Freitag, 18. November 2005
Ende 1995 (also vor genau 10 Jahren) zog die US Army aus der William O. Darby-Kaserne in der Fürther Südstadt ab. Auf der 42 ha großen Fläche ist inzwischen ein neuer Stadtteil entstanden, mit einer interessanten Mischung aus umgewidmeten Altbauten (teils noch aus der Kaiserzeit) und modernen Gebäuden. Ein bunter (und überdies nicht unproblematischer) Mix, der aber nicht mein heutiges Thema ist. Ich will vielmehr von einem seltsamen Bodenfund berichten, den wir eines Sonntags beim nachmittäglichen Verdauungs-Spaziergang machten.
An der Ecke Sonnenstraße / Flößaustraße (also im Nordosten des ehemaligen Militärgeländes) wurde damals die Sonnenstraße neu geschottert und zur Asphaltierung vorbereitet. Zwischen den Bruchkalksteinen glänzten metallische Scheiben, die wir schon aus einiger Entfernung zweifelsfrei als Erkennungsmarken bestimmten, wie sie von Soldaten zur eindeutigen Identifizierung im Todesfall getragen werden. Über nur wenige Quadratmeter verstreut fanden wir gut zwei Dutzend dieser Zinkblech-Dinger, sämtlich mit der Stempelung »Flg. Ers. Batl. XII« versehen und ziemlich lückenlos fortlaufend nummeriert:
Obwohl ich in solchen Sachen durchaus kein Experte war und bin, lagen einige Schlußfolgerungen auf der Hand: Erstens waren diese »fabrikneuen« Marken nie ausgegeben worden, waren also vermutlich bis zum Verstreuen durch Unbekannte (Kinder?) ungenutzt als Vorrat in einem aufgegebenen alten Schreibtisch oder Büroschrank herumgelegen. Und das zweitens sechs Jahrzehnte lang, denn da vor den Amerikanern nie Bundeswehr in der Fürther Südstadt gelegen war, mußten die deutsch beschrifteten Marken aus der Zeit des »III. Reiches« stammen:
Daheim bestätigte mir eine schnelle Internet-Recherche meine Vermutungen: Das »Flieger-Ersatz-Bataillon XII« wurde 1942 in Trier-Büren (im Luftgau XII) aufgestellt und dann Ende 1944 nach Fürth i. Bay. (Luftgau VII) verlegt. Bingo! Rätselhaft bleibt indessen die Bedeutung der zusätzlichen Prägung »ITAL.«: Ob die Marken am Ende für italienische Kriegsfreiwillige im Dienst der Deutschen Wehrmacht bestimmt waren? Vielleicht kann ja ein Leser Erhellendes dazu beitragen...
Wir hatten jedenfalls Relikte aus der Zeit der Auflösung des Nazi-Reiches vor uns, und manch’ einer kann froh sein, damals nicht mehr in letzter Minute mit so einem fragwürdigen Schmuckstück um den Hals an die Front geschickt und sinnlos geopfert worden zu sein. Die Beschäftigung mit der jüngeren Zeitgeschichte ist oft schon erschütternd genug, aber mit solch’ greifbaren Artefakten in der Hand wird die Historie noch erheblich präsenter und beklemmender...
Literaturhinweis: Deutsche Erkennungsmarken des Zweiten Weltkrieges
Donnerstag, 17. November 2005
Da ich schon als junger Knabe starke Affinität zu technischen Dingen erkennen ließ, wurde ich mit entsprechendem Spielzeug reich beschenkt und bastelte unentwegt mit LEGO, fischertechnik und Plasticant. Die gesamte Verwandtschaft propehezeite mir einen ruhmreichen Werdegang als Ingenieur, doch ein später tatsächlich begonnenes Studium der Elektrotechnik habe ich wegen der mir unverständlichen, höheren Mathematik sehr bald wieder aufgegeben...
