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zonebattler's homezone 2.1 - Merkwürdiges aus Fürth und der Welt


« Son­nen-En­de O du Fal­la­da... »

Dos & Don’ts

Nach­dem ich heu­te mor­gen im on­lei­ni­gen SPIEGEL die Über­sicht über die ak­tu­el­len DVD-Film­bei­le­ger über­flo­gen hat­te, sau­ste ich spä­ter im Nürn­ber­ger Haupt­bahn­of vom Bahn­steig schnur­stracks in die gro­ße Buch­hand­lung in der Mit­tel­hal­le, um dort­selbst die ak­tu­el­le Aus­ga­be der »Au­dio­Vi­deo­Fo­to Bild« gleich zwei­fach zu er­ste­hen. Die dar­in ent­hal­te­ne DVD mit »He­ro« ha­be ich zwar schon seit lan­gem in der ori­gi­na­len (Vollpreis-)Ausgabe im Re­gal ste­hen, aber der Film ist in mehr­fa­cher Hin­sicht gran­di­os: Span­nen­de Hand­lung und vi­su­ell über­wäl­ti­gen­de Ef­fek­te fü­gen sich hier zu ei­nem stim­mi­gen Ge­samt­kunst­werk, das sei­nes­glei­chen sucht. Von da­her kann es durch­aus nicht scha­den, wenn man ein paar preis­wer­te Ex­em­pla­re als Ver­schenk-Re­ser­ve oder Preis­rät­sel-Haupt­ge­winn zur Hand hat...

Ach ja, was ich ei­gent­lich er­zäh­len woll­te: Zwei bunt be­bil­der­te Bou­le­vard-Blät­ter zu je EUR 3,50 sum­mie­ren sich nach Adam Rie­se zu run­den EUR 7,00. Auf mei­nen läs­sig her­über­ge­rei­chen Zeh­ner woll­te mir der Mann am Tre­sen eben­so sou­ve­rän EUR 43,00 her­aus­ge­ben, mei­nen (ech­ten) Zeh­ner sol­cher­art zu ei­nem vir­tu­ell-fal­schen Fuff­zi­ger auf­wer­tend. Der Wech­sel­trick zu mei­nen Gun­sten hät­te mich schlag­ar­tig um sat­te und glat­te EUR 40,00 rei­cher ge­macht, aber nach­dem ich ei­ne durch und durch weit­ge­hend ehr­li­che Haut bin, ha­be ich den Irr­tum im Kei­me er­stickt und ge­ra­de­zu re­flex­haft auf­ge­klärt. Wor­auf sich der Kas­sie­rer bei mir ent­schul­dig­te. Und ich mich dar­auf­hin bei ihm, was im Grun­de nicht min­der un­pas­send war. Aber die Epi­so­de il­lu­striert ganz gut, wie schnell man un­re­flek­tiert in pro­gram­mier­te Ver­hal­tens­mu­ster zu­rück­fällt und Stan­dard-Rou­ti­nen ab­spult, wenn das rea­le Ge­sche­hen un­ver­se­hens aus den ein­ge­fah­re­nen Glei­sen springt.

Was jetzt na­he­lie­gen­der­wei­se die Fra­ge nach sich zieht, wie es denn in der jun­gen Ge­nera­ti­on um der­ar­ti­ge Pro­gram­mie­run­gen [1] be­stellt ist, die ja so et­was wie das un­ver­zicht­ba­re Schmier­mit­tel im Ge­trie­be des mensch­li­chen Mit­ein­an­ders dar­stel­len. Ich selbst glau­be zu be­ob­ach­ten, daß der­lei streß­min­dern­de und ge­mein­sinn­stif­ten­de Ri­tua­le und Re­fle­xe der­zeit auf brei­ter Front ero­die­ren und zer­brö­seln, zum (so­for­ti­gen) Nach­teil des be­trof­fe­nen In­di­vi­du­ums und na­tür­lich auch zum (lang­fri­sti­gen) Scha­den der Ge­sell­schaft. Aber der zo­ne­batt­ler drif­tet ja oh­ne­hin zu­se­hends in Al­ters­starr­sinn und Kul­tur­pes­si­mis­mus ab und kann da­her kei­nen all­ge­mein­gül­ti­gen Maß­stab ab­ge­ben: Wie be­ur­tei­len sei­ne ge­schätz­ten Le­se­rIn­nen das Phä­no­men?

