Zum Inhalt springen


zonebattler's homezone 2.1 - Merkwürdiges aus Fürth und der Welt


Samstag, 16. Dezember 2017

Warum ich als Fürther nach Nürnberg flüchten muß…

Den heutigen Samstag Vormittag wollte ich der Horizonterweiterung halber in der Fürther Innenstadt, namentlich in der Volksbücherei, Ableger »Hohe Mitte« ver­brin­gen. Punkt 10 Uhr spurtete ich als erster Besucher des Tages das pott­häß­li­che Trep­pen­haus hinauf (auch für diesen baulichen Schund wurde der substantiell gut er­hal­te­ne Festsaal des Parkhotels leichtfertigerweise geopfert). Oben ziel­ge­rich­tet die Lesebrille gezückt, den Kittel ins Schließfach gesperrt, die angepeilten drei Magazine gegriffen (brand eins, PSYCHOLOGIE HEUTE und fotoMAGAZIN) und in der begehrten gläsernen Ecke mit Blick auf die »Freiheit« Platz genommen…

Nach 20 Minuten klappte ich das erste Heft entnervt zu, ging vor zum Tresen der Bibliothekarin und sprach wie folgt: »Junge Frau, wissen Sie, was ich als über­zeug­ter Fürther jetzt mache? Ich setze mich in den nächsten Zug nach Nürnberg und mar­schie­re dort schnurstracks zur Stadtbibliothek am Cinecitta, woselbst ich in Ruhe und kon­zen­triert lesen kann, während ich hier ohne Unterlaß mit enervierendem Italo-Gedudel aus der scheppernden Billig-Quäke be­auf­schlagt und drangsaliert wer­de. Der Herr Oberbürgermeister hat uns eine Bibliothek mit kleinem Snack-Angebot versprochen, herausgekommen ist ein lärmendes Café-Haus mit erweitertem Lek­tü­re­an­ge­bot. Ein weiterer Fürth-typischer Etikettenschwindel!«

Gesagt, getan: Auf dem Weg runterwärts habe ich mein Lamento noch ein Stock­werk tiefer weitgehend wortgleich den dort diensttuenden Buch­be­wach­er­in­nen ins Ohr ge­sun­gen (sicher ist sicher), und wenige Minuten später saß ich im Regio­nal­expreß gen Osten…

In Nürnberg habe ich dann zwei ver­gnüg­li­che und lehrreiche Lesestunden in ge­die­ge­ner Atmosphäre verbracht und bin dann noch etwas durch die Etagen geschlendert, um mir Anregungen für weitere Besuche zu holen. Ich hatte den üppig gefüllten Bildungstempel ja schon vor Jahren für mich entdeckt, war aber immer geneigt, im Zweifel das heimische Angebot vor­zu­zie­hen. Das tue ich mir zukünftig nimmer an: Wenn mir nach ambualanter Lektüre zumute ist, mache ich mich gleich auf in Rich­tung Pegnitz!

Sonntag, 3. Dezember 2017

Was von GRUNDIG übrig blieb

Der zonebattler löst seine Pros­pekt­samm­lung auf und bietet hier und heute seinen GRUNDIG-Fundus en bloc an. Wegen des ausladenden Großformates der frühen GRUNDIG-Revuen ist ihm ein Einzelverkauf zu mühsam (insbesondere zu ver­packungs­auf­wendig), wenn er auch fraglos in summa mehr Geld einbringen würde.

Innenansicht GRUNDIG Revue

Leider ist die exakte Datierung schwierig, GRUNDIG hat gerne mehrere Kataloge im Jahr heraus- und unters Volk gebracht und das Herausgabedatum oftmals nur in ko­dier­ter Form hinten im Kleingedruckten vermerkt. Offenbar sollten die un­mit­tel­ba­ren Vorgänger nicht sogleich zu Altpapier entwertet werden…

Innenansicht GRUNDIG Revue

In chronologischer Sortierung sieht meine Offerte so aus:

– GR 5/72 – Sommer 1972 (gelocht)
– GR 4/73 – Sommer 1973 (gelocht)
– GR 1/74 – Frühjahr/Sommer 1974 (gelocht)
– GR 2/78 – 1978
– GR 7/78 – 1978
– GR 1/79 – 1979
– GR 8/79 – 1979 (HiFi-Programm)
– GR 1/80 – 1980 (HiFi-Programm)
– GR 6/82 – 1982/83 (HiFi-Programm)
– GR 6/83 – 1984 (HiFi-Programm)

Innenansicht GRUNDIG Revue

Für diese 10 Kataloge rufe ich einen Stückpreis von 20 EUR = 200 EUR Gesamtpreis auf. Als Extras gibt es mit dazu: [weiter]

