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zonebattler's homezone 2.1 - Merkwürdiges aus Fürth und der Welt


« Grün­strei­fen (1) 1000 Grün­de, Fürth zu lie­ben (46) »

Künst­ler, Ko­pie­rer, Kin­der­schän­der

Wie­der ein­mal kann, nein muß ich zwei Ar­ti­kel aus TELEPOLIS emp­feh­len. Bei­de ha­ben auf den er­sten Blick we­nig ge­mein, dre­hen sich aber letzt­lich doch um den ge­mein­sa­men Nen­ner Recht, Un­recht und Un­rechts­be­wußt­sein:

»Oh­ne Dei­ne Fans… da bi­ste gar nichts«

»Ge­ne­ral­ver­dacht ge­gen al­le Kre­dit­kar­ten­be­sit­zer«

Sehr be­denk­li­che Ent­wick­lun­gen, das!

  1. RJWeb  •  16. Jan. 2007, 21:49 Uhr

    Letzt­lich ist ...

    ... doch das Ehr­ge­fühl und die Mo­ral des Ein­zel­nen ge­fragt, oh­ne die ein Ge­mein­we­sen nicht funk­tio­nie­ren kann und wird, oder ?

    Zu al­len Zei­ten gab es die Men­schen, die ger­ne ko­sten­los zu et­was kom­men woll­ten, was an­de­re sau­er er­ar­bei­tet ha­ben, und die Be­spit­ze­lung war auch schon im­mer wie­der mal in Mo­de. Aber hur­ra, wir le­ben noch, und ich kann mich je­den Tag da­für ent­schei­den, ei­nem Künst­ler durch den An­kauf sei­nes Wer­kes oder den Kauf ei­ner Ein­tritts­kar­te sei­nen sau­ren Ver­dienst zu­kom­men zu las­sen, bzw. im In­ter­net auf das Trei­ben halb­sei­de­ner Ge­schäf­te mit Kre­dit­kar­te ver­zich­ten. Und bzgl. Be­spit­ze­lung sind die Ge­nos­sen Kol­le­gen aus den so­zia­li­sti­schen Bru­der­län­dern Bei­tritts­län­dern noch ganz an­de­re Sit­ten ge­wohnt ge­we­sen.

    Was ei­nem na­tür­lich nicht ganz al­le Sor­gen nimmt ...

    #1 

  2. Juebe  •  17. Jan. 2007, 17:28 Uhr

    Co­py­right re­spek­tie­ren

    Bei vie­len Nut­zern fehlt völ­lig das Be­wußt­sein, dass auch gei­sti­ge und künst­le­ri­sche Er­ar­bei­tung Ar­beit dar­stel­len.
    Ich ha­be das in den letz­ten Jah­ren im­mer wie­der er­lebt. Wenn ich ei­nen neu­en Stadt­rund­gang an­ge­bo­ten ha­be, wa­ren so­fort Leu­te da, die den Rund­gang mit­schrei­ben und sel­ber an­bie­ten woll­ten. Es gab dann gro­ße Ent­rü­stung, wenn ich mich ge­gen der­er­lei Prak­ti­ken ver­wahrt ha­be. Es gab fast kei­nen Schwach­sinn, der den Leu­ten nicht ein­ge­fal­len wä­re bis hin, daß ich doch froh sein müs­se, wenn die­ses ach so wich­ti­ge The­ma un­ter die Men­schen ge­bracht wür­de.

    Fin­de ich auch. Nur macht es ei­nen Un­ter­schied, ob Leu­te sich sel­ber das ach so wich­ti­ge The­ma er­ar­bei­ten, an dem meh­re­re hun­dert Stun­den Re­cher­che stecken, die erst ein­mal ja nicht be­zahlt wird, oder ob man so eben mal zum Ab­kup­fern kommt.

    Bei man­chen – de­nen, die mit ver­steck­ten Auf­nah­me­ge­rä­ten ar­bei­ten – ist we­nig­stens noch ein Rest von Un­rechts­be­wußt­sein vor­han­den.

    #2 

  3. Hory  •  17. Jan. 2007, 21:03 Uhr

    Co­py­right & Co.