 
[1] Irr­tü­mer klä­ren, Schwä­che­ren hel­fen, Tü­ren auf­hal­ten, rechts ge­hen, Kol­li­sio­nen mit an­de­ren Pas­san­ten ver­mei­den, Vor­tritt las­sen, Müll in da­für vor­ge­se­he­ne Be­häl­ter wer­fen u.v.m.

  1. boomerang  •  23. Okt. 2007, 11:17 Uhr

    wenn die nach­fol­ge­ge­nera­ti­on im­mer so wä­re,
    wie es de­ren vor­gän­ger­ge­nera­ti­on be­mä­ne­glt,
    dann hät­ten wir uns zu ein­zellern ree­vo­lu­tio­niert.
    dem ist aber nicht so.
    die aus­rei­ßer, die es kla­rer­wei­se gibt, die al­so
    von ge­sell­schaft­li­chen spiel­re­geln, wie eben (1),
    nicht viel hal­ten, die fal­len ei­nem auf, die aber,
    die brav mit­spie­len, die rut­schen durch ih­re
    so­zi­al ge­schmier­ten ge­pflo­gen­hei­ten am au­ge
    des be­trach­ters vor­bei.
    es liegt in der na­tur des men­schen, eher das ne­ga­ti­ve,
    das be­droh­li­che zu se­hen, als sich über ei­nen brav
    ge­füll­ten müll­con­tai­ner zu er­freu­en.
    es geht aber nicht nur ih­nen so. der mensch ist
    so pro­gram­miert. und die eben er­wähn­ten aus­rei­ßer,
    die sind das salz in der sup­pe, oh­ne die wür­de uns
    ja nicht auf­fal­len, was denn al­les funk­tio­niert in
    un­se­rem so­zi­al­ge­fü­ge.

    #1 

  2. zonebattler  •  23. Okt. 2007, 14:34 Uhr

    Gut ge­spro­chen!

    Und ver­mut­lich auch wahr: Die se­lek­ti­ve Auf­merk­sam­keit ist es, die uns nicht sel­ten den Blick auf die Rea­li­tä­ten ver­stellt. Und me­di­al haut es um uns her­um ja al­lent­hal­ben in die glei­che Ker­be: On­ly bad news are good news...

    #2 

  3. h4lfh0nk  •  23. Okt. 2007, 15:16 Uhr

    Knig­ge ‘knicken’ ?

    moin,

    ich zäh­le mich noch zu der et­was ‘jün­ge­ren’ Ge­nera­ti­on (33 Jah­re), und wür­de mich doch als recht ‘wohl­erzo­gen’ ti­tu­lie­ren. Ob aber die­se Klei­nig­kei­ten des mensch­li­chen Mit­ein­an­ders nur an der Er­zie­hung lie­gen oder die Nei­gung da­zu so­gar ge­ne­tisch be­dingt ist, mag mal da­hin­ge­stellt sein.
    Ich er­hit­ze mein Ge­müt re­gel­mä­ßig in der Kü­che un­se­rer Fir­ma. An­ge­fan­gen bei er­wähn­tem kor­rek­ten Be­fül­len der Müll­be­hält­nis­se, ent­sor­gen von ab­ge­lau­fe­nen Le­bens­mit­teln aus dem Kühl­schrank bis zum Sau­ber­hal­ten der Ablageflächen...ohne jetzt den Kol­le­gen Bös­wil­lig­keit un­ter­stel­len zu wol­len... für mich sind das Klei­nig­kei­ten, die zu Hau­se ge­nau­so er­le­digt wer­den wol­len. Aber ge­ra­de in so ei­nem Ge­mein­schafts­um­feld scheint es auch mir so, als ob die TEAM (Toll Ein An­de­rer Machts) – Men­ta­li­tät doch schnell um sich greift, und mei­ne Kol­le­gen sind 50:50 äl­ter und jün­ger.
    Aber auch beim Jog­gen oder Rad­fah­ren, fällt mir im­mer wie­der auf das man man­chen In­di­vi­du­en doch die ty­pi­sche den bis­her den Au­to­fah­rern vor­be­hal­te­ne Ei­gen­schaft »Die Stra­sse ge­hört mir!« durch­aus auch auf Rad­fah­rer (wo­bei die Kol­le­gia­li­täzt un­ter Rad­fah­rern hoch ist, ge­gen­über Au­to­fah­rern aber ge­gen 0 strebt) und Fussgänger/Walker (die auch ger­ne ru­del­wei­se auf­tre­ten) über­trag­bar ist.
    Ich fän­de es aber auch schön wenn sich doch man­cher wie­der mal an mi­ni­ma­le Höf­lich­keit er­in­nern würde...und sei es nur der Nach­bar, der we­der grüßt, noch ei­nem die Tür auf­hält, wenn man mit sei­nem Wo­chen­ein­kauf nach Hau­se kommt; des­sen Hun­de­ge­bell man aber auch klein bei­gebend Sonn­tags mor­gens um 8.00 ak­zep­tiert (der Hund kann ja nichts für sei­ne Herr­chen)

