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zonebattler's homezone 2.1 - Merkwürdiges aus Fürth und der Welt


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Die Über­ra­schungs­in­sel (7)

Wie in der vor­he­ri­gen Fol­ge an­ge­kün­digt, gibt es dies­mal über­wie­gend al­ler­lei Zwei- und Vier­bei­ner von hin­ten zu se­hen. Nicht, daß ich es ex­pli­zit drauf an­ge­legt hät­te, nein, bei der Fo­to-Aus­wahl (nach ge­stal­te­risch-äs­the­ti­schen Ge­sichts­punk­ten) hat sich das ein­fach so er­ge­ben. Fan­gen wir an mit ei­nem im stei­ner­nen Um­feld be­stens ge­tarn­ten Raub­tier:

Katze in Valldemossa

Die la­tent mür­ri­sche Mie­ze saß im al­ten Stadt­zen­trum von Vall­de­mos­sa [1] und zeig­te mir die pel­zi­ge Schul­ter. An­ge­sichts der täg­li­chen Tou­ri­sten-Schwem­me in ih­rem Ha­bi­tat ist sie es ver­mut­lich längst leid, sich von Hinz und Kunz für lau knip­sen und krab­beln zu las­sen. Kann man ja ver­ste­hen...

Als Fo­to­mo­tiv nicht min­der in­ter­es­sant sind Fried­hö­fe, das mag nur den ver­wun­dern, der noch nie ein süd­li­ches Grä­ber­feld be­sucht hat. An­de­re Län­der, an­de­re Sit­ten: In spa­ni­schen Lan­den wer­den die Ah­nen ger­ne auch in der Hö­he ge­sta­pelt auf­be­wahrt, und das hat durch­aus sei­nen Reiz und sei­ne Wür­de...

im Friedhof von Andratx

Das Bild ent­stand im ober­halb des Or­tes ge­le­ge­nen Fried­hof von An­d­ra­tx, den wir bei der An­fahrt im Wald er­spech­te­ten und dar­auf­hin spon­tan auf­such­ten. Das Oran­gen­bäum­chen ist na­tür­lich echt, die Blu­men­sträu­ße vor den Stirn­plat­ten der Sarg­fä­cher oft we­ni­ger. Auf deut­schen Fried­hö­fen ist man bun­te Pla­stik-Blü­ten nicht ge­wohnt, aber in der Hit­ze des Sü­dens er­weist sich die ar­ti­fi­zi­el­le Pracht frag­los als lang­le­bi­ger als rich­ti­ge Schnitt­blu­men...

Ma­chen wir nun ei­nen ver­we­ge­nen Sprung durch Raum und Zeit von den Bein­häu­sern zu lo­sen Bei­nen. Und zwar zu sol­chen, die vor­her grun­zen­den Vier­bei­nern ge­hört ha­ben und jetzt dar­auf war­ten, von zwei­bei­ni­gen Car­ni­vo­ren ver­speist zu wer­den:

große Schinkenauswahl im Supermarkt

»Der Schin­ken ist des Spa­ni­ers Lust, die Aus­wahl des Tou­ri­sten Frust«, könn­te man im Su­per­markt vor sich hin­träl­lern: Me­ter­lang geht das so vor sich hin, und wer die gan­zen Keu­len ver­schmäht und sich den Kühl­tru­hen zu­wen­det, fin­det dar­in fein fi­le­tier­te Schnitt­wa­re in nicht min­der gro­ßem Va­ri­an­ten­reich­tum. Wie gut, daß der zo­ne­batt­ler kein über­mä­ßi­ger Fleisch­fres­ser ist, da­her konn­te er sich recht bald wie­der von dem un­ge­wohn­ten An­blick lö­sen und oh­ne Pö­kel­wa­re von dan­nen stap­fen...

Wan­dern wir nach dem kur­zen Ab­ste­cher in die Kon­sum­welt wie­der durch die lieb­li­che Land­schaft im nörd­li­chen Teil der In­sel. Hier he­cheln wir an­de­ren Leu­ten hin­ter­her, die sich eben­falls auf dem stei­ni­gen, aber dank zahl­rei­cher Aus­sichts­punk­te auch sehr loh­nen­den Rund­kurs um das San­tua­ri de Lluc be­fin­den:

bergiger Wanderweg beim Santuari de Lluc

Das klo­ster­ähn­li­che Hei­lig­tum wird un­ter­tags mit Bus­la­dun­gen von ein­hei­mi­schen (oder je­den­falls spa­ni­schen) Ta­ges-Tou­ri­sten be­stückt, die schril­le Sou­ve­nirs kau­fen und sich die Fü­ße in­ner­halb der An­la­ge ver­tre­ten. Abends wer­den sie zu­ver­läs­sig ab­ge­räumt und weg­ge­schafft, wo­mit zur Freu­de der Über­nach­tungs­gä­ste wie­der Be­schau­lich­keit und Ru­he ein­keh­ren. Un­ser mehr­fach auf der In­sel an­ge­trof­fe­ne Ex-Nach­bar Miet­Mi­chel lo­gier­te dort mit­samt sei­ner En­tou­ra­ge und war des Lo­bes voll über die schön her­ge­rich­te­ten und aus­ge­stat­te­ten Zel­len, die heut­zu­ta­ge an ru­he­su­chen­de Rei­sen­de ver­mie­tet wer­den. Für den Au­tor und sei­ne bes­se­re Hälf­te wä­re ein Auf­ent­halt im San­tua­ri de Lluc durch­aus ei­ne Op­ti­on für ei­nen ir­gend­wan­ni­gen Fol­geur­laub!

Aus den Ber­gen öst­lich von Lluc öff­net sich der Pan­ora­ma­blick hin­un­ter ins Tal auf spek­ta­ku­lä­re Wei­se: [2]

Blick hinab ins Tal von Lluc

Der Him­mel strah­lend blau, die Hän­ge satt grün, der Blick in die Un­end­lich­keit un­ver­stellt, was könn­te herr­li­cher sein in des Früh­lings zar­ten Lüf­ten? Der Wan­der­tag um Lluc her­um ist mir je­den­falls als ei­ner der schön­sten in Er­in­ne­rung ge­blie­ben...

We­ni­ger schön sind die schon mal er­wähn­ten Fähr­nis­se, die ei­nem beim Über­que­ren von Stra­ßen dro­hen: Surrrrrrr, schon ist ein um die Kur­ve ge­sau­ster Renn­rad­ler an ei­nem vor­bei­ge­flitzt, Surrr­surrr­surrrrrrr, folgt ihm die Meu­te hin­ter­her. Schnei­dig ein­ge­klei­det quä­len sich die Ve­lo­zi­pe­den ab, um ih­ren in­ne­ren Schwei­ne­hund zu be­sie­gen und die Mus­keln berg­an zu stäh­len:

Rennradler auf bergiger Strecke

Man gönnt den Leu­ten ja ih­ren Spaß, be­wun­dert auch ih­re Kon­di­ti­on und Aus­dau­er, wenn­gleich man sich bei man­chem Wam­pen­trä­ger auf min­ma­li­sti­schem Ge­rät fragt, ob der sich mit dem Last­wa­gen oder Hub­schrau­ber samt Fahr­werk hat auf den Gip­fel hie­ven las­sen, um dann pri­mär mit läs­si­ger Brems­be­tä­ti­gung run­ter­wärts statt mit stram­mem Stram­peln rauf­wärts die Ta­ges­tour zu be­wäl­ti­gen. Wenn man mit dem Kraft­wa­gen un­ter­wegs ist, muß man eben­falls be­son­ders auf der Hut sein, denn es ver­geht kaum ei­ne Mi­nu­te, wo man nicht un­ver­se­hens Rad­ler vor dem Küh­ler hat, de­ren Tem­po ei­nem ent­we­der als zu lang­sam (wenn in glei­cher Rich­tung un­ter­wegs) oder als deut­lich über­höht (wenn ent­ge­gen­kom­mend) er­scheint!

Im Ver­gleich zum eben ge­zeig­ten Sports­mann schaut des zonebattler’s Ge­fähr­tin von hin­ten kaum we­ni­ger schnit­tig aus dank ih­res leucht­far­bi­gen Ruck­sackes, der nun auch schon vie­le Ur­lau­be mit­ge­macht und man­che In­sel ge­se­hen hat:

auf der Tour rund um den Puig des Tossals Verds

Die­ser wun­der­ba­re Aus­blick bot sich auf ei­ner vom Wan­der­füh­rer als schwie­rig und her­aus­for­dernd ein­ge­stuf­ten Rund­wan­de­rung um den Pu­ig des Tossals Verds ober­halb des Stau­sees Gorg Blau. In der Tat ging es da recht steil her­auf und her­un­ter, strecken­wei­se wa­ren Ket­ten am Hang an­ge­bracht, an de­nen man sich fest­hal­ten konn­te (und soll­te) beim Ent­lang­han­geln an der stei­len Stein­wand. Wir wa­ren auf Ei­ni­ges ge­faßt, fan­den die Tour aber letzt­lich gar nicht so ex­trem an­spruchs­voll wie be­fürch­tet. Schlau­chend war sie trotz­dem, da ziem­lich lang und ter­rain­be­dingt ste­te Auf­merk­sam­keit er­for­dernd. Die gran­di­on­sen Aus­blicke wa­ren der Mü­he aber al­le­mal wert!

