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zonebattler's homezone 2.1 - Merkwürdiges aus Fürth und der Welt


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Vor­sicht, Kat­zen­quä­ler!

Mit die­sem rei­ße­ri­schen Ti­tel buh­len die an­son­sten eher be­schau­li­chen Nürn­ber­ger Nach­rich­ten in der heu­ti­gen Wo­chen­end­bei­la­ge um die Auf­merk­sam­keit des leicht em­pör­ba­ren Bil­dungs­bür­ger­tums, um dann in ei­nem el­len­lan­gen Ar­ti­kel Angst vor dem In­ter­net und dia­bo­li­schen Blog­gern wie dem zo­ne­batt­ler zu schü­ren. Na­tür­lich ver­brei­ten sich dum­me La­tri­nen­pa­ro­len und wir­re Ver­schwö­rungs­theo­ri­en heut­zu­ta­ge schnel­ler denn je, aber die ein­sei­ti­ge Stim­mungs- und Mei­nungs­ma­che die­ses Ar­ti­kels er­scheint mir als nicht we­ni­ger du­bi­os:

Ei­ne Zei­tungs­en­te ist schnell ge­schlach­tet – Rich­tig­stel­lung ge­nügt. Im www wer­den Falsch­mel­dun­gen sel­ten kor­ri­giert. Im Ge­gen­teil. Mit dem Al­ter wächst oft ih­re Pro­mi­nenz.

Da klingt doch klar durch, was die Zei­tung und ih­re Re­dak­teu­rin wirk­lich um­treibt: Angst vor der un­lieb­sa­men Kon­kur­renz pri­va­ter Schrei­ber­lin­ge, die aus Lust und Freu­de an der Sa­che ar­bei­ten, kei­ne Rück­sicht auf An­zei­gen­kun­den neh­men müs­sen und durch ih­re un­kon­ven­tio­nel­len und krea­ti­ven Ex­pe­ri­men­te die Auf­merk­sam­keit der Le­se­rIn­nen von den be­hä­bi­gen Print­me­di­en in nen­nens­wer­tem Ma­ße ab­zie­hen!

Die plat­te Sot­ti­se scheib­chen­wei­se zu ana­ly­sie­ren und zu kom­men­tie­ren er­spa­re ich mir, und zwar nicht (nur) aus Grün­den der Faul­heit: Wer sich der­ma­ßen pla­ka­tiv ein­sei­tig und dün­kel­haft pau­schal über ein Me­di­um ver­brei­tet, macht sich ge­nau so lä­cher­lich wie ei­ner, der Bahn­hofs­ki­os­ke ver­bie­ten woll­te, weil da un­term Tre­sen auch Por­no­hef­te vor­ge­hal­ten wer­den...

  1. Dr. Alexander Mayer  •  25. Nov. 2006, 19:12 Uhr

    Der Ar­ti­kel in den NN malt schwarz-weiß, man fühlt rich­tig die Angst vor der dy­na­mi­sche­ren Ge­gen­öf­fent­lich­keit mit­schwin­gen.

    #1 

  2. zonebattler  •  25. Nov. 2006, 21:00 Uhr

    Angst war al­ler­dings...

    ...noch nie ein gu­ter Rat­ge­ber. Ich mei­ne, ich ver­ste­he na­tür­lich so­wohl die Angst vor Kon­troll­ver­lust als auch die Furcht vor ei­ner »In­for­ma­ti­ons­an­ar­chie«, in der das alt­her­ge­brach­te Mo­no­pol der Jour­na­li­sten­ka­ste auf In­for­ma­ti­ons-samm­lung, -auf­be­rei­tung und -wie­der­ga­be nach dem Top-Down-Prin­zip de fac­to nicht mehr exi­stiert. Nur: Der Geist ist längst aus der Fla­sche, den stopft doch kei­ner mehr rein! Hier hilft nur die Flucht nach vor­ne...

    Frei­lich funk­tio­niert das jetzt durch eta­blier­te Ver­la­ge ver­zwei­felt aus­pro­bier­te, in­sti­tu­tio­na­li­sier­te Blog­gen auch nicht wie er­hofft: Wer mag schon von oben an­ge­ord­ne­te Pseu­do-Krea­ti­vi­täts­er­güs­se le­sen? Das schreckt Stamm­le­ser eher ab, statt sie ans Blatt zu bin­den. Und ob das Ein­be­zie­hen der Massen (Stich­wort »Bür­ger­jour­na­lis­mus«, der neu­este Hit) ein trag­fä­hi­ges Ge­schäfts­mo­dell sein kann, hat auch noch kei­ner be­wie­sen...

