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zonebattler's homezone 2.1 - Merkwürdiges aus Fürth und der Welt


« Gro­ßer Dienst­weg 1000 Grün­de, Fürth zu lie­ben (70) »

Win­ter­schluß­ver­kauf

Nach ei­ner faul­heits­be­ding­ten Pau­se von meh­re­ren Jah­ren ha­be ich mich jetzt end­lich wie­der da­zu auf­raf­fen kön­nen, mit dem Ver­kauf mei­ner über­zäh­li­gen Hab­se­lig­kei­ten zu be­gin­nen: Im Lau­fe der Zeit ha­ben sich so vie­le Din­ge an­ge­sam­melt (und platz­rau­bend an­ge­sta­pelt), die ei­ner­seits viel zu scha­de zum Weg­wer­fen, an­der­seits zu sehr von nost­al­gisch-zeit­ge­schicht­li­chem Wert sind, um ei­ne sinn­vol­le Spen­de für das na­he Ge­braucht­wa­ren­kauf­haus ab­zu­ge­ben. Ein gu­tes Bei­spiel ist die­ser Phil­ips Elek­tro­nik-Ex­pe­ri­men­tier­ka­sten aus den spä­ten 1970er Jah­ren:

Philips Elektronik Experimentierkasten EE 2003

Ich hat­te wei­land als ju­gend­li­cher Bast­ler und Tüft­ler ge­nau den glei­chen Ka­sten im Ein­satz, wo­mög­lich wä­re er in mehr oder we­ni­ger gu­tem Er­hal­tungs­zu­stand so­gar noch ir­gend­wo im El­tern­haus wie­der­zu­fin­den. Mein hier ab­ge­bil­de­tes Ex­em­plar in­des ha­be ich vor zwei oder drei Jah­ren vom Floh­markt ge­ret­tet, es ist er­staun­li­cher­wei­se un­be­spielt und mit­hin der Wunsch­traum ei­nes je­den Samm­lers. An ei­nen sol­chen wird der Ka­sten dann letzt­lich auch ge­hen, und mei­ne da­ma­li­ge In­ve­sti­ti­on im Wert ei­nes Tor­ten­stücks wird ei­ne traum­haf­te Ren­di­te ab­wer­fen, von der selbst der kri­mi­nell­ste Bank­ster nur träu­men kann. Wo­bei die Ta­schen­geld-Auf­bes­se­rung – in ab­so­lu­ten Zah­len be­trach­tet – na­tür­lich trotz­dem längst nicht da­zu rei­chen wird, noch heu­er in den fröh­li­chen Vor­ru­he­stand zu ge­hen...

Kleinbild-Kamera Agfa Optima electronic

Die Hö­he des Ver­kaufs­er­lö­ses ist mir da­bei aber gar nicht so wich­tig: Es geht mir vor al­lem dar­um, daß mei­ne »Schät­ze« in gu­te Hän­de kom­men, sprich den Weg zu an­de­ren Lieb­ha­bern fin­den, die mei­ne Pre­tio­sen zu schät­zen wis­sen und sie gut be­wah­ren wer­den. Bei al­tem Tech­nik­kram funk­tio­niert das so gut wie im­mer: Da Kna­ben be­kannt­lich nur et­wa sie­ben Jah­re alt wer­den (und da­nach nur noch wach­sen), sind sie nach dem Er­rei­chen ih­rer ma­xi­ma­len Grö­ße (und ins­be­son­de­re auch dann, wenn sie wie­der zu schrum­peln be­gin­nen) ger­ne be­reit, für die ma­te­ri­el­le In­kar­na­ti­on ih­rer ei­ge­nen Kin­der- und Ka­det­ten­träu­me gu­tes Geld für gu­te Wa­re sprin­gen zu las­sen, wenn es nur je­ne Spiel­zeu­ge sind, die sie da­mals selbst be­sa­ßen (oder sich da­nach mit am Schau­fen­ster platt­ge­drück­ter Na­se ver­zehr­ten). Ne­ben jahr­zehn­te­al­ten Ex­pe­ri­men­tier­kä­sten (die in un­be­spiel­tem Zu­stand zu fin­den na­tür­lich auch mir als Floh­markt-Trüf­fel­schwein nur noch sel­tenst ge­lingt) sind es ins­be­son­de­re al­te Hi­Fi-Ge­rä­te, die heut­zu­ta­ge mit­un­ter zu aber­wit­zi­gen Sum­men weg­ge­hen, wel­che ein Mehr­fa­ches ih­res da­ma­li­gen Neu­prei­ses be­tra­gen kön­nen...

