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zonebattler's homezone 2.1 - Merkwürdiges aus Fürth und der Welt


Freitag, 8. Januar 2010

Mo­der­ne Zei­ten

Emp­feh­lung zum Frei­tag: wohl­for­mu­lier­te Zi­vi­li­sa­ti­ons­kri­tik von Don Al­phon­so.

Mittwoch, 6. Januar 2010

Nach­wuchs­för­de­rung

Ein of­fen­bar aus dem Für­ther Um­land stam­men­der Blog­ger ist frisch auf den Plan ge­tre­ten. Wir wün­schen ihm In­spi­ra­ti­on und Aus­dau­er für sein Un­ter­fan­gen und schicken ihm zur Mo­ti­va­ti­ons­be­feue­rung gern ein Dut­zend Le­se­rIn­nen rü­ber...

Montag, 4. Januar 2010

Tra­di­ti­ons­pfle­ge

Herr Gnu1742 tritt in des zonebattler’s Fuß­stap­fen und rich­tet ein Fo­to-Preis­rät­sel aus. Viel Er­folg dem wacke­ren Un­ter­fan­gen!

Montag, 14. Dezember 2009

Al­te Mei­ster

Als es sich noch lohn­te, hin und wie­der den Fern­se­her ein­zu­schal­ten (al­so vor et­wa 30 Jah­ren), da wur­de das auch da­mals schon über­wie­gend seich­te Meer der Un­ter­hal­tung von Ka­pi­tä­nen wie Hans-Joa­chim Ku­len­kampff, Leicht­ma­tro­sen wie Hans Ro­sen­thal und ei­nem Flie­gen­den Hol­län­der na­mens Ru­di Car­rell be­fah­ren. Et­was ab­seits vom Main­stream schip­per­ten die et­was we­ni­ger be­kann­ten Un­ter­hal­tungs­ka­no­nen durch die ex­pe­ri­men­tier­freu­di­gen Drit­ten Pro­gram­me, von de­nen un­ser­eins hier mit­ten in Bay­ern Fran­ken nur das des ei­ge­nen Bun­des­lan­des emp­fan­gen konn­te.

Zu spä­ter Stun­de gab es im Fern­seh­pro­gramm des Baye­ri­schen Rund­funks frei­lich manch fun­keln­de Per­le zu ent­decken, und ich er­in­ne­re mich auch heu­te noch gern an die un­ver­hoff­ten Be­geg­nun­gen mit zwei ame­ri­ka­ni­schen Co­me­di­ans, die mich höchst nach­hal­tig be­ein­druckt ha­ben und de­nen üb­li­che Eti­ket­tie­run­gen wie »Show­ma­ster«, »En­ter­tai­ner« oder auch die wört­li­che Über­set­zung »Ko­mi­ker« nicht an­nä­hernd ge­recht wer­den. Die Re­de ist von Jack Ben­ny und Er­nie Ko­vacs. [1]

Ei­ner spon­ta­nen Ein­ge­bung fol­gend, ha­be ich vor ei­ni­ger Zeit nach den bei­den mir noch im Hirn her­um­gei­stern­den Na­men ge­goo­gelt und nach der Lek­tü­re di­ver­ser Quel­len beim ame­ri­ka­ni­schen ama­zon-Mut­ter­haus zwei DVD-Edi­tio­nen be­stellt [2], die nach­fol­gend ge­mein­sam vor­ge­stellt wer­den sol­len: »The Best of Jack Ben­ny« und »The Best of Er­nie Ko­vacs«. Nun ist Skep­sis ge­gen­über prot­zi­gen »Best of ...«-Sam­mel­aus­ga­ben ja nur all­zu­oft be­rech­tigt, in die­sen bei­den Fäl­len ‑so­viel sei vor­ab schon ver­ra­ten- ist der über­stra­pa­zier­te Su­per­la­tiv je­doch durch­aus an­ge­bracht!

