Empfehlung zum Freitag: wohlformulierte Zivilisationskritik von Don Alphonso.
Empfehlung zum Freitag: wohlformulierte Zivilisationskritik von Don Alphonso.
Abgelegt in: Empfehlungen • 8. Jan. 2010, 14:20 Uhr • Diskussion eröffnen
Ein offenbar aus dem Fürther Umland stammender Blogger ist frisch auf den Plan getreten. Wir wünschen ihm Inspiration und Ausdauer für sein Unterfangen und schicken ihm zur Motivationsbefeuerung gern ein Dutzend LeserInnen rüber...
Abgelegt in: Empfehlungen • 6. Jan. 2010, 20:44 Uhr • Diskussion eröffnen
Herr Gnu1742 tritt in des zonebattler’s Fußstapfen und richtet ein Foto-Preisrätsel aus. Viel Erfolg dem wackeren Unterfangen!
Abgelegt in: Spurensuchen • 4. Jan. 2010, 14:43 Uhr • 3 Kommentare lesen
Als es sich noch lohnte, hin und wieder den Fernseher einzuschalten (also vor etwa 30 Jahren), da wurde das auch damals schon überwiegend seichte Meer der Unterhaltung von Kapitänen wie Hans-Joachim Kulenkampff, Leichtmatrosen wie Hans Rosenthal und einem Fliegenden Holländer namens Rudi Carrell befahren. Etwas abseits vom Mainstream schipperten die etwas weniger bekannten Unterhaltungskanonen durch die experimentierfreudigen Dritten Programme, von denen unsereins hier mitten in Bayern Franken nur das des eigenen Bundeslandes empfangen konnte.
Zu später Stunde gab es im Fernsehprogramm des Bayerischen Rundfunks freilich manch funkelnde Perle zu entdecken, und ich erinnere mich auch heute noch gern an die unverhofften Begegnungen mit zwei amerikanischen Comedians, die mich höchst nachhaltig beeindruckt haben und denen übliche Etikettierungen wie »Showmaster«, »Entertainer« oder auch die wörtliche Übersetzung »Komiker« nicht annähernd gerecht werden. Die Rede ist von Jack Benny und Ernie Kovacs. [1]
Einer spontanen Eingebung folgend, habe ich vor einiger Zeit nach den beiden mir noch im Hirn herumgeisternden Namen gegoogelt und nach der Lektüre diverser Quellen beim amerikanischen amazon-Mutterhaus zwei DVD-Editionen bestellt [2], die nachfolgend gemeinsam vorgestellt werden sollen: »The Best of Jack Benny« und »The Best of Ernie Kovacs«. Nun ist Skepsis gegenüber protzigen »Best of ...«-Sammelausgaben ja nur allzuoft berechtigt, in diesen beiden Fällen ‑soviel sei vorab schon verraten- ist der überstrapazierte Superlativ jedoch durchaus angebracht!
Fangen wir mit Jack Benny an, der in den frühen 1950er Jahren das Konzept seiner bewährten Radio-Programme höchst erfolgreich auf die Mattscheibe übertragen konnte: In seinen Shows gewährte er (scheinbar echte) Einblicke in seine Arbeit als TV-Unterhalter und in sein Privatleben als Medien-Star. Während er seine launische Anmoderation und auch den Schlußmonolog stets vor einem echten Publikum auf der Bühne von sich gab, waren die Sequenzen zwischendrin meist aufwendig inszenierte Studio-Sketche und offenbar separat aufgenommene Kabinettstückchen. Eine Vielzahl prominenter Hollywood-Größen waren darin als Gaststars mit von der Partie und sich für keinen Jux zu schade. Die »running gags« (Benny gerierte sich z.B. immer wieder als betont geizig, gab sein Alter über viele Jahre stets unverdrossen mit 39 an und wußte selbst in den absurdesten Situationen seinen als Markenzeichen berühmten, regungslosen Gesichtsausdruck zu bewahren) und die Auseinandersetzungen mit seinem farbigen Faktotum Rochester sind immer wieder für einen herzhaften Lacher gut. Natürlich versteht man als Europäer einer anderen Generation nicht alle Pointen ‑namentlich nicht die mit zeitspezifischen Anspielungen oder jene mit doch typisch amerikanischem Hintergrund- aber was macht das schon? Aus heutiger Sicht kurios und nachgerade rührend, aber nichtsdestotrotz sehr interessant sind die ins Programm voll integrierten, wiewohl deutlich abgesetzten Werbebotschaften des jeweiligen Sponsors (z.B. der Zigarettenmarke »Lucky Strike«).
