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zonebattler's homezone 2.1 - Merkwürdiges aus Fürth und der Welt


« Be­trühbli­ches Pfef­fer und Palz, Gott erhalt’s! »

Mund­ge­rech­te Auf­be­rei­tung

Als das Ge­spräch neu­lich auf die Ge­stal­tung von Web­sites im All­ge­mei­nen, Blogs im Be­son­de­ren und der »Für­ther Frei­heit« im Spe­zi­el­len kam, mein­te Klaus H. aus F. (Na­me der Re­dak­ti­on be­kannt), daß »al­le Welt nur noch Wor­d­Press ver­wen­det«, wes­we­gen »auch al­le Sei­ten gleich aus­se­hen« wür­den. Er schien mir das durch­aus ver­ächt­lich zu mei­nen...

Wenn man sei­ne Ein­schät­zung als et­was über­spitz­te Hy­po­the­se gel­ten läßt (man kann frei­lich über die Wahl des über­zu­stül­pen­den The­mes und ggf. des­sen in­di­vi­du­el­le Mo­di­fi­ka­ti­on sehr wohl op­ti­sche Dif­fe­ren­zie­run­gen er­zie­len), dann fra­ge ich mich gleich­wohl, ob die Kri­tik nicht am We­sent­li­chen vor­bei­geht: Mei­ner Mei­nung nach ist es nach­ge­ra­de sinn­voll und wün­schens­wert, ei­nen vi­su­el­len Ge­stal­tungs­stan­dard zu eta­blie­ren!

Wenn es näm­lich nicht ex­pli­zit um künst­le­ri­sche Pro­jek­te von ho­her Ori­gi­na­li­tät und de­ren ge­nuß­vol­le Re­zep­ti­on geht, dann ist es doch der pri­mä­re Zweck ei­nes je­den In­ter­net-Auf­trit­tes, den Be­su­chern die sie in­ter­es­sie­ren­den In­for­ma­tio­nen schnell und um­stands­los zu prä­sen­tie­ren. Des­we­gen schaut der ge­neig­te Gast ja schließ­lich vor­bei: Ent­we­der hat ihn ei­ne Such­ma­schi­ne her­ge­lei­tet, oder er hat die Home­page ge­zielt an­ge­steu­ert, um sei­nen Wis­sens­durst zu stil­len. Da wä­re es ab­so­lut kon­tra­pro­duk­tiv (weil zeit­rau­bend und ner­vig), sich je­des­mal grund­le­gend neu ori­en­tie­ren zu müs­sen, weil die An­ord­nung und Ge­stal­tung der Na­vi­ga­ti­ons­ele­men­te im­mer wie­der um des schie­ren An­ders­sein wil­lens vom eta­blier­ten de-fac­to-Stan­dard ab­weicht...

Je­der kennt zum Ex­em­pel das Sym­bol des Wa­ren­korbs in Form ei­nes sty­li­sier­ten Ein­kaufs­wa­gens, sei­ner­zeit von amazon.com ein­ge­führt und längst in un­zäh­li­gen Web­shops in ähn­li­cher Form zu fin­den: Es wä­re doch ha­ne­bü­che­ner Un­fug, auf ein so ein­gän­gi­ges Sym­bol zu ver­zich­ten, nur weil man im vir­tu­el­len Rau­me par­tout an­ders auf­tre­ten will als an­de­re. »Der Kö­der muß dem Fisch schmecken und nicht dem Ang­ler«, wie der zo­ne­batt­ler zu­wei­len zu sa­gen pflegt.

