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zonebattler's homezone 2.1 - Merkwürdiges aus Fürth und der Welt


« Al­ler Welt Tand geht durch Für­ther Land (2) Ty­po­lo­gie der Be­dürf­nis­an­stal­ten (2) »

Ei­ne Fra­ge der Eh­re

Schön ist ein Dok­to­ren­hut wenn man ihn be­sit­zen tut. Doch von ganz be­son­dr’er Gü­te sind er­schwin­delt’ Dok­tor­hü­te!

Das be­ste, was ich zu den ak­tu­el­len An­grif­fen auf den Ver­tei­di­gungs­mi­ni­ster ge­le­sen ha­be, steht (wie­der ein­mal) in der F.A.Z., und zwar in dem wirk­lich aus­ge­zeich­ne­ten Ar­ti­kel »Vgl. auch Gut­ten­berg 2009«. Der zo­ne­batt­ler ist zwar nur ein dif­fu­ser Di­plom-Ver­wal­tungs­be­triebs­wirt, aber wie­wohl er die­sen sei­nen aka­de­mi­schen Grad und recht­mä­ßi­gen Na­mens­be­stand­teil in der Re­gel we­der führt noch er­wähnt, so legt er doch Wert dar­auf, sei­ne Di­plom­ar­beit wei­land ei­gen­hän­dig und ei­gen­gei­stig ver­faßt zu ha­ben. Was an­de­res wä­re ihm (da­mals wie heu­te) tat­säch­lich gar nicht erst in den Sinn ge­kom­men, und zwar nicht nur aus Angst vor der Ent­deckung und Schiß vor der Schmach...

Diskussion

  1. Schwägerin  •  24. Feb. 2011, 9:27 Uhr

    Moin,

    im Grun­de ge­be ich Dir Recht. Aber das Aus­schlach­ten die­ses The­mas in den Me­di­en geht zu weit. Wir ha­ben ja auch noch an­de­re, wich­ti­ge­re, The­men und Pro­ble­me zu lö­sen. Etz mou a mol Schluß sei da­mit. Dok­tor­ti­tel hin oder her – sei­ne Ar­beit als Ver­tei­di­gung­mi­ni­ster macht er, mei­ner Mei­nung nach, gut. Möch­te gar­nicht wis­sen was die an­de­ren Volks­ver­tre­ter für Dreck am Stecken ha­ben – die sind doch al­le gleich.

    #1 

  2. Manu  •  24. Feb. 2011, 10:03 Uhr

    Da muss ich »Schwä­ge­rin« aber deut­lich wi­der­spre­chen. Na­tür­lich gibt es (wie im­mer) wich­ti­ge­re The­men und Pro­ble­me zu lö­sen. Die müs­sen aber nicht von ei­nem Täu­scher und Blen­der ge­löst wer­den.

    Ich fin­de, die Me­di­en kön­nen ru­hig noch ein we­nig wei­ter krat­zen: Wie kann es z.B. sein, dass ei­ne sol­che Ar­beit mit sum­ma cum lau­de be­wer­tet wird? Wird ei­ne Dok­tor­ar­beit nicht kon­trol­liert oder kor­rek­tur­ge­le­sen? Wird da nur ein Blick auf das Ti­tel­blatt ge­wor­fen?

    Heu­te steht in der Zei­tung, dass Gut­ten­berg qua Amt auch ober­ster Chef zwei­er Bun­des­wehr-Uni­ver­si­tä­ten ist. Wie sol­len die Pro­fes­so­ren dort ei­nem Stu­den­ten, der beim Ab­schrei­ben er­wischt wird, die Stra­fe (bis hin zur Ent­las­sung) schlüs­sig er­klä­ren?

    #2 

  3. zonebattler  •  24. Feb. 2011, 10:06 Uhr

    @Schwä­ge­rin:

    So ein­fach ist das nicht: Wer in der­ar­ti­gem Um­fang und vor­sätz­lich sei­ne Dok­tor­ar­beit aus frem­der Leu­te Schaf­fen zu­sam­men­klebt, be­schä­digt er­stens die Wis­sen­schaft, ist zwei­tens als Vor­bild in je­der Hin­sicht un­ge­eig­net und da­mit drit­tens als Mi­ni­ster un­trag­bar. Wenn Du ein Au­to klaust und spä­ter er­wischt wirst, kannst Du dich auch nicht fol­gen­los her­aus­re­den mit »OK, ich ha­be Mist ge­baut, ich se­he es ein, ge­be die Kar­re jetzt halt wie­der zu­rück und Schwamm drü­ber«...

    Nein, da gibt es kei­ner­lei Spiel­raum: Der Mann ist beim Dok­tor­spie­len er­wischt wor­den und hat nun die Kon­se­quen­zen zu zie­hen. Die mo­ra­li­sche Meß­lat­te für das Tun und Trei­ben von Po­li­ti­kern hat er selbst oft ge­nug bei an­de­ren an­ge­legt, nun muß er sie auch auf sich selbst an­wen­den. Wenn er zu ar­ro­gant und ab­ge­ho­ben ist, um das selbst ein­zu­se­hen, dann hat sei­ne Che­fin ihn oh­ne wenn und aber vor die Tür zu set­zen, ob sie nun ei­nen fä­hi­gen Er­satz­mann in der Hin­ter­hand hat oder nicht. Es geht nicht an, daß ein über­führ­ter Lü­gen­ba­ron so wei­ter­ma­chen kann, als wä­re nix ge­sche­hen. Was soll man so ei­nem noch glau­ben? Wel­ches Ver­trau­en kann man dann über­haupt noch in die In­te­gri­tät von Volks­ver­tre­tern set­zen, wenn ein sol­cher Be­trug zum Ba­ga­tell­de­likt klein­ge­re­det wird?

    Und schließ­lich: Nicht schon wie­der Tä­ter zu Op­fern um­deu­ten. Das geht mir auf die Gal­le...

     
    @Ma­nu:

    Eben. Ich kann als über­führ­ter Lüg­ner (noch da­zu als ei­ner, der sa­la­mi­tak­ti­scher­wei­se im­mer nur das zu­ge­ge­ben hat, was nicht mehr zu leug­nen war), kein Amt mehr aus­üben, in dem ich als Chef über die In­te­gri­tät mei­ner Un­ter­ge­be­nen zu rich­ten ha­be. Schon des­halb wä­re es fa­tal, den schnei­di­gen Vor­wärts­ver­tei­di­ger im Amt zu las­sen!

    #3 

  4. Middle.Bros  •  24. Feb. 2011, 13:38 Uhr

    Tach zu­sam­men,

    das sich die In­te­lek­tu­el­len in die­sem Land auf den Schlips ge­tre­ten füh­len leuch­tet mir so­gar als Pro­let ein, doch muß nicht zwi­schen ei­nem Feh­ler oder Lü­ge aus der Ver­gan­gen­heit (al­so im Vor­le­ben) und der Ge­gen­wart (im Amt) un­ter­schie­den wer­den ?

