Zum Inhalt springen


zonebattler's homezone 2.1 - Merkwürdiges aus Fürth und der Welt


Dienstag, 3. Juni 2008

De­mo­gra­fi­scher Wan­del

stumme Türwächterin in der Karlstraße
 
geduldiger Beifahrer in der Karlstraße
Montag, 2. Juni 2008

Fin­ger weg, Klap­pe zu

Wie die Für­ther Nach­rich­ten letz­te Wo­che be­rich­te­ten, wird zur Zeit der ob­so­le­te Sen­de­mast der US Ar­my in der ehe­ma­li­gen Wil­liam O. Dar­by-Ka­ser­ne ab­ge­tra­gen. Kein gro­ßer Ver­lust, möch­te man mei­nen, zu­mal das Ding schon seit län­ge­rem kei­ne ak­ti­ven An­ten­nen mehr trug und ei­gent­lich nur noch als nutz­lo­ser Be­tonspar­gel die süd­städ­ti­schen Wol­ken kratz­te. Den­noch, ei­ne Art Wahr­zei­chen war der graue Fin­ger schon ir­gend­wie. So sah er im No­vem­ber 2005 aus:

Der Fürther Funkturm der US Army

Der An­fang vom En­de war glei­chen­orts heu­te Abend kurz vor 18:00 Uhr zu er­blicken:

Der Funkturm wird stückweise abgetragen

Die »Füß­chen« sind drol­lig, ob man so als Ne­ben­ef­fekt der De­mon­ta­ge Mond­lan­de-Si­mu­la­tio­nen durch­spielt, wo­mög­lich mit zah­len­den Welt­raum-Freaks an Bord?

ein recycelter Lunar Lander?

Vor­ne an der Steu­ben­stra­ße ‑am Ein­gang zum frü­he­ren Sen­de­ge­bäu­de- ver­küm­mert ein wei­te­res Re­likt und stram­mes Wahr­zei­chen jahr­zehn­te­lan­ger US-ame­ri­ka­ni­scher Mi­li­tär­prä­senz: Der Zei­tungs­au­to­mat der Trup­pen-Ga­zet­te Stars and Stripes. Auch den ha­be ich im No­vem­ber 2005 im Bil­de fest­ge­hal­ten:

Der 'Stars and Stripes'-Verkaufsautomat anno 2005

Heu­te war an sei­ner Stel­le nur noch ei­ne per Vor­hän­ge­ver­schloß ge­si­cher­te Ki­ste an­zu­tref­fen:

Ist diese Zeitungs-Kiste eine ofizielle Verkaufsstelle?

Man fragt sich, wie ein(e) zah­lungs­wil­li­ge Interessent(in) dem ver­sperr­ten Ding ei­ne Zei­tung ent­locken will. Viel­leicht ha­ben ja die Hand­voll der hier noch le­ben­den Ame­ri­ka­ner al­le ih­re ei­ge­nen Schlüs­sel? Oder ist die in gro­ßen Let­tern an­ge­prie­se­ne Op­ti­on, das Blatt für ei­nen Dol­ler die Wo­che frei Haus zu­ge­stellt zu be­kom­men, gar kei­ne wähl­ba­re sol­che, son­dern mitt­ler­wei­le ob­li­ga­to­risch? Wo aber blie­ben dann die Ge­le­gen­heits­le­ser? Auf der Strecke oder im In­ter­net?

Wo der Sen­de­turm bleibt ist da­ge­gen klar: in der Für­ther Stadt­ge­schich­te!

Sonntag, 1. Juni 2008

Rät­sel­haf­tes Fürth (33)

Zu spät­abend­li­cher Stun­de er­spech­te­te ich neu­lich die­ses bau­li­che Klein­od und hat­te in der fort­ge­schrit­te­nen Däm­me­rung mei­ne lie­be Not, es frei Hand halb­wegs un­ver­wackelt und ein­ger­ma­ßen pas­sa­bel be­lich­tet in mein so­gleich ge­zück­tes Knips­käst­chen zu be­kom­men:

Rätselbild des Monats

Mär­chen­haft, nicht wahr? Doch wo mag die­se stim­mungs­vol­le Ecke wohl sein in un­se­rem schö­nen Fürth, in dem es ja an pit­to­res­ken Win­keln wahr­lich kei­nen Man­gel hat? Die Rät­sel-Jagd ist er­öff­net!

Wie je­den Mo­nat läßt sich der zone­batt­ler nicht lum­pen und lobt ei­nen fei­nen Preis aus. Dies­mal ist es ei­ne schwe­re Schwar­te für vi­su­ell ori­en­tier­te und in­ter­es­sier­te Men­schen (und das sind ja sei­ne ge­schät­zen Le­se­rIn­nen samt und son­ders):

»Phil­ipp Ke­ster, Fo­to­jour­na­list: New York, Ber­lin, Mün­chen 1903–1935«
Be­mer­kens­wer­te Fo­to­gra­fien, er­hel­len­de Tex­te, gro­ßes For­mat, ge­die­ge­ner Druck: So muß ein an­stän­di­ges Sach­buch aus­se­hen!

Das aus­ge­lob­te Werk ist üb­ri­gens in man­nig­fa­cher Hin­sicht lehr­reich: Wer wüß­te heu­te noch, daß es vor Zei­ten in Mün­chen Tram­bahn­schie­nen­rit­zen­rei­ni­ge­rin­nen ge­ge­ben hat?!

Wie im­mer ge­winnt der oder die Er­ste, der/die un­ter rich­ti­gem Na­men und mit funk­tio­nie­ren­der eMail-Adres­se (oder un­ter be­reits amts­be­kann­tem Pseud­onym) die kor­rek­te Ant­wort in ei­nen Kom­men­tar zu die­sem Bei­trag schreibt!

Bis zum Er­schei­nen des näch­sten Rät­sels (al­so ge­nau ei­nen Mo­nat lang) kön­nen Lö­sun­gen ein­ge­reicht wer­den. Die Lauf­zeit en­det mit dem Er­schei­nen ei­nes wei­te­ren Rät­sel-Bil­des am je­weils näch­sten Mo­nats­an­fang. Mit der Vor­stel­lung ei­nes neu­en Preis­rät­sels wird die zu­tref­fen­de Ant­wort zur Vor­gän­ger­fra­ge (in ei­nem Kom­men­tar zu die­ser) be­kannt­ge­ge­ben, so­fern sie bis da­hin nicht rich­tig be­ant­wor­tet wur­de.

vorheriger Beitrag    Übersicht    nächster Beitrag
Samstag, 31. Mai 2008

Mietz­haus

neugierige Katze im 4. Stock eines Nachbarhauses

We­ni­ger La­ster übers Pfla­ster

»Fürth bremst den Lkw-Ver­kehr aus« rap­por­tie­ren die Für­ther Nach­rich­ten, und in die­sem Fal­le weiß sich der zone­batt­ler mit dem Ober­bür­ger­mei­ster ei­ner Mei­nung.

Sonntag, 25. Mai 2008

zone­batt­ling home

Rückkehr von der Feindfahrt
Freitag, 23. Mai 2008

Wasch­zwang

Bei ei­nem abend­li­chen Streif­zug durch die Für­ther Ost­stadt er­späh­te ich in ei­nem al­ten Wasch­haus fol­gen­den Hin­weis:

Hinweisschild

Da sieht man wie­der mal, daß An­stand und Sit­te frü­her ei­nen an­de­ren Stel­len­wert hat­ten als heut­zu­ta­ge: dreckig und fleckig wä­re da­mals nie­mand aus der Tür und in die Öf­fent­lich­keit ge­tre­ten!

Samstag, 17. Mai 2008

Preis­fra­ge

Wäh­rend ei­nes aus­ge­dehn­ten Abend-Spa­zier­gangs durch die Für­ther Ost­stadt (im we­sent­li­chen die Nürn­ber­ger Stra­ße bis fast zur Stadt­gren­ze rauf und die Dr.-Mack-Straße wie­der run­ter) bin ich zu der Auf­fas­sung ge­langt, daß der ak­tu­el­le Ben­zin­preis von gut EUR 1,50 je Li­ter um min­de­stens den Fak­tor 2 da­ne­ben liegt. Aber in die an­de­re Rich­tung als ge­mein­hin be­klagt: An­ge­sichts der zahl­rei­chen Be­geg­nun­gen mit hirn­am­pu­tier­ten »Kavalier«-Startern und im-Stand-den-Mo­tor-lau­fen-Las­se­rin­nen er­schei­nen mir EUR 3,00 als al­le­mal an­ge­mes­sen. Ver­mut­lich wä­re das aber im­mer noch viel zu we­nig...