Immerhin habe ich durch meine vielen Experimentierkästen eine Menge gelernt, ohne das damals als etwas Außergewöhnliches zu empfinden. In der Rückschau erinnere ich mich besonders gerne an den »Spielcomputer LOGIKUS« von Kosmos, mit dem ich mir seinerzeit die Grundlagen der Boole’schen Algebra und binären Datenverarbeitung aneignete:
Das ziemlich primitive Selbstbau-Gerät (es bestand aus wenig mehr als aus einer Anzahl Schaltschiebern, Lämpchen und steckbaren Verbindungsdrähten) fasziniert mich bis auf den heutigen Tag, weswegen ich ihm unter
eine eigene Homepage gewidmet habe. Die wird von anderen rührseligen LOGIKUS-Freaks gerne besucht, wie das Feedback im Gästebuch zeigt. Es befriedigt sehr, mit so einem »virtuellen Denkmal« eine kollektive Erinnerungs-Plattform für gleichaltrige Gesinnungsgenossen (mit einem in dieser Hinsicht ähnlichen Erfahrungshintergrund) anbieten zu können!
Heutzutage scheint es leider weitgehend in Vergessenheit geraten zu sein, daß »Spielen« und »Lernen« keine Gegensätze sein müssen, sondern ganz im Gegenteil Lernen außerordentlichen Spaß machen kann. Aber das ist nun wieder eine ganz andere Geschichte...
Mittwoch, 16. November 2005
Das Liegerad (von Unkundigen oft zu Unrecht belächelt) ist für Kenner der einzig ergonomische Drahtesel: Dank des bequemen Sessels und der hervorragenden Rahmenfederung gehört ein schmerzender Hintern endgültig der Vergangenheit an. Die entspannte Sitzhaltung (der Lenker liegt griffgerecht unter dem Sitz) ermöglicht Landschaftsbetrachtung ohne jedes Halsverrenken, 21 Gänge und äußerst effektive Hydraulik-Bremsen machen das Fahren zum Vergnügen. Nur strampeln muß man freilich immer noch selbst...
Wer einmal die Vorzüge eines Liegerades am eigenen Leib »er-fahren« hat, mag fürderhin kein anderes Zweirad mehr benutzen. So wurden bei mir aus einem Rad erst zwei, dann vier, damit auch Freunde und Bekannte bei gemeinsamen Radtouren den Spaß teilen können. Das Modell »Peer Gynt« der nicht mehr existenten Firma Radius wird schon seit einigen Jahren nicht mehr gebaut, ist aber als Gebrauchtrad ohne größere Schwierigkeiten zu erwerben.
Gut ein Dutzend Jahre nach Vorstellung des Peer Gynt-Langliegers gilt diese Bauform als überholt, zu schwer und veraltet: Tatsächlich bietet der Markt heute überwiegend Kurz- und Tieflieger an. Obzwar der technische Fortschritt natürlich unbestritten weitergegangen ist und auch weitergehen wird, so bleibt das solide und gutmütige Peer Gynt als kommodes Reiserad meiner Meinung nach weiterhin mit die erste Wahl! Für dieses Jahr ist die Saison natürlich vorbei, aber nächsten Frühling möchte ich am alten Ludwig-Donau-Main-Kanal gen Neumarkt (Opf.) pedalieren. Mag sich jemand anschließen?
Dienstag, 15. November 2005
Aus Neugier und Eitelkeit schiele ich natürlich täglich nach den Besucherzahlen von zonebattler’s homezone, die sich tatsächlich auch recht erfreulich entwickeln. Da ich hier aber nicht nur zur eigenen Triebabfuhr schreibe, sondern als Dienstleister meinen LeserInnen auch was bieten will, bitte ich Sie um Ihre Meinung: Verraten Sie mir, welche der 17 von mir angelegten Rubriken Ihnen am meisten zusagt! Dazu darf ich Sie heute auf die extra dafür eingerichtete Umfragen-Seite einladen...
Umgekehrt stelle ich mich gerne Ihren Fragen. Die gängigsten Auskunftsbegehren (und meine Antworten darauf) habe ich auf der Seite Häufig gestellte Fragen zusammengetragen.
Nachtrag vom 14. Jan. 2006:
Da nach zwei Monaten Laufzeit bis heute nur eine (1!) Stimme eingegangen ist, habe ich die Umfrage beendet und gelöscht. Das Ergebnis ist ja schwerlich als repräsentativ zu bezeichnen...
Montag, 14. November 2005
Wer aus meiner Altersgruppe (Mitte 40) hätte nicht mindestens einmal den Öko-SciFi-Klassiker Silent Running im Kino oder im Fernsehen gesehen? Der hierzulande unter dem Titel Lautlos im Weltraum laufende Film aus dem Jahre 1972 rührte mit seiner traurigen Endzeit-Thematik damals auch den zonebattler zu Tränen...
