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zonebattler's homezone 2.1 - Merkwürdiges aus Fürth und der Welt


« Bon­jour tri­stesse (47) Weit vom Stamm »

Rauch­zei­chen

Auch wenn es den zo­ne­batt­ler ei­nen Teil der Ver­wand­schaft und viel­leicht ein Vier­tel sei­nes Freun­des­krei­ses ko­sten wür­de: Kä­me er am ro­ten Knopf vor­bei, der den ta­bak­rau­chen­den Teil der Mensch­heit su­bi­to ver­schwin­den lie­ße, so wür­de er ihn oh­ne lan­ges Nach­den­ken so­fort nie­der­drücken [1] und gleich noch ein zwei­tes und ein drit­tes Mal, um wirk­lich si­cher­zu­ge­hen...

Weit li­be­ra­ler ist da ‑so­zu­sa­gen von Amts we­gen- ein Be­rufs-Li­be­ra­ler aus N., mit dem sei­ne Schul­freun­din Bea­trix C. aus K. neu­lich ei­ne er­hel­len­de Kor­re­spon­denz hat­te. Zum Zwecke der po­li­ti­schen Mei­nungs­bil­dung do­ku­men­tiert er nach­fol­gend den Schrift­wech­sel ‑selbst­ver­ständ­lich mit dem Ein­ver­ständ­nis der Be­tei­lig­ten- in vol­lem Wort­laut [2]. Der op­ti­schen Ab­gren­zung und bes­se­ren Les­bar­keit hal­ber sind die Ein­las­sun­gen des Po­lit­pro­fis in den Far­ben sei­ner Ver­bin­dung hand­ko­lo­riert:

 

Sehr ge­ehr­ter Herr K.,
 
Wie sehr ha­be ich mich über die Ein­füh­rung des Rauch­ver­bots ge­freut! End­lich konn­te ich auch ich als Nicht­rau­che­rin ei­nen Abend in der Knei­pe oder Dis­co ver­brin­gen oh­ne die rauch­ge­schwän­ger­te Luft at­men zu müs­sen! End­lich ha­ben die Bröt­chen aus der Bäcke­rei mit Ca­fe nicht mehr schal ge­schmeckt! End­lich konn­te ich oh­ne Rauch­bei­mi­schung es­sen ge­hen!
 
Na­tür­lich stimmt es mich da ziem­lich trau­rig, dass es da­mit jetzt wie­der vor­bei sein soll.
 
Es ist al­so so, dass Men­schen, die süch­tig sind an­de­re be­lä­sti­gen und ge­fähr­den dür­fen. War­um? Wird da­mit so viel Geld ver­dient, Ist der Pro­test der Rau­cher so mas­siv weil sie eben rau­chen müs­sen und das am be­sten über­all oh­ne Ein­schrän­kung und Rück­sicht­nah­me?
 
Scha­de, scha­de, scha­de!
 
Mit em­pör­ten Grü­ßen,
Bea­trix C.

 

Sehr ge­ehr­ter Frau C.,
 
nie­mand wird ge­zwun­gen zu rau­chen. Wäh­len Sie ein­fach Lo­ka­le und Ge­schäf­te in den nicht ge­raucht wird. Im Fall der von Ih­nen an­ge­spro­chen Dis­ko soll­ten Sie um ei­nen Ge­hör­scha­den zu ver­mei­den un­be­dingt auch auf Zim­mer­laut­stär­ke be­stehen.
 
Mit li­be­ra­len Grü­ßen
A. K.
Kreis­vor­sit­zen­der FDP‑N.

 

Sehr ge­ehr­ter Herr K.,
 
soll­te mir die Laut­stär­ke in ei­ner Dis­ko­thek zu hoch sein, neh­me ich Oh­ren­stöp­sel und be­hel­li­ge da­mit nie­mand an­de­ren – ent­schei­de ich mich aber dort zu rau­chen zwin­ge ich al­le An­we­sen­den das auch zu tun.
Mer­ken Sie den Un­ter­schied?
 
Mit freund­li­chen Grü­ßen,
Bea­trix C.

 

Sehr ge­ehr­te Frau C.,
 
Dann neh­men Sie doch zu den Oh­ren­stöp­sel auch noch ei­ne Gas­mas­ke da­zu und ver­zich­ten Sie doch bit­te aus Pro­test auf al­ko­ho­li­sche Ge­trän­ke.
War­um ge­hen Sie ei­gent­lich über­haupt rein?
Zei­gen Sie dem Be­trei­ber doch Ih­re Em­pö­rung über sein An­ge­bot in dem Sie als Kun­de von Ih­rem Recht ge­brauch ma­chen dort nicht hin­zu­ge­hen.
 