Sonntag, 11. Mai 2008

Tu­re Slisen

Hinterhoftür in der Fürther Karlstraße
Samstag, 10. Mai 2008

Wild-Tö­ter

Es ist ein son­ni­ger Sep­tem­ber­tag, der lan­ge Som­mer neigt sich un­wei­ger­lich sei­nem En­de ent­ge­gen. Du bist dem Fei­er­abend­zug fe­dernd ent­sprun­gen und strebst zu Dei­ner Gar­ten­par­zel­le in­mit­ten der Stadt, ein­ge­zwängt zwi­schen Die­sel­tank und Prell­bock, flan­kiert von Stra­ße und Bahn­ge­lei­sen. Ein win­zi­ges Stück Na­tur in der Stein­wü­ste, ge­pach­tet nur und jäm­mer­lich, gleich­wohl ei­ne ge­lieb­te Oa­se. Die frü­he Kir­schen­ern­te war heu­er üp­pig wie nie zu­vor, Un­men­gen Äp­fel wer­den spä­ter den Kel­ler fül­len, auch sucht die ful­mi­nan­te Zwetsch­ge­n­aus­beu­te ih­res­glei­chen: Was das al­lein­ste­hen­de knor­ri­ge Bäum­chen her­ge­ge­ben hat, füllt jetzt in ge­lier­ter Form den statt­li­chen Glä­ser-Vor­rat und die­ser mo­men­tan den gan­zen Kü­chen­tisch. Und noch im­mer hän­gen über­rei­fe Pflau­men hoch dro­ben in der Baum­kro­ne, un­er­reich­bar für Dich, selbst beim An­stel­len ei­ner XXL-Klapp­lei­ter. Von dort oben hörst Du es lei­se Knus­pern. Knus­pern?

Knus­per, knus­per, kein Zwei­fel: da nagt je­mand em­sig mit schar­fen Zäh­nen an Pflau­men­ker­nen und läßt es sich gut­ge­hen. Doch wer? Vorn fährt ein Zug vor­bei, hin­ten zwei Au­tos, Du war­test die näch­ste Lärm­pau­se ab, um die Oh­ren er­neut zu spit­zen. Und wirk­lich, es knus­pert im­mer noch. Du trittst un­ter den Baum, legst den Kopf in den Nacken und kneifst die Au­gen zu­sam­men, um nach dem mut­maß­li­chen Mund­räu­ber Aus­schau zu hal­ten. Das Tan­zen der Blät­ter im Wind­hauch ir­ri­tiert Dich, doch plötz­lich siehst Du die bei­den schwar­zen Knopf­au­gen und den brau­nen Pelz. Die Grö­ße läßt kei­nen Zwei­fel zu: Da oben ves­pert ei­ne Rat­te! Klet­tern Rat­ten auf Bäu­me? Of­fen­bar. Noch wäh­rend Du Dich dar­über wun­derst, siehst Du das zwei­te Au­gen­paar, den zwei­ten Pelz. Die Herr­schaf­ten sind im Duo zu­gan­ge und ge­nie­ßen die sü­ßen Früch­te in luf­ti­ger Hö­he...

Grund­sätz­lich hät­test Du kein Pro­blem da­mit, die Ga­ben der Na­tur mit den klet­ter­freu­di­gen Vier­bei­nern zu tei­len, die ja letzt­lich auch nur ih­re Ar­beit ma­chen und Dir in zehn Me­tern Hö­he noch nicht ein­mal et­was weg­neh­men. Doch die Seu­chen­ge­fahr, die von Krank­heits­er­re­gern im Rat­ten­kot aus­geht, die willst Du na­tür­lich nicht in Dei­nen Bee­ten wis­sen. Und wenn die ver­meh­rungs­freu­di­gen Vie­cher sich erst ein­mal in den zahl­lo­sen Ka­bel­schäch­ten im Bahn­ge­län­de ein­ge­ni­stet ha­ben...

Es hilft nichts, die Tie­re müs­sen weg, und zwar oh­ne je­de Chan­ce auf Wie­der­kehr. Rat­ten­gift ist Dein näch­ster Ge­dan­ke, doch ist Dir der Ge­dan­ke an den quä­len­den Tod zu­wi­der. Ei­ne schnell­wir­ken­de, so­zu­sa­gen dia­bo­li­sche Blei­ver­gif­tung er­scheint Dir al­le­mal als die hu­ma­ne­re Voll­streckungs­art, zu­mal sich ein aus dem Blät­ter­dach ge­schos­se­nes Tier im Ge­gen­satz zum eben­erdig ver­folg­ten nicht mehr schwer ver­wun­det in ei­ne un­zu­gäng­li­che Ecke ver­krie­chen kann, um dort elen­dig­lich zu ver­en­den. Kla­re Sa­che, denkst Du Dir: Das Wild wird waid­män­nisch zur Strecke ge­bracht!

