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zonebattler's homezone 2.1 - Merkwürdiges aus Fürth und der Welt


« Sieg des Stär­ke­ren? Mit­tagspäus­li­ches Fa­zit... »

Sic tran­sit glo­ria mun­di

Wenn der Wet­ter­gott mal mit­spielt, tritt der zo­ne­batt­ler den nach­mit­täg­li­chen Nach­hau­se­weg zu­wei­len nicht mit der Bahn, son­dern zu Fuß an: Die beim Fla­nie­ren bzw. Mar­schie­ren ge­won­nen Ein­drücke sind doch er­heb­lich in­ten­si­ver als die beim Vor­bei­rau­schen per Zug, Kraft­wa­gen oder Fahr­rad er­hasch­ten Mo­ment­auf­nah­men.

Auf dem Weg von »Von Näm­berch auf Färdd« kommt dem Wan­ders­mann so man­ches ar­chi­tek­to­ni­sche De­tail un­ter die Au­gen, bei dem sich bra­ve grün­der­zeit­li­che Bau­mei­ster vor gut 100 Jah­ren viel Mü­he ge­ge­ben ha­ben. Vie­les da­von bleibt dem mo­to­ri­sier­ten Ver­kehrs­teil­neh­mer ver­bor­gen, selbst wenn es ihn in­ter­es­sier­te. Aber auch von den Fuß­gän­gern schaut sich kaum ei­ner da­nach um...

Be­son­ders un­ter die Haut geht emp­find­sa­men Ge­mü­tern die Tri­stesse des Nie­mands­lan­des zwi­schen Nürn­berg und Fürth (zwi­schen den U-Bahn-Sta­tio­nen Mug­gen­hof und Stadt­gren­ze). Der dort heu­te hin­durch­ge­tapp­te zo­ne­batt­ler schämt sich nicht zu­zu­ge­ben, daß ihm die Ge­menge­la­ge aus acht­los weg­ge­wor­fe­nem Zi­vi­li­sa­ti­ons­müll, tri­stem Be­ton, still­ge­leg­ten La­de­glei­sen und er­ster (Un­kraut-) Blü­ten­pracht Trä­nen der Trau­rig­keit in die Au­gen trieb.

Ist der of­fen­ba­re Ver­lust von Schön­heits­ge­fühl und -Be­dürf­nis in des Vol­kes mehr­heit­li­cher Men­ge ei­ne Fol­ge un­se­rer ak­tu­el­len ge­sell­schaft­li­chen Pro­ble­me oder auch ei­ne von de­ren Ur­sa­chen?

Diskussion

  1. blue sky  •  4. Apr. 2006, 21:48 Uhr

    Das Au­to­ma­ten­fo­to ist groß­ar­tig! Ob Meh­dorn heim­lich dar­an übt..?

    An­son­sten bin ich, was die zu­ge­ge­be­ner­ma­ßen et­was trost­lo­se Strecke an­geht, wohl ein­fach an­ders ge­prägt. Ich bin in ei­ner Stadt groß­ge­wor­den, die – ne­ben schö­nen Ecken na­tür­lich – auch vie­le sol­cher et­was ver­wahr­lo­sten Flecken hat­te. Oder so­gar deut­lich schlim­me­re. So­et­was fällt na­tür­lich bei den gan­zen raus­ge­putz­ten Ört­chen hier in Fran­ken ganz an­ders auf. Bis zu ei­nem ge­wis­sen Grad emp­fin­de ich die­se Nie­mands­län­der so­gar als schön; sie ge­hö­ren in mei­nen Au­gen zu grö­ße­ren Städ­ten da­zu, zu­mal wenn dort In­du­strie hei­misch ist.

    Die Fra­ge ist ja, ob man ei­ne dau­er­haf­te und sinn­vol­le Nut­zung für sol­che Flä­chen fin­det. So­fern die ört­lich be­grenzt blei­ben und nicht noch Kri­mi­na­li­tät an­zie­hen, kann man sie je­den­falls noch er­tra­gen, fin­de ich. Schmerz­haf­ter ist in mei­nen Au­gen, wenn Stra­ßen­zü­ge mit der Zeit ih­re alt­ein­ge­ses­se­nen Ge­schäf­te ver­lie­ren und nach und nach mit den über­all glei­chen Han­dy-, Back-, Ramsch- und Dö­ner­lä­den be­völ­kert wer­den.

    #1 

  2. zonebattler  •  4. Apr. 2006, 22:12 Uhr

    Herr Meh­dorn hat hier kei­ne Ak­ti­en drin...

    ...denn die von mir ab­ge­lich­te­ten, aus­ge­mu­ster­ten Fahr­kar­ten­au­to­ma­ten ge­hör­ten der Stadt Nürn­berg (bzw. dem Ver­kehrs­ver­bund), nicht aber der Deut­schen Bahn. Frei­lich ist der Her­stel­ler der­sel­be, was die Ver­wechs­lung er­leich­tert.

    Im Üb­ri­gen ha­be ich durch­aus nicht be­haup­ten wol­len, in­ner­städ­ti­sche Brach- und In­du­strie­flä­chen nicht zu schät­zen: Das Ge­gen­teil ist der Fall! Aber sie stim­men mich eben auch oft arg me­lan­cho­lisch...

    Dei­ne An­sicht zum trau­ri­gen Wan­del vom Han­del tei­le ich. Ei­ne be­stimm­te Bran­che hast Du frei­lich in Dei­ner Auf­zäh­lung ver­ges­sen! ;-)

    #2 

  3. blue sky  •  5. Apr. 2006, 9:58 Uhr

    Das mit den Ma­trat­zen­lä­den scheint mir aber bis­lang ein rein Nürn­ber­ger Phä­no­men zu sein. Merk­wür­dig al­le­mal. ;)

    #3 

  4. Nachtblau  •  5. Apr. 2006, 22:17 Uhr

    Im­mer­hin, Brach­land kann man wie­der ir­gend­wann nut­zen, aber wenn der näch­ste Al­di, Lidl, etc. sei­ne 100000 Fi­lia­le drauf­setzt, nicht. Dann doch lie­ber so.

    #4 

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