Mei­ne ei­ge­nen (si­cher nicht re­prä­sen­ta­ti­ven, ge­schwei­ge denn me­tho­disch kor­rekt er­ho­be­nen) Un­ter­su­chun­gen zei­gen mir, daß die we­nig­sten Be­su­cher mei­ner Web­sites mei­ne meist mit ex­or­bi­tan­tem Auf­wand pi­xel­ge­nau aus­ge­tüf­tel­ten Lay­outs über­haupt be­wußt zur Kennt­nis neh­men oder gar ken­ner­haft gou­tie­ren: Fra­ge ich nach der Wir­kung ei­ner ge­än­der­ten Schrift­art oder ei­nes aus­ge­tausch­ten Fo­tos, dann ist das in der Re­gel (fast) nie­man­dem auf­ge­fal­len. Weil es den Leu­ten näm­lich nicht um die Form geht, son­dern um den In­halt (den sie wie oben aus­ge­führt oh­ne Um­we­ge zu fin­den hof­fen). Wo­mit be­wie­sen wä­re, daß An­leh­nung an sich her­aus­kri­stal­li­siert ha­ben­de Ge­stal­tungs­stan­dards sehr sinn­voll ist, auch wenn es viel­leicht bei Auf­trags­ar­bei­ten zu­nächst schwer­fal­len mag, dem Kun­den das schein­ba­re Main­stream-De­sign als op­ti­mal zu ver­kau­fen.

Mein per­sön­li­ches Fa­zit: Aus nar­ziss­ti­scher Selbst­über­hö­hung wer­de ich wei­ter­hin tüf­teln und selbst­ver­liebt an De­tails mei­ner vir­tu­el­len Bau­ten fei­len, die die mei­sten Be­trach­te­rIn­nen nicht be­mer­ken wer­den; ein­ge­denk der Le­se­rIn­nen und de­ren Er­war­tungs­hal­tung wer­de ich je­doch eben­falls wei­ter­hin von all­zu un­kon­ven­tio­nel­len Website-»Aufhübschungen« ab­se­hen!

Diskussion

  1. Lexikaliker  •  28. Aug. 2010, 11:03 Uhr

    Ein in­ter­es­san­tes The­ma!

    Für eben­so wich­tig wie die mund­ge­rech­te hal­te ich die ziel­grup­pen­ge­rech­te Auf­be­rei­tung und Prä­sen­ta­ti­on. Wer die Auf­merk­sam­keit ei­nes an sehr häu­fi­ge Ab­wechs­lung ge­wöhn­ten und dau­er­be­spaß­ten Pu­bli­kums ge­win­nen will, hat ei­gent­lich fast kei­ne an­de­re Wahl, als et­was Un­ge­wöhn­li­ches an­zu­bie­ten und es kra­chen zu las­sen – mit Lay­outs wie dem klas­si­schen »Ku­brick«, lei­sen Tö­nen und Stan­dards liegt man so weit un­ter­halb der Reiz­schwel­le, dass man noch nicht ein­mal re­gi­striert wird.

    Zu­dem müs­sen Form und In­halt zu­ein­an­der pas­sen. Wer aus­ge­feil­te Tex­te ver­fasst und er­war­tet, dass sich die Le­ser dar­auf kon­zen­trie­ren, tut we­der die­sen noch sich ei­nen Ge­fal­len, die nö­ti­ge Ru­he durch Flash-Ani­ma­tio­nen, Zap­pel-GIFs und stän­di­ge Um­bau­ten zu stö­ren.

    Für mich soll­te die Ge­stal­tung – nicht nur von Web­logs – funk­tio­nell sein und sich zu­rück­hal­ten. Wenn ich stän­dig ge­nö­tigt wer­de, ei­ne Aus­wahl tref­fen, Din­ge aus­blen­den oder nach der ge­eig­ne­ten Na­vi­ga­ti­on su­chen zu müs­sen, bin ich schnell wie­der weg (aber ich bin auch al­les an­de­re als re­prä­sen­ta­tiv).

    #1 

  2. zonebattler  •  28. Aug. 2010, 12:33 Uhr

    Vor al­lem bist Du wie ich: alt (bzw. äl­ter) und noch zu voll­stän­dig ana­lo­gen Zei­ten me­di­al so­zia­li­siert (und ge­prägt) wor­den...

