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zonebattler's homezone 2.1 - Merkwürdiges aus Fürth und der Welt


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Herz­li­ches Ein­ver­neh­men

Poin­tiert ge­sagt hat es der zone­batt­ler gut sechs Jahr­zehn­te lang ge­schafft, sich von Arzt­pra­xen, Kli­ni­ken und Siech­ko­beln fern­zu­hal­ten (mit der re­gel­be­stä­ti­gen­den Aus­nah­me von Den­ti­ste­ri­en zu frei­lich über­wie­gend pro­phy­lak­ti­schen Zwecken). Jetzt aber ist er mul­ti­pel ma­la­de ge­wor­den und wird der­zeit durch den ge­sam­ten mo­der­nen Ma­schi­nen­park al­ler denk­ba­ren Fach­schaf­ten ge­schleust. Ein­zig dem Or­ni­tho­lo­gen ist er bis da­to er­staun­li­cher­wei­se noch nicht vor­ge­stellt wor­den, wie­wohl er al­lent­hal­ben als ko­mi­scher Vo­gel gilt...

Any­way, hier und heu­te soll nur der Um­stand in­ter­es­sie­ren, daß ei­ner der kon­sul­tier­ten Doc­to­res zur dau­er­haf­ten Ob­ser­va­ti­on der Herz­tä­tig­keit mit Hil­fe ei­nes Fit­ness-Arm­ban­des ge­ra­ten hat. Da hat sich der En­des­un­ter­fer­tig­te be­le­sen, an­hand di­ver­ser Web­sei­tes auf­ge­schlaut und sich letzt­end­lich ein Ge­rät kom­men las­sen, wel­ches er nun nach ei­ner Wo­che prak­ti­scher Er­fah­rung nach­fol­gend vor­stellt. Es han­delt sich um ei­nen recht preis­gün­sti­gen Ap­pa­ril­lo na­mens Amaz­fit Bip S Li­te, hier zu se­hen an des Au­tors höchst haa­ri­gem Hand­ge­lenk:

Fitnesstracker Amazfit Bip S lite

Grund­sätz­lich ist zu un­ter­schei­den zwi­schen Smart­watches und Fit­nesstrackern: Bei­de zei­gen lo­gi­scher­wei­se die Uhr­zeit (und mei­stens auch das Da­tum) an, aber wäh­rend die Ge­rä­te der erst­ge­nann­ten Gat­tung das mit­ge­führ­te Smart­phone funk­tio­nal er­gän­zen und er­wei­tern (z.B. durch die An­zei­ge von ein­ge­hen­den Be­nach­rich­ti­gun­gen oder die Mög­lich­keit, Apps zur Me­di­en­wie­der­ga­be vom Hand­ge­lenk aus fern­zu­steu­ern), die­nen die Fit­nesstracker pri­mär der Er­he­bung von Vi­tal­da­ten (wie Herz­schlag, Blut­sauer­stoff, Be­we­gung, Schlaf etc.) der Trä­ge­rin bzw. des Tra­gen­den. Da­bei sind die Über­gän­ge flie­ßend, weil die smar­ten Arm­band­uh­ren viel­fach auch Ge­sund­heits­funk­tio­nen bie­ten und die Fit­ness­arm­bän­der um­ge­kehrt auch al­ler­lei Spie­le­rei­en mit dem über Blue­tooth an­ge­kop­pel­ten Han­dy er­lau­ben. Im we­sent­li­chen ist es ei­ne Ge­schmacks­fra­ge, ob das Ding am Hand­ge­lenk eher kon­ser­va­tiv nach ei­ner wer­ti­gen Uhr oder zeit­geist­ge­mäß nach ei­nem hip­pen Life­style-Spiel­zeug aus­schau­en soll.

Nach ei­ner Wo­che des kon­ti­nu­ier­li­chen Tra­gens rund um die Uhr und des Aus­wer­tens der vom dem Arm­band-Com­pu­ter er­ho­be­nen Ge­sund­heits-Pa­ra­me­ter mit­tels der da­zu­ge­hö­ri­gen Zepp-App zieht der Te­ster fol­gen­des Fa­zit:

Pro:

  • Das Arm­band ist mit 30 g sehr leicht und trägt sich an­ge­nehm oh­ne je­de Haut­rei­zung.

  • Dank sei­nes trans­re­fle­xi­ven Al­ways-on-Dis­plays kann das »Zif­fer­blatt« in hel­ler Um­ge­bung auch bei nicht ein­ge­schal­te­ter Hin­ter­grund­be­leuch­tung gut ab­ge­le­sen wer­den.

  • Da­durch sind un­ge­wohnt lan­ge Lauf­zei­ten von bis zu ei­nem Mo­nat oh­ne »Nach­tan­ken« am La­de­ka­bel durch­aus rea­li­stisch.

