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zonebattler's homezone 2.1 - Merkwürdiges aus Fürth und der Welt


« Mohn­ra­ker Ga­le­rie der Kon­tra­ste (1) »

Te­le­fo­nie­ren für Fort­schrei­ten­de

Heu­te Mit­tag brach­te ich ei­nen mich auf dem Han­dy an­ru­fen­den Freund leicht aus der Fas­sung, weil ich mich nicht mit Na­men, son­dern wahr­heits­ge­mäß mit mei­nem Stand­ort mel­de­te (»Nürn­ber­ger Stra­ße«, ge­konnt da­hin­ge­raunzt in der lau­ni­schen Dik­ti­on der ab­ge­brüh­ten Stadt­bus­fah­rer). Als mein Kum­pel sich wie­der ein­ge­kriegt und mich letzt­lich doch er­kannt hat­te, ver­such­te ich ihm die Sinn­haf­tig­keit mei­nes Tuns zu er­klä­ren:

Als die Te­le­fo­ne noch Ka­bel (resp. »Schnü­re«) hat­ten und al­so ei­ni­ger­ma­ßen im­mo­bil wa­ren, be­zeich­ne­ten ih­re Ruf­num­mern klar de­fi­nier­te Or­te. Ab­he­ben tat da­mals die je­weils näch­ste in Hör- und Griff­wei­te be­find­li­che Per­son, mit­hin wech­seln­de Leu­te, wes­halb es sinn­voll und an­ge­zeigt war, sich höf­li­cher- und klar­stel­len­der­wei­se mit Na­men zu mel­den.

Heut­zu­ta­ge hin­ge­gen ist ei­ne Mo­bil­funk-Ruf­num­mer ein­deu­tig ei­nem Men­schen zu­ge­ord­net, mit des­sen per­sön­li­cher Mel­dung bei An­ruf fest zu rech­nen ist. Nicht vor­her­seh­bar ist da­ge­gen der Ort der Ge­sprächs­ent­ge­gen­nah­me, da das Mo­bil­te­le­fon -no­men est omen- all­über­all hin mit­ge­nom­men wer­den kann. Da ist es doch dann nur lo­gisch, wenn sich der An­ge­ru­fe­ne mit der ein­zig noch nicht ein­deu­tig ge­klär­ten In­for­ma­ti­on mel­det, dem Ort sei­nes mo­men­ta­nen Ver­wei­lens näm­lich!

Ob die­ser strin­gen­ten und nach­ge­ra­de bril­lan­ten Be­weis­füh­rung sehr mit sich zu­frie­den, geht der zo­ne­batt­ler jetzt die er­sten Erd­bee­ren der Sai­son ern­ten, zu­nächst noch oh­ne Hilfs­per­so­nal. Wer ihn in der näch­sten hal­ben Stun­de an­ruft, muß sich al­so dar­auf ein­stel­len, mit ei­nem so­no­ren »Ka­ro­li­nen­stra­ße« be­grüßt zu wer­den...

  1. Ruppi 1979  •  18. Mai. 2007, 21:42 Uhr

    Das wa­ren noch Zei­ten...

    als man mit dem Fin­ger noch kreis­för­mi­ge Be­we­gun­gen ma­chen muß­te um zu wäh­len! Die al­te Wähl­schei­be, mei­ne Tan­te hat noch so ein Te­le­fon, na­tür­lich mit Stoff­be­zug... Wie sich das ge­hört!

    #1 

  2. zonebattler  •  19. Mai. 2007, 6:28 Uhr

    Tja, wer in Dor­fe oder Stadt...

    ...ei­ne Tan­te woh­nen hat, der sei höf­lich und be­schei­den, denn das mag die Tan­te lei­den! So wie je­ne recht bi­zar­ren Bro­kat­hau­ben, die in grau­er Vor­zeit feil­ge­bo­ten wur­den, um den kie­sel­grau­en Fern­sprech­ti­sch­ap­pa­rat (FeTap) 611 zu ver­schö­nern. Al­so was Tan­ten ge­mein­hin un­ter »ver­schö­nern« ver­ste­hen... Im­mer­hin war der­lei Mum­men­schanz wei­land die ein­zig le­ga­le Mög­lich­keit, dem post­amt­li­chen End­ge­rät ein se­mi-in­di­vi­du­el­les Aus­se­hen zu ver­pas­sen!

    #2 

  3. Grabenkenner  •  19. Mai. 2007, 8:42 Uhr

    war­um »wa­ren« das Zei­ten ? Ich ken­ne ge­nü­gend Stel­len wo sich FeTAp‘s der Rei­he 61 und 75 be­ster Ge­sund­heit und auch Nut­zung er­freu­en. Na­tür­lich mit den pas­sen­den Te­le­fon­deck­chen, Ver­län­ge­rungs­ka­bel für »mo­bil« spre­chen und mo­nat­li­chem Lei­h­ab­schlag an die Post, äh Te­le­kom

    #3 

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