewöhnlichen Geschäftes:
»Cars, Art’s and more«, was mag das wohl heißen? Man könnte zunächst meinen, der Namensgeber wüßte (wie so viele heutzutage) nicht zwischen Plural und Genitiv zu unterscheiden und hat daher fälschlicherweise den Deppenapostroph zur Mehrzahlbildung bei »Art’s« verwendet. Glaub’ ich aber nicht, denn wenn es sich wirklich um einen Tumbling handelte, hätte er konsequenterweise sicher gleich »Car’s, Art’s and more« geschrieben! Nein, nein, mit dem Apostroph kennt er sich offenbar aus. Zumal »Autos, Künste und mehr« ja auch keinen Sinn ergäbe. Kunstwerke dagegen wären ja obendrein mit »works of art«, also ohnehin ganz anders zu titulieren. Doch vielleicht heißt der Inhaber der Unternehmung ja Artur (Koseform Art), und der Ladenname soll übersetzt »Kraftwagen und des Arturs Sachen und (noch) weiteres« bzw. umgangssprachlich »Autos und dem Art sein Zeugs und mehr« bedeuten? Das wäre doch ebenso nett wie grammatikalisch (halbwegs) korrekt!
In diesem sprachlichen Dilemma kämen mir aufhellende Kommentare sprachkundiger LeserInnen sehr gelegen, denn ich lasse mich gerne eines Besseren belehren. Wer also kann mit einer plausibleren Interpretation dienen?