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zonebattler's homezone 2.1 - Merkwürdiges aus Fürth und der Welt


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Ken­ner­haf­te Knip­ser­kun­de

Alt, aber im­mer noch gut: »10 schlech­te An­ge­wohn­hei­ten von Di­gi­tal­fo­to­gra­fen« !

  1. Jürgen at Briefgold  •  7. Apr. 2010, 11:03 Uhr

    Da kann ich durch­aus nur zu­stim­men – was ich noch hin­zu­fü­gen wür­de, wä­re die »über­trie­be­ne Ein­fach­heit« von di­gi­ta­ler Fo­to­gra­fie. Mitt­ler­wei­le geht Quan­ti­tät über Qualität,denn wäh­rend frü­her lan­ge nach der idea­len Pre­spek­ti­ve ge­sucht wer­den muss­te und ‚wie in der Auf­zäh­lung er­wähnt, die Licht­ver­hält­nis­se erst ab­ge­wo­gen wurden,wird heu­te ein­fach drauf los ge­knipst – nach dem Motto,einfach mal machen,da wird schon was da­bei sein...früher war es ein­fach so,dass das Bild eben nicht 2sek spä­ter auf ei­nem 2″ Dis­play be­trach­tet we­redn konnte,wodurch man zu min­de­stens 99% si­cher sein musste,dass die Fo­tos an­stän­dig wer­den.
    Heu­te hat je­der ei­ne 8GB Spei­cher­kar­te und bombt die ein­fach kom­plett mit raw. Da­tein voll – das fin­de ich ehr­lich­ge­sagt nicht so klasse.Gute Auf­nah­men wer­den da­durch zu Zu­falls­fo­tos und das kann nun­mal je­der Hans und Franz.
    Auch dem Punkt mit den Funktionen,kann ich nur zu­stim­men – al­ler­dings in ab­ge­wan­del­ter Form,denn die zahl­rei­chen Ein­stell­op­tio­nen sind be­son­ders für er­fah­re­ne Fo­to­gra­fen sehr nützlich,damit kann ein »Roo­kie« nichts an­fan­gen – sol­che »Ef­fek­te« hin­ge­gen wie »sepia«,»schwarz-weiß« und am be­sten noch ne­ga­ti­ve Far­ben, sind ja wohl ab­so­lut fehl am Platz...Dazu hat man doch im End­ef­fekt noch Pro­gram­me wie Pho­to­shop um sol­che un­wirk­sa­men Ef­fek­te ein­zu­brin­gen...
    Aber den­noch spre­chen mir die Punk­te doch aus de Seele...leider zu wahr um schön zu sein...

    Grü­ße

    #1 

  2. Lexikaliker  •  7. Apr. 2010, 13:59 Uhr

    Die Li­ste ist ganz nett, macht auf mich mit ih­rer Prä­sen­ta­ti­on je­doch eher den Ein­druck, als be­stün­de ih­re Haupt­auf­ga­be im Zu­sam­men­hal­ten der Wer­bung.

    @Jürgen at Brief­gold:

    Durch die »über­trie­be­ne Ein­fach­heit« se­hen sich of­fen­bar die selbst­er­nann­ten Pro­fis be­droht, die ih­re müh­sam an­ge­fer­tig­ten Auf­nah­men nun ge­gen die mit leich­ter Hand er­stell­ten, aber durch­aus se­hens­wer­ten und tech­nisch or­dent­li­chen Schnapp­schüs­se von Hans und Franz ver­tei­di­gen müs­sen.
    Wer zu Ana­log­zei­ten si­cher ge­hen woll­te, ei­ne gu­te Auf­nah­me zu ma­chen, hat ei­nen kom­plet­ten Film mit 36 Auf­nah­men »voll­ge­bombt« und mit Glück ei­ne da­von ge­brau­chen kön­nen. Wer auch mit die­ser noch nicht zu­frie­den war, muss­te im La­bor Aus­schnit­te ver­grö­ßern, ab­we­deln oder sich an­de­rer Mit­tel be­die­nen, und für den Se­pia-Ef­fekt (der we­der da­mals noch heu­te fehl am Plat­ze war) ka­men die Ab­zü­ge in ei­ne nach fau­len Ei­ern stin­ken­de Brü­he.
    Ich den­ke, dass man­chen Pro­fis et­was mehr To­le­ranz ganz gut ste­hen wür­de und sie bes­ser dar­an tä­ten, ihr Wis­sen wei­ter­zu­ge­ben als sich über we­ni­ger Er­fah­re­ne ab­fäl­lig zu äu­ßern.