Jack Bennys Späße waren durchwegs fein und nie verletzend, gleichwohl populär und massenkompatibel. Der Humor des mit nur 42 Jahren tödlich verunglückten Ernie Kovacs hingegen war sperriger, sich zuweilen schwerer erschließend, in jedem Falle weit avantgardistischer: Ob er ein Revolverduell ‑den klassischen Western-Topos schlechthin- aus einem halben Dutzend schräger Perspektiven filmt, Spielzeug-Affen die 1812er-Ouvertüre von Tschaikowsky aufführen oder eine Büro-Einrichtung musizieren läßt, der experimentierfreude Kovacs zog alle Register der damals noch in den Kinderschuhen steckenden TV-Technik. Ein meisterhaft umgesetztes Feuerwerk der Ideen, und das meiste davon ist heute so originell und amüsant wie vor 50 Jahren... [3]
In technischer Hinsicht muß man sich vergegenwärtigen, daß es sich bei beiden Editionen um Dokumente aus der Frühzeit der Fernsehgeschichte handelt, in der magnetische Bildaufzeichnungsverfahren (MAZ) noch nicht verbreitet waren: So sind die frühen Jack-Benny-Shows beispielsweise im Kinescope-Verfahren aufgezeichnet, sprich mit einer Filmkamera von einem das Live-Bild zeigenden Video-Monitor abgefilmt worden. Die technische Güte der Schwarz/Weiß-Bewegtbilder schwankt daher zwischen grenzwertig schemenhaft und erstaunlich klar und kontrastreich, der (Mono-)Ton hingegen klingt durchwegs tadellos. Der Freude tut die historisch zu nennende Bildqualität indes nicht den geringsten Abbruch, und angesichts der geradezu läppischen Preise von $ 8.49 für 4 prallvolle Jack Benny-DVDs mit 39 (!) Shows (1260 Minuten Spieldauer!) bzw. $ 17.49 für zwei Ernie Kovacs-Scheiben (mit 320 Minuten Programm) erschiene jedes Herummäkeln als beckmesserhaft:
| Film / Inhalt | |||
| Bild & Ton | |||
| Extras | |||
| Aufmachung | |||
| Gesamturteil |
Echte Extras gibt es weder bei der einen noch bei der anderen Edition zu beklatschen, aber klar, bei solchen Antiquitäten in (mutmaßlicher) Kleinauflage ist kein Budget für ein ordentliches Booklet vorhanden, von Mitteln für eine filmische Dokumentation gar nicht zu reden. Selbst auf einblendbare Untertitel hofft man vergebens! Einen einsamen Stern vergebe ich gleichwohl in dieser Kategorie, weil beiden Produktionen ohne Regionalcode veröffentlicht wurden und damit auch auf unmodifizierten DVD-Playern überall auf der Welt wiedergegeben werden können. [4]
Trotz der altersbedingten Mängel fällt meine Fünf-Sterne-Empfehlung eindeutig aus: Was diese beiden genial zu nennenden Künstler den unsäglichen TV-Kaspern von heute voraus hatten, wird durch ein paar technische Unzulänglichkeiten nicht im Geringsten getrübt!
[1] Naturgemäß sind die englischsprachigen Wikipedia-Artikel über Jack Benny und Ernie Kovacs ausführlicher und erheblich ergiebiger als ihre deutschen Pendants. Auf der populären Film-Plattform YouTube finden sich zudem viele Original-Beispiele des televisionären Schaffens sowohl von Benny als auch von Kovacs.
[2] Einzeln in den USA bestellte DVD-Boxen dieser Preislage kommen erstaunlich schnell hierzulande an und kosten regelmäßig weder Zoll noch Einfuhr-Umsatzsteuer.
[3] Einer meiner persönlichen Favoriten ist das affige »Nairobi Trio« ...
[4] Wessen Spieler ohnehin schon auf »codefree« geschaltet ist, muß sich natürlich sowieso keine Gedanken um mögliche Restriktionen machen.