The Best of Jack Benny The Best of Ernie Kovacs

Fan­gen wir mit Jack Ben­ny an, der in den frü­hen 1950er Jah­ren das Kon­zept sei­ner be­währ­ten Ra­dio-Pro­gram­me höchst er­folg­reich auf die Matt­schei­be über­tra­gen konn­te: In sei­nen Shows ge­währ­te er (schein­bar ech­te) Ein­blicke in sei­ne Ar­beit als TV-Un­ter­hal­ter und in sein Pri­vat­le­ben als Me­di­en-Star. Wäh­rend er sei­ne lau­ni­sche An­mo­de­ra­ti­on und auch den Schluß­mo­no­log stets vor ei­nem ech­ten Pu­bli­kum auf der Büh­ne von sich gab, wa­ren die Se­quen­zen zwi­schen­drin meist auf­wen­dig in­sze­nier­te Stu­dio-Sket­che und of­fen­bar se­pa­rat auf­ge­nom­me­ne Ka­bi­nett­stück­chen. Ei­ne Viel­zahl pro­mi­nen­ter Hol­ly­wood-Grö­ßen wa­ren dar­in als Gast­stars mit von der Par­tie und sich für kei­nen Jux zu scha­de. Die »run­ning gags« (Ben­ny ge­rier­te sich z.B. im­mer wie­der als be­tont gei­zig, gab sein Al­ter über vie­le Jah­re stets un­ver­dros­sen mit 39 an und wuß­te selbst in den ab­sur­de­sten Si­tua­tio­nen sei­nen als Mar­ken­zei­chen be­rühm­ten, re­gungs­lo­sen Ge­sichts­aus­druck zu be­wah­ren) und die Aus­ein­an­der­set­zun­gen mit sei­nem far­bi­gen Fak­to­tum Ro­che­ster sind im­mer wie­der für ei­nen herz­haf­ten La­cher gut. Na­tür­lich ver­steht man als Eu­ro­pä­er ei­ner an­de­ren Ge­ne­ra­ti­on nicht al­le Poin­ten ‑na­ment­lich nicht die mit zeit­spe­zi­fi­schen An­spie­lun­gen oder je­ne mit doch ty­pisch ame­ri­ka­ni­schem Hin­ter­grund- aber was macht das schon? Aus heu­ti­ger Sicht ku­ri­os und nach­ge­ra­de rüh­rend, aber nichts­de­sto­trotz sehr in­ter­es­sant sind die ins Pro­gramm voll in­te­grier­ten, wie­wohl deut­lich ab­ge­setz­ten Wer­be­bot­schaf­ten des je­wei­li­gen Spon­sors (z.B. der Zi­ga­ret­ten­mar­ke »Lucky Strike«).

Jack Ben­nys Spä­ße wa­ren durch­wegs fein und nie ver­let­zend, gleich­wohl po­pu­lär und mas­sen­kom­pa­ti­bel. Der Hu­mor des mit nur 42 Jah­ren töd­lich ver­un­glück­ten Er­nie Ko­vacs hin­ge­gen war sper­ri­ger, sich zu­wei­len schwe­rer er­schlie­ßend, in je­dem Fal­le weit avant­gar­di­sti­scher: Ob er ein Re­vol­ver­du­ell ‑den klas­si­schen We­stern-To­pos schlecht­hin- aus ei­nem hal­ben Dut­zend schrä­ger Per­spek­ti­ven filmt, Spiel­zeug-Af­fen die 1812er-Ou­ver­tü­re von Tschai­kow­sky auf­füh­ren oder ei­ne Bü­ro-Ein­rich­tung mu­si­zie­ren läßt, der ex­pe­ri­men­tier­freu­de Ko­vacs zog al­le Re­gi­ster der da­mals noch in den Kin­der­schu­hen stecken­den TV-Tech­nik. Ein mei­ster­haft um­ge­setz­tes Feu­er­werk der Ideen, und das mei­ste da­von ist heu­te so ori­gi­nell und amü­sant wie vor 50 Jah­ren... [3]