    #2 

  3. Lexikaliker  •  28. Aug. 2010, 14:49 Uhr

    Da­her füh­le ich mich auch manch­mal so in­kom­pa­ti­bel ... ;-)

    Aber zu­rück zum The­ma. Ich schät­ze die­sen Fein­schliff, der als sol­cher viel­leicht nicht im­mer er­kenn­bar ist, sich aber in ei­nem run­den Ge­samt­bild aus­drückt, ähn­lich der ge­lun­ge­nen Ty­po­gra­fie, die das Ge­druck­te an­spre­chend und gut les­bar macht, oh­ne dass die­se Ar­beit auf un­ter­ster Ebe­ne auf­fällt.

    #3 

  4. zonebattler  •  28. Aug. 2010, 20:15 Uhr

    Da sind wir ganz auf ei­ner Li­nie! Ich ha­be in den letz­ten Jah­ren frei­lich auch ei­ni­ges da­zu­ge­lernt und wür­de mein Blog heu­te zu­min­dest in Tei­len doch an­ders ge­stal­ten als frü­her. Das neue Wor­d­Press-Stan­dard-The­me »Twen­ty Ten« ge­fällt mir z.B. ganz gut (und ich set­ze es in farb­lich mo­di­fi­zier­ter Form in ei­ner Auf­trags­ar­beit be­reits ein). Nur wür­de mir die nach­träg­li­che Än­de­rung des The­mes schon we­gen der ra­di­kal un­ter­schied­li­chen Spal­ten­brei­ten und Schrift­lauf­wei­ten hier das Lay­out so ziem­lich al­ler Bei­trä­ge der­ma­ßen durch­ein­an­der­wür­feln, daß es nicht mehr fei­er­lich wä­re. Man kann (und soll­te viel­leicht) neue Pro­jek­te von Grund auf neu be­gin­nen, aber wenn man sich mal fest­ge­legt und schon ei­ne Men­ge In­hal­te ein­ge­stellt hat, dann muß man wohl im In­ter­es­se des ei­ge­nen See­len­frie­dens da­bei blei­ben (von tri­via­len Far­bän­de­run­gen mal ab­ge­se­hen)...

    #4 

  5. waltraut  •  28. Aug. 2010, 20:27 Uhr

    Ich kann dem Zo­ne­batt­ler nur zu­stim­men.
    Ich le­se ihn (den Blog) – un­re­gel­mä­ssig – seit ich be­gon­nen ha­be mich für Blogs zu in­ter­es­sie­ren und war vom kla­ren Lay­out stets an­ge­tan (vom In­halt meist auch)
    Am Lay­out mei­nes Blogs ha­be ich im Lauf der Jah­re nicht viel ver­än­dert, es muss­te funk­tio­nal sein für mei­ne Zwecke und op­tisch an­spre­chend. Ein ge­wis­ser Wie­der­erken­nungs­ef­fekt ist auch be­ab­sich­tigt wenn­schon ich das Hea­der­bild ger­ne mo­nat­lich an­pas­se.
    Gar­nicht geht für mich wenn sich die Blog­ge­rIn­nen mit ei­nem vor­ge­ge­be­nen Design/Layout/Thema zu­frie­den­ge­ben. Ein biss­chen De­sign muss schon sein.

    #5 

  6. zonebattler  •  28. Aug. 2010, 20:46 Uhr

    Dan­ke Wal­traut, so­was geht im­mer run­ter wie Öl... ;-)

    Der Wie­der­erken­nungs­wert ist ein wich­ti­ger Punkt, ge­ra­de sei­ne Stamm­le­ser­schaft soll­te man/frau nicht mit stän­di­gen Än­de­run­gen des Lay­outs ver­wir­ren.