    Aber das al­les soll nicht mei­ne Sor­ge sein, ich muß glück­li­cher­wei­se nicht vom Schrei­ben le­ben. Gleich­wohl: Das Schlecht­schrei­ben un­auf­halt­ba­rer Me­ga­trends durch ge­schmäck­le­ri­sches Her­aus­picken der Ne­ga­tiv-Be­gleit­erschei­nun­gen er­scheint mir als die ab­so­lut dümm­ste al­ler mög­li­chen Ant­wor­ten auf die Her­aus­for­de­run­gen durch die neu­en Me­di­en!

    #2 

  3. adonis  •  25. Nov. 2006, 22:03 Uhr

    vor­sicht kat­zen­quä­ler

    ich emp­feh­le je­dem le­ser die­ses ar­ti­kels -und ich wer­de das auch der lie­ben Frau Scher­fen­berg schrei­ben- die be­grif­fe « In­ter­net »,»Web­log« etc. -al­so al­les was sie da so in die Pfan­ne haut- z.B. durch die Be­grif­fe »Bild­zei­tung« »Re­gen­bo­gen­pres­se« ger­ne auch »NN« – zu ersetzen.Es er­gibt sich ein er­staun­lich rea­li­sti­sches Spie­gel­bild un­se­rer Pres­se­land­schaft. Nur dass die sich teu­er be­zah­len läßt und nach wie vor nach dem prin­zip ar­bei­tet: ge­rüch­te groß in die welt set­zen (da­mit sie je­der gut le­sen kann), dann bei Be­darf klein und un­schein­bar de­men­tie­ren, nach dem mot­to: auch wenns in die welt ge­lo­gen wur­de, et­was da­von bleibt im­mer hängen.Und ‚lie­be Frau Scher­fen­berg, auch das mit dem Kat­zen­quä­len er­fah­ren die mei­sten Le­ser nicht übers in­ter­net, son­dern erst über ih­ren Ar­ti­kel.

    #3 

  4. nachtschwester  •  26. Nov. 2006, 0:14 Uhr

    Man muss auch end­lich öf­fent­li­che Toi­let­ten ver­bie­ten, we­gen der Klo­wän­de, an de­nen manch­mal häss­li­che Sa­chen ste­hen.

    Sol­che An­grif­fe von Nicht-Usern und Print-Tra­di­tio­na­li­sten ge­gen Web 2,0 hat­ten wir ja schon, aber die­ser ent­hält so vie­le sach­li­che Feh­ler, dass man sich fragt, ob das ei­ne Prak­ti­kan­tin ver­fasst hat. Denn von Re­cher­che kann da kei­ne Re­de sein. Ein gu­tes Bei­spiel da­für, wie sich aus Halb- oder Vier­tel­wis­sen von ganz al­lei­ne Ver­schwö­rungs­theo­ri­en stricken.

    #4 

  5. MM  •  26. Nov. 2006, 9:21 Uhr

    Der Ar­ti­kel ist furcht­bar. Ich war ver­sucht, an die Zei­tung zu schrei­ben, aber ich will mei­ne Zeit nicht da­mit ver­geu­den. Ein un­wich­ti­ges aber ty­pi­sches De­tail: das Her­bei­zi­tie­ren von fal­schen Er­klä­run­gen der eng­li­schen Spra­che. Ei­ne Zei­tungs­en­te ist nicht »ho­ax«, son­dern »ca­na­rd«. »Ho­ax« ist viel all­ge­mei­ner. Hat die Da­men nicht snopes.com zi­tiert, wo man die­se Ge­rüch­te so gut nach­prü­fen kann.
    Der Zo­ne­batt­ler zeigt hier üb­ri­gens wie­der sei­ne be­ein­drucken­de Kennt­nis der Zu­stän­de bei der Bahn.

    #5 

  6. zonebattler  •  26. Nov. 2006, 12:52 Uhr

    Da muß ich mei­ner­seits klar­stel­len...

    ...daß Bahn­hofs­ki­os­ke nur da­hin­ge­hend was mit der Bahn zu tun ha­ben, als sie in de­ren Emp­fangs­ge­bäu­den (die frei­lich oft gar nicht mehr der Bahn, son­dern In­ve­sto­ren ge­hö­ren), Ge­schäfts­räu­me ge­pach­tet ha­ben. Daß dort frag­wür­di­ge Druckerzeug­nis­se [1] feil­ge­bo­ten wer­den, ist al­so nicht der DB an­zu­la­sten.

     
    [1] wo­mit hier aus­drück­lich nicht die Nürn­ber­ger Nach­rich­ten und de­ren Schwe­ster­blät­ter ge­meint sein sol­len: Die sind ja so harm­los grund­an­stän­dig, daß man je­der­zeit un­be­se­hen sei­ne eBay-Ver­käu­fe dar­in ein­wickeln kann...

    #6 

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