In tech­ni­scher Hin­sicht muß man sich ver­ge­gen­wär­ti­gen, daß es sich bei bei­den Edi­tio­nen um Do­ku­men­te aus der Früh­zeit der Fern­seh­ge­schich­te han­delt, in der ma­gne­ti­sche Bild­auf­zeich­nungs­ver­fah­ren (MAZ) noch nicht ver­brei­tet wa­ren: So sind die frü­hen Jack-Ben­ny-Shows bei­spiels­wei­se im Ki­nescope-Ver­fah­ren auf­ge­zeich­net, sprich mit ei­ner Film­ka­me­ra von ei­nem das Live-Bild zei­gen­den Vi­deo-Mo­ni­tor ab­ge­filmt wor­den. Die tech­ni­sche Gü­te der Schwar­z/­Weiß-Be­wegt­bil­der schwankt da­her zwi­schen grenz­wer­tig sche­men­haft und er­staun­lich klar und kon­trast­reich, der (Mono-)Ton hin­ge­gen klingt durch­wegs ta­del­los. Der Freu­de tut die hi­sto­risch zu nen­nen­de Bild­qua­li­tät in­des nicht den ge­ring­sten Ab­bruch, und an­ge­sichts der ge­ra­de­zu läp­pi­schen Prei­se von $ 8.49 für 4 prall­vol­le Jack Ben­ny-DVDs mit 39 (!) Shows (1260 Mi­nu­ten Spiel­dau­er!) bzw. $ 17.49 für zwei Er­nie Ko­vacs-Schei­ben (mit 320 Mi­nu­ten Pro­gramm) er­schie­ne je­des Her­um­mäkeln als beck­mes­ser­haft:

  Film / In­halt 5 Sterne  
  Bild & Ton 2 Sterne  
  Ex­tras 1 Stern  
  Auf­ma­chung 2 Sterne  
  Ge­samt­ur­teil 5 Sterne  

Ech­te Ex­tras gibt es we­der bei der ei­nen noch bei der an­de­ren Edi­ti­on zu be­klat­schen, aber klar, bei sol­chen An­ti­qui­tä­ten in (mut­maß­li­cher) Klein­auf­la­ge ist kein Bud­get für ein or­dent­li­ches Book­let vor­han­den, von Mit­teln für ei­ne fil­mi­sche Do­ku­men­ta­ti­on gar nicht zu re­den. Selbst auf ein­blend­ba­re Un­ter­ti­tel hofft man ver­ge­bens! Ei­nen ein­sa­men Stern ver­ge­be ich gleich­wohl in die­ser Ka­te­go­rie, weil bei­den Pro­duk­tio­nen oh­ne Re­gio­nal­code ver­öf­fent­licht wur­den und da­mit auch auf un­mo­di­fi­zier­ten DVD-Play­ern über­all auf der Welt wie­der­ge­ge­ben wer­den kön­nen. [4]

Trotz der al­ters­be­ding­ten Män­gel fällt mei­ne Fünf-Ster­ne-Emp­feh­lung ein­deu­tig aus: Was die­se bei­den ge­ni­al zu nen­nen­den Künst­ler den un­säg­li­chen TV-Kas­pern von heu­te vor­aus hat­ten, wird durch ein paar tech­ni­sche Un­zu­läng­lich­kei­ten nicht im Ge­ring­sten ge­trübt!

 
[1] Na­tur­ge­mäß sind die eng­lisch­spra­chi­gen Wi­ki­pe­dia-Ar­ti­kel über Jack Ben­ny und Er­nie Ko­vacs aus­führ­li­cher und er­heb­lich er­gie­bi­ger als ih­re deut­schen Pen­dants. Auf der po­pu­lä­ren Film-Platt­form You­Tube fin­den sich zu­dem vie­le Ori­gi­nal-Bei­spie­le des te­le­vi­sio­nä­ren Schaf­fens so­wohl von Ben­ny als auch von Ko­vacs.

[2] Ein­zeln in den USA be­stell­te DVD-Bo­xen die­ser Preis­la­ge kom­men er­staun­lich schnell hier­zu­lan­de an und ko­sten re­gel­mä­ßig we­der Zoll noch Ein­fuhr-Um­satz­steu­er.