Mit li­be­ra­len Grü­ßen
A. K.
Kreis­vor­sit­zen­der FDP‑N.

 

Sehr ge­ehr­ter Herr K.,
 
Sie ha­ben na­tür­lich völ­lig recht!
Vie­len Dank für Ih­re über­zeu­gen­den Ar­gu­men­te! Ich wer­de ein­fach zu Hau­se blei­ben nicht rau­chen und mei­nen Mund hal­ten.
 
Mit freund­li­chen Grü­ßen,
Bea­trix C.

 

Sehr ge­ehr­te Frau C.,
 
Sie wer­den sich nun wun­dern, aber im Grund­satz ge­be ich Ih­nen voll­kom­men Recht, dass wir in un­se­rer zu­neh­mend ge­bil­de­ten Ge­sell­schaft Me­cha­nis­men ein­rich­ten soll­ten, die den ver­schie­den ge­sund­heits­schäd­li­chen Ver­hal­ten und Süch­ten, das sind nicht nur Nikotin‑, Al­ko­hol- und Spiel­sucht, ent­ge­gen wir­ken.
 
Das Kern­pro­blem liegt dar­in, dass es bei al­len die­sen Ver­hal­ten auf die Do­sis an­kommt. Ver­bo­te brin­gen da nichts als Wi­der­stand.
 
In un­se­ren In­nen­städ­ten ha­ben wir we­gen des Fein­stau­bes ja auch kein Fahr­ver­bot son­dern ei­ne nach­voll­zieh­ba­re Re­ge­lung.
 
Idea­les Bei­spie­le ist das rau­chen. Mein Vor­schlag wä­re hier, dass man in Ga­stro­no­mi­en ein »Ni­ko­tin-Ba­ro­me­ter« auf­hängt. So­bald ein per Ver­ord­nung fest­ge­leg­ter Grenz­wert er­reicht ist, müs­sen die Kip­pen aus­ge­macht wer­den.
 
Ent­we­der wer­den dann die Rau­cher sich die Qualm­pro­duk­ti­on ein­tei­len oder die Wir­te wer­den für ent­spre­chen­de Be­lüf­tung sor­gen.
 
Krea­ti­vi­tät ist ge­fragt – drauf­hau­en funk­tio­niert heu­te nicht mehr.
 
Im Fern­se­hen sah ich Vor­ge­stern ei­nen Spot – ich bin mir nicht 100 % si­cher, aber ich glau­be ge­se­hen zu ha­ben, dass der von »pro-rauch­frei« war. Auch das ist ein An­satz, der bei ent­spre­chen­der Se­rio­si­tät so­gar von ALLEN Par­tei­en – auch der FDP- un­ter­stützt wür­de.
 
Mit li­be­ra­len Grü­ßen
A. K.
Kreis­vor­sit­zen­der FDP‑N.

 

Sehr ge­ehr­ter Herr K.,
 
hät­ten Sie et­was da­ge­gen ein­zu­wen­den, wenn ich un­se­re klei­ne Kor­re­spon­denz an ei­nen blo­gen­den Freund wei­ter­lei­ten wür­de?
 
Mit freund­li­chen Grü­ßen,
Bea­trix C.

 

Sehr ge­ehr­te Frau C.,
 
ich ha­be Ih­nen den Ko­ali­ti­ons­ver­trag
[3] am Stück an­ge­hängt. Das The­ma »Nicht­rau­cher­schutz« fin­den Sie auf Sei­te 49 Lit. 4.
Das sagt si­cher­lich mehr aus, als Dis­kus­sio­nen um be­reits ge­fal­le­ne Ent­schei­dun­gen.
 
Mit li­be­ra­len Grü­ßen
A. K.
Kreis­vor­sit­zen­der FDP‑N.

 

Sehr ge­ehr­ter Herr K.,
 
vie­len Dank für die In­for­ma­ti­on. Aber sie ha­ben doch nichts ge­gen die Wei­ter­lei­tung auch wenn es schon Schnee von ge­stern ist?
 
Mit freund­li­chen Grü­ßen,
Bea­trix C.