    Wä­re den Zo­ne­batt­ler sein Amt in Ge­fahr weil je­mand aus­packt daß er bei der Abi-Ar­beit ab­ge­schrie­ben hat ?

    Na­tür­lich ist die Vor­bild­funk­ti­on von Ge­sell­schafts­ver­tre­tern zu wa­ren, doch der Ver­fall der Wer­te hat doch spä­te­stens mit sol­chen Lack­af­fen wie Schrö­der und Co. an­ge­fan­gen.

    Mir kommt die­ser Gut­ten­berg-Kin­der­gar­ten so vor als wenn ein Stür­mer beim Fuß­ball in Rich­tung Tor rennt und im Straf­raum ge­fault wird weil er sonst er­folg­reich ge­we­sen wä­re.

    Lei­der ist der Gut­ten­berg durch die­se Sa­che un­re­ver­si­bel be­schä­digt, das se­he ich na­tür­lich auch so.

    Ab­ar­tig emp­fin­de ich das wi­der­li­che Auf­tre­ten der »Rich­ter« von der Op­po­si­ti­on, ganz vor­ne die­ser Trit­tin.

    Was wür­de der wohl sa­gen wenn man bei Ihm die Bu­back-Sohn Ver­höh­nung aus­gra­ben wür­de ?

    www.tagesspiegel.de/zeitung/juergen-trittin-der-fremde-im-zug/196354.html

    Fi­scher hat in De­mos mit Stei­nen auf Po­li­zi­sten ge­wor­fen und wur­de zwei­ter Mann im Staat.

    Ich möch­te die­se Sa­chen nicht mit­ein­an­der auf­wie­gen oder re­la­ti­vie­ren, aber ich ha­be die­se gan­zen Wen­de­hals – Mo­ral­apo­stel die mit dem Fin­ger auf an­de­re zei­gen satt.

    Das ist Po­lit-Thea­ter wel­ches der nor­mal den­ken­de und ar­bei­ten­de Mensch nicht mehr nach­voll­zie­hen kann.

    Gut­ten­berg ist we­gen sei­ner Trup­pen­be­su­che in Af­gha­ni­stan kri­ti­siert wor­den. O.k. der Ker­ner hät­te nicht sei müs­sen aber ich ha­be den Ein­druck dem Volk und der Op­po­si­ti­on ist ein Ver­tei­di­gungs­mi­ni­ster der sei­ne Man­nen in den Krieg schickt und sel­ber ver­liebt und halb­nackt im Pool tur­telt und planscht lie­ber ge­we­sen.

    Die mo­ra­li­schen Fol­gen sind enorm, Men­schen be­ge­hen sel­ber Un­ge­rech­tig­kei­ten und deckeln die­se für sich mit der Recht­fer­ti­gung die da Oben ma­chen es doch auch nicht an­ders.

    So kann ei­ne Ge­sell­schaft nicht funk­tio­nie­ren.

    Es stellt sich da­her die Fra­ge wer für mehr Mo­ral­ver­fall ge­sorgt hat. Der schum­meln­de Gut­ten­berg wenn nach dem Dok­tor-Ti­tel kein Hahn ge­kräht hät­te oder der SPD Mann mit der Op­po­si­ti­on der dar­in rum­ge­sti­chelt hat.

    #4 

  5. Schwägerin  •  24. Feb. 2011, 13:43 Uhr

    Da bin ich ganz Dei­ner Mei­nung.

    #5 

  6. zonebattler  •  24. Feb. 2011, 14:16 Uhr

    Ich nicht. Das plan­mä­ßi­ge Aus­beu­ten frem­der Leu­te Wer­ke zum Zwecke der ei­ge­nen Pro­mo­ti­on hat nix mit »schum­meln« zu tun und ist auch nicht mit Ab­schrei­ben in der Abi-Ar­beit zu ver­glei­chen, das ist ein ganz an­de­res Ka­li­ber. Und auch der zeit­li­che Ab­stand tut nichts zur Sa­che (das Ar­gu­ment er­in­nert mich fa­tal an das »laßt doch die al­ten Män­ner in Frie­den« in fü­he­ren Dis­kus­sio­nen über NS-Kriegs­ver­bre­chen): Der Herr von/zu Gut­ten­berg war bei An­fer­ti­gung »sei­ner« Dok­tor­ar­beit kein 17-jäh­ri­ger Schul­jun­ge mehr, son­dern ein er­wach­se­ner Spitz­bu­be, noch da­zu Ju­rist! Da bleibt als Deu­tung nichts an­de­res mehr üb­rig als vor­sätz­li­cher und »kalt­blü­ti­ger« Ver­stoß ge­gen al­le Re­geln. So ei­ner soll sei­ne er­erb­ten Län­de­rei­en be­stel­len, aber kein Vor­ge­setz­ter von Leu­ten blei­ben, die ei­nen Eid auf die Ver­fas­sung ab­ge­legt ha­ben. Daß der Kerl auch noch trot­zig von sich selbst und sei­ner Ge­folg­schaft zum Durch­hal­te-He­ro­en hoch­sti­li­siert wird, macht die An­ge­le­gen­heit noch pein­li­cher und un­ap­pe­tit­li­cher: Hier ver­spielt nicht nur ei­ner sei­ne per­sön­li­che Re­pu­ta­ti­on, son­dern fügt auch noch dem An­se­hen un­se­res Lan­des und sei­ner tat­säch­li­chen Lei­stungs­eli­te Scha­den zu.

    #6 

  7. Nobody  •  24. Feb. 2011, 14:38 Uhr

    In­ter­es­san­te Dis­kus­si­on.

    Ich stel­le mir hier ei­gent­lich als er­stes die Fra­ge, wie mo­ra­lisch ich selbst bin, be­vor ich auf je­man­den »drauf­haue«. Im Be­zug auf Gut­ten­berg steht da erst­mal die Fra­ge im Raum, hab ich selbst nie in der Schu­le / Uni oder sonst ei­ner Prü­fung ge­schum­melt. Sei­ne Aus­sa­ge, dass es nicht mit Ab­sicht, bla, bla, bla pas­siert ist klam­mern wir da mal voll aus. Zwei­fels­frei nach­wei­sen kön­nen wir das nicht und wenn man die Pas­sa­gen an­schaut, so hat er vie­le zwar nicht wort-wört­lich über­nom­men, son­dern viel­mehr, sa­gen wir leicht mo­di­fi­ziert.

    Zu­min­dest müs­sen wir ihm las­sen, wenn es Ab­sicht war, dann war die Idee gut, aber die Aus­füh­rung plump.

    Nun aber zu­rück. Ich wet­te das je­der von uns sich mal ir­gend­wie ei­nen klei­nen Vor­teil durch ei­nen Spick­zet­tel, etc. ver­schafft hat und wahr­schein­lich auch cle­ver ge­nug war sich nicht er­wi­schen zu las­sen. Un­ser Glück ist hier­bei nur, dass wir

    1. nicht so im Ram­pen­licht ste­hen und
    2. dies wahr­schein­lich nicht in ei­ner so be­deut­sa­men Ar­beit ge­macht ha­ben.