Mittwoch, 29. November 2017

Schach der Obsoleszenz (2)

Gestern ist mir am späten Abend doch glatt der Blu-ray-Player ins Koma gefallen, ein gerade mal fünf Jahre alter Philips BDP3280. Mitten im Film (»Findet Dorie«) stoppte plötzlich die Wiedergabe, der Player ratterte noch ein wenig, zeigte sich aber bald völlig funktionslos und war dann selbst durch sofortigen Defibrilator-Einsatz (Strom­kabel raus, Stromkabel rein, Strom­kabel raus, Stromkabel rein) partout nicht wie­der­zu­be­le­ben…

Nach dem mühevollen Ausbau aus dem Rack habe ich der flachen Flunder unter die Haube geschaut und tatsächlich sofort einen verdächtig aufgeblähten Elektrolyt-Kon­den­sa­tor im Netzteil erspäht. Bei dem war nicht nur der Deckel sichtbar gewölbt, sondern sogar die untere Dichtung durch Überdruck herausgequollen. Er­staun­li­cher­wei­se war jedoch kein Elektrolyt ausgetreten, das Ding war also noch dicht und die Platine sauber.

Noch kaputter konnte der Kasten ja nicht werden, also habe ich einen ei­gen­hän­di­gen Reparaturversuch beschlossen und heute zum Fei­er­a­bend im örtlichen Fachhandel Ersatz besorgt. Ein neuer Elko von gleicher Kapazität, aber deutlich höherer Span­nungs­fe­stig­keit (und damit Lebensdauer) kostet mich dort sage und schreibe 1,00 EUR. Hier sehen wir den bereits ein­ge­lö­te­ten langen Kerl (braun) neben der ver­gleichs­hal­ber dazugestellten grünen Leiche seines Vorgängers:

Links der defekte Elko (grün), rechts sein Nachfolger (braun)

Ich mußte das deutlich größere Ersatzteil nicht mal flachlegen, das Gerätegehäuse bot noch genug Luft nach oben, um den strammen Max auch im aufrechten Zustand zu beherbergen. Nach dem partiellen Zusammenbau (ausgebaute Netzteilplatine wie­der rein­ge­schraubt, Netzkabel gesteckt, Gehäusefront drauf­ge­schnappt) kam die Se­kun­de der Wahr­heit:

Neustart des Players nach erfolgtem Teiletausch

Das freundliche »HELLO« stimmte mich schon mal erwartungsfroh, und zur großen Freude des Berichterstatters wurde die aufkeimende Hoffnung nicht enttäuscht: Der Player tut in jeder Hinsicht wieder, wie er soll. Also zack, den Deckel drauf und das Ding in sein Habitat zurückverbracht. Heute Abend kann der Rest des Films goutiert werden!

Bei der begleitenden Recherche im Netz fand ich heraus, daß Blu-ray- und DVD-Player generell unter Kurzlebigkeit zu leiden scheinen, die der Marke Philips im Speziellen (aber nicht nur). Auch hier erinnert ein bekannter Name an bessere Zeiten und an ein früheres Versprechen von Qualität, welches von vielen aktuellen Pro­duk­ten längst nicht mehr eingelöst wird. Leider sind eingebaute »Soll­bruch­stel­len« heutzutage fast die Regel, ich erinnere an den ähnlich gelagerten Fall mit meinem maladen Monitor.

Da wie hier rufe ich auf zum Widerstand: Kunden, wehrt Euch, repariert Eure Geräte! Und straft durch Kaufverweigerung jene Hersteller ab, die es besonders arg treiben…

vorheriger Beitrag    Übersicht    nächster Beitrag
Mittwoch, 22. November 2017

Memory-Effekte (13)

Jura-Logo
 
Logo des Kaffee-Automaten in des Verfassers dienstlichem Büro
Dell-Logo
 
Logo des Computers in des Verfassers privatem Büro
vorheriger Beitrag    Übersicht    nächster Beitrag
Freitag, 2. Juni 2017

Katzenjammer

Heute aufgrund außergewöhnlichen Kellerganges, mechanischer Armbanduhr mit leichtem Nachgang und genereller Dusseligkeit den Morgenzug knappstmöglich um 1,5 Sekunden verpaßt. Zwecks Stimmungsaufhellung und Wartezeitversüßung versucht, aus dem Automaten auf dem Bahnsteig ein Leckerli zu ziehen. Freilich stoppten die Haltespiralen einen Tick zu früh:

hängengebliebener Schokoriegel

Was tut man in solchen Fällen? Genau, man wirft unverdrossen nochmals 70 Cent ein und futtert den zweiten Schokoriegel anderntags. Aber Pustekuchen, im zweiten An­lauf plumpste das erste Kitkat zwar sofort in das Ausgabefach, das zweite aber blieb auch wieder wieder gerade so eben oben auf der Kante stehen bzw. hängen.