    Ich ge­be Dir auch da­hin­ge­hend recht, daß »ein biss­chen De­sign schon sein muss«. Frei­lich kann ich mir vor­stel­len, daß es doch et­li­che Blog­ge­rIn­nen gibt, die zwar von Mit­tei­lungs­drang be­seelt sind, aber mit der Tech­nik nicht viel am Hut ha­ben und froh sind, sich bei ei­nem der gän­gi­gen Pro­vi­der oh­ne frem­de Hil­fe über­haupt ein vir­tu­el­les Poe­sie­al­bum an­le­gen zu kön­nen: Der In­halt ist letzt­lich doch wich­ti­ger als die Form! Ein­mal ha­be ich al­ler­dings der Che­fin ei­nes von mir gern ge­le­se­nen Blogs (wel­ches lei­der durch das un­aus­ge­go­re­ne De­fault-The­me op­tisch et­was ver­un­stal­tet war) dies­be­züg­li­che Schüt­zen­hil­fe an­ge­bo­ten. Die sie dan­kend an­ge­nom­men hat: So konn­te ich mei­ne Ba­stel­wut und mein Per­fek­ti­ons­stre­ben aus­le­ben und sie hat seit­her ei­ne stim­mig ge­styl­te Platt­form...

    P.S.: Dein Blog ist auch sehr über­sicht­lich ge­stal­tet, mich ir­ri­tiert nur (aus schie­rer Ge­wohn­heit) die Po­si­tio­nie­rung der Sei­ten­lei­ste am lin­ken statt am rech­ten Rand. Ei­ner­seits ist das si­cher vor al­lem Ge­schmacks­sa­che, an­der­seits schrei­ben wir Abend­län­der ja von links nach rechts, was be­deu­tet, daß un­se­re Au­gen links oben zu su­chen und zu le­sen be­gin­nen. Da fin­de ich per­sön­lich, daß das Au­ge schnell den An­fang des neu­esten Ar­ti­kels fin­den soll und nicht die nach­ran­gi­gen Na­vi­ga­ti­ons­ele­men­te (wes­we­gen ich die rechterhand un­ter­brin­ge). Üb­ri­gens ha­be ich das mal spa­ßes­hal­ber um­ge­dreht, kannst es ja auch mal aus­pro­bie­ren und Dei­ne Le­se­rIn­nen um Feed­back bit­ten!

    #6 

  7. Lexikaliker  •  29. Aug. 2010, 9:49 Uhr

    Nicht nur in die­sem Zu­sam­men­hang den­ke ich ger­ne an ei­nen Aus­spruch von An­toi­ne de Saint-Exu­pé­ry: »Per­fek­ti­on ist er­reicht, nicht, wenn sich nichts mehr hin­zu­fü­gen lässt, son­dern, wenn man nichts mehr weg­neh­men kann.«

    Und was die me­dia­le Prä­gung zu ana­lo­gen Zei­ten an­geht: Wir hat­ten we­ni­ger, aber da­von hat­ten wir mehr.

    #7 

  8. waltraut  •  29. Aug. 2010, 18:27 Uhr

    Zo­ne­batt­ler – Ich ge­ste­he, mit ein Grund für mei­ne Be­harr­lich­keit im De­sign ist mei­ne re­la­ti­ve Un­fä­hig­keit, mir die Ge­heimn­nis­se des Lay­out-De­signs nach­hal­tig an­zu­eig­nen. Im Klar­text, ich weiss nicht (mehr) wie man die Sei­ten­lei­ste nach links ma­ni­pu­liert.

    #8 

  9. zonebattler  •  29. Aug. 2010, 20:25 Uhr

    @Lexikaliker:
    Und mit dem, was wir hat­ten, wa­ren wir zu­frie­den!

    @Waltraut:
    Mein ei­ge­nes Blog bei twoday.net (zonebattler’s ho­me­zo­ne 1.0) ha­be ich längst be­er­digt, aber ich er­in­ne­re mich deut­lich, daß man im dor­ti­gen Ma­schi­nen­raum sehr ein­fach und gra­fik­un­ter­stützt zwi­schen di­ver­sen ein- bis drei­spal­ti­gen Lay­outs und de­ren Spal­ten­an­ord­nun­gen aus­wäh­len konn­te. Ich bin mir si­cher, daß auch Du die­se kei­nes­wegs tief ver­steck­ten Ein­stel­lun­gen in we­ni­gen Se­kun­den fin­den wür­dest... ;-)