    #2 

  3. UpperPalatine  •  7. Apr. 2010, 22:20 Uhr

    Wenn ich mich mal als mo­de­rie­ren­des Ele­ment in die Dis­kus­si­on ein­schal­ten darf :-)

    Ir­gend­wo habt Ihr bei­de recht. Die brei­te Ver­füg­bar­keit der Tech­nik er­schließt die Di­gi­tal­fo­to­gra­fie für vie­le Leu­te, de­nen man bes­ser kei­ne Ka­me­ra in die Hand ge­ben soll­te. An­de­rer­seits ist ge­nau die­se brei­te Ver­füg­bar­keit auch der Schlüs­sel, der vie­len ta­len­tier­ten Men­schen die Aus­übung die­ses Hob­bys er­mög­licht. Ich fin­de, das kann man ein­fach nicht pau­scha­li­sie­ren. Es gibt in je­dem Be­reich sol­che und sol­che und ich kann mir vor­stel­len, dass auch in »Ana­log-Zei­ten« ge­nug Knip­ser mit we­nig Ta­lent, aber dickem Geld­beu­tel un­ter­wegs wa­ren.

    Das ein­zi­ge, was durch die Di­gi­tal­fo­to­gra­fie und die Kom­mu­ni­ka­ti­ons­tech­nik wirk­lich schwer ge­wor­den ist, ist der Über­blick über die gan­ze Sa­che. Frü­her gab es nur we­ni­ge, meist pro­fes­sio­nel­le Fo­to­gra­fen, die ih­re Wer­ke ei­ner grö­ße­ren Öf­fent­lich­keit zu­gäng­lich ma­chen konn­ten. Da be­hielt man leicht den Über­blick. Heu­te wer­den z.B. auf Flickr zwi­schen 2.000 und 5.000 Fo­tos in der Mi­nu­te (!) hoch­ge­la­den. Und das ist nur ei­ne Platt­form. Es ist schlicht­weg un­mög­lich ge­wor­den, da auch nur den Hauch ei­nes Über­blicks zu be­wah­ren. So geht zwar dan­kens­wer­ter­wei­se vie­les Ge­knip­se im di­gi­ta­len Grund­rau­schen un­ter, aber da­für lei­der auch so man­che Per­le, die Auf­merk­sam­keit ver­dient hät­te.

    Gruß vom Up­per­Pa­la­ti­ne
    (der sich in so man­chem Punkt der Li­ste wie­der­erkannt hat, sich aber trotz­dem für ei­nen ganz ma­nier­li­chen Fo­to­gra­fen hält...)

    #3 

  4. zonebattler  •  7. Apr. 2010, 23:14 Uhr

    Das Grund­rau­schen ist in der Tat so laut ge­wor­den (und das be­trifft kei­nes­wegs nur die Knip­se­rei), daß die Su­che nach dem Gu­ten, Wah­ren und wo­mög­lich Blei­ben­dem schwe­rer ist denn je. Frei­lich gilt auch, daß der Di­gi­tal­boom nicht nur da­zu ge­führt hat, daß Hinz und Kunz mit am aus­ge­streck­ten Arm zit­tern­den Han­dys wehr­lo­se Kunst­schät­ze tot­blit­zen, son­dern daß durch die tech­ni­sche (R)evolution heut­zu­ta­ge ganz er­staun­lich hoch­ent­wickel­te Ge­rät­schaf­ten auch für den Ken­ner (und Kön­ner) preis­wert ver­füg­bar sind. Im Grun­de ist es mü­ßig zu dis­ku­tie­ren, ob es frü­her bes­ser war als heu­te: den Geist des Di­gi­ta­len kriegt kei­ner mehr in sei­ne Fla­sche zu­rück...

    #4 

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