  • Das Track­ing von Schritt­zah­len und Trai­nings­pro­fi­len ist ge­eig­net, die Über­win­dung des »in­ne­ren Schwei­ne­hun­des« an­zu­sta­cheln und so­mit auch no­to­ri­sche Schreib­tisch­tä­ter zu ge­sün­de­rem Be­we­gungs­ver­hal­ten an­zu­hal­ten.

  • Ein po­ten­ti­el­ler Wert­ver­lust ist kein The­ma, denn das Ge­rät ist mit ca. 35–40 EUR sehr mo­de­rat be­preist.

Con­tra:

  • Zum An­ge­ben taugt es nix.

  • Die Auf­lö­sung des Touch-Dis­plays ist mit 176 x 176 Pi­xeln recht ge­ring (aber prin­zi­pi­ell aus­rei­chend).

  • Die Me­nü­füh­rung ist an­fangs ge­wöh­nungs­be­dürf­tig.

  • Von den Tau­sen­den (!) ver­füg­ba­rer »Watch­faces« (Zif­fer­blät­tern) sind 99% kin­di­scher Müll und/oder schlecht ab­les­ba­rer Murks; es macht ei­ni­ge Mü­he, im Meer des Min­der­wer­ti­gen ein gut ge­stal­te­tes und auch von äl­te­ren Au­gen um­stands­los ab­les­ba­res De­sign zu fin­den.

  • Die von der Smart­phone-App er­stell­ten Sta­ti­sti­ken und Ver­hal­tens­emp­feh­lun­gen (!) sug­ge­rie­ren ei­ne Ge­nau­ig­keit und Ver­läß­lich­keit, die auf­grund der Er­he­bungs­me­tho­de (op­ti­sche Sen­so­ren, Be­schleu­ni­gungs­sen­sor) kei­nes­falls ge­recht­fer­tigt er­scheint. Ein­fach ge­strick­te Ge­mü­ter könn­ten z.B. auf­grund an­geb­lich zu ge­rin­ger Tief­schlaf-Pha­sen leicht in Pa­nik ge­ra­ten...

Fa­zit:

Mein neu­er Weg­be­glei­ter aus Pla­stik hat mei­ne me­cha­ni­schen Arm­band­uh­ren aus Edel­stahl so­fort und dau­er­haft ab­ge­löst, frei­lich vor al­lem aus ei­nem bis­her noch gar nicht er­ör­ter­tem Grun­de: Ich fah­re ge­mein­hin täg­lich (ge­nau­er ge­sagt: werk­tags au­ßer Sa, nicht 24.12., 31.12.) mit dem Zug in die Ar­beit und zu­rück. In der Re­gel sind mei­ne Ver­bin­dun­gen pünkt­lich und ver­spä­tungs­frei. Weil ich aber zu Fuß zum Bahn­hof ei­le und im­mer recht knapp am Gleis ein­tref­fe, bin ich auf prä­zi­se Uh­ren an­ge­wie­sen. Ge­nau da be­ginnt das Pro­blem: Mei­ne me­cha­ni­schen Sei­kos sind zwar für Au­to­ma­tik-Uh­ren er­staun­lich prä­zi­se, ticken aber doch nicht so ge­nau wie ei­ne Quarz- oder gar Funk­uhr. Al­le zwei Zwie­beln ge­hen leicht nach, und da­mit ich sie nur et­wa 1x im Mo­nat nach­ju­stie­ren muß­te, stell­te ich sie im­mer et­was vor (wo­mit sie sich lang­sam der rich­ti­gen Zeit an­nä­her­ten, um da­nach im­mer mehr hin­ter­her­zu­hin­ken).

Das ist im All­tags­le­ben vie­ler Men­schen kein nen­nens­wer­tes Pro­blem, für Zug­fah­rer wie mich aber halt schon, weil ich nie ge­nau sa­gen kann bzw. konn­te, ob mei­ne Uhr nun noch ei­ne Mi­nu­te vor geht oder schon ei­ne Mi­nu­te nach. Da stell­te sich dann mit­un­ter zum Fei­er­abend die kri­ti­sche Fra­ge, ob ich die S‑Bahn noch er­wi­sche, wenn ich vor­her noch Pin­keln ge­he, oder ob ich mir das mensch­li­che Be­dürf­nis lie­ber bis da­heim ver­knei­fe... Das The­ma hat sich jetzt er­le­digt, denn na­tür­lich ist der elek­tro­ni­sche Zeit­mes­ser in die­ser Dis­zi­plin von vor­bild­li­cher Kor­rekt­heit.