    #9 

  10. Klaus H.  •  2. Sep. 2010, 20:06 Uhr

    Ich woll­te Dir, zo­ne­batt­ler, nicht auf den Schlips tre­ten. Ich ken­ne Dei­ne Be­weg­grün­de so zu ar­bei­ten und die ha­be ich auch nicht in Fra­ge ge­stellt, eben­so gibt es kei­ne Kri­tik an dei­nen Blogs.
    Es ist aber so, wie auch die Dis­kus­si­on zeigt, das sich The­mes wie­der­ho­len und ein­fachst ge­strickt sind. Das zeigt oft we­nig von des Schrei­bers Per­sön­lich­keit.
    Aus man­geln­den Pro­gram­mier­kennt­nis­sen wird eben nur an den Far­ben ge­spielt. Nach wie vor ist ei­ne Wor­d­Press Sei­te im­mer noch ei­ne über html bzw. php be­schrie­be­ne Sei­te.
    Mei­ne Kri­tik zielt auch nicht auf den pri­va­ten Blo­ger ab, der sich na­tür­lich den ein­fach­sten Weg su­chen darf. Es geht viel­mehr um die vie­len »pro­fes­sio­nell« er­stell­ten Sei­ten. Frü­her wur­de auf ei­nen Wie­der­erken­nungs­wert ge­setzt und ver­sucht des Le­sers Auf­merk­sam­keit zu er­hal­ten. Bei­spiels­wei­se könn­te nordbayern.de auch im CMS je­der Re­gi­on ein ei­ge­nes, aber der Haupt­sei­te ähn­li­ches Lay­out ge­ben. Es ist aber bil­li­ger ein fer­ti­ges The­me zu neh­men, um­zu­fär­ben und da­für das glei­che Geld wie für ei­nen aus­gie­bi­gen Ent­wurf zu ver­lan­gen.

    Na­tür­lich soll­te es ei­nen Ge­stal­tungs­stan­dard ge­ben gab es frü­her aber auch schon. Trotz­dem wur­de über die Ge­stal­tung ei­ner Pa­ge kon­zen­trier­ter nach­ge­dacht, schon al­lein we­gen der nö­ti­gen hand­werk­li­chen Aus­füh­rung. Üb­ri­gens das Me­nü links hat den Vor­teil, das es nicht durch ein zu klei­nes Fen­ster ver­deckt ist. Es kommt eben auf die Wich­tig­keit an, und hier liegt der zo­ne­batt­ler ab­so­lut rich­tig.

    Oh­ne Wor­d­Press und ähn­li­ches wur­de noch ex­pe­ri­men­tiert. Da­bei ka­men auch selt­sa­me Me­nüs raus (als Bei­spiel sie­he die Wort­ku­gel rechts), mit CMS ver­liert sich aber lang­sam die Krea­ti­vi­tät.

    z.B. nutzt kaum je­mand das in­zwi­schen gän­gi­ge Bild­schirm­for­mat 16:9, statt­des­sen gibt es Sei­ten bei dem der Ar­ti­kel links schon en­det, das Me­nüframe rechts aber noch un­end­lich nach un­ten wei­ter führt.

    Das er­schreckend­ste was ich neu­lich ge­se­hen ha­be ist die­se Sei­te: erfolg-als-webmaster.de ( ! nicht se­hens­wert). Die bie­ten ei­nen Crash­kur­se für CMS-Sy­ste­me an und pro­pa­gie­ren das auch noch als qua­li­täts­voll.

    Fa­zit: Je­de In­ter­net­sei­te ist in Wor­d­Press mach­bar, auch be­stehen­de Blogs las­sen sich an­stands­los in ein neu­es De­sign ein­bin­den. Al­so seit krea­tiv, nicht nur in Schrift und Far­be.

