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zonebattler's homezone 2.1 - Merkwürdiges aus Fürth und der Welt


« Ab­schied vom »ab­ge­klär­ten Dich­ter« So­zia­ler Woh­nungs­bau »

Für­ther Was­ser­fest­spie­le 2006

Ei­ner der er­sten Bei­trä­ge in die­sem Web­log be­faß­te sich An­fang Sep­tem­ber letz­ten Jah­res mit ei­nem recht spek­ta­ku­lä­ren Was­ser­rohr­buch an der na­hen Kreu­zung Ama­li­en­stra­ße / Karl­stra­ße. In der Ge­schich­te der Mensch­heit hat sich schon vie­les wie­der­holt, heu­te eben auch die Teil-Flu­tung der Für­ther Süd­stadt...

Die Rand­um­stän­de ent­beh­ren nicht ei­ner ge­wis­sen sur­rea­len Fär­bung: Wir woll­ten die Ge­le­gen­heit nut­zen, wäh­rend des FIFA™ Fuß­ball™ Welt­mei­ster­schaft™ 2006™ Vier­tel­fi­nal-Spie­les™ zwi­schen Deutsch­land™ und Ar­gen­ti­ni­en™ auf weit­ge­hend men­schen­lee­ren Stra­ßen durch und um die Stadt lie­gera­deln zu kön­nen. Lei­der ka­men wir nicht so zei­tig in die Gän­ge wie er­hofft, aber egal, es schien ja noch ge­nug Zeit zu sein. Ich wuch­te al­so un­se­re hal­be Tret­boot-Flot­te auf die Stra­ße, da se­he ich es auch schon im fla­chen Son­nen­licht an der Ecke aus dem Bo­den spru­deln. Und spru­deln. Und spru­deln.

Just in dem Mo­ment, als ich an der Kreu­zung ste­he und (of­fen­bar als er­ster) das fröh­lich plät­schern­de Naß ent­decke, da er­hebt sich kol­lek­ti­ver Ju­bel aus al­len Fen­stern, die Na­tio­nal­hy­me flu­tet aus al­len Rich­tun­gen in be­acht­li­cher Laut­stär­ke her­an und gibt dem Was­ser­spiel ei­nen An­flug von er­ha­be­ner Grö­ße:

Wasserrohrbruch

Nach ei­ner fei­er­li­chen Ge­denk­mi­nu­te dann aber hur­tig das Han­dy ge­zückt und den Stö­rungs­dienst der in­fra (wei­land Stadt­wer­ke ge­hei­ßen) an­ge­ru­fen, da­bei ge­gen das all­ge­gen­wär­ti­ge Ju­bel­ge­kräch­ze exta­ti­scher Fuß­ball-Jün­ger an­ge­schrien. Der Mann am Te­le­fon möch­te wohl ger­ne mit­ju­beln, ver­spricht aber vor­her die so­for­ti­ge Ent­sen­dung ei­nes Stö­rungs­trupps. Ich ma­che es mir am Ort des Ge­sche­hens auf mei­nem Radl be­quem und har­re der Din­ge. Es wird nicht lang­wei­lig, da sich peu à peu die hal­be Nach­bar­schaft ein­fin­det und das Er­eig­nis po­pu­lär­gut­ach­ter­lich zu wür­di­gen be­ginnt...

Wel­che ha­ben die Po­li­zei alar­miert, ein mei­nes Er­ach­tens un­nö­ti­ger Zug, denn hier gibt es nie­man­den ding­fest zu ma­chen, und dem Was­ser Hand­schel­len an­zu­le­gen wird wohl nie­mand ernst­haft pro­bie­ren wol­len. Im­mer­hin, die Strei­fe ist schnel­ler da als der in­fra-Trupp. Das Duo aus Po­li­zist und Po­li­zi­stin sieht ein, hier nicht zu­stän­dig zu sein, nimmt aber der Voll­stän­dig­keit hal­ber mei­ne Per­so­na­li­en auf. Ich schla­ge dem Wacht­mei­ster vor, die sich deut­lich ab­zeich­nen­de Asphalt­beu­le in der Kreu­zungs­mit­te mit sei­ner 9 mm-Dienst­waf­fe pro­fes­sio­nell zu punk­tie­ren, um den dar­un­ter be­stehen­den Über­druck in Form schö­ner Fon­tä­nen stil­voll ent­wei­chen zu las­sen. Lei­der wird mein Vor­schlag ab­schlä­gig be­schie­den, die Ab­prall-Ei­gen­schaf­ten des Pro­jek­tils auf dem Stra­ßen­be­lag wä­ren un­kal­ku­lier­bar, fer­ner der Pa­pier­kram zum Nach­weis der Mu­ni­ti­ons­ver­wen­dung und zur Be­an­tra­gung neu­er Pa­tro­nen im­mens. Na mei­net­hal­ben, ir­gend­wie ver­ständ­lich. Aber schön wä­re es ge­we­sen!

Auf­tritt vier Mann von der in­fra, teils mit ge­heim­nis­vol­lem Ge­rät aus­ge­rü­stet. Plä­ne wer­den ent­fal­tet, Schacht­deckel frei­ge­klopft, Ul­tra­schall-Son­den ver­senkt, Schie­ber zu- und wie­der auf­ge­dreht. Das Was­ser strömt lu­stig wei­ter, hat in­zwi­schen die Asphalt­decke groß­zü­gig un­ter­spült und ei­ne neue Land­zun­ge aus Sand auf­ge­wor­fen.

Wasserrohrbruch

Die Her­ren Ent­stö­rer fin­den letzt­lich den rich­ti­gen Schie­ber, der blub­bern­de Quell wird schwä­cher, bis er end­lich ver­siegt. Die ver­sam­mel­te Nach­bar­schaft be­sinnt sich nach und nach wie­der der ei­ge­nen Af­fä­ren und ver­läßt ein­zeln oder grüpp­chen­wei­se den Schau­platz: Das Spek­ta­kel hat ein (vor­läu­fi­ges) En­de. Auch wir bre­chen nun end­lich (mit reich­li­cher Ver­spä­tung) zu un­se­rer abend­li­chen Rad­tour auf, steu­ern spon­tan Be­kann­te an, die wir tat­säch­lich auch an­tref­fen und mit de­nen wir dann ein net­tes Stünd­chen ver­quas­seln...

Bei un­se­rer Rück­kunft im Dunk­len ist die Karl­stra­ße schon zur Ama­li­en­stra­ße hin ab­ge­rie­gelt. Wenn ich das mor­gen früh ab­lich­te, wird es nicht viel an­ders aus­se­hen als im letz­ten Sep­tem­ber: Auch dies­mal wer­den wir wohl für ei­ni­ge Wo­chen in den Ge­nuß ei­ner tem­po­rär ver­kehrs­be­ru­hig­ten Sack­gas­se kom­men. Su­per! Viel­leicht or­ga­ni­sie­ren wir dies­mal wirk­lich ein Nach­bar­schafts­fest auf der Stra­ße?!

Ich bin ja mal ge­spannt, wie es wei­ter geht. Vor al­lem hof­fe ich et­was zur Scha­dens­ur­sa­che zu er­fah­ren, denn ge­nau an die­ser Stel­le sind ja erst vor we­ni­gen Mo­na­ten um­fang­rei­che Re­pa­ra­tur­ar­bei­ten vor­ge­nom­men wor­den! Selbst­re­dend wer­de ich in den Kom­men­ta­ren zu die­sem Bei­trag über den wei­te­ren Her­gang be­rich­ten...

Diskussion

  1. zonebattler  •  1. Jul. 2006, 6:52 Uhr

    Wie sich die Bil­der glei­chen...

    Der we­sent­li­che Un­ter­schied liegt wohl dar­in, daß Ger­hard Schrö­der (wer war das) nicht mehr wäh­ler­stim­men­hei­schend auf die Sze­ne­rie her­nie­der­schaut...

    Baustelle
     
    9. Sep. 2005
     
     
    Baustelle
     
    1. Jul. 2006

    Die zwei­te Ab­wei­chung be­steht in der Tem­po 30-Zo­ne, die es da­mals noch nicht gab. Ak­tu­ell gilt bis auf wei­te­res Tem­po Null!

    #1 

  2. blue sky  •  1. Jul. 2006, 13:47 Uhr

    Ich fin­de ja im­mer die­se Play­mo­bil-Ab­sper­run­gen lu­stig, die sich wohl mitt­ler­wei­le durch­ge­setzt ha­ben.

    #2 

  3. zonebattler  •  1. Jul. 2006, 16:42 Uhr

    Sie sa­gen es...

    ...und wie’s der Zu­fall will, steht un­se­re In­nen­stadt der­zeit voll da­von ! ;-)

    #3 

  4. zonebattler  •  4. Jul. 2006, 10:27 Uhr

    Ord­nung muß sein

    Über die blitz­schnel­le Re­ak­ti­ons­zeit der Für­ther Äm­ter ha­be ich mich an an­de­rer Stel­le (und aus an­de­rem An­laß) schon ein­mal hoch er­freut ge­zeigt. Auch heu­te wie­der er­hielt ich bin­nen we­ni­ger Stun­den auf mei­ne An­fra­ge hin­sicht­lich der Mög­lich­kei­ten ei­nes Stra­ßen­fe­stes ei­ne kla­re und kom­pe­ten­te Ant­wort:

    Sehr ge­ehr­ter Herr Sten­zel,
     
    lt. dem An­trag der Fir­ma lau­fen die Ar­bei­ten bis 07.07.2006. Bis da­hin ist die Karl­stra­ße auch wei­ter­hin ei­ne Sack­gas­se, die nur von der Ka­ro­li­nen­stra­ße zu­gäng­lich ist. Ob evtl. ei­ne Ver­län­ge­rung der Sper­rung not­wen­dig ist, teilt die Fir­ma im­mer kurz­fri­stig der Stra­ßen­ver­kehrs­be­hör­de mit.
     