Das Ende vom Lied? Insgesamt EUR 2,80 ausgegeben und dafür vier ungesunde Kitkats erhalten! Zum Glück für des zonebattler’s Seelenfrieden führte bei Versuch Nr. 4 ein beherzt ausgeführter Tritt gegen den hämischen Automaten endlich zum Sieg der Schwerkraft über das mechanische Raubrittertum. Weiteres Kleingeld hätte ich oh­ne­hin keines mehr einstecken gehabt, die rohe Gewalt war daher der alternativlose Schritt in der abgestuften Es­ka­la­tion der Mittel…

Dienstag, 1. November 2016

Prächtiges Prag (4)

Impressionen aus Prag
 
Impressionen aus Prag
 
Impressionen aus Prag
 
Impressionen aus Prag
 
Impressionen aus Prag
 
Impressionen aus Prag
 
Impressionen aus Prag
 
Impressionen aus Prag
 
vorheriger Beitrag    Übersicht    nächster Beitrag
Sonntag, 31. Juli 2016

Land der Lupinen und Lakritzen (2)

Schon am zweiten Tage unseres Aufenthaltes machten wir uns selbdritt auf zu einer kleinen Städtetour in das knapp 50 km südöstlich gelegene Norrköping.[1] Bis in die 1960er Jahre hinein war die Stadt ein Zentrum der Textilindustrie, danach ging es wirt­schaft­lich steil bergab aufgrund sich wandelnder Konsumgewohnheiten und vor allem wegen der starken Konkurrenz aus fernöstlichen Billiglohnländern. Das Ende der Geschichte kennen wir aus eigener Anschauung, die Baumwollindustrie Erlangen-Bamberg Aktiengesellschaft (ERBA) läßt grüßen…

Immerhin haben sich in Norrköping trotz auch dort vorgekommener Abrißorgien et­li­che ansehnliche Industriebauten erhalten, die heutzutage verschiedenste Nachnutzung durch Behörden, Startups, Institute und kukturelle Einrichtungen erfahren:

saniertes Industriegebäude in Norrköping

Um dem Verlust von Arbeitsplätzen in der Textilindustrie etwas entgegenzusetzen, wur­den Anfang der 1970er Jahre einige staatliche Behörden aus der Hauptstadt Stock­holm nach Norrköping verlagert. Der Vergleich mit Fürth, Grundig, Quelle und dem Bayerischen Landesamt für Statistik drängt sich da geradezu auf: Ähnliche Probleme werden halt allerorts mit ähnlichen Methoden bekämpft…

Wo der Abrißbagger in Norrköping Altes vernichtet hat, um Neuem Platz zu schaffen, ist oftmals architektonisch durchaus Vorzeigbares entstanden. Der Kontrast hat seine ästhetischen Reize, wenngleich sich fraglos nur eine dünne Schicht Gutverdiener das Leben im üppig verglasten Stadtloft leisten kann:

Neubau im Herzen Norrköpings, am Motala ström

Wir schlenderten noch ein Weilchen am Motala ström entlang und durch die sonn­täg­lich ruhige Innenstadt und befanden schlußendlich: Ja, hier ließe es sich wohl leben. Insbesondere dann, wenn einem das platte Land als zu einsam vorkommt und die Me­tro­pole Stockholm als zu groß…

Aber mit der Inspizierung Norrköpings war der Tag ja noch nicht annähernd gefüllt: Heiter weiter ging es daher in Richtung Ostseeküste, also erneut nach Südosten. Da­bei kamen wir durch einen Ort mit dem denkbar kürzesten Namen, der es allein deshalb schon verdient, hier festgehalten zu werden (Kuriositäten sind ja ein gern gerittenes Steckenpferd des Berichterstatters):

Ortschild von Å

Ja, der Ort heißt wirklich »Å«…[2] Ziel und Wendepunkt unseres Tagesausflugs war indes Tyrislöt, von wo aus man – am Ufer der Schärenmeeres stehend – diverse Schären sehen kann. Hunderte, nein Tausende Inseln säumen die Küsten, bis zum offenen Meer wäre man stundenlang unterwegs. Interessant ist die Erkenntnis, daß sich die nach Abschmelzen der eiszeitlichen Gletscher im Wortsinne »erleichterten« Landmassen auch heute noch – wenn auch langsam – heben (Stichwort: postglaziale Landhebung), was dazu führt, daß neue Inselchen enstehen, bereits vorhandene größer werden und frühere Häfen verlanden.

