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zonebattler's homezone 2.1 - Merkwürdiges aus Fürth und der Welt


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Power­frau­en (1)

Wie die Für­ther Nach­rich­ten heu­te ver­mel­den,

...ver­schwin­det mit der Wil­ly Mes­ser­schmitt-Stra­ße ein wei­te­rer Schat­ten aus der NS-Zeit vom al­ten At­zen­ho­fer Flug­platz. Der Für­ther Stadt­rat hat ge­stern mit 36 sei­ner 50 Stim­men ei­ne Um­be­nen­nung der Mes­ser­schmitt-Stra­ße in Mel­li-Bee­se-Stra­ße be­schlos­sen.

Wäh­rend der Na­me Mes­ser­schmitt wohl den mei­sten ge­läu­fig sein dürf­te, ha­ben si­cher die we­nig­sten je von Mel­li Bee­se ge­hört. Der zo­ne­batt­ler bis da­to auch nicht, dar­um hat er sich auf Wi­ki­pe­dia schlau ge­macht. Der an Hin­der­nis­sen rei­che (und mit dem Frei­tod en­den­de) Le­bens­lauf der er­sten deut­schen Flie­ge­rin hin­ter­läßt den Le­ser be­stürzt: Hut ab vor ei­ner Frau, die in ei­ner män­ner­do­mi­nier­ten Ge­sell­schaft der­ma­ßen mu­tig und mit gro­ßer Aus­dau­er ih­re Vi­sio­nen ver­folg­te!

  1. Grabenkenner  •  19. Apr. 2007, 7:23 Uhr

    ich fin­de die gan­ze Auf­re­gung über die Na­mens­ge­bung über­zo­gen. Der Te­nor will die Mehr­heit Glau­ben ma­chen dass die be­trof­fe­nen Per­so­nen in er­ster Li­nie Na­zis wa­ren, die über­ra­gen­den Lei­stun­gen im Be­reich tech­ni­scher Neu­ent­wick­lun­gen wer­den prak­tisch weg­ge­wischt.
    Und falls es noch nie­mand ge­merkt ha­ben soll­te: in Nürn­berg gibt es auch ei­ne Hu­go Jun­kers Stra­ße und ei­nen Ernst Hein­kel Weg, da regt sich kein Mensch auf.

    #1 

  2. zonebattler  •  19. Apr. 2007, 8:38 Uhr

    Schil­der­streit

    Hier sin­gen di­ver­se Te­nö­re mit schrä­gen Tö­nen. Es geht frei­lich nicht wirk­lich dar­um, gro­ßen Flug­zeug-Kon­struk­teu­ren ei­ne gei­sti­ge Nä­he zur sumpf­brau­nen Ideo­lo­gie zu un­ter­stel­len. Die mei­sten von Ih­nen wa­ren aber op­por­tu­ni­sti­sche In­du­stri­el­le, de­nen ihr ei­ge­ner Bei­trag zum or­ga­ni­sier­ten Staats­ter­ror ei­ner­lei war, so­lan­ge nur die Kas­se kräf­tig klin­gel­te. Hu­go Jun­kers ist frei­lich ein be­son­de­rer Fall, der war den Na­zis welt­an­schau­lich su­spekt und wur­de früh aus sei­ner Fir­ma ge­drängt, die her­nach nur noch sei­nen Na­men trug.

    Der zo­ne­batt­ler war und ist üb­ri­gens aus Lei­den­schaft ein gu­ter Ken­ner der Luft­fahrt­hi­sto­rie, doch ist die ju­gend­li­che Schwär­me­rei für die tat­säch­lich her­aus­ra­gen­den Mei­ster­lei­stun­gen deut­scher In­ge­nieur­kunst im 2. Welt­krieg mit­ler­wei­le ei­ner nüch­tern-ana­ly­ti­schen Be­trach­tungs­wei­se ge­wi­chen: Füh­ren­de In­du­strie-Ma­na­ger, die wäh­rend der Na­zi­zeit als durch­aus men­schen­ver­ach­tend-will­fäh­ri­ge Voll­strecker des Re­gimes Zwangs­ar­bei­ter drang­sa­lier­ten, nach dem Krie­ge aber als tech­no­kra­ti­sche Wen­de­häl­se ih­re Dien­ste dem ehe­ma­li­gen Feind an­dien­ten, tau­gen nicht un­be­dingt als nach­ah­mens­wer­te Vor­bil­der und da­mit auch nicht als Na­mens­pa­tro­ne für öf­fent­li­che Plät­ze und We­ge. Es gibt kei­ne un­po­li­ti­sche Kunst und auch kei­ne un­po­li­ti­sche Tech­nik!

    #2 

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