Zum Inhalt springen


zonebattler's homezone 2.1 - Merkwürdiges aus Fürth und der Welt


« Bonjour tristesse (18) Wiedergekäutes »

Wenn der Postmann niemals klingelt (2)

Zu Beginn der Woche expedierte ein Freund eine dringend benötigte Daten-CD an mich, und experimentierfreudig wie er nunmal ist, wählte er den versicherten Paketversand per Hermes. Der Götterbote erwies sich als nicht der Schnellsten Einer, erst am Donnerstag versuchte er die Sendung zuzustellen. Den berufstätigen zonebattler traf er untertags natürlich nicht an, und anstatt die Sendung nach Art der pfiffigen Konkurrenten in der ebenerdigen Arztpraxis abzugeben, warf mir der Schlaumeier nur eine Benachrichtigungskarte in den Briefkasten, welchselbige mir einen erneuten Zustellversuch für den Folgetag verhieß…

Also: Auf der Karte flugs die Arztpraxis als autorisierten Hilfs-Empfänger vermerkt, das Ding an den Briefkasten geklebt, die Schalterchefin von der Aktion in Kenntnis gesetzt. Extra darum gebeten, beim frühen Freitags-Feierabend mir das Paket oben auf die Treppe zu legen, da unsereins ja erst um halb fünf retourniert. Dankeschön, ‚Wiedersehen. Alles schien nunmehr bestens und umsichtig geregelt.

Heute tappe ich also (von des Tages Müh‘ und Plage rechtschaffen erschöpft) heim und finde neben allerlei Briefpost erwartungsgemäß die leuchtende Hermes-Karte im Briefkasten, die von der erfolgten Paket-Abgabe in der Praxis kündet. Die ist so spät am Tage natürlich längst geschlossen. Also die Treppe hochgespurtet, eins, zwei, drei Stockwerke hoch: Nirgendwo ein Päckchen zu sehen. Aber zu hören ist etwas, nämlich ein Handwerker im Keller! Also wieder drei Stockwerke heruntergeflitzt und eine Kellertreppe dazu, den braven Mann befragt, ob er im Auftrage des Herrn Doktor werkelt und ergo Zugang zur Praxis habe? Ja und nein, der Chef käme aber nochmal vorbei. Ich bitte um Benachrichtigung desselben zwecks mutmaßlicher Post für mich hinterm Empfangstresen…

Treppe wieder rauf, auf halber Höhe höre ich Gesprächsfetzen: der Doc ist tatsächlich eingetroffen. Ich wieder runter, Story erzählt, Mädels hätten wohl vergessen, mir mein Packerl ins Stiegenhaus zu legen. Hintern den Tresen geguckt, in die Schränke, auch in den Sozialraum: Nix zu sehen, was einer Postsendung für den zonebattler im entferntesten ähnlich sähe. Wo ist das vermaledeite Trumm? Von der Treppe geklaut? Eher unwahrscheinlich.

Zum dritten Mal die Treppen hoch, in der Wohnung nachgesehen, ob die bessere Hälfte womöglich zwischenzeitlich die Sendung in Empfang genommen und irgendwo deponiert haben könnte. Hat sie natürlich nicht. Da fällt mein Blick auf den Briefpoststapel, den ich vorhin höchstselbst mit heraufgebracht hatte: Zwischen Werbeprospekten und der neuesten Ausgabe des »Eisenbahn-Landwirtes« liegt ein kleiner, unscheinbarer Luftpolsterumschlag, etwas größer als eine CD-Hülle: Da lag mein »Paket«! Ganz offenbar war eine Arzthelferin so nett gewesen, mir das schmale Teil nach erfolgter Quittierung praktischerhalber in den Briefkastenschlitz zu stecken…

Ein letztes Mal heruntergedackelt, dem Doktor die Story erzählt und alle Verschwörungstheorien damit aus der Welt geschafft. Sodann zum vierten (oder fünften?) Mal den Weg ins eigene Heim im dritten Altbau-Stockwerk angetreten. Türe zu, endlich Ruh‘. Ich brauche weiß Gott kein Fitness-Studio!