Leider war weder Zeit noch Gelegenheit, mit einem Postboot durch das steinerne Labyrinth zu schippern, aber das Gesehene war schon eindrucksvoll genug. So machten wir uns also auf den Rückweg und steuerten dabei noch das pittoreske Städtchen Söderköping an. An dessen Nordrand liegt der Göta-Kanal, und in dem wiederum fahren nostalgisch-schöne Passagierschiffe wie die hier exemplarisch fest­ge­hal­tene »Lindön« herum:

Dampfer »Lindön« im Göta-Kanal bei Söderköping

Söderköping gilt als eine der besterhaltenen mittelalterlichen Städte Schwedens. Meiner einer hätte die vielen Holzhäuser aufgrund ihres makellosen Er­hal­tungs­zu­stan­des nicht unbedingt bis zurück ins Mittelalter datiert, aber ja, das Städtchen hat Charme!

Überhaupt kam sich der Chronist ständig wie in einer der aus Kindertagen er­in­ner­li­chen Fernsehserie schwedischer Provenienz vor. Alles sozusagen ziemlich putzig-pippi­lang­strumpfig in diesem in multipler Hinsicht mustergültigem Land…[3]

Holzhäuser in Söderköping

Als wir nach ausgiebiger Besichtigung Söderköpings den Ort verließen und die Heim­fahrt antraten, war es schon halb sieben Uhr abends. Ziemlich genau um 19 Uhr machten wir dann noch bei Finspång in einem Supermarkt Station, um uns für die folgenden Tage zu verproviantieren und des Freundes Speisekammer zu füllen.

Das sonntägliche (!) Einkaufserlebnis verdient eine ausführliche Würdigung. Zu­nächst einmal ist bemerkens- und festhaltenswert, daß auch an Sonntagen und bis in den späten Abend geöffnete Läden in Schweden nichts Besonderes sind, sondern gelebte Normalität. Kein Mensch käme hier auf die Idee, im angeblichen Interesse der Be­schäf­tig­ten eine allgemeine Sonntagsruhe einzufordern. Uns war es recht, wir schau­en uns in fremden Landen immer gerne Supermärkte von innen an, schon wegen der ungewohnten Produktvielfalt und -verpackungen. Die erste Überraschung erwartete uns aber bereits im Eingangsbereich des Einkaufzentrums:

Batterie von Scannerpistolen

Tja, was sind das wohl für eigenartige Gerätschaften, die da ihrer Entnahme durch den Kunden harren? Genau, Scannerpistolen! Mit diesen Dingern kann der Kunde während seines Einkaufsbummels selbst die gewählten Produkte registrieren und ihre Preise aufaddieren lassen, bei automatischer Berücksichtigung aller aktuellen Ak­tions­prei­se und Rabatte, versteht sich. Aber hallo!

Unser Freund delektierte sich an unserer Verblüffung, zückte lässig seine Kun­den­kar­te, checkte damit am Automaten-Terminal ein und bekam eine dieser Scanner-Pistolen zugewiesen. Für die griffbereite Aufwahrung der persönlichen Re­gi­strier­kas­se verfügt jeder Einkaufswagen über ein entsprechendes Drahtkörbchen:

Scannerpistole in ihrer Halterung

Mit dieser Laserkanone bewaffnet, macht sich der Kunde nolens volens zum Kom­pli­zen der Betriebswirte, die ihm einen Teil der personalintensiven Arbeit zur Ei­gen­er­le­di­gung übertragen. Die dafür gewährten Preisnachlässe und sonstigen Vorteile ma­chen sicherlich nur einen Bruchteil der Personalkosten aus, die man mit der flä­chen­decken­den Einführung solcher Gerätschaften einsparen kann. Von den Möglichkeiten der Aus- und Verwertung der von den Kunden freiwillig, nebenbei und massenhaft gelieferten Daten zum individuellen Konsumverhalten gar nicht zu reden!

Diskussionen über das Pro und Contra sind indes müßig, was wir in Schweden pro­to­ty­pisch beobachten konnten, wird bei uns auch so kommen, und zwar eher über kurz als über lang. Funktioniert hat das Einlesen der Produktdaten selbstverständlich pro­blem­los, und auch das Stornieren bereits registrierter Produkte bei spontaner Um­ent­schei­dung war kein Thema. Ein weiteres Faszinosum schwedischer Supermärkte und Dis­coun­ter (deutschstämmiger inklusive) sind übrigens die ausladenden Angebotswände für süße und salzige Schüttgüter:

Lakritz undd Gummibären galore!