    #10 

  11. zonebattler  •  2. Sep. 2010, 20:26 Uhr

    Da ge­he ich d’­ac­cord mit Dir: Hö­he­re Ein­stiegs­hür­den (= min­de­stens ru­di­men­tä­re HTML-Kennt­nis­se) er­for­der­ten frü­her ei­ne in­ten­si­ve­re Aus­ein­an­der­set­zung mit der Ma­te­rie und führ­ten zu aus­ge­präg­ter Ex­pe­ri­men­tier­freu­de bei de­nen, die sich auf das Aben­teu­er ein­lie­ßen. Heut­zu­ta­ge sind wir in­so­fern »wei­ter«, als je­der Hinz und Kunz sich mit we­ni­gen Maus­klicks ein Blog zu­sam­men­zim­mern kann, was zu der von Dir kon­sta­tier­ten Flut von ähn­lich bis iden­tisch aus­se­hen­den Web­sites ge­führt hat. Im pro­fes­sio­nel­len Be­reich mit vie­len Be­nut­zern ei­nes zen­tral ad­mi­ni­strier­ten Con­tent Ma­nage­ment Sy­stems ist die krea­ti­ve Viel­falt auch nicht wirk­lich zu Hau­se, wie man an den Web­sites der über­re­gio­na­len Zei­tun­gen und Ma­ga­zi­ne tat­säch­lich be­ob­ach­ten kann. Die pro­mo­vier­ten Kom­mui­ka­ti­ons­theo­re­ti­ker­schlip­se und die rot­stift­spit­zen­den Con­trol­ler mö­gen da­für zu glei­chen Tei­len ver­ant­wort­lich sein. Und im Zwei­fel wird aus Er­folgs­druck auf »Num­mer si­cher« ge­gan­gen und der Ein­heits­brei dem krea­ti­ven Wag­nis vor­ge­zo­gen...

    Frei­lich: Nicht je­der und je­de muß auf Teu­fel kaum raus krea­tiv sein, wenn die per­sön­li­chen Prio­ri­tä­ten auf den zu kom­mu­ni­zi­ern­den In­hal­ten lie­gen. Da sind wir wie­der beim pri­va­ten Blog­ger, der sich schlicht mit­tei­len will und kei­nen mit Zu­griffs- und Abo­nenn­ten-Sta­ti­sti­ken we­deln­den Chef im Rücken hat.

    Daß man heu­te 16:9er-Bildschirmformate sinn­voll be­die­nen soll­te, mag so sein. Ich per­sön­lich fin­de die Din­ger nur furcht­bar, da ich auf mei­nem Mo­ni­tor in der Re­gel nur ei­ne An­wen­dung zur Zeit se­hen will, und die im Voll­bild-Mo­dus. Ich ha­be den Desk­top auf dem Schirm gern so auf­ge­räumt und über­sicht­lich wie mei­nen rea­len Schreib­tisch, da­her blei­be ich bis ans En­de mei­ner Ta­ge bei 5:4‑Sichtgeräten, die es ja glück­li­cher­wei­se im­mer noch gibt, wenn auch nicht im Con­su­mer-Elek­tro­markt am Stadt­rand...

    #11 

  12. Klaus H.  •  4. Sep. 2010, 9:25 Uhr

    Dein rea­ler Schreib­tisch hat aber auch eher das For­mat 16:9 und doch auch mehr an­ste­hen­de Ar­bei­ten als nur ei­ne auf­lie­gen? :-)

    #12 

  13. Lexikaliker  •  4. Sep. 2010, 10:48 Uhr

    @Klaus H.: Dan­ke für die An­re­gung zu die­ser Dis­kus­si­on!

    Ein ein­fachst ge­strick­tes The­me kann durch­aus von der Per­sön­lich­keit des Schrei­bers zeu­gen. Man­che ent­schei­den sich ganz be­wusst für ei­ne Mi­ni­mal­prä­sen­ta­ti­on, und ich wünsch­te, es gä­be mehr von die­sen.