    Nun mal die Fra­ge im Raum, ist es ver­werf­lich sich ei­nen Vor­teil zu ver­schaf­fen? Ich fin­de das nur all­zu mensch­lich. Je­der will doch sei­nen ei­ge­nen Nut­zen ma­xi­mie­ren. Nicht al­le Mit­tel sind le­gal. Wenn es je­mand auf il­le­ga­len Weg schafft ist es si­cher­lich ver­werf­lich, aber in die­sem Fall wür­de ich mo­ra­lisch ge­se­hen Hr. Gut­ten­berg kei­nen Vor­wurf ma­chen.

    An die­sem Punkt muss ich mich mei­nem Vor­red­ner an­schlie­ßen, Ver­gan­gen­heit und Ge­gen­wart soll­ten nicht so stark ver­mischt wer­den.

    Die Ver­gan­gen­heit soll be­ur­teilt wer­den, was ge­sche­hen ist und nun heißt es eben bye bye Dr.-Titel. Aber da­mit ist es auch gut. Die­ser Ti­tel hat ja in kein­ster Wei­se et­was mit sei­nem Amt zu tun. Oder steht in ir­gend­ei­nem Ge­setz ge­schrie­ben, dass ein Mi­ni­ster­po­sten zwin­gend ei­nen Dr. Ti­tel be­nö­tigt? Nein.

    Nun muss man auch sa­gen, dass Gut­ten­berg auch nicht vor un­po­pu­lä­ren Ent­schei­dun­gen zu­rück­schreckt. Si­cher weis er um den Rück­halt in der Be­völ­ke­rung und sei­ne ho­hen Sym­pa­thie­wer­te, aber so manch­mal wür­de ich mir schon öf­ter wün­schen, dass Ent­schei­dun­gen ge­trof­fen wer­den, die der All­ge­mein­heit die­nen und nicht nur ver­sucht wird Wäh­ler­grup­pen mit Trans­fers zu be­gün­sti­gen.

    Noch schlim­mer fin­de ich jetzt, dass die Op­po­si­ti­on sich auf der The­ma ein­schließt, wel­ches nun wirk­lich kein po­li­ti­sches ist. Viel­mehr geht es dar­um die Schwach­stel­le für sich selbst zu nut­zen um sich so zu pro­fi­lie­ren.

    Das die­ses The­ma ei­ne sol­che Reich­wei­te be­kommt hängt si­cher an Hr. Gut­ten­berg selbst. Er hat vom er­sten Tag an auf ei­ne star­ke Me­di­en­prä­senz bau­en kön­nen und dies ge­schickt ge­nutzt. Si­cher manch­mal ist er da­mit in die Kri­tik ge­kom­men, aber es war si­cher nicht falsch für sei­ne Per­son. Jetzt zahlt er aber auch die Rech­nung für die­sen of­fe­nen Um­gang mit dem Me­di­en. Wä­re dies bei ei­nem an­de­ren Bun­des­tags-Mit­glied vorgekommen,welches nicht so stark in der Öf­fent­lich­keit steht, so wä­re das The­ma mal für 2 Ta­ge in der Bild hoch­ge­kom­men und am En­de hät­te es kei­nen In­ter­es­siert. Vor­al­lem wür­de man dies nicht im Bun­des­tag als Haupt­ta­ge­s­punkt füh­ren.

    Dar­um die Fra­ge, war­um wird mit zwei­er­lei Maß ge­mes­sen? Ganz ein­fach, weil Hr. Gut­ten­berg selbst die Öf­fent­lich­keit so stark ge­sucht hat und sich klar po­si­tio­niert hat. Dann kommt der Boo­me­rang eben mal zu­rück.

    Ein Hr. Stein­mei­er hat die Nie­ren­spen­de für sei­ne Frau auch nur öf­fent­lich ge­macht um Sym­pa­thie und da­mit Wäh­ler­stim­men für sich und sei­ne Par­tei zu ge­win­nen. Lasst nun mal raus­kom­men, dass er we­gen un­ter­las­se­ner Hil­fe­lei­stung Mit­schuld an ei­nem Tod ei­nes an­de­ren Men­schen hät­te? Nie­mand kennt sei­ne Lei­chen im Kel­ler, eben­so von an­de­ren.

    Dar­um sa­ge ich vor­erst ab­schlie­ßend.

    Be­vor je­mand selbst den Rich­ter und Hen­ker spielt, soll­te er erst­mal sein ei­ge­nes Ver­hal­ten in ei­ner sol­chen Si­tua­ti­on hin­ter­fra­gen.

    Aus mei­ner Sicht ist ein Hr. Gut­ten­berg auf die­sem Po­sten trag­bar und qua­li­fi­ziert.

    Durch die Ab­erken­nung des Ti­tels und der da­mit öf­fent­li­chen De­mon­ta­ge ist das The­ma auch durch. Wenn er ei­ne Straf­tat be­gan­gen hat, dann ist es Ur­he­ber­rechts­ver­let­zung und zu ver­ur­tei­len, aber nicht mehr und nicht we­ni­ger.

    #7 

  8. zonebattler  •  24. Feb. 2011, 14:54 Uhr

    Dan­ke für die dif­fe­ren­zier­te Ar­gu­men­ta­ti­on. Na­tür­lich ist nie­mand frei von Schuld und (mehr oder we­ni­ger stark stin­ken­den) »Lei­chen im Kel­ler«. Aber wä­re die ex­em­pla­risch und hy­po­the­tisch an­ge­führ­te »un­ter­las­se­ne Hil­fe­lei­stung« (im Af­fekt) wirk­lich ver­gleich­bar mit ei­ner in der ru­hi­gen Stu­dier­stu­be be­wußt be­gan­ge­nen Fäl­schung der vor­lie­gen­den Grö­ßen­ord­nung? Das ist kein Bu­ben­stück, das ist aus­ge­mach­ter Be­trug: Am Dok­tor­va­ter, an der Uni­ver­si­tät, an der aka­de­mi­schen Welt, an der Wis­sen­schaft und auch an der All­ge­mein­heit. Wenn ei­nen so­was nicht für ein ho­hes Amt im Staa­te dis­qua­li­fi­ziert, was dann? Und hat die Af­fä­re nicht ei­ne fa­ta­le Si­gnal­wir­kung auf al­le aka­de­mi­schen Adep­ten, die dar­in ei­nen Prä­zen­denz­fall, wenn nicht gar ei­ne Auf­for­de­rung zum Nach­ma­chen se­hen? Macht doch nix!

    Das Gro­tes­ke an der Sa­che hat die Ma­nu wei­ter oben an­ge­spro­chen: Der Ver­tei­di­gungs­mi­ni­ster ist auch der Chef zwei­er Uni­ver­si­tä­ten und mit­hin die ober­ste In­stanz bei dort an­fal­len­den Dis­zi­pli­nar­sa­chen und Ver­stö­ßen ge­gen die Re­gu­la­ri­en. Wie kann er das jetzt noch sein?

