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zonebattler's homezone 2.1 - Merkwürdiges aus Fürth und der Welt


« Die EGGER-BAHN Ma­schi­nen sind auch nur Men­schen... »

Rus­si­sche See­le in frän­ki­scher Nacht

Von der »werk­statt ed­da schnei­der na­tur­stücke« war kürz­lich schon ein­mal in an­de­rem Zu­sam­men­hang die Re­de. Ge­stern gab es dort un­ter dem Mot­to »Kul­tur für al­le Sin­ne: Be­geg­nung mit der rus­si­schen See­le« ein gro­ßes Fest­essen. Der sin­nen­fro­he zo­ne­batt­ler freut sich, nach­fol­gend über ei­nen sehr ge­lun­ge­nen Abend be­rich­ten zu kön­nen...

An der ge­mein­sa­men Vor- und Zu­be­rei­tung der Spei­sen am Vor- und Nach­mit­tag (un­ter der fach­kun­di­gen An­lei­tung der VHS-Do­zen­tin Nel­li Schlaht) konn­ten wir aus Zeit­grün­den lei­der nicht teil­neh­men, und so be­gan­nen wir den Abend als zah­len­de Gä­ste mit ‑wie könn­te es an­ders sein- Krim­sekt und Ka­vi­ar­schnitt­chen:

Russischer Abend

Schon an den Vor­spei­sen (Ge­mü­se­ka­vi­ar, He­ring­sa­lat »Un­ter dem Pelz«, Gur­ken, To­ma­ten, Was­ser­me­lo­nen...) hät­te man sich oh­ne wei­te­res satt es­sen kön­nen...

Russischer Abend

Der Haupt­gang be­stand aus Borschtsch-Sup­pe und »Pi­rosch­ki«, al­so lecke­ren Quark- und He­fe­teig­ta­schen mit Pilz- bzw. Hack­fleisch-/Reis­fül­lung:

Russischer Abend

Doch der Ge­nuß er­streck­te sich kei­nes­wegs nur auf Gau­men und Zun­ge, wäh­rend des Es­sens wur­de so­gar ein al­tes rus­si­sches Mär­chen (auf deutsch) vor­ge­tra­gen. Die fol­gen­den mu­si­ka­li­schen Dar­bie­tun­gen ris­sen dann nicht nur die Rus­sen, son­dern auch die Fran­ken hin und mit!

Russischer Abend

Die Na­men der auf­spie­len­den, sin­gen­den und tan­zen­den Her­ren sind mir lei­der nicht mehr prä­sent, um­so mehr aber die zau­ber­haf­te Stim­mung, die selbst ju­gend­li­che Pas­san­ten vor der Schau­fen­ster­schei­be von Ed­da Schnei­ders Werk­statt zu be­gei­stern ver­moch­te...

Russischer Abend

Mu­sik ist ja im­mer noch der be­ste Kleb­stoff zwi­schen den Kul­tu­ren, und die aus­ge­las­se­ne Stim­mung half bei den viel­fäl­ti­gen Ge­sprä­chen zwi­schen den Men­schen über sprach­li­che Bar­rie­ren hin­weg. Und das ganz oh­ne Wod­ka!

Der in Fürth woh­nen­de und ar­bei­ten­de Künst­ler Da­vid Krug­mann er­zähl­te von sei­ner Zeit in Ruß­land bis zur Emi­gra­ti­on nach Deutsch­land. Hu­mor­voll wie er ist, deu­te­te er er­leb­te Här­ten nur de­zent an, aber es wur­de deut­lich, daß man es in sei­ner Hei­mat mit ganz an­de­ren Wid­rig­kei­ten zu tun be­kom­men konn­te (und teil­wei­se si­cher im­mer noch kann) als hier­zu­lan­de...