    in die­sem Sin­ne

    der h4lfh0nk

    #3 

  4. zonebattler  •  23. Okt. 2007, 15:50 Uhr

    Die Ge­mein­schafts­kü­che...

    ...ist ja der so­zio­lo­gi­sche Feld­ver­such schlecht­hin! Für­wahr, in die­sem klei­nen, fir­men­ei­ge­nen La­bo­ra­to­ri­um kann man an Kühl­schrank, Ge­schirr­spü­ler und Kaf­fee­ma­schi­ne (werk-)täglich ve­ri­fi­zie­ren, daß der Mensch des Men­schen Wolf ist und im­mer­dar blei­ben wird. Ich wet­te um ein si­gni­fi­kant über­la­ger­tes und ver­schim­mel­tes 4er-Jo­ghurt­pack, daß das in ei­ner psy­cho­the­ra­peu­ti­schen Ge­mein­schafts­pra­xis kein biß­chen an­ders läuft (oder eben nicht läuft) als im Wei­ßen Haus, im Kreml, im ober­sten Chi­ne­si­schen Po­lit­bü­ro oder im näch­sten Montesso­ri-Er­zie­he­rin­nen-Heim... Wo­bei die uni­ver­sel­le und welt­um­span­nen­de Nie­der­träch­tig­keit des ego­isti­schen In­di­vi­du­ums ja wie­der was Ver­söhn­li­ches hat, da al­le aus eth­ni­scher Her­kunft, so­zia­ler Stel­lung und bil­dungs­mä­ßi­gem Back­ground re­sul­tie­ren­den Un­ter­schie­de höchst sou­ve­rän igno­rie­rend und über­sprin­gend!

    P.S.: War das jetzt ein halb­wegs ver­ständ­li­cher Schluß­satz?

    P.P.S.: Oder zu­min­dest ein gram­ma­ti­ka­lisch kor­rek­ter?

    #4 

  5. boomerang  •  23. Okt. 2007, 16:04 Uhr

    ps:ja
    pps:nein(ich kau­fe ein »u« und ein zeit­wort).

    #5 

  6. zonebattler  •  23. Okt. 2007, 16:55 Uhr

    Mit dem feh­len­den »u«...

    ...hast Du recht, die sind mir nach­mit­tags lei­der aus­ge­gan­gen. In­zwi­schen ha­be ich aber wie­der Nach­schub ge­lie­fert be­kom­men, von den Vo­ka­len gleich meh­re­re Vor­rats­packun­gen, die ei­ne Zeit­lang rei­chen soll­ten. Ein Verb frei­lich ver­mis­se ich nicht, der Satz mag kom­plex und wort­reich sein, aber in sei­ner Struk­tur kom­plett. Oder?

    #6 

  7. blue sky  •  23. Okt. 2007, 17:06 Uhr

    Kann ich eher nicht be­stä­ti­gen. Nicht we­ni­ge Ju­gend­li­che en­ga­gie­ren sich heu­te für so­zia­le Be­lan­ge, sind hilfs­be­reit und freund­lich. Um­ge­kehrt kann ich mich er­in­nern, schon in mei­ner Ju­gend vie­le Ars rück­sichts­lo­se Gleich­alt­ri­ge ken­nen­ge­lernt zu ha­ben. In­so­fern schrei­be ich das Phä­no­men auch der Wahr­neh­mung zu.

    (Man sah ja üb­ri­gens schon in der An­ti­ke die Welt un­ter­ge­hen, an­ge­sichts des of­fen­sicht­li­chen Ver­falls der Sit­ten.)

