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zonebattler's homezone 2.1 - Merkwürdiges aus Fürth und der Welt


« Bon­jour tri­stesse (31) Som­mer-Spros­sen »

Von oben be­trach­tet

Den heu­ti­gen Tag ver­brach­te der zo­ne­batt­ler zu gro­ßen Tei­len in sei­nem Schre­ber­gar­ten und hat da­bei man­che phi­lo­so­phi­sche Ein­sicht ge­won­nen. Zum Bei­spiel die, daß pom­pö­se Ei­sen­bahn-Fe­sti­vals und Del­fi­na­ri­um-Shows et­was ge­mein­sam ha­ben, je­ne tief­trau­ri­ge Grund­stim­mung näm­lich, die aus dem Um­stand her­rührt, daß die kraft­strot­zen­den Prot­ago­ni­sten da­zu ver­dammt sind, nach we­ni­gen Kol­ben­hü­ben bzw. Mo­tor­wel­len­um­dre­hun­gen resp. Flos­sen­schlä­gen schon an die Gren­ze des ih­nen vor­ge­ge­be­nen Le­bens­rau­mes an­ge­langt zu sein, ihr Mus­kel­spiel al­so gar nicht voll ent­fal­ten zu kön­nen. Trau­ri­ger dran sind na­tür­lich die Zwerg­wa­le, die ja kei­ne Ar­te­fak­te aus Men­schen­hand sind und da­her im Ge­gen­satz selbst zur be­ein­druckend zi­schen­den Dampf­loks ei­ne rich­ti­ge See­le ha­ben dürf­ten...

Die zwei­te Er­kennt­nis über­kam den Chro­ni­sten, wäh­rend er un­ter sei­ner bes­se­ren Hälf­te in bei­der Ap­fel­bau­me hing und er die von ihr him­mels­nah ge­pflück­ten Früch­te ent­ge­gen­nahm und sorg­fäl­tig ein­ei­mer­te: Gut die Hälf­te sei­nes Le­bens war­tet der Bahn-Freak ver­ge­bens! Wäh­rend un­se­rer gold-de­li­ziö­sen und heu­er über die Ma­ßen üp­pig aus­fal­len­den Ern­te fuh­ren un­ter und um uns und fast zum Grei­fen na­he di­ver­se Dampf-, Die­sel- und Elek­tro-Lo­ko­mo­ti­ven bzw. -Trieb­wa­gen auf und nie­der im­mer wie­der, doch in den aus­ge­dehn­ten Pau­sen zwi­schen­drin hat­ten wir glück­li­cher­wei­se et­was Sinn­stif­ten­des zu schaf­fen, wäh­rend die fer­ro­phi­len Spek­t­a­to­ren an den Zäu­nen ne­ben un­se­rer Par­zel­le ih­re Ka­me­ras und Ob­jek­ti­ve trot­zig-stur im An­schlag hal­ten muß­ten wie an­dern­orts die Ang­ler ih­re Ru­ten oder die Jä­ger ih­re Flin­ten. Manch’ ei­ner mag als kon­tem­pla­tiv emp­fin­den, was un­ser­ei­nem als maß­los und zeit­ver­schwen­de­risch lang­wei­lig er­schie­ne... Aber ich will nicht dar­über rich­ten, des Men­schen Wil­le ist sein Him­mel­reich und auch mei­ner ei­nem ist der Hang zu ab­son­der­li­chen Rea­li­täts­fluch­ten kei­nes­wegs völ­lig fremd.

Dies al­les ge­sagt bzw. ge­schrie­ben ha­bend, könn­te ich jetzt end­lich zu mei­ner ei­gent­li­chen The­se über­lei­ten, wenn ich die nicht dank schwe­rer Bei­ne und mü­der Bir­ne mitt­ler­wei­le völ­lig ver­ges­sen hät­te und auch mit an­ge­streng­tem Nach­sin­nen nicht mehr zu fas­sen krie­ge. Und dar­um kom­me ich jetzt bes­ser zum dann eben un­be­frie­di­gend un­voll­ende­ten Schluß mei­nes »Wor­tes zum Sonn­tag«, be­vor ich Ge­fahr lau­fe, auch noch in ele­men­ta­rer Hin­sicht zu ver­sa­gen und mei­ne Schach­tel­halm­sät­ze nicht mehr gram­ma­ti­ka­lisch kor­rekt zum Ab­schluß brin­gen zu kön­nen, was ich als noch wür­de­lo­ser emp­fän­de als ein wür­de­lo­ses En­de. En­de.