 

Sehr ge­ehr­te Frau C.,
 
kein Pro­blem. Sie kön­nen mei­ne Aus­sa­gen aus un­se­rer Kom­mu­ni­ka­ti­on ins­ge­samt ru­hig wei­ter­lei­ten. Wich­tig ist mir, dass nichts aus dem Zu­sam­men­hang ge­ris­sen wird.
Sinn­voll wä­re es si­cher­lich, wenn Sie auch die dies­be­züg­lich Ver­ein­ba­rung aus dem Ko­ali­ti­ons­ver­trag mit wei­ter­ge­ben wür­den.
 
Mit li­be­ra­len Grü­ßen
A. K.
Kreis­vor­sit­zen­der FDP‑N.

 

Sehr ge­ehr­ter Herr K.,
 
ich wer­de die Ver­ein­ba­run­gen mit­sen­den. Dan­ke.
 
Mit freund­li­chen Grü­ßen,
Bea­trix C.

 
Tja, da nen­ne noch ei­ner die FDP ei­ne »Spaß­par­tei«! Zum Spa­ßen ist in­des auch dem zo­ne­batt­ler nicht zu­mu­te: Seit hier in Bay­ern strik­tes Rauch­ver­bot in den Lo­ka­len herrscht, hat er dort mehr Geld ge­las­sen als im Jahr­zehnt zu­vor. Ei­ner Locke­rung der be­stehen­den Be­stim­mun­gen steht er da­her ab­so­lut ab­leh­nend ge­gen­über!

 
[1] was ja ei­gent­lich auch im In­ter­es­se der schnell und spur­los Eli­mi­nier­ten lä­ge, da ich ih­nen da­mit wo­mög­lich spä­te­res Siech­tum er­spar­te...

[2] »vol­ler Wort­laut« = in­klu­si­ve et­wai­ger Recht­schreib- und Gram­ma­tik­feh­ler.

[3] Der er­wähn­te Ko­ali­ti­ons­ver­trag CSU/FDP (2008–2013) als PDF-Do­ku­ment. Die an­ge­führ­te Sei­te Nr. 49 der PDF-Da­tei trägt in der Fuß­zei­le die Nr. 47, da Ti­tel­blatt und In­halts­über­sicht un­num­me­riert sind.

Diskussion

  1. Tobi B.  •  18. Nov. 2008, 11:39 Uhr

    Vor al­lem...

    ...in den er­sten bei­den Ant­wor­ten des Herrn Kreis­vor­sit­zen­den zeigt sich ei­ne der­ma­ßen ar­ro­gan­te Grund­hal­tung, die wohl eher an den Um­gang der Kin­der­gar­ten­tan­te mit dem ihr an­ver­trau­ten Vor­schul­kind er­in­nert als an das Ver­hält­nis zwi­schen Po­li­ti­ker und mün­di­gem Bür­ger. Das gan­ze noch ge­paart mit er­schrecken­der In­halts­lo­sig­keit.
    Lei­der sym­pto­ma­tisch für vie­le, die sich heu­te Po­li­ti­ker nen­nen.

    Zum The­ma: Wenn der ro­te Knopf auch die Leu­te ver­schwin­den las­sen wür­de, die sich ab und zu in Streß­si­tua­tio­nen oder in trau­ter Run­de mit Freun­den »ei­ne an­stecken«, dann muss ich wohl mit der Ge­fahr le­ben, ei­nes Ta­ges vom zo­ne­batt­ler mei­der ir­di­schen Exi­stenz be­raubt zu wer­den ;-)

    #1 

  2. zonebattler  •  18. Nov. 2008, 12:46 Uhr

    Na ja...

    ...ir­gend­wie wird sich in der Firm­ware des Schal­ter­ka­stens schon ei­ne White­list de­fi­nie­ren las­sen... ;-)

    #2 

  3. Schwägerin  •  19. Nov. 2008, 9:23 Uhr

    Ja, Ja die lie­be Ver­wand­schaft.....

    ... meinst Du et­wa mich lie­ber Schwa­ger? Du weißt doch, das Du mich
    da­mit nicht ver­är­gern kannst. Ich bin ei­ne lei­den­schaft­li­che
    Rau­che­rin und wer­de es auch blei­ben. Wün­sche Dir noch ei­nen
    schö­nen und rauch­frei­en Tag.

    #3 

  4. zonebattler  •  19. Nov. 2008, 9:44 Uhr

    Kei­ne Angst!