[3] Ei­ner mei­ner per­sön­li­chen Fa­vo­ri­ten ist das af­fi­ge »Nai­ro­bi Trio« ...

[4] Wes­sen Spie­ler oh­ne­hin schon auf »code­free« ge­schal­tet ist, muß sich na­tür­lich so­wie­so kei­ne Ge­dan­ken um mög­li­che Re­strik­tio­nen ma­chen.

Mittwoch, 18. November 2009

Kunst­nasch­werk

Die Cie. Wil­li Dor­ner stopft u.a. Men­schen in Mau­er­rit­zen. Maar­ten Baas baut mensch­li­che Uh­ren wie die »Grand­fa­ther Clock« oder die »Sweepers clock«. Eri­ka Iris Sim­mons fer­tigt Por­traits be­rühm­ter Mu­si­ker aus dem aus al­ten Com­pact-Cas­set­ten ge­zo­ge­nen Band­sa­lat. Liu Bol­in malt Men­schen pas­send zur um­ge­ben­den Sze­ne­rie an und läßt sie da­durch fast ver­schwin­den. Brad Dow­ney for­dert schel­misch un­se­re Seh­ge­wohn­hei­ten her­aus, und im Buch­sta­ben­mu­se­um schließ­lich kom­men nicht nur ein­ge­fleisch­te Ty­po­gra­phie-Fans auf Ih­re Ko­sten. Wohl bekomm’s!

Montag, 9. November 2009

La­chen ist die be­ste Me­di­zin

An­drea Die­ner schreibt in der F.A.Z. über die bi­zar­re Welt der Eso­te­ri­ke­rIn­nen, und wer sich nach der Lek­tü­re nicht scheckig ge­sund ge­lacht hat, ist mit her­kömm­li­chen Mit­teln nicht mehr zu ku­rie­ren...

Sonntag, 18. Oktober 2009

Zu Hö­he­rem be­ru­fen...

...ist of­fen­bar un­ser wer­ter Herr Gnu1742, der schon im drit­ten Bei­trag sei­nes frisch ge­star­te­ten Blogs auf dem Dach­bo­den den Köl­ner Doms an­ge­kom­men ist. Al­le Wet­ter, das läßt für die Zu­kunft doch ei­ni­ges er­war­ten!

Donnerstag, 15. Oktober 2009

Kopf­schuß (1)

passierender Passant von oben
Dienstag, 6. Oktober 2009

Der Herr links, die Da­me rechts

Quer durch al­le Stäm­me und Schich­ten des Vol­kes be­steht Kon­sens, daß nie­mand auf zwei Hoch­zei­ten tan­zen kann, je­den­falls nicht gleich­zei­tig. Dem zone­batt­ler graut in­des schon vor der ei­nen, zu der er am kom­men­den Frei­tag ge­la­den ist: Ein un­ter bi­zar­ren Be­gleit­um­stän­den vor gut 1,5 Jahr­zehn­ten ab­sol­vier­ter Tanz­kurs hat we­nig hin­ter­las­sen, was ihn zu mehr als tanz­bär­ar­ti­gem Tapp­sen be­fä­hi­gen wür­de. Heu­te und mor­gen Abend ste­hen Aus­stel­lungs­er­öff­nun­gen auf dem Pro­gramm, blie­be al­so nur der Don­ners­tag-Abend für ei­nen Crash­kurs. Oder für den Weg zum Crash-Dok­tor, um sich das trä­ge Tanz­bein ent­schul­di­gungs­hal­ber fesch ein­gip­sen zu las­sen!

Mittwoch, 23. September 2009

Papp­ka­me­rad

Fern­seh­gucken tu’ ich ja fast kaum noch, aber dar­über le­sen im­mer wie­der ger­ne!

Montag, 7. September 2009

Hin­ter den Bil­dern

Ei­ne Pre­zio­se, ja ei­ne fun­keln­de Gem­me aus der F.A.Z.: Oba­ma sitzt !