    #7 

  8. zonebattler  •  23. Okt. 2007, 17:20 Uhr

    Die ei­ge­ne Wahr­neh­mung ist ih­rer­seits...

    ...ge­prägt vom in­di­vi­du­el­len Um­feld: Leh­rer in Eli­te-Schu­len wer­de an­de­re Er­fah­run­gen ma­chen -und (Vor-)urteile ha­ben- als Street­wor­ker in so­ge­nann­ten »so­zia­len Brenn­punk­ten«. Wer hat schon ei­nen wirk­lich re­prä­sen­ta­ti­ven Welt­blick?!

    #8 

  9. Etosha  •  23. Okt. 2007, 18:38 Uhr

    So­lan­ge du und ich noch da sind, gibt es noch Ehr­lich­keit auf der Welt. ;)

    Ich ver­mu­te eben­falls, es ist ein Wahr­neh­mungs­phä­no­men. Frag je­man­den in dei­nem Bü­ro, wer die Klo­rol­len wech­selt und das Drucker­pa­pier nach­füllt, und je­der Be­frag­te wird sa­gen: Das mach im­mm-mmer ich!

    #9 

  10. zonebattler  •  23. Okt. 2007, 19:15 Uhr

    Wo­her weißt Du das?!

    Du wirst mir lang­sam echt un­heim­lich: Ich hab’ Dir doch noch gar nicht mein Leid ge­klagt, daß ich in der Fir­ma im­mer der Depp bin, der die Pflan­zen gießt, den Drucker und das Fax füt­tert so­wie die lee­ren Papp­hül­sen im Klo durch vol­le er­setzt? Al­so die im Her­ren-WC je­den­falls. Bist Du auch in die­ser rup­pi­gen Rol­le ge­fan­gen? Laß’ Dich drücken, o al­pen­län­di­sche See­len­ver­wand­te! ;-)

    #10 

  11. Etosha  •  24. Okt. 2007, 8:54 Uhr

    Merk­wür­di­ger­wei­se hö­re ich den Satz ‘Jetzt wirst du mir lang­sam un­heim­lich’ über­durch­schnitt­lich oft. Ich sa­ge dann im­mer ‘Bo­uh!’ ;)

    Ich glau­be wirk­lich, fast al­le emp­fin­den sich als Bü­ro­depp. Aber das al­les muss in ei­ner grö­ße­ren Ge­mein­schaft wie ei­nem Bü­ro eben viel öf­ter er­le­digt wer­den.
    Wo­bei ein Mann, der die Pflan­zen gießt, mir in mei­ner per­sön­li­chen jahr­zehn­te­lan­gen Bü­ro­er­fah­rung noch nicht be­geg­net ist. Cha­peau! (Ge­nau­so­we­nig üb­ri­gens wie Men­schen, die schon vor Ver­wen­dung des al­ler­letz­ten Stückes von xy des­sen vor­her­seh­ba­res Aus­ge­hen beim Nach­be­stel­ler mel­den.)

    Si­cher gibts aber auch ei­ni­ge we­ni­ge völ­lig Nutz­lo­se, die bis heu­te glau­ben, die fri­schen Klo­rol­len schwe­ben von Zau­ber­hand be­flü­gelt in ih­ren Hal­ter. (Wie lau­tet ei­gent­lich der Konjunktiv2 von schwe­ben? Schwä­be? *ggg*)

    #11 

  12. zonebattler  •  24. Okt. 2007, 9:13 Uhr

    Ich ha­be das Glück...

    ...mei­nen Ar­beits­platz in­mit­ten ei­nes grü­nen Dschun­gels zu ha­ben: Als sich un­se­re Nürn­ber­ger Nie­der­las­sung wei­land von drei Eta­gen auf de­ren zwei ge­sund­schrumpf­te, schrie ich laut­hals »ich, ich, ich!«, als es um die Fra­ge ging, wer denn die vie­len un­ter­zu­brin­gen­den Hy­dro­kul­tur-Pflan­zen­ton­nen aus dem ab­ge­ge­be­nen Stock­werk ha­ben wol­le. Der rie­si­ge Fi­cus am Fen­ster ist ein noch schlim­me­rer Säu­fer als ich, und wenn ich den nicht wö­chent­lich zwei­mal gö­sse (gie­ßer­te?) und ihm täg­lich zum Fei­er­abend denn Rest aus mei­ner ei­ge­nen Was­ser­ka­raf­fe zu trin­ken gä­be, dann wä­re der längst ver­trock­net, bis der of­fi­zi­ell be­stall­te und be­zahl­te Pflan­zen­pfle­ger tur­nus­mä­ßig sei­ne Run­de macht. Wäh­rend all­fäl­li­ger Ur­laubs­zei­ten muß ich frei­lich die Gieß-Ter­mi­ne in des Zim­mer­kol­le­gen Ka­len­der leucht­mar­kie­ren und ihm per Mail freund­li­che Er­in­ne­run­gen schicken...