    Du kommst schon auch auf die ge­nann­te White­list ! ;-)

    #4 

  5. Zappo  •  19. Nov. 2008, 17:06 Uhr

    So, so, so...

    ...jetzt ver­weich­licht der ge­ra­de noch so hart den ro­ten Knopf drücken­de Zo­ne­batt­ler, um spe­zi­el­len Freun­den und Ver­wan­den doch noch ei­ne Da­seins­be­rech­ti­gung zu ge­ben – ge­nau so, wie die bay­ri­sche Po­li­tik den ta­bak­steu­er­zah­len­den Rau­cher. Tz, tz, tz.

    #5 

  6. zonebattler  •  19. Nov. 2008, 17:23 Uhr

    Willst Du da­mit sa­gen...

    ...daß Du trotz Dei­nes Nicht­rau­cher­tums auf die Black­list willst?! ;-)

    Üb­ri­gens: Der zi­tier­te Herr K. wohnt zu­fäl­li­ger­wei­se just in Dei­nem Hei­mat­or­te. Am En­de kennst Du ihn so­gar?

    #6 

  7. WiiSen  •  19. Nov. 2008, 22:47 Uhr

    Mehr Ver­ständ­nis wä­re ge­fragt ge­we­sen..

    und Ver­ant­wor­tung, die ich von ei­nem Volks­ver­tre­ter er­war­ten wür­de.
    Und kein zy­ni­scher Pseud­o­hu­mor ei­nes Par­tei­sol­da­ten, der nicht dif­fern­ziert un­ter­schei­det, son­dern selbst ver­bal drauf­haut (und dies im näch­sten Brief als nicht zeit­ge­mäß be­klagt).

    Scha­de für die Mü­he des Brief­wech­sels.

    #7 

  8. Ruppi 1979  •  21. Nov. 2008, 16:51 Uhr

    Rauch­zei­chen

    Muß mich auch mal wie­der mel­den! Mei­stens un­ter­wegs, da­her kaum noch on­line, man mö­ge ver­zei­hen Herr zo­ne­batt­ler.

    Rauch hin oder her, ich rau­che sel­ber. Al­ler­dings stört es mich sel­ber wenn ich z.B. im Re­stau­rant voll­ge­räu­chert wer­de. Al­les nur ei­ne Fra­ge der Rück­sicht­nah­me, mei­ner Mei­nung nach. Wenn ich bei mir da­heim ei­ne ple­sche ist das für mich OK.

    Ich ha­be kein Pro­blem wenn es je­man­den stört die Kip­pe aus­zu­ma­chen oder halt nicht zu rau­chen. Man kann ja mit den Leu­ten re­den.

    #8 

  9. suzomi  •  22. Nov. 2008, 14:08 Uhr

    War aber lei­der meist zweck­los...

    ... zu­min­dest bei Frem­den.

    Es scheint mir fast so, dass die rück­sichts­vol­len Rau­cher nur da­heim rau­chen!

    Mir ist es als Nicht­rau­che­rin pein­lich, wenn auf mich – wie schon öf­ter er­lebt – in den Pri­vat­räu­men von Rau­chern Rück­sicht ge­nom­men wird und ich er­war­te es auch nicht. Um­ge­kehrt ha­be ich Rück­sicht­nah­me in Lo­ka­len fast nie er­lebt. Fre­che Hin­wei­se auf Rau­cher­lo­kal (vor 2008!), frei­heit­li­che Ge­sell­schaft, mei­ne Emp­find­lich­keit usw. muss­te ich mir da­ge­gen öf­ter an­hö­ren. Selbst der Bit­te um halb­stün­di­gem Ver­zicht auf ei­ne Zi­gar­re am ganz frü­hen Abend zur Scho­nung ei­nes Säug­lings wur­de nur wi­der­wil­lig ent­spro­chen, wo ei­ne Ent­schul­di­gung wohl eher an­ge­bracht ge­we­sen wä­re.

    Fa­zit für mich: So wie jetzt ist es su­per für mich; wenn sich das wie­der än­dert, wer­den mich Lo­ka­le mit Rau­cher­laub­nis nim­mer se­hen. Wenn die Rau­cher nicht Rück­sicht neh­men, muss ich’s eben sel­ber tun...