Laß es blei­ben, sou­fliert Dir da Dein ob­rig­keits­hö­ri­ges Be­am­ten-Ge­wis­sen, das ama­teur­haf­te Be­ja­gen von Wir­bel­tie­ren ist ver­bo­ten und das Her­um­bal­lern auf nicht voll­stän­dig um­frie­de­ten Grund­stücken so­wie­so: Du machst Dich dop­pelt straf­bar! Die Rat­ten mö­gen viel­leicht zü­gig in den Rat­ten­him­mel ein­zie­hen, Dich zerrt man ih­ret­we­gen vor den Ka­di! Du ringst mit Dir und Dei­ner Ge­set­zes­treue, der­wei­len es in der Baum­kro­ne fröh­lich wei­ter knus­pert. Dein Blick ver­fin­stert sich, der ar­chai­sche Jagd­trieb bricht sich Bahn: Du weißt jetzt, was Du zu tun hast...

Oh­ne noch ein­mal nach oben zu schau­en, läufst Du ge­ra­de­wegs aus der Par­zel­le und schnur­stracks heim zur Woh­nung, wo Du das Luft­ge­wehr un­ter dem So­fa her­vor­ziehst. Der Staub auf der Schach­tel ist zen­ti­me­ter­dick. Du wischt ihn ab, nimmst das Ge­wehr her­aus und schiebst acht blei­er­ne Tur­nier-Dia­bo­los in das Trom­mel­ma­ga­zin Dei­nes spa­ni­schen Re­pea­ters. Kur­ze Sicht­in­spek­ti­on des frei ver­käuf­li­chen Sport­ge­rä­tes: paßt. Al­les wie­der ein­ge­packt, ei­ne Decke zur Tar­nung dar­über­ge­wickelt und hur­tig da­mit zu­rück zum ver­kehrsum­to­sten Schre­ber­gärt­lein. Mit nun­mehr ge­üb­ten Blick ist der Geg­ner rasch er­späht, Knus­pern frei­lich ist von ihm nicht mehr zu hö­ren. Die Schach­tel hin­ge­legt und die Waf­fe ent­nom­men.

Du lehnst Dich und Dein Ge­wehr an die schä­bi­ge Gar­ten­hüt­te und peilst in die Hö­he. Hier geht es nicht um sport­li­che Hal­tungs­no­ten: Wenn Du schon tö­ten mußt, dann soll es schnell und schmerz­los ge­hen. Das Tier scheint die dro­hen­de Ge­fahr zu wit­tern und ver­harrt re­gungs­los. Die Tak­tik ist nicht schlecht, denn was sich nicht rührt, fällt auch nicht auf. Leich­ter Wind läßt die Blät­ter flir­ren und ver­schlei­ert das Ziel. Teu­fel auch! Du ver­suchst, den brau­nen Klecks im Blät­ter­grün, den Du für den pel­zi­gen Geg­ner hältst, auf Kim­me und Korn auf­sit­zen zu las­sen. Das Ge­sche­hen ge­winnt an Dy­na­mik, Dei­ne in­ne­re Er­re­gung steigt, jetzt gibt es kein Zu­rück mehr. Dein Zei­ge­fin­ger krümmt sich lang­sam um den Ab­zug...

Plang. Der Rück­stoß ist doch stär­ker als ge­dacht, aber wer den Schaft rich­tig zu hal­ten weiß, dem prellt es nicht das Schul­ter­blatt. In­des zeigt der Schuß kei­ne Wir­kung. Da­her flugs den Lauf ge­knickt und durch­ge­la­den, trotz nicht vor­han­de­ner Übung bist Du schon Se­kun­den spä­ter er­neut im An­schlag. Jeg­li­ches Zau­dern wä­re kon­tra­pro­duk­tiv.

Plang. Dies­mal tut sich et­was, es ra­schelt im Blatt­werk, und schon fällt ein dunk­ler Schat­ten aus der Baum­kro­ne. Hin­ab! Die Rat­te ist noch viel grö­ßer als ge­dacht, doch für Neu­gier ist jetzt nicht die Zeit. Klick-Klack macht der Lauf, und kaum ei­ne Se­kun­de nach dem Auf­prall des ge­trof­fe­nen Tie­res stehst Du auch schon da­ne­ben und setzt aus näch­ster Nä­he den Fang­schuß. Vor­bei. Der statt­li­che Na­ger mit dem enor­men Schwanz scheint fried­lich zu schlum­mern. Die win­zig klei­nen Blut­sprit­zer, die die Il­lu­si­on zer­stö­ren, sieht man erst auf den zwei­ten Blick.