Fas­sen wir al­so zu­sam­men, wie sich der neu­mo­di­sche Spiel­kram mit me­di­zi­ni­schem Ne­ben­nut­zen im All­tag be­währt hat:

  Funk­tio­na­li­tät 5 Sterne  
  Be­dien­bar­keit 3 Sterne  
  De­sign 4 Sterne  
  Preis / Lei­stung 5 Sterne  
  Ge­samt­ur­teil 5 Sterne  

Un­ter dem Strich bleibt der Ein­druck von ei­nem hilf­rei­chem Mul­ti­funk­ti­ons­ge­rät, wel­ches mir als Zeit­mes­ser, Ge­sund­heits­checker und Mo­ti­va­ti­ons­ge­ber sehr gut taugt. Und des­halb hat die Bes­se­re Hälf­te von mir be­reits ein glei­ches Teil spen­diert be­kom­men, selbst­ver­ständ­lich in fe­mi­ni­nem ro­sa!

Diskussion

  1. Be Blum  •  27. Aug. 2021, 23:09 Uhr

    oh. Das schreit nach ei­nem gu­ten Ein­kaufstipp für mich, soll­te ich mich der­einst da­zu über­win­den doch noch mal mo­dern zu wer­den…

    An­son­ten gu­te Ge­sund­heit, und soll­test du doch auch noch ei­nen Or­ni­tho­lo­gen (m/w/d) kon­sul­tie­ren wol­len, hät­te ich Emp­feh­lun­gen.

    #1 

  2. zonebattler  •  28. Aug. 2021, 8:30 Uhr

    Bei nach­hal­ti­gem In­ter­es­se soll­test Du den Fit­ness-Tracker jetzt und gleich spon­tan er­wer­ben: Den ent­schei­dungs­er­leich­tern­den 10%-Rabatt-Gutschein für die Amaz­fit Bip S Li­te gibt’s im gro­ßen Fluß nur noch bis ein­schließ­lich mor­gen (29. Aug. 2021)...

    P.S. Dan­ke für das An­ge­bot, aber be­vor ich mich zum Or­ni­tho­lo­gen über­wei­sen las­se, pro­bie­re ich erst noch eine(n) Vertreter(in) der Osteo­pa­then­schaft aus!

    #2 

  3. Mäx  •  6. Sep. 2021, 22:21 Uhr

    Hal­lo Ralph, jetzt sind ja noch ei­ni­ge Ta­ge seit dei­ner er­sten Ein­schät­zung ver­gan­gen. Hast du in­zwi­schen wei­te­re Er­kennt­nis­se zu dei­nem Fit­ness-Tracker?

    Ha­ben dir die Ge­sund­heits­pa­ra­me­ter neue Er­kennt­nis­se ge­bracht? Wie gut sind die Mes­sun­gen, lie­fert die Uhr plau­si­ble Wer­te?

    Kannst du die Da­ten mit der App selbst aus­wer­ten, oh­ne dass die­se ir­gend­wo »zwi­schen­ge­spei­chert« wer­den? Gibt es das über­haupt?

    Es gibt ja auch noch ei­ne Va­ri­an­te mit GPS. Hast du die­se vor dem Kauf auch in Er­wä­gung ge­zo­gen? Brin­gen GPS und/oder Ma­gnet­sen­sor sinn­vol­le zu­sätz­li­che Ge­sund­heits­da­ten?

    Ich wün­sche dir, dass du die Bio-Track­ing-Funk­ti­on nur vor­über­ge­hend brauchst und dass du das Teil nur noch für die Uhr­zeit und die Mo­ti­va­ti­on be­nö­tigst.

    #3 

  4. zonebattler  •  7. Sep. 2021, 0:04 Uhr

    Hal­lo Mäx,

    das Ge­rät hat mei­ne Er­war­tun­gen er­füllt und hält, was es ver­spro­chen hat: Es zeigt die Zeit kor­rekt an, zählt die Schrit­te sehr ex­akt und die Herz­fre­quenz er­mit­telt es of­fen­kun­dig auch prä­zi­se. Viel mehr nut­ze ich auch nicht, ins­be­son­de­re nicht die Trai­nings­plä­ne nach ver­schie­de­nen Tä­tig­keits­ar­ten (Lau­fen, Ra­deln, Schwim­men usw.).