Abgelegt in: Rezensionen • 14. Dez. 2009, 22:19 Uhr • 3 Kommentare lesen
Die Cie. Willi Dorner stopft u.a. Menschen in Mauerritzen. Maarten Baas baut menschliche Uhren wie die »Grandfather Clock« oder die »Sweepers clock«. Erika Iris Simmons fertigt Portraits berühmter Musiker aus dem aus alten Compact-Cassetten gezogenen Bandsalat. Liu Bolin malt Menschen passend zur umgebenden Szenerie an und läßt sie dadurch fast verschwinden. Brad Downey fordert schelmisch unsere Sehgewohnheiten heraus, und im Buchstabenmuseum schließlich kommen nicht nur eingefleischte Typographie-Fans auf Ihre Kosten. Wohl bekomm’s!
Abgelegt in: Kulturelles • 18. Nov. 2009, 21:23 Uhr • 2 Kommentare lesen
Andrea Diener schreibt in der F.A.Z. über die bizarre Welt der EsoterikerInnen, und wer sich nach der Lektüre nicht scheckig gesund gelacht hat, ist mit herkömmlichen Mitteln nicht mehr zu kurieren...
Abgelegt in: Ansichtssachen • 9. Nov. 2009, 15:07 Uhr • 2 Kommentare lesen
...ist offenbar unser werter Herr Gnu1742, der schon im dritten Beitrag seines frisch gestarteten Blogs auf dem Dachboden den Kölner Doms angekommen ist. Alle Wetter, das läßt für die Zukunft doch einiges erwarten!
Abgelegt in: Empfehlungen • 18. Okt. 2009, 6:22 Uhr • Diskussion eröffnen
Abgelegt in: Kurioses • 15. Okt. 2009, 6:49 Uhr • 4 Kommentare lesen
Quer durch alle Stämme und Schichten des Volkes besteht Konsens, daß niemand auf zwei Hochzeiten tanzen kann, jedenfalls nicht gleichzeitig. Dem zonebattler graut indes schon vor der einen, zu der er am kommenden Freitag geladen ist: Ein unter bizarren Begleitumständen vor gut 1,5 Jahrzehnten absolvierter Tanzkurs hat wenig hinterlassen, was ihn zu mehr als tanzbärartigem Tappsen befähigen würde. Heute und morgen Abend stehen Ausstellungseröffnungen auf dem Programm, bliebe also nur der Donnerstag-Abend für einen Crashkurs. Oder für den Weg zum Crash-Doktor, um sich das träge Tanzbein entschuldigungshalber fesch eingipsen zu lassen!
Abgelegt in: Alltagsleben • 6. Okt. 2009, 18:33 Uhr • 6 Kommentare lesen
Fernsehgucken tu’ ich ja fast kaum noch, aber darüber lesen immer wieder gerne!
Abgelegt in: Kurioses • 23. Sep. 2009, 8:16 Uhr • 9 Kommentare lesen
Eine Preziose, ja eine funkelnde Gemme aus der F.A.Z.: Obama sitzt !
Abgelegt in: Empfehlungen • 7. Sep. 2009, 7:17 Uhr • 1 Kommentar lesen
Österreich ist ein sehr beschauliches, ja nachgerade idyllisches Land von großer landschaftlicher Schönheit: Vielerorts dominiert der stille Zauber der Natur über die Begleiterscheinungen der Besiedelung (resp. Besudelung) durch den Menschen. Damit das auch weiterhin so bleibt, werden die in großer Zahl einströmenden Besucher aus aller Herren Länder in speziellen Touristengehegen konzentriert gesammelt und sicher aufbewahrt. Wenn man den Fremden ‑so die dahinterstehende Überlegung- auf kompaktem Raume alles bietet, was sie suchen und zu finden hoffen, dann verschonen sie das übrige Land mit ihren dicken, stinkenden Autos und ihren zuweilen auch recht fragwürdigen Umgangsformen...
Ein solches grenznahes Auffanglager ist Salzburg, in welches wir ‑von Norden her über Freilassing kommend- am frühen Morgen einfielen. Wie stets in solchen Fällen ließen wir den Einsatzwagen in einiger Entfernung vom Zentrum in einer Wohnstraße stehen, um uns per pedes die Stadt zu erwandern. Dies erwies sich bald als kluger Schachzug, denn die Innenstadt entpuppte sich als rappelvoller Schmelztiegel der Nationen, in dem das Finden eines Parkplatzes (eines kostenlosen zumal) ein Ding der Unmöglichkeit gewesen wäre!