Russischer Abend

Mit dem Nach­tisch run­de­te sich der Abend. Der zo­ne­batt­ler be­kennt frei­mü­tig, bei Ban­ket­ten jed­we­der Art so­wie­so eher den sü­ßen As­pek­ten zu­zu­nei­gen, und auch da hat die rus­si­sche Kü­che ei­ni­ges zu bie­ten. Bei den tra­di­tio­nel­len Krin­geln frei­lich braucht man schon ein so­li­des Ge­biß und trai­nier­te Beiß­mus­keln:

Russischer Abend

Die­se klei­nen Din­ger hier wa­ren schon zar­te­rer Na­tur, an die könn­te ich mich glatt ge­wöh­nen:

Russischer Abend

Mein kla­rer Fa­vo­rit wa­ren in­des­sen die »sü­ßen Wurst­schei­ben« (ei­ne ge­preß­te Me­lan­ge aus Kek­sen, Ka­kao, Zucker und an­de­ren Ka­lo­ri­en­bom­ben). Da kam ich vor lau­ter Fut­tern tat­säch­lich gar nicht zum Fo­to­gra­fie­ren.

Der Abend hat­te al­so nicht nur im kul­tu­rel­len Sin­ne Ge­halt und Sub­stanz, und mei­ne Waa­ge at­te­stiert mir heu­te mor­gen ge­schla­ge­ne 1,5 kg mehr als ge­stern. Wol­len wir mal hof­fen, daß ich die ge­nau­so schnell wie­der los­wer­de, wie ich sie ge­stern in mich hin­ein­ge­stopft ha­be...

Näch­stes Jahr soll es bei Ed­da Schnei­der zwei Neu­auf­la­gen des Gau­men­schmau­ses ge­ben, ein­mal in grie­chi­scher Aus­prä­gung, ein­mal un­ter ita­lie­ni­scher Flag­ge. Kei­ne Fra­ge, bis da­hin bin ich wie­der in je­der Hin­sicht »auf­nah­me­be­reit«!

Diskussion

  1. zonebattler  •  20. Nov. 2005, 13:01 Uhr

    Die näch­ste Be­geg­nung...

    ...fand heu­te vor­mit­tag im Für­ther Rund­funk­mu­se­um statt, und zwar mit ei­ner jun­gen und recht stimm­star­ken »Re­inkar­na­ti­on« Za­rah Le­an­ders: Der ful­mi­nan­te Auf­tritt von Alex­an­dra Völkl (be­glei­tet von Sö­ren Ba­len­dat am Kla­vier) er­öff­ne­te die neue Son­der­aus­stel­lung »Gu­te Nacht, Mut­ter... – Das ‘Wunsch­kon­zert’ im Zwei­ten Welt­krieg«. Der zo­ne­batt­ler (als Web­ma­ster des Rund­funk­mu­se­ums hat er die Aus­stel­lung ge­ra­de ge­se­hen und so­gleich in die Mu­se­ums-Home­page in­te­griert) kann die­se aus ori­gi­na­len Bild‑, Ton‑, und Text­do­ku­men­ten be­stehen­de Schau nur emp­feh­len, zeigt sie doch sehr ein­drucks­voll die Me­tho­den und Me­cha­nis­men staat­li­cher Pro­pa­gan­da und Ma­ni­pu­la­ti­on. Und die sind heu­te so ak­tu­ell wie da­mals...

    #1 

  2. zonebattler  •  28. Jan. 2006, 20:04 Uhr

    Oh­ne gleich ei­nen gan­zen Ar­ti­kel zu schrei­ben...

    ...möch­te ich hier in ei­ner klei­nen Rand­no­tiz die Er­in­ne­rung an den gest­ri­gen Frei­tag Abend in Ed­da Schnei­ders Ex-Su­per­markt be­wah­ren. Ne­ben der für mich neu­en und be­we­gen­den Be­geg­nung mit Le­ben und Werk des schi­zo­phre­nie­kran­ken Künst­lers Ge­org Pir­ner gab es vir­tu­os vor­ge­tra­ge­ne Re­nais­sance­mu­sik zu hö­ren:

    Christine Riessner

    Chri­sti­ne Riess­ner spiel­te Wer­ke des 15. und 16. Jahr­hun­derts aus ita­lie­ni­schen und spa­ni­schen Ta­bu­la­tu­ren, aber auch eng­li­sche und schot­ti­sche Stücke wa­ren da­bei. Mir per­sön­lich sag­ten die spa­ni­schen Ein­la­gen am mei­sten zu, viel­leicht, weil sie mich so­fort und weh­mü­tig an die wun­der­ba­re Ver­fil­mung des »Don Qui­jo­te« mit dem un­ver­ges­se­nen Jo­sef Mein­rad er­in­ner­ten...

    #2 

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