Und wohl jede(r) hat damals sogleich die drei rührend tollpatschigen Robot-Drohnen Huey, Dewey und Louie ins Herz geschlossen. Zur Erinnerung hier ein Szenenfoto:
Copyright © 1971 by Universal Studios
Rund um meinen kleinen Schrebergarten direkt am Gleis und überhaupt im gesamten Fürther Bahnhofsbereich stehen ganze Hundertschaften ähnlich aussehender Gesellen herum, meist mit geheimnisvoll leuchtenden, roten Augen:
Es handelt sich dabei ganz prosaisch um Gleissperrsignale der Bauart Siemens, und sie halten Züge und Rangierabteilungen davon ab, sich allzu dicht auf die Pelle zu rücken. Im Übrigen sind die Blechkameraden stationär und wissen weder mit Gießkanne noch mit Schaufel umzugehen: Wäre dies anders, hätte ich schon aus Gründen der eigenen Faulheit längst einen von ihnen entführt und zum Hilfs-Gärtner umgeschult!
P.S.: Das Betreten von Bahnanlagen ist lebensgefährlich und aus gutem Grund strikt verboten. Also bitte keinesfalls selbst auf »Roboter-Suche« gehen!
Sonntag, 13. November 2005
So in etwa sieht auch der meinige aus – nur in dezenterer Farbgebung (siehe unten). Fällt im Wald und auf der Heide weniger auf! Ansonsten: 54 PS aus 3 (!) Zylindern, zuschaltbarer Allrad-Antrieb, zwei Rückbänke komplett umklapp- und die Vordersitze um 180º drehbar. Schiebetüren links und rechts, Cabrio-Feeling dank riesiger Glasdächer. Und das alles für weit, weit unter 15.000 EUR. Ein ideales Camping-Mobil für zwei! Mit dem etwas weniger luxuriös ausgestatteten, dafür aber doch gefälliger aussehenden (und 5.000 EUR billigeren!) Vorgänger-Modell bin ich weiland bis nach Schottland (und zurück) gekommen, teilweise über verwegene Paß-Straßen mit bis zu 35% Steigung! Was will man mehr?
Mein Subaru Libero E12 im regulären Stadt-Anstrich
Der kleine Bus eignet sich hervorragend für Abenteuer-Urlaube und Übernachtungen abseits der Zivilisation. Zwei erwachsenen Personen bietet er reichlich Platz für eine bequeme Bettstatt bei ausreichend Stauraum für Proviant und Gepäck. Die hier gezeigten Lackierungs-Vorschläge mögen geneigten Frischluft-Freunden zur Anregung dienen. Als einzig signifikante Nachteile des vielseitigen Vehikels möchte ich die relativ hohe Seitenwindempfindlichkeit sowie die mangelhafte Widerstandsfähigkeit gegen Feindbeschuß nicht unerwähnt lassen...
Mein Camping-Bus in herbstlicher Gelände-Tarnung
Leider hat Subaru den Libero Anfang 1999 ohne Nachfolger aus dem Programm genommen, eine mir völlig unverständliche Entscheidung. Hätte man das vielfältig nutzbare Gefährt angemessen beworben, die verkauften Stückzahlen wären sicher um etliches höher gewesen. So aber waren der Wagen und sein ausgesprochen hoher Freizeitwert von Anfang an nur einem relativ kleinen Kreis eingeschworener Libero-Fans und organisierter Club-Mitglieder bekannt... Schade. Aber meiner soll ja noch ein paar Jahre halten. Meine Empfehlung an alle pragmatisch und praktisch denkenden LeserInnen: Wer einen gut erhaltenen Libero gebraucht erwerben kann, sollte keine Sekunde zögern!
Samstag, 12. November 2005
Früher wurde einem zuweilen die Luftpumpe vom Fahrrad geklaut, heutzutage eher der ganze Drahtesel bis auf das angeleinte Vorderrad: Schnellspannverschlüsse sind eben auch für böse Buben eine feine Sache!
Frischer Wind und buntes Herbstlaub decken den ungesühnten Frevel bald gnädig zu:
Scheinbar weiß der rechtmäßige Besitzer mit dem traurigen Rest nichts mehr anzufangen. Als flottes Einrad wäre er aber vielleicht rasch wieder einsatzklar zu machen?