Donnerstag, 27. August 2009

Drei Län­der, zwölf Ta­ge und 1400 Ki­lo­me­ter (6)

Öster­reich ist ein sehr be­schau­li­ches, ja nach­ge­ra­de idyl­li­sches Land von gro­ßer land­schaft­li­cher Schön­heit: Vie­ler­orts do­mi­niert der stil­le Zau­ber der Na­tur über die Be­gleit­erschei­nun­gen der Be­sie­de­lung (resp. Be­su­de­lung) durch den Men­schen. Da­mit das auch wei­ter­hin so bleibt, wer­den die in gro­ßer Zahl ein­strö­men­den Be­su­cher aus al­ler Her­ren Län­der in spe­zi­el­len Tou­ri­sten­ge­he­gen kon­zen­triert ge­sam­melt und si­cher auf­be­wahrt. Wenn man den Frem­den ‑so die da­hin­ter­ste­hen­de Über­le­gung- auf kom­pak­tem Rau­me al­les bie­tet, was sie su­chen und zu fin­den hof­fen, dann ver­scho­nen sie das üb­ri­ge Land mit ih­ren dicken, stin­ken­den Au­tos und ih­ren zu­wei­len auch recht frag­wür­di­gen Um­gangs­for­men...

Ein sol­ches grenz­na­hes Auf­fang­la­ger ist Salz­burg, in wel­ches wir ‑von Nor­den her über Frei­las­sing kom­mend- am frü­hen Mor­gen ein­fie­len. Wie stets in sol­chen Fäl­len lie­ßen wir den Ein­satz­wa­gen in ei­ni­ger Ent­fer­nung vom Zen­trum in ei­ner Wohn­stra­ße ste­hen, um uns per pe­des die Stadt zu er­wan­dern. Dies er­wies sich bald als klu­ger Schach­zug, denn die In­nen­stadt ent­pupp­te sich als rap­pel­vol­ler Schmelz­tie­gel der Na­tio­nen, in dem das Fin­den ei­nes Park­plat­zes (ei­nes ko­sten­lo­sen zu­mal) ein Ding der Un­mög­lich­keit ge­we­sen wä­re!

Reiseführer und Stadtpläne in babylonischer Sprachenvielfalt

An­hand zahl­lo­ser Schlös­ser, Pa­lä­ste und Stadt­vil­len wird dem stau­nen­den Gast aus der Frem­de ex­em­pla­risch vor­ge­führt, was man hier schon zu k.u.k.-Zeiten an ar­chi­tek­to­ni­schen Glanz­lei­stun­gen mit spie­le­ri­scher Leich­tig­keit her­vor­zu­brin­gen ver­moch­te. Rund um die pom­pö­sen Bau­ten lie­gen oft be­mer­kens­wert ge­pfleg­te Park­an­la­gen und Gär­ten: In ho­her Blü­te (!) steht bis heu­te die heh­re Gar­ten­bau­kunst, und al­ler­or­ten hat be­stens ge­schul­tes Fach­per­so­nal ein Au­ge dar­auf, daß die flo­ra­len Ar­ran­ge­ments un­ter dem Be­su­cher­an­strom kei­nen blei­ben­den Scha­den neh­men:

botanisches Einsatzkommando am Schloß Mirabell

Ja, ih­ren gi­gan­ti­schen The­me Park ha­ben die Salz­bur­ger im Griff! Wun­der­li­cher­wei­se läuft der Be­trieb trotz all’ der Leu­te rei­bungs­los und ef­fi­zi­ent, und Aus­wüch­se von Agres­si­on fin­det man al­len­falls bei in Stein ge­haue­nen Ge­stal­ten aus vor­ge­schicht­lich my­tho­lo­gi­schen Zei­ten:

Figurengruppe im Park von Schloß Mirabell

Für Be­su­cher aus au­ßer­eu­ro­päi­schen Ge­fil­den muß das al­les von un­er­hör­ter Exo­tik sein. Was Wun­der al­so, wenn freund­li­che Asia­ten al­ler Al­ters­klas­sen ih­re Ka­me­ras gar nicht mehr aus der Hand le­gen: Oh­ne un­wi­der­leg­ba­re Bild­be­wei­se wür­de man ih­nen da­heim die Schil­de­run­gen aus fe­lix Au­stria ver­mut­lich gar nicht glau­ben und als heil­los über­trie­ben ab­tun!