    Ich se­he hier Fra­gen der Hal­tung und der Eh­re be­rührt, und das gänz­lich un­ab­hän­gig von den vom Übel­tä­ter selbst pro­pa­gier­ten Maß­stä­ben. Wenn hier et­was ver­tei­digt wer­den muß, dann das Ver­trau­en in das ge­sun­de Rechts­emp­fin­den.

    #8 

  9. Nobody  •  24. Feb. 2011, 15:10 Uhr

    Die­se bei­den Bei­spie­le sind si­cher von Ih­rer Reich­wei­te nicht ver­gleich­bar. Ei­ne Un­ter­las­se­ne Hil­fe­lei­stung hät­te ei­ne noch hö­he­re Reich­wei­te aus mei­ner Sicht, da es hier um Le­ben ge­hen kann.

    Was den Be­trugs­vor­wurf an­geht, so ist es si­cher rich­tig, dass dies ein mo­ra­li­sches Di­lem­ma ist. Auch im Be­zug auf den Bei­trag von Ma­nu. Aber dies wur­de ja durch die Uni be­reits ab­ge­straft und je­de Sei­te hat an Re­pu­ta­ti­on ver­lo­ren. Man soll­te aber auch se­hen, dass die Uni Bay­reuth ja auch zur Prü­fung vor Zu­er­ken­nung des Ti­tels ver­pflich­tet ist. Hier wur­den in der Ver­gan­gen­heit Ver­säum­nis­se ge­macht, die man nun kor­ri­giert hat. Da­mit ist das The­ma aber auch durch.

    Was die zwei Uni­ver­si­tä­ten an­geht, bei de­nen der In­ha­ber des Ver­tei­di­gungs­min­ster­po­sten die ober­ste In­stanz ist, so glau­be ich nicht, dass die­ser »Be­trug« / »Feh­ler« (kann man sich jetzt wirk­lich aus­su­chen, wie man dies be­ur­teilt) wirk­lich ne­ga­tiv zu be­wer­ten ist. Viel­mehr ist dies ei­ne Chan­ce. Wenn je­mand selbst ge­gen Re­geln ver­sto­ßen hat und die Fol­gen al­lei­ne »aus­ba­den« muss und auch dies voll auf sich nimmt, dann kann man hier wirk­lich ei­nen Zwie­spalt fin­den.

    An­ders ge­sagt, wür­de je­mand hier sich dis­zi­pli­na­risch von je­man­den zu­recht­wei­sen las­sen, der selbst nicht in der La­ge ist auch ei­ge­ne Feh­ler ein­zu­ge­ste­hen? Al­so ich für mei­ne Per­son auf kei­nen Fall, weil dies für mich un­glaub­wür­dig ist. Durch die­sen Fall hat Hr. Gut­ten­berg die Chan­ce zu ler­nen und Din­ge viel­leicht noch bes­ser zu be­ur­tei­len.

    Dis­zi­pli­nar­an­ge­le­gen­hei­ten be­dür­fen nicht nur Här­te, son­dern auch ei­nem ge­wis­sen Ein­füh­lungs­ver­mö­gen und werd kann sich in ei­ne Si­tua­ti­on nicht bes­ser hin­ein­ver­set­zen, wie der­je­ni­ge, wel­cher ei­ne ähn­li­che Si­tua­ti­on schon er­lebt hat und die Reich­wei­te kennt.

    Da fin­de ich den Volks­sport un­se­rer Po­lit­ker schon ver­werf­li­cher. Wahl­ver­spre­chen nicht ein­hal­ten. Dies ist im Be­zug auf die All­ge­mein­heit der weit­aus grö­ße­re Be­trug. Si­cher gilt es auch hier wie­der zu dif­fe­ren­zie­ren, war­um die Ver­spre­chen nicht ein­ge­hal­ten wur­den, aber auch hier ha­ben wir Er­klä­rungs­al­ter­na­ti­ven:

    1. Vor­setz­lich fal­sche Ver­spre­chen um Wäh­ler­stim­men zu er­hal­ten
    2. Ei­ge­ne Zie­le konn­ten in Ko­ali­ti­ons­ver­hand­lun­gen nicht durch­ge­setzt wer­den
    3. Das Ge­setz wur­de von ir­gend­ei­ner Stel­le blockiert, ge­kippt
    4. Die Um­set­zung schei­tert dar­an, dass es gut ge­meint war, aber nicht mit dem Grund­ge­setz in Ein­klang zu brin­gen ist.
    5. Der ge­wähl­te Po­li­ti­ker ent­zieht sich selbst der Ent­schei­dung, wenn es um nach­tei­li­ge Punkt im Be­zug auf sei­nen Wahl­kreis geht.

    Al­so war­um soll­te je­mand, der si­cher­lich ei­nen sehr schwe­ren Feh­ler be­gan­nen hat nicht we­ni­ger trag­bar sein für ein sol­ches Amt, wie je­mand, der sei­ne ei­ge­nen Wahl­ver­spre­chen nicht vor­hat ein­zu­hal­ten?

    Ich den­ke hier soll­ten wir ab­war­ten, wie es sich in Be­zug auf Hr. Gut­ten­berg ent­wickelt. Wel­che Leh­ren zieht er dar­auf, wie ist dein zu­künf­ti­ges Ver­hal­ten in der Öf­fent­lich­keit und auch im Be­zug auf sein Amt und der Ver­ant­wor­tung.

    #9 

  10. zonebattler  •  24. Feb. 2011, 15:28 Uhr

    Je­de Tat (oder Un­ter­las­sungs­sün­de) ist für sich selbst zu be­ur­tei­len, und zwar nach Maß­ga­be der gel­ten­den Ge­set­ze ei­ner­seits und – schwie­ri­ger – den Re­geln von An­stand und Eh­re an­de­rer­seits. Was an­de­re tun oder nicht tun oder vor­ge­habt ha­ben zu tun und dann doch nicht ta­ten, ist für die Be­ur­tei­lung des zu be­wer­ten­den ca­sus in kei­ner Wei­se re­le­vant.

    #10 

  11. Grabenkenner  •  24. Feb. 2011, 15:35 Uhr

    Kann dem zo­ne­batt­ler in die­ser Dis­kus­si­on nur zu­stim­men: es IST un­ent­schuld­bar !

    Als Bü­ßer auf­zu­tre­ten wenn es kei­nen an­de­ren Aus­weg mehr gibt ist kein Zei­chen von Grö­ße. Das wä­re es ge­we­sen wenn er von selbst und oh­ne Ent­hül­lun­gen durch an­de­re sich hin­ge­stellt und die Sa­che auf­ge­klärt hät­te. Die Sym­pa­thi­en im Volk, die jetzt zum Teil noch an­stei­gen kann ich nicht nach­voll­zie­hen. Evtl. mag das »Volk« halt den Schumm­ler als ei­nen der Ih­ren. Aber nur weil al­le schum­meln, lü­gen und be­trü­gen, in wel­chem Ma­ße auch im­mer, wird das nicht au­to­ma­tisch le­gal.