    Die Aus­wer­tung mit der App ist schick, aber es steht zu be­zwei­feln, daß der chi­ne­si­sche Her­stel­ler die Da­ten nicht ab­greift. Schon die an­ge­zeig­ten »Ver­glei­che mit ähn­li­chen Nut­zern« in der Art von »Du hast ei­nen län­ge­ren Tief­schlaf als 33% der Nut­zer« las­sen ja auf Da­ten­sam­me­lei und Quer­ab­gleich schlie­ßen... Für mei­ne wirk­lich ver­trau­li­chen Da­ten (Fi­nanz­buch­füh­rung etc.) nut­ze ich da­her im­mer noch mei­nen ol­len Palm-Or­ga­ni­zer, der sich ein­zig lo­kal mit dem PC syn­chro­ni­siert und nicht mit ir­gend­ei­ner Cloud und da­mit la­tent mit al­ler Welt. Was auf bzw. von Smart­phones ab­geht, ist für mich zu­min­dest nicht zu durch­schau­en...

    Die Va­ri­an­te mit GPS ko­stet nur we­nig mehr, ist aber wohl et­was strom­hung­ri­ger. Wenn ich Rou­ten tracken will (was ich öf­ters ma­che), nut­ze ich aber das Smart­phone, wel­ches ich auch mit dem Fit­ness-Tracker kop­peln könn­te. Aber das ist kein use ca­se für mich.

    Dan­ke für Dei­ne gu­ten Wün­sche, ich stre­be in der Tat an, den un­auf­fäl­li­gen Be­glei­ter nur noch für den Zeit-Check und die Über­win­dung des »in­ne­ren Schwei­ne­hun­des« zu nut­zen. Das Schrit­te­zäh­len mo­ti­viert schon, man will sich da kei­ne Faul­heit at­te­stie­ren las­sen! ;-)

    #4 

  5. Johann  •  28. Sep. 2021, 20:20 Uhr

    Dan­ke für die äu­ßerst wer­be­wirk­sa­me Sto­ry. Ich konn­te nicht wi­der­ste­hen, mir die Amaz­fit Bip S wg. des GPS Sen­sors kom­men zu las­sen. Als Rad­fah­rer und Wan­de­rer kommt mir die Strecken­auf­zeich­nung sehr ge­le­gen. Das funk­tio­niert im Ver­gleich zum Han­dy äu­ßerst schnell und zu­ver­läs­sig. Die an­de­ren Da­ten nehm ich ein­fach mit. Auch in­ter­es­sant, wie schnell oder lang­sam die Maschine/Herz auf 130 hoch­geht. Sei es durch Auf­re­gung oder Wan­dern. Al­so nicht be­reut, es passt al­les.

    Und er­staunt, was auf die­sem Sek­tor al­les an­ge­bo­ten wird. Das ist mir völ­lig ent­gan­gen.

    #5 

  6. zonebattler  •  28. Sep. 2021, 22:06 Uhr

    Ja, auch ich hat­te die­se Ge­rät­schaf­ten bis vor kur­zem kei­nes Blickes ge­wür­digt, und wenn ich kei­ne ge­sund­heit­li­chen Pro­ble­me be­kom­men hät­te, wür­de ich die­se Gad­gets bis heu­te igno­rie­ren...

    Aber jetzt hab’ ich halt so ein Ding und es war auch mal wie­der ein län­ge­rer Wort­bei­trag fäl­lig in mei­nem aus Faul­heits­grün­den bild­er­la­stig ge­wor­de­nen Blog. ;-)

    P.S.: Noch ein Wort zur »wer­be­wirk­sa­men Sto­ry«: Ich ha­be mir die ge­zeig­te Fit­ness-Arm­band­uhr re­gu­lär ge­kauft und selbst be­zahlt, bin al­so kei­nem Spon­sor zu ir­gend­was ver­pflich­tet.

    #6 

  7. Johann  •  12. Okt. 2021, 10:08 Uhr

    Kom­men­tar mit Wer­bung war na­tür­lich iro­nisch, aber ich hab jetzt auch ei­ne und bin da­mit sehr zu­frie­den. Wo­bei mein Ver­wen­dungs­zweck eher auf GPS-Track­ing liegt. Das kann aber nur die nächst­hö­he­re Ka­te­go­rie der Uhr. Das macht die Uhr bes­ser als das Smart­phone; dort gibt es im­mer wie­der Un­ter­bre­chun­gen, wenn das Ge­rät auf Stand­by schal­tet. Nur für ge­naue Uhr­zeit fast zu scha­de. Da tuts auch je­de Quarz­uhr um 9,90 vom Stand­ler.

    #7 

  8. zonebattler  •  12. Okt. 2021, 12:01 Uhr

    In­ter­es­sant. Ich tracke mei­ne Spa­zier­gän­ge, Wan­de­run­gen, Rei­sen seit Jah­ren per Smart­phone mit der App »Geo Tracker«. Läuft zu­ver­läs­sig, schont den Ak­ku und funk­tio­niert vor al­lem auch dann, wenn sich das Han­dy schla­fen legt. Al­les an­de­re wä­re ja auch in­dis­ku­ta­bel...

    #8 

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