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zonebattler's homezone 2.1 - Merkwürdiges aus Fürth und der Welt


« zonebattler’s Zau­ber­ka­sten Frän­ki­sche Kü­che »

Färd­de­risch für Frem­de

Mein Freund und Nach­bar Udo Mey­er (von dem in sei­ner Ei­gen­schaft als Künst­ler noch zu be­rich­ten sein wird) ist ein al­ter Für­ther, der sei­ne Ju­gend hier in der Süd­stadt ver­bracht hat. Des­we­gen hat er al­ler­lei mund­art­li­che Aus­drücke in pet­to, die heu­te kaum ei­ner mehr kennt. So­was ist na­tür­lich ein »ge­fun­de­nes Fres­sen« für den Ar­chi­var in mir, und ich muß so­gleich ei­ne klei­ne Samm­lung der alt­für­the­ri­schen Fach­aus­drücke an­le­gen:

Aus­druck Be­deu­tung
Blunzn Fuß­ball aus ei­ner auf­ge­bla­se­nen Schwei­nebla­se mit selbst­ge­näh­ter Stoff-Au­ßen­hül­le
Bog­ger­la Wä­sche­klam­mer bzw. Kie­fern­zap­fen (je nach Kon­text)
Bul­lern Mit (und um) Mur­meln aus Glas oder Ton spielen(z.B. zur Mu­ni­ti­ons­ge­win­nung für die Gambl)
Fotzn Mund (auch »Waffl« oder »Goschn«)
Gambl Zwil­le, aus ei­ner Ast­ga­bel selbst­ge­ba­stel­te Stein­schleu­der
Gas­bolln Dünn­wan­di­ger, luft­ge­füll­ter Ball zum Spie­len (Ten­nis­ball)
Hober­gaaß Sehr schlan­kes, ge­ra­de­zu dür­res Mäd­chen
Kel­ler­bembern Fuß­ball­spie­len quer über die Stra­ße mit eben­erdi­gen Kel­ler­fen­stern als Tor-Er­satz
Schlup­fen sich un­er­laub­ter­wei­se (un­ter dem Zaun durch) vom »Freibad«-Bereich des Fluß­ba­des aus in das »Zahl­bad« ein­schlei­chen
Wabbln Mit Geld­stücken an ei­ne Haus­wand wer­fen (wes­sen Mün­ze dann am näch­sten an der Wand liegt, der ge­winnt den Ein­satz al­ler)
Was­ser­schnall­zn Dün­ne, sehr wäss­ri­ge Sup­pe

Die Ta­bel­le wird lau­fend er­gänzt, und so­bald mir et­was »neu­es Al­tes« zu Oh­ren kommt, pfle­ge ich das hier ein. Mal schau­en, ob da nicht viel­leicht lang­fri­stig ein klei­ner Mund­art-Al­ma­nach her­an­wächst... Ich bit­te um re­ge Zu­ar­beit!

  1. Hermann  •  24. Okt. 2005, 18:18 Uhr

    Fäd­de­risch

    Hal­lo Ralph,
    ich über­neh­me kei­ne Ver­ant­wor­tung für die laut­ma­le­risch rich­ti­ge Schreib­wei­se aber hier noch ei­ni­ge Aus­drücke, die ich von mei­ner Groß­mutter – Gu­stavstara­ße und so – ge­hört ha­be. Als da sind:
    Sta­tio­när­le für Schwarz­wur­zeln
    Käs­kehl für Blu­men­kohl-ei­ne Ver­ball­hor­nung des Wor­tes Kar­fi­ol
    Drit­schäuä­fa­la für Tür­schwel­le und
    Di­et­häuft­la für ein Men­ge von ca. 5 Pfund Kar­tof­fel
    herz­lichst Her­mann

    #1 

  2. zonebattler  •  8. Nov. 2005, 7:52 Uhr

    Broud­woschd mid semfd

    Heu­te be­rich­ten die Nürn­ber­ger Nach­rich­ten von ei­nem bei Lan­gen­scheidt neu er­schei­nen­den, Deutsch-Frän­ki­schen Wör­ter­buch.

    #2 

  3. mooncat  •  18. Jul. 2006, 12:08 Uhr

    Semfd = Semft soll, wie ich ge­hört ha­be, das ein­zi­ge frän­ki­sche Wort mit har­tem »T« sein

    #3 

  4. zonebattler  •  18. Jul. 2006, 12:15 Uhr

    Das könn­te gut sein, aber ich wer­de es zwengs der aus­wär­ti­gen Le­se­rIn­nen im Kom­men­tar-Link doch lie­ber bei der hoch­deut­schen Schreib­wei­se be­las­sen... ;-)

    #4 

  5. Stefan  •  5. Aug. 2006, 9:05 Uhr

    ´Fast wie im La­tei­ni­schen...

    gibt es wohl auch hier für ei­nen Be­griff meh­re­re Über­set­zungs­mög­lich­kei­ten. So teil­te mir so­eben mein fuss­ball­be­gei­ster­ter Sohn Paul mit , dass »Gambl« das rech­te oder lin­ke obe­re Eck ei­nes Fuß­ball­to­res be­deu­tet.
    So geht es mir auch mit an­de­ren Be­grif­fen.
    Nun muss es wohl sprach­lich ge­se­hen gro­ße re­gio­na­le Un­ter­schie­de ge­ben, wie ich wie­der ein­mal als ge­bür­ti­ger Ans­ba­cher und Neu-Fäd­der fest­stel­len darf.

    #5 

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