    Auch an­son­sten be­mü­he ich mich, ge­sun­den Men­schen­ver­stand an den Tag zu le­gen und Um­sicht wal­ten zu las­sen, sprich ob­so­le­te Pa­pie­re noch mal rück­sei­tig durch den Drucker zu ja­gen, lecken­de Klo­spü­ler und jau­len­de Decken­lüf­ter un­se­rer In­fra­struk­tu­re­u­se zu mel­den, Kol­le­gen zu be­fra­gen, ob sie ge­kipp­tes Fen­ster bei gleich­zei­tig bol­lern­der Hei­zung für ei­ne sinn­rei­che Kom­bi­na­ti­on hal­ten und was der­glei­chen Din­ge mehr sind. Wo­bei ich mir dar­über im Kla­ren bin, daß ich da­mit die Welt nicht ret­ten wer­de. Aber ich ma­che das aus Grün­den ei­ner bes­se­ren jüngst­ge­richt­li­chen Hal­tungs­no­te für mich und wo an­fan­gen, wenn nicht bei sich selbst?

    Ge­stern hat üb­ri­gens ein Trai­ner-Kol­le­ge sein mit­den­ke­ri­sches Mei­ster­stück ab­ge­lie­fert: Den De­fekt ei­nes Bea­mers (»ro­te Far­be fehlt«) ver­mel­de­te er nicht et­wa per auf­ge­kleb­ten No­tiz­zet­tel, nein, er schrieb die Dia­gno­se in eben­so un­ge­len­ker wie aus­la­den­der Kra­kel­schrift mit ei­nem dicken White­board-Mar­ker fett auf das Ge­rä­te­ge­häu­se. Man kön­ne das ja leicht wie­der ab­wi­schen... Kennt je­mand den Un­ter­schied zwi­schen glitsch­glat­ten Weiß­ta­feln und sei­den­matt spritz­lackier­ten Kunst­stoff­flä­chen?

    P.S.: Der Kon­junk­tiv von »schwe­ben« ist na­tür­lich »schwö­be«! ;-)

    #12 

  13. Rob Irgendwer  •  24. Okt. 2007, 16:07 Uhr

    Ent­we­der...

    ...steh ich grad auf dem Iro­nie-Schlauch oder ich muss drin­gend an­mer­ken, dass der Kon­junk­tiv II (plu­ral – da »die Klo­rol­len«) von »schwe­ben« ganz klar schweb­ten oder »»wür­den schwe­ben« lau­tet ...

    Aber wie ge­sagt: Viel­leicht ent­ging mir auch der sub-tex­tia­li­sche Schalk im Nacken des wer­ten Herrn Zo­ne­batt­ler.

    Ich emp­fäh­le www.verbformen.com – im Ver­zweif­lungs­fall ;)

    #13 

  14. Etosha  •  24. Okt. 2007, 21:28 Uhr

    Lie­ber Rob, die An­we­sen­heit von Emo­ti­kons mit zwin­kern­der Au­gen­hal­tung deu­tet zu­ver­läs­sig auf Iro­nie hin. Aber auch oh­ne die Be­glei­tung die­ser Ge­sel­len ist sie gar häu­fig an­zu­tref­fen!