    Dass nur an den Far­ben ge­spielt wird, liegt nicht im­mer an der man­geln­den Be­reit­schaft, sich Pro­gram­mier­kennt­nis­se zu­zu­le­gen. Man­che wä­ren viel­leicht be­reit (und fä­hig), sich die­se an­zu­eig­nen, wol­len oder müs­sen je­doch an­de­re Prio­ri­tä­ten set­zen. Wer ein­mal in die­se Tie­fen hin­ab­ge­stie­gen ist, weiß vom un­glaub­li­chen Zeit­be­darf ei­nes der­ar­ti­gen Un­ter­fan­gens und den da­für not­wen­di­gen Ab­stri­chen an an­de­ren Stel­len.

    Was den heu­te üb­li­chen Be­griff der Pro­fes­sio­na­li­tät an­geht, so ha­be ich zu­min­dest ich den Ein­druck, als herr­sche das Mot­to »all style, no con­tent« vor. Da wer­den ein paar Buz­zwords wie »full ser­vice«, »In­no­va­ti­on«, »So­lu­ti­on Pro­vi­der«, »Work­flow« und ähn­li­ches zu­sam­men mit Gim­micks in ein Ge­rip­pe ge­na­gelt und fer­tig ist die Web-Prä­senz. Scho­pen­hau­er sag­te mal: »Man be­nut­ze ge­wöhn­li­che Wör­ter und sa­ge un­ge­wöhn­li­che Din­ge«, und wenn man »Wör­ter« um »Me­tho­den« er­gänzt, so hat die­ser Aus­spruch si­cher auch heu­te noch sei­ne Be­rech­ti­gung, ja so­gar sei­ne Not­wen­dig­keit.

    Dass man frü­her über ei­ne Web­site mehr nach­ge­dacht hat, lag an der Zeit, die man sich und dem End­pro­dukt ge­gönnt hat, und das galt nicht nur für Web­sites. Ob Le­bens­mit­tel, Zei­tungs­ar­ti­kel oder tech­ni­sche Pro­duk­te: Dass in im­mer mehr Fäl­len die Qua­li­tät den Bach run­ter­geht, liegt auch dar­an, dass man den Pro­zes­sen nicht mehr die not­wen­di­ge Zeit zu­ge­steht. Man­che Vor­gän­ge be­nö­ti­gen ein­fach ei­ne be­stimm­te Zeit, und die­se lässt sich nicht oh­ne Ver­lu­ste ver­kür­zen.

    Die frü­he­re Ex­pe­ri­men­tier­freu­de war wohl we­ni­ger Kür als Pflicht, denn es gab vie­les noch nicht in fer­ti­ger Form. Hat­te man al­so be­stimm­te Vor­stel­lun­gen, muss­te man sel­ber ran; heu­te reicht in vie­len Fäl­len ei­ne ra­sche Su­che z. B. in ei­nem Plugin-Ver­zeich­nis.

    Das Bild­schirm­for­mat 16:9 mag gän­gig sein, doch über die Fen­ster­grö­ßen, mit der die Be­su­cher die In­hal­te an­schau­en, sagt das nichts aus. Mei­ne Sta­ti­stik ist si­cher al­les an­de­re als re­prä­sen­ta­tiv, doch die Di­men­sio­nen, die da er­fasst wer­den, sind ver­blüf­fend: Knapp die Hälf­te nutzt et­wa 1000 × 700 Pi­xel, und wenn ich al­le per­fekt be­die­nen, al­so den ge­mein­sa­men Nen­ner wäh­len woll­te, müss­te ich mein Lay­out für 580 × 410 op­ti­mie­ren. – Und: Zei­len selbst in der hal­ben Brei­te ei­nes ak­tu­el­len 16:9‑Monitors wä­ren wohl kaum zu­mut­bar.

    Zu Schreib­tisch vs. Mo­ni­tor: Nicht al­les, was hinkt, ist ein Ver­gleich ;-) Mein Schreib­tisch hat z. B. zur­zeit ei­ne im dop­pel­ten Sin­ne nicht zu über­se­hen­de drit­te Di­men­si­on, die mei­nem Mo­ni­tor völ­lig ab­geht (und von letz­te­rem ist mir bis jetzt auch noch nichts her­un­ter­ge­fal­len).

    #13 

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