  1. Der Freund  •  24. Mrz. 2007, 0:58 Uhr

    Der gottverlassende Götterbote…

    …hat mich leider nicht nur in deiner Sendung im Stich gelassen. Meine Kunden (un)wettern, weil der private Paketdienst eher schleppend arbeitet. Die für Montag in Auftrag gegebenen Pakete waren teilweise noch nicht mal am Freitag bei den Empfängern eingegangen, womit der Zonebattler noch zu den Glücklicheren zählt.

    Traurig, aber wahr: Auch wenn bissl teurer als die Privaten, erledigt der halbstaatliche Versandableger der Post seinen Dienst zuverlässiger und schneller. Es darf nur wirklich nichts schief gehen, da es sonst in einer jahrelangen Odyssee endet – kein Witz! Ich warte seit zwei (2!) Jahren auf eine Rückzahlung einer doppelt verbuchten Nachnahme.

    Alles hat ein Ende, nur die Post hat keins…

    #1 

  2. Zappo  •  24. Mrz. 2007, 1:18 Uhr

    Der Freund…

    …hatte nicht damit gerechnet, dass der Zonebattler eine CD in einem Umzugskarton erwartete :D

    Das nächste mal vielleicht, wenn ich wieder nach Gewicht, und nicht nach Volumen bezahle ;)

    #2 

  3. Grabenkenner  •  24. Mrz. 2007, 7:22 Uhr

    wohl wahr, wenn der Wurm mal drin ist, dann richtig. Und der ist sehr, sehr schwer wieder rauszubekommen…….

    #3 

  4. dax  •  24. Mrz. 2007, 13:20 Uhr

    geht auch besser

    Als Alternative kann ich dir die DHL Packstation empfehlen (www.packstation.de). Dorthin lassen sich Pakete schicken und rund um die uhr abholen. Bei mir ist die gleich um die ecke und ich spare mir den ganzen Kram mit den Nachbarn.

    #4 

  5. zonebattler  •  24. Mrz. 2007, 16:10 Uhr

    Mit DHL-Paketen…

    …habe ich überhaupt keinen Streß: Die gibt der Posterer regelmäßig in der Arzt-Praxis ab und die Mädels dort (die obendrein erheblich hübscher sind als so ein gelbes Blechregal) bewahren sie zuverlässig für mich auf: Bequemer kann ich es doch gar nicht haben! Mein Problem wurde durch einen überkorrekten (und Neuland betretenden) Hermes-Boten verursacht…

    #5 

  6. Etosha  •  25. Mrz. 2007, 13:11 Uhr

    Dritter Stock Altbau hab ich auch fünf Jahre lang genossen. Hab dort öfter mal versehentlich meinen Schlüsselbund am Postkasten im Erdgeschoss steckenlassen. Als Extra-Fitnesseinheit.

    #6 

  7. zonebattler  •  25. Mrz. 2007, 13:17 Uhr

    Das kann natürlich ins Auge gehen…

    …zumal wenn der Schlüsselbund von Schurken gefunden wird. Andererseits wirst Du ja das Versäumnis immer sehr rasch gemerkt haben, nämlich als Du nach der Treppensteigerei vor der Wohnungstür ankamst, nicht wahr? ;-)

    Immerhin erziehen hochgelegene Wohnungen i.d.R. zu umsichtiger Planung, schon aus Gründen der Faulheit. Und mal ehrlich: Lieber morgens runter aus und abends rauf in eine großzügige Behausung auf einer Ebene, als in so einem elend winzigen Schachtelhaus ständig von einer Etage zur anderen wechseln zu müssen…

    #7 

  8. Etosha  •  26. Mrz. 2007, 10:06 Uhr

    Ja, das Versäumnis wurde nach der Treppensteigerei in der Tat immer sehr rasch bemerkt. Daher meine Einstufung als ‚zusätzliche Fitnesseinheit‘.
    Ich weiß, was du mit ‚elendem Schachtelhaus‘ meinst. Du meinst diese Reihenhäuser mit fünf Stockwerken, in jedem Stock ein Zimmer. Ganz oben das Schlafzimmer, wie im guten alten Affenrudel. Zusatzfeature: Alle Fenster gehen nach Norden.

    Aber auch ich hab hier ein paar Treppen in meinem VerSchachtelHaus, wenn es auch seiner Natur nach keine geplante, sondern eine gewachsene Verschachtelung ist. Also Vorsicht! ;)

    #8 

Kommentar-RSS: RSS-Feed für Kommentare nur zu diesem Beitrag

Eigenen Senf dazugeben: