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zonebattler's homezone 2.1 - Merkwürdiges aus Fürth und der Welt


« Kunst­wo­chen­en­de vor­aus! Wenn ich was zu sa­gen hät­te... »

Der Lud­wig-Do­nau-Main-Ka­nal

Lan­ge be­vor der gi­gan­to­ma­ni­sche Rhein-Main-Do­nau-Ka­nal mit ei­ni­ger Bru­ta­li­tät durch die frän­kisch-baye­ri­sche Land­schaft ge­gra­ben wur­de, gab es ei­nen Vor­läu­fer, der die na­tür­li­che Um­ge­bung ver­gleichs­wei­se un­an­ge­ta­stet ließ: den Lud­wig-Do­nau-Main-Ka­nal, oft mit Lud­wig­ka­nal ab­ge­kürzt. Die­se Was­ser­stra­ße ver­band schon in der er­sten Hälf­te des 19. Jahr­hun­derts Do­nau und Main und da­mit letzt­lich Nord­see und Schwar­zes Meer.

Kanalschleuse

Mit ex­akt 100 Schleu­sen (al­le­samt mit mensch­li­cher Mus­kel­kraft be­dient) wur­den die nicht un­be­trächt­li­chen Hö­hen­un­ter­schie­de zwi­schen Kel­heim an der Do­nau her­auf zur Schei­tel­hal­tung bei Neu­markt (Ober­pfalz) und von dort wie­der hin­un­ter nach Bam­berg am Main über­wun­den. Die al­ten Schleu­sen­wär­ter­häu­ser sind wie die Schleu­sen selbst in Teil­ab­schnit­ten süd­lich von Nürn­berg noch er­hal­ten.

Kilometerstein

Zwi­schen Nürn­berg und Er­lan­gen (und da­mit auch in Fürth) gibt es so gut wie kei­ne Re­lik­te mehr zu se­hen, denn auf der Strecken­füh­rung des Ka­nals liegt heu­te der »Fran­ken­schnell­weg« (A73). In Er­lan­gen er­in­nert noch das Ka­nal­denk­mal un­mit­tel­bar ne­ben der Au­to­bahn am Burg­berg an je­nes Mei­ster­stück der In­ge­nieurs­kunst, in Nürn­berg kann man tat­säch­lich noch er­ah­nen, daß in der Sen­ke am En­de des Fran­ken­schnell­we­ges (an der Kreu­zung zur Ro­then­bur­ger Stra­ße) der­mal­einst das Ha­fen­becken lag. In Fürth frei­lich gibt es nur­mehr ei­nen höchst un­auf­fäl­li­gen »Zeit­zeu­gen«, näm­lich den oben ab­ge­bil­de­ten Ki­lo­me­ter­stein: Der steht -um ei­ni­ge Me­ter an­ge­ho­ben- un­mit­tel­bar an der Pop­pen­reu­ther Brücke über die A73. Dort gibt es kaum Fuß­gän­ger, und die we­nig­sten Au­to­fah­rer wer­den den ver­wit­ter­ten Säu­len­stumpf über­haupt als et­was Be­son­de­res wahr­neh­men...

Vie­le wei­te­re In­for­ma­tio­nen und vor al­lem sehr stim­mungs­vol­le Bil­der fin­den sich in

Hans Grü­ners Ka­nal-Home­page
 
so­wie auf
 
Ger­hard Wil­helms Ka­nal­sei­ten

Am al­ten Ka­nal läßt es sich vor­treff­lich wan­dern, ra­deln oder jog­gen, und die in­te­rer­es­san­ten tech­ni­schen Ar­te­fak­te sind im Wort­sin­ne leicht zu be­grei­fen. Ein Be­such lohnt al­so in je­dem Fall (und zu je­der Jah­res­zeit)!

  1. zonebattler  •  20. Feb. 2006, 19:46 Uhr

    Das Eis ist heiß...