CD-Player GRUNDIG CD 35

Zu mei­ner Freu­de ist das Ein­stel­len ei­ge­ner An­ge­bo­te in die »elek­tri­sche Bucht« heut­zu­ta­ge ein­fa­cher denn je, auch wenn das An­fer­ti­gen aus­sa­ge­kräf­ti­ger Fo­tos und das Ver­fas­sen de­tail­ge­treu­er Be­schrei­bungs­tex­te na­tür­lich selbst den Rou­ti­nier ei­ni­ges an Zeit ko­stet. Den­noch: Ist man erst­mal wie­der drin und stellt al­le paar Ta­ge ein bis zwei Of­fer­ten be­reit, dann kriegt man das qua­li­fi­zier­te An­prei­sen und die spä­te­re lo­gi­sti­sche Ab­wick­lung (Kor­re­spon­denz, In­kas­so, Ver­packung und Ver­sand) mit mi­ni­ma­lem Auf­wand und qua­si ne­ben­her auf die Rei­he. Und Spaß macht es ja schließ­lich auch (mir je­den­falls).

militärisches Kartenspiel zur Flugzeugerkennung

Mich wür­de in­ter­es­sie­ren, wie­viel Pro­zent al­ler ver­schick­ten Päck­chen und Pa­ke­te heut­zu­ta­ge dem Aus­tausch von Ge­braucht­wa­ren zu­zu­rech­nen sind: Was dem Ei­nen sein Bal­last, ist des An­de­ren Be­gehr, und erst das In­ter­net hat es ge­schafft, für pri­va­te An­ge­bo­te jen­seits von Im­mo­bi­li­en und Kraft­fahr­zeu­gen ei­nen be­stens funk­tio­nie­ren­den Se­cond-Hand-Markt zu eta­blie­ren. Das freut vie­le, aber na­tür­lich nicht al­le, ins­be­son­de­re nicht die Her­stel­ler, die ger­ne neu­en Krem­pel ver­kau­fen wür­den, statt den al­ten her­um­ge­scho­ben zu wis­sen (und dar­an nichts zu ver­die­nen). Aber so ist das halt, der Geist ist aus der Fla­sche und geht nicht mehr hin­ein. Au­ßer­dem hat sich der vir­tu­el­le Han­del ja auch auf den Neu­wa­ren­ver­trieb höchst be­flü­gelnd aus­ge­wirkt...

Gameboy-Vorläufer MB MicroVison von 1979

Doch da­mit ge­nug der markt­theo­re­ti­schen Be­trach­tun­gen: In mei­ner Nacht­tisch­schub­la­de harrt ein Dut­zend Arm­band­uh­ren mit längst leer­ge­lutsch­ten Knopf­zel­len dar­auf, von mir vor­teil­haft ab­ge­lich­tet und po­ten­ti­el­len In­ter­es­sen­ten an­ge­dient zu wer­den. Mir reicht mein me­cha­ni­sches Zeit­ei­sen bis ans En­de mei­ner Ta­ge, da­her weg mit den Alt­la­sten, selbst wenn das in die­sem Fall de­fi­ni­tiv ein Drauf­zahl­ge­schäft wer­den wird. Ei­ne lee­re (und wie­der an­der­wei­tig nutz­ba­re) Schub­la­de ist frei­lich auch ein schö­ner Ge­winn!