    Nach­trag: Ist nicht das Wie­der­ge­stat­ten den Rau­chens in Lo­ka­len der Ver­such der Rau­cher­lob­by, eben NICHT Rück­sicht neh­men zu müs­sen? Die mo­men­ta­ne Re­ge­lung er­mög­licht je­dem Rau­cher, die bis da­to vor­geb­li­che Rück­sicht­nah­me zu le­ben. War­um mur­ren da ei­gent­lich so vie­le? Frü­her war es üb­ri­gens so, dass sich der höf­li­che Rau­cher von den An­we­sen­den das Rau­chen ge­stat­ten ließ.

    #9 

  10. RJWeb  •  9. Dez. 2008, 19:57 Uhr

    Mei­ne herz­li­che Ein­la­dung ...

    ... an die (wirk­lich) lie­be Bea­trix C. und je­den an­de­ren, an den ich nur gu­te Er­in­ne­run­gen ha­be, ei­nen rauch­frei­en Abend bei uns zu­hau­se zu ver­brin­gen ... ;-)

    Fa­mi­li­en­ban­de darf na­tür­lich mit­ge­bracht wer­den ... :-)

    Dem zo­ne­batt­ler auch herz­li­chen Dank für die per­fekt hand­ko­lo­rier­te Auf­be­rei­tung des mitt­ler­wei­le über­aus gro­tes­ken The­mas !

    #10 

  11. in80weltenumdentag  •  11. Dez. 2008, 14:15 Uhr

    Aus­nahms­wei­se ... – und lei­der – kei­ne Freu­de

    In der Tat, der Senf folgt auf die Na­se ...

    Denn da­mit ...

    »Auch wenn es den zo­ne­batt­ler ei­nen Teil der Ver­wand­schaft und viel­leicht ein Vier­tel sei­nes Freun­des­krei­ses ko­sten wür­de: Kä­me er am ro­ten Knopf vor­bei, der den ta­bak­rau­chen­den Teil der Mensch­heit su­bi­to ver­schwin­den lie­ße, so wür­de er ihn oh­ne lan­ges Nach­den­ken so­fort nie­der­drücken [1] und gleich noch ein zwei­tes und ein drit­tes Mal, um wirk­lich si­cher­zu­ge­hen...«

    ... ha­ben Sie sich aber ganz ent­schie­den ver­ga­lop­piert.

    Es ist ja nicht so, lie­ber zo­ne­batt­ler, dass ich sie nicht bei Ge­le­gen­heit auch schon mal mit Lob und Hu­del über­schüt­tet hät­te, aber hier­für gibt es von mir nicht mehr als ei­nen tief­emp­fun­de­nen Aus­druck von Miss­mut – und so­gar: ein ve­ri­ta­bles Stück Ent­set­zen.

    Denn das ist weit, weit, weit übers Ziel hin­aus­ge­schos­sen – und na­tür­lich dein Recht als Haus­herr, aber eben auch dei­ne Schan­de als Pu­bli­zist.

    Klar ist es un­lu­stig, die Fra­ge nach der Lu­stig­keit zu stel­len, – aber ei­ne Neu­tro­nen­bom­be für Rau­cher oder der graue Dunst ge­zielt de­stru­ie­ren­der Na­no­bots oder gen­tech­nisch treff­si­cher ge­mach­ter De­sign-Krank­hei­ten ist mir per­sön­lich nun über­haupt kei­nen La­cher wert, ja selbst ein Lä­cheln nicht.

    Sonst im­mer wie­der gern, dies­mal aus­ge­spro­chen nicht ...

    Herz­lich

    in80weltenumdentag

    (Nicht­rau­cher ... noch – denn: »Im Na­men der To­le­ranz soll­ten wir uns das Recht vor­be­hal­ten, die In­to­le­ranz nicht zu to­le­rie­ren.« – Karl Pop­per)

    #11 

  12. zonebattler  •  11. Dez. 2008, 21:14 Uhr

    Es ehrt Dich sehr...

    ...mei­ne oben ex­zes­siv for­mu­lier­te In­to­le­ranz nicht schwei­gend hin­zu­neh­men, son­dern recht­schaf­fen an­zu­pran­gern. Gut so.