    Ge­ra­de im Hei­se / TELEPOLIS – Fo­rum pral­len in Sa­chen Co­py­right ex­tre­me Mei­nun­gen an­ein­an­der. Die Mas­se brennt eben ein­fach ab und zu mal ei­ne CD und läd Mu­sik run­ter, in­ter­es­siert sich da­für gar nicht oder wur­de von der zu­recht um­strit­te­nen Pro­pa­gan­da der Kon­zer­ne (»co­py kills mu­sic« oder »fa­mi­ly vorm knast singt für pa­pi«) zum Geg­ner der Pri­vat­ko­pie.

    Da­bei soll­te auch be­ach­tet wer­den, dass
    1. rück­läu­fi­ge Ver­käu­fe von Ma­xi-CDs (Al­ben und Sam­pler lau­fen wei­ter­hin gut) und Kas­set­ten (ja, die gibt es noch) auch dar­an lie­gen kön­nen, dass die an­vi­sier­te Ziel­grup­pe seit­dem es CD-Bren­ner mit je­dem Su­per­markt-Rech­ner gibt auch nicht rei­cher ge­wor­den ist und ge­ra­de bei jun­gen Kun­den DVDs und Spie­le, vor al­lem aber auch das Han­dy Geld ko­stet und vie­len wich­ti­ger ist als ir­gend­ein Song, der oh­ne­hin drei­mal täg­lich im Du­del­funk und fünf­mal im Mu­sik­fern­se­hen zu se­hen ist.
    2. das Ver­fol­gen von als »Raub­ko­pie­rern« kri­mi­na­li­sier­ten Down­loa­dern ei­ne ab­so­lut men­schen­ver­ach­ten­de Pra­xis ist, der auch die mei­sten »ehr­li­chen« CD-Käu­fer we­nig Ver­ständ­nis ent­ge­gen brin­gen.
    3. Ei­ne In­du­strie, die mit sol­chen Me­tho­den ver­sucht mehr Ge­win­ne zu er­zie­len, ih­re Über­flüs­sig­keit schon er­kannt hat und den Rechts­weg miss­braucht um an ihr ver­meint­li­ches Recht zu kom­men.
    Vier­tens gibt es im­mer noch je­de Men­ge Bands und Künst­ler, die es schaf­fen ei­ne Men­ge CDs zu ver­kau­fen OBWOHL Wo­chen vor Ver­kaufs­start das Werk in per­fek­ter Qua­li­tät in Tausch­bör­sen ver­füg­bar ist. Wor­an mag das wohl lie­gen? Und war­um ver­kauft sich an­de­res eben nicht: An­ge­bot und Nach­fra­ge, da­mit muss je­der In­du­strie­zweig kämp­fen. Und man­che schei­tern halt. Zum Bei­spiel (lei­der) Grun­dig. Das muss ganz ähn­lich ge­we­sen sein, da­mals. Man baut die toll­sten Ge­rä­te und die Leu­te kau­fen Schrott aus Fern­ost. Das ist be­kannt­lich im­mer schlim­mer ge­wor­den.

    Beim der­zei­ti­gen Ver­hal­ten der 4–5 gro­ßen Mu­sik­kon­zer­ne wä­re de­ren bal­di­ges En­de das be­ste für die Be­völ­ke­rung. Und kei­ne Ban­ge, gu­te Mu­sik wird es da­nach erst recht ge­ben, so vie­le Ar­beits­plät­ze hän­gen auch nicht dran.

    Gu­ten Abend noch ,

    h0rY

    #3 

  4. RJWeb  •  17. Jan. 2007, 23:07 Uhr

    Mei­ne na­he­zu vol­le Zu­stim­mung ...

    ... nur dass das Recht der Rech­te­inha­ber nicht ver­meint­lich ist, son­dern oh­ne Ge­sichts­ver­lust nur schwer zu er­lan­gen, und da­mit tak­ti­sche Sie­ge auf dem Rechts­we­ge zu stra­te­gi­schen Nie­der­la­gen beim rech­ten Um­satz füh­ren kön­nen.