Diskussion

  1. zonebattler  •  18. Jan. 2011, 15:33 Uhr

    Wer für sei­ne Schät­ze an­ge­mes­se­ne Prei­se er­zie­len will, soll­te sich mit Tex­ten und Bil­dern für sei­ne Auk­tio­nen Mü­he ma­chen: Nie­mand kauft ger­ne die sprich­wört­li­che »Kat­ze im Sack«! Gu­te Fo­tos sind al­so Pflicht, und wenn man ein Sta­tiv und ei­nen Wohn­zim­mer­tisch hat, ist das ei­ne Sa­che von Mi­nu­ten:

    Auktionsfoto für ein altes Slotcar-Modell

    In­klu­si­ve Nach­be­ar­bei­tung am Rech­ner ist so ein Tri­pty­chon in we­ni­ger als ei­ner Vier­tel­stun­de er­stellt, und in den al­ler­mei­sten Fäl­len wird ei­nem die­ser Auf­wand auch noch be­stens ver­gü­tet (vom spä­te­ren Höchst­bie­ter und Käu­fer näm­lich)!

    #1 

  2. Ruppi1979  •  18. Jan. 2011, 17:31 Uhr

    ..... und die Auk­ti­on im­mer Sonn­tag­abend um 20–21 Uhr aus­lau­fen las­sen. ;-)

    #2 

  3. zonebattler  •  18. Jan. 2011, 18:07 Uhr

    Ha­be ich frü­her im­mer ge­macht, mitt­ler­wei­le sche­re ich mich nim­mer drum: Wer auf ei­nes mei­ner An­ge­bo­te wirk­lich scharf ist, hockt ent­we­der zu je­der be­lie­bi­gen von mir vor­ge­ge­be­nen Zu­schlags­zeit vor ir­gend­ei­nem Bild­schirm oder hat ein Sni­per-Pro­gramm drauf an­ge­setzt...

    #3 

  4. zonebattler  •  30. Jan. 2011, 12:20 Uhr

    Letz­te Er­in­ne­run­gen an mei­ne al­te (und nie wirk­lich ge­lieb­te) Dampf­ma­schi­ne aus Kin­der­ta­gen:

    Dampfmaschine Wilesco D16 samt Zubehör

    Heu­te star­tet die Auk­ti­on, in knapp zwei Wo­chen bin ich das Ding los und ein an­de­rer freut sich dann so sehr dar­auf, daß er mir auch noch gu­tes Geld da­für be­zahlt. Wenn das kei­ne Win-Win-Si­tua­ti­on ist!

    #4 

  5. Grabenkenner  •  30. Jan. 2011, 17:48 Uhr

    Na die Ver­packung ist aber vom Er­hal­tungs­grad her des zo­ne­batt­lers nicht wür­dig, oder? Was ist da pas­siert, et­wa ein ka­pi­ta­ler Was­ser­scha­den wäh­rend des zb Ab­we­sen­heit oder gar ein Me­teo­ri­ten­ha­gel?

    #5 

  6. zonebattler  •  30. Jan. 2011, 18:01 Uhr

    Was da pas­siert ist? Mehr als 40 Jah­re sind seit dem Kauf ins Land ge­gan­gen, mein Lie­ber! Und ich hat­te über­dies noch zwei jün­ge­re Brü­der...

    #6 

  7. Grabenkenner  •  30. Jan. 2011, 18:12 Uhr

    Hast ja recht, ist schon er­staun­lich ge­nug dass der Kar­ton über­haupt noch da ist. Und manch­mal bringt der so­gar mehr als der In­halt :-)

    #7 

  8. zonebattler  •  30. Jan. 2011, 18:31 Uhr

    Ge­nau dar­auf spe­ku­lie­re ich ja... ;-)

    #8 

  9. blog.fohrn.com | Kleiner Technik-Abverkauf  •  2. Feb. 2011, 20:52 Uhr

    [...] Bucht zu ver­kau­fen son­dern auch da­für in klei­nem Rah­men die Wer­be­trom­mel zu rüh­ren, tue ich es Blog­ger­kol­le­gen Ralph Sten­zel gleich und wei­se heu­te, hier und jetzt auf ei­ni­ge mei­ner ak­tu­el­len eBay-Auk­tio­nen [...]