  1. Steffen  •  16. Sep. 2007, 11:08 Uhr

    Gol­den De­li­zi­ös

    Lie­ber zo­ne­batt­ler,
    aus­ge­rech­net die­se Ap­fel­sor­te hät­te es nun ge­ra­de nicht sein dür­fen! Ei­nen gu­ten Bos­koop, oder mei­net­we­gen auch ei­nen Cox Oran­ge oder ro­ten Ber­lepsch, die hät­te ich ja nun noch gel­ten las­sen. Aber den »Gel­ben Köst­li­chen« ha­be ich nur zu deut­lich noch in Er­in­ne­rung – eher als »Grau­en Gräß­li­chen«, über­züch­tet in dem Be­stre­ben, der re­al exi­stie­ren­den Be­völ­ke­rung doch we­nig­stens ein Sur­ro­gat der nur zur Weih­nachts­zeit ge­le­gent­lich ver­se­hent­lich ge­sich­te­ten Ba­na­nen an­bie­ten zu kön­nen. Spä­ter muß­te ich dann noch ler­nen, daß das Ba­na­nen­aro­ma che­misch stark mit dem Ap­fel­aro­ma ver­wandt ist (es fehlt nur ir­gend­wie ein Stück der Koh­len­stoff­ket­te, was ge­nau­ge­nom­men die Ba­na­ne zum min­der­wer­ti­ge­ren Obst macht!), und daß die Ba­na­ne nur des­halb so krumm ist, da­mit sie den an­ge­deu­te­ten Bo­gen um je­nes Stück Deutsch­land ma­chen konn­te...
    Nur zu scha­de, daß die Ma­den heu­er auch je­den ein­zel­nen Ap­fel er­wischt ha­ben. Was strikt ve­ge­ta­ri­sche Er­näh­rung zum Aben­teu­er wer­den läßt. – Gu­ten Ap­pe­tit!

    #1 

  2. zonebattler  •  16. Sep. 2007, 17:47 Uhr

    So sehr ich auch such­te...

    ...ich konn­te an un­se­rem ge­pach­te­tem Ap­fel­bau­me nir­gends ei­nen Sor­ten­wahl-Schal­ter fin­den. In­fol­ge­des­sen muß ich lei­der mit der Sor­te le­ben, die er in der Werks­ein­stel­lung her­vor­bringt! Ma­den ha­ben die Äp­fel bei uns üb­ri­gens eben­so: Die Üp­pig­keit der Ern­te be­zieht sich heu­er eben auch auf die Fleisch­ein­waa­ge...

    #2 

  3. RJWeb  •  16. Sep. 2007, 22:18 Uhr

    Das hat der lie­be Herr zo­ne­batt­ler ...

    ... aber mal wie­der ex­zel­lent be­schrie­ben ! Auch wir ha­ben die­ses Wo­chen­en­de lie­ber mit der Ern­te der (reich­lich flei­schig aus­ge­fal­le­nen) Äp­fel, dem an­schlie­ßen­den Zu­recht­stut­zen des Bau­mes der Ab­stam­mung der­sel­bi­gen so­wie und viel­mehr des an­gren­zen­den Busch­werks nebst der dar­auf zwin­gend fol­gend not­wen­di­gen Ab­fuhr des Grün­zeugs zur zum Be­hu­fe des Sam­melns des­sel­ben ein­ge­rich­te­ten Sam­mel­stel­le zu­ge­bracht, als uns auf die Jagd nach den ble­cher­nen Rie­sen in ih­rem gol­de­nen Kä­fig zu ma­chen.

    Wer Dampf­loks in frei­er Na­tur und ech­ter Ak­ti­on se­hen möch­te, dem sei ein Be­such des Hoch- und Un­ter­har­zes emp­foh­len. Die Loks der HSB kom­men zwar nicht so groß­spu­rig da­her (1000 mm), sind aber doch recht flei­ßig zu­gan­ge, und ge­gen ei­nen Obo­lus darf man/frau auch ger­ne selbst ein­mal zur Mit­fahrt vor­ne auf das damp­fen­de Ross !

    #3 

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