    ... und dass ich bzgl. GRUNDIG und Fern­ost (be­zo­gen auf ja­pa­ni­sche Mar­ken) aus heu­ti­ger Sicht die ge­gen­tei­li­ge Zu­ord­nung des Be­grif­fes Schrott wäh­len wür­de ... aus ei­ge­ner reich­hal­ti­ger Er­fah­rung meh­re­rer Jahr­zehn­te. Die Grun­dig-Ge­rä­te an sich wa­ren im Neu­zu­stand schon al­le toll ... lei­der wur­den sie nur all­zu­bald von al­ler­lei Zip­per­lein be­fal­len !

    Aber das ge­hört si­cher nicht hier­her ... nix für un­gut ... nicht schla­gen, Mas­sa Für­then­sis !

    #4 

  5. Hory  •  17. Jan. 2007, 23:27 Uhr

    Er­gän­zung

    Das »ver­meint­li­che Recht« war auf die Kon­zer­ne be­zo­gen – nicht aber auf die In­ter­pre­ten selbst. In mei­nen Au­gen ist es ein Un­ding, dass dem Künst­ler durch Kne­bel­ver­trä­ge sein gei­sti­ges Ei­gen­tum na­he­zu le­bens­lang ent­zo­gen wer­den kann. Für ne hand­voll Krö­ten, so­zu­sa­gen. Und das Ge­schäft ma­chen an­de­re. Ich ken­ne ein paar Mu­si­ker u.a. aus dem Trance/Techno und Hard­rock Gen­re, Te­nor ist: »wir freu­en uns wenn Leu­te zu den Kon­zer­ten und Auf­trit­ten kom­men, an den CDs ver­die­nen wir nichts.«

    Und was GRUNDIG be­trifft, die Zicken ken­ne ich nur zu gut, aber die Ge­rä­te vor ca. 1990 sind echt noch so ge­baut, dass man da als Hob­by­bast­ler viel wie­der rich­ten kann.

    #5 

  6. RJWeb  •  17. Jan. 2007, 23:52 Uhr

    Ja in der Tat ...

    ... kann man da als Hob­by­bast­ler viel rich­ten ... und un­ser zo­ne­batt­ler lässt uns ja auf die­sen Sei­ten an sei­nem rei­chen Er­fah­rungs­schatz aus­gie­big teil­ha­ben ... nur sind der ein­ge­bau­ten Feh­ler­quel­len halt Le­gi­on ! Es ist al­ler­dings nicht all­zu schwer, ih­nen auf den Grundig zu ge­hen (fi­nanz­in­ten­si­ve Aus­nah­me : Vi­deo­re­cor­der ... da beißt man sich leicht die Hob­by­zäh­ne aus !).

    #6 

  7. zonebattler  •  18. Jan. 2007, 6:59 Uhr

    Von da an ging’s berg­ab

    Ähn­lich wie in der Ka­me­rab­ran­che hat auch in der Un­ter­hal­tungs­elek­tro­nik der Un­ter­gang der gro­ßen hei­mi­schen Mar­ken mit qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­gen Kon­kur­renz­pro­duk­ten aus Ja­pan be­gon­nen, wo man es recht gut ver­stand, eu­ro­päi­sche Tra­di­ti­on mit fern­öst­li­cher In­no­va­ti­on zu kom­bi­nie­ren und die Er­geb­nis­se zu at­trak­ti­ven Prei­sen an­zu­bie­ten. GRUNDIG & Co., die tat­säch­lich bis in die Mit­te der 1980er Jah­re her­vor­ra­gen­de Ge­rä­te (und na­tür­lich auch Bil­lig­plun­der) an­bo­ten, ha­ben sich dann auf Preis­kämp­fe ein­ge­las­sen, bei de­nen sie lang­fri­stig nur ver­lie­ren konn­ten, zu­mal die einst le­gen­dä­re Qua­li­tät schnell nur noch ver­blas­sen­de Er­in­ne­rung war.

    Daß bei der heut­zu­ta­ge herr­schen­den Ex-und-Hopp-Men­ta­li­tät Lang­le­big­keit und ge­die­ge­ne Ver­ar­bei­tung nur noch ein »Min­der­hei­ten­pro­blem« zu sein schei­nen, steht auf ei­nem an­de­ren Blatt...

    #7 

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