    Letzt­lich ist es halt wie im­mer: die Klei­nen hängt man, die Gro­ßen lässt man lau­fen. Al­ler­dings steht er jetzt un­ter streng­ster Be­ob­ach­tung. Soll­te er die­se Sa­che tau­melnd und an­ge­zählt noch über­le­ben, beim näch­sten Feh­ler ist er weg.

    #11 

  12. Nobody  •  24. Feb. 2011, 15:43 Uhr

    Nach Maß­ga­be des Ge­set­zes gibt es hier nur ei­ne Ver­let­zung des Ur­he­ber­rechts. Dies kann na­tür­lich über Aus­le­gungs­va­ri­an­ten bis zum Be­trug ar­gu­men­tiert wer­den. Fakt ist je­doch, dass hier Ur­he­ber­recht miss­ach­tet wur­de, bzw. Quel­len nicht er­kenn­bar ge­macht wur­den.

    Fakt ist auch, dass je­der Vor­satz be­strit­ten wird. Dar­um bleibt es bei dem ei­nen ge­setz­li­chen Punkt oder Straf­tat­be­stand. Ei­ne Straf­ver­fol­gung wird es aber vor­erst nicht ge­ben so­lan­ge Hr. Gut­ten­berg im Amt ist, da nicht da­von aus­zu­ge­hen ist, dass der Bun­des­tag sei­ne Im­mu­ni­tät zum jet­zi­gen Zeit­punkt auf­he­ben wird.

    Ei­ne spä­te­re Straf­ver­fol­gung, z. B. in der »Som­mer­pau­se« we­gen Ur­he­ber­rechts­ver­let­zung wür­de ich jetzt nicht aus­schlie­ßen.

    Aber wie heißt es so schön, je­der ist sei­nes Glückes Schmied und wenn Hr. Gut­ten­berg dies vor­sätz­lich ge­macht hat, dann wird er sich mög­li­cher Fol­gen be­wusst ge­we­sen sein.

    1. Po­li­ti­sche Kar­rie­re ist nicht mög­lich, bzw. wenn es her­aus­kommt, kann es zum Stol­per­stein wer­den.
    2. Sei­ne An­walt­zu­las­sung kann er ver­lie­ren
    3. Sein Ruf und der sei­ner Fa­mi­lie wird be­schä­digt
    4. Straf­recht­lich wird er we­gen Ur­he­ber­rechts­ver­let­zung be­langt
    5. Ein Ver­fah­ren we­gen vor­sätz­li­chen Be­tru­ges zur Er­schlei­chung des Ti­tels kann ein­ge­lei­tet wer­den.
    6. Ver­lust des Dr.-Titel

    War es Vor­satz, dann kann­te er die Ri­si­ken. War es Nach­läs­sig­keit, dann hat er trotz al­lem die­sen Feh­ler selbst zu ver­ant­wor­ten.

    Trotz al­lem nei­ge ich da­zu, den Dr. Ti­tel und sein Amt als 2 un­ter­schied­li­che Bau­stel­len zu se­hen. An­ders wür­de die­ser Fall aus­se­hen, wenn bei­de Punk­te im kau­sa­lem Zu­sam­men­häng ste­hen wür­den.

    Neh­men wir par­al­le­len zum Ar­beits­recht. Gibt es hier ei­nen re­le­van­ten Zu­sam­men­hang zwi­schen sei­nem Dr. Ti­tel und dem Po­sten des Ver­tei­di­gungs­mi­ni­sters? Nein. Die­ser Ti­tel ist kei­ne Vor­aus­set­zung und auch sei­ne Qua­li­fi­ka­ti­on als Ju­rist ist hier­bei nicht von Re­le­vanz, da dies bei dem Po­sten nicht zwin­gend vor­aus­ge­setzt wird. Die Er­nen­nung zum Mi­ni­ster da­mals er­folg­te ja auch nicht auf Grund sei­nes Ti­tels oder Ju­ra-Ab­schlus­ses. So dass ich hier zum Ur­teil kommt, dass nach dem Maß­stä­ben des Ar­beits­rech­tes, wel­che für uns nor­ma­le Bür­ger in ei­nem sol­chen Fall gel­ten wür­de, nur in dem Fal­le ei­ne »Kün­di­gung« ge­recht­fer­tigt wä­re, wenn dies im kau­sa­lem Zu­sam­men­hang ste­hen wür­de oder dar­aus ei­ne Haft­stra­fe fol­gen wür­de.

    P. S.: Zu ent­schul­di­gen ist dies na­tür­lich in kein­ster Wei­se, aber der Maß­stab soll­te für al­le Gleich ge­setzt wer­den. Da stim­me ich si­cher mit Gra­ben­ken­ner über­ein.

    Und was das Volk will oder wie man im al­ten Rom sagt, der Pö­bel, ist hier si­cher zu ver­nach­läs­si­gen. Je­der weis, dass hier manch­mal kei­ne lo­gi­schen Be­weg­grün­de exi­stie­ren um Ver­hal­ten und Sym­pa­thi­en zu recht­fer­ti­gen.

    #12 

  13. Manu  •  24. Feb. 2011, 18:22 Uhr

    @Grabenkenner:
    »Die Sym­pa­thi­en im Volk, die jetzt zum Teil noch an­stei­gen kann ich nicht nach­voll­zie­hen. Evtl. mag das »Volk« halt den Schumm­ler als ei­nen der Ih­ren.«

    Er­in­nert mich ein we­nig an Ita­li­en...

    #13 

  14. Middle.Bros  •  24. Feb. 2011, 19:27 Uhr

    Nein, Ita­li­en ist viel gei­ler, da gibt’s we­nig­sten noch BUNGA BUNGA !

    Das in die­ser Dis­kus­si­on die Na­zi – Keu­le aus­ge­packt wird über­rascht mich doch sehr.

    #14 

  15. zonebattler  •  24. Feb. 2011, 20:24 Uhr

    Kei­ner schwingt hier die »Na­zi-Keu­le«, al­so tu’ Du es bit­te auch nicht. Es geht ein­zig und al­lein dar­um, daß Zeit­ab­stän­de nicht da­zu tau­gen, Fehl­ver­hal­ten (oder gar Ver­bre­chen) zu re­la­ti­vie­ren... Er­in­ne­run­gen mö­gen ver­blas­sen, Schur­ke­rei­en mö­gen ver­jäh­ren, Schuld in­des bleibt Schuld.