    Mich mag es wohl schän­den, hier öf­fent­lich kru­de Mas­sen­mord-Phan­ta­si­en aus­zu­brei­ten. Lu­stig oder spa­ßig fin­de ich das auch nicht, ganz und gar nicht. Un­ser­eins wird frei­lich oft ge­nug tat­säch­li­ches Op­fer der In­to­le­ranz an­de­rer, der sich im­mer­fort selbst­ver­wirk­li­chen­den Rau­cher näm­lich, und nicht im­mer steht es ei­nem frei, den Schau­platz des Är­ger­nis­ses um­ge­hend und un­be­scha­det zu ver­las­sen. Er­zwun­ge­nes Pas­siv­rau­chen geht mir auf die Lun­ge, die Schleim­häu­te und auch auf die Ner­ven: Da las­se ich aus Frust und zeit­wei­li­ger Ag­gres­si­on ger­ne mal die vir­tu­el­le Kunst­fi­gur von der Ket­te und sie un­ge­fil­tert aus­spre­chen, was ich mir als ihr Schöp­fer im rea­len Le­ben schon aus we­sen­s­im­ma­nen­ter Fried­fer­tig­keit nie her­aus­neh­men wür­de...

    An­de­re ven­ti­lie­ren ih­ren Ag­gres­si­ons­stau durch Holz­hacken oder Fuß­ball­spie­len, ich las­se das li­te­ra­ri­sche al­ter ego auf­schäu­men. Wo­bei der zo­ne­batt­ler in sei­nem Zorn kei­nen Un­ter­schied nach Ge­schlecht, Al­ter, eth­ni­scher Her­kunft oder Bil­dungs­grad macht, sich von da­her auch wie­der in po­li­tisch kor­rek­ter Wei­se zum Wel­ten­rich­ter auf­spielt. Ob das ei­nem hu­ma­ni­sti­schen Ide­al ent­spricht oder ein gu­tes Bei­spiel ab­gibt, ist mir in dem Mo­ment wurscht. Ich bin es leid, mich im­mer in der De­fen­si­ve zu se­hen und den Rück­sichts­lo­sen das Feld über­las­sen zu müs­sen.

    Na­tür­lich gibt es auch um­sich­ti­ge und höf­li­che Fu­ma­to­ren, ich ken­ne und schät­ze so­gar wel­che, wäh­ne mich mit di­ver­sen so­gar gut be­freun­det. Aber ich se­he die tat­säch­lich als die re­gel­be­stä­ti­gen­den Aus­nah­men: Das Gros der Qual­mer in­ter­es­siert sich nicht im Min­de­sten da­für, daß die ei­ge­ne Frei­heit da auf­hört, wo die des Näch­sten be­ginnt...

    Im In­ter­es­se des Ju­gend­schut­zes je­doch re­la­ti­ve­re ich die Sa­che mit dem ro­ten Knopf hier­mit ein we­nig: Don’t try this at home!

    #12 

  13. zonebattler  •  15. Dez. 2008, 7:29 Uhr

    Be­rühm­ter Bei­stand

    Üb­ri­gens be­fin­det sich der zo­ne­batt­ler mit sei­nen All­machts-Fan­ta­si­en in der be­sten Tra­di­ti­on von Karl Va­len­tin, der da wei­land rä­so­nier­te:

    Wenn ich ein­mal der Herr­gott wär’
    ich glaub, ich käm in Wut
    weil die­se Mensch­heit auf der Welt
    grad tut was sie gern tut
    ich schau­te nicht mehr län­ger zu
    wenn’s mit­ein­an­der rau­fen
    ich lie­ße ei­ne Sint­flut los
    und ließ’ sie all er­sau­fen

    Ich glau­be, er hat nur des­halb »rau­fen« ge­schrie­ben, weil sich »rau­chen« nicht auf »er­sau­fen« reimt...

    #13 

  14. in80weltenumdentag  •  16. Dez. 2008, 9:29 Uhr

    Da zi­tie­re ich doch ...

    ... die baye­ri­sche Aus­ga­be der wi­ki­pe­dia – und ih­re Aus­las­sun­gen zu den Wer­ken und Ver­dien­sten der Liesl Karl­stadt:

    »Da­nem hod sie am Karl Va­len­tin a psy­chisch üba d’ Rundn ghoifn, wei dea a recht insch­da­bi­le und hy­po­cho­dri­sche Ver­an­la­gung ghobd hod.«

    Das war wohl wie­der so ei­ne Pha­se ...

    Denn mer­ke -
    auch für Bei­stand gilt:
    Mit­ge­han­gen, mit­ge­fan­gen ...

    Mit herz­li­chem Gruß

    in80weltenumdentag

    #14 

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