Für das an­ge­streng­te Keu­chen und Japp­sen des schwit­zen­den Wan­de­rers ha­ben die ein­hei­mi­schen Berg­be­woh­ner re­gel­mä­ßig nur kopf­schüt­teln­des Un­ver­ständ­nis üb­rig:

Bergziege auf Außenposten

Lei­der ließ sich der sto­isch wie­der­käu­en­de, je­doch scheue Paar­hu­fer nicht knud­deln, sehr zum Ver­druß des Be­richt­erstat­ters, der dank sei­ner be­reits zu Kin­der­zei­ten er­wor­be­nen Krab­bel-Kün­ste schon man­chen tie­ri­schen Freund für’s Le­ben ge­won­nen hat, und das nicht nur in be­fell­ten oder ge­fie­der­ten Krei­sen. Da der zo­ne­batt­ler des Spa­ni­schen nicht mäch­tig ist, wa­ren ver­trau­ens­er­wecken­de Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ver­su­che mit der ge­län­de­gän­gi­gen Zie­ge lei­der zum Schei­tern ver­ur­teilt...

Im ach­ten und letz­ten Teil mei­ner mal­lor­qui­ni­schen Me­lan­ge gibt es dem­nächst noch ein paar aus­ge­sucht kit­schi­ge at­mo­sphä­risch dich­te Im­pres­sio­nen von Mal­lor­ca zu be­stau­nen, be­vor wir die Ur­laubs­re­por­ta­ge mit ei­nem uns zwangs­wei­se ver­ord­ne­ten In­sel­hop­ser nach bzw. über Ibi­za ab­schlie­ßen.

 
[1] Bei der Viel­zahl mit­ge­brach­ter Kat­zen-Fo­tos kann ich mir na­tür­lich nicht wirk­lich mer­ken, wel­ches Pelz­tier ich nun wann und wo fo­to­gra­fiert ha­be. Weil ich aber – wie schon vor Jah­ren de­tail­liert be­schrie­ben – die ge­tracker­ten GPS-Da­ten mei­ner Ur­lau­be mit den Me­ta-Da­ten der wäh­rend der Rei­sen an­ge­fer­tig­ten Fo­tos ver­hei­ra­te, kann ich im Nach­hin­ein je­der­zeit je­des Ur­laubs­fo­to ver­or­ten und mir mei­nen da­ma­li­gen Knip­ser-Stand­punkt auf dem vir­tu­el­len Goog­le-Glo­bus an­zei­gen las­sen.

[2] Und ein­mal mehr hul­digt der zo­ne­batt­ler in sei­ner Bild­kom­po­si­ti­on (samt Rücken­fi­gur) dem ver­ehr­ten Mei­ster Cas­par Da­vid Fried­rich...

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  1. WiiSen  •  8. Nov. 2014, 12:08 Uhr

    Die Kat­ze in Bild 1 ist ei­gent­lich ein ver­kapp­ter Hund

    ...da­zu braucht man nur ih­ren Schat­ten­wurf an­zu­se­hen...

    #1 

  2. zonebattler  •  9. Nov. 2014, 9:07 Uhr

    In der Tat, und noch da­zu ei­ner von der eher un­an­ge­neh­men Kampf­hund­sor­te, wie es scheint. Wie gut, daß ich aus ei­ner dü­ste­ren Vor­ah­nung her­aus vor Strei­chel­ver­su­chen zu­rück­schreck­te!

    #2 

  3. Fränkie  •  24. Mrz. 2015, 10:07 Uhr

    Lu­stig fin­de ich an dem Kat­zen­bild aus Vall­de­mos­sa, dass sich das Schat­ten­bild der Kat­ze eher als Fox­ter­ri­er in der Sei­ten­an­sicht dar­stellt ... well do­ne !

    #3 

  4. zonebattler  •  24. Mrz. 2015, 10:17 Uhr

    Hihi, schon der zwei­te, dem das auf­fällt! Dann will ich im näch­sten In­sel-Ur­laub zur Ab­wechs­lung mal ver­su­chen, ei­nen Hund ab­zu­lich­ten, der ei­nen kat­zen­för­mi­gen Schat­ten wirft. Zur Not hel­fe ich ein biß­chen mit dem di­gi­ta­len Pin­sel nach... ;-)

    Der Kat­zen­schat­ten im Bild oben ist je­den­falls de­fi­ni­tiv un­ma­ni­pu­liert!

    #4 

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