    #15 

  16. zonebattler  •  25. Feb. 2011, 6:49 Uhr

    Pres­se­spie­gel: »‘Gut­ten­bergs Tak­tik ist brand­ge­fähr­lich’« (ZEIT ONLINE)

    #16 

  17. Lexikaliker  •  25. Feb. 2011, 8:08 Uhr

    Be­mer­kens­wert fin­de ich auch die in »Gut­ten­berg und die Herr­schaft des Un­be­wuss­ten« be­schrie­be­ne Re­ak­ti­on der Uni­ver­si­tät. – Te­le­po­lis hat noch mehr: »Wer hoch sta­pelt, kommt ganz nach oben?«

    #17 

  18. zonebattler  •  25. Feb. 2011, 8:29 Uhr

    TELEPOLIS hat so­gar noch mehr: »Der Fall Gut­ten­berg als Ge­le­gen­heit zum Auf­räu­men«

    #18 

  19. Nobody  •  25. Feb. 2011, 10:38 Uhr

    In der gan­zen Dis­kus­si­on kön­nen wir es ei­gent­lich leicht auf den Punkt brin­gen. Ei­nig­keit dar­über, dass das Ver­hal­ten von Gut­ten­berg im Be­zug auf die Dr.-Arbeit nicht ok war herrscht hier si­cher.

    Die Fra­ge bleibt je­doch im Raum ste­hen, wel­che Reich­wei­te hat dies. Ge­nau hier liegt doch der Punkt un­se­rer Un­ei­nig­keit.

    Ich den­ke nie­mand wür­de auf­schrei­en, wenn Gut­ten­berg sich we­gen Ur­he­ber­rechts­ver­let­zung ver­ant­wor­ten müss­te und ei­ne ent­spre­chen­de Geld­stra­fe er­hal­ten wür­de.

    So­bald dann al­ler­dings ein Be­trugs­pro­zess in den Raum ge­stellt wird be­ginnt schon der Auf­schrei, dass kann man nicht ma­chen. Sind wir ehr­lich, je­der der il­le­gal Fil­me, etc. läd be­kommt bei ei­nem er­sten Ver­stoss nur ei­ne emp­fingli­che Geld­bu­ße und wird erst bei er­neu­ter Ver­feh­lung mit wei­ter­ge­hen­den Maß­nah­men be­langt, wel­che bis hin zu Haft­stra­fen ge­hen.

    Al­so war­um un­ter­schei­den wir 2 Ar­ten von Ur­he­ber­rechts­ver­let­zun­gen? Der Dr.-Titel ist weg, al­so brau­chen wir da nicht wei­ter zu re­den. Ei­ne Ver­fah­ren we­gen Ur­he­ber­rechts­ver­let­zung mit ent­spre­chen­der Geld­stra­fe ist auch ver­tret­bar.

    Al­ler­dings ei­ne Kla­ge­schrift we­gen Be­trug ste­he ich sehr kri­tisch ent­ge­gen, da dies ja in kei­nem Ver­hält­nis zu der Tat steht. Hat er mit die­ser Ar­beit wirk­lich je­man­den ge­scha­det au­ßer sich selbst? Vllt. der Uni Bay­reuth und die­se hat ja schon re­agiert und den Dr.-Titel zu­rück­ge­nom­men.

    Was sein Amt an­geht, so blei­be ich da­bei, dass dies mit glei­chen Maß­stä­ben wie im Ar­beits­recht be­han­delt wer­den soll.

    P.S.: Ita­li­en ist wirk­lich un­ter­halt­sa­mer. Ber­lus­co­ni ist ein­fach ei­ner der un­ter­halt­sam­sten Po­li­ti­ker in Eu­ro­pa mit sei­nem Ma­cho-Ge­ha­be und si­cher ein Kan­di­tat für den näch­sten Papst; zu­min­dest nimmt er die Un­fehl­bar­keit auch für sich in An­spruch. Aber las­sen wir den Scherz mal wie­der bei­sei­te, so­viel Re­for­men hält selbst die Ka­tho­li­sche Kir­che nicht aus. :-)

    #19 

  20. zonebattler  •  25. Feb. 2011, 11:14 Uhr

    Ich ha­be wei­ter oben mehr­fach ver­sucht dar­zu­le­gen, daß sich die be­trü­ge­ri­sche An­eig­nung ei­nes aka­de­mi­schen Ti­tels eben nicht nur auf den Mis­se­tä­ter und ggf. noch des­sen Uni­ver­si­tät aus­wirkt. Die Reich­wei­te sol­chen Tuns ist er­heb­lich grö­ßer und der an­ge­rich­te­te Flur­scha­den im­mens. Die Ar­gu­men­te sind oben nach­zu­le­sen bzw. aus den ver­link­ten Ar­ti­keln er­sicht­lich.

    #20 

  21. Nobody  •  25. Feb. 2011, 11:25 Uhr

    Du hast die Uni auf­ge­zäht, die­se hat den Dr.-Titel ab­erkannt.
    Die Aka­de­mi­sche Welt ist so­mit auch im Rei­nen und folg­lich auch die Wis­sen­schaft.

    Was die All­ge­mein­heit an­geht, so kann man sa­gen, dass dies zu ver­nach­läs­si­gen ist.

    Aus wel­chen Grund ist die All­ge­mein­heit ge­schä­digt wor­den? Oder fra­gen wir an­ders: Wer von uns hier im Blog hat ei­nen Scha­den durch das Fehl­ver­hal­ten von Gut­ten­berg er­hal­ten? Ich für mei­nen Teil nicht.

    #21 

  22. zonebattler  •  25. Feb. 2011, 11:46 Uhr

    Je­der und je­de, der oder die ei­nen recht­schaf­fen er­wor­be­nen aka­de­mi­schen Ti­tel führt, kann und muß sich ver­höhnt füh­len, wenn das un­recht­mä­ßi­ge An­eig­nen von Ti­teln als letzt­lich kon­se­quen­zen­lo­ser Al­ter­na­tiv­weg durch­geht. Aber ich be­gin­ne mich zu wie­der­ho­len und bre­che die Dis­kus­si­on hier nun von mei­ner Sei­te man­gels wei­te­ren Er­kennt­nis­ge­winns ab.

    #22 

  23. Nobody  •  25. Feb. 2011, 11:48 Uhr

    Nach­dem der Ti­tel ab­erkannt wur­de, ist es ja nicht durch­ge­gan­gen. Das ist aber nur ei­ne Fol­ge. Auf der an­de­ren Sei­te muss man sa­gen, dass sei­ne ei­ge­ne Re­pu­ta­ti­on stark be­schä­digt wur­de. An­ders wä­re die La­ge, hät­te er sei­nen Ti­tel be­hal­ten dür­fen.

    Aber ich den­ke ich steig auch erst­mal aus, so­lan­ge kei­ne neu­en Fak­ten oder In­for­ma­tio­nen exi­stie­ren.

    #23 

  24. zonebattler  •  25. Feb. 2011, 11:54 Uhr

    Der Dieb­stahl ei­nes Au­tos oder ei­nes Schab­racken­ta­pirs hat im Er­wi­schens­fall auch zur Fol­ge, daß der Dieb die Beu­te wie­der zu­rück­ge­ben muß. Wo­mit die Sa­che aber kei­nes­wegs er­le­digt ist und fol­gen­los ab­ge­hakt wer­den kann!

    So, und das war nun wirk­lich das letz­te Wort von mir in die­ser cau­sa. Mahl­zeit.