Im Nachhinein war es womöglich ein Fehler, diverse lakritzoide Leckerlis zwar in großer Vielfalt probierhalber einzukaufen, aber überwiegend erst nach der Heimkehr nach Deutschland zu verkosten: Da waren dermaßen süchtig machende Exemplare dabei, die wir bei rechtzeitigem Ausprobieren vor Ort kiloweise gebunkert und bis zur Grenze des zulässigen Gepäckgewichtes in die Koffer gestopft hätten.[4]

Mit vollem Einkaufswagen gelangten wir schließlich im Kassenbereich an, den wir ohne zwischenmenschlichen Kontakt verließen, denn selbstedend braucht es weder für (bargeldlose) Zahlung, Pistolenabgabe und Kassenbon-Kontrolle das Zutun ir­gend­wel­cher Mitarbeiter(innen). Übrigens auch nicht zur Alterskontrolle, denn Spirituosen mit mehr als 3,5 % Alkoholgehalt bekommt man ohnehin nur in staatlichen Läden (zu deutlich restriktiveren Öffnungszeiten) zu kaufen. Im schwedischen Supermarkt gibt’s weder richtiges Bier noch Wein noch Eierlikör (letzteres zum argen Verdruß des Endesunterfertigten). So, aber nun Kofferaumklappe zu und genug für heute. Bis bald!

 
[1] Die Endsilbe -köping findet man bei schwedischen Ortsnamen relativ oft. Die Aussprache »-schöpping« deutet schon darauf hin, was damit bezeichnet wird, näm­lich eine Marktgemeinde. Sowas gib’s ja bei uns auch, siehe Neumarkt.

[2] …und ist damit sozusagen das Gegenteil der walisischen Zungenbrecher-Gemeinde Llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch.

[3] Am Rande sei vermerkt, daß ich ausgerechnet die Kinderserie »Pippi Lang­strumpf« als grauenvoll und zum Fremdschämen peinlich in Erinnerung behalten habe. Meine nunmehr durchaus vorhandene Affiniät zu Schweden existiert also nicht wegen, sondern trotz dieser medialen Kindheits-Remineszenzen…

[4] Schon das allein ist ein hinreichender Grund, spätestens im nächsten Jahr wieder Schweden anzusteuern. Die in den dort erhältlichen Lakritz-Delikatessen er­laub­ter­wei­se vorhandenen Konzentrationen von Süßholz und Ammoniumchlorid (aka Salmiak) gibt’s bei uns in Deutschland allenfalls in als »Erwachsenen-Lakritz« de­kla­rier­ter Importware.

vorheriger Beitrag    Übersicht    nächster Beitrag
Mittwoch, 15. Juni 2016

Geschmackssache (3)

Tigerkaka
Freitag, 2. Oktober 2015

Riechkolben

Wunderschön, aber leider nur optisch: Detail einer Lilienblüte
Montag, 31. August 2015

Memory-Effekte (11)

Fahrrad in Regensburg-Prüfening
 
Fahrrad in Regensburg-Prüfening
Fahrrad in Fürth (Bay)
 
Fahrrad in Fürth (Bay)
vorheriger Beitrag    Übersicht    nächster Beitrag
Samstag, 6. Dezember 2014

Neubettung

Nach exakt 10078 Nächten (gleich 27 Jahren, 7 Monaten und 2 Tagen) schickt der zonebattler heute seine geliebte Dunlopillo-Latex-Matratze Modell »Prestige« in den verdienten Ruhestand und bettet seine irdische Hülle ab sofort auf eine dicke Feder­kern­matratze vom Typ »Miami« mit sage und schreibe 1000 Federn drinnen:

frisch gekaufte und verladende Matratzen

Lob und Preis sei hiermit dem unbekannten Fachberater gezollt und die Gerz Ma­trat­zen GmbH aus dem nahen Langenzenn nachdrücklich weiterempfohlen, in deren (in einem dröge-tristen Industriegebiet gelegenen) Fabrikverkaufsräumen wir heute in aller Ruhe und ohne jeden Streß probeliegen konnten. Zwei Daumen hoch!

 
P.S.: Die Firma beliefert überwiegend Geschäftskundschaft, also Hotels, Kliniken, Einzel­händler usw. Der Verkauf an Endverbraucher ist quasi ein »Mitläufergeschäft« und ist nicht begleitet von schrillen Sonderaktionen und wirrer (Des-)Information. Das freut den Autor, der solide Beratung gerne mit einem öffentlichen Fingerzeig ohne Wissen des Empfohlenen und ohne dadurch erlangte Preisvorteile honoriert.

P.P.S.: Gleich am Anfang des nämlichen Industriegebiets hat auch die uns freund­schaft­lich verbundene weber und hermann metallgestaltung GbR ihren Sitz. Wer einen künstlerisch gestalteten Zaun, eine individuelle Grabdekoration oder ein ex­klu­si­ves Bettgestell sucht, ist bei den Schmiedemeistern (und Meisterschmieden) Uwe Weber und Roland Hermann und ihren wackeren Mannen an der richtigen Adresse und in den besten Händen!