Freitag, 11. November 2005
Zuweilen erhalte ich von LeserInnen interessantes Feedback, welches eher einen eigenständigen Beitrag darstellt als »nur« eine ausführliche Würdigung meiner vorausgegangenen Einlassungen. Wäre eigentlich schade, wenn solche Perlen in den Kommentaren ein Schattendasein fristen müßten: Ich möchte daher dem geschätzten Publikum die Möglichkeit geben, sozusagen auf der Titelseite von zonebattler’s homezone frei von der Leber weg publizieren (und ggf. auch räsonieren) zu können.
Der Inhalt Ihres Beitrags braucht selbstredend nicht mit meiner privaten Meinung konform zu gehen, er wird ja entsprechend (nämlich mit Ihrem Namen und Ihrer Mail-Adresse) gekennzeichnet. Eine Zensur übe ich nur insofern aus, als ich mir vorbehalte, eingereichte Texte gänzlich abzulehnen, weil sie mir nicht in den (doch ziemlich weitgefaßten) Rahmen meines Weblogs zu passen scheinen. Will sagen, banale Verkaufsanzeigen haben ebensowenig eine Chance wie verfassungswidrige Aufrufe zur Vorbereitung und Führung eines Angriffskrieges vom Gebiet der Bundesrepublik Deutschland aus...
Also: Wer das Anlegen eines eigenen Weblogs zu aufwendig findet, aber gerne eine vielfrequentierte Plattform zur Veröffentlichung eines eigenen Geistesblitzes nutzen möchte, ist bei mir an der richtigen Adresse! Schicken Sie mir bei Interesse Ihren Artikel per Mail, und falls er zur Veröffentlichung angenommen wird, dann kriegen Sie sogar einen eigenen Tag dafür gewidmet (an dem ich selber die Klappe halte und mir nichts einfallen zu lassen brauche). Na, ist das nicht ein Angebot?
P.S. Beiträge aus oder über Fürth i. Bay. werden selbstredend bevorzugt behandelt!
Donnerstag, 10. November 2005
...aber fallen tu’ ich nicht und schreien allenfalls vor Verzückung: Zu meiner großen Freude wurde gestern in einer wuchtigen Kiste mein neuer Bürostuhl geliefert, ein Sattelstuhl namens Capisco vom norwegischen Hersteller HÅG:
Lob und Preis seien hiermit meiner Obrigkeit gesungen, die mir den Wunsch nach diesem gesundheitsfördernden Untersatz so unbürokratisch-souverän erfüllte!
Das ebenso ergonomisch ausgetüftelte wie ästhetisch herausragende Sitzmöbel zieht jetzt teils neidische Blicke, teils verständnislose Spötteleien der Kollegenschaft auf sich. Sollen Sie doch unken! Ich hingegen bin froh, dank überaus bequemer, gleichwohl erzwungen aufrechter Sitzhaltung der quälenden Pein eines weiteren »Hexenschusses« vorbeugen zu können.
Leider wird die Freude über das Wunderteil etwas getrübt durch den gleichzeitigen Verlust eines meiner privat beschafften Abfalleimer: Vor vielen Jahren hatte ich mir passend zu meinen Roy Lichtenstein-Drucken »Rundablagen« in knalligem Gelb und Blau gekauft. Der gelbe Papierkorb hat sich jetzt über Nacht aus dem Staub gemacht und ward nicht mehr gesehen. Ob er wohl befürchtet hat, nach Ankunft des leuchtend blauen Stuhles nicht mehr wohlgelitten zu sein? Das Gegenteil ist der Fall! Lieber Eimer, so Du das hier liest: Komm zurück ins Büro, ich brauche dich doch!
Mittwoch, 9. November 2005
Zur Überwindung der Herbst-/Winter-Depression habe ich mir im Asia-Laden einen geradezu provozierend freundlichen »Nicker« gekauft und neben den Computer-Arbeitsplatz auf die Fensterbank gestellt:
Der japanische Plastik-Geselle ist solarbetrieben und nickt bei Licht betrachtet den ganzen Tag selbstversunken und ‑zufrieden vor sich hin. Kitsch hin oder her, die demonstrativ zur Schau gestellte Gelassenheit des skurrilen Männleins (oder Weibleins?) färbt ab: Für 7,90 EUR wird sich kaum ein besserer Therapeut finden!