    #24 

  25. MM  •  25. Feb. 2011, 13:13 Uhr

    Die aka­de­mi­sche Welt ist gar nicht im rei­nen! Aber zu­min­dest wird noch un­ter­sucht, ob zu Gut­ten­berg ge­täuscht hat.

    Mich er­staunt, dass er sich auf die to­ten Sol­da­ten zu be­ru­fen traut, wo­von sei­ne Kri­ti­ker ab­len­ken wür­den.

    Scha­den für die Uni­ver­si­tät Bay­reuth und die deut­sche Re­gie­rung und Tei­le der Pres­se.

    #25 

  26. zonebattler  •  25. Feb. 2011, 16:57 Uhr

    Pres­se­spie­gel:

    »Täu­schungs­vor­wurf nicht ge­prüft«
    »‘Wir sind ei­nem Be­trü­ger auf­ge­ses­sen’«

    (bei­de F.A.Z.)

    #26 

  27. zonebattler  •  28. Feb. 2011, 10:17 Uhr

    Pres­se­spie­gel: »Der Mi­ni­ster mit dem Hei­li­gen­schein« (FN)

    #27 

  28. zonebattler  •  28. Feb. 2011, 11:59 Uhr

    Tipp: »Wie man ei­ne wis­sen­schafft­li­che Ab­schluß­ar­beit schreibt« (An­drea Die­ner)

    #28 

  29. Nobody  •  1. Mrz. 2011, 14:01 Uhr

    Nun hat er selbst sei­nen Hut ge­nom­men.

    Sei­ne Be­fä­hi­gung zu ei­nem sol­chen Po­sten soll­te man ihm nicht ab­spre­chen, aber un­ter dem Strich ist es wohl ei­ne Ent­schei­dung, mit wel­cher er für Ru­he sor­gen will.

    Die Op­po­si­ti­on, wel­che per­ma­nent die­ses The­ma zu je­der nur denk­ba­ren Ge­le­gen­heit ver­sucht aus­zu­schlach­ten, die­se soll­te sich mal an den Kopf fas­sen.

    Ich den­ke ge­ra­de jetzt kann man sa­gen, dass die Leu­te von der Op­po­si­ti­on bei der näch­sten Wahl ei­nen Denk­zet­tel be­nö­ti­gen. Wenn je­mand an­stel­le der ei­gent­li­chen The­men im­mer wie­der ver­sucht die Dis­kus­si­on in Rich­tung Pla­gi­ats-Af­fä­re zu len­ken und so­mit er­reicht, dass je­de Dis­kus­si­on im Keim er­stickt wird ver­bin­det Ent­schei­dun­gen. Ein Herr Ga­bri­el ist hier si­cher lo­bend zu nen­nen. Er hat kei­ne Ge­le­gen­heit un­ver­sucht ge­las­sen um die Dis­kus­si­on am Le­ben zu hal­ten. Da fragt man sich als Bür­ger, was ist wohl wich­ti­ger: Po­li­ti­sche Ent­schei­dun­gen zu tref­fen und The­men, wel­che die All­ge­mein­heit be­tref­fen vor­an­zu­brin­gen oder ei­nen »Dorn« im Au­ge des ei­ge­nen La­gers so lan­ge zu de­mon­tie­ren, bis die­ser zu­rück­tritt.

    Al­so wenn die SPD ge­nau­so wie­der die Re­gie­rung an sich rei­sen will, dann glau­be ich nicht, dass hier ir­gend­et­was er­reicht wer­den kann. Ei­ne kla­re Kon­tra-Par­tei oh­ne ei­ge­ne Ar­gu­men­te und Zie­le.

    Si­cher sind die Par­tei­en al­le mehr dar­an in­ter­es­siert ih­re Ei­gen­in­ter­es­sen in den Vor­der­grund zu stel­len um bei der näch­sten Wahl gut ab­zu­schnei­den, aber dann soll­te dies bit­te mit Ar­gu­men­ten, Ent­schei­dun­gen und Zie­len ver­bun­den sein und nicht nur al­lei­ne da­mit, dass man ver­sucht an­de­re Par­tei­en und de­ren Mit­glie­der durch den Dreck zu zie­hen. Dies aber nun un­ab­hän­gig vom Feh­ler Gut­ten­bergs.

    Dar­um ein Wink an die SPD, macht lie­ber end­lich mal wie­der Po­li­tik und über­las­se die Klatsch­pres­se dem Axel-Sprin­ger-Ver­lag.

    #29 

  30. zonebattler  •  1. Mrz. 2011, 17:53 Uhr

    Pres­se­spie­gel: »We­der an­stän­dig noch ehr­lich« (ZEIT ONLINE)

    #30 

  31. Middle.Bros  •  2. Mrz. 2011, 13:51 Uhr

    Nun wer­den bei ei­ni­gen die Sekt­kor­ken knal­len !!

    Die Jä­ger ha­ben Ih­re Beu­te er­legt und dem Land da­mit kei­nen Dienst er­wie­sen.

    Die Hy­ste­rie in der aka­de­mi­schen Welt ist mir so was egal. Was bil­den die sich ei­gent­lich ein. Wol­len die erst­haft Ih­ren Sta­tus in Zei­ten von Wi­ki­pe­dia, Goog­le und Co. auf­recht er­hal­ten ?

    Das Web hat die Welt ver­än­dert. Jeg­li­che In­for­ma­tio­nen und Fak­ten sind über­all und über je­des The­ma für je­der­mann ver­füg­bar.

    Der aka­de­mi­sche Ti­tel hat doch eh nicht mehr den Stel­len­wert wie in der Pre-PC-Zeit.

    Die Zei­ten der ehr­ba­ren Ti­tel-An­wär­ter die Ihr Wis­sen aus der ver­staub­ten Bi­blio­thek ge­zehrt ha­be ist vor­bei ! Lei­der !!

    Den­noch war der Rück­tritt ein sehr trau­ri­ge Kon­se­quenz der gan­zen An­ge­le­gen­heit.

    Was mich an der gan­zen Sa­che doch trau­rig stimmt ist, daß von den Jä­gern sehr viel An­stand und Wür­de über Bord ge­wor­fen wur­de.

    Ich möch­te so­gar von ver­letz­ter Men­schen­wür­de spre­chen. Je­der Mensch der sich schon ein­mal mas­si­ver Kri­tik aus­set­zen muß­te wird nach­voll­zie­hen kön­nen was es heißt sol­che Prü­gel ein­stecken zu müs­sen.

    Viel­leicht hat je­mand schon mal vor ver­sam­mel­ter Man­schaft sei­nen An­schiss be­kom­men und er­in­nert sich dar­an wie er sich da­mals fühl­te und das war wahr­schein­lich ein Mücken­schiss da­ge­gen.

    Wenn man in den Fo­ren von Spie­gel on­line, Zeit, etc. blät­tert, schlägt ei­nen der blan­ke Hass ent­ge­gen. Per­sön­li­che un­sach­li­che An­grif­fe auf den Adel, ge­gel­te Haa­re und der­glei­chen.

    Ein Kin­der­schän­der kommt so­gar auf Bild.de bes­ser weg.