P.P.P.S: Lesen hier schon wieder Berliner Reklame-Fuzzies mit? Hier entlang, bitte!

Mittwoch, 29. Oktober 2014

Altglasverwertung

Als neulich jemand im von mir fast täglich bespielten Old-Fidelity-Forum in der An- und Verkauf-Rubrik ein olles iPad der ersten Generation in neuwertigem Er­hal­tungs­zu­stand anbot, schlug ich ohne langes Überlegen zu und erstand das originäre und damit technik-historisch bedeutsame Tatsch-Tablett für einen schlanken Hunderter. Im Laufe der Abwicklung stellte sich heraus, daß der Verkäufer nicht nur ein Vor­na­mens­vetter von mir ist, sondern auch noch am gleichen Tag Geburtstag hat, was den doppelsteinböckischen Deal schon mal unter einem guten Sternbild ablaufen ließ.

Das neue alte iPad 1 auf dem Wohnzimmertisch

Wenige Tage später kam per Post ein wohlriechender Schuhkarton an, der ur­sprüng­lich lederne Damenstiefel beherbergt hatte von der gleichen Größe, wie sie auch des zonebattler’s besserer Hälfte passen würden. Was mich aber nicht zum Spinnen von abstrusen Verschwörungs-Theorien veranlaßte: Das dem Karton entnommene iPad entpuppte sich in der Tag als makellos und im Vollbesitze seines ursprünglich mit­ge­lie­fer­ten Original-Zubehörs. Für kleines Geld (sprich mit Porto immer noch für einen einstelligen Betrag) ließ ich mir noch aus England eine hauteng geschnittene Hülle aus einem silikonartigen Weichmaterial kommen, welche die Rückseite des Pads und dessen Kanten vor Beschädigungen schützt und den ganzen Apparillo überdies grif­fi­ger in der Hand liegen läßt. Perfekte Paßform, perfekter Start!

Der Auslöser für den Spontankauf war die vage Idee, das bescheiden bestückte Brett­chen (WLAN-Version, 16 GB Massenpeicher) als drahtlos angekoppeltes Inter­net­radio zur Musikbeschallung über die große HiFi-Anlage einzusetzen. Später kam die Über­legung hinzu, das iPad auch für jene Aufgaben heranzuziehen, die der Autor dieser Zeilen gemeinhin auf dem vom Arbeitgeber gesponsorten iPad neuerer Bauart seiner Lebensgefährtin ausführt, wenn diese abends noch am Hauptcomputer im großen Salon zugange ist und weder das gemeinsame Sofa noch ihr eigenes iPad in Beschlag nimmt. Verführerisch nahm also der Gedanke Konturen an, das neue/alte Pad zur Emanzipation vom gerne gegriffenen Tablett der Freundin zu benutzen und sich dann in den letzten Stunden des ausklingenden Tages nur noch um den besten Platz auf der Couch balgen zu müssen…

App-Icons im Detail

Das Ertüchtigen eines alten Gerätes für aktuelle Zwecke aber ist in der Tat nicht ganz so einfach, denn die Hardware der 1. iPad-Generation ist nach heutigen Maßstäben uralt bis prähistorisch, auch wenn die Markteinführung gerade mal vier Jahre her ist. Folgendes muß man wissen (und damit leben können), wenn man es mir nachtun und ein billig erschnapptes iPad mit Gewinn und Spaß betreiben will:

  • Das Ur-iPad hat keine Kameras eingebaut, Knipsen, Skypen und dergleichen fällt also schon mal flach. Braucht aber längst nicht jede(r), und auch aktuelle Pads saugen weder Staub noch waschen sie das Geschirr ab.

  • Die Auflösung des Bildschirms ist mit 1024 x 768 Pixeln sichtbar gröber als die heutigen »Retina«-Displays mit der vierfachen Pixelzahl (2048 × 1536) auf gleicher Fläche. Dazu sage ich gleich noch was…

  • Der nicht erweiterbare Arbeitsspeicher zur Programm-Ausführung (RAM, nicht zu verwechseln mit dem Massenspeicher zur Datei-Ablage) ist mit 256 MB grenzwertig knapp bemessen, was man sehr bald bemerkt, wenn man mit dem Safari-Webbrowser komplexe Seiten ansurft, die den Browser dann urplötzlich abstürzen lassen. Ganz klar ein Fall von failure by design!