Anhand zahlloser Schlösser, Paläste und Stadtvillen wird dem staunenden Gast aus der Fremde exemplarisch vorgeführt, was man hier schon zu k.u.k.-Zeiten an architektonischen Glanzleistungen mit spielerischer Leichtigkeit hervorzubringen vermochte. Rund um die pompösen Bauten liegen oft bemerkenswert gepflegte Parkanlagen und Gärten: In hoher Blüte (!) steht bis heute die hehre Gartenbaukunst, und allerorten hat bestens geschultes Fachpersonal ein Auge darauf, daß die floralen Arrangements unter dem Besucheranstrom keinen bleibenden Schaden nehmen:
Ja, ihren gigantischen Theme Park haben die Salzburger im Griff! Wunderlicherweise läuft der Betrieb trotz all’ der Leute reibungslos und effizient, und Auswüchse von Agression findet man allenfalls bei in Stein gehauenen Gestalten aus vorgeschichtlich mythologischen Zeiten:
Für Besucher aus außereuropäischen Gefilden muß das alles von unerhörter Exotik sein. Was Wunder also, wenn freundliche Asiaten aller Altersklassen ihre Kameras gar nicht mehr aus der Hand legen: Ohne unwiderlegbare Bildbeweise würde man ihnen daheim die Schilderungen aus felix Austria vermutlich gar nicht glauben und als heillos übertrieben abtun!
Indes, die Wunder Salzburgs sämtlich abzulichten würde auch den ausdauerndsten Fotografen überfordern: Nicht umsonst steht die Altstadt auf der Weltkulturerbe-Liste der UNESCO! Der Chronist gesteht freilich ein, nach kurzem, ziellosen Treiben durch die bunten Ladengassen erst den Dom und dann diverse Kunstausstellungen in quasiöffentlichen Gebäuden besichtigt zu haben, um erstens den Menschenmassen und später dann auch dem einsetzenden Regen zu entfliehen. Wo Kunst dargeboten wird ‑moderne zumal- da lichten sich die Reihen schnell, und es wird einem manche Überraschung zuteil. Besonders reizvoll fällt der Kontrast aus, wenn zeitgenössische Werke der Bildenden Kunst im Kontext historischer Prunkräume zu sehen sind:
Doch irgendwann hat man genug gesehen und will wieder nach draußen. Dort freilich regnete es noch immer. Das erwies sich aber unverhofft als glückliche Fügung, denn beim unbeschirmten Spurt durch die schmalen Gassen sahen wir plötzlich, wie unter schützenden Markisen die vielbesungene Spezialität der Stadt serviert wurde: Salzburger Nockerl ! Also nichts wie hinein in die gastliche Stätte und eine Portion für zwei in Auftrag gegeben. Die leckere Süßspeise wird stets frisch zubereitet und kam gerade zur rechten Zeit, bevor die Vorfreude in Wartefrust umschlug...
Wie man sieht, war des zonebattler’s Hunger größer als sein Drang zur bildlichen Dokumentation. Immerhin ist erkennbar, daß es vortrefflich gemundet hatte! [1]
Nach dem Essen war der Dauerregen noch nicht ganz vorbei, aber doch auf ein einigermaßen erträgliches Maß zurückgegangen. Leider fand ich rund um die Goldgasse das mir aus fernen Kindheitstagen erinnerliche »Goldene Dachl« nicht wieder, aber das war vor allem dem später nachrecherchierten Umstand geschuldet, daß dieses seit jeher in Innsbruck bereitgehalten wird. Tja.
Ein städtischer Bus brachte uns schließlich wieder hinauf nach Liefering, wo unser braves Vehikel geduldig auf uns gewartet hatte. Nach einem kurzen Tankstopp ging es dann wieder zurück nach Bayern mit Kurs Bad Reichenhall, wovon in der nächsten Folge zu berichten sein wird...
[1] Die riesig erscheinenden Nockerl sind zwar letztlich sättigend, aber doch im Wesentlichen aus heißer Luft bestehend. Das macht die gezuckerten Berge aus Eischaum bezwingbar...
Abgelegt in: Expeditionen • 27. Aug. 2009, 21:51 Uhr • Diskussion eröffnen
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