    Ich fünde ja ’schwö­be’ schö­ner, aber das ist Ge­schmacks­sa­che. Das krea­ti­ve Schaf­fen von Kon­junk­tiv­for­men ist ein wirk­lich loh­nen­des Hob­by, wür­de aber zu­wei­len zu noch grö­ße­rer Un­si­cher­heit füh­ren, und zur Angst vor (em)Pfählung – wüsser­te man nicht jetzt ei­nen zu­ver­läs­si­gen Link – al­so dan­ke! ;)

    #14 

  15. Etosha  •  24. Okt. 2007, 21:38 Uhr

    Zo­ne­batt­ler, ich bin (jetzt noch mehr) fas­zi­niert! Es hat ga­ran­tiert Sel­ten­heits­wert, ei­nem zwei­ten zu be­geg­nen (wenn auch nur vir­tu­ell), der die Re­ste aus sei­ner Ka­raf­fe mit sei­nen grü­nen Blatt­freun­den teilt!

    Letz­tens woll­te ich mal ei­ne red­un­dan­te Pflan­ze ent­sor­gen, um we­nig­stens ei­nen Topf we­ni­ger im Win­ter­gar­ten ste­hen zu ha­ben – sie war im Som­mer im Gar­ten aus­ge­bleicht (nicht ver­bli­chen ;) und knor­rig ge­wor­den von der Son­ne. Statt­des­sen hab ich jetzt fünf Töp­fe mehr, denn da wa­ren ja noch Un­men­gen Ab­le­ger (vul­go Ba­bys) in dem Topf!Sowas kann man doch nicht ein­fach dem Kom­post über­ant­wor­ten!

    Ad spritz­lackier­te Kunst­stoff­flä­che: Wenn der Bea­mer dann re­pa­riert ist, kann man das ja mit noch kra­ke­li­ge­rer Hand­schrift dar­un­ter ver­mer­ken: ‘Funzt jetzn aba wie­da’. *gg*

    Um dei­ne jüngst­ge­richt­li­che Hal­tungs­no­te mach ich mir je­den­falls kei­ne Sor­gen! *lach!*

    #15 

  16. zonebattler  •  25. Okt. 2007, 14:57 Uhr

    Wenn mich hier je­mand rich­tig ver­steht...

    ...dann zwei­fels­frei Ma­dame Eto­sha! Die We­sens­ver­wand­schaft ist im Üb­ri­gen durch­aus bi­la­te­ral: Auf mei­ner heu­ti­gen Dienst-Odys­see von Frank­furt (Main) nach Trois­dorf ha­be ich mir vor­hin im Köl­ner Haupt­bahn­hof -mich ei­ner eto­shaiani­schen Li­te­ra­tur-Emp­feh­lung dank­bar er­in­nernd- »Ä« von Max Goldt ge­kauft. Und was soll ich sa­gen? Ich hab’ mich die gan­ze S-Bahn­fahrt lang schier scheckig ge­lacht! Ein lie­bes Bus­serl da­für nach Au­stria!

    P.S.: In Sa­chen Grün­pflan­zen-Wai­sen­für­sor­ge fin­dest Du in mei­ner bes­se­ren Hälf­te ei­ne Zwil­lings­schwe­ster im Gei­ste. Wir soll­ten uns wirk­lich mal auch in der non-vir­tu­el­len Sphä­re ge­gen­sei­tig heim­su­chen! Dann könn­te ich als Gast­ge­schenk so an die 300 red­un­dan­te Töp­fe al­ler Grö­ßen­klas­sen mit­brin­gen, zu de­ren an­der­wei­ti­gen Ent­sor­gung mir die Ge­neh­mi­gung der zu­stän­di­gen Stel­le stand­haft ver­wei­gert wird... ;-)

    #16 

  17. Etosha  •  25. Okt. 2007, 18:35 Uhr

    *lach!* Ei­nem Mann, der al­ler­lei Weg­ge­wor­fe­nes ad­op­tiert und nach Hau­se bringt, würd ich die ‘an­der­wei­ti­ge Ent­sor­gung’ mei­ner Topf­samm­lung auch nicht ge­neh­mi­gen. *gg*

    Für ei­ne Heim­su­chung wär ich sehr, denn wenn man über die glei­chen Din­ge la­chen kann, ist das schon ei­ne sehr gu­te Vor­aus­set­zung. (Bus­serl auf­ge­fan­gen!)
    ‘Ä’ hat­te ich letz­tens wie­der ‘in der Reißn’, wie man das hier­zu­lan­de so schön sagt, und hab auch an vie­len Stel­len wie­der sehr ge­lacht. Die Goldt-Bü­cher sind ja nach ein paar Mo­na­ten schon wie­der be­lach­bar, weil man sich ein­fach nicht al­le schrä­gen For­mu­lie­run­gen merkt.
    Freut mich, dass es dir ge­fällt; ich hät­te, wie ge­sagt, nie ge­dacht, dass du die Ko­lum­nen gar nicht kennst!