    ...je­den­falls sieht es be­mer­kens­wert aus, wenn im Win­ter am al­ten Ka­nal das Was­ser über die Kan­te ei­nes zu­ge­mau­er­ten Schleu­sen­beckens plät­schert und friert:

    Am Schleusenrand im Winter

    Das leicht be­weg­te Was­ser ver­hin­dert näm­lich zu­nächst ein­mal die Bil­dung ei­ner ge­schlos­se­nen Eis­decke, und es er­gibt sich ein gra­fisch reiz­vol­ler »Flicken­tep­pich« aus un­re­gel­mä­ßig ge­form­ten Eis­plätt­chen...

    #1 

  2. zonebattler  •  5. Okt. 2012, 11:17 Uhr

    Die­ser Ta­ge ist mir auf­ge­fal­len, daß der im zwei­ten Fo­to mei­nes Ar­ti­kels ge­zeig­te Ki­lo­me­ter­stein ver­schwun­den ist. An­ge­sichts sei­nes Ge­wich­tes ist von ei­ner il­le­ga­len Trans­lo­zie­rung im Rah­men ei­nes Bu­ben­stücks nicht un­be­dingt aus­zu­ge­hen, doch wer soll­te den Mo­no­li­then of­fi­zi­el­ler­seits ver­setzt ha­ben und war­um? Der rät­sel­ha­fe Akt kann oh­ne wei­te­res schon Mo­na­te, wenn nicht Jah­re zu­rück­lie­gen, denn an die­ser Ecke Fürths kom­me ich nur sehr sel­ten vor­bei. Viel­leicht wird uns letzt­lich Auf­klä­rung aus der Le­ser­schaft zu­teil?

    #2 

  3. zonebattler  •  6. Okt. 2012, 6:29 Uhr

    Des Rät­sels trau­ri­ge Lö­sung kam per Mail vom Stadt­hei­mat­pfle­ger, der da schrieb: »Der Stein wur­de um­ge­fah­ren, von städ­ti­schen Ar­bei­tern auf der Bö­schung zum Ka­vier­lein ab­ge­legt und von dort ist der dann ver­schwun­den, ein­fach weg, wie es halt so geht in Fürth.« Tja. Mö­ge der Mo­no­lith dem un­recht­mä­ßi­gen Be­sit­zer Un­glück brin­gen!

    #3 

  4. zonebattler  •  7. Okt. 2012, 23:06 Uhr

    Die Sa­che hat mir kei­ne Ru­he ge­las­sen, da­her bin ich heu­te nach­mit­tag quer durch die Färd­der Kärwa zum »Tat­ort« ge­tappt, nicht oh­ne un­ter­wegs ei­nen or­dent­lich ge­knob­lauch­ten, ge­kä­sten, ge­sauer­rahm­ten und ge­sal­ze­nen Lán­gos am­bu­lant zu ver­til­gen. Mo­ti­viert war mei­ne Orts­be­ge­hung durch die Über­le­gung, daß der um­ge­leg­te Ki­lo­me­ter­stein da­mals viel­leicht nur durch Bu­ben­hand die Bö­schung her­un­ter­ge­schubst wor­den sein, im­mer noch ir­gend­wo im Dickicht des Ka­vier­leins lie­gen und sei­ner Wie­der­ent­deckung durch mich har­ren könn­te...

    Hier zur Ver­deut­li­chung der räum­li­chen Si­tua­ti­on ein vo­gel­per­spek­ti­vi­sches Luft­bild mit dem von mir mar­kier­ten Stand­ort des zum Auf­nah­me­zeit­punkt noch auf­recht ste­hend an­we­sen­den Stei­nes:

    Luftbild Nr. 1, unbekanntes Aufnahmedatum

    Für die hier vorgesehene(n) Abbildung(en) konn­ten nicht al­le even­tu­ell tan­gier­ten Li­zenz- und/oder Ur­he­ber­rechts­fra­gen mit letz­ter Ge­wiß­heit ge­klärt wer­den, wes­halb auf ei­ne kennt­li­che Dar­stel­lung lei­der ver­zich­tet wer­den muß.