    Für die Durch­füh­rung ei­ner Ver­an­stal­tung auf öf­fentl. Grund ist ei­ne Er­laub­nis nach ect; 29 Abs. 2 StVO bei der zu­stän­di­gen Stra­ßen­ver­kehrs­be­hör­de min­dest. 2 Wo­chen vor­her zu be­an­tra­gen.
     
    In dem ge­nann­ten Zeit­raum muss ei­ne An­hö­rung an Po­li­zei, Feu­er­wehr, Ord­nungs­amt usw. statt­fin­den und nach Stel­lung­nah­me der je­wei­li­gen Be­hör­den wer­den die Auf­la­gen in ei­nem Er­laub­nis­be­scheid an den Ver­an­stal­ter mit­ge­teilt.
     
    Soll­te die Ver­an­stal­tung an ei­nem Wo­chen­en­de statt­fin­den, müss­te die Karl­stra­ße er­neut ge­sperrt wer­den.
     
    Die Ko­sten für die Ab­sper­rung müss­te der Ver­an­stal­ter über­neh­men.
     
    Bei evtl. Rück­fra­gen ste­hen wir Ih­nen je­der­zeit zur Ver­fü­gung.
    v
    Mit freund­li­chen Grü­ßen
    I. A.
    (Na­me Sach­be­ar­bei­ter)
     
    S t a d t F ü r t h
    Stra­ßen­ver­kehrs­amt
    Tel. (0911) 974‑2253
    Fax. (0911) 974‑2244

    So weit, so gut. Mach­bar ist es al­so, und jetzt war­ten wir halt mal ab, was wird. Ich rech­ne schon da­mit, daß die Bau­stel­le (und da­mit die Stra­ßen­sper­re) über meh­re­re Wo­chen Be­stand ha­ben wird, eben so wie da­mals im letz­ten Sep­tem­ber. Da lie­ße sich ein bun­ter Sams­tag-Nach­mit­tag auf der Stra­ße gut or­ga­ni­sie­ren und recht­zei­tig bei den Be­hör­den be­an­tra­gen...

    Es wä­re nett, wenn sich ein paar Nach­barn am lo­gi­sti­schen Drum­her­um be­tei­li­gen wür­den. Wer von den Mit­le­sen­den wä­re wohl be­reit da­zu?

    #4 

  5. zonebattler  •  4. Jul. 2006, 18:04 Uhr

    Zu früh ge­freut?!

    Wäh­rend un­ser­eins heu­te in Nürn­berg sei­ne Bam­ber­ger Bröt­chen ver­dien­te, kam ein Bau­trupp und bud­del­te sich mit Hil­fe schwe­ren Ge­räts zur Schad­stel­le vor. Zum Vor­schein ka­men of­fen­bar drei dicht ne­ben­ein­an­der lie­gen­de Lö­cher in ei­ner Haupt­lei­tung, die mit ei­ner mas­si­ven Man­schet­te am­bu­lant ab­ge­dich­tet wer­den konn­ten. Herr Nie­borg aus der Ama­li­en­stra­ße sprang dem ab­we­sen­den zo­ne­batt­ler bei und mach­te ein schö­nes Fo­to der sol­cher­art ge­flick­ten Schad­stel­le:

    Rohrmanschette

    Da­mit steht die­se Lecka­ge nun doch nicht in ir­gend­ei­nem Zu­sam­men­hang mit dem Rohr­bruch vom Sep­tem­ber letz­ten Jah­res nur we­ni­ge Me­ter ne­ben­an. Er­staun­lich! Als ich ge­gen 17:00 Uhr nach Hau­se kam, war ein Ar­bei­ter be­reits da­bei, die wie­der ver­füll­te Ar­beits­stel­le mit dem Rütt­ler zu ni­vel­lie­ren:

    Baustelle

    Tja, was heißt das nun? Zum ei­nen ver­mut­lich, daß die Sper­rung der Karl­stra­ße wohl bald wie­der auf­ge­ho­ben wer­den kann und das avi­sier­te Stra­ßen­fest da­mit ins Was­ser fällt, pa­ra­do­xer­wei­se we­gen der nun­mehr wie­der dich­ten Lei­tung. Zwei­tens aber, daß ich den net­ten Herrn Nie­borg von ne­ben­an in den Rang ei­nes Hilfs-Chro­ni­sten (oh­ne Dienst­be­zü­ge) be­för­de­re: Oh­ne ihn könn­te ich die ge­lun­ge­ne Ope­ra­ti­on hier nicht so ein­drucks­voll im Bil­de vor­zei­gen!

    Ob ich mich nach­her wäh­rend des heu­ti­gen WM-Halb­fi­nal­spie­les Deutsch­land : Ita­li­en mit der Ka­me­ra un­ten an die Kreu­zung set­zen soll­te? Viel­leicht gibt’s ja er­neut ein kol­lek­ti­ves Über­schnap­pen, daß sich die Bal­ken bie­gen (und die Roh­re bre­chen)! ;-)

    #5 

  6. zonebattler  •  13. Jul. 2006, 22:47 Uhr

    Aus der Traum!

    Don­ners­tag, 13. Ju­li: Stra­ße ge­flickt, Sper­ren ab­ge­baut, Ver­kehr rollt wie­der. Tja.

    #6 

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