    Wenn auch nicht die al­ler­wit­zig­ste, aber die tref­fend­ste Sto­ry in dem Buch, fin­de ich, ist ‘Jacke durch die Schran­ke schwen­ken’. Ich freue mich je­des­mal wie­der an der schie­ren Wahr­heit in die­sem Text.

    Lie­ben Gruß! :)

    #17 

  18. zonebattler  •  26. Okt. 2007, 19:16 Uhr

    Den schein­ba­ren Wi­der­spruch...

    ...zwi­schen je­ner mei­ner ur­ei­ge­nen kon­sum­ge­sell­schafts­aus­stoß­be­ding­ten Ar­te­fak­ten-Samm­lung und der tö­ne­ren Topf­hal­de mei­ner bes­se­ren Hälf­te wer­de ich hier tun­lichst we­der auf­klä­ren noch wei­ter aus­füh­ren, weil ich durch der­lei leicht­fer­ti­ges Tun kei­ne weib­li­che So­li­da­ri­täts­ge­mein­schaft wi­der mei­ne in­tel­lek­tu­el­le Bril­lanz her­auf­be­schwö­ren möch­te, die mein täg­li­ches Da­sein nur er­schwe­ren kann. Um­so ger­ner neh­me ich aber den zu­tref­fen­den Hin­weis auf un­se­re of­fen­kun­di­ge Hu­mor­kom­pa­ti­bi­li­tät an und auf und zum An­laß, das Wei­te­re mit Dir ge­le­gent­lich un­ter Aus­schluß der Öf­fent­lich­keit per Mail wei­ter­zu­dis­ku­tie­ren. Geht ja die pas­si­ven Vo­jeu­re hier schließ­lich nix an, wie und wann und wo sich die schrei­ben­de und sich krea­tiv ab­karpfen­de Blog­ger­schaft zu fro­her Run­de und Stun­de trifft!

    #18 

  19. macplanet  •  27. Okt. 2007, 20:26 Uhr

    Das Phä­no­men, daß ein nicht un­be­trächt­li­cher Teil der Be­völ­ke­rung sich nicht so ver­hält, als sei er ein Teil ei­ner Ge­mein­schaft, ist si­cher­lich rich­tig be­schrie­ben.
    Nur ist es we­der neu noch be­schränkt es sich auf die jün­ge­re Ge­nera­ti­on, ich be­haup­te (ver­mut­lich mit eben­so se­lek­ti­ver Wahr­neh­mung) im Ge­gen­teil: Ge­ra­de die Auf-der-Roll­trep­pe-links-Ste­her, die Kauf­haus­tü­ren-vor-der-Na­se-zu­fal­len-Las­ser, An-der-Kas­se-Vor­dräng­ler und Tür­ki­sche-Mut­ter-mit-Kind-in-der-Stra­ßen­bahn-Zu­sam­men­schei­ßer sind mei­ner Be­ob­ach­tung nach eher die Be­tag­te­ren, die sich in ei­nem im­mer­wäh­ren­den und mit al­len Mit­teln ge­führ­ten Kampf ge­gen das zu be­fin­den schei­nen, was die Zeit­läuf­te aus ih­rer Gu­ten Al­ten Zeit ge­macht ha­ben.

    #19 

  20. zonebattler  •  27. Okt. 2007, 22:29 Uhr

    Daß mit dem Al­ter...

    ...die Skep­sis (oder gar Angst) ge­gen­über Ver­än­de­run­gen zu­nimmt, ist wohl nor­mal und kaum zu än­dern. Pro­ble­ma­tisch wird es, wenn der auch von Dir be­stä­tig­te Ego­is­mus zum Flä­chen-Phä­no­men wird, wenn ins­be­son­de­re die Wei­ter­ga­be-Ket­te von den El­tern zu den Kin­dern auf brei­ter Front un­ter­bro­chen wird. Was dann an (frü­her selbst­ver­ständ­li­chen) so­zia­len Ver­hal­tens­wei­sen erst­mal ver­schütt’ ge­gan­gen ist, ist wo­mög­lich nicht ein­fach wie­der­zu­be­le­ben...

    #20 

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