    #9 

  10. zonebattler  •  8. Jun. 2012, 7:10 Uhr

    In­zwi­schen ha­be ich den Bo­gen aus, wie man auch tech­ni­sche Ge­rät­schaf­ten wie Hi­Fi-Ge­rät­schaf­ten or­dent­lich und »wer­tig wir­kend« ab­lich­tet, oh­ne daß die Per­spek­ti­ve un­rea­li­stisch wirkt und zu ei­nem »bil­li­gen« Ein­druck führt:

    Verstärker Pioneer SA-608 von 1979

    Der Trick ist, das Ge­rät aus ei­ni­gen Me­tern Ent­fer­nung mit auf An­schlag in den Te­le­be­reich aus­ge­fah­re­nen Ob­jek­tiv zu fo­to­gra­fie­ren. Da­durch wer­den die ty­pi­schen Ver­zeich­nun­gen ei­ner aus der Nä­he ge­schos­se­nen Weit­win­kel­auf­nah­me ver­mie­den.

    Den et­was küh­len Ge­samt­ein­druck hät­te ich üb­ri­gens durch ei­nen spä­ter durch­ge­führ­ten Weiß­ab­gleich wie­der in Rich­tung warm ver­schie­ben kön­nen, aber das ha­be ich ab­sicht­lich un­ter­las­sen: So wie in der Metz­gersthe­ke »Flei­sch­röh­ren« ein­ge­baut sind und auch beim Bäcker das Licht aus spe­zi­ell ab­ge­stimm­ten Leucht­stoff­röh­ren kommt (um die Fri­sche der je­wei­lig an­ge­bo­te­nen Wa­re zu un­ter­strei­chen bzw. zu sug­ge­rie­ren), so wird die eher stren­ge, tech­ni­sche Au­ra sol­cher Ge­rät­schaf­ten durch ei­ne nied­ri­ge­re Farb­tem­pe­ra­tur vor­teil­haft be­tont. Psy­cho­lo­gie ist al­les!

    Receiver Telefunken HiFi Compact 2000 (Baujahr ca. 1970)

    Mei­ne Kom­pakt-Ka­me­ra stand hier­bei auf dem Sta­tiv, die Ge­rä­te hin­ge­gen auf dem Eß­zim­mer­tisch, be­leuch­tet wur­de aus­schließ­lich mit dem von der rech­ten Sei­te durch Fen­ster und Bal­kon­tür ein­fal­len­den Ta­ges­licht. Hin­ter­her op­ti­mier­te ich Farb­sät­ti­gung und Kon­trast wie im­mer voll­au­to­ma­tisch mit­tels Fix­Fo­to.

    Selbst­ver­ständ­lich könn­te man duch den Ein­satz zu­sätz­li­cher (Kunst-)Lichtquellen noch mehr her­aus­ho­len (um z.B. die Über­be­lich­tung der glei­ßend hel­len Alu-Knöp­fe zu ver­mei­den), aber für am­bu­lant und auf die schnel­le an­ge­fer­tig­te Pro­dukt­fo­tos zum Zwecke des Ver­kaufs per Auk­ti­on reicht die Qua­li­tät al­le­mal. Hier ging es mir schließ­lich nicht um das letz­te Quent­chen an tech­ni­scher Per­fek­ti­on, son­dern um zeit­spa­ren­de Ef­fi­zi­enz.

    Jetzt, wo ich die »tools of the tra­de« ei­ni­ger­ma­ßen be­herr­sche, bin ich al­ler­dings auch schon fast durch mit dem Ab­sto­ßen mei­ner in vie­len Jah­ren zu­sam­men­ge­tra­ge­nen Samm­ler­stücke. Da ich sie sämt­lich in gu­ten Hän­den weiß (bzw. mir das ein­bil­den kann), feh­len sie mir kein biß­chen. Heut­zu­ta­ge er­freue ich mich an je­dem Stück, wel­ches ich nicht mehr be­sit­ze, weil ja je­des Teil »be­küm­mert« wer­den will, und sei es nur durch re­gel­mä­ßi­ges Ab­stau­ben. Das ma­chen nun an­de­re für mich!

    #10 

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