    Bei mei­nem in­ten­siv-in­ve­sti­ga­ti­ven Kon­troll­gang fand ich vor Ort links und rechts der Stra­ße zwei lee­re Fan­ta-Do­sen (mit je 0,25 EUR Pflicht­pfand be­legt) so­wie ei­nen to­ten Hund im Zu­stand fort­ge­schrit­te­ner Ver­we­sung. Vom Ki­lo­me­ter­stein in­des kei­ne Spur. Was im Nach­hin­ein nicht ver­wun­dert, denn mei­ne Er­mitt­lun­gen kom­men um Jah­re zu spät. Hier sieht man den Stein und sei­nen lan­gen Schat­ten im Luft­bild vom 19.03.2006:

    Luftbild Nr. 2, aufgenommen am 13.03.2006

    Für die hier vorgesehene(n) Abbildung(en) konn­ten nicht al­le even­tu­ell tan­gier­ten Li­zenz- und/oder Ur­he­ber­rechts­fra­gen mit letz­ter Ge­wiß­heit ge­klärt wer­den, wes­halb auf ei­ne kennt­li­che Dar­stel­lung lei­der ver­zich­tet wer­den muß.

    Und hier ist er dann schon weg, das Fo­to ist da­tiert auf den 01.01.2009, was ich auf­grund der üp­pig grü­nen Ve­ge­ta­ti­on aber nicht wirk­lich glau­be, so weit sind wir mit dem Kli­ma­wan­del nun doch noch nicht:

    Luftbild Nr. 3, aufgenommen angeblich am 01.01.2009

    Für die hier vorgesehene(n) Abbildung(en) konn­ten nicht al­le even­tu­ell tan­gier­ten Li­zenz- und/oder Ur­he­ber­rechts­fra­gen mit letz­ter Ge­wiß­heit ge­klärt wer­den, wes­halb auf ei­ne kennt­li­che Dar­stel­lung lei­der ver­zich­tet wer­den muß.

    Fehl­da­tie­rung hin, Wu­seln durchs Ge­büsch her: Der dicke Brum­mer ist weg und bleibt das wohl auch, bis den dia­bo­li­schen Dieb die Reue packt und er den Stein des Nachts vor dem Stadt­mu­se­um aus­setzt. Was mit Hil­fe ei­nes La­sters und vier bis sechs durch­trai­nier­ter Kraft­mei­er pro­blem­los zu schaf­fen sein soll­te...

    #4 

  5. Alexander Mayer  •  19. Dez. 2012, 21:13 Uhr

    Der Stein hat sich wie­der gefunden,wird re­no­viert und an ei­ner we­ni­ger ex­po­nier­ten Stel­le auf­ge­stellt, so­gar ei­ne klei­ne Ge­denk-oder Er­klä­rungs­ta­fel soll da­zu kom­men. Even­tu­ell gibt es dem­nächst ei­nen Ar­ti­kel in den FN. Er­go: End­lich mal ´ne gu­te Nach­richt...

    #5 

  6. zonebattler  •  20. Dez. 2012, 6:54 Uhr

    Wie ich ge­stern er­fah­ren ha­be, hat­te der »Dorf­ver­schö­ne­rungs­ver­ein Pop­pen­reuth« den ver­un­fall­ten Stein zur Re­stau­rie­rung ge­bor­gen. Was of­fi­zi­el­ler­seits frei­lich nie­mand ge­wußt zu ha­ben scheint. Aber egal, der Stein ist nicht ver­schol­len und soll dem Ver­neh­men nach auf der an­de­ren Sei­te des Fran­ken­schnell­wegs bald wie­der auf­ge­stellt wer­den. Den man im glei­chen Auf­wasch still­le­gen, rück­bau­en und durch ei­ne Re­kon­struk­ti­on des al­ten Ka­nals er­set­zen soll­te. Dann könn­te man auch wie­der am Wo­chen­en­de mit ei­nem »Schlag­rahm­damp­fer« zum Gast­haus We­igel fah­ren...

    #6 

  7. zonebattler  •  8. Jan. 2013, 11:23 Uhr

    Pres­se­spie­gel: »Ram­po­nier­te Er­in­ne­rung an Lud­wigs­ka­nal« (FN)

    #7 

  8. zonebattler  •  30. Mrz. 2013, 7:15 Uhr

    Pres­se­spie­gel: »Zeu­ge der al­ten Was­ser­stra­ße« (FN)

    #8 

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