Dienstag, 8. November 2005
Wenn es denn mal nicht bedeckt ist, zaubert die tiefstehende Spätherbst-Sonne zu früher Stunde malerische Lichtstimmungen in unser Treppenhaus:
Ist das nicht ein herrliches Leuchten? Man könnte glatt ins Schwärmen kommen...
Was man den Fotos freilich nicht ansieht ist die Frische, um nicht zu sagen ungemütliche Kälte, die sich mittlerweile wieder vor der Wohnungstür breitmacht. So hat auch diese Medaille allemal ihre zwei Seiten...
Montag, 7. November 2005
Zum Kunstgenuß muß sich der zonebattler nur wenige Schritte weit aus dem Haus bemühen: Rundherum wohnen und arbeiten Künstler als Nachbarn und Freunde. Tatsächlich sind Galerien und Ateliers in der Fürther Südstadt zahlreicher vorhanden als Handy-Läden und 1‑Euro-Shops. So soll es sein, so mag es gerne bleiben...
Gleich um die Ecke in der Herrnstraße (im ehemaligen »Tengelmann« neben dem Finanzamt) hat die »werkstatt edda schneider naturstücke« ihren Sitz. Die Chefin macht überwiegend in Collagen aus in Wald und Flur vorgefundenen Materialien, gibt Kurse und stellt nebenbei auch anderer KünstlerInnen Arbeiten aus. Überdies ist sie eine fleißige Netzwerkerin, so daß man den geräumigen Ex-Supermarkt mit einiger Berechtigung als »Kommunikations-Hauptquartier« der Nachbarschaft bezeichnen kann. Sehr anregend (zumal bei Kaffee und Kuchen) und immer spannend!
Soviel zur Einführung. Letzten Freitag nun gab es eine Ausstellungseröffnung, in welche ich auf dem Heimweg (vom gediegenen Pizza-Vertilgen) erstens unverhofft zufällig und zweitens eher spät hineinplatzte. Unter dem Titel »gefunden II« stellen derzeit neben Edda Schneider ein halbes Dutzend Frauen von den hiesigen GEDOK-Künstlerinnen (was es nicht alles gibt)aus.
Meiner einem ist das Geschlecht der SchöpferInnen wurscht, solange mir die Werke zusagen. Was mich sofort ansprach, war der Schmuck von Birgid Niedermayr:
Die kunstfertigen Halsketten aus gesandstrahltem, venezianischem Glas haben mir dermaßen gefallen, daß ich davon sofort eine eigene Galerie in meinem Bildarchiv anfertigen mußte. Am Fuße der Übersichtsseite mit den kleinen Vorschaubildern findet sich die Mail-Anschrift der Künstlerin, die sich über Anfragen und Aufträge sicher freut...
Recht ansprechend fand ich auch diverse Torso-Figurinen der Erlanger Künstlerin Hanne-Lore Limbrunner:
Übrigens heißen Gliedmaßen auf englisch limbs, ein limb runner wäre mithin einer, der auf seinen Extremitäten dahinrennt (worauf auch sonst). Witzigerweise aber entbehren Frau Limbrunners Torsi jeglicher Limbs, so daß sie mithin nicht runnen können. Man sieht an diesem Exempel, daß des zonebattler’s Hirn ständig halt- und zügellos in alle Richtungen assoziiert, was auch für ihn selbst nicht immer die reine Freude ist. Doch zurück zur Kunst. Hier sehen wir eine Arbeit Edda Schneiders über einer Statuette von Frau Limbrunner schweben:
Und hier noch eine Collage von Edda Schneider mit einer lilanen Artischocken-Blüte:
Fotografiert habe ich übrigens am Samstag Mittag, schon wegen des Tageslichtes und weil im Menschengewühl der Vernissage am Freitag natürlich nicht gut zu knipsen war. Vom Samstag stammt auch der Schnappschuß, mit dem ich den heutigen Beitrag beschließen will:
Ach ja, fast hätte ich es vergessen: Die Ausstellung geht noch bis zum 26. November (werkstatt edda schneider naturstücke, Herrnstraße 71, Tel. 0173–1876593).