  • Im gegenwärtig tobenden Wettbewerb zu kleinerer, leichterer, schickerer, tol­le­rer Bauform kann man mit dem bauchigen Boliden keinen Blumentopf mehr gewinnen. Andererseits: Ein paar Zentimeter am eigenen Bauchumfang ab­ge­speckt (und ein paar Kilo Gewicht gleich mit abgeworfen) sowie im Gegenzug die Armmuskulatur gestärkt wäre das erstrebenswertere und die eigene Be­find­lich­keit deutlich mehr befördernde Ziel…

Also gut, ich hatte also ein schwachbrüstiges Ur-iPad in Händen und schickte mich an, es im Rahmen des Möglichen zu optimeren. Als sehr erfreulich erwies sich schon mal die immer noch sehr respektable Akku-Laufzeit, bei täglicher Benutzung für 1-2 Stunden muß das Pad allenfalls zweimal pro Woche an die elektronenspeisende Na­bel­schnur gehängt werden. Gemessen hab ich’s nicht, aber die Durchhaltezeit ist wirk­lich noch beeindruckend und mehr als nur OK. Wollen wir hoffen, daß das so bleibt.

Das schmucklose Auftreten der »radio.de«-App

Die Sache mit der Auflösung des Displays ist auch weit weniger dramatisch als an­fangs befürchtet: Natürlich sieht schon das unbewaffnete Auge – das kritisch-ge­schul­te des zonebattler’s zumal – den Unterschied zur vierfachen Pixelzahl und ent­spre­chend höheren -dichte sofort, wenn altes und neues Pad nebeneinanderliegen und zum Vergleich das gleiche Bild anzeigen. Nur: Wenn die Schrift so winzig wird, daß man sie auch mit Brille kaum noch lesen kann, dann zoomt man sie halt mit einer Zwei­finger-Geste auf, und dann ist sie auf dem alten Display so gut zu lesen wie auf dem neueren. Bei Fotos und Videos bemerkt man sowieso kaum einen Unterschied, das liegt in der (physikalischen) Natur der Sache.

Als schwieriger erwies sich der Umgang mit der Software, sprich das Bestücken mit An­wen­dun­gen (neudeutsch »Apps« geheißen): Da das iPad 1 als letzte be­triebs­system­seitige Ausbaustufe unter iOS 5.11 läuft (die derzeit aktuelle Version für jüngere Gerä­te ist iOS 8.1), kann man sich nur solche Apps herunterladen und installieren, die auch unter dieser alten Betriebssystemvariante lauffähig sind. Das sind bei weitem nicht alle, im Gegenteil: Viele Apps erfordern heutzutage mindestens iOS 6 oder gar iOS 7, um sich überhaupt auswählen und ausprobieren zu lassen…

Diashow mit Fotos von einer der diesjährigen Wanderungen

Aber da sich ja unsereins ausweislich des eigenen Impressums als Tüftler sieht und betrachtet, war das eher eine Herausforderung als ein Ärgernis. Nach einigen Stun­den erwartungsfrohen Experimentierens kann ich in der Tat sagen, daß man mit einem alten iPad immer noch einigermaßen vorne mitspielen kann, wenn man her­vor­ra­gen­de Verarbeitung und solide Handhabungs-Qualitäten ebenso schätzt wie intuitiv be­dien­ba­re Software. Nachfolgend empfehle ich ein paar ressourcensparende Werk­zeu­ge für die mir persönlich wichtigen Einsatz-Szenarien:

  • Internettiges Radiohören funktioniert hervorragend mit der App radio.de. In der nach Genre sortierbaren Senderliste findet jede(r) die eigenen Lieb­lings­sen­der! Meiner einer läßt sich gerne von barocken Trompetenkonzerten, ge­le­gent­lich aber auch von loungigem Smoothgejazze hintergrundbeschallen: Was draht­los per WLAN vom Router rein­kommt, wird vom iPad via Bluetooth eben­so schnurlos an ein an die große HiFi-Anlage angestöpseltes Empfängerlein wei­ter­ge­reicht. Kommode Bedienung und eine mehr als nur befriedigende Klang­qualität: Das war’s, was ich suchte und wollte. Allein dafür hat sich die An­schaf­fung (aus meiner höchst subjektiven Sicht) schon rentiert!

  • Videos gucken will man auch hin und wieder, sei es, um sich an tolpatschigen Katzenbabies zu ergötzen, sei es, um sich mit anderen infantilen Bewegt­bil­dern den Feierabend zu versüßen: Dafür taugt die mitgelieferte YouTube-App allemal! [1]

  • Um von Kanapee oder Fauteuil aus mal eben elektrische Post zu empfangen und zu versenden ist die gleichfalls zur Grundausstattung gehörende Mail-App bestens geeignet.

  • Zum Surfen in den Weiten und Tiefen erweist sich der Grazing Web Browser als zuverlässiger Partner, der aufgrund seines cleveren Speicher-Managements deutlich seltener abstürzt als der reguläre Standard-Browser Safari. Klasse!