ein asiatischer Knabe beim Knipsen

In­des, die Wun­der Salz­burgs sämt­lich ab­zu­lich­ten wür­de auch den aus­dau­ernd­sten Fo­to­gra­fen über­for­dern: Nicht um­sonst steht die Alt­stadt auf der Welt­kul­tur­er­be-Li­ste der UNESCO! Der Chro­nist ge­steht frei­lich ein, nach kur­zem, ziel­lo­sen Trei­ben durch die bun­ten La­den­gas­sen erst den Dom und dann di­ver­se Kunst­aus­stel­lun­gen in qua­si­öf­fent­li­chen Ge­bäu­den be­sich­tigt zu ha­ben, um er­stens den Men­schen­mas­sen und spä­ter dann auch dem ein­set­zen­den Re­gen zu ent­flie­hen. Wo Kunst dar­ge­bo­ten wird ‑mo­der­ne zu­mal- da lich­ten sich die Rei­hen schnell, und es wird ei­nem man­che Über­ra­schung zu­teil. Be­son­ders reiz­voll fällt der Kon­trast aus, wenn zeit­ge­nös­si­sche Wer­ke der Bil­den­den Kunst im Kon­text hi­sto­ri­scher Prunk­räu­me zu se­hen sind:

reich verzierte Gewölbedecke

Doch ir­gend­wann hat man ge­nug ge­se­hen und will wie­der nach drau­ßen. Dort frei­lich reg­ne­te es noch im­mer. Das er­wies sich aber un­ver­hofft als glück­li­che Fü­gung, denn beim un­be­schirm­ten Spurt durch die schma­len Gas­sen sa­hen wir plötz­lich, wie un­ter schüt­zen­den Mar­ki­sen die viel­be­sun­ge­ne Spe­zia­li­tät der Stadt ser­viert wur­de: Salz­bur­ger Nockerl ! Al­so nichts wie hin­ein in die gast­li­che Stät­te und ei­ne Por­ti­on für zwei in Auf­trag ge­ge­ben. Die lecke­re Süß­spei­se wird stets frisch zu­be­rei­tet und kam ge­ra­de zur rech­ten Zeit, be­vor die Vor­freu­de in War­te­frust um­schlug...

Salzburger Nockerl, gemundet habend

Wie man sieht, war des zonebattler’s Hun­ger grö­ßer als sein Drang zur bild­li­chen Do­ku­men­ta­ti­on. Im­mer­hin ist er­kenn­bar, daß es vor­treff­lich ge­mun­det hat­te! [1]

Nach dem Es­sen war der Dau­er­re­gen noch nicht ganz vor­bei, aber doch auf ein ei­ni­ger­ma­ßen er­träg­li­ches Maß zu­rück­ge­gan­gen. Lei­der fand ich rund um die Gold­gas­se das mir aus fer­nen Kind­heits­ta­gen er­in­ner­li­che »Gol­de­ne Dachl« nicht wie­der, aber das war vor al­lem dem spä­ter nach­re­cher­chier­ten Um­stand ge­schul­det, daß die­ses seit je­her in Inns­bruck be­reit­ge­hal­ten wird. Tja.

Ein städ­ti­scher Bus brach­te uns schließ­lich wie­der hin­auf nach Lie­fe­ring, wo un­ser bra­ves Ve­hi­kel ge­dul­dig auf uns ge­war­tet hat­te. Nach ei­nem kur­zen Tank­stopp ging es dann wie­der zu­rück nach Bay­ern mit Kurs Bad Rei­chen­hall, wo­von in der näch­sten Fol­ge zu be­rich­ten sein wird...

 
[1] Die rie­sig er­schei­nen­den Nockerl sind zwar letzt­lich sät­ti­gend, aber doch im We­sent­li­chen aus hei­ßer Luft be­stehend. Das macht die ge­zucker­ten Ber­ge aus Ei­schaum be­zwing­bar...

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