    Die gan­ze Meu­te kon­zen­trier­te sich auf Gut­ten­berg und tritt wei­ter auf ihn ein, auch wenn der schon am Bo­den liegt.

    Das macht für mich kei­nen Un­ter­schied zu den U‑Bahn Schlä­gern.

    So kön­nen sich nur fru­strier­te Men­schen be­neh­men die al­ler Wahr­schein­lich­keit nach sel­ber kei­ner art­ge­rech­ten Hal­tung und Le­bens­füh­rung aus­ge­setzt sind.

    #31 

  32. Nobody  •  2. Mrz. 2011, 14:10 Uhr

    Da muss ich Middle.Bros zu­stim­men.

    Si­cher sind die Bei­spie­le nur im über­tra­ge­nen Sin­ne et­was über­zo­gen, aber ich den­ke dies ver­deut­licht die gan­ze Si­tua­ti­on schon sehr gut.

    Für die Rei­hen de­rer, wel­che nicht von dem The­ma las­sen woll­te kann ich nur sa­gen. Gra­tu­lie­re, eu­ren ge­fähr­lich­sten po­li­ti­schen Kon­kur­ren­ten hab ihr vor­erst mal bei­sei­te ge­schafft.

    #32 

  33. suzomi  •  2. Mrz. 2011, 14:24 Uhr

    Der gu­te Mann hat sei­nen Par­tei­freun­den und nicht zu­letzt sich selbst von An­fang an ei­nen schlech­ten Dienst er­wie­sen, in­dem er mit ei­ner Zeit­bom­be von Dis­ser­ta­ti­on im Hin­ter­grund höch­ste Äm­ter an­ge­nom­men hat. Das muss­te frü­her oder spä­ter auf­flie­gen mit den ent­spre­chen­den Kon­se­quen­zen. Gut und rich­tig so! Sei­ne Glaub­wür­dig­keit ist da­hin. Hoch­mut kommt vor dem Fall und ehr­lich währt eben doch am läng­sten.

    #33 

  34. zonebattler  •  2. Mrz. 2011, 14:28 Uhr

    Ich wie­der­um kann mich nur wun­dern über ei­nen, der des fort­ge­setz­ten Lü­gens und des Hoch­sta­pelns über­führt wor­den ist und sich jetzt im­mer noch zum Op­fer sti­li­siert. Ei­ne klei­ne Schwin­de­lei hier, ei­ne Not­lü­ge dort sind et­was ganz an­de­res als das be­wuß­te und skru­pel­lo­se Aus­beu­ten der gei­sti­gen Lei­stung an­de­rer (im gro­ßen Maß­stab!) zum Zwecke der ei­ge­nen Kar­rie­re­be­för­de­rung. Das kalt­schnäu­zi­ge Täu­schen und das spä­te­re scheib­chen­wei­se Ein­räu­men von »Feh­lern« setz­te der Blen­de­rei am Schluß noch die Kro­ne auf. Wie soll so je­mand für ei­ne Füh­rungs­po­si­ti­on und als Vor­bild ge­eig­net sein?

    Im Üb­ri­gen ist es na­iv und ge­fähr­lich, das In­ter­net zum Dr. All­wis­sen zu er­klä­ren: »Jeg­li­che In­for­ma­tio­nen und Fak­ten sind über­all und über je­des The­ma für je­der­mann ver­füg­bar«. Das mag schon sein, aber wer ga­ran­tiert für die Rich­tig­keit und die Qua­li­tät des Vor­ge­fun­de­nen? Je mehr Lü­gen­ba­ro­ne ih­re ab­ge­kup­fer­ten oder gar frei er­fun­de­nen »Wahr­hei­ten« ins Netz stel­len, de­sto pro­ble­ma­ti­scher wird die Sa­che doch! Den Stan­dard der Wis­sen­schaft hoch­zu­hal­ten ist kein Stecken­pferd welt­frem­der Aka­de­mi­ker, son­dern liegt im es­sen­ti­el­len (wenn nicht exi­sten­ti­el­len) In­ter­es­se von uns al­len.

    In mei­nem In­ter­es­se liegt es wie­der­um, das The­ma hier­mit zu be­en­den; ich ha­be nicht den En­druck, daß wei­te­res Ar­gu­men­tie­ren hier da­zu bei­trü­ge, ver­här­te­te Fron­ten auf­zu­wei­chen und Lern­pro­zes­se an­zu­sto­ßen. Die Dis­kus­si­on wird nach dem näch­sten Kom­men­tar ge­schlos­sen, ich muß nicht un­be­dingt das letz­te Wort ha­ben...

    #34 

  35. suzomi  •  2. Mrz. 2011, 14:51 Uhr

    Es ist ja ge­ra­de die Lei­stung von ech­ten Wis­sen­schaft­lern und For­schern, Neu­es zu er­fin­den oder neue Zu­sam­men­hän­ge her­zu­stel­len. Dies fin­det man eben nicht im Netz, son­dern durch ei­ge­ne Denk­ar­beit.

    #35 

  36. zonebattler  •  3. Mrz. 2011, 14:43 Uhr

    Ich ha­be die Kom­men­ta­re noch­mals auf­ge­macht, um das pas­sen­de Schluß­wort von ei­nem Blog­ger-Kol­le­gen aus Nürn­berg spre­chen zu las­sen: »Gutt­buy und sei­ne Fratz­buch­grou­pies«. Das Be­ste ist das ver­link­te Au­dio-In­ter­view am Schluß!

    #36 

  37. zonebattler  •  4. Mrz. 2011, 14:08 Uhr

    Und aber­mals ha­be ich die Kom­men­tar­funk­ti­on kurz­fri­stig re­ak­ti­viert, um auf ei­ne le­sens­wer­te Quel­le zu ver­wei­sen: »Das Gut­ten­berg-Syn­drom oder wie­so die Mas­se den Pla­gia­tor liebt« (pushthebutton.de)

    #37 

  38. zonebattler  •  6. Mrz. 2011, 19:22 Uhr

    »Wie Ken den Kopf ver­lor – Gut­ten­bergs ver­schlepp­ter Rück­tritt« (FAZ.NET)

    #38 

  39. zonebattler  •  8. Mrz. 2011, 18:00 Uhr

    »Gut­ten­wahn: Zwei Wo­chen deut­sches Psy­cho­dra­ma« (FAZ.NET)

    #39 

  40. zonebattler  •  8. Mai. 2011, 7:30 Uhr

    »Gut­ten­berg hat ‘vor­sätz­lich ge­täuscht’« (TELEPOLIS)

    #40 

  41. zonebattler  •  16. Mai. 2011, 20:38 Uhr

    Pres­se­spie­gel: »Jagd auf Pla­gia­to­ren – Die Scan­ner« (FAZ.NET)

    #41 

  42. zonebattler  •  14. Jul. 2011, 19:07 Uhr

    Pres­se­spie­gel: »Wer nur ein biss­chen um­schreibt, der denkt nicht« (ZEIT ONLINE)

    #42 

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