Fünf Schuß sind noch im Trom­mel­ma­ga­zin, doch auch der zwei­te De­lin­quent soll nicht län­ger als nö­tig lei­den müs­sen. Drum si­cher­heits­hal­ber schnell wie­der voll­ge­la­den und Po­si­ti­on be­zo­gen. Brin­gen wir es hin­ter uns. Die zwei­te Rat­te ist klei­ner und nicht leicht aus­zu­ma­chen. Ob sie wohl ahnt, daß auch ihr die Ku­gel an­ge­tra­gen wer­den soll? Du bist in­zwi­schen ganz ru­hig, auch das Tö­ten ist letzt­lich ein Hand­werk, bei dem sich be­äng­sti­gend schnell Rou­ti­ne ein­stellt. Wie­der zielst Du mi­ni­mal tie­fer, um den Auf­wärts­ruck des Rück­sto­ßes aus­zu­glei­chen.

Plang. Du horchst ge­spannt, doch nichts deu­tet auf ei­nen Tref­fer hin. Klick-klack, das Durch­la­den geht Dir mitt­ler­wei­le be­reits der­ma­ßen rou­ti­niert von der Hand, als wä­rest Du dar­auf ge­drillt wor­den. Plang, schon geht der näch­ste Dia­bo­lo zwi­schen die Zwetsch­gen. Da ra­schelt es wie­der, und wäh­rend Du den Knick­lauf durch­drückst und die Fe­der spannst, fällt das zwei­te Tier vom Him­mel und lan­det kei­nen hal­ben Me­ter von sei­nem Vet­ter, Bru­der oder Va­ter ent­fernt im Gras. Plang, auch hier be­en­det ein fast auf­ge­setz­ter Fang­schuß even­tu­el­les Lei­den.

Du bist er­leich­tert, das grau­si­ge Werk ist voll­bracht. Kein ver­letz­tes Tier hat sich quä­len müs­sen, und an­ge­sichts der Schuß­rich­tung steil nach oben hast Du auch nichts und nie­man­den ge­fähr­det. Du ver­scharrst die Lei­chen hin­ter dem na­hen Prell­bock und packst Dein Ge­wehr sorg­fäl­tig wie­der ein. Die Vö­gel sin­gen, ein blen­dend wei­ßer ICE rauscht gen Nürn­berg. Knus­pern tut nie­mand mehr.

Wäh­rend Du un­ter der Du­sche stehst be­schleicht Dich ein ei­gen­ar­ti­ges Ge­fühl, als wür­dest Du Schuld von Dir zu wa­schen ver­su­chen. Wie schnell der nüch­ter­ne Ver­stand und die von Dir gern hoch­ge­hal­te­ne Hu­ma­ni­tät der ar­chai­schen Er­re­gung des Tö­tens wei­chen kann! Wie mag es erst sein, wenn die Waf­fen groß­ka­li­bri­ger und ge­gen­über fa­na­ti­sis­er­te Men­schen sind, die ih­rer­seits den Fin­ger am Ab­zug ha­ben? Da bist Du heil­froh, von der­lei Ge­scheh­nis­sen ganz, ganz fern zu sein...

Lei­se erst, doch im­mer lau­ter und kla­gen­der hörst Du Dei­ne Op­fer wim­mern. Hast Du let­zend­lich doch ge­pfuscht, die ar­men Tie­re nur ver­wun­det und in vor­über­ge­hen­de Schock­star­re ver­setzt? Kein Zei­fel, sie piep­sen an­kla­gend aus ih­rem fri­schen Gra­be. Doch wie mag das an­ge­hen? Du bist längst da­heim, die Fen­ster sind zu und bis zum Gar­ten sind es meh­re­re Dut­zend Me­ter hin? Wer fiept in Dir?

Knuff macht es in Dei­ner wei­chen Sei­te, der El­len­bo­gen Dei­ner bes­se­ren Hälf­te trifft Dich höchst un­ver­mit­telt. Du reißt ver­stört die Au­gen auf: Ne­ben Dir piepst kein waid­wun­des Na­ge­tier, son­dern der ner­vi­ge Funk­wecker. Aus der Traum, die Ar­beit ruft! Dein Welt­bild sta­bi­li­siert sich wie­der: Rat­ten auf dem Pflau­men­baum, das war Dir ja von An­fang an su­spekt er­schie­nen...