  • Zum Bilder herumzeigen hat man mit der Standard-App Fotos schon das nötige Tool an Bord. Wie aber die vorzuführenden Schnappschüsse auf das Pad brin­gen, ohne sich und seinen Rechner mit dem unsäglichen iTunes-Programm kon­ta­mi­nie­ren zu müssen? Dafür gibt es allerlei Transfer-Apps, die alle ähnlich funktionieren: Man startet die App auf dem Pad, ruft auf dem PC (der dabei im gleichen Netzwerk angemeldet sein muß) eine bestimmte Adresse im Web­brow­ser auf und kann dann über ein Webinterface die zu übertragenden Bild­da­teien auswählen und einem Album zuordnen. Aus der Fülle ähnlicher Apps habe ich mit WiFi Album Free eine noch unter iOS 5.11 ihren Dienst tuende Variante gefunden. Deren Bedienoberfläche schaut zwar nicht so schick aus wie die an­de­rer Produkte, funzt dafür aber tadellos, und das ist ja schließ­lich das einzig relevante Kriterium…

  • Für den seltenen Fall, daß dem zonebattler zum Ferngucken zumute ist (etwa 1x alle 14 Tage), ist es schön zu wissen, was gerade läuft, denn der zeit­rau­ben­den Zapperei will unsereiner nicht mehr erliegen. Daher lautet meine Em­pfeh­lung für ein visuell schick aufbereitetes TV-Programm: Klack für Tablet. Mit wenigen Hand- bzw. Fingergriffen wählt man seine Sender aus und sortiert sie in die gewohnte Reihenfolge, und schon kann man in einer Zeitschiene mit allen Sendern untereinander sehen, was gerade wo ausgestrahlt wird.

  • Benötigt man zwecks Vor- oder Nachbereitung einer Wanderung oder Radtour geographische Orientierung, so ist das vorinstallierte Google Earth die ebenso naheliegende wie optimale Wahl.

  • Last but not least will man sich vielleicht mal Notizen machen, wenn einen der Geistesblitz trifft und Papier und Bleistift gerade nicht in Griffweite sind. In diesem Fall kriegt man UPAD Lite umstandslos was später noch Lesbares auf’s Glas gekrakelt…

Mehr brauche ich nicht, mehr nutze ich nicht, nach mehr verlangt es mich nicht, und das gilt im Großen und Ganzen auch für das neuere und softwaremäßig auf dem aktuellen Stand der Technik befindliche Pad der besseren Hälfte. [2] Insofern hat sich der Apfel-Kauf für mich gelohnt, wobei ich aber auch weiterhin Birnen und andere Früchte zu goutieren gedenke.

Die in Google Earth visualisierte Route der Steigerwald-Wanderung vom letzten Sonntag

zonebattler’s Fazit: Ein aktuelles iPad ist schön und teuer, ein älteres erheblich bil­li­ger, aber immer noch fesch und nicht nur als Briefbeschwerer nützlich!

 
[1] Bei der Gelegenheit sei erwähnt, daß mir die App-Icons des alten iOS 5.11 in ihrem nach offizieller Apple-Doktrin inzwischen geächteten Skeuomorphismus erheb­lich besser gefallen als die neuen Symbolbildchen. Namentlich ist mir beispielsweise das frühere YouTube-Icon – ein knuffig-stilisertes Abbild eines Röhrenfernsehers aus den 1940er Jahren – erheblich sympathischer als das rote »Play«-Dreieck auf weißer Tastenfläche im roten Kästchen beim aktuellen iOS. Apple fiele kein Zacken aus der Krone, wenn sie dem Benutzer die Wahl ließen zwischem einem »modernen« und einem »klassischen« Symbolsatz…

[2] Über die Tauglichkeit der hauseigenen Orga-Anwendungen (Erinnerungen, Ka­len­der, Kontakte, Nachrichten, Notizen) kann ich nicht urteilen, da mir sowohl die Apple-Cloud als auch andere wolkige und nebulöse Dienste zutiefst suspekt bis zuwider sind: Ich mag meine vertraulichen bis geheimen Daten nicht plapper­taschi­gen Apps anvertrauen, sondern speichere sie seit vielen Jahren in meinem ollen Palm-Organizer ab, den ich an und mit allen von mir benutzten PCs offline via Kabel oder Infrarot-Auge synchronisiere. Man mag mich dafür belächeln, aber es funk­tio­niert bestens: Ich habe noch nie irgendwelche für mich relevanten Daten verloren, nicht bei Bedarf zur Hand gehabt oder fahrlässig wildfremden Leuten zugänglich gemacht. Das soll auch weiterhin so bleiben.

Nächste Seite »