Samstag, 3. Mai 2008

»Bit­te mit­neh­men + Gut«

So stand es kurz und bün­dig in gro­ßen Let­tern auf ei­nem DIN A4-Blatt, wel­ches mit Te­sa­film auf die Drei-Eis­kri­stal­le-Fach­tür der manns­ho­hen Kühl-/Ge­frier­schrank-Kom­bi­na­ti­on ge­klebt war. Ei­gent­lich wol­len wir ja nur milch­ho­len­der­halb­er um die Ecke zum Dis­coun­ter tap­pen, und nun stand das sil­ber­graue Ding da we­ni­ge Dut­zend Schrit­te von der ei­ge­nen Haus­tür ent­fernt auf dem Bür­ger­steig. Was tun? Lan­ge bleibt so­was si­cher nicht am hellich­ten Tag in des Uni­ver­sums Aus­la­ge ste­hen...

Schnel­le In­spek­ti­on: Kei­ne Krat­zer, kei­ne Beu­len, in­nen der üb­li­che Siff aus Ketch­up-Re­sten und son­sti­gen Über­läu­fen. In­nen­ein­rich­tung kom­plett, nur leich­te Ris­se an den Fal­zen der Dich­tungs­bän­der. Kom­pres­sor und Wär­me­tau­scher kaum ver­staubt, seit­lich ein paar an­ge­trock­ne­te Fett­sprit­zer. Of­fen­bar wur­de in der Kü­che der Vor­be­sit­zer tat­säch­lich noch ge­kocht und nicht nur mi­kro­wel­lerisch auf­ge­wärmt. Muß man an­er­ken­nen. Doch wei­ter in der Be­fund­er­he­bung: 201 plus 57 Li­ter Nutz­in­halt, En­er­gie-Ef­fi­zi­enz­klas­se A. Schnel­le Ent­schei­dung: Si­cher­stel­len.

Heim­ge­spur­tet, La­de­platt­form mit Rol­len dran ge­holt. Den Schrank auf die­sel­be ge­ho­ben und ab durch die Mit­te. Im Haus­gang de­po­niert, das Ab­set­zen des (FCKW-frei­en!) Kühl­mit­tels ab­ge­war­tet. Der­weil im Netz er­goo­gelt, daß das durch­aus noch ak­tu­el­le Pro­dukt ei­nes li­taui­schen Mar­ken­her­stel­lers neu im­mer­hin um 340 EUR ko­stet. Nach der Ka­renz­zeit kur­zer Funk­ti­ons­test: Sau­ber an­sprin­gen­der Kom­pres­sor, lei­ser Lauf, In­nen­raum­be­leuch­tung in Ord­nung. Gut. Der Zet­tel hat­te al­so recht. War­mes Was­ser und Spül­mit­tel in den Ei­mer ge­ge­ben, um die In­be­sitz­nah­me durch tat­säch­li­che und sym­bo­lisch-ri­tu­el­le Rund­um-Rei­ni­gung zu voll­enden...

Der Haus­halt des zone­batt­ler ist ja be­kann­ter­ma­ßen reich an Din­gen, die ihm das Uni­ver­sum ko­sten­los und fran­ko vor die Na­se ge­legt hat. In­des­sen war hier die Lie­fer­frist au­ßer­or­dent­lich kurz: Erst am Vor­abend hat­ten sei­ne bes­se­re Hälf­te und er beim Abend­spa­zier­gang an der Red­nitz ent­lang aus ei­ner spon­ta­nen Lau­ne her­aus den neu­en Sa­turn be­tre­ten und beim ziel­lo­sen Schlen­dern durch die Haus­halts­ge­rä­te-Ab­tei­lung di­ver­se Kühl-Kom­bis oh­ne kon­kre­te Kauf­ab­sicht in­spi­ziert. Und nun das!

Gleich am Mon­tag Abend soll­ten wir uns gro­ße Plas­ma-Fern­se­her an­schau­en ge­hen...

Montag, 28. April 2008

The Ea­gle Has Lan­ded

Der ADLER in Fürth (Bay) Hbf
 
Der ADLER in Fürth (Bay) Hbf
 
Der ADLER in Fürth (Bay) Hbf
 
Der ADLER in Fürth (Bay) Hbf
« Vorherige Seite Nächste Seite »